Mutterschaftsstrafe für Kinderlose?

Von wegen freiwillig: Solange wir in alten Rollenbildern verharren, werden Frauen «bestraft». Foto: iStock

Ein Kind bekommen – das verändert vieles im Leben. Nicht ganz unwichtig: auch den Lohn. Zumindest bei Frauen. Das zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie mit Beteiligung der Uni Zürich.

Ein Kind zu bekommen, führt gemäss Studie dazu, dass Mütter im Durchschnitt rund die Hälfte weniger verdienen als vor der Geburt – und zwar auch zehn Jahre später. Die Autor*innen der Studie nennen das «Kinderstrafe». Ich würde es Mutterschaftsstrafe nennen. Denn: Bei Vaterschaft lässt sich kein solcher Effekt feststellen.

Freiwillige Entscheidung versus Strafe

Die Daten stammen zwar aus Deutschland und Österreich – viel besser dürfte es aber in der Schweiz nicht aussehen. Immerhin etwas besser ist die Lage in den USA und dem Vereinigten Königreich mit 31 beziehungsweise 44 Prozent, und noch besser in Schweden und Dänemark. Dort beträgt die Mutterschaftsstrafe bei Frauen «nur» rund ein Viertel des vorgeburtlichen Lohns.

Auf das Durchschnittseinkommen drücken in allen sechs untersuchten Ländern erstens jene Mütter, die nicht mehr in den Arbeitsmarkt zurückkehren und somit gar keinen Lohn mehr erhalten. Oft unfreiwillig, wie der Blogbeitrag «Frau ist schwer vermittelbar» verdeutlichte. Zweitens sinkt das Durchschnittseinkommen, weil Mütter mehr als Väter ihre Pensen reduzieren. Und drittens verdienen die Mütter im Durchschnitt schlicht auch weniger als Väter im gleichen Alter und mit gleich viel Arbeitserfahrung.

Natürlich liesse sich einwenden, dass Frauen die «Arbeit aus Liebe» zu Hause ja freiwillig verrichten und selbst entscheiden, die Kinder mehr zu umsorgen als Väter, mehr zu putzen und zu kochen. Eine Strafe könne das kaum sein, auch nicht, wenn sie sich so krass im Geldbeutel widerspiegle. Das ist aber zu kurz gegriffen.

Denn die Frage ist, was hier «freiwillig» bedeutet. Und inwiefern die Entscheidungen einzelner die Lohnungleichheit erklären.

Frauen arbeiten gleich viel, für weniger Lohn

Eine Mutter, die nach der Geburt ihr Pensum auf 80 Prozent reduziert, wird beleidigt, muss sich anhören, eine Rabenmutter zu sein, wird bemitleidet. Währenddessen der Vater, der sein Pensum auf 80 Prozent reduziert, viel Zuspruch und Lob erhält für die Zeit, die er sich für seine Kinder nimmt. Freiwillig ist in diesem Kontext ein grosses Wort. Zumal Frauen im Schnitt gleich viele Stunden arbeiten wie Männer – wenn man die unbezahlte Arbeit mitzählt.

Und: Der Vergleich der Männer- und Frauenlöhne zeigt gemäss anderen Studien bereits beim Einstieg in den Arbeitsmarkt eine Lohnschere. Also auch bei kinderlosen Erwachsenen, die über die dieselben Qualifikationen verfügen und in vergleichbaren Berufen und Branchen arbeiten. Wenn wir von Lohnungleichheit reden, ist die Mutterschaftsstrafe also nur eines von vielen Phänomenen.

Aber bleiben wir dabei. Denn hier bleibt die Frage, weshalb sich die in der Studie untersuchten Länder so stark unterscheiden. Einerseits wegen ihrer unterschiedlichen Familienpolitik, zum Beispiel Dauer und Ausgestaltung des bezahlten Elternurlaubs oder Subventionen bei der Kinderbetreuung.

Der Bundesrat scheint die Rollenbilder nicht ändern zu wollen …

Damit lässt sich der Unterschied gemäss den Autor*innen der Studie aber nur zum Teil erklären. Eine weitere Ursache liegt in den vorherrschenden Normen und Rollenbildern. Je mehr Menschen in einem Land finden, dass Frauen zu Hause bei ihren Kindern bleiben sollen, desto grösser die Mutterschaftsstrafe. Solange sich in einer Gesellschaft die Rollenbilder also nicht ändern, solange werden Phänomene wie die Mutterschaftsstrafe fortbestehen. Und damit wären wir wieder bei den individuellen, freiwilligen Entscheidungen, die nicht als Erklärung herhalten dürfen.

Lohnungleichheit nur auf die Entscheidungen einzelner zurückzuführen, wäre fatal. Erstens, weil die Lohnungleichheit schon lange vor der Mutterschaft startet. Und zweitens, weil die vorherrschenden Normen und Rollenbilder die individuellen Entscheidungen massgeblich beeinflussen. Da mutet es als Signal schon sehr merkwürdig an, wenn der Bundesrat nicht nur die Volksinitiative für einen vierwöchigen Vaterschaftsurlaub ablehnt, sondern auch den indirekten Gegenvorschlag mit einer zweiwöchigen «Auszeit» für die Väter. Damit wird Männern eine weitere Chance verwehrt, von Anfang an eine aktive Väterrolle zu übernehmen – unabhängig vom Goodwill einzelner Arbeitgeber. Und damit vielleicht einmal das Rollenverständnis zu verändern. Das würde sich dann auch in der Haushaltskasse rechnen.

 

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123 Kommentare zu «Mutterschaftsstrafe für Kinderlose?»

  • Hans Meier sagt:

    Des weiteres ist es vielleicht so, dass die Frauen weniger Einkommen für den Haushalt generieren, aber damit ist ja nichts darüber ausgesagt, wer was wozu im Haushalt ausgibt und wem das erwirtschaftete Vermögen letztlich zur Verfügung steht.
    Fakt ist, siehe Global Wealth Report 2018 der CS, dass in Nordamerika und Europa zwischen 40% und 45% der Vermögen in Frauenhand ist. Wie ist das möglich, wenn die Frauen viel weniger verdienen und einen viel tieferen Beschäftigungsgrad aufweisen und auch weniger lang arbeiten? Offenbar wird kräftig umverteilt. Was ja logisch ist, wenn die Frau reduziert arbeitet und der Mann zur Hauptsache das Einkommen für den Haushalt aufbringen muss. Muss, nicht darf. Entscheiden, ob, wieviel und was extern gearbeitet werden soll: das kann hautpsächlich frau.

  • Robert Fischer sagt:

    Meine Frau verdient doppelt so viel wie ich. Hört doch bitte auf Drama zu machen.

  • Daimler sagt:

    Ich stimme in dem Artikel einem Punkt zu: Frauen erhalten oftmals bereits beim Antritt ins Berufsleben weniger Lohn, und das ist ein Punkt den ich nicht verstehen kann als Leiter. Hier haben wir deutlich aufgeholt. Aber was ich verstehen kann ist, dass wenn eine Frau Mutter wird, und sich dazu entscheidet 40% zu arbeiten, dass Sie mit der Lohnschere leben muss. Ich habe in meinem Betrieb fast alle Löhne auf Männerniveau, aber Kontrollen zeigen einfach, dass Homeoffice für Väter und Mütter von der Leistung nicht lohnen. Die Störungen sind zu gross und die Leistung sinkt deutlich. Dafür bezahle ich nicht den gleichen Lohn, das gilt für Mann und Frau. Ich will für mein Geld Leistung sehen, von Eltern sind diese so oder so weniger gut als von Arbeitern ohne Kinder.

    • Glasmost sagt:

      „von Eltern sind diese so oder so weniger gut als von Arbeitern ohne Kinder.“

      Das kann ich so nicht unterschreiben, und ich bin auch „Leiter“. Der faulste Hund bei uns ist ein alleinstehender Mann der 100% arbeitet. Gerade niedrig prozentige „Teilzeitfrauen“ sind bei uns sehr motiviert und machen einen gerade so guten Job wie die Hochprozentigen, ob mit oder ohne Kinder. Meine Erfahrungen stimmen also überhaupt nicht mit Ihren überein.

      Zum homeoffice: ich entdecke das gerade für mich, und finde es genial: keine Ablenkung, keine Telefonate – in Ruhe arbeiten! Es ist immer eine höchst produktive Zeit. Es geht realistischerweise erst, wenn die Kinder z.B. in der Schule sind oder sich selber beschäftigen. Das diese Zeit zur Kinderbetreuung gebraucht wird geht natürlich nicht.

  • Tina sagt:

    Dass eine Frau (ohne ODER MIT Kinder) die Vollzeit arbeitet weniger verdient als ein Mann im selben Job geht gar nicht und macht mich fassungslos. Aber dass eine Mutter mit Teilzeitpensum weniger verdient als ein Vollzeit tätiger Mann, das liegt ja wohl auf der Hand? Mutterschaftsstrafe – ernsthaft?!? Das sind Entscheidungen die innerhalb einer Familie getroffen werden; wer wieviel arbeitet, somit Karriere macht und Geld nach Hause bringt. Oft WOLLEN es die Mütter ja gar nichts anders, als maximal Teilzeit zu arbeiten. Falls dem aber nicht so ist, müssen halt die Väter in die Verantwortung gezogen werden! Das würde sowieso am meisten ändern hinsichtlich Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt.

