Warum meine Kinder nicht zur Schule gehen

«Lernen kann man überall!», sagt unsere Autorin. Und hat sich für das Modell Homeschooling entschieden.

Kochspass und Mathestunde: Denn Homeschooling passiert immer und überall. Foto: iStock

Wenn mir jemand vor noch nicht allzu langer Zeit gesagt hätte, dass unsere Töchter die öffentliche Schule nicht länger als ein Jahr besuchen werden, hätte ich ihm wohl den Vogel gezeigt. Homeschooling: vor zwei Jahren noch eine unvorstellbare Sache. Ebenso, dass wir glücklich zu Hause «Schule» betreiben würden und ich dabei selbst noch etwas lernen würde.

Heute tun wir genau das. Die Themen Bildung und Lernen betrachte ich nun durch eine andere, ganz neue Brille. Aussenstehende haben oft die Vorstellung, wir sässen die meiste Zeit am Küchentisch über den Büchern. Dem ist bei uns wirklich nicht so, und das heisst nicht, dass wir nicht lesen oder rechnen würden. Lernen passiert immer und überall und oft ganz natürlich im Alltag. Beim Kochen etwa muss man das Rezept lesen, verstehen und ausführen. Gleichzeitig lernt man, ohne es zu merken, Einheiten wie Liter oder Kilogramm kennen. Als unsere Tochter sieben Jahre alt war, spielten wir einmal das Würfelspiel «Yatzy». Plötzlich stellte ich fest, dass sie multipliziert und Mehrfachadditionen ausführt. Die Fragen unserer Kinder sind oft der beste Lehrplan. Als eine meiner Töchter wissen wollte, wie die Zahlen eigentlich in den Taschenrechner kommen, brachte uns das schnell zum Thema Programmieren. Und eine Frage wie: «Klebt der Mond am Himmel?» führt einen schnell zu komplexeren Themen wie der Gravitation.

Homeschooling als Ausweg

In der Regel hinterfragt man das öffentliche Schulsystem vor Einschulung der eigenen Kinder nicht. Weshalb entscheidet man sich denn für Homeschooling?, fragen Sie sich vielleicht. Bei uns zumindest entstand die Idee aus einer Notsituation, aus einer Krise heraus. Was würden Sie denn tun, wenn Ihr Kind nach wenigen Wochen Schule morgens nicht mehr aufstehen will? Wenn Ihr Kind Ihnen sagen würde, «In diese Schule gehe ich nie wieder»?

Es gibt Alternativen. Für die meisten jedoch nicht allzu viele. Denn eine Privatschule kann sich kaum jemand leisten. Und für Homeschooling fehlen oft auch die finanziellen sowie gesetzlichen Voraussetzungen. Von Kanton zu Kanton sind die Vorgaben anders. Ich persönlich hatte das Glück, dass im Kanton Luzern eine Matura als gleichwertige Ausbildung wie ein Lehrdiplom gewertet wird und ich deshalb die Bewilligung zum Homeschooling erhalten habe.

Verlorene Sicherheit?

Aus langjähriger beruflicher Erfahrung im Kinder- und Jugendschutz weiss ich, was auf Situationen wie derjenigen unserer Tochter oft folgt. Das Kind wird untersucht: Schulpsychologischer Dienst, Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst, womöglich eine Diagnose und nicht zuletzt vielleicht Medikamente. Wir haben uns als Familie nach einem Gespräch mit der Kinderärztin anders entschieden und einen eher unkonventionellen Weg gewählt. Unsere andere Tochter beendete noch die erste Klasse und entschied sich – nachdem ihre Lehrperson, die sie sehr mochte, gekündigt hatte – ebenfalls für Homeschooling. Sie meinte damals beiläufig: «Wenn meine Lehrerin wählen und die Stelle wechseln kann, dann kann ich das auch.»

Unkonventionelle Wege zu gehen, braucht oft Mut. Manchmal fordert uns das Leben dazu heraus, frech und mutig zu sein – eben «frechmutig». Und geht man «frechmutig» andere Wege, staunt man nicht selten, wie Türen sich öffnen und mit ihnen neue Möglichkeiten. Neue Wege zu gehen, bedeutet auch, Altbekanntes loszulassen. Es fällt oft schwer, die Kontrolle über Dinge loszulassen, die uns eine vermeintliche Sicherheit geben. Aber mal ehrlich: Was ist im Leben denn schon sicher?

Lernen kann man überall

Ich jedenfalls bin ins Ungewisse gesprungen und habe so meine Freiheit zurückgewonnen. Ich wurde quasi über Nacht zur Homeschool-Lehrerin – oder zur Lernbegleiterin, wie ich es bereits vor Einschulung unserer Töchter war. Ich begleite sie im Leben, sie begleiten mich, und wir lernen voneinander. Und überall treffen wir im Alltag auf Experten. Menschen, die mit Leidenschaft etwas gut können und ihr Wissen gerne weitergeben. So haben unsere Töchter von unserer Nachbarin häkeln gelernt. Eine weitere Nachbarin, die anliegend an unser Grundstück einen Heilkräutergarten pflegt, hat unsere Mädchen dazu inspiriert, selbst ein kleines Beet anzulegen.

Auch dass man sich durch Homeschooling isoliert, halte ich für ein Vorurteil. Inzwischen sind in vielen Kantonen immer mehr Homeschool-Familien unterwegs, die sich vernetzen. Ob Homeschool-Ausflüge oder Homeschool-Workshops: Das Angebot wächst.

Doch noch immer vermittelt der Begriff Homeschooling ein falsches Bild. Denn wenn man realisiert, dass Lernen nicht nur zu Hause am Tisch stattfindet, wäre der Begriff «Lifeschooling» – Lebensschule – wohl passender. Ich persönlich bin der Überzeugung: Lernen kann man überall. Und: Das Leben selbst ist unser bester Lehrer.

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237 Kommentare zu «Warum meine Kinder nicht zur Schule gehen»

  • Andrea Mordasini, 3014 Bern sagt:

    Es schadet den Kindern nicht, sich in andere Strukturen einfügen zu müssen als nur in die eigene Familie als „geschützte Werkstatt“. Sich in eine Gruppe mit 20 Kindern und dementsprechend vielen verschiedenen Anliegen und Meinungen integrieren, beweisen, behaupten, diskutieren, streiten, anpassen, sich versöhnen, vertragen und auch mal zurücksteckenn zu müssen, erachte ich vom Sozialen her als gute Erfahrung, Bereicherung und Hilfe für später. Wie sollen diese Kinder später „draussen im wahren Leben“ bestehen, wenn sie es nie wirklich gelernt haben und wo das „Lernen nach dem Lustundlauneprinzip“ in einer weiterführenden Schule bzw. Lehre plötzlich nicht mehr möglich sein wird? Da kommen diese Homeschool-Kinder plötzlich gehörig auf die Welt. Das Leben ist kein rosaroter Ponyhof!

  • Andrea Mordasini, 3014 Bern sagt:

    Homeschooling mag für Kinder, die an öff. Schule Probleme haben, dort über- oder unterfordert sind, temporär eine gute Lösung sein. Längerfristig (OS) kann ich mir das aber nicht vorstellen. Für Familien, wo beide Elternteile arbeiten, wie bei uns, ist HS weder denk- noch machbar. Und für teurer Privatlehrer, die die Kinder zuhause unterrichten, fehlt oft das nötige Kleingeld. Auch sonst könnten wir uns dieses Modell nicht vorstellen, da hätten wir alle mit der Zeit einen wahren Overkill. Den Kindern gefällts an der öff. Schule, wo sie sehr gut gefördert/gefordert werden, sehr gut und sie haben viele gute Freunde gefunden. All diese tollen (und auch weniger tollen) Erfahrungen möchten wir ihnen nicht vorenthalten. Die guten und die schlechten gehörenn zu einem normalen Kinderalltag dazu.

    • Homeschoolmutter sagt:

      Ich arbeite und unterrichte. Etwas Flexibilität, ein gutes Umfeld, viele Freunde…weshalb ich nicht verstehe, wie man 3 /4 Stunden Unterricht mit dem Unvermögen, eine Arbeit auszuführen, verbindet.

  • Hans Hasler sagt:

    Währendem ich null Zweifel habe, dass es einige Eltern gibt, die ihre Kinder hervorragend Homeschoolen können – besser als jede Schule das kann, so habe ich trotzdem das Gefühl hier Beiträge von Sektenmitglieder zu lesen!
    Fängt schon an mit den sehr konstruierten Begrifflichkeiten (Lifeschooling/Lernbegleiterin etc).
    Das geht weiter mit der blinden und bedingungslosen Lobpreisung des Modells: Klar kann das auch funktionieren – nur sollte man wohl besser statt auschliesslich positive Resultate auch negative Anschauen?
    Und dann kommt noch die anscheinend automatische Verknüpfung mit unstrukturiertem Lernen. Klar, kann vieles direkt in der Praxis lernen. Aber manchmal müssen halt auch Vokabeln gebüffelt werden!

    • Muttis Liebling sagt:

      Es reicht bereits die Benutzung unnützer Anglizismen, um die Nichtqualifikation für das Lehren der deutschen Sprache zu belegen.

  • Maike sagt:

    Soll doch jeder es so machen, wie er es für das Beste für seine Kinder hält. Die einen können dem normalen Schulsystem nichts abgewinnen, die anderen dem Lernen zu hause. So what ? Wenn die Kinder mitziehen, ist ja alles im grünen Bereich.

  • Lehrerin sagt:

    Für alle, die sich fragen, ob man bis zur Matura zu Hause lernen kann:
    https://www.nzz.ch/schweiz/home-schooling-besser-als-der-staat-erlaubt-ld.1484863

    • Sportpapi sagt:

      Sicherlich, man kann. Ist ja sicherlich kein Nachteil, wenn man im Einzel- oder Kleingruppenunterricht gefördert wird, sofern die Mutter/Vater das Gebiet beherrscht.
      Die Frage bleibt, ob es sinnvoll ist.
      Gerade wenn, wie angesprochen, der Grund für die Heimschulung in ideologischen, weltanschaulichen oder religiösen Bereichen zu finden ist.

      • Willi Villiger sagt:

        Sinnvoll? Wer entscheidet das? Eine offene Gesellschaft lässt unterschiedliche Lebensentwürfe zu. Die Schweiz ist nicht China, wo momentan die totale Überwachung der Menschen installiert wird. So gibt es zB in Zürich eine jüdische Subkultur, welche undenkbar wäre ohne die jüdische Schule, welche das jüd. Erbe ungestört an die nächste Generation weiterreicht. Diese Parallelgesellschaft stellt in keiner Weise ein Problem dar. Weshalb sollte dies nicht auch beispielsweise christlichen Homeschool-Eltern zugestanden werden? Man lässt uns über komplexe Sachvorlagen abstimmen – sollten wir gleichzeitig inkompetent sein in privaten Familienangelegenheiten?

      • Sportpapi sagt:

        @Willi Villiger: Letztlich entscheiden das in einer Demokratie die gleichen Menschen, die bestimmen, ob wir überhaupt eine „offene Gesellschaft“ sein wollen. Was immer das dann im Detail auch heisst. Ob wir das in der Schweiz wirklich sind, steht zudem auf einem anderen Blatt – viele politische Entscheidungen und Haltungen lassen mich daran zweifeln.
        Ist ja auch nicht so, dass man z.B. islamischen Subkulturen gleiche Freiräume gewähren möchte wie der jüdischen. Und auch dort brauchte es Jahrhunderte und viel Unrecht, bis die jüdische Gemeinde aus ihren drei Dörfern in der Schweiz herauswachsen durfte und ein paar, heftig umkämpfte Spezielregelungen haben durfte.
        Dass diese Parallelgesellschaft kein Problem darstellt, ist ebenfalls umstritten.

      • Sportpapi sagt:

        Die Einrichtung einer kostenlosen Volksschule und der damit verbundene obligatorische Schulbesuch ab 1874 scheint mir eine der wichtigesten Erungenschaften des Staates zu sein. Denn es ging letztlich darum, den Kindern Schule statt Arbeit zu bieten. Etwas, was in vielen armen Familien auf Widerstand stiess. Und natürlich sollte die Glaubens- und Gewissensfreiheit durch die Schule nicht beeinträchtigt werden. Die Trennung von Schule und Religion ist aber bis heute ein grosses Thema. Auch, wenn es z.B. um Schwimmunterricht und den berüchtigten „Handschlagzwang“ geht. Obwohl auch dort erstaunlicherweise die freikirchlichen Christen selten in der Diskussion erwähnt werden, obwohl sie offenbar hier stark mitbeteiligt sind.

      • Sportpapi sagt:

        Zuletzt noch einmal die Diskussion um die Parallelgesellschaften. Erstaunlicherweise wird in der Schweiz sehr heftig über Integration gesprochen, über Sprachkenntnisse etc. Allerdings nur bei gewissen Kulturen.
        Weniger umstritten ist die Elite, die auch nach vielen Jahren in der Schweiz kaum deutsch (oder eine Landessprache) spricht, und ihre Kinder in die Privatschule mit ausländischem Abschluss schickt, die teilweise sich nicht einmal an unsere Schulgesetze und Lehrpläne halten mussten.
        Persönlich finde ich diese Parallelgesellschaften, die vordergründig wenig Ärger bereiten, genauso störend.
        Zuletzt eine Spitzfindigkeit. Kann eigentlich ein Privatunterricht (oder Schulunterricht), der die Kinder selbstständig arbeiten lässt, einen LEHRplan erfüllen?

      • Willi Villiger sagt:

        @Sportpapi: Kann ein LEHRplan durch selbständiges Arbeiten der Schüler erfüllt werden? Mit dem Lehrplan 21 sind viele Inhalte, die früher akribisch trainiert worden sind, gekippt worden zugunsten der Kompetenzen-Orientierung. Daraus ableitbar ist, dass die Lerninhalte nicht in Stein gemeisselt sind und relativ willkürlich (und demokratisch kaum kontrolliert) ausgewechselt werden können. Ausserdem vergessen die meisten Schüler mechanisch Gelerntes relativ gründlich nach Ablegen der entsprechenden Tests. Trotzdem schaffen die meisten Volksschüler den Anschluss an die Berufswelt, und dies, obwohl der Trend in Lehrerbildung und moderner Didaktik massiv in Richtung SOL Selbstorganisiertes Lernen geht. Bezüglich Lerninhalte gilt der Mut zur Lücke und bezügl Methode gilt Mut zur Selbständigkeit.

      • Sportpapi sagt:

        @Willi Villiger: Mit dem neuen Lehrplan haben sich erstaunlich viele Leute befasst, die ansonsten mit Schule wenig am Hut haben. Und erstaunlich viele Leute haben eine Meinung dazu entwickelt, ohne wirklich Bescheid zu wissen.
        Kompetenzorientiertung ist eigentlich sinnvoll. Allerdings sollten die Kompetenzen dann auch in messbare Standards übersetzt werden können, und gemessen werden. Und da ist man weit vor halbem Weg stehen geblieben.
        Ich glaube übrigens nicht, dass SOL wirklich der grosse Trend ist, bzw. der Umschwung ist längst da. Plötzlich erkennt die Lehr- und Lernforschung die Vorteile der direkten Instruktion wieder.
        Und wo heute nicht mehr gepaukt wird, bleiben schwache Schüler auf der Strecke – bzw. gehen dann in Nachhilfe, und lernen wieder wie früher.

    • Maike sagt:

      Respekt – Vorzeige Elias hat 9 Geschwister… aber da er problemlos die Matura geschafft hat – muss er da nicht den gleichen Lehrstoff gelernt haben wie in der Schule ? Und was in dem Artikel nicht deutlich wird, wurde er von Vater und Mutter unterrichtet ? Wie hat das Lehrpersonal den Unterricht mit Geldverdienen vereinbart ? Oder waren Vater und Mutter einfach nur reich und konnten sich deshalb 7/24 um ihren Nachwuchs kümmern ?
      Deshalb – wo ist hier der Unterschied zu einer normalen Schule zu suchen ?

      • Willi Villiger sagt:

        Als Elias‘ Vater kann ich Ihre Fragen beantworten: In der Schule lernen auch nicht alle den gleichen Lernstoff, das ist stark Lehrer-abhängig. Auf der Primarstufe haben die Kinder gelernt, selber zu lernen, auf der Oberstufe konnten sie es dann. Unsere Kinder haben keine einzige Unterrichtsstunde von irgendeinem Lehrer erhalten; deshalb nennen wir HS die Bildungsalternative des armen Mannes. Ein Unterschied zur normalen Schule: Kaum haben wir Elias aus der 3. Primarklasse der Volksschule genommen (anhaltende, unlösbare Probleme mit der örtlichen Schulsituation), hat er ein ganzes Schuljahr übersprungen und zusammen mit seinem älteren Bruder ein Dream-Team gebildet.

  • sonic sagt:

    Liebe Leute die ihr eure Kinder (ohne zwingenden Grund) zu Hause selber unterrichtet
    Es wurde viel geschrieben, was die Kinder zu Hause alles verpassen. Was mich interessieren würde: Was kriegen die Kinder denn mehr, als wenn sie in die Schule gehen würden? Häkeln lernen unsere Kinder auch in der Schule, Auf dem Ponyhof mitarbeiten können sie auch, ein eigenes Beet anlegen auch und Kochen sowieso.. Wo ist das ‚mehr‘?

    • Homeschoolmutter sagt:

      Ich verstehe das „mehr“ nicht, wieso sollen sie „mehr“ haben müssen? Um Homeschooling zu rechtfertigen? Nein. Aber sie lernen ihrem Tempo entsprechend, d.h. in Fächern, in denen sie stark sind, schreiten sie voraus, Fächer, die ihnen nciht liegen können ausgeweitet werden. Das ist in der Schule nur begrenzt möglich, es braucht da einen enormen EInsatz der Lehrperson (in zu grossen KLassen, mit zu wenig Personal, ständig unter Druck). Wir alle lernen anders, es gibt Kinder, die hervorragend in grossen Klassen lernen können, andere wieder in kleinen Klasse, wieder andere am besten allein, egal ob es nun Schüler sind, die leicht lernen oder sich mit dem Lernen schwertun.

