Wieso das Kind später einschulen?

Zu früh für den Kindsgi, Papa? Einige Eltern tun sich schwer mit der Einschulung. (Foto: iStock)

Als ich damals in den Kindergarten eingezogen wurde, war ich sechs Jahre alt. Ein Jahr hätte es dauern sollen. Doch die bleichsten und ängstlichsten Kinder durften ein weiteres Jahr bleiben. Ich kam also erst mit acht Jahren in die Schule.

Heute müssen Kinder ab vier Jahren in den Kindergarten, und das verursacht vielen Eltern Ausschlag: «Amedeus ist doch noch so ein Zarter!»

Der Brecht war in unseren Augen grobschlächtig genug für den Kindergarten. Und so schritt er drei Monate nach seinem vierten Geburtstag in Leuchtweste gehüllt den Bildungsweg ab. Als Nicht-Kitakind war es für ihn höchste Zeit, endlich in einem Rudel unterzukommen, fanden wir. Dieses «fanden wir» ist ziemlich entscheidend, denn der Kanton Bern erlaubt das freiwillige Zurückstellen des Kindes um ein Jahr. Ohne ärztlichen Bericht, ohne Gespräch mit der Bildungsdirektorin und ohne dass ein Schamane den Entscheid auspendeln muss. Im Anmeldeformular hats einfach so eine Taste wie bei Windows: «Update nicht jetzt installieren. In einem Jahr erinnern.»

Der Windeljoker sticht immer

Entsprechend viele Eltern machen davon Gebrauch, und so kreisen halbe Jahrgänge in der Warteschlaufe. Das wiederum verunsichert Eltern, die eigentlich nicht zurückstellen wollten. «Huch Patrick, Stämpflis Abigail-Madison geht auch erst nächstes Jahr. Ob wir mit Käthi doch noch warten sollen?» Ein Teufelskreis. Oder eher ein Satansbratenkreis.

Klar, es gibt gute Gründe fürs Zurückstellen – gerade wenn der Stichtag kurz nach dem vierten Geburtstag liegt. Da füllt Belle-Amandine noch täglich vier Windeln, und Sebastian hängt nicht nur am Rockzipfel, er hat sich dort gleich mit einem Veloschloss angekettet.

«Z Hülf, der Staat raubt mir mein Kind!»

Doch neben Belle und Sebastian gibt es auch noch Buolf. Er wäre mit fast fünf Jahren eigentlich bereit für den Kindergarten, aber seine Eltern nicht. Also stellen sie ihn zurück. Mit dem Resultat, dass im nächsten Kindergartenjahr wieder alles von vier bis sechs eingetopft wird. Von frisch aus der Windel bis kurz vor Bartwuchs.

Im Prinzip ist das unproblematisch. Zumindest in Brechts Klasse kommen Kinder und Lehrerinnen gut mit dem Altersunterschied zurecht. Er geht in eine Basisstufe, und da tummelt sich sowieso alles, was irgendwie unter die Definition «Kind» fällt.

Ein Argument fürs Zurückstellen werde ich dennoch nie ganz verstehen. Es lautet etwa so: «Was die sich da in Bern oben erlauben. Mit vier ist Maximilian-Jason noch viel zu jung für den Ernst des Lebens!»

Ernst des Lebens? Srsly? Was denken Aeschlimanns, was ihr Sohn im Kindergarten machen wird? Eine Steuererklärung ausfüllen, die Darmkrebsvorsorge üben oder im Nahostkonflikt vermitteln?

The great Kindsgi

Die Kinder erhalten mit vier Jahren tatsächlich ein Mathe-Lernbuch. Das mag manche abschrecken. Manche Eltern. Der Brecht hat sich bisher nicht beklagt. Wir haben ihn früh geschickt und bereuen es nicht. Wobei, was heisst eigentlich früh? Halt so, wie es das Gesetz vorsieht.

Gekriegt haben wir genau das, was man von einem Kindergarten erwarten darf, den Kinder ab vier Jahren besuchen sollten: Ein Ort, an dem Spielen und Lernen ineinander übergehen – wo sich Kinder gleichzeitig individuell entfalten können und in eine grössere Gemeinschaft einfügen müssen.

Auch Maximilian-Jasons Eltern sind inzwischen ganz glücklich, dass ihr Spross im Kindergarten gut gedeiht. Am ersten Tag nach den Ferien gibt es zwar jedes Mal Tränen, aber Herr und Frau Aeschlimann lassen sich amigs rasch wieder trösten.

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239 Kommentare zu «Wieso das Kind später einschulen?»

  • marianne mooser sagt:

    werter brecht-papa, ich habe tränen gelacht über ihre zeilen und war froh darum: wir sind auslandschweizer und bei uns fängt das kind im september jenes jahres, an dem es seinen dritten geburtstag feiert, den kindergarten an. damit fängt für die nach dem september geborene der ernst des lebens noch vor vollendung des dritten lebensjahres an. zwar lernen sie nichts bezüglich steuererklärungen und nahen osten, doch mit 4+ kennen sie alle den weg zum WC und bald schon beherrschen einige das alphabet und
    zahlen. ist dies des ernstes zu viel? wir haben die schweiz verlassen, weil wir erdrückt wurden vom eindruck, es sei ewig zu früh für ernst in helvetien, man dürfe von personen 40+ kaum mehr erwarten, als dass sie den weg zum klo kennen…

    • Veronica sagt:

      O ja, eine Bekannte in Spanien erzählte solches. Und dann gleich das Lesen, Schreiben, Rechnen lernen. Die erste vier Jahren sind notwendig für die Körperliche Entwicklung, zu lernen sich zu bewegen, die neurologische Fünktionen zu erkünden., das Fallen & Aufstehen zu üben. Mit der früher rationelle Entwicklung wird diese körperliche gehemmt.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Schön, Ihre Geschichten vom dünkelhaften hohen Ross herab… Wenn die Kinder im Ausland doch soviel schlauer sind, warum dauert denn die obligatorische Schulzeit (nicht Gymi) trotzdem bis 18? Ihr Beitrag zeugt von Überheblichkeit und Arroganz.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Unser Kind wurde in Grossbritannien mit 4 eingeschult. Die Kinder gehen dort zwar früher in die Schule, aber alles ist in den ersten Jahren spielerischer als hier und dem Alter wird durchaus Rechnung getragen.
        Ich (wie auch mein Kind) fand sowohl das britische wie jetzt auch das schweizerische Schulsystem gut.
        Ueberheblich und Arrogant ist höchstens, wenn man ein ausländisches Schulsystem beurteilt ohne eine Ahnung davon zu haben, weil man dieses Ausland höchstens vom Pauschalurlaub kennt.

  • Alam sagt:

    Wenn es eine Basisstufe gibt, bin ich sofort mit Ihnen einverstanden. Leider gibt es das noch längst nicht überall. In unserem Kanton müssen alle 4-jährigen in den Chindsgi, der genau zwei Jahre geht, danach kommt die 1. und 2. Klasse, die auch wieder genau zwei Jahre gehen. Ausnahmen müssen gerichtlich erstritten werden. Natürlich gibt sich daraus eine Kultur des „Hockenbleibens“ inklusive Stigmatisierung.

  • Tina sagt:

    Noch ein Nachtrag: Ob das fair ist oder nicht, möchte ich nicht beurteilen. Aber die Sekundarschule und das Gymi hat interne Statistiken über das Jahrgangsalter der Kinder. Diese sprechen leider eine deutliche Sprache… Das gibt zu denken. Dasselbe läuft bei der Psychomotorik.
    Dennoch gibt es selbstverständlich Kinder, die all diesen Statistiken trotzen!
    Wissen Sie übrigens, wann der Stichtag um Kt. Graubünden ist?

    • Sportpapi sagt:

      @Tina: Im Sport sind diese „Relative Age-Effekte“ gut belegt. Besonders problematisch sind sie, wenn aufgrund einer falschen Talenteinschätzung – das Kind, das an Weihnachten Geburtstag hat, wird mit dem Januar-Kind verglichen – die falschen Kinder in einer Fördergruppe kommen. Diese Effekte werden stark thematisiert und alle Sportverbände haben den Auftrag, die bei der Talentselektion zu berücksichtigen.
      Es bringt allerdings nichts, wenn einfach alle „jüngeren“ Kinder erst später eingeschult werden, was faktisch einer Verschiebung des Stichtags gleichkommt. Und noch weniger wäre es im Sport denkbar, dass quasi die Eltern entscheiden, in welcher Kategorie die Kinder antreten. Wobei – auch das gibt es (z.B. Geräteturnen).

      • Tina sagt:

        Für das einzelne Kind bringt es selbstverständlich sehr wohl etwas!
        Was sie schreiben ist in der Theorie wünschenswert (Sport wie Schule), aber in der Praxis überhaupt nicht der Fall! Die Eltern wollen das Beste für ihr Kind, dagegen ist nichts einzuwenden, da es tatsächlich oft das Beste ist. Allerdings erst in der Oberstufe klar belegbar!

      • sonic sagt:

        zum Glück ist es ja ziemlich irrelevant, ob jemand nur gut oder sehr gut ist im Sport. Mein Sohn ist der jüngste in der Klasse und trotzdem einer der besten im Turnen. Ob er dann noch ein bisschen besser wäre, wenn er ein Jahr später eingeschult worden wäre?? Spiel das irgendeine Rolle??

      • Sportpapi sagt:

        @Sonic: Es geht nicht darum, dass jemand gut ist im Sport. Das war ja nur ein Vergleich. Man hat einfach festgestellt, dass in einem Förderkader die Hälfte der aufgenommenen (Fussball-)Spieler in den ersten drei Monaten des Jahres Geburtstag hatten. Solche Effekte gibt es sicherlich auch in der Schule.
        Nur verschwinden die nicht, wenn man einfach den Stichtag schiebt.

      • Sportpapi sagt:

        @Tina: „Die Eltern wollen das Beste für ihr Kind, dagegen ist nichts einzuwenden, da es tatsächlich oft das Beste ist.“
        Ja, man verschafft dem eigenen Kind einen Vorteil. Was, wenn das alle machen, damit die eigenen Kinder nicht die Jüngsten der Klasse sind?
        Genau solche Aussagen sind der Grund, warum man eben solche Entscheidungen nicht (ausschliesslich) den Eltern überlassen sollte. Denn ja, die wollen nur das beste für ihr Kind. Auf Kosten der anderen.

      • sonic sagt:

        @sportpapi: Da haben sie natürlich recht beim Sport. Nur ist die kognitive und soziale Entwicklung weitaus heterogener als die körperliche. Und die statistik sagt weder beim einen noch beim anderen etwas gescheites über den Einzelfall aus..

      • Sportpapi sagt:

        @sonic: „Nur ist die kognitive und soziale Entwicklung weitaus heterogener als die körperliche.“ Sind Sie sicher? Und es gibt auch keinerlei Zusammenhänge?
        „Und die statistik sagt weder beim einen noch beim anderen etwas gescheites über den Einzelfall aus…“ Weshalb man die Erkenntnisse daraus gar nicht beachten sollte? Aber der Punkt ist doch gerade, dass offenbar viele Eltern ihre Kinder zurückstellen, weil sie auf die Statistik vertrauen, die sagt, dass ältere Kinder in der Klasse Vorteile haben. Sie drehen etwas im Kreis. Aber dass es ihrem Sohn gut geht, freut mich.

    • asouka sagt:

      Tina, was für Statistiken sollen das sein? Ich hab noch nie gehört von so etwas…

  • Tine sagt:

    Überlegen Sie, warum viele Lehrpersonen ihr eigenes Kind später einschulen. Das Problem ist meist nicht der Kindergarten, aber in der Mittelstufe haben die „älteren“ Kinder statistisch gesehen viel grössere Chancen eine höher qualifizierte Oberstufe zu erreichen. Dieses „Phänomen“ kennt man auch im Sport.
    Eine Mutter und eine Lehrperson
    (Meine Kinder betrifft es nicht)

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Ich würde meine Kinder nur schon deswegen zurückstellen, weil mit nur 9 Jahren Schulpflicht der Schulaustritt und die vorangehende Berufswahl noch früher erfolgt, als eh schon. Zudem gibt es noch Kantone mit Gymiübertritt nach der Primar und da ist es jetzt schon für scheue 13 Jährige schwierig, sich in einem Umfeld zu behaupten, wo Mitschüler bis 20 Jahre alt sind.

    • sonic sagt:

      Ach und weil das in 9 Jahren ansteht, schicken sie ein reifes Kind nicht in den Kindergarten und es darf sich in der Krippe oder zu Hause langweilen? Sorry, ist natürlich etwas polemisch, aber zB meine Kinder wollten unbedingt in den Kindergarten! Gross sein und etwas selber machen, das eigene Programm fern von Mami und Papi fanden sie beide super! Alle Freunde gehen in den Kindsgi, die Krippe kann kein altersgerechtes Programm mehr bieten, immer nur mit kleineren spielen.. Nicht alle Kinder finden das toll! Es ist doch wichtig , dass es für den Moment die richtige Entscheidung ist, was in 9 Jahren ist muss man halt dann schauen..

      • Vreni sagt:

        sonic : wenn ich sie so lese, wundere ich mich nicht dass ihre kinder raus wollten, in den kindergarten.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Meine Kinder besuchten ganz normal mit 5 zwei Jahre den Kindergarten, wie alle anderen Kinder auch. Der Grosse war zwar frühreif, da er aber introvertiert und zurückhaltend war, kam eine erfrühte Einschulung nicht in Frage.

        Für mich ist das jetztige Schulsystem mit früher Einschulung nicht kinderfreundlich, sondern dient alleine der Entlastung der Eltern, die offenbar auch an arbeitsfreien Tagen keine Lust dazu haben, Ihre Kinder sinnvoll zu beschäftigen.

        Klar wollen die Kinder zusammen mit ihren Gspänli den KIGA besuchen, aber wenn alle erst mit 5 hingiengen, würden sie das ja auch.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Zudem gibt es Studien über höhere Burnoutraten im jungen Erwachsenenalter, in Kantonen/Ländern, in denen früher eingeschult wird. Auch ist die Wiederholungsrate bei früheingeschulten Kinder höher. Offenbar wird das noch so gerne ignoriert, weil die Eltern möglichst gar keine Arbeit mit ihren Kindern haben wollen und man so erst noch ein Jahr Krippengebühr spart.

