Best of: Ist gegenderte Erziehung extrem?

Unsere Bloggerinnen und Blogger machen Osterferien. Wir publizieren deshalb heute diesen Beitrag vom 19. September 2018, der besonders viel zu reden gab. Schöne Feiertage!

Wird genderneutral erzogen: Zoomer. Foto: Instagram.com/raisingzoomer

Das Grosi war gestern so verwirrt, dass es Lea-Marihuana «starke Träume» wünschte statt «süsse Träume». Eh ja, weil doch Lea-Marihuana Autos auf ihrem neuen Pischi hat. Und der Papi vom Maximilian-Jason mag es nicht mehr hören, dass Wildfremde seinen Sohn im rosa Poloshirt für ein Meitli halten. Drum hat er ihm jetzt einen Pulli mit einem Schnäbi drauf gekauft.

Manche Eltern wollen Kinder schon möglichst früh in eine Geschlechterschublade stecken. Dann gibt es solche, die wollen genau das vermeiden: Sie praktizieren eine geschlechtsneutrale Erziehung. Gemeinsam ist beiden nur, dass sie die jeweils andere Philosophie sehr kritisch sehen.

Meine Frau und ich erziehen den Brecht auch eher geschlechtsneutral. In einer milden Form. Wir verzichten nicht auf geschlechtsspezifische Pronomen, wie andere das tun. Wir versuchen aber, Geschlechter-Stereotypen wenig Raum zu geben.

Die Kritik geht an der Idee vorbei

Nun will ich Ihnen kein flammendes Plädoyer für die geschlechtsneutrale Erziehung halten. Mir ist aber etwas aufgefallen: Viele Kritiker stellen diese Erziehungsform als extrem dar. Sie betrachten sie als gefährliche Gehirnwäsche. Als Eingriff in die Rechte des Kindes.

Diese Kritik zeugt von einem falschen Verständnis davon, wie geschlechtsneutrale Erziehung funktioniert. Sie nimmt an, dass Mädchen nicht mit Puppen spielen und Buben nicht mehr toben dürfen. Fast wie bei einer Mangelernährung leide unter diesen drastischen Einschränkungen die Entwicklung des Kindes.

Dabei ist das Gegenteil der Fall: Geschlechtsneutral erzogene Kinder müssen auf nichts verzichten. Sie dürfen vielmehr alles ausprobieren – ohne dass Geschlechtervorstellungen von Erwachsenen und damit verbundene Erwartungen Grenzen setzen.

Setzen Sie sich mit dem Thema auseinander – es lohnt sich

Diesen Kindern steht oft ein reicheres Erfahrungsfeld zur Verfügung, aus denen sie ihre Persönlichkeit entwickeln können: Mehr Spiele, mehr Kleidung, mehr Emotionen und mehr sprachliche Vielfalt. Ihre Eltern wollen nicht das Geschlecht neutralisieren – wie man den Begriff vielleicht falsch verstehen könnte. Sie wollen den Kindern kein Geschlecht vorformen, aber ihnen eben auch keines wegnehmen. Ja, genderneutral erzogene Mädchen können Hebammen, Ballerinas und «Wendy»-Leserinnen werden. Wenn sie wollen, sogar in der Reihenfolge. Und Jungs dürfen später bei der Ruag arbeiten und Minenwerfer exportieren.

Selbstverständlich dürfen Sie geschlechtsneutrale Erziehung kritisch beurteilen. Es ist ein komplexes, interessantes Thema, das eine fundierte Diskussion verdient hat. Eltern, die geschlechtsneutral erziehen, haben sich meist intensiv damit auseinandergesetzt. Ich empfehle Kritikern, es ihnen gleich zu tun.

Mein Tipp: Beginnen Sie mit dem englischsprachigen Blog Raising Zoomer. Zoomer ist ein Kleinkind, das von seinen Eltern «gender creative» erzogen wird, also nicht explizit als Mädchen oder Junge. Sie sind dabei deutlich konsequenter als wir mit unserem Brecht. Im dazugehörigen Instagram-Konto können Sie das Leben von Zoomer verfolgen und in den Kommentaren nachlesen, wie die Mutter viele Fragen zur geschlechtsneutralen Erziehung beantwortet. Mein zugegeben nicht ganz unvoreingenommenes Urteil: Zoomer lebt eine glückliche, unbeschwerte Kindheit. Nichts wirkt daran sonderlich extrem.