      • Michèle Pine sagt:

        Und wer wird Ihnen die genau auf ihr Tempo abgestimmten Lernhäppchen an der Berufsschule oder Uni bereiten?
        Oder werden diese Kinder dann plötzlich wie durch ein Wunder und von selbst in der Lage sein sich anzupassen?
        An etwas was sie in ihrem Leben noch nie erlebt haben?

      • Homeschoolmutter sagt:

        Also da mache ich mir keine Sorgen, da gibt es ganz andere Probleme, die Berufsschüler bzw heute Studierende HF und FH mitbringen. Fast alle wurde an öffentlichen Schulen gebildet…

      • Sonic sagt:

        Das ‚mehr‘ ist das, was einem ja letztlich dazu bewegt, eine solche Entscheidung zu treffen. Ich habe auch keine Kinder, die perfekt ins Schulsystem passen aber ich bin überzeugt,dass ich ihnen keinen Gefallen tun würde, wenn ich sie selber unterrichtete. Ablösung von Mamis Rockzipfel, lernen sich zu behaupten, sich durchzubeissen wären hier Stichworte. Die Welt ist leider nun mal nicht perfekt und immer an die Bedürfnisse meiner Kinder angepasst! Abgesehen davon erleben meine Kinder sehr viel Schönes in der Schule das wir Ihnen zu Hause nie bieten könnten!

      • Mutter zweier Homeschoolkinder sagt:

        Unsere Homeschool-Kinder, unterdessen mit Doktorabschluss, lernen auch heute noch mit Begeisterung und werden beide von den Kollegen auch für ihre sozialen Fähigkeiten geschätzt .

      • Homeschoolmutter sagt:

        Wer sagt denn, dass unsere Kids sich nicht vom Rockzipfel lösen können? Schon mal bedacht, dass wir nicht immer daheim sind? Wir arbeiten ja auch. Ich stärke mein Kind, indem ich ihm eine gute Umgebung schaffe, es gibt überall Auseinandersetzungen, auch hier. Dazu muss aber kein Kind in die Schule, um zu lernen, wie es Gleichaltrige aushält, die es plagen. Denn in der Welt gibt es NUR in der Schule Gleichaltrige, ich will aber, dass mein Kind mit Menschen aller Altersgruppen zurechtkommt. Und nein, Kinder muss man nciht abhärten, wir sollten sie mit viel Liebe stärken, damit sie in der Welt bestehen. Mein Rockzipfelkind ist eh den ganzen Nachmittag nicht daheim, ich könnte ihn ja nciht halten, zudem muss ich ja arbeiten,…

      • sonic sagt:

        HSmutter: Wahrscheinlich eher die Mutter die sich nicht lösen kann.. Tut mir leid, aber ich habe immer noch kein Argument gehört, das eindeutig fürs zu Hause Unterrichten spricht. Ich weiss ja dass die Schulen je nach Ort sehr unterschiedlich sind aber auch bei uns können die Kinder je nach Lerngeschwindigkeit schneller oder langsamer fortschreiten. Sie können auch eigene Themen auswählen, zu denen sie selbständig forschen. Aber zusätzlich zur engen Welt der Familie, kommen halt noch ein paar neue Welten dazu, die nicht handverlesen sind. Und ungefilterte soziale Erfahrungen. Traut doch euren Kindern etwas mehr zu! Und wenn ihr jetzt sagt, das haben unsere Kinder alles auch! dann frage ich, wieso schickt ihr sie denn nicht zur Schule??

      • 4000 meters above sea level sagt:

        @ Mutter zweier Homeschoolkinder:

        Das freut mich für Sie.

        Aber wenn Ihre Kinder wirklich Doktortitel haben, dann dürften diese ja schon etwas älter sein. Bekommen Sie als Mutter da wirklich objektiv mit, dass Ihre Kinder von deren Arbeitskollegen „für ihre sozialen Fähigkeiten geschätzt werden“?

        Führen Sie regelmäßig Gespräche mit diesen Kollegen oder wie?

      • Martin Frey sagt:

        @Sonic
        „Tut mir leid, aber ich habe immer noch kein Argument gehört, das eindeutig fürs zu Hause Unterrichten spricht.“
        Ich auch nicht. Aber es gibt sie, muss man fairerweise festhalten. Kinder zb. mit besonderen Bedürfnissen, denen man in einer Schule nur bedingt gerecht werden kann.

        „Aber zusätzlich zur engen Welt der Familie, kommen halt noch ein paar neue Welten dazu, die nicht handverlesen sind….. Traut doch euren Kindern etwas mehr zu! Und wenn ihr jetzt sagt, das haben unsere Kinder alles auch! dann frage ich, wieso schickt ihr sie denn nicht zur Schule??“
        Das sehen die meisten hier ähnlich. In der Tat ist das, was hier als HS bezeichnet wird, nicht viel mehr als eine Art Privatunterricht durch handverlesene Personen. Ein an sich höchst elitärer Ansatz.

  • ruschy sagt:

    Schade, dass es für ‘schooling’ und ‘home’ keine “wirklich deutschsprachigen” Begriffe gibt. Nun kommt noch ‘lifeschooling’ dazu. – O. Keller hatte 1990 als Lehramtkandidat mit seiner Abschlussarbeit “Lernen ohne Schule” bei Schweizer Jugend forscht eine Auszeichnung erzielt. Er verwendete keine englischen Begriffe. Später schrieb er ein Buch, wiederum deutsch, nicht englisch: „Denn mein Leben ist Lernen“. Seit den Neunziger Jahren haben Pioniere in der Schweiz “Bildung zu Hause“ als deutschen Begriff geprägt, später kam aus Deutschland der Begriff der „Freilerner“ dazu. Die Sache, dass Eltern die Erziehung und Bildung ihrer Kinder selber an die Hand nehmen, ist letztlich so normal, wie das Leben selber. Was eine Zwangsbeschulung bewirkt, lässt sich an manchem Kommentar hier ablesen.

    • Jan Holler sagt:

      Hausunterricht (Heimunterricht, )? Ein wirklicher deutschsprachiger Begriff, den es schon lange, lange gibt. Steht auch im Duden und im Lexikon und in Wikipedia.
      Wer Worte wie „Zwangsunterricht“ über andere stülpt, scheint tief im ideologischen Sumpf zu stecken.
      Die Autorin hat es leider völlig verpasst, die Titelfrage zu beantworten.
      Und nebenbei wundert mich auch, wie man mit nicht einem Jahr Erfahrung schon ein Buch über ein Thema schreiben kann.
      Wünche allen im Heimunterricht isolierten Kindern, dass sie nicht zu viele Nachteile erleiden und irgendwann nicht den Anschluss ans gesellschaftliche Leben verlieren. Hausunterricht ist Segregation statt Inklusion, ist isoliertes Lernen, statt bspw. altersdurchmischtes Lernen. Wir wissen heute: Kinder lernen viel von anderen Kindern.

  • ruschy sagt:

    Schade, dass ‘schooling’ und ‘home’ keine “wirklich deutschsprachigen” Begriffe gibt. Nun kommt noch ‘lifeschooling’ dazu. – O. Keller hatte 1990 als Lehramtkandidat mit seiner Abschlussarbeit “Lernen ohne Schule” bei Schweizer Jugend forscht eine Auszeichnung erzielt. Er verwendete keine englischen Begriffe. Später schrieb er ein Buch, wiederum deutsch, nicht englisch: „Denn mein Leben ist Lernen“. Seit den Neunziger Jahren haben Pioniere in der Schweiz “Bildung zu Hause“ als deutschen Begriff geprägt, später kam aus Deutschland der Begriff der „Freilerner“ dazu. Die Sache, dass Eltern die Erziehung und Bildung ihrer Kinder selber an die Hand nehmen, ist letztlich so normal, wie das Leben selber. Was eine Zwangsbeschulung bewirkt, lässt sich an manchem Kommentar hier ablesen.

  • Peter sagt:

    Ob mir die Eltern, die ihre Kinder zuhause belehren mal erzählen können, was genau sie ihren Kindern beibringen ? Geht das über Lesen Rechnen Schreiben hinaus ? Pauken sie auch französische und englische Sprachen ? Was wenn das Kind – warum auch immer – sich plötzlich für Spanisch oder Mandarin interessiert ? Wie sieht es mit höherer Mathematik aus ? Logarithmen, Integralrechnung ?

    • Homeschoolmutter sagt:

      Wir pauken gar nicht, mein Kind macht die Cambridge/Delf-Abschlüsse. Also er kann sich sehr gut fliessend in Englisch unterhalten, im Gegensatz zu seinen Alterskollegen in der Schule, Französisch begann er auch 3 Jahre früher als in der Schule. Mein Kind interessiert sich für Griechisch und Italienisch, wir sind übereingekommen, dass er zuerst Englisch und Französisch abschliesst, dann geht es weiter (bitte nennen Sie mir doch eine Schule, die das anbietet). Integralrechnung und Logarithmen sind im Lehrplan, das wird natürlich unterrichtet.

    • 13 sagt:

      Ich unterrichte meine Kinder nicht zu Hause, aber…
      – die Homeschooling-Familien sind an den Lehrplan gebunden, d.h. nur etwas lesen und rechnen reicht nicht.
      – Französisch und Englisch gehören zum Lehrplan
      – Spanisch oder Mandarin werden auch in der Volksschule nicht einfach so gelernt, da gibt es immer die Möglichkeit einen Kurses und/oder das Delegieren an eine Person, die diese Sprachen spricht
      – Logarithmen und Integralrechnungen werden in der Grundschule nicht gelernt, sondern frühestens im Gymnasium. Auf dieser Stufe machen wohl die wenigsten Homeschooling und wenn, spannen dann mehrere zusammen, so dass das Kind verschiedene Dinge von verschiedenen Personen lernt. Homeschooling heisst nicht zwangsläufig „nur von Eltern“

    • hmm sagt:

      Das hab ich weiter unten schon mal geschrieben. Natürlich geht es über Lesen, Rechnen und Schreiben hinaus. Natürlich lernen sie Englisch und Französisch, weil wir uns an den Lehrplan halten müssen.
      Während der obligatorischen Schulzeit können sie in der Schule übrigens weder Mandarin noch Spanisch lernen (jedenfalls im AG). Da müssten Sie sich als Vater auch etwas anderes einfallen lassen. Und so machen wir das auch, wenn so etwas in Betracht gezogen wird. Mathematik können wir familienintern auf mehr als genügend hohem Niveau anbieten.

  • Barbara Müller sagt:

    Wo gibt es denn keine Probleme? Wir haben uns auch schon mit dem Thema auseinandergesetzt, was für Lösungen es gäbe, wenn das Kind nicht mehr zur Schule will, wenn es Angst vor dem Lehrer hat, wenn es im Klassenverband keine Freunde findet, wenn wir selber die Methoden der Lehrperson anzweifeln. Und zu welchem Schluss sind wir gekommen? Gespräche führen mit den Kind und mit der Lehrperson. Dem Kind die Möglichkeit geben zu lernen, wie man ein Problem löst. Ich glaube, das dies eine sehr wichtige Lebenskompetenz gibt welche das Kind stark macht. Wir hatten bei beiden Kindern schon mehrere solche Themen in ihrer Schulkariere. Mein Mutterherz leidet sehr wenn es meinem Kind nicht gut geht. Dann aber zu sehen, wir es gestärkt aus der Krise rausfindet ist den Aufwand wert. Es ist nicht einfach.

  • Lehrer sagt:

    Nach zwei Jahren Homeschooling kam ein Kind in meine Klasse der öffentlichen Schule. Es genoss es enorm, den ganzen Schultag in einer grossen Gruppe von Kindern verbringen zu dürfen. Schulisch war es bestens vorbereitet. Aber es fehlte halt doch etwas.

    • Homeschoolmutter sagt:

      So unterschiedlich sind die Kinder, mein Kind geniesst die grosse Gruppe Kinder in der Freizeit. Bisher höre ich ausschliesslich, wie sozial er doch ist, er pflegt eine ganz andere Streitkultur, es wird ganz anders mit Meinungsverschiedenheiten umgegangen. Davon mal abgesehen, es gibt auch Kinder, die unter diesen grossen Gruppen extrem leiden.

  • Anh Toàn sagt:

    Man kann ja vielleicht die Lehrer ersetzen, aber den Pausenhof nie und nimmer. Das Homeschooling Kind geht dann mit Mama oder Papa in den Park, wo nur Babies sind, die im gleichen Alter sind alle in der Schule. Und der Schulausflug ist das gleiche wie die Wochenenden. Wie fad!

    • hmm sagt:

      Das ist aber leider nicht der Fall. Der Alltag von gehomeschoolten Kindern besteht nicht aus einem Park, in dem nur Babies sind.
      Meine Tochter würde Ihnen jetzt sagen: Ich fand das Schulleben wesentlich fader, als das jetzige. Und sie wählt für die 7. Klasse freiwillig weiter den Homeschoolweg.

      • Anh Toàn sagt:

        Wenn es nicht der Fall ist, ist das nicht „leider“.

        Warum müssen Sie für Ihre Tochter sprechen? In der 7. Klasse kann die doch selber schreiben, was ihr gefällt. Und vielleicht kann die das in der 7. Klasse selber freiwillig entscheiden, aber dieser Entscheid wurde irgendwann vorgespurt, wenn sie „weiter“ den Homeschoolweg wählt.

        (Anm. Wenn schon Homeschooling Weg, weil der Homeschoolweg ist ja nicht, wenn die Schule zu Hause ist, gibt es ja auch keinen (Heim-)Schulweg.)

        Ich hoffe, Sie unterrichten Ihre Tochter nicht in Englisch.

      • Peter sagt:

        Oha – sie behaupten allen Ernstes, das Sie in der Lage sind, Ihrer Tochter einen zur 7. Klasse in einer Schule gleichwertigen Unterricht zu geben ? So komplett mit Mathematik, Physik, Chemie, Biologie, Fremdsprachen, Geschichte, Gemeinschaftskunde und Sport ?

      • hmm sagt:

        @ Peter: Lesen Sie sonst mal meine anderen Beiträge hier. Ich habe keine Lust mehr, mich hier ständig angreifen zu lassen. Gerne erzähle ich, wie wir das machen. Aber ich brauche nichts zu rechtfertigen. Soll einfach jeder wirklich Verantwortung für seine Entscheidungen übernehmen.
        Und nein, ich behaupte gar nichts. Und was die Kinder bisher gelernt haben, das weiss ich und das ist mehr als sie theoretisch gem. Lehrplan hätten lernen müssen. Was sie lernen decke nicht ich alleine ab. Wir haben doch tatsächlich ein grosses Umfeld mit vielen Fachpersonen, die den Kindern Fächer, in welchen ich z.B. zu wenig Ahnung habe, mit Berufspraxis verbunden vermitteln können. Theoretisch kann man auch ein Fach outsourcen.
        Ich wünsche allen einen toleranten Sonntag!

      • 13 sagt:

        „Und vielleicht kann die das in der 7. Klasse selber freiwillig entscheiden, aber dieser Entscheid wurde irgendwann vorgespurt, wenn sie „weiter“ den Homeschoolweg wählt.“
        Wer die Kinder bis zur 7. Klasse zur Schule schickt, spurt doch den Weg genauso vor. Nur lassen die meisten Eltern die Kinder nicht mal dann entscheiden, weil sie nicht davon ausgehen, dass diejenigen Kinder, die in der Schule doch soviel gelernt haben, dazu in der Lage wären….

      • Anh Toàn sagt:

        @13 Wenn Sie Teenager fragen, ob die freiwillig zur Schule gehen, sagen die meisten, nein, sie gingen dahin, weil sie müssen. Aber wenn Sie dann fragen, ob die lieber zu Hause von Mami oder Papi unterrichtet werden wollten, würden wohl die meisten doch lieber in die Schule gehen. (also ich habe die Schule gehasst, aber zu Hause unterrichtet werden, hätte ich noch mehr gehasst. Und die Kinder in anderen Ländern, die nicht in die Schule können, weil kein Geld, wissen, dass sie in die Schule wollen.

      • 13 sagt:

        @ Anh
        Ich präzisiere:
        „Wenn Sie Teenager fragen, DIE BISHER IN DIE SCHULE GINGEN, ob die freiwillig zur Schule gehen, sagen die meisten, nein, sie gingen dahin, weil sie müssen.“ Das meine ich ja mit vorgespurt. 😉
        Und der Vergleich mit anderen Ländern hinkt gewaltig, denn Kinder, die aus finanziellen Grünen nicht zur Schule können, bekommen auch zu Hause nicht die Bildung, die sie brauchen würden, um aus der Armut rauszufinden. Das gilt für Homeschooler in der Schweiz ja nicht.

      • Anh Toàn sagt:

        @13 Ach wissen Sie, Kinder in armen Länder wollen nicht in die Schule, um aus der Armut zu kommen: Die wollen dahin, weil die anderen Kinder auch dahin gehen, due wollen „dabei sein“, und zwar mit den anderen Kindern. Auf Papua wollen die Kinder nicht in die Schule.

        Übrigens kommt man mit Bildung in armen Ländern nicht aus der Armut. Weil Bildung ohne Beziehungen ziemlich nutzlos ist, gegen die auch gut gebildete Konkurrenz, aber dazu mit reichen Eltern und entsprechendem Beziehungsnetz, einen der wenigen gut bezahlten Jobs zu ergattern.

        Gerade in armen Ländern gilt, da Arbeit da billig ist, Geld verdient man mit Geld und Beziehungen.