      • sonic sagt:

        @Vreni: Vielen Dank für ihren qualifizierten Kommentar. Haben sie auch irgendetwas zu sagen, oder beschränken Sie sich auf Beleidigungen??

      • sonic sagt:

        Tamar: Wieso wird einem immer Egoismus unterstellt, wenn man ein Kind eher früh in den Kindergarten schickt? Damit hatte dieser Entscheid einfach wirklich nichts zu tun! Wir haben uns sehr viel dabei überlegt, Fachleute beigezogen etc. Das Argument, dass wir Eltern entlastet würden oder dass wir Krippekosten sparen wollten war NIE auch nur entfernt ein Argument. Ich plädiere auch nicht dafür, dass alle Kinder mit knapp vier in den Kindsgi sollen. Aber bei unserem passte es sehr gut (und passt immer noch). übrigens nicht, weil es schon lesen oder schreiben konnte oder sowas in der Art..

      • L.T. sagt:

        „…sondern dient alleine der Entlastung der Eltern, die offenbar auch an arbeitsfreien Tagen keine Lust dazu haben, Ihre Kinder sinnvoll zu beschäftigen.“

        „…weil die Eltern möglichst gar keine Arbeit mit ihren Kindern haben wollen und man so erst noch ein Jahr Krippengebühr spart.“

        Können Sie eigentlich auch einmal etwas zu einer Diskussion beitragen und dabei auf dümmliche Beleidigungen verzichten? Was ist den Ihr Problem?
        Ich bin auch eher für das spätere Einschulen. Aber Eltern, welche mit der jetzigen Situation zufrieden sind, zu unterstellen sie wollen bloss ihre Kinder loswerden wirkt etwas eindimensional auf mich.

      • Sportpapi sagt:

        @Tamar: Es wäre sehr viel sinnvoller, die Kinder regulär in den Kindergarten zu lassen, und dann dort zu entscheiden, wann es schulreif ist. Eine Repetition dort ist doch kein Problem, kommt aber auch nicht so häufig vor.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        L.T

        Meine Aussagen beziehen sich auf die immer wiederkehrenden Forderungen nach längeren externen Betreuungszeiten und frühere Einschulung. Wenn Sie sich davon betroffen fühlen, ist das Ihr Problem, nicht meins.

        Genau: unser Schulsystem ist nicht kinderfreundlich, sondern auf jene Eltern ausgelegt, welche sich auf ihre Karriere konzentrieren wollen und ihre Kinder deswegen möglichst früh outgescort haben wollen und eine frühere Einschulung ist nunmal kostengünstiger.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Sportpapi

        Natürlich wäre es sinnvolleer, Kinder regulär einzuschulen, aber halt nur, wenn dies nicht immer noch früher erfolgt. Mit 5 war ideal, da so frühreife Kinder, welche sich auch stark genug waren, sich in einer grossen Gruppe zurechtzufinden, einfach schon mit 6 die erste Klasse besuchten. Nun aber ist das ganze System eben auf diese frühreifen Kinder ausgerichtet und die „normal“ entwickelten Kinder, welche ca 95% umfassen werden benachteiligt. Das kann es doch nicht sein.

        Klar kann ich mein Kind zurückhalten, aber der Druck, dass ja dann mit meinem Kind dann etwas „nicht stimmt“ ist ja dann schon da. Ausserdem streikt dann vielleicht das Kind, weil es mit seinen Freunden zusammenbleiben möchte.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @Sportpapi Teil 2

        Ein Schulsystem hat sich nach den Bedürfnissen von Kindern zu richten und nicht nach den Bedürfnissen ehrgeiziger Eltern, welche erstens ihre Kinder hinter ihrer Karriere anstellen und zweitens immer das Gefühl haben, dass das eigene Kind besonders begabt und frühreif ist. Ich kenne selber Eltern, welche immer behaupteten, was das Kind denn schon alles könne und wenn sie dann ihre Lügen nicht mehr verbergen können, haben sie alle Ausreden, warum das Kind die erforderten Leistungen nicht bringt und wenn es dann die Klasse wiederholen muss, oder in die Real, anstatt ins Gymi kommt, sind dann die „unfähigen“ Lehrer schuld.

        Sorry nein, aber so ein System, welches derart Kindern vorbei schifft, goutiere ich nicht und ich bin froh, betrifft es nicht meine Kinder.

      • Sportpapi sagt:

        @tamar: „Mit 5 war ideal“. Interessanterweise ist vielfach gerne gerade das ideal, was in den letzten Jahren so üblich war. Erklärt auch, warum in den Kantonen so unterschiedlich auf das gleiche Einschulungsalter reagiert wird. Und unsere deutschen Gäste dabei nur verwundert den Kopf schütteln.
        Zu II: Was hat das System mit ehrgeizigen Eltern zu tun? Und ausserdem: Mein 1.-Klässler konnte bei Schulbeginn auch schon alles. Musste einfach mal gesagt sein…

      • L.T. sagt:

        „….unser Schulsystem ist nicht kinderfreundlich, sondern auf jene Eltern ausgelegt, welche sich auf ihre Karriere konzentrieren wollen und ihre Kinder deswegen möglichst früh outgescort haben wollen ….“
        Das ist einfach nicht wahr. Es hat mich gerade mal 30 Sekunden gekostet um den im Internet publizierten Grundlagenbericht der Erziehungsdirektorenkonferenz aus dem Jahr 2006 zu finden, in dem die diversen Gründe für die Vorverlegung der Schulpflicht aufgeführt sind. U.a. Angleichung ans europäische Ausland, Chancengleichheit für „bildungsferne“ Kinder. Das fehlende Betreuungsangebot in der CH ist nur ein Grund unter vielen. Können Sie sich nicht informieren, bevor Sie hier mitdiskutieren? Ihre repetitiven Beleidigungen aller arbeitstätigen Eltern wirkt ziemlich neurotisch.

  • SrdjanM sagt:

    Kindergarten für Vierjährige geht ganz gut, vielleicht in ganz wenigen Ausnahmen nicht, wenn das Kind noch wirklich unselbständig ist oder entsprechende kognitive Rückstände aufweist.
    Ein drittes Kindergartenjahr macht aber auch oft Sinn, als Erstklässler, die nicht länger als 10min still halten können. Oder eben Kinder, die auch mit sechs Jahren ihre Mühen mit der Autoritäten und bei der Selbstkompetenz haben. Mit der frühen Einschulung scheint das immer mehr ein Thema zu werden.

    • Victoria V. sagt:

      Mühe mit der Autorität haben in der 1. Klasse unserer Tochter primär die älteren Kinder. Ein Vater neulich zur Lehrerin: „Ich glaube nicht, dass Sie meinem Sohn gegenüber den nötigen Respekt erbringen.“ Kommt davon, wenn die Prinzchen und Prinzessinnen daheim verhätschelt werden, als gäbe es kein Morgen! Und dann mit 8 erst in die Schule, wenn das Verhalten schon eingehend antrainiert und gefestigt ist.

      • Tina sagt:

        Was Sie schildern, mag in genau diesem Fall zutreffen, hat aber nichts mit dem Alter zu tun!
        In der Mittel- und Oberstufe haben die Älteren klar einen Vorteil. Schade, dass dies in den jungen Jahren oft ausgeblendet wird. Wir hören dann Jahr für Jahr die Klagen, und das Nein der Schulpflege, wenn die Eltern eine Wiederholung wünschen.
        Für die Lehrstellensuche ist das junge Alter leider oft auch ein Nachteil.

      • Sportpapi sagt:

        @Tina: Jetzt mal ernsthaft: Sie begründen den späteren Schuleintritt damit, dass sie dem Kind in der Oberstufe bessere Chancen verschaffen möchten. Und wundern sich, dass die Schulpflege auf Einhaltung der Regeln pocht?

  • Danny Holzer sagt:

    Ouh Shit …
    warum tu ich mir das immer wieder an und lese diesen Schwachsinn. Der Brecht und sein Super-Papi gehen mir regelrecht auf den Sack.
    Imm dieses ausspielen vom einen Gedankengut zum anderen nervt nur noch.
    Zwischen richtig und richtig liegen Welten. Ob KiTa oder 100% Mami, ob Gymi oder Lehrer oder gar nichts.
    Leute, solange unseren Kindern, Anstand, Respekt und vor allem Bewusstsein für unsere Umwelt gelehrt wird, ist doch alles ok.
    Ich sehe den Brecht schon als Bully mit seinem besserwisserischen Papi. Schlimm…

    • Ich weiss es auch nicht. Könnte es eventuell an Ihrer Kindheit liegen, dass sie sich immerzu mit meinen Beiträgen geisseln müssen? Vielleicht wurden Sie zu früh eingeschult? Ich könnte Ihnen den Brecht vorbeischicken, damit er Ihnen dieses selbstzerstörerische Verhalten ausprügelt.

      • Gerber sagt:

        Pech, wenn die Kindergärnerin oder der Kindergärtner nicht so toll sind und man nichts dagegen tun kann. Die ersten Lebensjahre, sind die entscheidenden eines Menschen. Die Einflusspersonen haben eine ungeheure Macht. Da will ich mir nicht zuviel hineinfunken lassenm, und schaue mir zuerst den Kindergarten an, bevor ich eine Entscheidung treffe.
        Sagt ein Hausmann

      • Vreni sagt:

        Markus Tschannen : dies ist jetzt aber wirklich respektlos.

      • Vreni, bei Ihnen habe ich immer öfter den Eindruck, Respektvoll ist nur, wer Ihre Meinung vertritt.

    • Lilly sagt:

      Ist aber auch tragisch, wenn kein Artikel mehr mit einer Prise Humor geschrieben werden darf. Gibt genug Ernsthaftes im Leben. Ich bin selber Mutter von zwei Kleinkindern und finde den Artikel total erfrischend und ein bischen Selbstironie tut jedem gut, sonst sterben wir eines Tages alle mit einem „Lätsch“ im Gesicht. Wie traurig!

      • Danny Holzer sagt:

        Hoppla …
        Markus Markus Markus .. ich habs geahnt. Sie gehörten eben nicht zur Bully-Truppe damals. Deshalb muss es der Brecht jetzt richten. Schade, aber vermutlich hätten ihm ein paar Jahre Krippe eben richtig gut getan.

        Aber Mal im Ernst.
        Ich finde es einfach mühsam, wie man überall, alles gegeneinander ausspielt. So funktioniert doch die Welt momentan, die Politik sowieso. Und sie Blasen ins selbe Horn.
        Wenn man den Familien mehr Freiheit geben würde, wie sie ihre ganz persönliche Geschichte gestalten wollen, kämen wir gesellschaftlich weiter.
        Viele Wege führen nach Rom. Und so verschieden wie die Menschen sind, so individuell sollten auch Schulische- und Ausbildungstechnische-Wege sein. Ich denke da läuft einiges schief.

        Dem Brecht viel Glück und Spass im Kindergarten.

      • Danke. Nun, ich bin natürlich auch nicht dafür „Eltern gegeneinander auszuspielen“. Ich will auch nicht einzelne in die Pfanne hauen. Mir geht es mehr um das System: Wer soll wie frei entscheiden dürfen, wann ein Kind in den Kindergarten geht?

        Selbstverantwortung in Ehren, aber gerade die Diskussion hier zeigt doch: Offenbar ist es bei manchen ein gewichtiges Argument, dem eigenen Kind gegenüber den anderen einen Vorteil zu verschaffen. Stichwort „relatives Alter“. Aber nun können halt nicht alle diesen Vorteil haben. Soll der Staat strenger sein? Sie sagen nein, ich sage ja. Ich denke, diese Meinungen dürfen wir beide haben, sind ja nicht sonderlich extrem.

  • Rosenrot sagt:

    Ich mag Ihre Artikel fast immer, aber hier klingt mir das „schaut her, wir haben es richtig gemacht“ etwas zu stark durch. Und dieser oft zu hörende, stolze Eltern-Unterton missfiel mir schon vor 12 Jahren mit meinem Erstgeborenen im Sandkasten, wenn ich mit anderen Eltern sprach. Immer wieder lassen sich dann die Falschen davon verunsichern, in diesem Falle diejenigen, die ihr Kind zurückstellen. Wir haben es so gemacht, mit unserer Jüngsten, die 1 Monat vor dem Stichtag geboren ist: wir haben sie zurückgestellt. Und siehe da: alle finden es nachträglich richtig: Kindergartenlehrpersonen, Kinderärztin und wir Eltern. Also bitte: lasst alle selber für sich entscheiden. Jede/jeder hat so seine Gründe für den einen oder anderen Weg.

    • Ich kann schon verstehen, dass das so klingt. Es war indes überhaupt nicht meine Ansicht. Wir wussten ja auch nicht, ob unsere Entscheidung – den Brecht regulär und damit eher jung zu schicken – die richtige sein würde. Rückblickend war sie es, das hat aber wenig mit Elternleistung zu tun. Ich denke einfach, im Zweifel ist das die bessere Entscheidung und möchte das Thematisieren. Meine „Kritik“ (wenn man überhaupt von Kritik sprechen kann) richtet sich nicht gegen einzelne begründete Rückstellungen. Ich stelle einfach fest, dass das System „Einschulung mit 4“ ad absurdum geführt wird, wenn zu viele Kinder zurückgestellt werden. Ich denke, diese Meinung ist mir erlaubt, nicht?

    • Sportpapi sagt:

      @Rosenrot: „Also bitte: lasst alle selber für sich entscheiden.“ Nicht, wenn man sich eigentlich gesamtschweizerisch auf einen Stichtag geeinigt hat…
      Hat auch etwas mit einer gewissen Fairness und Chancengleichheit zu tun, dass nicht alle Eltern für ihre Kinder noch einen Vorteil herausholen. Und natürlich ist die Heterogenität der Klassen bereits gross genug, die sollte nicht künstlich noch verstärkt werden.
      Und natürlich finden es, vor allem nachträglich, alle richtig. Würde Ihnen ja sicherlich niemand etwas anderes sagen.

      • NiTa sagt:

        Ich finde es toll, dass da die Eltern mitentscheiden können, ob sie ihr Kind noch ein jahr zurückstellen oder bereits in den KG schicken wollen. Schliesslich kennen sie ihr Kind am besten und können (meist) auch am besten einschätzen, ob das Kind reif dazu ist.
        Denn ein Kind muss trotz ‚nur Kindegarten und ein bisschen Spielen‘ eine gewisse Reife haben, damit es für das Kind überhaupt Sinn macht. Und da gibt es bestimmte gute Gründe, das Kind zurück zu stellen.