Der Beitrag erschien im Rahmen unserer Themenwoche «Geschlechterkampf», welche sich den Gender- und Vereinbarkeitsfragen widmete. 

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74 Kommentare zu «Best of: Ist gegenderte Erziehung extrem?»

  • Hans Meier sagt:

    Erstens: Die öffentliche zur Schau Stellung von Kindern durch ihre Eltern auf (unkontrollierten) Social Media Platformen wie Instagram, Blogs, etc. sollte eigentlich verboten sein – erst recht, wenn sie auch noch kommerziellen Zwecken dient. Zweitens: Ob Zoomer (was für ein Name… Menschenskind, wie krampfhaft originell gewisse Menschen sein müssen!) glücklich ist oder nicht, kann man ja Zoomer dann in 20 Jahren fragen. Ihr könnt‘ ja mal die Kinder der 68er Jahre fragen, wie toll sie das Leben in den schrägen progressiven Komunen ihrer egozentrischen Eltern fanden. Aufgrund von einer paar Fotos lässt sich das jedenfalls mit Sicherheit nicht beurteilen.

    • Hans Meier sagt:

      Und schliesslich Drittens: Die grosse unbeantwortete Frage ist ohnehin eine andere: Angenommen, Zoomer ist ein Bube und interessiert sich letztlich – trotz aller krampfhafter gegenteiliger Bemühungen der Eltern – mehr für Herumtollen, Autos und Dinge: Wird ihm sein Wunsch, ein klischeehafter Bube zu sein, dann gewährt oder kriegt er weiterhin jedes Jahr zu Weihnachten ungebeten eine Puppe, ein Kleidchen und die Aufforderung, etwas weniger bubenhaft zu sein?

  • Matthias Wicky sagt:

    Mein*e Lebensgefährt*in und ich erziehen unser Kind bewusst geschlechtsneutral. Wir nennen es auch nicht stigmatisierend-kategorisierned Sohn oder Tochter, sondern bewusst neutral Kind. Es geht ganz selbstverständlich in die Kinderballetgruppe und den dummen Wunsch nach einem Bagger haben wir ihm in langen, bewussten Gesprächen ausreden können. Es lernt schon früh, seine Agressionen zu unterdrücken und wir bewegen es dazu, jeden Tag mit Mami’s Schminksachen zu spielen.

    • Thomas B. sagt:

      Oh, das müssen Sie aber schon nochmals etwas überdenken. Kinderballet (=Kategorie Mädchen), Bagger = dummer Wunsch (=Kategorie Mädchen), Agressionen unterdrücken (=Kategorie Mädchen), Schminksachen (=Kategorie Mädchen). Das ist ziemlich weit von genderneutral entfernt…

    • Matthias Wicky sagt:

      @Thomas B.
      Um Genderneutralität zu erreichen, muss man eben das angeblich „biologische“ Geschlecht mit gezielten sozialen Erziehungsmassnahmen unterdrücken, um am Schluss die gewünschte Neutralität zu haben. Wenn sie einerseits -1 haben, müssen sie mit +1 gegensteuern, um neutral=o zu bekommen.

      @Anne, Tschannen
      Lachen Sie nur. Aber wir sind sicher, wir tun unserem Kind einen grossen Gefallen. Und bald wird die progressive, geschlechtsneutrale Erziehung, wie wir sie praktizieren, die einzig akzeptierte sein. Z.T. wird sie schon jetzt in besonders fortschrittlichen Kindergärten praktiziert. Da gehen die „Mädchen“ (frau verzeihe mir die biologisierend-kategorisierende Sprache) als Cowboys*girls und die „Knaben“ als Prinzessinnen und Königinnen.

  • Dominique Kim sagt:

    Ich wünsche der westlichen Welt mal wieder eine Riesengroße Krise damit dieser Genderscheiss endlich aufhört und deren verrotteten Hirne wieder auf Normalposition justiert werden. Mann ist Mann und soll so erzogen werden: physische Kraft, Führung, beschützt Frau. Frauen: emotionale Kraft, Beraterin und steht dem Mann bei. Ein perfektes Team.