      • 13 sagt:

        @ Anh
        Ihre Interpretation, die ich jetzt nicht weiter kommentiere, ändert aber nichts daran, dass in diesen Fällen „keine Schule = keine Bildung“ bedeutet, was hier nicht der Fall ist. In der Schweiz gibt es ein Bildungsobligatorium. Man sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wieso wird hier immer wieder von einem Bildungs- statt Schulobligatorium gesprochen? Nur weil Kantone Ausnahmen bewilligen und grosszügig sind, gibt es doch nach wie vor eine Schulpflicht in der Schweiz.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Weil das Wort „Schulunterricht“ in der Verfassung etwas verwirrend ist. Es ist der Unterricht, der verpflichtend ist (Unschooling ist gerade nicht erlaubt), das muss nicht in einer (öffentlichen) Schule sein. Im Föderalismus entscheiden die Kantone über die Einzelheiten, also auch, ob Heimunterricht auf dem Grundschulniveau zulässig ist und wie die Regeln sind. Mit Ausnahme hat das nichts zu tun, sondern mit Kompetenzen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Es steht aber Schulunterricht in der Verfassung, und nicht Bildungsobligatorium.
        Und das umfasst die Begriffe Schule und Unterricht. Nun kann man sich auf den Standpunkt stellen, dass auch die Unterrichtung zu Hause Schule sein kann. Andere Kantone verlangen dazu, meiner Meinung nach zu recht, ein Lehrerpatent.
        Wenn man sich auf den Begriff Unterricht fokussiert, kommt man umgehend in Schwierigkeiten. Denn natürlich gibt es auch Unschoooling in der Schweiz, und es gibt viele „neue“ Modelle, in denen der Lehrer zum Lernbegleiter wird, und gar nie mehr unterrichtet. Unter anderen gerade auch bei vielen Homeschoolern.
        Aber eigentlich ist klar, was die Verfassung meint. Und das Zulassen von Heimunterricht praktisch ohne Auflagen ist für mich eine Ausnahme.

      • 13 sagt:

        Nun, das kannst Du so sehen, ist jedoch eben nicht wirklich die Meinung. Unter Schule sind eben rein auf Verfassungsebene verschiedene Schularten, auch die Heimschulung, gemeint. Die Kantone haben die Pflicht, diese zu konkretisieren, das ist eben die Basis des Föderalismus. Und wie das mit Kompetenzen so ist, fallen die Entscheidungen eben verschieden aus. Zur Zeit läuft ja eine Initiative in den Räten allgemein verbindliche, gesamtschweizerische Regeln festzulegen. Ich gehe jedoch davon aus, dass diese ziemlich aussichtslos ist, weil die Hoheit der Kantons ein wichtiges Gut der Schweiz ist, was ich auch begrüsse.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Lustigerweise finden viele diesen Kantönligeist in der Bildung absolut nicht mehr zeitgemäss. Aber sie pochen dann auf kantonale Souveränität, wenn es um lieb gewonnenen Marotten geht. Es gibt in der Bildung offensichtlich nichts Schlimmeres als Veränderung.
        Persönlich finde ich die grosse Macht, die eine EDK mittlerweile hat, eher bedenklich. Da wäre es mir doch lieber, der Bund würde die Bildung regeln.
        Und doch, gewisse Grundsätze sollten national festgelegt werden. Aber da ist man ja auch daran, auch wenn dieser Weg mühsam ist.
        Die Alternative ist, dass früher oder später die Hochschulen, insbesondere die ETH, nicht mehr allen Kantonen den freien Zugang gewährleisten können. Unter anderem.

    • Homeschoolmutter sagt:

      Das tut mir leid, dass Sie @Anh Toan darunter leiden. Mein Sohn lernt am Vormittag, am Nachmittag ist er mit seinen Freunden unterwegs, am Wochenende bestimmt er slebst , was er macht, heute ist er mit Freuden unterwegs.

    • hmm sagt:

      @Anh Toàn: „Leider“ hab ich geschrieben, weil Sie einfach komplett auf dem Holzweg sind mit Ihren Vorstellungen, was Homeschooling bedeutet und gerne hätten, dass solche Argumente ziehen. Tun sie aber nicht. Unsere Töchter WAREN in der Schule. Wir haben einen Vergleich.
      Unsere grosse Tochter kann leider grade nicht schreiben. Sie ist mit einer Freundin an einem TW-Projekt seit 2 Tagen – selbstständig.
      Ich weiss nicht, was Sie unter „vorspuren“. Wie gesagt kennt sie die Schule und ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn sie für die OS wechseln hätte wollen. Mir hätte das nämlich auch wieder etwas mehr Luft gegeben.
      Nun frage ich sie: in wie fern werden den Schulkinder auf die öffentliche Schule vorgespurt? So, dass ihnen nicht mal einfällt, dass auch noch etwas anderes gangbar wäre..

      • hmm sagt:

        @ Anh Toàn: Menschen, die einfach null Ahnung von einem Thema haben und andere so anfahren müssen, haben auf dem Pausenhof wohl die falschen Lektionen gelernt.
        Wo bleibt denn jetzt dies, was viele hier schrieben… was man in der Schule alles lernt bezüglich Sozialisation, multikulti etc… Dann seid doch alle jetzt mal schön tolerant und habt einen weiteren Horizont als: „nur die öffentliche Schule ist gut und punkt“.
        Und ich habe nie behauptet, Homeschooling wäre für alle das einzig Wahre!

      • Anh Toàn sagt:

        @hmm Menschen die sich gleich angefahren fühlen, wurden auf dem Pausenhof nicht richtig sozialisiert.

      • Anh Toàn sagt:

        Um etwas zu lernen, braucht man möglichst viele verschiedene Lehrer, mit unterschiedlichen Meinungen, Ansichten, Methoden. Nicht in den Naturwissenschaften, da gibt es absolute Wahrheiten, aber insbesondere bei Sozial- und Geisteswissenschaften, Geschichte, politische Bildung, Musik, Kunst, Gestaltung, aber auch bei Sprachen oder Sport. Man lernt, wenn der eine Lehrer einem lernt, die Schweiz sei 1291 gegründet worden, der andere, dies sei Anfang 1800 von Napoleon gewesen und der Dritte sagt 1848. Um zu lernen, braucht man die Auseinandersetzungen mit divergierenden Ansichten.

      • Anh Toàn sagt:

        Seine (Freizeit-)Freunde sucht man sich aus, in einer Schulklasse muss man sich mit anderen Schülern auseinander setzen, die einem nicht passen. Wenn ein Lehrer gut Arbeitsgruppen macht, setzt er die mittels eines Auslosungssystem zusammen, damit nicht immer die gleichen vier Freunde zusammen arbeiten.

        All dies geht halt nur in einer Schulklasse, ob das jetzt eine private oder eine öffentliche ist.

      • Homeschoolmutter sagt:

        @Anh, das geht auch im normalen Leben, WENN die Kinder dieses leben dürfen, ich halte dagegen, wie sollen Schulkinder im normalen Leben bestehen, wenn sie in einer KLasse mit GLeichaltrigen gehalten werden? Und wir alle suchen uns unseren Arbeitsplatz und unsere Freude aus, oder etwa nciht?

      • Anh Toàn sagt:

        Wir suchen unseren Arbeitsplatz nicht nach den Kollegen aus, die kennen wir normalerweise nicht, bevor wir an einem neuen Arbeitsplatz anfangen. Wir kennen weder Kunden noch Lieferanten, und auch unsere direkten Vorgesetzen bestenfalls aus einem oder zwei Gesprächen. Wir suchen unsere Nachbarn nicht aus. Unsere Verwandtschaft auch nicht. Einzig die Freunde suchen wir uns aus.

        Kinder werden nicht in einer Klasse „gehalten“, wenn schon, ist die Schule ein Stück Freilauf aus der „Haltung“ der Kinder durch die Eltern. Allenfalls bei Internaten kann das anders gesehen werden. Ich habe eine Menge Freunde aus „Kulturkreisen“ (Engländer / Schweden / USA) in denen Internate „normal“ sind: Die hatten da alle eine richtig gute Zeit, richtig dicke Freundschaften geschlossen.

    • Maike sagt:

      Also wenn ich die hier getroffenen Aussagen für mich zusammenfasse, ist das Lernen zu Hause eigentlich nichts anderes als eine Schule light, wo sich die Lerngeschwindigkeit nach der Fähigkeit der Kinder richtet. Für die entsprechenden Wissensgebiete werden Fachpersonen herangezogen, die den Kindern ihr Fachwissen vermitteln.
      Unter dem Strich also ein durchaus als elitär zu bezeichnendes Schulsystem. Guten Tag Zwei-Klassen Gesellschaft. Was mit solchen Eliten letztendlich passiert, hat schon die französische Revolution oder Lenin demonstriert.
      Kann man natürlich in keinster Weise mit dem Homeschooling vergleichen, werden die Homeschoolendenden sagen….

  • Ruedi Tanner sagt:

    Die Matur gleichwertig mit einem Lehrerdiplom – kann ja nur in einem schwarzen Sonderbundskanton sein!
    Die Kinder zuhause unterrichten kann schon Sinn machen, aber nur professionell und nach offiziellem Lehrplan.
    Ob die fehlende Sozialisierung in fremder Gruppe allenfalls fehlt, muss geklärt und geeignet kompensiert werden.
    Ob das Beispiel Amato funktioniert oder scheitert, wird sich spätestens beim Übertritt in höhere Schulen, resp. in die Lehre zeigen. Amato betrachtete den Schrit für sich als ein Wagnis, aber um sie, die Mutter gehts hier rein gar nicht, sondern einzig und allein darum, den Kindern den Start ins Leben nicht zu verbauen und sie auf die weiteren Stufen geeignet vorzubereiten.
    Wäre interessant zu erfahren, wie ihre Kinder mit 30ig darüber denken.

  • N. Y. sagt:

    Ganz nach dem Zitat von Albert Einstein: “Jeder ist begabt! Aber wenn Du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben glauben, dass er dumm ist.”, bin ich der Meinung, dass jedes Kind sowohl seine eigenen Methoden hat zu lernen, als auch sein individueller Rhythmus. Viel zu oft vergisst die Menschheit, dass das Kind ja bereits ab der Geburt zu lernen begonnen hat und das meist durch das Spiel. Warum wir dann alle Kinder in eine Schulbank zwängen ist mir ein Rätsel. Chapeau an alle Eltern, welche die Herausforderung annehmen, ihren Kindern Home- oder eben Lifeschooling zu ermöglichen!

    • Maike sagt:

      Ich bin erstaunt, das es soviele so dermassen intelligente Eltern gibt, die ihren Kindern einen zur Schule gleichwertigen Unterricht bieten können. Können also Infinitesimalrechnung erklären, haben ein physikalisches, biologisches und chemisches Labor im Keller und eine riesen Schrankwand an Weltliteratur zur Verfügung. Geschichte ist auch kein Problem – echt toll.
      Mal ganz von dem Zeitaufwand abgesehen.
      Oder hört der Unterricht zu Hause auf, wenn die Kleinen lesen, schreiben können und sie die Grundrechenarten beherrschen ? Endziel soll doch Matura o.ä. sein oder ? Und die Matura wird immer noch in der klassichen Schule erreicht.

      • hmm sagt:

        @ Maike: Homeschooler dürfen sich organisieren, es darf auch ein gebildeter Grossvater Chemie unterrichten, der sein Leben lang in dem Gebiet gearbeitet hat. Es lässt sich vieles organisieren und das Wissen, das in der obligatorischen Schulzeit vermittelt wird ist jetzt also auch nicht soo wahnsinnig riesig. Finde ich jedenfalls, wenn ich mir Prüfungen von 8. und 9. Klässlern der hohen Niveaustufen anschaue. Grade in Deutsch und Französisch habe ich also grosse Fragezeichen bezüglich des Wissensstandes. Bedenken Sie einfach, dass Homeschooler keine seltsamen Einsiedler sind, sondern wie Sie auch, ein Umfeld haben, welches ganz viele Themen abdecken kann.

      • hmm sagt:

        Endziel ist überhaupt nicht generell die Matura, warum auch? Ist das Ihr Denken? Ein Jugendlicher darf auch eine Lehre machen, mit oder ohne BM dazu.
        Die Matura kann übrigens auch auf anderen Wegen als der klassischen Schule erreicht werden. Da gibt’s inzwischen unterschiedliche Möglichkeiten – was ja auch wirklich toll ist.

  • Any sagt:

    Dass gemäss Ihrer Aussage eine Matura als gleichwertig wie ein Lehrdiplom angeschaut wird, empfinde ich als absurd. Als Sekundarlehrperson habe ich nach der Matura eine 4.5 jährige Ausbildung mit vielen Praktikas gemacht und bilde mich auch aktuell immer weiter. Auch wenn die Pädagogischen Hochschulen nicht immer top sind und sicher verbessert werden könnten: Ich bin froh, um alle Erfahrungen, die ich sammeln konnte, um eine gute Lehrerin zu werden. Die Qualität des Lehrens hätte ich nach der Matura niemals bieten können. Damit sage ich nicht, das Homeschooling grundsätzlich schlecht ist… aber so zutun, als wäre die Matura das gleiche wie ein Lehrdiplom, ist meiner Meinung nach beleidigend für Lehrpersonen, die in ihre Bildung investiert haben.

    • Erwin Ogg sagt:

      Die Anforderungen an eine Lehrperson, eine Klasse mit 20 und mehr Kindern zu unterrichten sind ganz andere als an eine Mutter, welche 1 oder 2 ihrer Kinder situativ beim Lernen begleitet, auch ausserhalb ihres Hauses. Für den Unterricht in einer Klasse braucht es pädagogisch-didaktische Fähigkeiten, welche an einer PH zu erwerben sind. Als Lernbegleiterin von 1 – 2 Kindern reicht hingegen eine gute Allgemeinbildung, z. B. eine Matura.

    • hmm sagt:

      @ Any: Ich verstehe Ihren Unmut. Vielleicht ist das aber auch ein wenig unglücklich ausgedrückt. Es ist z.B. auch im AG so, dass gewisse bildungstechnische Grundlagen seitens Eltern gewährleistet werden müssen. Oberstufe darf z.B. nur mit einem Abschluss auf tertiärem Niveau unterrichtet werden. Dann aber zu sagen, dass dies gleichwertig einer Lehrerausbildung ist, wäre natürlich nicht richtig.
      An „normale“ LP werden aber auch ganz andere Anforderungen gestellt als im Homeschooling. Ich denke da an die Klassengrösse, Elterngespräche etc etc.

  • Helen sagt:

    Mir kommt es manchmal vor, als wäre unsere Volksschule ein Gefängnis, aus dem man die kleinen Wesen befreien muss. Natürlich gibt es Situationen, die irgendwann eine andere Lösung erfordern, aber bei „wenigen Wochen“ nach Schuleinstieg die Reissleine zu ziehen, hört sich für mich doch eher nach einem Plan an und nicht „plötzlich über Nacht“ in ein Homeschooling gestürchelt zu sein. Die Autorin hat ihr Buch ja bereits 2017 veröffentlicht, also vor über 2 Jahren geschrieben. Mir wäre es lieber, die wahren Gründe für die Probleme des Kindes würden untersucht werden, was vielleicht gemacht wurde, aber darüber wird kein Wort gesagt.

  • Rahelita sagt:

    Für mich tönt das sehr stimmig. Die Variante des Homeschooling ist eine Lebensschulung. Es gilt, in den Kindern ihr Talent zu entdecken, ihre Leidenschaft, ein Brennen für etwas, das sie dann später ausführen wollen, mit Leib und Seele. Das Hineinpressen in ein System kann für Kinder frustrierend sein und ist kreativitätsraubend.
    Mein jüngster Sohn sagt fast seit der 1. Klasse, ihm sei langweilig. Mittlerweile ist er in der 5. Klasse und geht „mittelgerne“ in die Schule. Er freut sich vor allem auf die Pausen und das Fussballspielen. Die 5 Jahre Schulstoff hätten wir sicher in einem Jahr durchgehabt. Den Begriff Lernbegleitung finde ich passend: Traut den Kindern viel mehr zu und gibt ihnen Selbstbestimmungsrecht. Der Mensch ist von Natur aus wissbegierig, wenn dann das Umfeld stimmt.

    • Maike sagt:

      Ernsthaft, Sie trauen sich zu, Ihren Kindern den Stoff der ersten bis zur fünften Klasse innert eines Jahres beizubringen ? Da ziehe ich echt den Hut, vor ihrer Allgemeinbildung.
      Vielleicht sollten Sie Ihre Lehrmethode einmal in einem Buch veröffentlichen, damit auch wir, die Ihr Niveau nicht so haben, davon profitieren können. Vielleicht schaffen wir ja den Stoff der ersten drei Klassen.

  • SrdjanM sagt:

    „Was würden Sie denn tun, wenn Ihr Kind nach wenigen Wochen Schule morgens nicht mehr aufstehen will?“
    Zuerst mal klären warum das so ist, ob es andere/viele Kinder gibt, die es in der entsprechenden Klasse ähnlich schwer haben und dann das Gespräch mit Eltern und der Schulleitung suchen. Oder, wenn es nur unser Kind ist, ehrlich und offen nach persönlichen oder familiären Gründen für diesen Rückzug suchen.
    Einfach „aufgeben“ entschärft vielleicht die aktuelle schwierige Situation, schiebt m.M.n. die eigentlichen Probleme der eigenen Kinder nur auf.
    Ausserdem, die Gesellschaft lebt auch vom Einsatz für Veränderungen, auch im kleinen. Individualismus ist gut und recht, doch allzu viel allzu früh verhindert eine erfolgreiche Sozialisierung. Das rächt sich oft erst Jahrzehnte später.

  • Michèle Pine sagt:

    Das ist in der Unterstufe noch herzig, Mittelstufe sind die Bedürfnisse der Kinder andere, als die eigene Mutter als Lehrerin zu haben. Und in der Oberstufe wird es komplett absurd. Die Jugendlichen brauchen ihre Peergroup und dies alltäglich. Die müssen sich ablösen können. Ist also höchstens eine Lösung für die ersten wenigen Jahre, danach muss wieder ins Schulsystem reintegriert werden. Obs dann einfacher wird bezweifle ich.