        Ich finde den Artikel aber erfrischend, da zum Ausdruck kommt, dass nicht alle per se zurückgestellt werden sollen. Für manche ist es mit 4 oder fast 5 an der Zeit für den KG.
        Da kann ein weiteres Jahr zu Hause für alle Beteiligten nur sehr mühsam werden.

        Kindergärtnerin und Mutter

      • Schlumpfine sagt:

        @Sportpapi: Und wo ist die Fairness und Chancengleichheit für Kinder, die kurz vor dem Stichtag geboren sind? Sie argumentieren ja im Grunde genau gleich wie die rückstellenden Eltern, welche um die Benachteiligung ihrer Kinder fürchten. Im Grunde zeigt die aktuelle Entwicklung, dass die Einschulung mit vier Jahren von einem Gros der betroffenen Bevölkerung, sprich der Eltern, nicht mitgetragen wird. Ich finde es gut, dass das System (zumindest in Bern) durchlässig ist und von unten nach oben mitgeprägt werden kann.

      • Sportpapi sagt:

        @Schlumpfine: Man hat sich darauf geeinigt, dass in einer Schulklasse die Kinder eines verschobenen Jahrgangs zusammenkommen. Und nur Kinder zurückgestellt werden, die noch nicht Kindergartenreif sind.
        Wenn nun ambitionierte Kinder ihre durchaus bereiten Kinder zurückhalten, wird die Heterogenität in der Klasse noch einmal massiv grösser.
        „Im Grunde zeigt die aktuelle Entwicklung, dass die Einschulung mit vier Jahren von einem Gros der betroffenen Bevölkerung, sprich der Eltern, nicht mitgetragen wird.“ Wieso? Es zeigt eher, dass es dort problematisch ist, wo das neu ist. Aber man kann das politisch ja auch anders festlegen, schweizweit.
        Bern unterschreibt einfach den HARMOS-Vertrag, setzt dann aber nicht wirklich um. Ich halte das für problematisch und unredlich.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Sportpapi

        Und warum ist es falsch, wenn Eltern sich für ihre Kinder einen Vorteil erhoffen? Erhoffen Sie denn für sich nicht selber Vorteile, wenn Sie die Möglichkeit haben, bei Wohnungssuche und Stellenwechsel von Vitamin B profitieren. Warum dürfen Erwachsene für sich Voteile schaffen, bei Kindern aber soll das verwerflich sein? Das ist doppelmoralisch.

        Und: reiche Leute haben generell überall Voteile und Bevorzugung. Was tun Sie denn gegen diese Ungerechtigkeit?p

      • Sportpapi sagt:

        @Tamar: Bis zu einem gewissen Grad ist daran nichts falsch. Deshalb braucht es dann eben eine Aufsicht, die überprüft, dass Ausnahmeregelungen nicht missbräuchlich genutzt werden.
        „Und: reiche Leute haben generell überall Voteile und Bevorzugung. Was tun Sie denn gegen diese Ungerechtigkeit?“ Ich fördere die Volksschule.

  • Lilly sagt:

    Vielen Dank für diesen humorvoll geschriebenen Artikel. Ich musste immer wieder schmunzeln, denn eigentlich läuft es genau so ab. Mein Sohn ist auch mit 4 Jahren und 4 Monaten in den Kindergarten gekommen (letzten August) und mein Bauchgefühl sagte mir, dass es richtig ist, ihn jetzt schon in den Kiga zu schicken. Es kann aber tatsächlich rasch verunsichern, wenn man plötzlich von anderen Eltern hört, dass 4 noch zu früh ist und sie ihr Kind ein Jahr später schicken werden. Man kennt ja sein eigenes Kind am besten und ich habe es nie bereut, dass mein Sohn bereits letzten August mit dem Kiga gestartet hat. Er geht extrem gerne dorthin, denn vermutlich genau diese Kombination aus Spielen und Lernen bereitet ihm viel Spass.

  • Zaucker sagt:

    Der war ja so gut! Vielen Dank!

  • Momof4 sagt:

    Unsere 3 mädels durften noch mit 5 in den kiga und obwohl sie mühe damit hatten hab ich sie nicht zurückgestellt. Damals war ich noch sehr jung und unerfahrener. Unser sohn ist aktuell 3.5 jahre alt und ihn haben wir zurückgestellt da auch die eingewöhnung in die spielgruppe nicht funktioniert hat und er auch knapp am stichtag geburtstag hat. Ich find es richtig so, den es ist für ihn definitiv zu früh so lange von mir weg zu sein. Ich find es generell noch mit 5 zu früh. Es sind kleine kinder und da ist das mami noch der zentrale mensch, ist auch völlig normal. Dann gehn sie in den kiga zu einer ihnen völlig fremden person mit kindern die sie vermutlich noch nicht kennen. Einfühlungsvermögen täte der blogschreiberin nicht schaden. Ist aber halt nicht jedem gegeben.

    • Sätze wie „es sind kleine Kinder und da ist das Mami noch der zentrale Mensch“ lassen mich vermuten, dass hier eher das Mami Mühe hat loszulassen. Klar mag es Ausnahmen geben, aber Kinder sind mit fünf Jahren sehr wohl fähig, sich auf andere Personen einzustellen und neue Kinder kennenzulernen. Was denken Sie, wie eine Kita funktioniert?

      Mit freundlichem Einfühlungsvermögen
      Die Blogschreiberin

      • Momof4 sagt:

        Ja es gibt kinder die dazu fähig sind. Es gibt aber auch solche die mehr mühe damit haben. Nichts weiter wollte ich damit sagen. Wir sind auch nicht alle gleich, also warum erwarten wir es dann immer von den kindern.

      • Momof4 sagt:

        Und wo ist für sie das problem wenn ich auch als mutter probleme mit der ablösung habe?! Es ist mein kind das ich im bauch hatte. Aber sowas kann ein mann nicht verstehen. Wie sollte er auch.

      • Barbara sagt:

        Herr Tschannen, es steht ihnen nicht zu über andere zu Mutmassen & Vermutungen anzustellen. Ihre bisher selbstironischen Artikel fand ich immer lustig & super geschrieben. Aber das hier passt nicht in die Reihe. Und jetzt noch aus der Kiste „die Mutter hat Mühe loszulassen“, über Mütter zu urteilen.
        Frauen wird oft Mütter-Bashing vorgeworfen. Sie betreiben hier gerade Eltern-Bashing. Unreflektiert aus der Perspektive ich weiss wie es für die Kinder besser wäre. Sie werden sehen, Sie werden im Laufe des Lebens für Ihren Brecht vielleicht auch mal Entscheide treffen müssen, die für ihr Umfeld nicht nachvollziehbar, aber für Sie als Familie stimmen.
        Mir scheint eher die Rückstellung anderer verunsichert manche Eltern stark, bei denen die reguläre „Einschulung“ passend ist.

      • @Momof4 Dass nicht alle Kinder gleich sind, und Rückstellungen durchaus berechtigt sein können, habe ich deutlich geschrieben.

      • @Barbara Ja mit Selbstironie gewinnt man alle Herzen, das ist leicht. Aber erlauben sie mir bitte auch einmal eine Meinung. Ich äussere in meinem Artikel lediglich mein Unverständnis darüber, wenn Eltern Kinder zurückzustellen, die eigentlich bereit wären, nur weil sie mit dem gesetzlichen Schuleintrittsalter nicht einverstanden sind. Mit gut begründeten Rückstellungen habe ich überhaupt kein Problem.

        Dass loslassen schwierig sein kann – geschenkt. Aber dass man ein fünfjähriges Kind nie von seinem Mami treffen darf, finde ich bei allem Verständnis schon etwas krass. Aber was weiss ich schon, ich bin ja nur ein Mann, der nie ein Kind im Bauch hatte.

      • Lilly sagt:

        Das sehe ich auch so Herr Tschannen. Wir trauen den Kindern viel zu wenig zu. Sie können mehr als wir denken!

        Wenn Mami loslassen kann, schafft es auch das Kind.

    • Barbara sagt:

      Das Sie das Kind nicht im Bauch getragen haben, spielt für mich überhaupt keine Rolle. Das suggeriert, Väter könnten deswegen keine gleich innige Beziehung zu ihren Kindern haben wie die Mütter und stimmt sicher nicht.

      Es ist schon richtig, dass Sie sagen Ihre Aussage trifft nur für diejenigen Fälle zu, welche eigentlich reif für den Kindsgi wären. Aber können Sie dies als Aussenstehender wirklich für andere beurteilen? Auch die anderen Eltern haben das Wohl ihres Kindes im Auge.

      • Im Einzelfall kann ich das als Aussenstehender eigentlich nie beurteilen, das möchte ich auch gar nicht. Nun ist es einfach so, dass bei niedrigen Hürden wie im Kanton Bern zumindest lokal sehr viele Kinder zurückgestellt werden und sich eine Art Selbstverständlichkeit entwickelt, dass man sein Kind halt zurückstellt – zumindest wenn es zwischen Januar und Stichtag Geburtstag hat. Da hört man dann auch im Gespräch Sätze wie „vier ist einfach viel zu jung für den Kindergarten“, die wenig mit der individuellen Entwicklung des eigenen Kindes zu tun haben. Und klar, wenn alle im Dorf zurückstellen, verstehe ich auch, dass dann weitere nachziehen. Dabei sind die Kinder im Kanton Bern ja hoffentlich nicht weniger weit entwickelt als in anderen Kantonen.

      • Sportpapi sagt:

        @Barbara: Das mit dem Kind im Bauch stammt von Momof4, und suggeriert genau das.
        Ansonsten ist es nun mal so, dass die Eltern das Kind am besten kennen. Aber einordnen, wie es im Vergleich mit anderen steht, und ob es im Kindergarten funktionieren könnte, dafür gibt es dann wieder Fachleute. So macht es doch Sinn, dass Eltern und Fachleute gemeinsam schauen, was passt.
        „Auch die anderen Eltern haben das Wohl ihres Kindes im Auge.“ Und das ist ja manchmal auch das Problem, wenn alle ihren Kindern noch einen Vorteil verschaffen möchten. Auch hier haben sich ja ganz viele gemeldet, die genau diese Begründung anbringen, und nicht etwas die aktuelle Entwicklung ihres Kindes.

      • Momof4 sagt:

        @sportpapi. Sorry aber der ausdruck „fachleute“ stösst mir sauer auf. Genau solche fachleute haben unsere älteste tochter damals abgeklärt und für noch nicht schulreif empfunden und das in einem 20 minütigen test. Das kind kennen sie nicht und haben es nie davor gesehen oder gesprochen und wollen in knapp 20 minuten via test rausfinden ob es in 6 monaten bereit für die schule ist. Da kann ich nur lachen. Wir haben sie dann trotzdem geschickt und heraus kam, das es genau das richtige war. Und heute ist sie in der sekundarstufe. Eltern kennen ihr kind am besten. Da braucht es keine überbetitelten fachleute. Die fachfrau und mann sind wir. Mama und papa!

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Hoffentlich ist sie in der Sekundarstufe irgendwann…. ist ja Teil der obligatorischen Schulpflicht. Wo soll sie sonst sein – in der Primarschule für den Rest ihres Lebens?
        „Es ist mein Kind, das ich im Bauch hatte. Aber sowas kann ein Mann nicht verstehen“ = gatekeeper mum. Viel Spass Ihrem Gatten, der hat wahrscheinlich nichts zu melden bei der Erziehung, bei einem solchen Totschlagargument.

      • Sportpapi sagt:

        @Momof4: Ich wüsste nicht, weshalb Schulfachleute ein Kind abklären sollten, wenn nicht von irgendeiner Seite ein Antrag gestellt wird. Aber ich mag auch Ihren privaten Einzelfall nicht kommentieren.
        Ob die Eltern es wirklich am besten wissen, weiss ich nicht. Aber ich sehe auch in der Diskussion hier, dass man sie daran erinnern muss, sich an die Regeln zu halten, und dass es dafür manchmal eine Kontrollinstanz braucht.
        Und zudem ja: Manchmal sind sich die Eltern wirklich auch etwas unsicher, und können etwas Unterstützung bei der Entscheidung brauchen.

  • Anja sagt:

    Unsere Tochter ist auch ein paar Tage vor dem Stichtag geboren. Wir haben‘s uns lange überlegt, ob wir sie zurückstellen sollen (Kt. ZH). Die Spielgruppenleiterin meinte aber, dass sie bereit ist für den Kindergarten. Jetzt besucht sie die erste Klasse und die Lehrerin sagte uns beim Elterngespräch, dass sie überhaupt nicht merkt, dass sie die Jüngste in der Klasse ist. Ob es die richtige Entscheidung war sie regulär einzuschulen? In 8 Jahren weiss ich’s dann

    • Bis jetzt klingt es zumindest nach der richtigen Entscheidung.

      Ich weiss auch nicht, ob der Brecht in späteren Schuljahren einen Vor- oder Nachteil aus der frühen Einschulung zieht. Aber ich weiss, dass es (in seinem Fall) falsch gewesen wäre, ihn ein weiteres Jahr zu Hause zu behalten.

      • Stern sagt:

        Unser Sohn ging auch regulär mit 4 in den Kiga (hat im März Geburtstag) und es war auch richtig so. Jetzt stellt sich aber trotzdem die Frage, wie es nun weiter geht. Die Kindergärtnerin empfiehlt ihn noch ein Jahr im Kiga zu lassen und erst dann in die erste Klasse zu schicken, da er sonst kaum um Ergotherapie, Logopädie, … herumkommt. Viele dieser Therapie könnten ev. bei einer späteren Einschulung gespart werden. Allerdings wissen wir leider oft nicht, was die beste Entscheidung für das Kind ist.

      • Hmm, interessant, dass Logopädie und Ergotherapie bei Ihnen an den Schulstart gekoppelt ist. Bei uns an der Schule wird in Kindergarten und Schule abhängig vom Alter „behandelt“.

        Bei uns wurde von Anfang an kommuniziert, dass die Basisstufe im Normalfall vier Jahre dauert, je nach Entwicklung des Kindes aber auch drei oder fünf Jahre möglich sind. So finde ich das sauber: Kind mit 4 Jahren schicken, sofern es bereit ist und dann beurteilen, wann der Übertritt in die nächste Stufe stattfinden soll.