    • 13 sagt:

      Warum genau soll es auf der Hand liegen, dass eine Frau, die sagen wir mal 60% arbeitet weniger verdient als 60% des Vollzeitlohnes?

      • Röschu sagt:

        @13
        Sie erfinden mal wieder Aussagen, bzw. legen diese Tina in den Mund, damit Sie sich als Frau benachteiligt fühlen und so richtig schön empören können.

      • 13 sagt:

        Ja, ja immer die gleiche belanglose Kritik, nur um nicht über Inhalte sprechen zu müssen: Man erfindet etwas, ist dauerempört, fühlt sich in der Opferrole wohl….blabla
        Hier habe ich aber schlicht gelesen:
        „Aber dass eine Mutter mit Teilzeitpensum weniger verdient als ein Vollzeit tätiger Mann, das liegt ja wohl auf der Hand?“

      • Röschu sagt:

        @13
        Gelesen, ja, aber ganz offenbar nicht verstanden.
        .
        Die Aussage von Tina lautet: „Der Anteil eines Lohns ist kleiner als der gesamte Lohn.“
        Alles weiter ist Ihre Interpretation, 13.

    • Tina sagt:

      Ich verstehe einfach nicht, wie man sich als Frau mit einem Familienmodell einverstanden erklären kann, welches der Frau jegliche Karrieremöglichkeiten verbaut und sie beruflich so ins Abseits stellt! Und meistens will die Frau es ja selber so! Das ist meines Erachtens die Erklärung für den Lohnunterschied. Solange es keinen gleich langen Pflicht!-Elternurlaub gibt für Väter und Mütter und nicht beide ihr Pensum zu gleichen Teilen reduzieren, solange wird es leider keine Gleichberechtigung und Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt geben. Aber da muss man zuerst familienintern anfangen, bevor man das System anklagt (ausser natürlich was den Elternurlaub angeht.)

  • Ben sagt:

    Denken Sie wirklich, dass Frau eine Änderung des Rollenbildes will? Denken Sie, dass sich Frau in der Rolle der Ernährerin sieht und dem täglichen Druck Kindern und Mann ein regelmässiges und möglichst hohes Einkommen zu generieren, wohl fühlt. Und wer genau applaudiert Männern und beleidigt Frauen, die 80% arbeiten? Der Arbeitgeber? Die Teamkollegen? Wohl eher die Girls vom Spielplatz oder der Kaffeebar, nicht wahr?

    • Lisa sagt:

      Als zweifache Mutter bin ich die Ernährerin der Familie, befinde mich unter dem täglichen Druck, Mann und Kindern ein ausreichendes, zufriedenstellendes (nicht: ein möglichst hohes) Einkommen zu generieren und bin mit mehr Familienarbeit beschäftigt als mein Mann, denn er wurde nicht als Schweizer Hausfrau erzogen. Er macht es auf seine Art, aber die entspricht nicht den Vorstellungen von z.B. meiner Mutter (die im übrigen auch auswärts gearbeitet hat). Kolleginnen über Chefs bis Kollegen und Chefinnen bewundern meine männlichen Kollegen, die 80% arbeiten und sich von regelmässig von Sitzungen verabschieden mit dem Argument „heute ist Papitag“. Und die nicht-arbeitenden Mütter und teilzeitarbeitenden Mütter der Mitschüler meiner Kinder sind die, die spitz bemerken.

      • Nala sagt:

        Hab ich das richtig gelesen? Ihr Mann macht die Hausarbeit nicht so wie es sich IHRE MUTTER vorstellt? Und darum müssen sie sich auch noch damit beschäftigen? Was zum Geier hat denn Ihre Mutter in Ihrem Haushalt zu sagen? Ich würde meiner Mutter einfach Putzmittel in die Hand drücken und sagen „mach sauber, wenn Dir nicht passt“. Und da wundern wir uns, wenn die Männer im Haushalt nicht mitziehen?

  • diva sagt:

    frauen sollten einfach mal einsehen, dass es den fünfer und’s weggli nirgends gibt. kinder kriegen sollte mehr sein, als sie quasi hinzuwerfen und sich dann wieder der eigenen karriere und anderen bedürfnissen zu widmen. selbst tiere nehmen sich eine auszeit, um ihre jungen lebenstauglich zu machen. nur die moderne frau meint, dass sei überflüssig. dafür gäbe es ja krippe und hort. das ist eben nicht der sinn dieser institutionen. die sollten jenen zur verfügung stehen, die es wirklich brauchen (alleinerziehende und wenigverdienende). was klar ist: frau sollte für gleiche leistung gleichen lohn erhalten – auch wenn sie ein paar jahre nicht im job war, aber die leistung bringt. da gibt es ganz klar verbesserungspotential.

    • diva sagt:

      zusatz zu meinen vorhergehenden post: man muss als frau zuerst mal seinen marktwert kennen und keine kompromisse in lohnverhandlungen eingehen. das heisst aber, dass man vielleicht auch mal einen job nicht bekommt und unfreiwillig diät machen muss. der kampf um ohngleichheit gehört nicht auf die strasse, sondern in die vorstellungsgespräche und da hapert es selbst bei gebildeten frauen gewaltig. ich habe HR gemacht und habe in all den jahren nur eine frau getroffen, die mir paroli geboten hatte, als es um den lohn ging. da könnte frau von den männern einiges lernen. dann kämen sie auch zum ziel. ich bekam immer den lohn, den ich wollte und dort wo man mir den nicht geben wollte, habe ich sehr schnell verabschiedet. solche chefs sind es nicht wert, dass man für sie arbeitet.

      • Lisa sagt:

        Sie sind offenbar selbstbewusst und können sich durchsetzen. Nicht allen Personen ist das gegeben, und Frauen sind tendenziell weniger dazu erzogen, es sich zu nehmen. Haben Sie in all den Jahren den Frauen, die NICHT Paroli geboten haben, unter die Arme gegriffen oder haben Sie sie besonders schnell runtergemacht, weil Sie nicht so waren wie Sie? Ich bitte Sie, sich das zu fragen. Und dann zu fragen: weshalb?

    • Claude Fontana sagt:

      Überlebenstauglich, Tiere machen ihre Kinder überlebenstauglich. sie bringen ihnen bei, was funktioniert,und was sie Selbständig macht. Und bei Rudeltieren, wie man sich darin verhält.

  • Didi sagt:

    Bei den meisten Familien ist das Geld knapp. Daher geht die Person arbeiten, die mehr verdient. Meist ist dies die männliche Person. Somit ist eigentlich alles erklärt. Ich sage nicht, dass dies gut ist. Es ist aber einfach so und wird vermutlich auch weiterhin so bleiben. Wie sich das ändern lässt? Dadurch, dass die weibliche Person zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes mehr verdient als die männliche!

    • Melanie sagt:

      @ Didi
      und genau dort liegt der Hund begraben, weil nämlich Frauen schon vor der Familiengründung in der gleichen Position weniger verdienen (https://www.derbund.ch/leben/gesellschaft/lohnungleichheit-startet-lange-vor-der-mutterschaft/story/28666270).

      • Meieriesli sagt:

        Wer sich ein bisschen umschaut, der kommt nicht umhin festzustellen, dass die in dieser Studie berücksichtigten Faktoren bei weitem nicht die einzigen sind. Dass in dieser limitierten Betrachtung das Resultat wunschgemäss ausfällt, sollte demzufolge nicht überraschen. Man braucht das Rad wirklich nicht jedes Mal selbst zu erfinden.

        Nur ein Beispiel:
        Männer haben etwa 30% längere Arbeitswege. Damit ist das Einzugsgebiet um etwa 70% grösser, genauso die Anzahl potentieller Stellen. Offensichtlich steigt dadurch die Chance, eine besser bezahlte Stelle zu finden.

        Darum:
        Traue nur der Statistik, die Du selbst gefälscht hast.

    • Madeleine Best sagt:

      Studien zeigen, dass Frauen auch in einem geringeren Pensum arbeiten, als ihr Ehemann, auch wenn sie den höheren Lohn hat als er. Dies erlebe ich auch in meinem privaten Umfeld. Weshalb das so ist, darüber kann ich nur spekulieren.

  • Anna sagt:

    Ich sehe berufsbedingt 100‘000de von Löhnen, Spesenvergütungen, Boni, Kinderzulagen etc. Von unzähligen Firmen unterschiedlicher Grösse (1Mann Betrieb bis Grosskonzern). Alles was zum Einkommen dazugehört.

    Innerhalb des gleichen Berufs habe ich kaum geschlechtsspezifische Ungleichbehandlungen festgestellt. Dass ein 40-jähriger Arbeitnehmer mit 50% Pensum schlicht weniger verdient im Vergleich zu 100%Pensum, weil seine Arbeitserfahrung pro Jahr um 50% steigt (und nicht 100%), dürfte Makulatur sein. Abweichungen sind wohl eher auf Verhandlungsgeschick zurückzuführen. Ich sehe auch keine Tendenz dazu, vermehrt Frauen einzustellen, da diese bis 20% günstiger sein sollen. Ich sehe Unterschied auch eher in Persönlichkeitsmerkmale (big5, dunkle Triade) als an Geschlecht.