    • Aquila Chrysaetos sagt:

      Nein Danke, in Ihre archaische Welt will wohl niemand ernsthaft zurück (Ausnahmen natürlich ausgenommen).
      Da Lob ich mir unsere jetzige westliche Welt.

      „Mann……: physische Kraft, Führung, beschützt Frau. Frauen: emotionale Kraft, Beraterin und steht dem Mann bei. Ein perfektes Team.“ Ein guter Lacher, danke!

      • Dominique Kim sagt:

        Also, gemäss Ihrer Meinung leben wir in einer tollen westlichen Welt? Machen Sie einmal eine Liste der Probleme junge Menschen heute haben: Pornosucht, Suizidgedanken, Leistungsstress, Zukunftsangst, Handysucht, Depressionen, Orientierungslosigkeit, Arbeitslosigkeit in gewissen Ländern, Gewalt gegen Eltern und gegen Lehrer etc. etc. etc. Alles lobenswert? Antiautoritärische und Genderneutrale Erziehung haben da nichts dazu beigetragen?

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Ja, wir leben in einer tollen, liberalen Welt mit Meinungs-, Religions- und Gesinnungsfreiheit, sozialer Absicherung und mehr oder weniger Chancengleichheit. Wer möchte ernsthaft etwas anderes?

        „Pornosucht, Suizidgedanken, Leistungsstress, Zukunftsangst, Handysucht, Depressionen, Orientierungslosigkeit, Arbeitslosigkeit in gewissen Ländern, Gewalt gegen Eltern und gegen Lehrer etc. etc. etc. Alles lobenswert?“

        Das gibt es in unterschiedlicher Ausprägung doch auf der ganzen Welt!

      • Anh Toàn sagt:

        Der erste Satz ist übersetzt aus einem Hit von 1987 von Zucchero: „Solo Una Sana E Consapevole Libidine Salva Il Giovane Dallo Stress E Dall’azione Cattolica“

      • Hans Meier sagt:

        Aquila: Diese archaische Welt wird in den Westen zurückkommen. Sie kommt ja immer näher und verbreitet sich zusehends auf der Welt: Autoritäre Staaten sind auf dem Vormarsch, intolerante Religionen und Ideologien ebenso, ja selbst die angeblich progressivsten und tolerantesten unter uns im Westen werden zusehens aggressiv intolerant, wenn ihren Maximalforderungen nicht enstprochen wird (siehe SJW-Fanatiker in den USA). Sie wünschen sich vielleicht diese archaische Welt nicht zurück (ich auch nicht), aber sie wird kommen. Der Westen tut ja alles, um sich selber abzuschaffen. Glauben Sie vielleicht, China, Russland, Indien oder die islamischen Staaten nehmen den Westen noch lange ernst, wenn wir uns hauptsächlich noch mit solchen Debatten wie „genderneutrale“ Erziehung beschäftigen?

  • M. Cesna sagt:

    Ist doch egal, was das Kind ist, aber:
    Papa knallt durch, wenn er auf rosa steht und mit Puppen spielt, früher wohl auch bis zum Totschlag.
    In der Schule oder schon im Kindergarten wird’s schwierig mit den anderen, die halt die Vorstellungen ihrer Eltern dem speziellen Kind versuchen auf zu drücken.
    In der Schule gibt’s zwei Geschlechter-Rollen, so ist man eingeteilt.
    Jede andere Art braucht immer noch ein Coming-out, was dann auch danach den Freundeskreis einschränkt, manchmal auch inklusive Abwendung der Eltern.
    Wenn nur die anderen nicht wären!

  • Vreni sagt:

    heute morgen war hier in der BZ ein artikel „wir möchten auch heiraten“ über homos die heiraten wollen. Nun finde ich es nicht mehr. Dürfen also die Leute nicht mehr sagen was sie denken ? auch wenn sie anständig bleiben ?

    • Und wieder verstehe ich die Frage nicht. Was genau wollen Sie uns sagen?