  • Sandra sagt:

    Ou Mann, einfach nur vielen Dank für die wunderbare Unterhaltung!

  • Jan Holler sagt:

    Gefällt mir, der Beitrag, danke. Das ist ein entspannter und vorurteilsfreier Umgang mit dem Thema.

    Fürs Forum: Der Kindergarten in der Schweiz ist erst seit 1999 obligatorisch und viele Kantone kennen auch nur eine einjährige KG-Pflicht. Das Schuleintrittsalter wurde in vielen Kantonen vor Kurzem auf 4 Jahre festgelegt. Für MT: Der Kindergarten gehört nicht überall zur Volksschule und im Kanton Bern auch erst kürzlich.

    Wenn Ihr Brecht dann das erste Jahr Basisstufe hinter sich hat, würde mich ein Beitrag über seine Erfahrungen interessieren und wie Sie das als Eltern wahrgenommen haben. Dass Sie dann keine persönlichen Vergleiche zu einem eigentlichen Kindergarten ziehen können, empfinde ich dabei als Vorteil.

    • Danke für die Ergänzungen.

      Einen Beitrag über meine Eindrücke zur Basisstufe schreibe ich in ein paar Monaten gerne. Soviel vorweg: Ich bin bislang ziemlich begeistert, vor allem vom sozialen Aspekt. Am bemerkenswertesten finde ich, wie die Basisstufe die ganze Schule vernetzt. Zu meiner Zeit hatte man mit den Jüngeren und den Älteren nichts zu tun. Mit der Basisstufe kommen die Jahrgänge miteinander in Kontakt und bleiben es. Die älteren Kinder (3. Klasse und höher) kommen zum Schulschluss oft bei der Basisstufe vorbei und albern noch etwas mit den jüngeren Kindern rum.

      • Jan Holler sagt:

        Danke für den ersten Eindruck. Schön, gefällt es Brecht und vor allem der ganzen Familie. Meine Kinder haben das um nicht so viele Jahre leider verpasst. Das hätte ihnen bestimmt Spass gemacht, aber auch ihre Kindergartenjahre waren super. Wir Eltern sind immer noch begeistert von dieser Lehrerin und meine Kinder erst recht. Das Bisschen Mathe und Schreiben machte ihnen nichts aus, im Gegenteil. Das war bei uns selber damals viel strenger, schulischer. Meine Kleinere war auch sehr jung im Kindergarten, aber sie kannte ja schon die KITA seit jeher 2 Tage in der Woche, und lebte sich sofort ein.

      • Bebri sagt:

        Basisstufe finde ich toll … Unsere Kinder gehen in eine über 300 Jahre alte Gesamtschule, mit einer Klasse mit Schülern von der ersten bis zur neunten Klasse. 20 Schüler, unterschiedlich alt – das ist doch, was einem sonst in der Welt auch begegnet. Nirgendwo sind alle gleich alt, nur in den Schulen … Leider werden die kleinen Gesamtschulen nach und nach alle geschlossen. Sozial lernen Kinder in einer gemischaltrigen Klasse deutlich mehr und profitieren fürs ganze Leben.

  • Maike sagt:

    Also ich berichte mal aus der Vergangenheit. Ich Bj, 54-09 und meine Schwester 53-03. Einschulungstermin war damals immer April. Ich mehr die robustere, meine Schwester die zierlichere. Kindergarten fand zu hause bei unserer Mutter statt. Dank eines eigenen Geschwister mussten wir auch kein Sozialverhalten lernen. Einschulbereit war man damals, wenn man mit der einen Hand über den Kopf das Ohr auf der anderen Seite fassen konnte. Meinen Eltern wurde freigestellt, ob meine kleine grosse Schwester jetzt oder ein Jahr später mit mir zusammen eingeschult werden sollte. Sie entschieden sich zu jetzt. Als Kleinste der Klassse war sie dauernd am kämpfen – bis sie dann in der 10 eine Ehrenrunde drehen musste. Danach passte alles. Folgerung für mich: So lange die Schule rausschieben wie möglich.

    • Eben diese absolute Sicht macht mir etwas Sorgen. Für Sie ist klar, dass die Einschulung möglichst herausgeschoben gehört. Es müssen aber nicht alle früh eingeschulten Kinder die gleiche Erfahrung machen wie Ihre Schwester.

      • Emil Meier sagt:

        Sorry, aber jegliche Beschwerden über das schweizerische Schulsystem sind jammern auf ganz hohem Niveau. Es ist einfach perfekt. Ich, Einwanderer aus Deutschland, aufgewachsen in Ostdeutschland. Sein Sie einfach froh, dass Sie in Freiheit aufwachsen und lernen konnten und das das unseren Kindern auch so vergönnt ist.

      • Ganz Ihrer Meinung. Wir haben ein tolles Schulsystem. Trifft man dabei auch noch auf die richtigen Lehrpersonen, kann sich jedes Kind glücklich schätzen, hier in eine öffentliche Schule zu gehen.

  • Raymond Allaman sagt:

    Das mit den lustigen Vornamen haben die Kollegen von watson.ch schon wesentlich länger und besser drauf. Nicht so originell, sorry!

  • Barbara Müller sagt:

    Meines Wissens wurde der Lehrplan nicht geändert, nur der Stichtag. Da müssen jetzt plötzlich jüngere Kinder dasselbe leisten. Wir Lehrpersonen finden dies auch schwierig. Häufig können die jungen Kinder in der Klasse etwas noch nicht, nicht weil dumm sondern (entwicklungspsychologisch bedingt) noch nicht so weit.

  • Rudi Buchmann sagt:

    Logopädie, Ergotherapie oder Heilpädagogik – die Möglichkeiten, sein Geld mit Kindern zu verdienen, sind vielfältig. Kinder, die zu früh eingeschult werden, sind dabei die dankbarsten Opfer.

    • Claudia Vatter sagt:

      Sie sprechen mir aus dem Herzen…ich kenn in unserer Stadt Winti kein Kind mehr das nich pädagogische Sondermassnamen hat IF,usw…sind unsere Kinder sooo krass…? Eben ein lückenloser Lebenslauf….

    • Jan Holler sagt:

      Es ist aber genau umgekehrt. Durch die frühe Einschulung braucht es viel weniger dieser Mittel, die sowieso wenn, dann erst ab der 1. Klasse zur Anwendung kommen. Warum das so ist, liegt doch auf der Hand. Der Kindergarten ist die Vorbereitung auf die (eigentliche) Schule.

    • Schäfer Claudia sagt:

      Was mich an diesem Thema am meisten stört, ist die Tatsache, dass trotz Harmos jeder Kanton das Ganze anderst handhabt. Im BL zum Beispiel gibt es keine Möglichkeit für ein drittes KG-Jahr oder eine Repetition. D.h. auch wenn ein Kind einfach nur „jung“ ist und noch etwas Zeit bräuchte, wird es Lernzielbefreit, bekommt ISF und wird mitgeschleift.
      Von da her, war für mich klar, dass ich für eine Rückstellung kämpfen werde. Denn meine Tochter ist nicht dumm, sondern einfach sozial/emotional noch nicht reif genug.
      Der nächste Schwachsinn ist die Entscheidungsgewalt. Obwohl der Schulpsychologische Dienst eine empfehlung abgibt, entscheidet die Schulleitung. Und die Tatsache, dass nicht mehr jeder SL eine pädagogische Ausbildung hat macht das zur Farce…

      • LLC sagt:

        Das ist in BL nach Gemeinde unterschiedlich. Bei uns ist ein wiederholen im KG möglich, zudem gibt es auch eine Einführungsklasse in welcher die Kinder für das erste Schuljahr zwei Jahre Zeit haben.

  • Pragmatikerin sagt:

    Wenn der Autor so simpel fragt, „wieso das Kind später einschulen“, drängt sich auf: „wieso nicht“? Lernen ist ein lebenslanger Prozess, ein Jahr früher oder später wird das Leben eines Menschen nicht massgeblich beeinflussen. Auf beide Fragen gibt es nur eine gleiche Antwort: weil nicht für jedes Kind dasselbe das Beste ist.

    • „Wieso nicht?“ Weil der Gesetzgeber den Kindergarteneintritt mit vier Jahren vorsieht. Stellen nun zu viele Eltern ohne Not ihr Kind zurück, schaffen sie einen Parallelstandard „Kindergarteneintritt mit fünf“.

      • Sportpapi sagt:

        Kurz und knapp auf den Punkt gebracht. Oder noch schlimmer: Für gut behütete Kinder, die sowieso mit besten Chancen in die Schulkarriere starten, heisst es Kindergarteneintritt mit fünf. Die Kinder von Eltern, die gar nicht mitbekommen, dass man zurückstellen könnte, und die froh sind, dass die Kinder nun tagsüber versorgt sind, während sie arbeiten, beginnen aber weiterhin mit 4.

  • Mamavonkindmit4indenchindsgi sagt:

    Lieber Markus Tschannen, selten so gelacht! Beim Ernst des Lebens konnte ich nicht mehr vor Lachen! Vielen Dank für den tollen Beitrag und weiter so! Sohnmitvierjahrenindenkindergartengeschickt Mutter, unglaublich, das Kind ist total glücklich im Kiga!

  • Vvv sagt:

    In unserem Quartier in Bern habe ich gar nicht den Eindruck, dass viele Kinder zurückgestellt werden. Im Gegenteil: Viele Kinder werden früher eingeschult oder überspringen später eine Klasse, weil die Eltern sie für besonders aufgeweckt halten (was sie aber nicht unbedingt immer sind).
    Wir schulten unseren Sohn «normal» ein, was ein Fehler war, denn es war ihm im ersten Jahr überhaupt nicht wohl im Kindergarten und nach zwei Jahren war er auch noch nicht reif für die Schule, weshalb er dann noch ein drittes Jahr im Chintsch blieb. Das war die beste Entscheidung, noch besser wäre es aber gewesen, wenn wir ihn von Anfang an ein Jahr zurückgestellt hätten.

  • Erino Dapozzo sagt:

    Ein Jahr später einschulen kostet weniger als das 10. Schuljahr.

  • Fina03 sagt:

    Manche Kinder wären schon mit 3 parat für den Kindergarten, andere sind es erst mit 5. So what?! Meine Tochter mussten wir nach ein paar Wochen wieder rausnehmen, weil es zu früh für sie war (Übermüdung, Bauchweh, starkes Weinen, Schlafprobleme, Einnässen). Dabei hatte ich mich schon gefreut, dass meine Kleine nun auch „aus dem Haus“ ist und ich als selbstständig Erwerbende mich etwas mehr um mein Business und auch um mich kümmern kann. Der Preis, den meine Tochter hierfür hätte bezahlen müssen, war mir einfach zu hoch, also habe ich sie wieder rausgenommen. All die blöden Kommentare von “ ihr Helikoptereltern“ bis „unser Kind kann das halt“, die ich daraufhin anhören musste, fand ich zum k. Wieso müssen Eltern ständig aufeinander herumhacken. Hrgh!

    • Schlumpfine sagt:

      Genau! Auch ich freue mich auf den Moment, wenn unsere Jüngere eingeschult wird, und ich nebst Erwerbs- und Familienarbeit wieder etwas mehr Zeit für mich bzw. die im Alltag anfallenden Aufgaben und Themen habe. Ich gebe zu, es ist eine verlockende Vorstellung, unsere im Juli geborene Tochter ab August in den Kindergarten zu schicken. Entspräche dieser Schritt den Interessen und der aktuellen Entwicklung unseres Kindes? Nein? Alle weiteren Diskussionen erübrigen sich.

    • Melanie M. sagt:

      Sehe ich genau so. Eben diese Eltern regen sich dann aber am meisten darüber auf wenn ein Kind den Kindergartenalltag stöhrt….
      Wie mans macht ist es nicht recht…
      Jede Familie muss selbst eintscheiden was richtig für sie ist.

    • sophie sagt:

      @Fina : mit 3 Jahren hätte ich niemals meine Tochter weggeschickt in Kindergarten. Heutzutage sind diese Orte nicht mehr friedlich wie früher, ein sensibles Kind kann seelisch sehr leider wegem dem fortgeben und der Stimmung im Kindergarten.

    • Melanie sagt:

      @ Fina03
      Ich finde sie haben das genau richtig gemacht und geschaut, was das Beste für ihr Kind ist. Manchmal weiss man es nicht im Voraus und muss es halt ausprobieren. Ich versuche meinen Kindern etwas zuzutrauen, aber wenn ich merke es geht nicht, dann ziehe ich die Konsequenzen. Ein Kind wieder aus dem Chindsgi nehmen ist kein Weltuntergang und nächstes Jahr passt es dann sicher besser.

    • Manchmal kann man es im Voraus auch nicht wirklich beurteilen. Der Brecht war beim Kindergartenstart nicht nur relativ jung (4 Jahre und 3 Monate), er konnte es auch nicht so gut mit gleichaltrigen Kindern. Wir haben ihn gerade deswegen geschickt. Es hätte nach hinten losgehen können, war aber ein grandioser Erfolg. Er hat sich schnell eingelebt, Freunde gewonnen und viel Neues gelernt. Ihm dieses Umfeld ein weiteres Jahr vorzuenthalten wäre in seinem Fall ganz schlecht gewesen. Aber eben, das wussten wir auch erst im Nachhinein.

      • Barbara sagt:

        Schön Herr Tschannen, mit dieser Antwort relativieren Sie Ihren Text von oben. Ganz genau, man kann es im Voraus nicht mit Sicherheit sagen. Im Falle ihres Sohnes ist es gut geglückt. Es hätte auch anderst verlaufen können, dann hätten Sie diesen Text nicht oder eben gerade anderst rum geschrieben. Ich glaube so wie Sie für ihr Kind eine gute Entscheidung getroffen haben, werden auch die anderen Eltern für ihr Kind eine gute Wahl treffen. Das kann auch heissen ein Jahr zu warten. Diese Attitüde, dass Sie nun wissen, was für alle richtig ist, gefällt mir nicht. Ausserdem: Haben Sie mehr als ein Kind? Ein-Kind-Eltern neigen dazu Erfolge bei den Kindern fälschlicherweise Ihrer eigenen Elternkompetenz zuzuordnen…

      • Mir ist schon bewusst, dass die eigenen Erlebnisse meine Meinung beeinflussen. Ich glaube aber auch, etwas abstrahieren zu können. Die hohe Zahl an Zurückstellern hat mich auf jeden Fall schon am ersten Kindergartentag verwundert, wo ich noch nicht wissen konnte, wie es bei uns läuft.