    • hmm sagt:

      Das Verallgemeinern von angeblichen Fakten ist in Bezug auf Kinder nicht wirklich zielführend.
      „Jugendliche brauchen ihre Peergroup täglich“ –> Das trifft sicher nicht auf alle Jugendlichen zu. Es wären auch viele damit glücklich, z.B. in ihrem Sport eine coole Gruppe zu haben, die sich dann beim Training sieht und in der Freizeit noch abmacht. Das braucht nicht tgl. 08:00 – 17:00 der Fall sein.
      Ich persönlich habe nix mit Peergroups anfangen können. Ich hatte einfach zwei Freundinnen und gut war.
      Elementar ist, dass man sich als Eltern der unterschiedlichen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen bewusst ist, immer wieder mit ihnen thematisiert, ob Homeschooling noch ok ist. Dass man sie beobachtet und schaut, ob sie sich so entwickeln, wie es für Teenies üblich etc.

    • Homeschoolmutter sagt:

      Woher wissen Sie denn das? Haben Sie gehomeschoolt? Wieso sollten Homeschooler nciht ihre Peergroup haben? Weil Kinder ohne Schule keine Kontakte knüpfen können? Na dann gute Nacht.

      • Peter sagt:

        Weil Schulkinder ihre Peergroup die ganze Zeit während der Schule um sich haben. Können Sie das zu Hause auch bieten ? In auch nur Ähnlicher Vielfalt ?

      • Homeschoolmutter sagt:

        Homeschoolern steht der gesamte Nachmittag zur Verfügung, die hocken nciht bis 5 in der Schule, haben keine Zeit für Freunde und Hobby, das ist eine Tatsache, unter der die Jugendlichen heute leiden. Und die Vielfalt ist da. Und hier in der Shcule ist nach wie vor das Reden in der Schulstunde meist untersagt, auch Gruppenarbeiten finden so gut wie nie statt, also bitte…

  • Eve sagt:

    Wer es nicht kennt, sollte nicht urteilen.
    Homeschooling hat viele Vorteile, vor allem für Kinder, die nicht ins System passen aber auch für Familien die mehr wollen, als täglich dasselbe abzuspulen. Meine Kinder haben übrigens die Wahl, was sie möchten. Fakt ist – in nur 3 Monaten lernte mein Sohn mehr als in 3 Jahren Schule. Und er ust glücklicher, als er es je in der Schule war.

    • Mario sagt:

      „Fakt ist – in nur 3 Monaten lernte mein Sohn mehr als in 3 Jahren Schule.“
      Kein Fakt, einfach eine wilde Behauptung. Wenn sie so weiter machen, dann schaffen sie es in 1 Jahr zur Matura! 😉

    • Maike sagt:

      Da würde ich doch gerne mal wissen, was genau Sie Ihren Kindern beigebracht haben ? Und wie sie den Lebensweg Ihrer Kinder weiter planen ! Letztendlich geht Matura ja nur, wenn Ihre Kinder als normale Schüler an einer normalen Schule sind.

      • Wespi sagt:

        @Maike
        Die Matura muss nicht zwingend in einem Schulverband absolviert werden. Es gibt alternative Wege, die dem Lerntypen entsprechen.

  • Sportpapi sagt:

    Etwas speziell ist ja, dass zumindest im Kanton Zürich die Bildungsdirektion streng darüber wacht, dass die Schulen in wesentlichen Elementen einheitlich organisiert sind, um die Chancengleichheit zu wahren.
    Sie haben nicht nur die gleiche Stundentafel (und auch wer den Stoff schnell begreift, darf nicht früher heim), sondern auch gleiche Betreuungsverhältnisse, das gleiche Integrationskonzept, usw.
    Und auf der anderen Seite gibt es dann Privatschulen und private Lösungen, für die das alles nicht gilt, und die Freiheiten nutzen, die manche öffentliche Schule auch gerne hätte.

    • hmm sagt:

      @Sportpapi
      Da haben Sie absolut recht. Die Kantone tun jedoch gut daran, anderen Bildungswegen auch Raum zu geben. Es liegt auf der Hand, dass das Umfeld an öffentlichen Schulen für manche Kinder untragbar ist, sie kaputt macht. U. U. werden die Steuerzahler „jahrelange Psychotherapien, Ausbildungen in geschütztem Rahmen müssen und dann doch bei der Sozialhilfe gelandet“ bezahlen müssen.
      Öffentlichen Schulen mehr Freiheit zu geben würde bedeuten, dass die ganze Organisation umgestellt werden müsste, flexiblere Arbeitszeiten und Pensen der LP usw. Ein Kind früher nach Hause schicken… Unmöglich, die Eltern sind am Arbeiten. Das dürfen Schulen gar nicht mehr. Alles nicht so einfach.

      • Sportpapi sagt:

        @hmm: Nein, das liegt eigentlich keineswegs auf der Hand. Die meisten Kinder, die in der Volksschule auffällig sind, die auf allen Ebenen Unterstützung bekommen und dann schliesslich doch den Anschluss ans Arbeitsleben nicht finden haben keine Eltern, die ihnen eine Schule zu hause bieten könnten oder eine Privatschule bezahlen.
        Die obligatorische Volksschule ist eine der wichtigsten Erungenschaften unserer Gesellschaft und dient dazu, allen Kindern eine Perspektive zu bieten.
        Richtig ist, dass alles nicht so einfach ist, und die Schule mit widersprüchlichen Aufträgen belastet wird. Begabtenförderung und Integration, Blockzeiten, Kinderbetreuung, Tagesschulen, aber gleichzeitig individuelle Förderung, starke Beziehungen zu Lehrpersonen und moderne Teilzeitanstellungen…

      • Sportpapi sagt:

        Die Frage ist, ob es sinnvoll ist, bei einer Volksschule, die demokratisch getragen wird und so eine grosse Bedeutung für die Gesellschaft hat, insbesondere für die schwächeren Mitglieder dieser Gesellschaft, dass ein paar wenige, die Ressourcen genug haben, sich entziehen können. Auch mit Blick auf Privatschulen. Und eben: Warum Private und Privatschulen sich nicht an die Regeln halten müssen, die für alle öffentlichen Schulen gelten.

  • Sabine Schmid sagt:

    Ich denke, eine leicht modifizierte Überschrift wäre besser: „Warum meine Kinder derzeit nicht zur Schule gehen“.
    Ganz ehrlich: Sie möchten Ihren Kindern doch sicher nicht dieses isolierte Lernen als besseres Lernen vermitteln, oder?
    Allerdings gibt es auch weitere Faktoren, die durchaus eine Rolle spielen können: Schulklassen mit fremden Kindern oder Kindern aus absolut einheimischen, aber komplett unvertrauten Gesellschaftsklassen. Vielleicht eher unerwünscht. Aus meiner Sicht sollten Homeschooling-Aktivitäten sich zeitlich sehr genau an speziellen Gegebenheiten orientieren: Kinder mit langwierigen Erkrankungen, Eltern mit berufsbedingter Reisetätigkeit etc.

  • Tüpfliqueen sagt:

    Bei uns war es 1:1 die gleiche Situation. Wenn ein Kind so leidet, dass es sogar körperliche Symptone entwickelt ist es höchste Zeit, etwas zu unternehmen. Die Schule sieht da meist nur einen Weg vor: Abklärungen A-Z. Wir haben ns für Homeschooling entschieden und nach kurzer Zeit hatten wir ohne Therapie nser Kind wieder zurück. Jemand, der nicht in so einer Situation steckt kann kaum nachvollziehen, wie belastend so eine Situation ist.

  • Hildy Matter sagt:

    Schoolschooling wird zunehmend unzumutbar. Auffälliges Verhalten, Störungen, Konflikte, überforderte Schoolschooler, aufsässige oder ignorante Eltern … vergällen manchem Kind das Schoolschooling. Homeschooling, durch Networks mit andern Homeschoolers ergänzt, bereitet die Kids optimal auf einen unbelasteteten way of life vor, wo sie dann unter ihresgleichen sind.
    Mehr und mehr wird daher Schoolschool zum Pool ärmerer oder bildungsferner Schichten, die eben nichts besseres wissen und am besten unter sich bleiben. Homeschooling ist die Zukunft aufgeklärter Menschen.
    Schon nur die Bezeichnung adelt gewissermassen ihre Members durch smart apeness: Homeschooling. Dagegen ist „Schule“ oder gar noch „Volksschule“ direkt lächerlich.

    • Reto sagt:

      Frau Matter, Sie haben es erfasst! So mancher geniale Mensch hat unter dem Schoolschooling gelitten, weil ihm Anderes wichtig war. Nicht selten brachte ein Abbruch der Schoolschool dann Erlösung, zugunsten eigener Lernwege.
      Schoolschooling ist noch ein Relikt aus dem 19.Jahrhundert, mit den Ideen von Volksbildung,Aufklärung, Demokratie, Gleichheit.
      Damals glaubten sie noch daran.
      Homeschooling und modern learning versprechen geeigneten Eltern und ihren Kids, was alle nötig hätten:
      Only the best.

    • maja sagt:

      Das heisst also die Eliten bleiben unter sich und die anderen sollen halt selber schauen wo sie bleiben? Was für eine herablassende Haltung! Unsere Gesellschaft braucht keine privat herangezüchteten Snob-Kinder, sie hat mit den Snob-Erwachsenen bereits genug zu tun. Was wir brauchen sind demokratische Schulen für alle, in denen die Kinder auch lernen, dass es unterschiedliche Alltags- und Lebenswelten gibt, unterschiedliche Realitäten und dass man trotzdem gemeinsam stark ist.

      • hmm sagt:

        @ maja: Witzig dass diese Snob-Erwachsenen wohl fast zu 100% eine öffentliche Schule besuchten… und das zu einer Zeit, als Privatschulen noch viel weniger vertreten waren als heute. So ein Quatsch. Homeschooler geht es wohl kaum um Eliten.
        Ihnen ist hoffentlich bewusst, dass Kinder im Homeschooling wesentlich mehr Zeit haben, sich mit Gesellschaft und Umwelt zu befassen und zwar nicht vom Pult aus, sondern im wirklichen Kontakt mit den Mitmenschen (aller Altersklassen) und der Welt. Die sind doch nicht isoliert…
        Demokratische Schulen sind eine interessante Sache, finde ich auch!
        Sie propagieren hier unterschiedliche Alltags- und Lebenswelten, von denen Kinder zu wissen haben. Ihr Beitrag zeugt aber keineswegs von Toleranz und dem Ansatz, dass es unterschiedliche Realitäten gibt.

    • Peter sagt:

      Wieder so jemand, der auf Anglizismen reinfällt. Kaum bezeichnet man es anders – Facility Manager statt Hauswart beispielsweise – wird der Job natürlich ein ganz anderer. Und ich empfinde es eher lächerlich. schoolschooling für den Begriff Schule zu verwenden.

  • Lace sagt:

    Das heutige Schulsystem kann Eltern sehr verunsichern:Bei kleinsten Probleme möchte die Schule Kinder Abklären!In meinem Umfeld kenne ich zig Kinder denen man ADHS oder irgend eine Verhaltensauffällig andrehen möchte!Ich habe dem selbst ganz schnell ein Ende gesetzt.und plötzlich wird mein Sohn in Ruhe gelassen,seine Leistungen haben sich massiv verbessert.Probleme kann man beseitigen;auch Kinder sollten lernen ihre Ängste zu überwinden.Homeschooling kann sicher ein wunderbares Lebensmodell sein,es sollte aber aus Überzeugung gelebt werden,nicht weil das Kind in der ersten Klasse Probleme hatte….Kinder müssen lernen sich ihren Ängsten zu stellen!

  • Ex Heimschülerin sagt:

    Dass Kinder überall lernen, ist normal. Auch Schulkinder lernen im Haushalt, von Nachbarn und vielen mehr. Heimunterricht ist das Gegenteil einer vielfältigen Umgebung. An Stelle von unterschiedlichen FachlehrerInnen und MitschülerInnen tritt (meist) die Mutter und ihre anderen Kinder. So musste ich vieles was Schulkinder selbstverständlich lernen (Unterschied zwischen Glaube und Wissen, Umgang mit anderen Meinungen und Menschen, verhalten in der Gesellschaft, Allgemeinwissen, Sexualkunde…) später mühsam lernen und konnte nur mit viel Glück und sehr viel Zeit im leben Fuss fassen.

    PS: Entweder stimmt es nicht, dass die Autorin vor zwei Jahren Homeschooling eine unvorstellbare Sache fand oder sie schrieb ihr – ende 2017 veröffentlichtes – Buch mit weniger als einem Semester Erfahrung.

    • sonic sagt:

      Vielen Dank für die rare Stimme von jemandem die direkt betroffen ist..

      • Homeschoolmutter sagt:

        Stimmen können Sie auch an Bildungstreffen hören, von den Exhomesschoolern, die ihre Studien und Lehren abgeschlossen haben. Wie wäre das? Oder die vielen Stimmen von Exschülern der öffentlichen Schule, die ihre Leben lang darunter leiden… Es gibt überall Negatives, im Idealfall entscheiden Eltern und Kinder, diese Wahl haben nur ganz wenige Kinder, für die öffentliche Schule wird gar nciht hinterfragt. Toll wäre es, wenn jedes Kind den passenden Weg gehen dürfte, ob öffentliche Schule, Privatschule, Privatlehrer oder Bildung durch die Eltern.

      • sonic sagt:

        @Homeschoolmutter: Hier in diesem Forum lese ich aber nicht viel von Direktbetroffenen, nur von Müttern, die meiner Meinung nach nicht loslassen können. Sicher gibt’s positive Beispiele, wie übrigens auch aus der Volksschule 🙂 Ich glaube sehr gerne, dass es in Einzelfällen ein gute Lösung sein kann, ein Kind zu Hause zu unterrichten. Aber niemand hier im Forum konnte bisher nachvollziehbar erklären, wieso sie diesen doch drastischen Entscheid gefällt haben.

      • Homeschoolmutter sagt:

        @Sonic, den Entscheid fällte ich, weil mein Kind unsozial wurde, nicht mehr mit anderen Kindern spielte. Und das war vor Schulbeginn anders, er war den ganzen Tag draussen unterwegs mit anderen Kids. Weil er als etwas zurück eingestuft wurde, ich mich wunderte, warum Lehrer nicht sahen, dass das Kind bereits seit langem liest und schreibt, die nicht sahen, warum dieses Kind nur auf seinem Stuhl hockte und vor sich hinstarrte. Weil ich massiv viel Zeit neben meinem Job für die Schule aufwenden musste, weil mein Kind plötzlich nicht mehr gut schlief, es nonstop sauer war. Weil es die Lehrer eben nicht interessierte, was mit einem Kind ist, wenn doch die anderen 24 auch noch da waren. Ich bin eine secular homeschoolende (und arbeitende) Mutter, die ein selbständiges Kind hat.

  • cyan jaeger sagt:

    Wir müssen uns langsam auch mit dem Schulsystem auseinandersetzen und je mehr wir in die Tiefe gehen desto kritischer sehe ich das System. Wie es jedes System gemein hat, der Mensch darin zählt herzlich wenig und viel wichtiger als persönlicher Lernerfolg ist das nicht auffallen (positiv sowie negativ). Der Durchschnitt ist das Ideal, das es zu erreichen gibt, damit die Erwachsenen, die das System stützen nicht zu Mehrarbeit gezwungen werden (sie müssten sich ja evtl. mit wirklicher Arbeit befassen).
    Ich kann nicht sagen ob Homeschooling für alle das Richtige ist oder ob Homeschooling gesamthaft etwas gutes ist; aber es es scheint für gewisse Familien der richtige Weg zu sein und besser als das ordentliche Schulsystem ist es allemal….

    • hmm sagt:

      Zu ihrem letzten Abschnitt meine Meinung nach 3 Jahren Homeschoolerfahrung mit inzwischen 4 Kindern: Nein, es ist ganz sicher weder für jedes Kind noch für jede Familie das Richtige.
      Für Manche passt es wirklich gut. Andere würden sich damit keinen Gefallen tun. Es IST ein grosser Aufwand und wie irgendwo geschrieben ist: man macht das u.U. 12 Jahre und mehr.
      Es ist weder romantisch noch unproblematisch noch diskussionslos. Es stellt eine grosse Herausforderung an die Eltern und deren Beziehung zu den Kindern. Einerseits liebende Eltern zu sein, andererseits auch diejenigen, die den Kindern etwas aufbrummen und zwar immer wieder –>der Lehrplan ist einzuhalten! Grade in pubertären Phasen ist es wirklich nicht zu unterschätzen. Natürlich immer auch kind-, eltern- und charakterabhängig.

      • Sportpapi sagt:

        Immer wieder liest man, der Lehrplan sei einzuhalten. Auf der anderen Seite gibt es kaum Kontrollen dazu.
        Ich habe da erhebliche Zweifel. Nicht im Einzelfall, denn natürlich kann man den Schulstoff im Intensivunterricht in viel kürzerer Zeit durchpauken. Aber wenn noch weitere pädagogische Ideen wie selbstbestimmtes Lernen etc. dazukommen, geht es irgendwann nicht mehr auf.

      • hmm sagt:

        @Sportpapi: Naja, ich finde wir werden schon ziemlich überprüft. Wenn Sie wüssten, welche Dokumentationsunterlagen ich pro Kind Ende Jahr abliefere… Das ist ja auch in Ordnung, wenn es dazu dient, dass man uns zutraut, einen guten Job zu machen. Wir schauen darauf, dass der Unterricht eben kein Paukunterricht ist. Wir haben eine Lerngruppe für Französisch mit anderen Kindern etc..
        Bis jetzt geht es auf, aber ich schwöre Ihnen, es ist ein Riesenaufwand seitens der Eltern. So ca. ab 5. Klasse wird’s anders, strenger, strukturierter und man hat sich auch im Homeschooling darüber im Klaren zu sein.
        Die Kinder sollen ja mit einem guten Rucksack ins Leben nach der obligat. Schulzeit starten.

      • Homeschoolmutter sagt:

        @Sportpapi, aber da unterrichten Sie daheim „komisch“. Hier bei uns wird das meist selbstbestimmt gelernt. Ab wann war das denn bei Ihnen nicht mehr möglich?