    • Ben sagt:

      @Melanie. Das bedeutet, dass sich Frau besser ausbilden sollte oder in besser bezahlten Branchen Stellen antreten sollte? Oder ist alles einfach nur unfair?

  • Tom Gardner sagt:

    Ich möchte ja wirklich niemandem zu Nahe treten. Aber der Mamablog wird leider in letzter Zeit vermehrt zum Sprachrohr und Ventil von Genderaktivist*innen. Ich hoffe, dass die Schreiber*innen des Blogs nach dem #14. Juni wieder zu sachlichen Themen zurückfinden, welche nicht mit politschen Inhalten gespickt sind und in jedem zweiten Satz verzweifelt versucht wird auf die abnormale Ungerechtigkeit zwischen Frau und Mann aufmerksam zu machen.
    Mein einziger Lichtblick: Der Blog von Markus Tschannen… Sachlich, selbstkritisch, humorvoll… Merci

    • Sommer sagt:

      Nun das sind halt leider Themen, welche den Frauen unter den Nägeln brennen. Vielen Frauen wird bewusst, dass sie sich mit der Familiengründung ins Offside manövriert haben. Wer in der Schweiz als Frau intelligent ist und einen anspruchsvollen Beruf hat und gerne arbeitet, sollte lieber keine Kinder bekommen. Vor allem Kaderfrauen rate ich davon ab, es sei denn man kann die Kinder an eine Vollzeitnanny auslagern oder ist hon Haus aus reich.

      • Sportpapi sagt:

        @Sommer: Mir scheint ja eher, man erklärt glücklichen Müttern auf allen Kanälen, dass der selbst gewählte Weg (welcher auch immer) ganz sicher absolut falsch ist.
        Und dass sie, obwohl intelligent und durchsetzungsfähig, immer nur Opfer irgendwelcher Verschwörungen sein kann.

  • Andrea Lorenz sagt:

    Bei den Löhnen wird leider vieles nicht berücksichtigt, oft weil einige Punkte nicht bequem sind.
    Verschiedene Studien zeigen: Männer leisten deutlich mehr Überstunden als Frauen. Dies wird bei den Lohnstudien zum Beispiel NICHT berücksichtigt. Wer mehr zu leiten bereit ist und mehr arbeitet, kriegt auch mehr.
    Weitere Studien zeigen, dass Frauen 10-15% häufiger krank sind. Ein nicht zu leugnender Fakt, der sich auch auf Löhne auswirken kann.
    Männer kündigen auch wesentlich schneller, und wechseln den Job häufiger, sind dahingendend Risikobereiter.
    Junge Frauen gönnen sich auch oft ein Jahr Auszeit um zu reisen usw. die Auszeit bei Frauen unter 25 ist 2.4x länger als bei ihren männlichen Kollegen. Auch dies wirkt sich auf den Lohn aus, da Männer schneller mehr Berufserfahrung haben.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Bestimmt gibt es noch strukturelle Unterschiede, die sind aber nie so gross, wie ständig geredet wird. Die substanziellen Unterschiede sind nicht geschlechterbasiert, sondern haben mit Ausbildung und Karrieregewichtung zu tun. Es hilft den Frauen wenig, wenn man dies ständig unter den Tisch kehrt.
    Wir scheitern an der Fünfer und Weggli Anspruchshaltung. Wir wollen modern sein und uns nicht mehr binden, bis das der Tod uns scheidet. Aber treffen Lebensentscheidungen, die auf diesem Modell beruhen.
    Kinder kosten Zeit und Geld. Die Frage ist: wer soll dafür aufkommen? Geht es nach Jo M. sollen das zu 100% die Eltern sein. Nach linken Forderungen soll es zu 100% „die Gesellschaft“ berappen. (Wer immer das auch sein soll, bestimmt sind es nicht die Fordernden selbst …

    • Reincarnation of XY sagt:

      ,,,Die wollen ja mehr und nicht weniger.)
      Die Krux ist, wie alle wollen individuell entscheiden können. Die einen wollen eine traditionelle Familie, die anderen modern, aber doch viel Zeit für die Kinder, die anderen wollen 40% arbeiten und einige wenige 100% mit gratis Kita. Das einzige wo sich alle einig sind ist folgendes: sie wollen mehr für sich.
      Deshalb wählt man diejenigen, welche mehr versprechen, anstatt sich zu überlegen, wie wir unsere Ansprüche realistisch erreichen können.
      Wenn wir Geld wollen: müssen wir in Karriere investieren. Wenn wir Unabhängigkeit wollen, müssen wir uns eine eigene Existenz aufbauen und einen Partner suchen, der das genau gleich sieht und kann.

      • Reincarnation of XY sagt:

        … Ansonsten sind wir von anderen abhängig und es ist einfach naiv zu glauben, dass Andere das gleiche Interesse haben all unsere Ansprüche zu erfüllen, wie wir selbst.

        Wenn wir NULL Einbussen wegen den Kindern wollen, dann werden wir früher oder später diese in künstlichen Gebärmüttern austragen lassen und sie tagsüber in gesellschaftlichen Kitas betreuen. Dann gibt es in der Arbeitswelt absolut keinen Geschlechterunterschied mehr und es ist auch nicht mehr relevant ob wir uns fortpflanzen oder nicht.

    • Röschu sagt:

      „Geht es nach Jo M. sollen das zu 100% die Eltern sein. Nach linken Forderungen soll es zu 100% „die Gesellschaft“ berappen. (Wer immer das auch sein soll, bestimmt sind es nicht die Fordernden selbst …)“
      Nein, das stimmt so nicht.
      – Das „linke Modell“ schiebt die Kosten, die aus individuellen Entscheidungen entstehen, auf die Allgemeinheit ab.
      – Bei Jo M.’s Modell bezahlt jeder genau die Kosten, die ihm aus seinen individuellen Entscheidungen entstehen.
      Zweiteres dünkt mich wesentlich gerechter.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Nachwuchs zeugen ist – anders als Base Jumpen oder Teilzeitarbeiten und die Welt kennenlernen – nicht eine rein individuelle Angelegenheit, sondern auch für die Gesellschaft eine höchst relevante Sache.
        Man muss schon sehr wohlstandsverwöhnt (und Wohlstand kann nur im Kontext einer Gesellschaft entstehen) sein, wenn einem das nicht bewusst ist.

      • Röschu sagt:

        @RoXY
        Viel eher sterben wir aufgrund Überbevölkerung aus, als dass uns fehlender Nachwuchs ans Ende bringt.
        .
        Ich kann zwar nachvollziehen, dass Eltern davon ausgehen, dass alle anderen nur auf ihr Kind gewartet haben und dieses nun gefälligst unterstützen müssen. Nur: es gibt auch Menschen, auf welche dies nicht zutrifft…

      • Roxy sagt:

        Sich besser informieren! Nirgendwo sind sich die Forscher so einig, wie in der demographischen Entwicklung. Aber Dan Brown Spektakel lässt sich besser verkaufen als nüchterne Forschung.

        Es ging jedoch nur um die Tatsache, dass Nachwuchs zeugen sehr wohl eine gesellschaftliche Sache ist. Das sah jede menschliche Gesellschaft so. Erst heute können einige wohlstandsverwöhnte den Zusammenhang nicht mehr sehen.

      • Roxy sagt:

        Aber falls Sie nicht gemerkt haben, dass ich die Anspruchshaltung kritisiert habe, dass die anderen alles bezahlen sollen, dann Ist wohl jedes weitere Wort vergeblich. Und falls Sie glauben diese Anspruchshaltung hätten nur Eltern ist das reiner Selbstbetrug.

  • Max Blatter sagt:

    Frage am Rande: Wie spricht man das Wort „Autor*innen“ aus? „Autor-(piep)-innen“? Schon bei der Schreibweise „AutorInnen“ (mit dem „Binnen-I“), die früher mal angesagt war, hatte ich dieses Problem: „Autor-(hicks)-innen“? Sehen Sie, deshalb schreibe ich es lieber aus: Autorinnen und Autoren. Funktioniert geschrieben wie gesprochen und ehrt zudem die Frauen weit mehr als das verkrüppelte Anhängsel. Man sage nicht, Texte würden dadurch zu schwerfällig: Im vorliegenden Artikel stellt sich das Problem (wenn ich nichts übersehen habe) genau einmal.

    • Stefan Egger sagt:

      Lesen Sie Blog-Texte laut vor oder warum ist das für Sie so ein Problem? Wenn ja, dann lesen Sie doch einfach nach Lust und Laune Autorinnen, Autoren oder auch Autor-(hicks)-innen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Wenn jeder nach Lust und Laune liest und schreibt, können wie Sprachregeln gleich ganz aufgeben. Wozu Rechtschreibung. wozu Grammatik? Jeder schreibt wie er Lust hat. Mal sehen, wie lange wir uns verstehen.