        Ich weiss selbstverständlich nicht, was für alle richtig ist und habe das auch nicht behauptet. Sowohl oben wie hier in den Kommentaren schrieb ich, dass es gute Gründe für eine Rückstellung gibt. Ich stelle aber halt auch fest, dass in Kantonen mit niedrigen Hürden relativ grosszügig, sprich oft zurückgestellt wird. Teils einfach, weil Eltern gegen das gesetzliche Kindergartenalter sind – unabhängig vom Entwicklungsstand ihres Kindes.

      • Ich habe bislang erst ein Kind. Aber keine Sorge: Ich schreibe Erfolge meines Kindes nicht meiner Elternkompetenz zu … oder zumindest nicht hauptsächlich. Ich bin froh, wenn sich die Misserfolge infolge mangelnder Elternkompetenz in Grenzen halten.

        Es gibt da draussen sehr, sehr viele Eltern, die ich für Ihre Elternkompetenz mehr bewundere als mich.

  • Melanie M. sagt:

    Da werde ich wütend. Es geht doch bei der Rückstellung nicht um irgend eine neue Modeerscheinung. Sondern um Kinder die schlichtweg nicht bereit sind für den Kindergarten. Was bei der heutigen Einschulung mit gerade mal 4j oft der Fall ist. Aus Entwicklungsgründen. Oder aus emozionalen Gründen. Gründe die wichtig sind. Weil das Kind sonst überfordert wird. Weil andere Kinder zurückstecken müssen wegen diesen unreifen Kinder. Mag sein dass dies nicht bei jedem Rückgestellten Kind der Fall ist. Da braucht es Kinderärtze die das richtig einschätzen. Ich bin heilfroh habe ich meinen Sohn durch ein Schreiben der Ärtzin rückstellen lassen. So geht es vielen Eltern die ihre Kinder sehr gut kennen, und sehr wohl wissen was gut für sie ist und was nicht.

    • sonic sagt:

      eben, da braucht es Kinderärzte.. nicht nur die Einschätzung der Eltern. Es gibt Kinder, für die ist der Eintritt zu früh, andere sind schon früher bereit. Aber das sollten Fachleute zumindest mitbeurteilen.

    • Sandra Hauser sagt:

      Genau! Es bringt doch dem Kind keinen Vorteil das jüngste zu sein. Das wird er dann vielleicht beim Schuleintritt merken. Die Anforderungen sind nämlich im Gegensatz zu früher gestiegen. Ich kenne ganz viele Kinder die mit knapp 4 in den Kindsgi kamen, die dann ein 3. Jahr in den Kindsgi mussten, da sie einfach noch nicht schulreif waren.Was für die Kinder dann auch nicht sooo toll ist, wenn die Gschpänli alle in die Schule kommen. Dann stell ich mein Kind lieber ein Jahr zurück.

      • Ganz einverstanden. Zurückstellen, wenn es gute Gründe gibt, insbesondere bei Kindern nahe dem Stichdatum. Aber eben nur dann, und nicht, weil man das Kind gerne noch etwas länger zu Hause hätte.

    • Barbara sagt:

      Wie wenn ein Kinderarzt, der mein Kind 1x pro Jahr für 20 Minuten sieht mehr Experte ist was die Entwicklung meines Kindes anbelangt, als ich als Mutter!

      • Sportpapi sagt:

        @Barbara. Wie viele Kinder haben Sie denn so zum Vergleich?

      • Barbara sagt:

        @Sportpapi
        Ich habe 2 Kinder. Und Kontakte zu ganz viel andern. Und ich sehe wie sich meine Tochter in verschiedenen Konstellationen verhält, wo sie wie spielt, wann sie schnell gestresst ist, z. B. wenn es zu viele Kinder hat, sie unter Druck steht, oder wenn etwas zur Zeit in einer bestimmten Art erledigt werden muss. Dass sie aber aufgeht, wenn sie in ihrem Tempo und Rhytmus sein darf. Dies alles sieht der Kinderarzt nicht. Es ist meine Einschätzung, dass es ihr gut tut, wenn sie noch ein Jahr reifen darf und ihre Entwicklung in ihrem Tempo erfolgen darf. Das Gras wächst nicht schneller wenn man daran zieht! Ich bin sehr dankbar, dass wir die unkomplizierte Möglichkeit der Rückstellung haben. Es wird ihr nur zugute kommen.

      • sonic sagt:

        @Barbara: nun ja das ist ihre Sicht. Vielleicht würde es gerade Ihrer Tochter gut tun, sich auf mehr Kinder einzulassen? Ich kenne ihr Kindf nicht, und masse mir kein Urteil an. Sicher gibt es Kinder, die noch nicht bereit sind für den Kindsgi mit 4. Aber nur weil ein Kind noch nicht kann, was es im Kindergarten lernen soll, heisst das ja nicht, dass es noch nicht bereit dafür ist. Traut euren Kindern doch etwas mehr zu!

  • Dahlia Meier sagt:

    Da lob ich mir den Kanton Züri. Seit Ewigkeiten geht man hier zwei Jahre in den KiGa und „Zurückstelleritis“ ist eher selten. Komisch dass in anderen Kantonen die Kinder soviel sensibler, zarter besaitet oder sonst was sind dass man ihnen das nicht zutraut. Oder warens die Eltern? 😉

  • irsch sagt:

    Hab selten einen so tollen Blog gelesen! Wie wahr und dazu so witzig geschrieben! Bei uns war es noch so (vor 8 Jahren), dass alle ihre Wunderkinder früher einschulen wollten. Aber man konnte nicht wählen, was völlig richtig ist.

      • asouka sagt:

        Ich habe mein Wunderkind auch mit vier Jahren eingeschult und alle haben von „früher schicken“ geredet, obwohl das ohne Gesuch oder Attest möglich war, einfach weil das Kind in dieser Zeitspanne Geburtstag hatte, in der man wählen konnte ob Kiga oder nicht. Die Kiga-Lehrerin hat bereits ein grandioses Scheitern an der Gymiprüfung vorausgesagt (weil das Kind zu jung sei) und auch wenn wir noch nicht so weit sind, wissen wir, dass es einfach goldrichtig war, sie zu schicken. Man sollte aufs Kind schauen und nicht auf irgendwelche Ideologien! Mein anderes Kind hätte ich übrigens nie im Leben mit vier Jahren eingeschult. Zum Glück gehört er ohne unser Zutun zu den Älteren der Klasse. PS: ist auch ein Wunderkind, aber etwas unreifer als Wunderkind eins.

  • Sowieso sagt:

    Ich finde den Artikel zu bernlastig für den Tagi. Bsp: Basisstufe wurde leider abgelehnt. 1 Jahr warten: Nur umständlich erreichbar.
    Auch mit Harmos sind noch zu viele Unterschiede. Oder gewähren die Berner wirklich auch im Kindergarten nur 2 Jokertage pro Schuljahr (wobei halbe Schultage als ganze Jokertage gerechnet werden)?
    Und die Unterschiede bei den Ufzgi erst?! August 2018 gelesen: Der Kt BE hat auf Einführung Lehrplan21 die Ufzgi bei 1. /2. Klässlern auf 30min pro Wo und 3.-6. Klässler auf 45min pro Wo beschränkt. Bei uns gilt 10Min pro Tag (ausser Freitag) und Schuljahr.
    Meine Tochter muss als 2. Klässlerin schon mehr Freizeit für Ufzgi aufwenden als berner 6.Klässler.
    Ich verstehe Eltern die weiter denken und ihr Kind länger ohne Ufzgiterror spielen lassen wollen.

    • Man darf ja auch mal über den Kantonsrand hinausschauen, gerade bei Schulthemen. Ich glaube, dem Tagi – der in der ganzen Schweiz gelesen wird – fehlt es sonst nicht an Züri-Themen.

      Ahja, in Bern gibt’s 5 freie Halbtag pro Schuljahr.

    • 13 sagt:

      Der Mamablog erscheint nicht im Tagi, sondern auch im Bund und der BAZ, womit es eben auch Leser ausserhalb Zürichs gibt. Nachdem ja die letzten Wochen ziemlich zürichlastig waren, indem die Zürcher Gymnasiumprüfung etc. besprochen wurde, ist doch die Abwechslung mal gut.
      Jokertage: Bern hat 5 Halbtage. Bei Nachmittagsschule muss man also zwei nehmen.
      Hausaufgaben: Das wird in jeder Schule sehr verschieden gehandhabt.
      Basisstufe: Diese gibt es auch nur in einigen Gemeinden, nicht überall in Bern.
      Zurückstellen: Das ist frei wählbar.

  • sansserif sagt:

    Ist das nicht an den Haaren herbeigezogen? Ich kenn in meinem Quartier in der Stadt Zürich kein einziges Kind, das zurückgestellt wurde. Im Gegenteil, einige schickten ihre Kinder FRÜHER in den KG, weil sie anscheinend so reif waren. Warum könnt ihr euch nicht einfach freuen, dass eure Kinder mit 4 schon so super klar kommen im KG? Unser Sohn hat ein drittes KG Jahr gemacht, weil er im KG „seine Leistung nicht erbringen konnte“ . Dahinter stecken unzählige verunsichernde Diskussionen und Abklärungen? Wer Zweifel hat, kann diese mit einer Zurückstellung von Anfang an vermeiden. In seiner Klasse ist mein Sohn der einzige, der etwas älter ist. Wo ist das Problem? Haben Eure Kinder wegen ihm jetzt einen Nachteil? Ich hätte mich einfach nur gefreut, es wäre alles normal gut gelaufen.

    • In Zürich sind halt die Hürden höher fürs Zurückstellen. Aber ich habe auch schon Blogbeiträge gelesen von Zürcher Müttern, die zurückstellen wollten, obwohl der Kinderarzt dafür keinen Grund sah. Dürfte also auch da ein Bedürfnis sein.

      Vorziehen ist in Zürich vermutlich auch nur ein Thema, weil der Stichtag früher liegt. In Bern gibt es das meines Wissens nicht.

      Warum waren denn die Abklärungen und Diskussionen verunsichernd? Eine flexible Kindergartendauer erachte ich als gute Alternative zum Zurückstellen/Vorziehen. Ist in einer Basisstufe natürlich einfacher umzusetzen als im reinen Kindergarten.

      • Sansserif sagt:

        Warum es verunsichernd war? Ganz einfach weil dauernd an der Leistung eines vierjährigen herumgeritten wurde und man uns diverse abklärungen nahegelegt hatdie fürs kind sehr anstrengend waren und alles mögliche an Therapien. Dabei herausgekommen ist nichts Hilfreiches. Er war einfach noch nicht so weit, sehr verspielt .und noch nicht bereit irgendwelche Leistungen zu erbringen. Verunsichernd, weil wir als Eltern fast dachten, es sei mit unserem sohn etwas gravierendes nicht in Ordnung.

      • Tina sagt:

        Zurückstellen ist in Zürich kein Problem!

  • LaLa sagt:

    Danke, mir aus der Seele geschrieben! Die Kinder sollen Ihren Weg gehen dürfen.
    „Alles fliesst“ (sprach Heraklit)

  • Karpfen sagt:

    In Deutschland ist der Kindergarten ab 3 möglich (aber nicht Pflicht). Die meisten Kinder gehen meines Wissens in den Kindergarten. Gelernt (Mathebuch?!) wird dort aber nicht, sondern gespielt, die Kinder lernen, sich in einer Gruppe einzufügen. Wenn man „Pausentage“ machen möchte, oder das Kind (oder die Eltern) das nötig haben, dann kann man das einfach machen, wie gesagt, es besteht keine Pflicht. So ist es meiner Meinung nach sehr stressfrei. Im letzten Kindergartenjahr werden die Kinder dann auf die Schule vorbereitet, mit einfachen, spielerischen Übungen. Der Übergang zur Schule verläuft so bei den meisten problemlos. KindergartenPFLICHT und Mathebuch mit 4j ist meines Erachtens ziemlich übertrieben.

    • Cede sagt:

      Gelernt wird dort nicht – aber gespielt. Dieser Satz macht etwa so viel Sinn wie: Dort wird nicht gegessen, sondern nur Nahrung zu sich genommen…
      Spielen IST lernen. Wenn man dann noch einen Blick ins Mathebuch riskieren würde, erübrigte sich der gesamte Post.

    • Den deutschen Kindergarten kann man mit dem Schweizer Kindergarten nicht vergleichen. In Deutschland ist das eine Kita für Kinder ab 3 Jahren, oft kombiniert mit Kitas für unter 3-jährige. Auch die Trägerschaft ist divers: Kirchen, Private, Gemeinde. Man muss sich um einen Platz bemühen, oft schon um die Geburt herum. In der Schweiz ist der Kindergarten den Schulen zugeordnet, kostenlos und untersteht der Schulpflicht. Damit verbunden ist auch eine entsprechende Ausbildung der Lehrer*innen. Das Mathbuch mag abschrecken, aber es ist sehr altersgerecht und spielerisch. Man muss Muster legen, Dinge zählen, etc …

      • Karpfen sagt:

        Ob man sich um einen platz bemühen muss hängt whs vom ort ab,da wo wir wohnen gibt es genügend plätze.dass ein platz was kostet ok,auch nicht überall und sonst ist der preis dem einkommen angepasst.dass man ch-kiga und d- kiga nicht 1:1 vergleichen kann,darin liegt ja der sinn meines kommentars:es ist meiner meinung nach hier viel entspannter.
        Und ja,spielen ist lernen,genau darum finde ich lernmaterial in form von mathebüchern etc in dem alter überflüssig,es sei denn,das kind interessiert sich von selbst dafür,aber zwang sollte diesbezgl vor dem schuleintritt nicht bestehen

      • Ja, aber die Unterschiede in de und ch sind m.E. eben so gross, dass ein Vergleich keinen Sinn macht. Aber man ist dazu verleitet, weil beides „Kindergarten“ heisst. Einverstanden, der Kindergarten in der Schweiz ist schulischer, aber dafür beginnt er ja auch später.