      • Sportpapi sagt:

        @hmm: Wenn das so überwacht wird, und wenn strukturierter Unterricht stattfindet, dann läuft das Ganze ja einfach auf den klassischen „Hauslehrer“ oder Kleinklassenunterricht hinaus. Mit Blick auf die Schulleistungen ist das sicherlich kein Nachteil. Gerade, wenn noch eine pädagogisch geschulete Person im Spiel ist.
        Wir haben aber hier im Blog auch schon von Beispielen gehört (auch unter dem Stichwort Unschooling), die in ihren Kantonen praktisch keine Kontrollen hatten. Und wenn, dann nur in den Hauptfächern.
        Als Sportlehrer weiss ich z.B. nicht, wie man den Sportlehrplan mit 1-3 Kindern einhalten kann. Aber das nur am Rande.
        @HSmutter: Selbstbestimmt und nach Lehrplan ist ein Widerspruch.

      • Homeschoolmutter sagt:

        Nein, ist es nicht, wir können den Lehrplan immer einhalten, ohne Zwang, Eltern sind doch in der Lage, INteresse zu wecken. Und zum Sport, das ist das Einfachste überhaupt, denn die Kids haben Zeit, Zeit alle Sportarten auszuprobieren, weil sie diese Zeit eben nicht in der Schule absitzen. Ich selbst (trotz Hochleistungssport in der Sportschule und im Schulsport) hatte nie so vielfältigen Sport wie mein Kind.

      • Sportpapi sagt:

        @Homeschoolmutter: Also ich bin als Vater wie als Lehrer keineswegs in der Lage, bei Kindern Interesse für alles zu wecken. Bestenfalls machen sie mir zu liebe mit.
        Und „alle Sportarten“, wie im Lehrplan vorgesehen? Wo üben Sie denn Geräteturnen, wo spielen Ihre Kinder alle grossen Sportspiele?

  • Susan Meier sagt:

    ACH wie herzig. Die Dame ueberlaesst in anderen Worten ihren 7 oder 8 jaehrigen Sproesslingen die Entscheidung was, wann, wo und wie gelernt wir. Kinder sind aus gutem Grund Unmuendig & koennen so etwas gar nicht beurteilen, da ihnen die Lebenserfahrung fehlt. Zudem unterrichten sie die Kids wirklich voll oder halten sie sie einfach nur beschaeftigt? Alle Dinge, die sie Vollunterricht nennen wie Kochen & Gaertnern machen meine Kinder in der regulaeren Schule oder zu Hause nebenbei. Meine Kinder profitieren naemlich vom Unterricht an einer oeffentlichen Schule UND von meiner Ausbildung, einem Master in Geografie und einem Master in Informatik. Matura C habe ich uebrigens auch. Wie soll ein zukuenftger Arbeitgeber die Leistungen & Faehigkeiten ihrer Toechter bewerten koennen? Viel Glueck!

    • Homeschoolmutter sagt:

      Nun, Homeschooler werden mit Kusshand genommen, denn zukünftige Arbeitgeber testen ja ihre neuen Lehrlinge (und oh Wunder, ohen Zeugnis). Die Matura ist ja sowieso für alle gleich, die machen Homeschooler ebenso wie alle anderen.

  • Maike sagt:

    Und was genau wird beim Homeschooling alles unterrichtet ? Ist das dann auch so gut und umfassend, das der Nachwuchs ohne Probleme in das staatliche Schulsystem integriert werden kann ? Oder ist Frau Amato in der Lage, ihr Kind bis zur Matura zu Hause zu unterrichten ?
    In meinen Augen enthält sie ihren Kindern ganz ganz viel jugendliche Lebenserfahrungen vor. Wie finde ich mich in einer Horde von 20 Gleichaltigen zurecht ? Was ziehen die anderen an ? Was hören die für Musik ? Vielleicht gibts da auch ein G’spännli ? Wie lernt man schummeln ? Und vor allem – auch in dem Alter möchte man schon mal etwas ohne die wachsamen Augen der Eltern machen.

    • hmm sagt:

      Wir haben uns an den Lehrplan zu halten (Kt. AG). Ich kann Ihnen garantieren, dass unsere eine Tochter (jetzt dann 7. Klasse) wissensstandstechnisch ohne Probleme in die öffentliche Schule integriert werden könnte. Sprachen weit voraus, Biologie, Geschichte und Geografie hatten wir viel mehr Themen als in der öffentlichen Schule, Mathe voll im Plan (nicht nur 70% des Hefts ausgefüllt). Ich weiss das daher sicher, weil sie mal in der Schule war und wir regen Kontakt zu den Familien im Dorf pflegen, Prüfungen von Gleichaltrigen einsehen können etc.
      Unsere Kinder machen einen Haufen Lebenserfahrungen, nicht diesselben wie in der Schule, aber sicher nicht schlechtere.
      Gspänlis haben sie wunderbare und sie kommen super ohne ständige Insta- und youtube-Berieselung zurecht.

      • Meieriesli sagt:

        Wie läuft das im KtAG, können Sie das etwas ausführlicher beschreiben?

        Wie wird bspw geprüft (falls überhaupt) dass Sie sich tatsächlich an den Lehrplan halten? Heisst das, dass Sie die kantonalen Unterrichtsmittel verwenden? Und gibt es sowas wie Tests, oder meinetwegen Assessments, bzw. wie wird das Ergebnis geprüft?

      • hmm sagt:

        Meierisli: Wir liefern Anfang SJ eine minutiöse Planung ab, in welcher die Lehrplanziele, den Weg diese zu erreichen und die eingesetzten Lehrmittel deklariert sind.
        Gegen Ende SJ erhält das Inspektorat die Lernberichte und Portfolios der Kinder und dabei wird der Bezug zur Planung hergestellt. Wenn etwas nicht oder anders durchgeführt wurde, muss ich dies deklarieren. Auch die Art, wie wir Themen erarbeiten möchte der Inspektor nachvollziehen können. Unsere Kinder haben so ausführliche und allumfassende Lerndokumentationen, wie sie kein einziges Schulkind hat.
        Beim Besuch macht sich der Inspektor ein Bild des Unterrichts, redet mit den Kindern, schaut manchmal Hefte durch, Kreativarbeiten etc.

      • hmm sagt:

        Meierisli: Wir dürfen die kant. Lehrmittel verwenden, können aber auch andere einsetzen. Für das Inspektorat muss nachvollziehbar sein, dass mit dem Lehrmittel die Lehrplanziele erreicht werden.
        Was auch erwünscht ist, wenn wir zwischendurch Diktate, Aufsätze und Lernzielkontrollen mit den Kindern machen.
        Der Kanton hätte auch die Möglichkeit, die Kinder an den überkantonalen Checks mitmachen zu lassen, die in 3 Schulstufen stattfinden. Dann hätte er ein genaues Abbild des Lernstandes. Das ist aber bisher nicht der Fall. Ich persönlich würde es jedoch begrüssen.

    • hmm sagt:

      Warum sie lernen sollen, mit einer Horde von 20 Gleichaltrigen zurecht zu kommen, ist für mich nicht nachvollziehbar. Das ist doch absolut egal. Im richtigen Leben sind wohl nie alle gleichaltrig.
      Was denken Sie, wie viel die Kinder beim Umgang mit den betagten Urgrosseltern lernen, nur schon den Respekt dem Alter gegenüber – etwas Unbezahlbares.
      Schummeln brauchen sie nicht zu lernen. Hab ich auch nicht und ich war in der Schule. Sie sollen sich eben NICHT durchs Leben schummeln.
      Unsere Tochter hilft 1-2 x wöchentlich auf einem Reiterhof. Sie geht dort selbst hin mit Bus etc. und meine Güte, mein wachsames Auge ist darauf bedacht, dass die Kinder schnell selbständig werden, weil ich in meinem Leben dann auch gerne noch ausserhalb Homeschooling etwas machen möchte 😉

      • hmm sagt:

        @ Maike: Die Kinder sind nicht isoliert, waren es nie und werden es nie werden und eines davon kennt das prickelnde Gefühl des Aufmerksamkeits-auf-sich-ziehen schon.
        Wissen Sie, es soll schummeln wer will. Aber Sie brauchen mich nicht zu beleidigen.

    • Maike sagt:

      @hmm – weil das Leben eben kein wohlbehüteter Ponyhof ist ! Da muss man sich manchesmal durchbeissen, lernen, mit Ungerechtigkeiten und nicht mit einer herzigen Urgrossmami, die einem von Haus aus alles verzeiht klarzukommen. Lernen wie es sein kann, gemobbt zu werden. Oder das prickelnde Gefühl zu haben, wenn man die Aufmerksamkeit des anderen Geschlechtes auf sich ziehen kann. In der Schule passiert soviel mehr. Aber ob das jemand verstehen kann, die niemals geschummelt hat, wage ich doch sehr zu bezweifeln

      • hmm sagt:

        @ Maike: Genau, das finde ich auch: Das Leben ist kein wohlbehüteter Ponyhof! Darum finde ich dieses eher künstliche Gebilde der öffentlichen Schule eigentlich nicht eine optimale Vorbereitung.
        Mir ist es lieber, unsere Kinder involvieren sich irgendwo, indem sie dort regelmässig mithelfen usw. (nicht bei mir, nicht behütet). Da haben sie Kontakt mit einem „Chef“, mit Auszubildenden etc.
        Über Mobbing wurde in der Schule genug geredet, in Millionen von Klassenräten, die unsere Tochter besuchte. Über dieses Thema mag ich hier gar nicht reden. Aber ich kann Ihnen versichern, unsere Kinder beobachten genau, in allen Gruppen in denen Sie unterwegs sind und das wird dann auch besprochen.

  • Tina sagt:

    „Das Kind wird untersucht: Schulpsychologischer Dienst, Kinder- und Jugendpsychiatrischer Dienst, womöglich eine Diagnose und nicht zuletzt vielleicht Medikamente.“
    Eine Abklärung, womöglich gar eine Diagnose, shocking! Kein Gedanke daran, dass eine Diagnose vielleicht auch richtig sein kann, und das Kind nur dadurch die nötige Hilfe bekommt, und ja, auch mit Medikamenten? Danke, das ist ein Schlag ins Gesicht aller Eltern, die ein Kind mit einer „Diagnose“ haben und die (unter anderem) von Medikamenten profitieren. Was sind die auch dumm, hätten sie statt dessen einfach das Kind aus der Schule genommen und Homeschooling gemacht, dann wäre alles toll und alle happy. Und dass immer und sofort Medis verschrieben werden, ist eher ein Gerücht. War bei uns jedenfalls nicht so.

    • Sportpapi sagt:

      Vor allem entscheiden nach wie vor die Eltern, welchen Abklärungen und welche Therapien sie zustimmen.

    • Pepe sagt:

      Danke Tina – endlich ein fundierter Kommentar zum ewig-dämlichen „Medi-Bashing“ von Leuten, die von der Diagnose und Krankheit ADHS und den Auswirkungen auf Kind und Eltern null Ahnung haben – aber einfach einmal munter drauflos palavern…

  • Rolf Randegger sagt:

    Schulen Zuhause? Völlig kurzsichtig gedacht. In der Schule lernt man den wichtigen Umgang mit anderen Menschen. Das ist sogar mehr wert, als das Schulen selber.

    • hmm sagt:

      Stimmt, ich bin ganz beeindruckt vom achtsamen Umgang, den die Schulkinder miteinander haben.
      Ich könnte Ihnen ohne 5s nachzudenken x Beispiele nennen, die mich dazu bewegen, die hochgepriesene Sozialisierung an öffentlichen Schulen schwer in Frage zu stellen. Denken Sie, die vielen Klassenräte, Interventionen durch Sozialpädagogen etc. seien tatsächlich ein Zeichen, dass die Kinder einen guten Umgang miteinander pflegen? Dafür gebe ich aber nicht der Schule die Schuld. Den Eltern mangelt’s ja oft selber an guten Umgangsformen und mit vielen Kinder redet einfach niemand mehr richtig, weil alle ihrem Status und ihrer Leistung hinterherrennen. Und dann aber doch niemand langfristig glücklich ist mit dem tollen Auto und dem super Urlaub, den man sich jetzt endlich leisten konnte.

    • Homeschoolmutter sagt:

      Umgang mit mit anderen Menschen erlernt mein Homeschooler jeden Tag, denn er hockt ja nicht in einem abgeschlossenen Raum, sondern hat Kontakt mit Kindern und Erwachsenrn jeden Alters.

      • Martin Frey sagt:

        …Umgang mit mit anderen Menschen erlernt „mein Homeschooler“ eben viel weniger. Denn er hockt zwar nicht in einem abgeschlossenen Raum, aber hat primär Kontakt mit gleichgetrimmten Kindern und gleichgesinnten Erwachsenen.
        Oder anders formuliert: das ist ein Rückzug in eine ökologischen Nische, eine klassische Blase, ein Stück weit von Ihnen vielleicht auch so gewollt.
        Man kann das nun gut oder schlecht finden, aber „soziale Durchmischung“ sieht schon etwas anders aus.

      • Homeschoolmutter sagt:

        @Martin Frey, die meisten Freunde meines SOhnes gehen in die Staatsschule, nein, wir sind hier nicht in einer Blase gefangen, wir leben ganz normal, bis auf die 3 Stunden Unterricht am Morgen eben daheim. Und nein, man merkt es uns nicht an, es wird eher gestaunt, dass wir ja so normal sind ;-).

  • Maria Gasser sagt:

    Man kann sich auch zu viel auf die Funktion des Homeschoollehrens einbilden. All das im Artikel genannte habe ich als Kind in meiner Freizeit gemacht. Meine Eltern, beide Lehrer, haben am Wochenende mit uns gekocht, gearbeitet (schreinern etc.) oder uns die Schweiz mit wandern entdecken lassen. Dazu braucht es wirklich kein Homeschooling (sowieso ein unnötiger Anglizismus), das kann man als guter Elternteil auch nebenbei gewährleisten. Nebenbei ich es schon für fragwürdig halte, wenn Kindern in einem solchen Alter quasi volle Selbstbestimmung gegeben wird. Wie will ein Kind denn lernen, dass es im Leben eben nicht immer rund und nach dem eigenen Gutdünken abläuft, geschweige denn, einen gesunden Durchhaltewillen entwickeln? Aufgeben ist selten eine Alternative.

  • tststs sagt:

    Was mich noch wundernähme (das Für-und-Wider scheinen wir zur Genüge durchgekaut zu haben, so zurückhalten wie wir uns gerade in der Kommentarspalte verhalten 😉 )

    Wer zahlt?
    Nur so zur Erinnerung: https://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/83529/was-frauen-ueber-geld-wissen-sollten/

    (Ehrli, diese Ambivalenz ist manchmal schon zum Kopfschütteln… tststs)

  • Kathrin sagt:

    Ein zutiefst verankertes Hörigkeitsverhalten gegenüber dem System spiegelt sich auch hier in den Kommentaren wieder. Es ist offensichtlich tief verankert und etabliert in der Gesellschaft einfach hinterher zu laufen. Danke für den mutigen Artikel und den Einblick in die Welt des „homeschooling“. Was wäre wohl aus all den Kommentatoren geworden, wenn sie als Kind auch wahrgenommen worden wären: nämlich als ebenbürtiger Mensch!!! ? Toll, dass immer mehr mal kritisch zu Empfehlungen und Diagnosen stehen. Wir brauchen keine Roboter, wir brauchen Menschen mit Herz, Verstand und Selbstsicherheit, die ihrem Kompass folgen! Homeschooling ist eine von vielen Lösungen, aber bestimmt nicht die Schlechteste! Und auch Lehrer sind heute nicht mehr autoritär.

    • tststs sagt:

      Die Frage ist gerade, wer da wem/was hinterherläuft.
      Haben Sie die Kommentare wirklich durchgelesen? Fast niemand hat per se etwas gegen Homeschooling, vielmehr werden an diesen individuellen Fall kritische Fragen gestellt.

    • Christoph Bögli sagt:

      Das Problem ist aber, dass gerade Homeschooling öfters als nicht deshalb betrieben wird, um Kinder äusseren Einflüssen zu entziehen und damit zu indoktrinieren, also eben gerade zu „Robotern“ zu entziehen. Das mag in diesem Beispiel anders sein, aber die negative Haltung gegenüber Homeschooling kommt schlicht daher, dass dieses oft aus zweifelhaften Gründen betrieben wird.

      Wie Sie selber schreiben, sind öffentliche Schulen ja längst nicht mehr autoritär und ich sehe nicht, wie man dort zu „Hörigkeitsverhalten“ erzogen würde. Im Gegenteil, die heutige Schule ist ja vielen zu liberal und progressiv, was der wahre Grund für viele ist, die sich ins Homeschooling flüchten um dort selber autoritär agieren zu können.

    • Hinder sagt:

      Herzlichen Dank für diesen Artikel und @Kathrin!
      Marianne Williamson beschreibt genau diese wundervolle Einzigartigkeit eines jeden Menschen überdeutlich im Text „unsere tiefste Angst“. Es war nicht Nelson Mandela der Urheber seiner Antrittsrede….und ja, keines der Systeme weltweit wird diesem Wunder Mensch wirklich gerecht. Das kann aber Jeder für sich täglich mehr und mehr tun.

  • Emil Eugster sagt:

    „Ich persönlich hatte das Glück, dass im Kanton Luzern eine Matura als gleichwertige Ausbildung wie ein Lehrdiplom gewertet wird und ich deshalb die Bewilligung zum Homeschooling erhalten habe.“
    Die armen Kinder. Ja klar der Kanton Luzern sieht die öffentliche Schule sowieso nur als Kostenfaktor an der schöne Steuersenkungen für Reiche verhindert.
    Als sei die Matura irgend eine Ausbildung und eine Grundlage für irgend etwas. Na immerhin dürfen die Kinder bei der Nachbarin noch häkeln lernen und ein Heilkräuterbeet anlegen. Da haben sie ein ordentliches Fundament für die Zukunft.