        Das Gender * gehört nicht zur deutschen Schriftsprache. Das ist ein Schreibfehler, so müsste es jeder Lektor oder Lehrer sehen und abstrafen.

    • 13 sagt:

      @ M. Blatter
      Man macht eine Pause, dann wird es richtig verstanden. Autorinnen und Autoren kann man auch sagen, ist jedoch auf Menschen beschränkt, die sich klar als Mann oder Frau betrachten, nicht auf andere.

  • Joe Amberg sagt:

    1. systematische Lohndiskriminierung wurde von allen seriösen Studien, die tatsächlich einzelne Löhne verglichen (und nicht vollständig schwachsinnige „Berufsgruppen“ etc.) längst widerlegt. Das ist langsam Fakenews im Stile von Trump.
    2. Nachdem der Planet Erde jetzt schon massiv überbevölkert ist, der Bevölkerungszuwachs trotzdem mit Rekordrate weitergeht, und wir gerade ein riesiges „grünes“ Geschrei haben: jeder kinderlose Mann / jede kinderlose Frau sollt DRINGENDST eine Zusatzprämie erhalten!

    • tststs sagt:

      Eine seriöse Studie, die einzelnen Löhne vergleicht? Ernsthaft?
      (Bitte nicht missverstehen, im Grundsatz bin ich bei Ihnen; aber meine Begründung ist eine andere: solche Studien sind obsolet, weil vom Durchschnittsergebnis kein Rückschluss auf das Individuum gezogen werden kann (naturalistischer Fehlschluss).)

  • Lia sagt:

    das Hauptproblem beim Vaterschaftsurlaub ist, dass die Väter diesen genau als solchen ansehen: als 2 Wochen Ferien. Kein Vater wird sich in diesen 2 Wochen um das Baby kümmern und die Mutter entlasten. Genauso, wie jeder Vater davon spricht, gerne Teilzeit arbeiten zu würden, aber wenns dann um die konkrete Vorstellung geht, wie der freie Tag denn aussehen soll, dann steht da nicht Hausarbeit und Kinderbetreuung auf dem Plan, sondern eben ein Tag zur freien Verfügung.

    • Lisa sagt:

      Solche Männer mag es geben – aber das ist eine Unterstellung für alle Väter. Da kenne ich etliche Gegenbeispiele.
      Auch wenn noch viel zu oft viel zu viel an den Müttern hängt – mich nerven solche Pauschalisierungen.

    • Synn sagt:

      Es wäre gut das nicht zu verallgemeinern. Sie kennen wohl die falschen Männer.

    • Max Müller sagt:

      Ich hatte gestern (wie immer mittwochs) frei, da ich 80% arbeite. Ich habe Frühstück vorbereitet (wie jeden Tag), den Schulkindern den Znüni bereit gemacht, war bei der Bank, einkaufen, habe gekocht, aufgeräumt, die Betten gemacht, geputzt, Gartenarbeit erledigt, die Tochter beim Backen unterstützt, den Sohn in den Schlagzeugunterricht begleitet, …
      Was genau hätte eine Mutter an diesem Tag anders gemacht?

    • Rodolfo sagt:

      Die Väter die ich kenne zw. 35-50 sind nicht in dieser Kategorie. Familien sprechen sich ab, Teilzeit, Homeoffice um Betreuung „inhouse“ zu belassen. Es liegt an den Eltern Kinder, Teilzeit, Engagements, häusliche Arbeiten, Freizeit im Konsens miteinander zu vereinbaren, die Ansprüche am Einkommen zu skalieren. Dabei gemeinsame Arbeiten, Hausarbeit, Kinder in Relation zum berufl. Engagement verteilen. Wenn Mami sich als unverzichtbar für das Kind erachtet, lieber zuhause bleibt, Mühe hat um in die beruflichen Gänge zu kommen, die anscheinend so gute Ausbildung oder angestrebte Weiterbildung „soft“ und somit wenig Jobangebote bedeutet, die Flexibilität & der Biss fehlt, was dann? Wirtschaft & Staat müssen nicht familiäre Absprachen ersetzen, reglementieren & soft Jobs bereit halten.

    • Alexa sagt:

      Mein Mann bekam von seinem Arbeitgeber 2 Wochen „Papi-Urlaub“. In dieser Zeit hat er sich sehr wohl um das Baby gekümmert wo es ging und hat zB gekocht. Es war eine grosse Entlastung und noch wichtiger: Er hat dies sehr gern getan und wir alle haben die Zeit zu Dritt sehr genossen. Wenn ich wieder arbeiten gehe, wird er in dieser Zeit zuhause sein. Und nein, er ist damit keine Ausnahme, in unserem Umfeld engagieren sich alle Väter.

    • Andrea Lorenz sagt:

      Eine sehr sexistische, männerverachtende Sichweise die sie da offenbaren. Würde ein Mann sowas plattes über Frauen sagen, wäre das Geschrei gross. Ich kenne viele Männer, die sich sehr ausgiebig um den Nachwuchs kümmern, das Wickeln des Babys zu 100% übernehmen, sobald es mit Fläschchen geht jede Nacht zum Stillen aufstehen usw. Egal wie man es als Mann macht: Es hagelt vorwürfe von Frauen wie ihnen. Also besser gar nichts machen.

  • Jo Mooth sagt:

    Noch was: letztlich geht es darum, die Folgen des Kinderhabens in der Arbeitswelt von der Frau zu entkoppeln. Eltern haben Kinder, Väter und Mütter. Mütter sollen gleich viel verdienen wie Väter.; kinderlose Frauen gleich viel wie kinderlose Männer. Mütter aber nicht gleich viel wie kinderlose Frauen, und Väter ebenso wenig gleich weil wie kinderlose Männer.

    • tststs sagt:

      Bitte was? Ich dachte, im Endeffekt hängt der Lohn von der zu leistenden Arbeit ab…

      • Martin Frey sagt:

        @tststs
        Haha, so schnell geht’s, tststs, und man ist diskriminiert, bevor man sich sich die Augen fertig reiben kann! 😉 Und dies nur, weil jemand der Ansicht ist, zu meinen, bestimmen zu müssen, wem welcher „richtige“ Lohn zusteht.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Unser guter Jo bildet sich ein, er wäre produktiver weil er keine Kinder hat….
        Das ist mitunter eine Gefahr für Kinderlose: man wird nicht täglich auf den Boden der Realität zurückgeholt….

      • tststs sagt:

        @MF: 😉

        Hüstelhüstel, RoXY, also im Luftschlösser bauen, stehen Eltern Kinderlosen aber in gar nichts nach… (also dieses Utopia von wegen Männlein hält sich zuhause ein Weiblein, das schön haushaltet und man hat überhaupt keine finanziellen Konsequenzen – jetzt oder später – zu tragen wird doch öfters von Eltern gesucht als von DINKS 😉 )

      • Jo Mooth sagt:

        @RXY: Was jetzt: ist das Kinderhaben nun ein Karrierehemmnis oder nicht? Wenn nicht: was ist dann der Grund, dass Frauen weniger verdienen?

      • Reincarnation of XY sagt:

        verhüsteln Sie sich nicht tststs …. ich habe ja des Langen und Breiten geschrieben, dass wir alle dazu neigen seltsame Anspruchshaltungen an den Tag zu legen.
        Der Jo halt, wird irgendwie nicht müde, hervorzuheben wieviel besser er als Kinderloser ist und verdient hätte weniger Steuern zu bezahlen und nun noch – per Status ! – automatisch mehr zu verdienen. Da habe ich mir doch diesen Scherz erlaubt.

        Es wäre aber tatsächlich ein Vorrecht aller Eltern von den Kindern auf den Boden der Realität geholt zu werden. Aber gegen unsere Verwirrungen ist oft nicht mal dieses Kraut gewachsen. Ob Mann, ob Frau, ob Single oder Verheiratet, mit oder ohne Nachwuchs…. realistische Demut ist ein eher rares Gut.

      • Röschu sagt:

        @RoXY
        „Unser guter Jo bildet sich ein, er wäre produktiver weil er keine Kinder hat….“
        Und hat damit – was das Arbeitsumfeld eines „klassischen Bürojobs“ angeht – meinen persönlichen Erfahrungen nach recht.

      • maia sagt:

        Wer sagt denn, das man nicht wieder umdenken kann und den Lohn vom Bedarf aus rechnen kann? Früher verdienten die Männer mehr, weil sie eine Familie ernähren mussten (man nahm das mindestens so an).

      • Reincarnation of XY sagt:

        Jo – Von denen die ich kenne, haben 9 von 10 die Karriere gemacht (und richtig fett Kohle verdienen) Kinder.
        Das sagt alles. JEDER, der den Grips, den Willen und die Sozialkompetenz hat, kann Karriere machen. Ob Mann, Frau, In- oder Ausländer…. für alle ist es möglich. Es ist eine Sache der Fähigkeiten und der Prioritäten.

        Allerdings kenne ich wenige Paare, wo beide Karriere gemacht haben und die am Ende nicht getrennte Wege gingen.

        Frauen verdienen weniger
        – z.T. wegen den Reststrukturen aus 10’000 Jahren Patriarchat
        – z.T. weil sie nicht die Karriere priorisieren (die auch Geld einbringt! – Man könnte ja auch fragen, warum Künstler weniger verdienen als KMU-Chefs….)