      • Karpfen sagt:

        Beginnt später…jein, in d hat man die möglichkeit sein kind später in den kiga zu schicken,wie gesagt,man hat das recht,aber nicht die pflicht.ich wollte mit meinem post lediglich darauf hinweisen,dass es ännet der grenze zwangfreie methoden gibt,die eine menge stress ersparen und trotzdem den übertritt in die schule problemfrei ermöglichen.

      • Christina sagt:

        Das ist nicht ganz richtig, in D hat man ab dem vollendeten 1. Lebensjahr einen Anspruch auf einen Kindergartenplatz. Es gibt keine Pflicht. M.E. ist die Kindergartenpflicht in der Schweiz eine unglaublich tolle Errungenschaft, so sprechen die Kinder vor der eigentlichen Schule schon die notwendige Sprache, was in Deutschland leider nicht erreicht wird und ein ständiger Kritikpunkt ist. Zur frühen Einschulung: Ich halte es nicht für sinnvoll, wenn Eltern dies alleine entscheiden können. Eine Rückstellung sollte einen gravierenden Grund haben u. von Fachleuten bestätigt sein (natürlich müssen die Eltern in diesen Prozess einbezogen werden). Aber es kann nicht sein, dass Eltern nach Gutdünken ihre Kinder zurückstellen. Wegen des Überspringens: das entscheiden nicht die Eltern!

  • Fritz Wälti sagt:

    Sehr schön geschrieben der Bericht. Besonders gefällt mir der Satz
    <>

    Wir haben uns bei unserer Tochter gar nicht Gedanken gemacht zu verschieben, warum auch ? Der Kindergarten ist ja speziell auch Kinder ausgerichtet. Spielen, sich in eine Gruppe integrieren, auch etwas lernen und mal still sitzen müssen.
    Alles Dinge die im späteren Leben hilfreich sind.
    Hilfreich finde ich auch es können so allenfalls vorhandene Defizite früh erkannt werden. Bei unserer Tochter war es der Umgang mit Zahlen. Wir und der Kindergarten konnten daher früh schon Unterstützung geben, heute ist Mathe kein Problem mehr.

    • Ja, letztendlich ist es halt auch eine Frage der Einstellung. Manche haben Angst vor dieser „Maschinerie“ aus Lehrer*innen, Spezialpädagog*innen, Logopäd*innen, Schulsozialarbeiter*innen, etc. Ich persönlich freue mich, wenn mein Kind von Fachleuten altersgerecht gefördert und abgeklärt wird.

      • Livi sagt:

        Wenn mein Kind altersgerecht gefördert und ABGEKLÄRT wird??? Finde ich jetzt nicht sooo toll! oder möchten Sie altersgerecht abgeklärt werden?

  • Lisa sagt:

    tja. In unserem Kindsgi MUSSTEN die Grossen bis 500 zählen, erste Sätze schreiben können und handkehrum wurde allen Kleineren, die das schon konnten, diese Fähigkeit abgesprochen. Mein eher lernschwaches Kind hat gelitten wie sonst nix.

    • sonic sagt:

      in unserem Chindsgi (Zürich) haben sie bis 10 gezählt und mussten ihren Namen erkennen und schreiben.. Bis 500 zählen kommt frühstens in der 2. Klasse. Sätze schreiben war auch erst ende der ersten Klasse fällig..

      • Melanie sagt:

        Ein Hoch auf die „Harmonisierung“ dank LP 21. Die Realität sieht eben gäng etwas anders aus! Aber ich möchte hier keine Diskussion über den LP 21 starten. Es hängt m.E. auch immer sehr viel von den Lehrpersonen ab, welche den Unterricht individuell gestalten.

  • Tensha sagt:

    Grossartig geschrieben, wie immer, dieses Mal aber so amüsant, dass mein Gelächter die Frau nebenan im Resti so gwundrig machte, dass sie sich erkundigte, ob das was Privates sei, worüber ich die ganze Zeit kichere oder ob sie möglicherweise mitlachen dürfen…? Sie durfte! Danke!

    Und übrigens: Ich hätte auch noch einige Probleme, Fragestellungen und Projekte in petto, für welche gegebenenfalls im Chindsgi Lösungsansätze diskutiert werden könnten, wenn sie dann mit Nahostkonflikt etc. durch sind…!

  • Marie sagt:

    Bei uns durfte man nicht wählen, und meine Tochter war sensibel und so herzig und mit einem grossen Herz. Ich bat also die Direktion sie noch ein Jahr zu Hause zu behalten, aber es wurde nicht erlaubt. Schade.

    • Lisa sagt:

      das heisst, dass alle Kinder im Kindsgi unsensibel, gruusig sind und kein grosses Herz haben? Hier haben wohl eher Sie ein Problem als Ihre Tochter mit dem Kindsgi.

    • Samira Maurer sagt:

      „Herzig“ ist nun wirklich absolut kein Argument und sensible Menschen (gibt es Eltern, die ihr Kind für unsensibel halten?) sollten lernen, mit der Umwelt klar zu kommen – das funktioniert nur, wenn sie dieser Umwelt ausgesetzt werden.
      Das Problem in diesem Fall war nicht ihre Tochter, sondern Sie. Die Direktion hat alles richtig gemacht und zum Wohle des Kindes entschieden.

      • „Gibt es Eltern, die ihr Kind für unsensibel halten?“

        Ja, hier. Der Brecht ist ziemlich unsensibel. Das hat seine guten wie schlechten Seiten. Werte es aber eher positiv, da er dadurch sehr belastbar ist.

  • Victoria V. sagt:

    Unsere Tochter ist „stichtagnah“ eingeschult, und nun, 1. Klasse, die absolut jüngste. 1000-fach mussten wir uns anhören, dass es unverantwortlich sei, sie so jung zu schicken, und sogar die Lehrerin meint durch die Blume, sie sei zwar stofflich super vorne dabei, aber halt sozial mit den bis zu 2.5 Jahren älteren Kindern schaurig gefordert. Und das, weil so viele Eltern zurückstellen, nur um dem Nachwuchs bessere Chancen zu geben, in der Klasse der Primus zu sein! Am Schluss werden die kritisiert, die sich ans Schema halten – finde ich nicht OK und fördert die Ellbogengesellschaft! Und in der Klasse bekommen die ammeisten Aufmerksamkeit, die sich wie die Wildsäue aufführen, je lauter desto mehr angehört. Was aus denen später wohl wird?

    • Genau das ist mein Problem mit dem Zurückstellen. Nicht der Einzelfall, aber dass die vielen Zurückstellenden quasi einen neuen Standard „Kindergarten ab 5“ schaffen. Und wenn die Schule dann auch noch auf diesem Standard mitreitet, wird es für die normal eingeschulten Kinder mühsam.

    • asouka sagt:

      Lassen Sie sich nicht verunsichern. Unser Kind ist auch die Jüngste. Im Kiga war es nur für die Lehrerin ein Thema und kurz für die Tochter, weil sie von der Lehrerin verunsichert wurde. In der 1. Kl. war sie wohl manchmal auch noch etwas kindlicher als einige andere, aber für die Lehrerin war das zum Glück kein Dauerthema mehr. Ab der 4. Kl. hat dann kein Hahn mehr danach gekräht! Die Tochter ist zufrieden, wir sind es 🙂

  • Lisa sagt:

    Find ich sehr gut, dass man ohne psychologische oder medizinische Abklärung als Eltern selbst entscheiden kann, ob das Kind eingeschult oder zurückgestellt wird. Was hier vor einigen Wochen auch mal thematisiert war: Dass in manchen Regionen die Kinder auch mitten im Jahr (Februar?) mit dem Basisjahr starten können. Denn Kinder sind so individuell und machen Entwicklungssprünge, die sich nicht nach dem Kalendermonat ausrichten. Und jetzt schon darüber nachzudenken, dass sie bei früherer Einschulung dann mit 14 zu jung für eine Lehre sein könnten, finde ich ziemlich überflüssig. Als ob das Leben immer geradlinig und planbar sei.

    • sonic sagt:

      Ich finde es besser, wenn die Einschätzung des Kindes nicht alleine durch die Eltern erfolgt (sowohl bei früher als auch beim später Einschulen) Wie sollen die Eltern wissen, wie weit ein Kind im Vergleich zu andern ist? Und Eltern sind ja nicht gerade eben neutrale Beobachter.. Aber gut ist sicher, wenn es beide Möglichkeiten gibt.

      • Lisa sagt:

        @sonic: Das stimmt schon, manche Eltern brauchen für die Entscheidung eine gewisse Hilfestellung. Und das darf ja auch sein. Aber bitte nicht zwingend – denn auch solche Abklärungen sind oft nur eine Momentaufnahme und manche individuelle Komponente wird da nicht erfasst, sondern es wird eher auf statistische Mittelwerte zurückgegriffen. Deshalb bin ich eher für „Gelassenheit“, denn letztlich kommt es auf ein Jahr mehr oder weniger nun wirklich nicht an.

    • Sportpapi sagt:

      Es sind ja die Eltern, die Antrag stellen. Und diesen begründen. Aber es ist sicherlich nicht so, dass sie die Situation dann auch noch objektiv richtig bewerten können.
      Zudem gibt es genügend Eltern, die ihren Kindern so einen Vorteil verschaffen wollen. dafür sind solche Ausnahmeregelungen nicht gedacht.

      • Papperlapapi sagt:

        Unsere Kinder sind beide kurz nach dem Stichtag geboren. Beide wurden normal, also vergleichsweise spät eingeschult. Das eine Kind wurde nach einem Jahr Kindergarten in die 1. Primar versetzt, hat also ein Kindergartenjahr „ausgelassen“ . Die Anregung kam von der Kindergärtnerin, es war eine schulpsychologische Abklärung notwendig, bei der kognitive und emotionale Faktoren abgeklärt wurden.
        Ich finde, im Zentrum muss die Reife des einzelnen Kindes stehen, was für das eine Kind gut ist, ist für das andere zu früh/ zu spät.
        Diese Beurteilung ist Fachleuten sicher besser möglich, als den Eltern.

      • sonic sagt:

        @Lisa: Nein, das ist nicht unbedingt eine Momentaufnahme. Bei uns brauchte es (zum früher Einschulen, aber ich galub das geht analog beim Zurückstellen) eine Einschätzung der Krippe. Die haben auch den optimalen Vergleich mit vielen anderen Kindern. Dazu eine Empfehlung des Kinderarztes.

    • Lisa sagt:

      @sonic: Aber die Krippe ist nicht obligatorisch. das kann also nicht bei jedem Kind möglich sein. Und auch der Kinderarzt sieht das Kind nicht ständig. Ich habe nichts gegen solche Einschätzungen, und je nach Eltern können sie auch sehr sinnhaft sein. Nur: Eine Garantie, dass die richtige Entscheidung getroffen wird, hat man auch mit 1000 Abklärungen und Fachleuten nicht. Und auch wenn Eltern – was die eigenen Kinder betrifft – manchmal einen blinden Fleck haben, so kennen sie ihr Kind doch am besten. Für meinen Geschmack gibt es einfach manchmal etwas Reglementierungen. Nix für ungut.

      • sonic sagt:

        @Lisa: Ja klar hat man die Garantie nie aber auch nicht wenn die Eltern alleine Entscheiden. Ich finde eben gerade für Eltern von Kindern, die noch nie in einer Krippe waren, ist es doch schlicht unmöglich, einzuschätzen, ob das Kind das packt oder nicht? Ich war jedenfalls sehr froh, um Zweit- und Drittmeinungen bei der Einschulung unseres Sohnes.

  • Andreas Cahen sagt:

    Wir haben in unserem Ort nicht viele Rückstellungen beim Chindsgi. Es sind dies hauptsächlich die Kinder, welche nah am Stichtag Geburtstag haben. Oft sind es wirklich die Eltern, die sich nicht von ihren Kinden trennen können. Denn in die Spielgruppe gehen sie dann trotzdem gerne.

    • Schlumpfine sagt:

      Spielgruppe lässt sich vom zeitlichen Rahmen, vom Betreuungsschlüssel und von den Anforderungen her nun wirklich nicht mit dem heutigen Kindergarten vergleichen. Früher, als die Kindergärtler von 9 bis 11 Uhr betreut wurden, wäre ein Vergleich noch angebracht gewesen. Heute meiner Meinung nach nicht. In der Spielgruppe werden die Kinder bei Bedarf zudem gewickelt. Auch Nuggi, Nuschi oder Plüschtier dürfen als Unterstützung für die Ablösung von den Eltern eingesetzt werden.

      • Bei uns werden vor allem die Kita-Kinder zurückgestellt. Was mich immer etwas erstaunt, weil die Kinder ja schon Erfahrung mit fremden Bezugspersonen haben und sich darum potenziell schneller an den Kindergarten gewöhnen könnten.

      • bluewin.chChridtina sagt:

        Zu Tschannen: Kitakinder werden zurückgestellt, weil der Stundenplan de sBerner Kindergartens für die familienergänzende Betreuung komplizierter ist als die Kita. Das verschiebt aber das organisatorische Problem nur um 1 Jahr.

      • Melanie sagt:

        @ MT
        Na das erstaunt mich wenig. Es ist für die Eltern definitiv schwieriger 13 Wochen Ferien abzudecken als die 2 popligen Wochen Sommerferien in der Kita. Bequemlichkeit, hat aber leider mit dem Kind und seine Fähigkeiten rein gar nix zu tun.

  • annetta tamburini sagt:

    Danke für den Artikel! Ich habe Tränen gelacht! „Von frisch aus der Windel bis kurz vor Bartwuchs“. Ja, mein 5-jähriger Enkel freut sich jetzt schon auf Bartstoppeln und stets auf den Montag, wenn wieder Kindergarten ist. Im 1. Jahr ist das nur vormittags, und da bleibt wirklich genug Zeit fürs etwas Ausruhen und draussen rumtoben. Oft unterschätzt man seine 4+5-jährigen, weil man selber ängstlich ist.