      Grundsätzlich ist es wohl nicht immer die beste Idee, alles zu sagen, was man denkt. Seine Meinung darf man in aller Regel äussern, aber natürlich gibt es Grenzen. Ihre Meinungsäusserungsfreiheit steht zum Beispiel nicht über dem Existenzrecht anderer Menschen. Und freie Meinungsäusserung heisst ja auch nicht, dass Sie vor Kritik geschützt sind.

  • Ruth sagt:

    Ich bin bestürtzt. Auch in der Agrochemie machen sie nun produkte welche dazu führen dass bei obstinsekten männnchen die weibchen nicht mehr identifizieren können, damit es weniger von diesen insekten gibt. Also alles neutral, so sterben die aus. Es ist wahnsinn. Genderneutralität ist wahnsinn.

    • Christina sagt:

      Liebe Ruth
      Wir müssen unterscheiden, ob wir von biologischem Geschlecht (sex) oder sozialem Geschlecht (gender) sprechen. Wenn Frauen in unserer heutigen Gesellschaft Hosen tragen und Männer sich einen Dutt frisieren dürfen, so hat das nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun. Auch Frauen mit Hosen, Jeans oder Rucksäcken können und werden Kinder gebären und auch Männer mit langen Haaren, Ohrsteckern und rasierter Brust können und werden Väter werden. Das biologische Geschlecht bleibt dabei stets bestehen. Lediglich das, was wir als kulturell „typisch“ für das jeweilige biologische Geschlecht erachten, wandelt sich mit der Zeit.

    • Ruth, ich bin auch grad etwas bestürzt über die Zusammenhänge, die Sie konstruieren. Was hat denn bitte Agrochemie mit Geschlechterstereotypen zu tun?

  • Hans Michel Oesch sagt:

    Gendergerechte Erziehung : Fangen wir doch mal beim Wort „Erziehung“ an, das nicht genderneutral, denn Erziehung stammt aus dem Wort „Er zieht“ (in die erwünschte Richtung) und ist somit männlich. Linguistiker : Bitte um Ihren Vorschlag eines gendergerechten Worts und wenn’s geht, geschlechtsneutral.
    Haben Sie die Lösung dazu gefunden, dann bitte weiter so mit den Worten: Erfahrung; Erfinder; Erbauer, Erwachsener (doppelt männlich)!!
    Danke!

    • Maike sagt:

      Gute Beispiele – vielen Dank dafür. Angenommen, man schafft es, solche Begriffe zu finden – was ist damit gewonnen ?
      Und weiter frage ich mich, wie das generell in einer Sprache machbar sein soll, in der es männlich, weibliche und sächliche Demonstrativpronomen wie der die und das gibt. Im Gegegensatz zu den Engländern, die mit einem the arbeiten.

    • Herr Oesch: „Er“ ist ein gängiger Präfix mit dem in der deutschen Sprache Wörter gebildet werden. Gleiche Buchstabenabfolgen sind nicht immer miteinander verwandt und „Erziehung“ hat wenig mit dem männlichen Geschlecht zu tun.

      Aber ein sehr kreativer Versuch, das Thema ins Lächerliche zu ziehen, das muss ich zugeben.

  • Hans Michel Oesch sagt:

    An unserer Kleinkinder Schule mit auch Betreuung ist es für alle Betreuende klar: Es gibt kein sogenanntes geschlechtsneutral, denn jedes Kind hat ein Geschlecht, das klar. Jungs tragen Hosen und keine Röcke. Mädchen tragen je nach dem beides. Jungs spielen mit Maschinen, weil sie das so wollen, aber nicht mit Puppen, weil sie dies nicht wollen. Die Puppen gehören den Mädchen, die Puppen wollen.
    Auf der Toilette, da dürfen sich sowohl die Jungs wie die Mädchen fürs Geschäft hinsetzen. Aus Hygiengründen, nicht aus „Gender“-Gründen.