    • Jo Mooth sagt:

      Das schon. Aber wenn eine Mutter deshalb weniger verdient als eine kinderlose Frau, weil ihre Arbeitsleistung geringer ist, etwa weil das Kind immer pünktlich bei der Kita abgegeben und wieder geholt werden muss, stört mich das nicht.

      • tststs sagt:

        Nun ja, auch hier weisen Sie auf ein weiteres Problem hin: Wer Leistung mit Präsenz gleichsetzt und glaubt, diese Dinge noch vergleichen zu können, irrt gewaltig!
        Ein Mutter, mit dauerkrankem Kind kann durchaus mehr Leistung als eine Kinderlose erbringen.
        Und prinzipiell sind wir schon in die Falle getappt, weil wir nur von Müttern sprechen!

      • Röschu sagt:

        „Wer Leistung mit Präsenz gleichsetzt und glaubt, diese Dinge noch vergleichen zu können, irrt gewaltig!“
        Kassierende im Supermarkt müssen also nicht zwingend bis Geschäftsschluss anwesend sein? Bademeisternde können ihre 4-Stunden-Schicht auch in 3 Stunden erfüllen?

      • Lisa sagt:

        Meine Arbeitskollegin – mit Kind, 50%-Pensum – geht tatsächlich immer überpünktlich und auch mal früher oder tauscht einen Tag oder macht Homeoffice. Sie ist im Erledigen ihrer Arbeiten aber produktiver und effektiver. Sie arbeitet ihre vollen 50%, während die 100%igen auch mal Zeit verlauern mit Pause überziehen oder Bürotratsch. Das heisst, sie leistet unterm Strich eher 55-60% für den 50%-Lohn, die Vollzeitarbeitenden leisten eher 80-90% für den 100%-Lohn. So kanns auch gehen.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: „Ein Mutter, mit dauerkrankem Kind kann durchaus mehr Leistung als eine Kinderlose erbringen.“
        Ja, alles ist möglich. Aber nicht sehr wahrscheinlich. Überhaupt ist die Aussage, Mütter in Teilzeitanstellungen seien irgendwie viel fleissiger und produktiver, wie man immer wieder hört, natürlich aus der Luft gegriffen. Zumal sie tatsächlich in der Regel sehr unflexibel sind und in der Regel pünktlich gehen müssen.

  • Jo Mooth sagt:

    Der Titel des Beitrags gefällt mir sehr. Vergleichen wir doch erst mal Frau und Mann, und nicht immer Banker und Mutter. Als (überzeugt) kinderloser Mann tut es mir besonders leid, wenn eine kinderlose Frau (z.B. meine) weniger verdient, etwa weil eben bei jeder Frau Mutterschaft „droht“. Nicht so leid tut es mir, wenn eine Mutter oder ein Vater weniger verdient als wir Kinderlosen, denn das ist einfach ein anderer Lebensplan, den man heute wählen kann. Frauen verdienen heute oft weniger, weil sie Mütter sind oder es drohen zu werden. Frauen verdienen aber auch aus anderen Gründen weniger als Männer, unabhängig davon, ob sie Kind(er) haben. Diese Ungerechtigkeit ist prioritär anzugehen.

    • Andrea Kaehlin sagt:

      Statistischer Fakt: Frauen leisten weniger Überstunden als Männer. Dies wird bei der Lohngleichheit jedoch nicht berücksichtigt.
      Ebenfalls statistischer Fakt: Frauen sind 10-15% häufiger Krank als Männer.
      Und zum dritten: Frauen arbeiten häufiger Teilzeit, auch Frauen OHNE Familie und Kinder arbeiten häufiger Teilzeit als Männer in der gleichen Lebenslage. Worklife Balance wird bei Frauen höher eingestuft, so div Studien und Umfragen.

    • Mary Jo sagt:

      Mutterschaft droht?
      Auch bei den Krankenkasse bezahlen viele Frauen höhere Prämien als Männer – Frau könnte ja schwanger werden.
      Ist dies gleichgestellt und gerecht?

  • Marc Berger sagt:

    „Und überdies verdienen Frauen auch vor der Geburt weniger“. Genau, einfach mal noch einen draufhauen. Wenn man es genug lange schreit glaubt es die gesamte Menschheit dann schon. Angabe von Fakten unnötig.

    Ganz im Stil von Cato der Ältere: „Ceterum censeo Carthaginem esse delendam“.

    • Stephanie Hess sagt:

      Einfach nochmal einen draufhauen – das tun Sie mit Ihrer pauschalen Behauptung ohne Faktenangabe ja ebenfalls, nicht wahr?

      Hier eine von zahlreichen Studien, die den Gender Pay Gap in der Schweiz zeigen:
      https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/arbeit-erwerb/loehne-erwerbseinkommen-arbeitskosten/lohnniveau-schweiz/lohnunterschied.html

      • Andrea Kaehlin sagt:

        Bereinigt bleibt noch eine Lohndifferenz von 7.7% übrig. Aber auch hier wird einiges nicht berücksichtigt. Überstunden: Gemäss mehrerer Studien leisten Männer deutlich mehr Überstunden als Frauen, 1.6h pro Woche. Dies resultiert natürlich in höheren Löhnen. Frauenorganisationen haben dafür gesorgt, dass dies nicht berücksichtigt wird. Weitere Punkte: Rente. Aktuell gehen Frauen durchschnittlich 2.2 Jahre früher in den Ruhestand. Bedeutet auch, dass Männer 2.2 Dienstjahre haben, was sich auch in höheren Löhnen zeigt. Wird auch nicht berücksichtigt.
        Diffiziler ist es, die Krankheitstage zu berücksichtigen: Frauen haben 10-15% mehr Krankheitstage als Männer. Und letzer Punkt: Auch Frauen ohne Familie/Kinder arbeiten heufiger Teilzeit als Männer. Freiwillig (WorklifeBalance)

    • Melanie sagt:

      @ Marc Berger
      Gerade kürzlich erschienen, die Studie von B. Combet und D. Oesch. Auch der Tagi berichtet darüber. Das ist eine seriöse, wissenschaftlich publizierte (European Sociological Review) und damit von anderen Experten überprüfte Studie. DAS SIND FAKTEN!

      • Lang A. sagt:

        @Melanie: Haben Sie die Studie gelesen? Ich habs gerade getan. Die Autoren fanden einen unerklärbaren Pay-Gap von 3-6 Prozent, stützen sich dabei aber auf Daten von anderen Studien, die nicht alle Variablen miteinbezogen hatten. Also: Nix mit 14 Prozent, wie der Bund behauptet. Eine in der NZZ veröffentlichte Studie zeigte gar einen Gap von nur 2.9 Prozent. Bei beiden Studien liesse sich der Gap weiter verkleinern, wenn weitere Variabeln miteinbezogen würden. Des Weiteren: Wo bleibt der Wehrdienst, der zu Lohneinbussen führen kann? Oder der Wehrpflichtersatz? Es gibt keine statistisch nachweisbare Diskriminierung auf Grund des Geschlechts. Das sind die Fakten.

  • Michael Beutler sagt:

    Wenn Frau ihr 100% Pensum nach der Geburt auf 50% reduziert, dann kann es sein, dass sie „nur“ noch die Hälfte verdient.

  • Karin sagt:

    Ich lese eigentlich schon lange kein Mamablog mehr.

    Aber zu diesem Artikel kann ich nur sagen – herzlichen Dank! Selten so gut auf den Punkt gebracht!

  • Martin Frey sagt:

    Der Teufel liegt wie oft im Detail, insbesondere da gerade bei solchen Themen gerne tunlichst der eine oder andere Bias miteingerechnet wird.
    https://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/karriere/lohndiskriminierung-ist-nicht-nachweisbar/story/17606035
    Ob die linke Maximalforderung eines vierwöchigen VU mehrheitsfähig ist, bezweifle ich sehr, insbesondere da bereits bei 2 Wochen die realen Kosten beträchtlich ausfallen dürfen:
    https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/urlaub-fuer-vaeter-ist-teurer-als-bekannt/story/29258034
    Bemerkenswert finde ich wieder mal Wording und Framing beim Beitrag. Es ist von „Bestrafung“ von Müttern die Rede, wenn sie nach Geburt umgehend ihr Pensum zurückfahren oder unbesehen von noch so teurer und langer Ausbildung ihren Beruf ganz an den Nagel hängen.

    • Martin Frey sagt:

      Genauso gut könnte man von „privilegierter“ Situation reden, wenn offenbar bei vielen Schweizerinnen der ökonomische Druck so klein und die Wahlfreiheit so gross ist, dass sie sich in ein traditionelles Rollenmodell zurückbegeben. Ein Umstand, der mit anderen Ländern wegen anderen Systemen und Lebensbedingungen kaum vergleichbar ist.
      Interessanterweise trifft dies auf Ausländerinnen in der CH weniger zu:
      https://www.20min.ch/schweiz/news/story/Auslaenderinnen-sitzen-haeufiger-im-Chefsessel-16575075
      Sowieso, wer sagt, welches Rollenmodell falsch zu sein hat, und dass der Bundesrat gefälligst Rollenbilder zu ändern habe?
      Hier drückt die linke Anspruchshaltung durch, den Menschen mit Druck von oben auf den „richtigen“ Weg führen zu wollen.
      Und wer nicht willig ist, wird genötigt?