  • Röschu sagt:

    „Wobei, was heisst eigentlich früh? Halt so, wie es das Gesetz vorsieht.“
    Nur, dass dieses Gesetz mMn wenig taugt bzw. nicht zu Ende gedacht wurde. Bei korrekter Befolgung bedeutet dies nämlich, dass die Kinder mit 4 Jahren in den Kindergarten gehen, mit 5 Jahren werden sie eingeschult und schlissen somit nach 9 Jahren obligatorischem Unterricht mit 14 Jahren die Schule ab. Leider ist es aber einer/m 14-jährigen ohne Ausnahmebewilligung nicht erlaubt eine Lehre anzufangen…

    • 13 sagt:

      @ Röschu
      Sie rechnen falsch: Der Kindergarten beträgt nach Harmos, also dort, wo Kinder mit 4 eingeschult werden, zwei Jahre. 4jährig bei der Einschulung + 11 Jahre obligatorische Schuljahre (inkl. Kindergarten) = 15jährig beim Schulaustritt.
      15jährige dürfen eine Lehre beginnen. Unter Umständen macht es aber auch dann Sinn, ein Jahr etwas anderes zu machen. Es macht aber wenig Sinn, 11 Jahre vorher darüber nachzudenken. Wer weiss, wie dann das System sein wird und was das Kind dann überhaupt will.

  • Lina Peeterbach sagt:

    Wäre nicht die einfachste Lösung, generell den Stichtag zu verschieben? Der 31. Juli ist sehr spät, ggf. kommen dann Kinder kurz nach dem 4. Geburtstag in den Kindergarten, was unter Umständen wirklich sehr früh ist. Wäre der Stichtag früher im Jahr (wie in einigen Kantonen der Fall), dann müssten vielleicht nicht so viele Kinder zurückgestellt werden.
    Kinder entwickeln sich eben sehr individuell, und was für den einen *längst fällig* sein kann, ist für ein anderes Kind tatsächlich noch *sehr früh*. Daher ist es schon gut, wenn es Optionen gibt (nicht wie z.B. in England, wo man sein Kind quasi für behindert erklären muss, um es zurückzustellen). Aber es sollte nicht einfach eine Wahl sein, sondern zumindest begründet werden müssen, z.B. auch durch den Kinderarzt.

    • Ein paar leichte Hürden fände ich auch angemessen, zumindest für Kinder, die lange vor dem Stichtag Geburtstag haben. Die Eltern sollten die Option haben, aber das Zurückstellen muss sich ja nicht gerade als „neuer Normalfall“ etablieren.

      • Lina Peeterbach sagt:

        Genau richtig verstanden: Es sollte keine völlig freiwillige Wahlmöglichkeit sein, sondern als klare und daher zu begründende Abweichung vom Standard angesehen werden. Selbst wenn sich alle an den Stichtag halten würden, beträgt die Altersspanne ja 12 Monate, was in diesem Alter durchaus signifikant ist. Dies durch *Wunschkonzert* noch zu verschärfen finde ich relativ heikel.
        Die Angst der Eltern um ihre sensiblen Kinder verstehe ich durchaus, da eines meiner Kinder auch sehr anhänglich und emotional anspruchsvoll ist. Umso mehr plädiere ich für gesunde, bewusste Konfrontation: Oft geht der Knopf auf, wenn es einfach klappen *muss*. Und m.W. ist KiGa kein Bootcamp für Mitglieder einer militärischen Eliteeinheit. Sooo schlimm und unzumutbar geht es dort ja meist nicht zu und her… 😉

    • Cede sagt:

      Im Zuge der Harmonisierung wurde der Stichtag verschoben und wird jetzt – zumindest in den Harmos-Kantonen einheitlich gehandhabt. Im Kt. ZH hat sich der Stichtag über mehrere Jahre hinweg insgesamt 4 Monate verschoben. Pro Klasse dürften im Schnitt die Geburtstage von 3-7 Kindern in diesen Zeitraum fallen, die andern hätten sowieso gehen „müssen“. „Machet doch keis Büro uf“ finde ich dann manchmal…

  • 13 sagt:

    Sehr treffend geschrieben. Auch ich sehe gute Gründe, ein Kind zurückzustellen, halte jedoch diese flächendeckende Zurückstellung für übertrieben. Umso schwieriger, dass sie von den allermeisten Lehrpersonen befürwortet wird und sich diese direkt so äussern. Wir haben deshalb getreu diesem Motto ein Kind auf guten Gründen zurückgestellt und schicken ein anderes mit 4J 3 M, da es schlicht bereit ist. Damit sind wir die Ausnahme.

    Jedoch hat mir mal eine Schulleiterin dazu etwas gutes gesagt: „Auch wenn das Kind vielleicht reif wäre, bringt es uns nicht viel, wenn Kinder eingeschult werden, wo die Eltern dagegen sind und dann dem Kind auch unbewusst vermitteln, dass es ein armes ist, weil es gehen muss.“ Das hat eben schon auch etwas. Und letztlich schadet eine Rückstellung nur selten.

    • Sportpapi sagt:

      Allerdings führt es selbstverständlich bei den Eltern vermehrt zu Diskussionen, wenn sie explizit gefragt werden und ganze viele anderen Eltern ihre Kinder zurückstellen.
      Gibt es einen Stichtag, und der gilt für (fast) alle, ist auch viel weniger Widerstand von den Eltern zu erwarten.

    • 13 sagt:

      @ Sp
      Das ist richtig, ich fand es einfach einen interessanten Aspekt, auf den ich einfach so nicht gekommen wäre.
      Wir haben uns damals trotz der freien Wahlmöglichkeit in Bern und des Umstandes, dass das Kind gerade mal wenige Tage vor dem Stichtag geboren ist, sehr viele Gedanken gemacht. Der Vorteil, wenn ein Kind in die KITA geht, ist dass man sich nicht nur auf das eigene Gefühl verlassen muss (wie Du es oben zurecht sagst, ist das ja nicht ganz objektiv), sondern immerhin gelernte ErzieherInnen auch ihre Einschätzung geben können. Ich fand das Gespräch mit ihnen wie auch mit der Kindergärtnerin, was denn vom Kind im Kindergarten erwartet wird, sehr aussagekräftig und es half uns beim Entscheid. Trotzdem bin ich froh, hatten wir es in der Hand.

    • 13 sagt:

      Aber selbstverständlich: Ich weiss nicht, wie es gekommen wäre, wenn wir das Kind geschickt hätten. Man sieht ja nur die Konsequenzen der getroffenen Entscheidung, beim „was wäre wenn“ kann man nur mutmassen.

      • Schlumpfine sagt:

        @Markus Tschannen / 13:
        Wir wohnen in einer ländlichen bernischen Gemeinde mit zwei Kindergärten. Ich kenne natürlich nicht alle vor Ort wohnenden Familien persönlich, jedoch ist mir kein einziges Kind bekannt, welches vor dem Monat März geboren und bei der Einschulung zurückbehalten worden wäre. Wir selber haben unser April-Kind zurückbehalten, da sie auf fast allen Ebenen ein Spätzünder war (sprachlich, grobmotorisch, emotional) und bis vierjährig auch tagsüber Windeln trug.
        Im August wird sie nun die 1. Klasse besuchen und freut sich darauf. Der Entscheid war rückblickend gesehen richtig, was auch die KiGä letzte Woche im Gespräch bestätigt hat. Wie vielen anderen Eltern war uns bei unserem Entscheid einfach wichtig, dass die Schul- bzw. Kindergartenreife gegeben ist.

    • Schlumpfine sagt:

      Was heisst flächendeckend? Die allermeisten Eltern, welche ihr Kind zurückstellen, handhaben die Angelegenheit genauso pragmatisch, wie Sie‘s beschreiben.

      • @Schlumpfine. Natürlich handhaben die meisten das pragmatisch, zumindest für sich betrachtet. Im Zweifel wird aber eher zurückgestellt und ich mache wie 13 die Erfahrung, dass Lehrerinnen und Lehrer die Eltern auch ganz gerne zum Zurückstellen oder Reduzieren „motivieren“. Damit entsteht teilweise fast so etwas wie eine Zurückstellungskultur. Es ist dann normal, dass man in Gemeinde XY zurückstellt. Eltern, die nicht zurückstellen, müssen davon ausgehen, dass ihr Kind eines der Jüngsten ist. Wer das nicht will … tadaaa … kann ja zurückstellen.

      • 13 sagt:

        Genau wie M.T. schreibt. Flächendeckend heisst bei uns, dass praktisch alle Kinder, die April/Mai-Juli geboren sind, zurückgestellt werden. Die Zurückstellung ist der Normalfall, das Schicken die Ausnahme. Auch wenn ich mit anderen Eltern rede, sagt kaum noch einer „Er ist noch nicht soweit“, sondern lediglich „Er ist im Juni geboren“. In Zahlen: in unserer Gemeinde werden von den rund 50 Kinder pro Jahrgang, 10-15 zurückgestellt. Jedes Jahr.

      • Lina Peeterbach sagt:

        Wow… eines unserer Kinder (*Okt) kommt dieses Jahr in den Kindergarten, das zweite (*Ende Mai) wäre laut Stichtag nächstes Jahr dran. Ich habe mir das überhaupt nicht überlegt, für mich ist ganz klar, dass er geht. M.M.n. ist er völlig normal und durchschnittlich entwickelt (wie 99% der Kinder, d.h. an der einen Front fit, an der anderen nicht so sehr…)
        Ich ging eigentlich davon aus, dass Kindergartenlehrer darin geschult sind, mit der Altersspanne der anwesenden Kinder umzugehen. Und wenn der Stichtag vorsieht, dass Kinder kurz nach dem Geburi kommen, dann sollte dafür auch Raum sein, oder? Rückstellung ist für mich eine Option für *wirkliche* Themen, nicht mimimi und Lifestyle und Gruppenzwang und Konkurrenzvorteil etc.

      • Sportpapi sagt:

        @Lina: Sie sehen das genau richtig, meiner Meinung nach.

      • 13 sagt:

        @ Lina
        Ich verstehe eigentlich nicht, warum Eltern von ihrem klar definiertem Recht Gebrauch machen. In Bern heisst es nicht, es braucht nicht-mimimi-Gründe, sondern dass das die Eltern entscheiden. Man kann das gut finden oder schlecht oder der Meinung sein, das verträgt sich nicht mit Harmos, ändert aber nichts daran, dass das Gesetz es so vorsieht. Was soll verwerflich daran sein, sich daran zu halten und halt die Möglichkeiten zu wählen? Es gibt ja keine Pflicht, weder zu schicken noch zum Zurückstellen, man entscheidet sich halt selber und trägt die Konsequenzen.
        Natürlich sind die Lehrpersonen geschult, da es jedoch auch oft gerade sie sind, die im Zweifelsfall zur Rückstellung raten, zweifle ich daran, ob sie wirklich die Ressourcen haben, mit den jüngsten umzugehen.

  • Hermann sagt:

    Ein früher DNA Test könnte Klarheit schaffen. Dann kann man die vielen Schweizer Einsteinli früh erkennen und korrekt fördern, sodass die Gymiquote herauf geht. Tätowiert man den IQ auch noch auf den Oberarm, besteht lebenslange Klarheit….

  • Melanie sagt:

    Ich, ebenfalls im Kanton Bern wohnhaft, finde es im Prinzip gut, dass man ein Kind ohne grosses Tamtam wie Psychologe etc. zurückstellen kann, da die Eltern in der Regel ihr Kind am besten kennen. Aber es bedingt, dass die Eltern für das Kind entscheiden (ist es schon so weit oder eben nicht) und nicht für sich (bin ich schon so weit oder eben nicht). Dieser Verantwortung sind nicht alle gewachsen. Und ja es kann durchaus organisatorisch einfacher sein, ein Kind noch ein Jahr in die KITA zu geben als in Chindsgi und Tagesschule. aber das sollte kein Grund sein.

    • Das finde ich auch toll, dass es grundsätzlich ohne Bürokratie und Gutachten geht. Ich habe einfach den Eindruck, dass es in manchen Gemeinden etwas zum Volkssport wird: „Klar stufen wir unser Kind auch zurück, das ist ja alles viel zu früh.“

      Das führt dann fast zum Zugzwang für stichtagnahe Kinder, weil sie sonst im Extremfall deutlich jünger sind als das zweitjüngste Kind. Vor allem in der Basisstufe kann das schnell mal passieren, wenn von sechs neuen Kindern vier oder fünf zurückgestellt sind.

      • Andrea sagt:

        Das ist wahrscheinlich der Unterschied zwischen Bern und Zürich. In Zürich kann’s nach meiner Erfahrung bei den meisten Eltern nicht früh genug sein, da wird eher vorgezogen als zurückgestellt.

      • Sportpapi sagt:

        Sehr richtig. Und zurückgestellt werden ja dann nicht die „bildungsfernen“ Kinder, die wirklich Probleme hätten/haben.

      • Melanie sagt:

        @ Andrea
        In Bern ist es praktisch nicht möglich ein Kind vorzuziehen, was ich persönlich als sehr sinnvoll erachte. Denn auch hier habe ich das Gefühl (persönlicher Eindruck, zählt nicht für die Allgemeinheit :-)), dass es meist die Eltern sind, die einen früheren Eintritt als organisatorisch einfach empfinden und nicht unbedingt auf das Kind geachtet wird.

      • Sportpapi sagt:

        @Andrea: Auch in Zürich werden viele Anträge auf Rückstellung gestellt. Eben von bildungsnahen Eltern, die sich intensiv um ihre Kinder kümmern.
        Regulär eingeschult (und früher gar frühzeitig – diese Option gibt es jetzt eigentlich nicht mehr) werden Kinder, deren Eltern froh sind um die Gratis-Tagesbetreuung.

      • sonic sagt:

        @Andrea: Aha, Eltern wissen zwar was am besten, ist für ihre Kinder. Dies gilt aber nur beim Zurückstellen. Wenn Eltern es als sinvoll erachten ihr Kind vorzeitig einzuschulen sind sie verantwortungslos, überehrgeizig und wollen einfach nicht mehr die teure Krippe bezahlen..

      • Andrea sagt:

        @Sportpapi: Ich kann natürlich nur über mein (akademisches/bildungnahes) Umfeld berichten. Da gab es in den letzten Jahren deutlich mehr Eltern, die ihre Kinder früher in den Kindergarten geschickt haben, als solche, die sie zurück gestellt haben. Es handelt sich fast ausschliesslich um Kinder, die kurz nach dem Stichtag geboren sind. Offenbar gibt es infolge der aktuellen schrittweisen Verschiebung des Stichtages von Ende April auf Ende Juli, ein vereinfachtes Verfahren für Kinder, die zwar nach dem aktuellen, aber vor dem zukünftigen Stichtag geboren sind. Gutheissen tue ich das aber keineswegs. Mein Sohn, selber kurz nach dem aktuellen Stichtag geboren, wurde regulär eingeschult, ist nun infolgedessen einer der Ältesten und ich bin sicher, dass er nur davon profitieren kann.