    • Hille sagt:

      Verzeihung, an ihrer Kleinkinderschule ist allen Betreuenden klar, dass Jungs keine Röcke tragen und nicht mit Puppen spielen? Da schnürt sich bei mir alles zu, ehrlich. Gehen Sie bitte einmal mit offenen Augen durch die Straßen, Sie werden zu Ihrem Erstaunen feststellen, dass dort ganz normale Männer Kinderwagen schieben, ihre Kleinkinder im Tragetuch rumschleppen, sie wickeln, auf die Knien schaukeln mit ihnen spielen und sie trösten, ihnen die Flasche geben und den Brei aus dem Gesicht wischen. Diesen Männern wollen Sie doch ihre Männlichkeit nicht absprechen, oder? Und warum sollen dann nicht auch schon kleine Jungs in den Genuss des Vater spielens kommen? Mädchen dürfen Jeans tragen, Fussball spielen und auf Bäume klettern und Jungs dürfen mit Puppen spielen, Röcke tragen und reiten!

      • Hans Michel Oesch sagt:

        @ Hille : Nein. Männern spreche ich keine Männlichkeit ab, welche sich so verhalten, wie sie es beschreiben, denn im Kinderwagen, im Tragetuch sind deren oder fremde Kinder und keine Puppen. Als Kleinkind hatte ich im Bett einen kleinen schwarzen Bär. Beim Einschlafen lag er neben meinem Kopf. Er war der Einzige. Gespielt habe ich mit Mecano; nie mit Puppen. Mit Kindern schon.

      • Herr Oesch, jetzt erklären Sie doch bitte auch noch, was so schlimm daran ist, wenn Jungs mit Puppen spielen.

  • Maike sagt:

    Mir tun diese Kinder einfach nur leid, die als Experimentierfeld von Eltern herhalten müssen. Impfen ja/nein, Vegan-vegetarisch ja/nein, genderneutrale Erziehungen – was kommt noch ?

  • Pauline sagt:

    Zoomer tut mit Leid! Es weiss nicht einmal ob es ein Bub oder ein Mädchen ist,tragisch und volkommen krank!Ich durfte vor 40 Jahren mich mit Buben raufen,kurze Haare haben und mit allem spielen.Sollte Heute doch kein Thema mehr sein!

    • Simona Seiler sagt:

      Zoomer sowie das nächste Umfeld weiss ganz genau, ob es ein Junge oder Mädchen ist. Steht so in Zoomer’s blog. Falls Sie sich trauen, das anzuklicken.

      • Pauline sagt:

        Den Blog kenne ich schon längst!Zoomer sieht sich als Mensch/Person,So wollen es seine Eltern!Wer will schon ein ES sein!

      • Simona Seiler sagt:

        Das Kind weiss trotzdem welches Geschlecht es hat. Sie bringen das durcheinander.
        .
        Übrigens, wenn Sie wirklich so aufgewachsen sind, wie Sie beschreiben, dann sind Sie ebenfalls (zumindest in diesem Bereich) genderneutral erzogen worden. Sonst hätte man Ihnen das alles (kurze Haare, raufen etc.) verboten.

      • Pauline sagt:

        Zoomers Eltern sind Hipster,die meinen sie hätten etwas grossartig Neues erfunden und ihr Projekt,sprich „Kind“ wird dafür instrumentalisiert,natürlich alles öffentlich! Meine 68er Eltern haben mich genauso erzogen,im Bewusstsein aber ein Mädchen zu sein und alles erreichen zu können!

      • Ja, Pauline, selber hatte man immer die beste Erziehung nicht? Können Sie sich vorstellen, dass Zoomer das später vielleicht auch so sieht?

      • Pauline sagt:

        @MT,Ich wünsche es Zoomer,würkli!Meine Erziehung war sicher nicht die beste,aber sicher für damalige Zeiten fortschrittlich!Wie finden Sie denn Zoomers Blog?

  • Hans Rupp sagt:

    Nicht die genderneutrale Erziehung ist ein Problem, sondern die fehlende genderspezifische Erziehung durch integre und starke Mütter und Väter!