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ganz nach dem Motto: „richtig ist, was mir in den Kram passt.“ Bezahlen sollen es……. die ANDEREN.

      • tststs sagt:

        „wenn offenbar bei vielen Schweizerinnen der ökonomische Druck so klein und die Wahlfreiheit so gross ist“
        Weil sie (und ich meine Frauen und Männer) nicht rechnen können! Man rechnet immer nur bis zur nächsten Steuerperiode. Niemals bis zur Pensionierung!
        Würde Paare dies tun, würde keiner von beiden zulassen, dass der eine ohne Verdienst und Sozialabgaben zu Hause bleibt.

      • Anh Toàn sagt:

        tststs „Weil sie nicht rechnen können“

        Die Angst, im Alter nicht genügend Geld zu haben, ist viel mehr eine Funktion des Alters als der Vermögens: Je älter man wird, umso mehr Angst hat man, das Geld reiche nicht bis zum Lebensende.

      • Martin Frey sagt:

        @tststs
        „Weil sie (und ich meine Frauen und Männer) nicht rechnen können! Man rechnet immer nur bis zur nächsten Steuerperiode. Niemals bis zur Pensionierung!“
        Natürlich stimmt das alles. Ich war noch nie dafür, dass Frauen, kaum fertig ausgebildet, sich selber freiwillig den beruflichen Stecker ziehen, um es mal brutal zu formulieren. Aber Freiheit bedeutet, eben auch unkluge Entscheide für sich fällen zu dürfen. Und falls ein solches Modell aufgeht, sprich nichts passiert (Scheidung, Krankheit, Tod des Ernährers) und es für alle stimmt, dann sind u. U. alle glücklich bis ans Ende ihrer Tage.
        Dann ist es nicht an der Autorin, dem Bundesrat oder sonst jemand zu sagen, dass das so falsch ist.
        Ich erinnere mich, Sie mögen den Begriff nicht, aber die Schweizerinnen sind privilegiert.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Es bleiben in der Schweiz nur wenige ganz zu Hause. Die Paare können durchaus rechnen. Aber es gibt nun mal auch noch andere Prioritäten als die Verdienstmaximierung – sonst würde niemand mehr Kinder bekommen.
        Ausserdem soll es auch noch Menschen geben, die das „bis der Tod uns scheidet“ ernst meinen.

  • Frank sagt:

    Wenn man in die Berechnungen einbezieht, dass Männer keine Wittwerrenten erhalten, im Gegensatz zu den Frauen (die ja gegen 2/3 der Rentengelder beziehen), steht Frau lebenslang erheblich besser da als Männer. Dabei sind die Männersteuer von 3% (Militär) und Nachteile im Familienrecht für Männer noch nicht mal berücksichtigt.
    Wennschon müssten Männer gegen das privilegierte Matriarchat streiken.

    • Melanie sagt:

      @Frank: sagen sie das mal der Frau, die mit 70 auf Ergänzungsleitungen angewiesen ist, weil die AHV und Pensionskasse hinten und vorn nicht reichen, da sie drei Kinder aufgezogen und zusätzlich trotzdem 50% gearbeitet hat.
      Sollen ich mich als Frau dafür entschuldigen, dass ich (im Durchschnitt) länger lebe? Das ist so ein bescheuertes Argument mit diesen 2/3 der Rentengelder!

      • Michael Müller sagt:

        Das Argument mit den 2/3 der Rentengeldern ist eben nicht bescheuert – sind es doch gefühlt dieselben Kräfte, welche sich gegen ein gleiches Rentenalter für beide Geschlechter wehren, die morgen auf die Strasse gehen.
        Auch die Militärdienstpflicht wird immer schön umschifft in diesen Diskussionen. Ich bin absolut für die Gleichstellung, aber bevor man lauthals klagt, sollte man sich bewusst sein, dass heute per Gesetz nicht die Frau, sondern der Mann den Nachteil hat.

      • tststs sagt:

        Herr Müller, Sie glauben also allen ernstes, dass die Dienstpflicht eingeführt wurde, um die Männer zu benachteiligen? Wirklich? Ernsthaft?
        Bitte nicht falsch verstehen, ich störe mich auch an jedem Gesetz, dass Männer und Frauen nicht gleich behandelt; aber dass die Wehrpflicht primär als Benachteiligung für Männer dargestellt wird, finde ich etwas stossend!

      • Kurt Leutenegger sagt:

        Melanie, ihr Kommentar in Bezug auf AHV Rente Kindererziehung und Pensionskasse habe ich Mühe.
        Sie hat mehr als 25’000 Fr. (Neu 19’000) verdient sonst keine Pensionskassenpflicht.
        Ich bin überzeugt das ihr Kommentar erfunden ist, den Kindererziehung wird als Beitragsjahre angerechnet.

        Wir heirateten als meine Frau 22 Jahre alt war, lebten aus der CH bezahlt (Gelernter Mech.) 17 Jahre im Ausland, mit 40 jobte meine Fau 50-70% in verschiedenen Niedriglohnjobs (Verkauf). 1996 machten wir uns selbständig mit einem Durchschnittslohn von ca. 60’000Fr./Pro. Heute hat meine Frau sogar eine 28Fr. (1782.-Fr.) höhere Rente weil ich 8 Monate länger Arbeitet und die AHV auf ihr Konto zahlte.
        Kindererziehung wird als Beitragsjahre bei der AHV angerechnet.

      • Hans Petri sagt:

        @tststs
        Ob die Militärpflicht eingeführt wurde um Männer zu benachtgeiligen oder nicht ist auch komplett irelevant?!

    • Martin Frey sagt:

      @Melanie
      „sagen sie das mal der Frau, die mit 70 auf Ergänzungsleitungen angewiesen ist, weil die AHV und Pensionskasse hinten und vorn nicht reichen, da sie drei Kinder aufgezogen und zusätzlich trotzdem 50% gearbeitet hat.“
      Da haben Sie recht, die mangelnde Altersvorsorge bei Niedrigpensen ist ein grosses Problem, das besser gelöst werden sollte. Nur trifft das auf alleinerziehende Väter natürlich genauso zu.
      Sowieso bringt es nichts, die eine Benachteiligung mit der anderen zu rechtfertigen. Alle Benachteiligungen gehören ausgeräumt, sofern sie systembedingt sind. Ob es jedoch Aufgabe des Staates ist, die Leute vor sich selber zu schützen, sofern Nachteile auf deren individuellen Entscheiden beruhen, steht aber auf einem anderen Blatt.

      • Lena Like sagt:

        „Da haben Sie recht, die mangelnde Altersvorsorge bei Niedrigpensen ist ein grosses Problem, das besser gelöst werden sollte.“
        In der Pensionskasse werden Teil-Invalide besser gestellt als Teilzeit arbeitende, hier mal ein Rechnerisches Beispiel.
        Invalide Person 50%:
        AHV Lohn: 40’000
        Koordinationsabzug 50% (weil Teilinvalid) 12’338
        Versicherter Lohn BVG (Pensionskasse): 27’662

        Teilzeitarbeitende Person 50%
        AHV Lohn: 40’000
        Koordinationsabzug (voll) 24’675
        Versicherter Lohn BVG: 15’325

        Hier wäre eine Gesetztesänderung im BVG fällig, dass auch bei Teilzeitarbeitenden der Koordinationsabzug entsprechend dem Teilzeitpensum reduziert wird!

      • Lina Peeterbach sagt:

        „Ob es jedoch Aufgabe des Staates ist, die Leute vor sich selber zu schützen, sofern Nachteile auf deren individuellen Entscheiden beruhen, steht aber auf einem anderen Blatt.“
        I like!

      • Sportpapi sagt:

        @Lena Like: Ich sehe gerade das Problem nicht. Auf der einen Seite ehemals Vollzeit arbeitende Menschen, die aufgrund einer Invalidität nicht mehr arbeitsfähig sind, und denen die Versicherung einen Teil des Lohnes zahlt. Auf der anderen Seite Teilzeit arbeitende Menschen, die also von einem Teilzeit-Lohn leben können, und eine entsprechende Rente zu erwarten haben.
        Wer soll denn den teilzeit arbeitenden Menschen die Rente aufstocken? Nach welchen Kriterien?

      • Röschu sagt:

        @Lena Like
        Der Vergleich hinkt ohnehin.
        Invalidität ist in der Regel wohl kaum eine freiwillige individuelle Entscheidung; Teilzeitarbeit in der Regel hingegen schon.