    • Christoph Bögli sagt:

      Das zeigt schon ein recht bedenkliches, ja gar verächtliches Bild des Lehrerberufs. Es kommt ja sonst niemand auf die Idee, man wäre als Laie besser als ein Profi, sei es der Bäcker, Elektriker oder Arzt. Aber wenns um Lehrer geht meint plötzlich jeder, er/sie wäre ein Experte, bloss weil man selber mal in die Schule ging. Auf Primarniveau mag man sich da ja noch halbwegs durchwursteln, aber spätestens im Bereich der Oberstufe ist die Kompetenz schlicht meilenweit unter jener einer Fachperson..

    • Angie sagt:

      Da habe ich mich auch sehr darüber gewundert. Kommt wahrscheinlich daher, dass es in Lu früher nur ein Kiga und Lehrerseminar gab, wo die Matura keine Voraussetzung war.

      • Any sagt:

        Danke! Ich finde die Aussage auch sehr beleidigend. Die Matura ist die Basis für vieles, aber sicher nicht gleichwertig wie ein Lehrdiplom!

  • Estefania sagt:

    Nun ja, wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke… wir wurden richtig auf «Durchschnitt» getrimmt. Ziel: In allen Fächern eine 5 haben – natürlich war nach oben mehr erlaubt. Aber eine 6 in Zeichnen oder Werken und dafür «ungenügend» oder eine knappe 4 in Mathe oder Franz… Da kriegt man gleich Nachhilfe. Keine Förderung der Begabung, nein Nachhilfe. Dieser Fokus auf die Schwäche und «überall» genügend zu sein, finde ich fatal. Wie soll man später wissen, was man gerne macht und worin man auch wirklich gut ist, wenn man dauernd versucht seine «Schwächen» auszugleichen anstatt auf die Stärken zu setzen? Ich kann gut nachvollziehen, dass man das System hinterfragt und seine Kinder nicht einfach daran anpassen will. Ob Homeschooling das richtige ist? Muss wohl jeder für sich entscheiden.

    • tststs sagt:

      Eine berechtigte Kritik, hat nur mit der Frage Homeschooling oder nicht nicht gerade viel zu tun.

      Homeschooling bedeutet in erster Linie einmal eine „geographische“ Angabe, es ist eine formale Kategorie. Meist lassen sich auch noch Rückschlüsse auf die Lehrperson und die Klassengrösse ziehen, aber alles andere (welche Unterrichtsform? Welche Art von Prüfungen? Welche xy-Methode) kann sowohl an öffentlich, wie auch an privaten Schulen und im Homeschooling angewendet werden.

  • Sonia sagt:

    Kürzlich habe ich gelesen, dass die Regierung Massnahmen ergreifen will, weil zu viele Kinder zu Hause lernen. Die Integration in die Gesellschaft ist schwieriger für diese Kinder die jene aus der Nachbarschaft so nicht kennenlernen.

    • Maria Gasser sagt:

      Richtig. In der Schule geht es nicht nur um Unterrichtsinhalte, sondern auch um die Entwicklung der Sozialkompetenzen. Gruppenarbeiten machen, Inhalte lernen und erarbeiten, die einem vielleicht nicht schmecken (so wie man es auch später im Arbeitsleben tun muss) oder auch das Klassenlager. Von dem profitieren Kinder mit Heimunterricht ja nicht und werden im späteren Leben auch ein Lehrgeld zahlen, wenn sie solch elementare Prozesse nicht gelernt haben und alles immer nur im geschützten, sicheren Rahmen erlernt wird.

      • Homeschoolmutter sagt:

        Und woher wissen Sie das? Haben Sie Erfahrung mit Homeschooling? Mein Homeschooler lernt täglich mit anderen Kindern.

  • Doro Rom sagt:

    Der entscheidende Nachteil von Eltern, die unterrichten ist, dass das Kind eine Meinung hört. Es sind die Eltern, die vestimmen, was das Kind zu hlren bekommt. In der Schule sind es Lehrperson, Mitschüler_innen plus die Eltern. Es ist vielseitiger und unterstützt das Kind in seiner Meinungsbildung. Es kann sich freier entfalten und profitiert durch das Lernen von Rücksichtnahme. Die Teamarbeit und der Umgang mit verschiedenen Gruppendynamiken ist essentiell für das gesamte Leben.

  • Bänziger Ursula sagt:

    Meine Tochter hat 5 Kinder und macht mit den ältesten ( 3. und 4 Klasse ) homscouling. Die beiden Buben sind sehr motiviert und lernen mehr. Und dürfen auch noch Kinder sein und haben mehr Freizeit . Kontakt haben sie auch mehr als die Kinder wo unter Stress und zu viel Hausaufgaben leiden ( und keine zeit haben für Freunde )

    • tststs sagt:

      Wie sollen sie den mehr Kontakt haben, wenn all die anderen Kinder vor lauter Stress nur noch zuhause sitzen und lernen (und keine Zeit für Freunde haben)?
      😉

    • Thomas sagt:

      Ach bitte! Immer dieses „Kind sein“, statt Kinder zu fördern und fordern. Schauen Sie Sich mal die Schulen in China, Vietnam, etc. an. Die werden uns faulen Europäer sehr bald überholt haben.

      • SunFun sagt:

        Haha, Thomas, ja genau und haben Sie den Film ‚Alphabet‘ schon mal gesehen. Da sagen sogar chinesische Schulverantwortliche:‘ We are fast in the beginning but we lose in the end‘.

  • Walter Brupbacher sagt:

    Die Autorin unterschlägt, dass sie damit Ihrem Kind wichtige Lebenserfahrungen verunmöglicht. In der Schule lernt ein Kind nicht nur Schulwissen sondern auch sich in ein Kollektiv einzufügen, mit Widerständen fertig zu werden, Kameraden oder Kameradinnen zu finden, Gemeinschaftserlebnisse usw. Das alles könnte ihrem Kind im späteren Leben fehlen.

    • tststs sagt:

      Nope, sie unterschlägt keine Erfahrung, sie lässt die Kinder einfach andere machen.
      Inwiefern sich diese auf das spätere Leben auswirken (und ob man hier überhaupt generalisieren sollte), steht auf einem anderen Blatt.

      • Maike sagt:

        Und welche genau sollen das sein – wenn es nicht die sind, die der Herr Brupbacher sind ? Tischdecken häkeln ? Draussen spielt sich das wahre Laben ab und die schulische Gemeischaft ist ein kleines Abbild davon. Nicht das wohlbehütete Elternheim, wo der kleine Prinz / Prinzessin alles dürfen.

      • Sonic sagt:

        Welche zusätzlichen Erfahrungen?

      • hmm sagt:

        Ich könnte den Spiess jetzt einfach mal umdrehen, nur mal so zusammengesponnen: Nicht-Homeschooler machen es sich ja leicht. Übergeben ihr Kind x Stunden in staatliche Hände und wenn dann was nicht funktioniert, wenn das Kind seinen Weg nicht findet oder scheinbar einfach das Falsche gelernt hat in der Schule, ist man immerhin nicht selber schuld. Wie wäre das? Es ist Toleranz angebracht. Manche öffentliche, manche Privatschule, manche Homeschooling. Jeder hat unterschiedliche Erfahrungen/Entscheidungsgrundlagen. Also, warum lässt man die Eltern nicht einfach auf die Art Verantwortung übernehmen, wie sie es für richtig halten. Wir Eltern sind es nämlich, die den Mist ausbaden, den Kinder anstellen oder die ewig verantwortlich sind, wenn die grossgewordenen Kinder nix im Griff haben.

      • Sportpapi sagt:

        @hmm: „Also, warum lässt man die Eltern nicht einfach auf die Art Verantwortung übernehmen, wie sie es für richtig halten?“
        Weil das Sinn und Zweck des Schulobligatoriums widerspricht. Man wollte ja die Kindern von den Feldern und der Arbeit holen, und ihnen eine minimale Schulbildung gewährleisten. Die Eltern hatten andere Ideen.
        Und wenn man heute hört, aus welchen (ideologischen, religiösen) Gründen manche Eltern ihre Kinder selber unterrichten, so möchte man doch manchmal gerne eingreifen.

      • Homeschoolmutter sagt:

        Kein Schulobligatorium, ein Bildungsobligatorium.

      • Sportpapi sagt:

        @Homeschoolmutter: Ich weiss, dass gerne auf dieser Spitzfindigkeit herumgeritten wird. In der Verfassung steht aber Schule. Und nur weil das Schulobligatorium in einigen Kantonen grosszügig ausgelegt wird, ist Sinn und Zweck doch gegeben.
        Wäre es ein reines Bildungsobligatorium, wären auch keine LEHRpläne zu beachten, und es gäbe keine Vorgaben zur Anzahl Schuljahre.

    • hmm sagt:

      Maike: Solche plakativen Aussagen von wegen wohlbehütetes Elternhaus und Prinz und Prinzessinnen sind einfach irgendwelche Vorurteile, die die Leute einander nachschwatzen. Lernen Sie mal Homeschooler kennen…
      Haben Sie im Ernst das Gefühl, wenn man (wie wir z.B.) 4 Kinder homeschoolt, dass dann irgendeines Prinz oder Prinzessin ist. Nie im Leben, das ist ja gar nicht möglich. Wir plöischlen hier im Fall nicht irgendwas rum, sondern übernehmen die volle Verantwortung für die Kinder, ihre Bildung etc. und wollen dafür sorgen, dass sie gesellschaftstaugliche Menschen bleiben, die ihr Leben später gesund, zufrieden und mit Toleranz anderen gegenüber meistern.

      • Maike sagt:

        Jetzt hab ich`s ! Will nicht jeder das Beste für seine Kinder ? Offensichtlich halten sich die Eltern von zu Hause erzogenen Kindern komplett besser als die Menschen, die die Lehrfächer in der Schule aufwendig studiert haben.
        Ich habe Matura und einen Doktortitel in Fischreibiologie. Mein Mann ist Diplominformatiker. Und wir sind nicht dem Wahnsinn verfallen zu glauben, wir könnten auch nur im entferntesten das durch Lernen zu Hause erreichen, was einem das breite Angebot in der Schule bieten kann.
        Einmal über den Tellerrand geschaut – machen sie auch sämtliche anderen Arbeiten wie Elektroinstallation, Klempner oder Heuzungsmonteure selber oder überlassen sie das dann doch den Fachkräften ?

      • hmm sagt:

        @Maike:
        Nein warum? Ich schreibe ja weiter oben, für manche so, für andere so. Es geht nicht darum, dass jemand oder etwas besser ist, sondern dass es unterschiedliche Wege gibt, die nach Rom führen.
        Haben Sie eigentlich Kinder?
        Es freut mich, dass Sie beide Berufe gefunden haben, in denen Sie wohl wirklich glücklich sind! Damit befinden Sie sich ein einer Komfortlage, das ist Ihnen hoffentlich bewusst.
        Die Schulbildung in der öffentlichen Schule ist die der obligatorischen Schulzeit, keine Spezialisierung. Ich habe den Eindruck, Sie überschätzen das Wissen, dass Schulabgänger der öffentlichen Schule haben. Das ist mit etwas Fantasie auch von zu Hause aus abdeckbar. Ich weiss es, weil ich mich damit befasst habe.

      • hmm sagt:

        z. Thema „Einmal über den Tellerrand geschaut“: Sie nennen hier Berufe. In der öffentlichen Schule lernt man keine Berufe sondern Allgemeinbildung. Physik und Chemie ist eben ein bisschen, nicht sonderlich viel und was die Kinder davon dann tatsächlich noch mitnehmen, ist noch weniger.
        Nebenbei: ja wir machen die meisten Arbeiten, die so anfallen selber, wir haben praktisch nie Handwerker im Haus.

    • SunFun sagt:

      Maike, da kann ich nur sagen: zum Glück für deine Kinder seid ihr nicht dem Wahnsinn verfallen.

  • Stefan W. sagt:

    Ich denke, dass es beim Homeschooling-„Lehrpersonal“ genauso talentiertere und weniger talentierte Leute gibt, wie in der Schule. Ich fand es eigentlich nicht schlecht, dass nicht nur die Eltern, sondern auch andere Menschen die Bildung der Kinder beeinflussen. Und ich finde es auch nicht schlecht, wenn Kinder manchmal Frustrationen aushalten müssen – bis zu einem gewissen Grad, versteht sich. Unlustgefühle wird es auch beim Homeschooling hin und wieder geben, und das ohne Belastung des familiären Friedens durchzustehen wird nicht allen Eltern gegeben sein.
    Fazit: Für dazu talentierte Eltern kann Homeschooling eine gute Option sein, für die Mehrheit wohl eher nicht.
    Praktische Frage: Wie wird das Erreichen der Lernziele eigentlich geprüft? Mit welchem Zeugnis bewirbt man sich später?

    • Barbara V.E. sagt:

      Die Autorin schreibt, dass die eine Nachbarin den Mädchen Häkeln beigebracht hat und eine andere wie man den Garten bearbeitet. Und wo erwachsene Nachbarn, da wird es, ziemlich sicher, auch andere Kinder haben. Anscheinend wohnt die Familie nicht auf der Alp oder auf einer Lichtung im tiefen Wald.
      Kompromisse finden und Frustration aushalten: ja, lernt man. Ich bin gross geworden, aber die Verletzungen, die mir durch das Mobbing zu geführt wurden, haben mich noch lange beschäftigt. Es waren mehrere Jahrzehnte in denen mich die „Schlämperlig“ und Erniedrigungen der Mitschüler noch weiter begleitet haben. Frustration aushalten konnte ich, das stimmt. Aber man kann auch einen rostigen Nagel im Daumen aushalten, aber tut hat trotzdem weh.

    • Homeschoolmutter sagt:

      Entweder machen die Kids Matur oder kommen über Praktika in ihren Lehrbetrieb.

    • SunFun sagt:

      Stefan W. – wir schreiben jährlich einen Lernbericht über alle Fächer und die überfachlichen Kompetenzen, der im Anschluss von der zuständigen Person der Erziehungsdirektion geprüft wird. Es gibt Kontrollen der Lernspuren und persönliche Gespräche. Jahresplanungen über alle Fächer, die kumulatives Lernen sichtbar machen, und ebenfalls eingereicht werden müssen.
      Einerseits können die Lernberichte als Zeugnisse dienen, doch meistens wird vor einer Bewerbung ein Multicheck gemacht, eine Standortkontrolle, die unabhängig von Schule oder vom Homeschooling dem Lehrlingsverantwortlichen über den aktuellen Bildungsstand Auskunft gibt.
      Zudem hat der persönliche Eindruck und die Motivation des Interessierten während einer Schnupperlehre einen hohen Stellenwert.

      • asouka sagt:

        Wovon leben Leute, welche ihre Kinder selber zu Hause unterrichten, eigentlich? Die Frage ist ernst gemeint! Die Eltern sind ja Gratislehrer während andere Leute, welche ihre Kinder in Schulen schicken, ihre Brötchen verdienen. Aber zu Hause unterrichtete Kinder und ihre Lehrer müssen ja auch essen, Kleider kaufen und in die Ferien fahren (Geografie ;).

      • Homeschoolmutter sagt:

        @asouka Also ich arbeite, wie jeder andere auch. Ich bin keine Hausfrau/Familienfrau.

      • asouka sagt:

        Bezeichnen Sie jetzt das Unterrichten als Arbeit oder arbeiten sie neben dem Unterrichten noch? Bei ersterem gehe ich ja mit Ihnen einig. Deshalb habe ich auch gefragt, wovon Sie leben. Schliesslich arbeiten Sie gratis.

      • asouka sagt:

        Schade, dass man hier keine Antworten bekommt. Eine echte Diskussion kann ja nicht entstehen. Ebenso nicht Verständnis für die Position des anderen. Es bleiben plakative Meinungshäppchen im Blog…

  • Christina sagt:

    Es ist nicht schön, wenn die Kinder mit Bauchweh in die Schule gehen, aber dafür wird es vermutlich einen Grund geben. Und die Kinder daraufhin ohne Abklärung gleich aus der Schule zu nehmen halte ich für falsch. Was lernen die Kinder daraus? Sie bekommen eine unglaubliche Menge an Aufmerksamkeit. Die Welt dreht sich nur um sie. Bei Ihrem Kind mit deutlichen Problemen kann ich das noch verstehen, aber beim zweiten? Nur weil der Lehrer wechselt? Leider ist das im Leben nicht immer so einfach – es rettet einen nicht immer die Mama aus einer unwegsamen Situation. Kinder müssen auch lernen, damit umzugehen. Sonst erziehen wir eine Welt von Egozentrikern.

    • Barbara V.E. sagt:

      Im Artikel steht ja, dass die Eltern zusammen mit der Kinderärztin den Entscheid gefasst haben. Somit fand schon eine Abklärung statt…

      • Meieriesli sagt:

        Aber nur bei der ersten (vermutlich älteren). Die zweite proklamierte „ich bleib auch zuhause“ und das wars, die Eltern sind dem gefolgt. Zumindest wird das so dargestellt, und das wäre dann schon bedenklich.

  • Enrico sagt:

    Und auf einmal haben die Überlasteten Mütter Zeit auch noch Lehrerin zu spielen.
    Was jetzt?
    Ich als Mann mache den Haushalt neben Gelderwerb für zwei Familien (Alimente) 50 Prozent Kinderbetreuung, für die betagte Mütter schauen, neben bei.
    Für durchschnittliche Schweizer Mütter ist ja schon einen Teilhaushalt (Männer leisten ja massiv viel Hausarbeit, auch wenn Frauen nicht befähigt sind das zu sehen) zu führen, zu viel.
    Also, jetzt kann Frau plötzlich sogar die Lehrerin ersetzen!!!
    Bravo !!!

    • Homeschoolmutter sagt:

      Nicht jede Frau/jeder Mann ersetzt den Lehrer, ich will das auch gar nicht. Davon mal abgesehen, es ist ein riesiger Untetschied 25 fremde Kinder oder 1-4 eigene Kids zu begleiten. Bei uns brachte es Lernfreude zurück. Kind kann so schneller oder langsamer vorgehen, je nach Bedarf.