    • Tina sagt:

      Ich finde eine genderspezifische Erziehung auch wichtig.
      Ich finde es zum Beispiel wichtig, dass meine Tochter früh merkt, wie wichtig für Frauen ein gutes Aussehen und ein schlanker Körper sind. Daher achten wir strikt darauf, dass sie nicht zu viel isst und dass sie beim Spielen ihre Kleider nicht dreckig macht. Wir loben sie ausserdem, wenn sie sich zurückhaltend benimmt.
      Bei meinem Sohn ist es mir wichtig, dass er sich früh an seine zukünftige Rolle in der Gesellschaft gewöhnt. Daher lassen wir ihn kompetitive Sportarten machen und bringen ihm auch den Umgang mit Geld bei, weil er ja einmal eine Familie ernähren muss. Auch ist es uns wichtig, dass er lernt, sich durchzubeissen, weswegen wir ihn nicht verhätscheln, wenn er mal weint.

      War das so gemeint, Herr Rupp?

  • Max Bader sagt:

    Männer, welche keine Männer mehr sind und Frauen, welche keine Frauen mehr sind, sind unsexy. Deswegen wird die natürliche Selektion schon dafür sorgen, dass sich geschlechtsneutrale Erziehung nicht durchsetzt.

    • Sonnennebel sagt:

      Da verwechseln Sie aber was ganz Grundsätzliches.
      Es geht nicht um asexuelle Erziehung, sondern darum, dass dem Kind keine Stereotypen vorgelebt werden.
      Es wird doch dem Kind nicht verboten ein Mädchen oder ein Junge zu sein.
      Noch mal lesen und noch mal drüber nachd3nken …

      • Martin sagt:

        Genderneutral ist asexuell! Es wird nicht verboten ein Mädchen oder ein Junge zu sein? Aber wie soll ein Kind merken wer was ist, wenn all sich gleich verhalten und anziehen „dürfen“. Kinder brauchen klare Vorbilder und klare Verhaltensregeln. Ein Mädchen ist ein Mädchen und Junge ist ein Junge, so wie „Ja“ heißt“ Ja“ und “ Nein“ heißt „Nein“. So ein „Wischi-waschi“ sorgt nur für Verwendung.
        Max Bader hat recht.
        Wenn ihr weiter so ein Blödsinn praktiziert, braucht ihr euch nicht wundern welche Gesellschaft sich am Ende durchsetzen wird. Bestimmt nicht so eine mit genderneutralen „weicheier-Männern“…

      • Kinder entwickeln ihre Geschlechtsidentität als aufgrund ihrer Erziehung. Ist es das was Sie sagen wollen? Was sind denn klare Verhaltensregeln für Jungs und Mädchen?

  • Sonusfaber sagt:

    Schöner Text. Erbauliche Gedanken. Vielen Dank. Spätestens in der Schule wird aber einem Kind so oder so unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass seine primäre Geschlechtsmerkmale eine geschlechtlich-gesellschaftliche Rollenzuweisung bedingen: Getrennte Umkleidekabinen und so weiter. Und gerade aus diesem Grund halte ich es für umso wichtiger, dass wenigstens die Eltern ihren Kindern möglichst viel Freiraum gewähren …

  • asouka sagt:

    Wir erziehen unsere Kinder geschlechtsneutral. Nur habe ich mich nie eingehend damit befasst, noch verstehe ich, weshalb es einen Begriff dafür braucht. Die Kinder suchen sich ihre Hobbies selber aus.Solange es mit 7 Jahren nicht Bungee Jumping ist, ist ok. Betreffend Kleider hat meine Tochter eine Hello Kitty Phase und eine nur-Hosen-Phase durchmacht (weil bequemer als Kleider-ihre Worte). Dann ist doch gut, soll sie! Eigentlich sollte solches im 21. Jh. doch selbstverständlich sein??? PS:Kann mir noch jemand den Begriff gegendert erklären? Ich kapiere es wirklich nicht. Auf jeden Fall nicht in diesem Zusammenhang. Müsste doch wenn schon entgendert heissen…

    • Sonnennebel sagt:

      Ich finde es auch schade, dass so etwas einen Namen braucht und sehe es wie Sie, dass es im 21. Jahrhundert normal sein sollte, dass Kinder in ihrem Rahmen frei entscheiden können, wofür sie sich begeistern lassen.
      So werden aus Selbstverständlichkeiten plötzlich missverstandene Dogma.
      Vielleicht sollte man in der Erziehung oft weniger verkopft sein und einfach seinem Herzen folgen.