  • Chr. MÜller sagt:

    Unbelegte Behauptungen im Stile von „drittens verdienen die Mütter im Durchschnitt schlicht auch weniger als Väter im gleichen Alter und mit gleich viel Arbeitserfahrung“ werden immer wieder WIDERLEGT, und zwar mit wissenschaftlichen Studien, die alle relevanten Variablen mit Einfluss auf den Lohn berücksichtigen. Tatsache ist, dass die Behauptung, es handle sich bei den beobachteten Lohnunterschieden um Lohndiskriminierung, einer statistischen Überprüfung NICHT STANDHALTEN.
    Solches kann man sogar im Tagi nachlesen, letztmals z.B. am 10. Juni 2019 in einem Artikel mit Titel „Lohndiskriminierung ist nicht nachweisbar“.
    Wäre es tatsächlich so, dass man gleichwertige Frauen zu einem tieferen Lohn als Männer anstellen könnte, so würde jeder vernünftige Arbeitgeber nur Frauen anstellen.

    • Ralph Kaiser sagt:

      „Ein Kind bekommen – das verändert vieles im Leben“.
      Richtig, aber es ist in der heutigen Zeit eine komplett freiwillige Entscheidung, deren Konsequenzen im Voraus bekannt sind. Mir kommen Eltern langsam ein bisschen vor wie Leute, die wegen der günstigen Mieten in eine Flughafengemeinde ziehen und sich dann aufregen, dass es dort laut ist.

    • Jänu sagt:

      Das ist ein Wiederkäuerartikel, der gefühlt wohl millionste über das selbe Thema. Da wird immer der selbe Sermon ausgebreitet, es wird analysiert, verglichen, zitiert, behauptet – aber manche Tatsache, wie die, über die Sie schreiben, wird so konsequent ignoriert, dass es bald nur noch peinlich ist. – Die Autorinnen (es sind eigentlich nur -innen, die so schreiben) tun der Sache einen Bärendienst: Man kann das Gezeter nicht mehr hören. Denn Gezeter ist es, wenn man so Stimmung macht. Gegen wen eigentlich? Gegen die Männer? Das ist so pauschal, wie es falsch ist. Also geht es ums Zetern. Aber so wird niemals eine Lösung gegen die tatsächlich vorhandenen Diskriminierungen erreicht. Aber vielleicht liegt einem die Opferrolle auch einfach besser? Die ist aber genauso pauschal und falsch.

  • Marco C. Rohner sagt:

    Bei uns hat meine Frau das Pensum auf 50% reduziert, weil sie (gleichaltrig, ähnlicher Beruf) bereits vor der Geburt der Kinder rund ein Drittel weniger verdiente als ich. Als mittelständische Familie muss man finanziell mittlerweile knallhart kalkulieren. Dass der Besserverdienende reduziert, liegt leider nicht einfach drin. Umgekehrt hätte ich reduziert. Das hatten wir schon lange vor den Kindern so abgemacht.

    • Frank sagt:

      @Rohner, hätten Sie reduziert, würde Ihnen im Alter die Wittwerrente fehlen. Gut hat ihre Frau reduziert und nicht sie, da fahren Sie beide erheblich besser bei den Renten.

    • tststs sagt:

      Ich empfehle Ihnen dringend, Herr Rohner, diese Berechnung noch einmal einem Langzeittest zu unterziehen!
      Ja, jetzt und heute haben Sie ein paar Franken mehr im Sack; aber in ein paar Jahren, wenn die Kinder dann in der Schule sind, werden Sie die ersten Einbussen spüren und spätestens in 20 Jahren, wenn Sie dann Ihre Frau weiterhin „durchfüttern“ müssen, werden Sie an mich denken 😉

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Dass beide reduzieren, zB. 50:50, ist vermutlich auch langfristig ökonomisch die ungünstigste Variante.

    • 13 sagt:

      Was Sie beschreiben, Herr Rohner, ist genau das, was in Tausenden 0-8-15-Haushalten stattfindet. Solange Männer mehr verdienen, auch vor den Kindern, solange wird die sogenannte Wahlfreiheit zur Farce. Und es werden die meisten Familien zum gleichen Schluss kommen wie Sie, was letztlich dann zur grösseren Lohnschere einerseits und dem Umstand, dass der Vater weniger Betreuung leisten kann, andererseits führt. Wem genau nützt daher dieses System? Letztlich nur denjenigen, denen diese vorgesehene Verteilung ohnehin zugute kommt und den persönlichen Vorstellungen entspricht, egal ob Mann oder Frau.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das Argument wird nicht wahrer, auch wenn man es ständig wiederholt. Wenn Frauen im Durchschnitt geringfügig weniger verdienen als Männer, heisst das noch lange nicht, dass in allen Beziehungen alle Männer mehr verdienen als ihre Männer. Es gäbe ein paar Tendenzen zu vermerken, aber keineswegs die Situation, dass es praktisch keine Mutter gibt, die mehr arbeitet als ihr Partner.
        Ich kenne auch einige Paare, da würde die Mutter sehr viel mehr verdienen als er. Aber selbstverständlich bleibt trotzdem vor allem sie zu Hause…

      • 13 sagt:

        Wo habe ich denn geschrieben, dass keine Mutter mehr verdient? Ich schrieb „in Tausenden 0-8-15“- Haushalten und das ist auch der Fall, denn ja, bei den meisten Paaren verdienen Männer mehr. Das würde ich nicht einmal ganz auf Lohnunterschiede schieben, eher auf den Umstand, dass es immer noch normal ist, als Frau „nach oben“ zu heiraten und sich viele Männer umgekehrt nicht vorstellen können, eine Frau zu haben, die mehr verdient als sie.
        Dass du dabei ein konservatives Umfeld hast, überrascht angesichts deiner Einstellungen nicht, gleich und gleich gesellt sich nun mal gern, ebenfalls dürfte es nicht überraschen, dass ich andere Erfahrungen gemacht habe.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Das würde ich nicht einmal ganz auf Lohnunterschiede schieben, eher auf den Umstand, dass es immer noch normal ist, als Frau „nach oben“ zu heiraten.“
        Wenn das der Fall ist, dann wird das Argument vollends ungültig. Dann ist quasi die eingeschränkte Wahlfreiheit die Folge einer klaren Wahl.

  • Sportpapi sagt:

    Dieses „falsche“ Rollenmodell (wieso ist es eigentlich entstanden) kann man vermutlich nur mit Zwang ändern. Mit Gesetzen, die Frauen zwingen, trotz Mutterschaft mehr zu arbeiten. Mit ökonomischem Druck, dass es gar nicht anders geht, oder dass die Anreize so massiv verschoben werden.
    Der Unterschied zu anderen Ländern, die teilweise andere Verhältnisse haben, liegt ja vielfach bei unterschiedlichem Wohlstand und schlechter Absicherung.

    • Muttis Liebling sagt:

      Objektiv gibt es keine falschen Rollenmodelle. Jeder Punkt einer Gesellschaft ist die Konsequenz jahrzehnte- bis jahrhundertlanger Entwicklungsprozesse. Es kommt schon mal vor, dass grosse Fehlentscheide getroffen werde, aber dann geht die Kultur den Bach runter. Die Schweiz hat sich aber glänzend entwickelt, also ist nichts schief gelaufen. So wie die Rollen verteilt sind, sind sie gut verteilt.

    • Anh Toàn sagt:

      @Sportpapi

      Ganz genau.

      Mütter werden ja von der Gesellschaft „gezwungen“ ihre Erwerbstätigkeit zu reduzieren, also bleibt nur, dies per Gesetz zu verbieten:

      Wir müssen die Freiheit und das Wohl der Frauen schützen und darum ihnen verbieten, Teilzeit oder gar nicht zu arbeiten.

      • Anh Toàn sagt:

        Die Frau Schwarzer will ja, um Frauen zu befreien, Frauen verbieten, freiwillig ein Kopftuch zu tragen:

        Um die Mütter zu befreien, müssen wir verbieten, dass diese bei Mutterschaft ihre Erwerbstätigkeit reduzieren:

        Wer wegen Mutterschaft Erwerbstätigkeit reduziert, wird bestraft!

      • Anh Toàn sagt:

        Ich hätte da noch ein paar Verbote die nützlich wären, um Frauen zu befreien:

        Push-Up BH reduzieren Frauen auf sekundäre Geschlechtsmerkmale, das musss verboten werden.

        High Heels betonen Hintern und Busen: Gehören verboten.

        Auch sollte man Quotenregelungen für typische Frauenberufe einführen:

        – Eine Kita muss 50% Männer anstellen.

        Es gibt noch viel vorzuschreiben und zu verbieten, damit endlich Freiheit wird.

      • Martin Frey sagt:

        @Anh Toàn
        😀
        Man muss gar nicht so weit suchen. Schliesslich ist es dem Parlament verboten, am freiwilligen Frauen“streik“tag nicht teilzunehmen. Dafür hat die SP-Parlamentspräsidentin schon gesorgt:
        https://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/svpprotest-war-chancenlos-nationalrat-streikt-mit/story/19982239
        Verordnete Solidarität, nennt man das wohl. 😉 Von Entscheidungsfreiheit u.ä würde ich jetzt da mal nicht reden….

      • tststs sagt:

        Toll meine Herren, wie Sie ein Problem der Lächerlichkeit preisgeben.
        So kommen wir sicherlich voran.
        Sie haben mich soeben daran erinnert, weshalb ich morgen auf die Strasse gehe…

        ML: Nichts schiefgelaufen? Bitte nicht missverstehen, ja, kollektiv gesehen ist die Schweiz ein Erfolg; aber individuell? Ich muss jetzt übertreiben: Dasselbe sagt der Sklavenhalter zu seinem Sklaven!