      • Enrico sagt:

        Können Sie Ihren Kommentar reflektieren ?
        Es ist Kein einziger Ansatz in Sachen Stundenaufwand dafür etwas Klarheit zu bringen, erkennbar . Also in diesem Blog wird zum Beispiel das Abschaffen der Hausaufgaben in Staatlichen Schulen gefordert. Grund: unter anderm zu stressig für die Mütter!
        Alle hier im Blog die das Befürworten weigern sich auf den Zeitaufwand einzugehen, wie der Unterricht gestaltet wird und woher Mütter auf einmal die Zeit dafür haben.
        Also sind Sie vorher wohl völlig unterfordert gewesen mit all den Teenachmittagen mit Freundinnen, oder?
        Also, woher kommt auf einmal die Zeit das zu machen ?

      • Homeschoolmutter sagt:

        @Enrico, falls Sie mich meinen (ich kenne keine Teenachmittage, ich bin auch keine Hausfrau). Mein Zeitaufwand sind 2-3 Stunden am Morgen für den Unterricht, das Fahren zum Sport, wenn dieser nicht im Dorf stattfindet, zu Wettkämpfen, Ausflüge usw. Dazu kommen normaler Job, normaler Haushalt und meine Freizeit . Wenn ich so meine Nachbarn sehe und höre, diese 2 Stunden Hausaufgaben, dieses Schimpfen, Weinen, weil die Kids und die Eltern überfordert sind nach langem Schultag und Arbeitstag, dieser Druck, den die Schule mit den Hausaufgaben der Familie auferlegt, damit UNfrieden in die Familie bringt, also da bin ich doch froh.

  • Claudi sagt:

    Da die Volksschulen unterdessen hochgradig ideologisiert sind, ist es durchaus valabel, private Schulen und Unterricht zu Hause als Alternativen anzubieten.

    • tststs sagt:

      Sorry, aber die öffentlichen Schulen haben weder die Zeit noch das Geld auf irgendwelchen Idealen rumzureiten.
      (Ganz im Gegenteil, die Schule ist noch einer der wenigen Orte, wo man mit verschiedenen Meinungen/Lebenseinstellungen konfrontiert wird. Und seien wir froh, dass Kinder in der Regel noch nicht so verbissen sind und mit dieser Vielfalt überhaupt keine Probleme haben)

  • Claire sagt:

    Mein Sohn wollte in der 1 Klasse auch nicht mehr zur Schule.Was macht man da?Man sucht das Gespröch mit der Lehrperson,motiviert es und sucht Gründe dafür!Mein Kind musste sich seinen Ängsten stellen und er ist daran gewachsen!Er kommt in die 3 Klasse und es geht ihm sehr gut!Ich kann mir vorstellen das Homeschooling durchaus eine gewisse Zeit etwas sehr bereicherndes sein kann.Kenne eine Familie die war 1 Jahr lang auf reisen und haben ihre Kinder selbst „unterrichtet“.Die haben wahnsinnig viel erlebt!Aus Verzweiflung und Angst sollte man m.M kein Homeschooling durchführen!

  • tststs sagt:

    Wieso wird Homeschooling eigentlich immer mit Unterrichten durch die Eltern gleichgesetzt?

    (und um ein wenig polemisch zu sein: Hat Frau Amato bedacht, dass sie dies nun bis 2028 ihre Hauptbeschäftigung sein wird?)

    • Gerhard Engler sagt:

      @tststs: Wie kommen Sie darauf, dass jemand Homeschooling mit Elternunterricht gelichsetzt? Und Frau Amato kann sich jederzeit dazu entscheiden, ihre Kinder wieder in die staatliche Schule zu schicken.

    • Muttis Liebling sagt:

      Der Typus Hauslehrer war lange Zeit gar nicht so selten. Wenn der Bildungskanon stabil ist, kann auch eine Person den abbilden. Konrad Duden z.B. musste wegen Geldmangel sein Studium vorerst abbrechen und hat dann 5 Jahre als solcher gearbeitet. Er hatte da auch nur den Vorlauf der Matura an einem bürgerlich- humanistischen Gymnasium.

      Aber eine Mutter ist nicht Konrad Duden. Wie ich a.O. schrieb, ist es für das Verständnis der Mathematik wichtig, zu wissen, warum, nicht das 1 +1 = 2 ist.

      Für das Verständnis der deutschen Sprache braucht es Etymologie und Semantik, sonst leitet mancher, wie jüngst geschehen, das Wort Invalider nicht vom lat. Schwacher, vom englischen Wertloser ab.

      Man braucht schon sehr viel Bildung, um zu selbst zu lehren.

      • hmm sagt:

        Und die Bildung, von welcher Sie da sprechen, die haben Lehrer, die die PH absolviert haben?
        Es will übrigens lange nicht jedes Kind Akademiker werden. Diejenigen, die das wirklich möchten, die sollen das dürfen und die anderen dürfen es auch einfach dabei belassen, dass 1 + 1 2 gibt, ohne nach dem „Warum“ zu fragen.
        Sehr viele SchüleR wählen nach der 9. Klasse eben gerade nicht den akademischen Weg und wollen endlich mal was „machen“ – weg von der reinen Kopfarbeit – obwohl sie locker das Zeug zur Matur hätten.
        Sollten Sie mal in einem Altersheim landen, sind Sie einfach froh, wenn es liebevolle Menschen gibt, die sich um ihre Dekubiti kümmern oder Sie nicht in Exkrementen liegen lassen. Egal, ob die wissen, warum 1+1 Zwei ergibt.

  • tststs sagt:

    Uiuiui, ich kann Homeschooling wirklich viel abgewinnen, aber hier muss ich auch ein paar Fragezeichen setzen.
    „Lernen passiert immer und überall und oft ganz natürlich im Alltag… lesen, verstehen und ausführen.“ Naja, man merkt halt, dass eine didaktische Ausbildung fehlt. Hier werden verschiedene Taxonomiestufen einfach mal schwupps in denselben Topf geworfen…

    • tststs sagt:

      „denn eine Privatschule kann sich kaum jemand leisten.“ Nun ja, das können wir relativ einfach ausrechnen; jemand, der Homeschooling betreibt, hat ein gewisses Bildungsniveau, das sich in einem ungefähren Verdienst niederschlägt, auf den man während den Jahren des Homeschoolings verzichtet. Ich veranschlage mal so grob CHF 4000.- pro Monat. 11 Jahre à 12 Monate ergibt etwas mehr als eine halbe Million. So weit ich weiss, können für dieses Geld beide Kinder die gesamte Schulzeit in einer Privatschule verbringen.

      „Es fällt oft schwer, die Kontrolle über Dinge loszulassen, die uns eine vermeintliche Sicherheit geben. “ Also sich in die Hände eines Profis begeben.

      • hmm sagt:

        Wenn Sie ein älteres Kind haben, für welche Sie eine Alternative brauchen und dazu z.B. 2 jüngere, für dessen Betreuung Sie einen Kita-Platz finanzieren müssten, dann macht ein Job ganz schnell keinen Sinn mehr. Resp. dann arbeiten Sie, um die Kitabetreuung und die Privatschule zu bezahlen. Sollten Sie dann noch das Bedürfnis haben, tatsächlich auch zwischendurch Zeit mit den Kindern zu verbringen, ist Homeschooling sicher eine tragbarere Variante.

      • Sportpapi sagt:

        hmm. Eigentlich nutzen viele Eltern die Zeit, die die Kinder in der Schule verbringen, um erwerbstätig zu sein. Oder zumindest den Haushalt zu führen.

      • hmm sagt:

        Ja aber nur, wenn die Kinder schon schulpflichtig sind. Und ich habe geschrieben, wenns für das ältere Kind eine Alternative braucht und noch 2 jüngere da sind, welche aufgrund der Erwerbstätigkeit dann Kitakosten „verursachen“.
        Haushalt führen bringt leider nicht das Geld, eine Privatschule zu bezahlen…

      • Sportpapi sagt:

        @hmm: Wenn noch kleinere Kinder zeitgleich beaufsichtigt werden müssen, stelle ich mir das Unterrichten aber auch etwas schwierig vor. Und später ist es Unterricht während der Zeit, die man eigentlich für anderes zur Verfügung hätte. Muss man sich auch erst leisten können.

      • Homeschoolmutter sagt:

        Ich weiss ja nicht, wie es anderen geht, aber ich bin in der Lage, mir meine Zeit einzuteilen.

      • Sportpapi sagt:

        @Homeschoolmutter: „Ich weiss ja nicht, wie es anderen geht, aber ich bin in der Lage, mir meine Zeit einzuteilen.“
        Das können die meisten. Aber sie können nicht zaubern, nicht mehrere Aufgaben zugleich erledigen, nicht gleichzeitig Schule geben und auswärts einen Job ausführen.
        Ich wundere mich auch, dass die Heimschule nur 2-3 Stunden täglich benötigt. Selbst wenn das „Unterrichts“zeit wäre, ist es sehr wenig. Und dann kommt ja gerade für Laien noch sehr viel Vorbereitung dazu.
        Können Sie also zu unserem Verständnis mal konkreter werden, wie das mit dem Unterrichten und gleichzeitiger Berufstätigkeit funktioniert? Was machen die Kinder den ganzen Tag? Wann ist Unterricht, was läuft sonst?

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ich persönlich kenne einige HS-Familien, sogar zwei alleinerziehende Mütter, aber keine, in der ein Elternteil ganz zu Hause ist. Wieso denkst du, dass das nicht möglich sei?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Um ganz geht es nicht. Aber wenn 2-3 Stunden am Tag unterrichtet wird (offenbar reicht das), so ist man in dieser Zeit beschäftigt. Und die 2-3 Stunden Unterricht benötigen nach meiner Erfahrung noch einmal mindestens eine Stunde Vorbereitung. Mehr, wenn mehrere Kinder in unterschiedlichen Schulstufen zu unterrichten sind. Und mehr, wenn man selber keine Lehrerausbildung hat und den Zugang zu den Lehrmitteln suchen muss.

    • tststs sagt:

      Und jetzt kommt IMHO der wichtigste Punkt:
      Bitte immer genau eruieren, weshalb ein Kind nicht in die Schule wollte. Offensichtlich kann es nicht am Kerngedanken (lernen, Wissensaufbau) liegen, sonst würde dies zuhause auch nicht funzen.
      Wird das Kind gemobbt? Wäre es dann nicht das bessere Vorgehen, den Mobber zu stoppen? Welches Zeichen setzt man?
      Hat das Kind Angst vor Unbekanntem? Welchen Dienst erweist man ihm, wenn man ihm diese unangenehme Erfahrung vorenthält?

      • Beat Zupper sagt:

        Ich hatte ähnliche Gedanken, wenn es hier ein Problem gibt, muss man es beim Kind suchen und nicht im System. Die Autorin deutet bereits an, wo ihre Motivation fürs Homeschooling steckt: Sie fürchtet sich davor, dass Ärzte, Psychologen, etc. das Problem beim Kind finden könnten, und da psychische Probleme in der Kindheit und Jugend nicht selten ihren Ursprung bei den nächsten Erziehenden habe, weils diese z.B. selbst Störungen psychischer Natur aufweisen, kann ich mir vorstellen, dass dieser Weg deutlich weniger unangenehm ist. Sie vermeidet die Konfrontation, dass ihr Kind oder Sie selbst psychische Probleme hat, weil dies unangenehme Emotionen wie z.B. Scham, Schuld, etc. auslöst. Stattdessen externalisiert sie das Problem ins System, vermeidet die Frage nach dem Ursprung des Problems.

      • Beat Zupper sagt:

        Das Problem des Kindes wird dadurch freilich nicht gelöst, sondern verstärkt. Das Kind macht die Erfahrung, wenn ich das nicht will, schaut Mama dass es eine andere Lösung gibt. Ganz zu schweigen vom Lernstoff der jahrelang verlorengeht. Offenbar hat die Mutter das gefühl, mit ein bisschen Kochen und dem Nachbar über den Zaun schauen den Lehrplan in didaktisch sinnvoller Weise beim Kind durchbringen zu können, wie dies bei Profis (Lehrer) möglich ist. Verheerend dass damit dem Kind das Recht auf adäquate Schulbildung so praktisch genommen wird.

      • Röschu sagt:

        „Sie fürchtet sich davor, dass Ärzte, Psychologen, etc. das Problem beim Kind finden könnten…“
        Es findet sich immer ein Problem, wenn nur lange genug gesucht wird…
        Schliesslich müssen all die teuren Psychologen, Therapeuten, etc. irgendwie Ihre Existenz und die Existenz des noch teureren administrativen Apparats rechtfertigen.

      • Eva D sagt:

        Grundsätzlich bin ich mit Ihnen einig; auch ich hege Vorbehalte gegen (die Motivation für) home schooling.
        Mittlerweile sehe ich die Fragen aber etwas differenzierter. Die Unterschiede zwischen den Kindern sind insbesondere im 1. Schuljahr gewaltig. Wenn sie dann ein Kind hat, das zwar „normal“ ist, dem aber die Didaktik und der LP so gar nicht entspricht, kann es passieren, dass das 7jährige Kind früh die Motivation verliert. Wenn dann das Problem beim Kind gesucht wird statt im 0815-System, schadet dies zusätzlich. Da ist home schooling das kleinere Übel. Allerdings muss man unterrichten können. Ich habe nicht nur die Matura, sondern auch einen Master. Zu unterrichten würde ich mir aber niemals zutrauen.

      • Meieriesli sagt:

        “ Es findet sich immer ein Problem, wenn nur lange genug gesucht wird…“
        Mit dem Unterschied, dass es in diesem Fall nichts zu „finden“ (erfinden, vortäuschen) gibt, sagt doch die Autorin selbst dass eine Krise der Grund für ihren Entscheid war.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Prinzipiell bin ich dafür, wenn Menschen auf positive Art ihre eigenen Wege gehen. Selbst wenn das Wege sind, die ich persönlich nie gehen würde und die für mich zu viele Fragezeichen aufwerfen.
    Manchmal passen gewisse Konstellationen einfach nicht und andere sind besser.
    Meine Kinder profitieren ungemein von ihrer Schule, aber es gibt andere Kinder, die finden sich darin nicht zurecht. Muss ich nun sofort werten und urteilen? Wem bringt das etwas?
    Wenn es nun diesen Kindern auf einer Privat- oder Heimschule besser geht, dann freut mich das. Ob es später bereit für das Leben sein wird, wird sich zeigen…. Aber das gilt ja für alle, auch für die von der Normalklasse.

    • Martin Frey sagt:

      @Reincarnation of XY
      „Wenn es nun diesen Kindern auf einer Privat- oder Heimschule besser geht, dann freut mich das.“
      Nur, das wissen wir nicht. Nur weil das eine von sich und ihrem Weg überzeugte Mutter so darstellt, muss das noch lange nicht so sein. Leute, die ihre Kinder in eine Koranschule stecken, sind wohl ähnlich überzeugt. Zumindest an stichhaltigen Argumenten mangelt es hier ja schon. Wenn schon, müsste eine unabhängige Instanz den Lern- und Sozialisierungserfolg beurteilen.
      https://www.luzernerzeitung.ch/zentralschweiz/luzern/luzern-homeschooling-immer-beliebter-ld.1124464
      Daraus ein Zitat: „Daten über die entsprechenden Bildungslaufbahn mit Privatunterricht würden nicht systematisch erhoben und es bestehe keine Rechenschaftspflicht der Eltern, schreibt die Regierung.“

      • Reincarnation of XY sagt:

        MF – bei einer Koranschule weiss ich, was gelehrt wird und dass dies nicht mit den Werten der Aufklärung und des Humanismus vereinbar ist, deshalb bin ich dagegen.
        Hier weiss ich nichts. Auch nicht, ob es gut ist. Deshalb sage ich WENN….
        Ob Kinder unter ihren Eltern leiden, kann ich in den wenigsten Fällen beurteilen. Viele Eltern haben Werte und Erziehungsstile, die nicht unbedingt mein Ding sind, aber die anderen können unseren Stil vielleicht auch nicht nachvollziehen. Deshalb bin ich zurückhaltend mit werten und urteilen, weil mir dazu meist Informationen fehlen.
        Natürlich wirft der Text Fragezeichen auf (wie tsts gut bemerkt). Schön wäre also: wohlwollend Fragen zu stellen und die Mutter würde darauf antworten.

      • 13 sagt:

        „Nur, das wissen wir nicht. Nur weil das eine von sich und ihrem Weg überzeugte Mutter so darstellt, muss das noch lange nicht so sein. Leute, die ihre Kinder in eine Koranschule stecken, sind wohl ähnlich überzeugt.“
        Richtig. Fairerweise muss man aber auch zugeben, dass das auch für Eltern gilt, die ihre Kinder in einer „normale“ Schule schicken…

      • Martin Frey sagt:

        @RoXy
        „Natürlich wirft der Text Fragezeichen auf…. Schön wäre also: wohlwollend Fragen zu stellen und die Mutter würde darauf antworten.“
        Das tut sie (leider) nicht. Und die Gelegenheit hätte sie bereits beim Ursprungstext gehabt. Daher bleiben für mich die Fragen.
        @13
        Fairerweise muss aber auch konstatieren, dass die Volkschule ein über Jahrhundert gewachsenes, mehr oder weniger professionelles System zur Schulung und Reifung unseres Nachwuchses ist. Mit unter dem Strich sehr guten Resultaten. Insofern finde ich es doch vermessen, wenn jede/ denkt man könne es besser als geschulte Pädagogen, nur weil man selber mal eine Matur gemacht hat.
        Geht für mich etwas ins selbe Horn wie die „Berufserklärer“ neulich. 😉
        Knackpunkt beim Homeschooling bleibt die Frage nach den Motiven.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Womit der Heimunterricht eigentlich ja viel älter ist 😉
        Ich kann deiner Argumentation folgen und bin ja grösstenteils ähnlicher Meinung, es fällt mir nur auf, dass irgendwo halt immer wieder eine Erwartungshaltung besteht, dass man einen ungewöhnlicheren Entscheid erklären muss, sich rechtfertigen muss, wogegen dies von denjenigen, die einen üblichen Entscheid nie erklären müssen. Wo ist das Motiv für die Volksschule? Wird danach gefragt?
        Umgekehrt stört mich, was auch im Text mitschwingt und ich auch schon von einigen Homeschooling-Familien gehört habe, nämlich die Ansicht, dass Leute, die ihre Kinder in die Volksschule schicken, einfach nicht gut darüber nachgedacht haben. Vielleicht haben sie das und sich trotzdem dafür entschieden? Auf mich zumindest trifft das zu.