    • @asouka. Der Beitrag hiess bei der ersten Erscheinung „Ist geschlechtsneutrale Erziehung extrem?“

      • asouka sagt:

        @Markus Tschannen. Ich kann mich wieder erinnern. Trotzdem: das Gegenderte macht mir immer noch keinen Sinn. Ist ja immerhin der jetzige Titel ;). Also, ich nehme immer noch gerne Erklärungen entgegen.
        Und mein Gemeckere bezieht sich ja eigentlich vor allem darauf, dass ich finde, die Menschheit sollte endlich im 21. Jahrhundert ankommen. Und wenn dann progressive Kreise Wörter kreieren für Dinge die verd..n..mal einfach normal sein sollten, dann überkommt mich ein Gefühl, dass auch dort das Selbstverständliche irgendwie nicht so selbstverständlich ist.

      • @asouka: Ich weiss auch nicht genau, wie es gemeint ist. Der aktuelle Titel stammt nicht von mir und ist nach meinem Verständnis eher eine Umkehrung des usprünglichen Titels. Aber eigentlich egal, man kann die Frage ja auch umgekehrt stellen.

        Und zum Gemeckere: Ja ich finde auch von vielen Dingen, sie sollten im 21. Jahrhundert normal sein. Aber das ist halt oftmals eine etwas egozentrische Sicht. Allerdings möchte ich auch noch zu bedenken geben, dass schon etwas mehr dazugehört als Kinder Spielsachen selber auswählen und Mädchen Hosen tragen lassen. Wir leben Kindern z.B. oft unbewusst über die Sprache Geschlechterstereotype vor.

      • asouka sagt:

        @Markus Tschannen. Die Macht der Sprache ist mir bewusst. Mir fällt nur nichts konkretes ein… Dies liegt wohl entweder an meiner Fantasielosigkeit oder daran, dass mir das betreffende Vokabular fehlt (an dieser Stelle: ein Hoch auf meine 68er Eltern!). Können Sie mir auf die Sprünge helfen? Das Thema interessiert mich!

      • asouka sagt:

        Bitte 😉 – jap, das hat man auch mit 68er Eltern gelernt 😉

  • Anne sagt:

    Ich finde es wichtig zu wissen ein Mädchen oder ein Bub zu sein!Aber klar,mein Sohn spielte auch mit Puppen(auf seine Art, mit Strick um den Hals) und meine Tochter kletterte auf Bäume und ihre Knie waren immer aufgeschlagen.Es ist doch existentiell zu wissen was man ist und viele Mäglichkeiten hat sich zu entdecken!

  • D Rickli sagt:

    Unser Junge mag Nagellack. An Zehen und Finger in allen Farben. Er probiert auch gerne die BHs von Mama. Ich finde das ok, ich glaube für die nächste Generation wird dies das normalste der Welt sein. Und es ist es für viele bereits heute.
    Minenwerfer exportieren sehe ich kritisch. Und das dies in einer modernen Welt den Männern untergejubelt wird, ist ein Fehler im Artikel. Ein sexistisches Vorurteil. Es gibt Frauen in hohen politischen Positionen, welche sich für freien Waffenhandel einsetzen. Und sicher auch welche bei der RUAG.

    • Minenwerfer exportieren war natürlich ein etwas zynisches Beispiel und ja, bewusst ein sexistisches Vorurteil.

      • Hans Meier sagt:

        Weil ja bewusste sexistische (noch dazu absichtlich negativ konnotierte) Vorurteile vollkommen ok sind, solange es Männer betrifft. Plumpe, einfach durchschaubare Anbiederung an das andere, bessere Geschlecht, könnte man jetzt, wenn man zynisch sein wollte, sagen.

  • Markus Künzli sagt:

    Ich finde das total legitim. Als Kind spielte ich gerne mit Puppen und Kinderwagen, durfte meine Nägel lackieren, lange Haare tragen und Mutter‘s Kosmetik ausprobieren. Durfte – nicht ‚musste’. Ich hatte eben auch viele Spielzeugauto und Wasserpistolen, spielte den Nachbarn üble streiche und kletterte immer auf Bäume. Heute bin ich Teamleiter in der Finanzbranche, sehe mich als heterosexuell und bin sehe gerne Mann. Meine Entwicklung sah und sehe ich überhaupt nicht als gefährdet.
    Geschlechterneutral heisst eben genau nicht, dass ein Knabe ‚weiblich‘ erzogen werden muss oder ein Mädchen ‚männlich‘. Man ist einfach nicht gezwungen, sich ein ferngesteuertes Auto auf den Geburi zu wünschen, wenn man eigentlich eine Barbie Puppe will. Gemobbt wurde ich deswegen übrigens auch nicht.