        SP: Natürlich könnte man sich nach der reinen Bestandesaufnahme („Mütter arbeiten kaum Vollzeit“) zurücklehnen und sagen: Jänu. Oder man kann sich fragen, weshalb sich Frauen freiwillig (freilwillig?) ins eigene Bein schiessen.

      • 13 sagt:

        @ Martin
        Wenn Blochers Jünger (oder soll man heutzutage „Glarners“ sagen?) mal kurz mit dem Geschrei aufhören und ihr Gehirn einschalten würden, würden sie schnell merken, dass eine Sitzungspause weder ein Streik noch Solidarität oder gar Zwangspause ist. Wer genau verbietet ihnen denn in diesen 15 Minuten, weiterzuarbeiten, unter sich zu diskutieren, Vorstösse oder schlimmstenfalls weitere Verleumdungsaktionen vorzubereiten? Frau Carobbio schon mal nicht. Auch wenn der Schweiz wohl eine längere Pause mancher dieser Herren gut täte…Frauenstreik hin oder her.

      • Röschu sagt:

        @13
        Dann ist es also in Ordnung, wenn der Teil des Parlaments, der nicht am „Streik“ teilnehmen will, in diesen 15-Minuten seiner Arbeit nachgeht, wichtige Entscheidungen trifft und einige Abstimmungen durchführt?

      • Anh Toàn sagt:

        @tststs

        Es ist nun mal so, dass die, welche Erwerbstätigkeit reduzieren wegen Mutterschaft, tatsächlich Wahlfreiheit haben: Die können es sich leisten. In der unteren Mittelschicht, die redet hier nicht mit, das sind mehrheitlich Ausländer, wird die Arbeitszeit viel weniger reduziert wegen Mutterschaft. In der Mitte arbeiten die Mütter Teilzeit, die Väter oft auch, während bei den Reichen kaum eine Mutter arbeitet. Allenfalls organisiert die Charity Events.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Ueber die Glarners (nennen wir die Blocherboys doch mal so) brauchen wir nicht zu diskutieren. Sie merken langsam, dass ihnen die Felle davonschwimmen, wozu ihnen nichts mehr einfällt als den Pitbull von der Leine zu lassen. Aber auch das wird ihnen im Herbst nicht helfen.
        Trotzdem finde ich zumindest als liberal denkender Mensch es seltsam, dass man Volksvertreter quasi dazu verknurrt, solidarisch zu sein, ob man das will oder nicht. Die, die wollen, können ja einfach raus, ist ja nicht weit… 😉 Und die, die nicht wollen, sollen drin bleiben. Weshalb es da eine aufoktroyierte Massnahme braucht, entzieht sich meinem Verständnis, dann noch für sagenhafte 15 min: Reine Symbolpolitik.
        Ein Streik kann doch nicht von oben herab verordnet werden, sonst ist es kein Streik mehr.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Es könnte ja sein, dass eine Mehrheit des Parlaments sich nicht mit dem Frauenstreik und vor allem den dort gestellten konkreten Forderungen einverstanden erklären möchte.
        Wäre das nicht so, bräuchte es den „Streik“ ja gar nicht mehr.

      • 13 sagt:

        @ MF/SP
        Schade wurde mein Kommentar verschluckt.
        Ihr definiert Solidarität ganz klar anders als ich: Man muss nicht solidarisch die Arbeit niederlegen, dazu zwingt einem niemand. Erst recht zwingt niemand, sich mit den Forderungen des Streiks einverstanden zu erklären. Höchstens die Konsequenzen dessen, wenn man sich als Politiker klar gegen eine Gleichberechtigung der Geschlechter stellt, muss man dann selber tragen. Aber man wurde ja in ein Mehrparteienparlament gewählt, das ich ein Teil des schweizerischen System. Und das bedeutet eben auch, dass man Mitparlamenterier*innen die Möglichkeit geben kann, den Forderungen ihrer Wähler nachzukommen. Selber ist man ja an der Weiterarbeit nicht gehindert. Parlementsarbeit sollte mehr sein als Abstimmungen!

      • Sportpapi sagt:

        @13: Also wie wenn die Schule Kindern frei gibt, um ihre verschiedenen religiösen Festtage zu begehen? Hier allerdings ist es natürlich ein politisches Statement, das Befürworter mittragen. Aber nun ja, die paar Minuten sind sicher verkraftbar.
        Der wichtigste Punkt ist aber: Nur weil man mit vielen Forderungen aus dem Frauenstreik nicht einverstanden ist, ist man noch lange nicht gegen die „Gleichberechtigung der Geschlechter“.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „Und das bedeutet eben auch, dass man Mitparlamenterier*innen die Möglichkeit geben kann, den Forderungen ihrer Wähler nachzukommen.“
        Seit wann ist die Teilnahme an einem Streik eine Forderung ihrer Wähler? (Cave 13, generisches Maskulinum… 😉 )
        „Selber ist man ja an der Weiterarbeit nicht gehindert.“
        Doch, natürlich. Die Parlamentsarbeit ruht solange, wie die von Carobbio verordnete Zwangspause gilt.
        Aber ich sehe diesen Punkt wie SP. Die paar Minuten sind nicht matchentscheidend. Aber wie Du sagst, offenbar definiere ich Solidarität anders. Für mich ist Solidarität eine intrinsische Motivation.

    • Olivia M. sagt:

      Jede Frau soll doch leben können wie sie will. Nur sollte die Absicherung mit PK und 3a auch für die Hausfrau, die teilzeitarbeitende Mutter und die voll erwerbstätige Mutter möglich sein.

      Es braucht auch mehr Teilzeitstellen für hochqualifizierte Jobs. Ich war vor der Mutterschaft Informatikerin auf mittlerer Kaderstufe. Nun 7 Jahre nach der Geburt arbeite ich wieder 80% (ich habe nie weniger als 50-60% bezahlt – 80% real) gearbeitet. Trotz Beförderung wurde mein Lohn runtergeschraubt, weil mein Chef genau weiss, dass es auf meinem Level keine Alternativen gibt. Ich kenne dutzende hervorragende Frauen mit Führungserfahrung in Konzernen, sogar als CEO von mittleren Unternehmen, die nach dem Kind unfreiwillig zuhause herumhocken.

      • Sportpapi sagt:

        @Olivia M.: Und all diese top ausgebildeten, top motivierten Frauen sitzen lieber unfreiwillig zu Hause herum, als doch statt 80 Prozent wieder Vollzeit zu arbeiten?

  • Muttis Liebling sagt:

    ‚Zumal Frauen im Schnitt gleich viele Stunden arbeiten wie Männer – wenn man die unbezahlte Arbeit mitzählt.‘

    Bezahlt wird nirgends auf der Welt Arbeit, sondern immer nur Erwerbstätigkeit. Die Hälfte aller Erwerbstätigkeit trägt keinen Arbeitscharakter. Fussballspielen kann eine sehr einträgliche Erwerbstätigkeit sein, ist aber wie Künstler oder Politiker sein keine Arbeit.

    Alle Gesellschaften haben sich ihre Rollenbilder über die Jahrhunderte entwickelt und die umzubauen, dauert wieder mindestens Jahrzehnte. Die Schweiz hat nun mal, und das nicht ohne Grund und mit viel Erfolg, ein ausserordentlich konservatives Modell gewählt. Da lässt sich im Augenblick erst einmal nichts dran ändern, zumal es ja von grossen Teilen der Bevölkerung mit getragen wird.

    • tststs sagt:

      „Bezahlt wird nirgends auf der Welt Arbeit, sondern immer nur Erwerbstätigkeit.“ Korrekt.
      “ …ist aber wie Künstler oder Politiker sein keine Arbeit.“ Aber auch nur in der ML-Welt
      „Alle Gesellschaften haben sich ihre Rollenbilder über die Jahrhunderte entwickelt.“ Bullsh*** Die Rollenbilder des auswärts arbeitenden Mannes und der Frau am Herd ist etwas älter als ein halbes Jahrhundert. Hat aber mit der Lebensrealität der letzten 3000 Jahre Menschheitsgeschichte nichts zu tun.

      • Muttis Liebling sagt:

        Die Rolle der Hausfrau ist ein Artefakt. Die gibt es nur ganz kurz und ganz selten auf der Welt. Aber die generelle Rollenverteilung Mann draussen, Frau drinnen, Mann offensiv, Frau defensiv, die ist ab Neolithikum entstanden und hat je nach Kultur mehr oder wenig stark geprägt.

        Das besondere am kulturellen Wesen Mensch ist es, die Individualität zugunsten der Paarbildung aufgegeben zu haben. Das soziale Handlungsobjekt ist das Paar, nicht mehr das Individuum. Deshalb sind Binnenrollen uninteressant.

        Will man nun wieder vom Paar zum Individuum zurück, muss man die Entwicklung eben wieder zurück bauen. Das dauert aber, wir erleben das nicht und unsere Enkel auch nicht.

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