      • Sportpapi sagt:

        Interessant, wie man heute plötzlich Aussagen hinterfragen soll, und über Motive und Hintergründe spekulieren darf…

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Wegen deiner Frage nach den Motiven: es war die Autorin die Erläuterungen in Aussicht stellte. Immerhin lautet der Titel „Warum meine Kinder nicht zur Schule gehen.“ Was sie mE schuldig bleibt.
        Für alle etablierten Systeme gibt es gute Gründe. Von der Abfallentsorgung über das Schulwesen bis zu medizinischen Vorgehensweisen. Man kann schon von etablierten Empfehlungen und Guidelines abweichen, aber dann ist man schon etwas in der Bringschuld, dies begründen zu können (und nicht umgekehrt). Zudem sollte man an den Resultaten gemessen werden.
        Was du schilderst passt eben bezüglich Haltung schon auch zu meinem Eindruck: sprich gewisse Schnittmengen mit Esoterikern, Stündelern und Impfgegnern, die alle auch der Ansicht sind, nur sie hätten die ‚reine Wahrheit‘ erkannt.

      • 13 sagt:

        Eben, MF, das meine ich. Die Ansicht als einziger recht zu haben, ist offensichtlich denjenigen vorbehalten, die sich für den main stream entscheiden 😉
        Für mich wäre es nichts, aber ich kenne einige HS-Familien (Bern ist ja da noch lockerer als AG) und bisher kann ich nicht sehen, dass es für die Kinder gefährdend wäre. Es hat beides Vor- und Nachteile. Mich stört einfach das schwarz-weiss. Auf beiden Seiten 😉

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Ich weiss nicht ob du mich richtig verstanden hast. Ich verteidige die Volksschule nicht durch alle Böden, manchmal kritisiere ich sie auch. Und für Homeschooling mag es im Einzelfall gute, nachvollziehbare Gründe geben, nur habe ich die hier nicht gelesen. Oder Gegenfrage: hältst du die Reaktion der Mutter („das Kind will nicht“) für angemessen?
        Mir ist sehr bewusst dass vieles auch personenabhängig ist, gerade auch in der Volksschule. Unsererseits haben wir diesbezüglich mit unserem Nachwuchs sehr viel Glück gehabt, weshalb für uns nichts anderes in Frage kam. Andernfalls hätten wir vielleicht an irgendeinem Punkt auch Konsequenzen gezogen. Aber wir hätten a) zuerst sehr genau hingeschaut und wären b) nicht so vermessen gewesen zu glauben, wir könnten es selber besser.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Ich habe Dich verstanden, es war Absicht, dass man es eben auch umgekehrt sehen kann. Darum kann ich mich nur wiederholen: Wurdest Du jemals nach guten, nachvollziehbaren Gründen gefragt, warum Du Deine Kinder in die Schule geschickt hast resp. schickst? Wohl kaum. Ich kenne die Gründe dieser Mutter (Eltern, ich nehme ja an, dass es zusammen entschieden wurde) auch nicht im Einzelnen, habe allerdings weder den Anspruch an den MB, dass diese bis ins letzte Details geklärt werden, noch erwarte ich eigentlich überhaupt eine Rechtfertigung, warum jemand HS macht und zuletzt obliegt es nicht mir, darüber zu urteilen, was denn gute, nachvollziehbare Gründe sind und was nicht.
        Viel wichtiger finde ich die Frage: Wie geht es dem Kind im HS? Oder eben alternativ in der VS?

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Den Anspruch auf Klärung hätte ich auch nicht, wenn er nicht gross angekündigt worden wäre. Auch eine Rechtfertigung erwarte ich nicht zwingend, obwohl der Beitrag über weite Strecken genau als das imponiert.
        „Viel wichtiger finde ich die Frage: Wie geht es dem Kind im HS? Oder eben alternativ in der VS?“
        Hier pflichte ich Dir bei. Nur wird diese Frage, die wohl gar nicht einfach beantwortet werden kann, offengelassen.
        Aber mich überrascht, dass Du einen anderen Aspekt aussen vor lässt: Die Volksschule ist eine der wenigen sozialen Klammern, ein Schmelztiegel, zudem einer der Gründe weshalb man Steuern zahlt. Wenn jede/r beginnt, gewisse Grundbedürfnisse selber in die Hand zu nehmen, fördert das nicht nur eine Segregation sondern auch eine Entsolidarisierung. Wollen wir das?

      • 13 sagt:

        @ MF
        Die Grenze zwischen Autonomie und Solidarität ist immer schwer zu ziehen. Ich gebe Dir grundsätzlich recht und es ist für mich einer der Gründe, warum ich mir persönlich Homeschooling nicht vorstellen könnte. Ich möchte keine Volksschule, wo alle, die es sich irgendwie leisten können, nicht mitmachen. Aber gehe ich soweit, zu sagen, dass das alle gleich sehen müssen? Nein. Solange dies kaum einen grösseren Einfluss auf die Volksschule hat, weil auch diese Familien Steuern zahlen, es dafür keine Zahlungen gibt und sie zahlenmässig, gleich wie in den Privatschulen, kaum eine Rolle spielen, besteht m.E. kein Handlungsbedarf. Würden nun > 10% aller Kinder zu Hause unterrichtet werden, wäre ich für die Prüfung, was in der Schule schief läuft.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Das Ganze tönt für mich nach purer Selbstprofilierung auf Kosten der Kinder. Trotz gegenteiliger Behauptung werden die Kinder isoliert, denn es werden ihnen neue Freundschaften verwehrt, welche durch den Schulbesuch entstehen.

    Und was den Umstand angeht, dass im KT Luzern die Matura gleichwertig einer Lehrerausbildung ist, kann ich nur als Hohn bezeichnen. Demfall sind alle „normalen“ Lehrer dumm, welche zuerst noch studieren oder ein Semi besucht haben. Diesem Beitrag nach ist die PHS Luzern ein Betrug, weil man ja dort anscheinend nichts mehr lernt, was einem nicht schon im Gymi beigebracht worden ist.

    Studien haben ergeben, dass ein Grossteil der Homescoolkinder weit unter dem Wissensniveau von gleichaltrigen Kindern sind. Wir werden das bei diesen aber nie erfahren….

    • 13 sagt:

      Welche Studien wären das denn? Auch wenn für mich Homeshooling nicht unbedingt in Frage käme, kenne ich eigentlich nur andere Ergebnisse…

      Im Übrigen ist das Unterrichten einer Klasse und ein 1:1 oder auch 1:2 Unterrichten der eigenen Kinder nicht ganz das Gleiche, weshalb auch nicht die gleichen Qualifikationen gefragt sind.

    • hmm sagt:

      Sie erwähnen Freundschaften… Oh ja, die kann man in der öffentlichen Schule gewinnen. Aber meist genau innerhalb des Klassenverbands – über Jahre hinweg. Haben Sie ein extrovertiertes Kind, findet es immer schnell Freundschaften, auch klassenübergreifend. Aber meist bleiben die Freundschaften auf die Klasse beschränkt und unterordnen sich den irgendwann aufgebauten Machtstrukturen. Eine Volleyballtrainierin sagte mir letzthin: Es ist immer toll, wenn wir Kinder von auswärts haben. Diese durchbrechen die ewig gleichen Klassen- und Pausenstrukturen, dass sich dann auch wirklich ein Team bilden kann.
      Blöd, wenn Schüler in Situationen sind, in denen wir Erwachsene unsern Job einfach künden würden, weil es einfach wirklich nicht mehr passt (und ich rede nicht von „einfach davon laufen“).

    • Homeschoolmutter sagt:

      Im Gegenteil. Mein Kind ksnn Freundschaften schliessen ohne die Schule zu nutzen.

    • Homeschoolmutter sagt:

      Hm, komisch, Schulinspektor, Schulleiter und Schulpflege: „Wir wissen, dass die privaten Schulung eine hervorragende Qualität garantiert. Das ist uns allen klar.“

      • Kunigunde sagt:

        @ Tamar:
        Woher kommt den diese Studie? Eine interne Studie von Schulabgänger vom Verein Bildung zu Hause weist eine 40 % Maturaquote aus. Die öffentliche Schule 19-20%. Woher kommt den dieser Unterschied? Wohl nicht vom Zwang sondern von intrinsischer Motivation und selbstgesteuertem Lernen.

      • Sportpapi sagt:

        Garantiert ist vermutlich etwas hoch gegriffen. Aber es ist klar, dass eine intensive Förderung in der Kleingruppe zu sehr guten Resultaten führen kann.

      • 13 sagt:

        @ Kunigunde
        Dieser Unterschied dürfte aber in erster Linie von der Untersuchungsgruppe kommen. Es sind logischerweise eher die bildungsnahen Familien, mit Deutsch als Muttersprache, die ihre Kinder zu Hause beschulen. Diese weisen auch in der Volksschule eine höhere Maturaquote aus als der Durchschnitt. Das ist wie bei den Maturaquoten der Privatschulen nicht vergleichbar.

  • Muttis Liebling sagt:

    Wenn man lehren kann, warum nicht. Aber bei Wörtern wie ‚Lernbegleiter‘ bekomme ich rote Ohren. Lehrer begleiten nicht, sie führen. Das Lehrer- Schüler- Verhältnis muss immer ein autoritäres sein.

    ‚Das Leben selbst ist unser bester Lehrer.‘ Das stelle ich auch in Frage. Aus Erlebnissen und Erfahrungen kann man so gut wie nichts lernen. Das Leben ist zu einfach, um als Lehrquelle zu dienen. Wissen muss immer den Bereich der Gegenständlichkeit hinter sich lassen und von der Realität abstrahieren. Einfache Frage: Warum ist 1 + 1 = 2?

    • Röschu sagt:

      (Leider) wird es in der Praxis heutzutage als ausreichend angesehen, zu wissen dass 1 + 1 = 2 ist. An das „Warum“ wird i.d.R. keinerlei Gedanken verschwendet, obwohl doch gerade dies die wesentlich interessantere Art von Wissen wäre…

      • Lisa sagt:

        Warum das „heutzutage“? In der Primarschule wurde schon vor 50 Jahren kein Gedanke an das „Warum“ verschwendet.

    • tststs sagt:

      Oje, meine Herren, wieder mal am eigenen Nasenspitz hängen geblieben.
      Natürlich ist das Leben auch ein guter Lehrer, für manches Wissen sogar der beste.
      Sie vergessen wohl, werter ML, dass es verschiedene Arten von Wissen gibt. Manches wird autoritär „besser“ weitergegeben, manches muss nur begleitet werden (vom Thema „Charaktersache“ spreche ich noch nicht einmal).
      @Röschu: Jeder Lehrer, jedes Lehrmittel wird ihnen vehement widersprechen. Dass (stupides) Auswendiglernen von Verstehen im Grossen und Ganzen (und jeweils stufengerecht) abgelöst wurde, ist jetzt weiss gott kein pädagogisches Geheimnis.

      • Röschu sagt:

        „Dass (stupides) Auswendiglernen von Verstehen im Grossen und Ganzen (und jeweils stufengerecht) abgelöst wurde, ist jetzt weiss gott kein pädagogisches Geheimnis.“
        In der Theorie mag das ja durchaus zutreffen. Dennoch bin ich überzeugt, dass gerade auf Ausbildungsstufen, bei welchen Homeschooling in Frage kommt, mit stumpfem Auswendiglernen hervorragende Bewertungen erreicht werden können. Und da letztlich (fast) nur die Noten zählen, schafft dies falsche (Lern-)Anreize.
        .
        „Jeder Lehrer, jedes Lehrmittel wird ihnen vehement widersprechen“
        Daran zweifle ich keine Sekunde – wer würde schon zugeben, dass seine Methode falsche Anreize schafft?

      • Muttis Liebling sagt:

        ‚Sie vergessen wohl, werter ML, dass es verschiedene Arten von Wissen gibt.

        Was soll das Verschiedene sein? Wissen sind Bausteine, die man aufeinander häuft. Wissen ist wertfrei. Wissen hat nichts mit Charakter zu tun.

        Man kann sagen 1 + 1 = 2, aber das bleibt eine Behauptung und mehrt kein Wissen. Wer das als Wissen ohne Begründung annimmt, der bleibt ohne Wissen. Der betet nur wieder.

        Es ist ja kein Wunder, dass Mathematik und Deutsch zu den grössten Defiziten der Maturanden gehört. Man kennt nur Regeln, aber nicht deren Begründung. Warum ist 1 + 1 = 2 und warum sagt man nicht ‚Lehrperson‘, wohl aber ‚Lehrplan‘? Dieses Wissen fehlt.

        Es fehlt das Wissen über die logischen Regeln vor der Sprache und der Mathematik.

    • Maike sagt:

      Heftiger Tobak – Aus Erlebnissen und Erfahrungen lernt man so gut wie nichts !
      Da gibt es tausende von Beispielen, die dagegen sprechen. In seinem kindlichen Wesen denkt man, alle Menschen sind gut – Erlebnisse werden zeigen, das das nicht so ist. Und das das Leben einfach ist, kann vermutlich auch nur ein Muttis Liebling denken, wo Mutti dem lieben kleinen alles und jedes aus dem Weg geräumt hat.
      Einfache Antwort: weil es so einmal definiert wurde.

    • hmm sagt:

      Und ich bekomme rote Ohren, wenn Oberstufenlehrer mit autoritärem, nicht authentischem Machtgehabe den Teenies sämtliche Lernfreude nehmen.
      Davon gibt es welche und genau so gibt es welche, die echte Beziehungen zu ihren Schülern leben und tatsächlich mehr Lernbegleiter sind, als dass sie virtuell mit dem Stock hinter den Kindern stehen. Es ist dann häufig auf wundersame Weise nämlich gar nicht nötig, weil die Beziehung stimmt.
      Es gibt aber ganz klar Situationen, in denen die Erwachsenen die Regie übernehmen müssen. Sie geben die Leitplanken vor. Aber dieses Wort „immer“ stört mich irgendwie 😛

    • hmm sagt:

      „Aus Erlebnissen und Erfahrungen kann man so gut wie nichts lernen“ – ach ja dann ist es ja dann definitiv egal, in welchem Umfeld wir uns bewegen oder wie?
      Ich persönlich habe wahnsinnig viel aufgrund Erlebnissen und Erfahrungen gelernt, hauptsächlich über mich selber. Wenn Sie das Leben nicht als Lehrquelle erleben, haben Sie vielleicht das falsche Umfeld oder den falschen Beruf. Für mich ist eine solche Aussage absolut nicht nachvollziehbar.
      Es wäre sehr erstrebenswert, wenn Kinder wüssten, was Ihnen liegt und was sie mit ihrem Leben anfangen möchten. Dazu müssen sie aber zuerst mit sich selber im Reinen sein, sich kennen, sich einschätzen können. Wenn man dann nicht ganz auf den Kopf gefallen ist, wird man auf jeden Fall seinen Weg machen.

  • Martin Frey sagt:

    Für mich tönt das über weite Strecken wie ein Plädoyer, ein etwas krampfhafter Versuch der Rechtfertigung vor sich selbst. Alles easy, man lernt schliesslich auch beim Spielen und wenn man der Mutter beim Kochen über die Schulter schaut. Eine pädagogische Ausbildung braucht es auch nicht, ich habe schliesslich mal eine Matura gemacht. Und ja, wenn es Probleme gibt, läuft man davon.
    Kein Wort zu Hintergründen, Zweifeln, den erlernten oder nicht erlernten Fähigkeiten und Kompetenzen. Dafür der Hinweis auf andere Leute die gleich ticken und mit denen man sich vernetzen kann.
    Rückzug in die eigene Blase nennt man das wohl, ja Parallelgesellschaft wäre vielleicht auch nicht ganz falsch. Es mag im Einzelfall gute Gründe für Homeschooling geben, heute habe ich davon aber nichts gelesen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Ich lese

      ‚Ob Homeschool-Ausflüge oder Homeschool-Workshops: Das Angebot wächst.‘

      das eher als Werbung für kommerzielle Angebote rund um das Thema. Wo eine Idee, da sofort auch jemand, der die Idee in seine Taschen melken will. Am Ende dann doch eher Individuale- Privatschule.

    • Emil Eugster sagt:

      … und mich würde es nicht überraschen, wenn diese Kinder auch nicht geimpft sind.

      • tststs sagt:

        ???
        Fehlen nur noch Piller/Rittermann, die die Verbindung zwischen Homeschooling und Überfremdung aufzeichnen…
        Nei ehrli, i seich i dHose 🙂 🙂 🙂

      • Martin Frey sagt:

        @Eugster
        Mich auch nicht.
        Gerade im Luzerner Hinterland gibt es ganze Kohorten solcher Familien, und die nachgerade explorierenden Zahlen an Homeschooling sollte einem eher zu denken geben. Denn entweder ist aus Sicht der Erziehungsdirektion etwas mit der Volksschule nicht in Ordnung, oder gewisse Vorurteile über Homeschooler sind halt doch nicht ganz aus der Luft gegriffen. Beides sollte dem Kanton eher zu denken geben, anstatt dass er solchen Leuten das Terrain noch ebnet und sich dabei klammheimlich ob der Einsparungen die Hände reibt.

      • Nathalie sagt:

        Hahaha….. echt jetzt?
        Und vielleicht ernähren sie sich vegan und nehmen an Klimademos teil?

        Na zum Glück steht beim Homeschooling „Schubladendenken“ NICHT auf dem Stundenplan. 😉

      • Martin Frey sagt:

        @tststs
        Mag etwas ein Vorurteil sein, aber wahrscheinlich wären Sie überrascht ob der doch grösseren Schnittmengen… 😉

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