    • Genau das ist ein guter Punkt, vielen Dank: Seine Geschlechtsidentität entwickelt man selber, dazu muss man nicht von Geburt an von aussen in ein stereotypes Geschlechterkorsett gezwängt werden.

  • Vreni sagt:

    Alles tragt Jeans, wo ist noch ein Unterschied ? Und Rucksack !

  • Vreni sagt:

    Ja das ist wieder was ! Das ungesunde hört nicht mehr auf. Ich denke an einen Professor welcher festgestellt hatte dass seine Studentinnen sich nun wie die Studenten kleideten und auch der Haarschnitt war kurz und er konnte sie in der Klasse nicht mehr differenzieren … Also beschloss er alle bei ihrem familiennamen zu rufen, es gab kein fräulein mehr ! Also rief er „Studer, Kurz, Berger, Straub, Vonlanthen“ usw ! Dies war vor etwa 20 Jahren als es noch nicht Mode war für die Mädchen wieder langes Haar zu haben wie jetzt !
    Lasst doch die Mädchen Mädechen sein und die Buben Buben. Bitte !

    • Albert sagt:

      Warum Ihre Angst? Sie dürfen doch weiter sein, was Sie sein wollen. Bube, Mädchen, Frau, Mann, Girlie, Pimp, Zicke, Proll, whatever. Aber lassen Sie allen anderen die Freiheit, so zu sein, wie sich die anderen es selber aussuchen. Wieso wollen Sie anderen die Haarlänge vorschreiben?

  • Christian Bänninger sagt:

    „Geschlechtsneutrale“ „Erziehung“ ist nicht nur extrem, geschlechtsneutrale Erziehung ist schlicht ein Verbrechen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Er schreibt ‚Gender‘, nicht ‚Geschlecht‘ -neutral, zumindest im Titel. Gender und Geschlecht sind etwas ganz Verschiedenes.

      Beides ist natürlich objektiv unmöglich und kann nur als asymptotische Zielstellung herhalten. Das ist wie zuckerfreie Ernährung, was ebenfalls biologisch völlig unmöglich ist. Gemeint ist immer nur eine andere Balance als jene, die man anderen unterstellt.

      Im Nachhinein ist es immer so, dass Geschlechtsstereotypien, die ja weder schlecht, noch vermeidbar sind, nicht total dominieren, sondern nur 50% Raum einnehmen.

      Ohne stereotypisches Verhalten könnte niemand schwimmen, Velo oder Auto fahren. Das Wesen vom Lernen ist, Stereotypen zu nutzen oder zu entwickeln.

    • Markus Künzli sagt:

      Könnten Sie das etwas detaillierter ausführen? Eine einfache Begründung wäre mal ein Anfang…

    • Vreni sagt:

      total einverstanden.

    • Frank Lauer sagt:

      Begründung? oder ist das nur Ihr diffuses Bauchgefühl?

    • Danke Herr Bänninger für Ihre juristische Beurteilung. Haben Sie grad einen konkreten Gesetzesartikel zur Hand?

  • Laurence sagt:

    Liebe Redaktion
    Ich verstehe Ihre wiederholten ostentativen Hinweise nicht, dass Ihre Bloggerinnen in den Ferien sind und Sie deswegen Wiederholungen schalten. Ein/eine Mama-Bloggerin/in könnte doch einen Artikel in Voraus schreiben? Ps. An sich habe ich nichts gegen Wiederholungen 🙂

    • Esther sagt:

      laurence : doch das verstehe ich ! Die meisten Leser und Leserinnen sind ja auch fort, und den anderen oder neuen lesen es gerne. Heute ist Feiertag, wie Sonntag, also ist die BZ nicht verpflichtet noch neue Blogs zu drucken.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.