  • reguell sagt:

    der chindsgi allein wäre kein problem. aber begleiten sie mal sekschüler bei der lehrstellensuche. z.t. sind es 14-jährige ‚bubis‘, die einfach nicht reif für den ‚ernst‘ des lebens sind. und ja, in der lehre fängt der ernst eben dann an…

    • Einverstanden, wobei es doch etwas extrem ist, den Start zu verschieben, nur um am Ende bei der Berufswahl älter zu sein. Ist dann z.B. ein zehntes Schuljahr nicht besser?

      Das ist ja sehr individuell. Es gibt 14-jährige, die durchaus sehr bereit sind und 18-jährige, die es nicht sind.

      • Fibi, 26 sagt:

        Also ich wurde auch eher früher in den Kindsgi geschickt (damals war ich glaub 4…) kam dann mit knapp 15 aus der Schule. Ich wusste ganz genau was ich machen wollte und war auch „reif“ erhielt aber eine Absage nach der anderen, weil sie den älteren den Vorrang liessen, ich hätte ja noch andere Möglichkeiten. war sehr schade… so wurde meine Ausbildungszeit unnötig nach hinten geschoben. Ich denke aber auch, dass es für viele viel zu früh ist, mit 13/14 zu entscheiden, was man später arbeiten will. Spätere Umschulungen sind teuer und Zeitaufwändig. Ich weiss zwar noch nicht wie das in BL geregelt ist, aber ich werde meine Kinder irgendwann so spät wie möglich schicken.

      • 13 sagt:

        @ Fibi
        Ich kam auch mit 15 aus der Schule, schlug die akademische Laufbahn ein, wurde auch so erst mit 27 wirklich fertig mit der Ausbildung und war daher froh, wurde das Ganze nicht nochmals ein Jahr rausgezögert.
        Und jetzt? Weiss man, wohin es das eigene Kind verschlägt? Ich plädiere darum dafür, Probleme dann zu lösen, wenn sie auftauchen und nicht weil sie mehr als ein Jahrzehnt später eventuell auftauchen könnten.

    • Sportpapi sagt:

      Das heisst also, man versucht sich einen Konkurrenzvorteil zu verschaffen?
      Wäre es nicht vielleicht klüger, mehr auf die Selbstständigkeit der „Bubis“ hinzuarbeiten? Und dann reagieren, wenn es trotz aller Bemühungen tatsächlich nicht klappt – zum Beispiel mit dem erwähnten 10. Schuljahr.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Das ist ziemlicher Unsinn, der von Markus Tschannen verbreitet wird. Denn er müsste eigentlich wissen, dass bereits der Kindergarten entscheidend für den weiteren Lebensweg sein kann. Fällt dort ein Kind besonders auf, dann gerät es mit 4 oder 5 Jahren bereits in die Mühlen der Psychologie! Man nennt es zwar Pädagogik, doch das kommt in diesem Alter aufs selbe hinaus.
    Nein, nicht dem Staat gehören unsere Kinder, sondern zuerst einmal den Eltern. Denn sie tragen die Verantwortung! Der Staat hat in der Vergangenheit so viel Leid über Kinder und Eltern gebracht (Verdingkinder-Unwesen, ledigen Müttern ihre Kinder rauben, usw.). Wer sagt, dass er es heute besser (humaner) macht, wenn er bereits Knirpse zum Psychologen schickt?
    Etwas mehr Natur wäre angebracht. Heute nicht mehr möglich?

    • Sportpapi sagt:

      Der Staat hat vor allem die Schulpflicht eingeführt, und damit für viele Kinder einen ganz grossen Fortschritt erzielt.

      • Samira Maurer sagt:

        Das ist nicht hoch genug einzuschätzen und es geht sogar noch besser: Nicht nur die Schulpflicht wurde eingeführt – sondern der Schulbesuch ist gratis und zwar über die obligatorische Schulpflicht hinaus.

    • Lisa sagt:

      Auch wenn ich kein Freund von „psychologischen Abklärungen“ bin, so müssen diese nicht zwingend was schlechtes sein. So manches ist erst dadurch aufgefallen, was den Eltern verborgen blieb. Aber was anderes: wo schreibt MT überhaupt davon, dass er die Kinder zum Psychologen schicken will? Keine Rede davon! Im Gegenteil: die Eltern können ja selbst entscheiden, ob sie das Kind zurückstellen möchten oder nicht. Lesen Sie den Artikel einfach nochmal 😉

      • Sandra sagt:

        Unsere Tochter kam mit 4 Jahren und 4 Monaten in den Chindsgi – also „normal“ und ich finde den Chindsgi toll. Natürlich mussten wir uns alle mal an die Anwesenheitspflicht gewöhnen und an die Regeln mit aufstrecken und Hand schütteln etc. . Auf der anderen Seite bin ich begeistert von den vermittelten Inhalten – mal kommt der Polizist und übt über die Strasse gehen. Dann die Zahnputzfrau und erklärt Zähneputzen. Dann Leute vom Hundeverein und zeigen wie man mit Hunden umgeht. Dann eine Dame, die den Kids Abfalltrennung beibringt. Und das Beste: in unserem Zürcher Chindsgi gibt es Kinder mit allen möglichen Hautfarben, Sprachen und Religionen und sie sehen sich täglich, lernen und spielen zusammen und werden Freunde. Ich bin extrem dankbar für diese Hilfe und Integration.

    • Stevens sagt:

      Verdingkinder…. Ledigen Müttern Kinder rauben….

      Vielleicht sollten sie mal ins Jahr 2019 reisen.
      Und sich mal darüber orientieren, wie man heutzutage vorgeht, wenn Kinder auffällig sind.

    • Lina Peeterbach sagt:

      Neben allem anderen Kommentaren, die bereits von SP, Samira, Lisa, Sandra und Stevens kamen, stösst mir bei Ihrem Beitrag vor allem auf, dass die Kinder meiner Meinung nach niemandem *gehören*. Verantwortung liegt Anfangs bei den Eltern, aber zunehmend eben auch in den Institutionen und von Jahr zu Jahr mehr auch beim Kind selbst. Und damit Kinder die Kompetenz entwickeln, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen, lösen sie sich zunehmend aus dem Einflussbereich der Eltern und erleben andere Bereiche, wie z.B. unser staatliches Schulsystem. Nirgendwo läuft immer alles rund und rosarot: im KiGa genausowenig wie zuhause oder später im Beruf oder in überhaupt allen Beziehungen und Bereichen. Diese darum zu vermeiden ist ja auch keine Lösung!

  • lara sagt:

    Ich dachte immer dieses Phänomen geht auf Malcom Gladwells Buch the story of success und die damit zusammenhängenden Studienresultate zurück. Das ‘relative age’ also älter als die Gspänli zu sein, macht die Kinder auf Jahre hinaus zu glücklicheren, konzentrierteren und dann auch erfolgreicheren Kindern und Jugendliche. Diejenigen Eltern, die ich kenne, haben ihre Kinder aus diesem Grund zurückgestellt.

  • Mabu sagt:

    Was für ein erfrischender Text, danke! Je früher in der Gruppe, im Rudel, desto schöner fürs Kind, für die Integration, für die Gesellschaft, davon bin ich überzeugt. Der Kindergarten ist ein wunderbarer, kindergerechter Ort!
    Die Problematik ist aus meiner Sicht einzig und allein, dass am Ende des Programms die Kinder, wenn sie eine Lehrstelle suchen müssen, 14 Jahre alt sind. Das ist für viele zu früh für eine so wichtige Entscheidung. Befeuert wird das durch die Betriebe, welche die Lehrstellen immer früher vergeben. Da müssen wir uns nicht über viele Lehrabbrüche wundern. Wir brauchen individuelle Ideen für diese Jugendlichen, bzw. akzeptieren/uns erfreuen, wenn viele ein weiteres Schuljahr besuchen wollen.

    • Fibi, 26 sagt:

      ja genau, Hauptsache man kann die Kids so schnell wie möglich abschieben oder?
      Natürlich ist es ein kindgerechter Ort, ein Zuhause mit den Eltern, die für die Kinder da sind, werde ich aber doch vorziehen. Was nicht heisst, dass mein (zukünftiges Kind) keine Freunde zum spielen haben wird.

      • sonic sagt:

        @Fibi: Sie oder ihr Kind ziehen das vor? Meine Kinder gingen beide mit 4 in den Chindsgi und haben es geliebt! Nicht alle Kinder wollen ewigs am Rockzipfel der Eltern hängen.

      • Victoria V. sagt:

        Also, meine sind nich mit Kindergarteneintritt daheim ausgezogen… Die 4 Stunden Gruppenbetreuung täglich ersetzen nicht die Familie. Sie werden noch staunen, wie sehr ihr zukünftiges Kind den Kontakt zu Gleichaltrigen brauchen wird!

      • Ich verstehe jetzt auch nicht genau, was der gesetzliche Schuleintritt mit „abschieben“ zu tun hat.

  • Muttis Liebling sagt:

    Alles, was wir über biografische Prozesse beim Menschen wissen weist darauf hin, die interpersonale Variabilität ist grösser als die von Gruppen. Ein 4- Jähriger kann reifer als ein 6- Jähriger und ein 45- Jähriger kann älter als ein Pensionär sein. Damit erübrigen sich alle statischen Grenzen. Ein festes Renten- ist biologisch und/oder psychologisch ebenso unbegründbar, wie ein festes Einschulungsalter.

  • Barbara Beeler sagt:

    Kommt auch drauf an, wie es allgemein um die Qualität des Kindergartens/bzw. der Basisstufe steht. Es gibt in unserer Gemeinde ganz verschieden unterrichtende Lehrerinnen, um es nett auszudrücken. Da kann man schon eine evtl. etwas idealere Beschulung mit dem Zurückstellen in die Wege leiten.

    • Sportpapi sagt:

      Es wird immer verrückter. Und da fragen Sie noch, warum man wohl solche Entscheidungen nicht den Eltern überlassen sollte?
      Und wenn man Pech hat, wechselt die Lehrperson noch über das Jahr.

  • Punix sagt:

    Das Kind muss ggf nicht nur für den Chindsgi, sondern auch für den Hort parat sein. Das hat bei unserem Kind (3 Tage nach dem Stichtag, somit eher „alt“ bei Chindsgi-Eintritt) eher überfordert. Bei uns im Hort sind Chindsgi Kinder zusammen mit 6.-Klässlern. Und (Vor)pubertierende Kinder können ein 4-jähriges Kind nach einem Vormittag „in die grössere Gemeinschaft-Einfügens“ echt überfordern.

    • Astrid Meier sagt:

      Kinder im Alter von 4 bis 12 im selben Hort habe ich auch erlebt. Und Kindergärtler, die vor lauter Erschöpfung gegen 3 Uhr nachmittags schlicht flach hinfallen. Wer sowas aus der Nähe sieht, dem kann das Kind schon leid tun. Ich sehe keine positive Wirkung darin, ein derart kleines Kind so auszupowern. Schliesslich brauchen sie immer noch beträchtliche Energie um zu wachsen und die Sprache und andere Fähigkeiten zu erwerben. Übrigens erlebte ich eher das Gegenteil: Eltern, die ihr Kind früher einschulen wollten, weil der Hort weniger kostet als die Krippe.

      • Der Brecht war weder in der Kita, noch im Hort bzw. der Tagesschule, daher kann ich das zugegebenermassen schlecht beurteilen. Hier gehen viele Kinder neben dem Kindergarten weiter in die Kita, statt in den Hort. Weiss nicht, ob das überall eine Option ist.

      • 13 sagt:

        @ Markus
        Ist es nicht. Es hängt meistens von der Auslastung der KITA resp. der Tagesschule ab, wie die Gemeinde entscheidet und wohin sie die Kindergartenkinder schickt. Bei uns besteht in der KITA eine Warteliste, in der Tagesschule hatte es mehr Platz, also können Kindergartenkinder nicht in die KITA. Und damit ist es schon richtig, was Punix sagt. Auch dieser Aspekt ist zu berücksichtigen und ist auch hier ein häufiger Rückstellungsgrund. Ein zweiter sind die Schulferien, die von der KITA abgedeckt werden, von der Tagesschule nicht.

      • Punix sagt:

        Solche Fälle, die wegen der geringeren Kosten im Hort frühzeitig einschulen lassen, kenne ich auch. aber die Schulferien-gebundenen Ferien noch ein Jahr nach hinten schieben zu können lohnt ggf auch…

      • Zimy sagt:

        @A. M.: Das kommt wohl auf den Hort an. In unserem Hort müssen die Erstkindergärtner nach dem Mittag 30 min liegen. Schlafen Kinder dabei ein, wird dafür gesorgt, dass sie Ruhe haben. Für mein Kind hingegen (eines von den jüngeren im Jahrgang) war das obligatorische Liegen ein Grund, den Hort nicht zu mögen. Seit dem 2. Jahr höre ich keinerlei Klagen mehr. Auch die Altersdurchmischung (KiGa bis 6. Klasse) erleben wir als unproblematisch. Es hat Bereiche für die Jüngeren und die Älteren. Es haben sich Freundschaften zu wesentlich älteren Kindern entwickelt, und die Grösseren schauen zu den Kleineren. Das finde ich schön!

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Ein zweiter sind die Schulferien, die von der KITA abgedeckt werden, von der Tagesschule nicht.“
        Aber vom Hort. Zumindest von den zweien in meiner Gemeinde. Übrigens auch für Kinder, die sonst nicht im Hort sind, oder nur Morgenbetreuung oder Mittagstisch „geniessen“.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Der Hort heisst in Bern Tagesschule. Es ist daher das Gleiche und nicht mit der neuen Tagesschulen, wie sie ZH lanciert, zu verwechseln. Und er deckt in den meisten Gemeinden (vielleicht einige Stadtquartiere ausgenommen) die Schulferien nicht ab.

    • Sportpapi sagt:

      Was hat der Hort mit dem Kindergarteneintritt zu tun? Wo wäre das Kind denn sonst?

      • 13 sagt:

        @ SP
        In der KITA, die besser auf kleinere Kinder ausgerichtet ist als der Hort, wo oft 4-12jährige zusammen sind. Zudem muss dann das Kind an einen Ort, wo es den ganzen Tag bleibt. Kindergarten und anschliessend Hort (andere Räume, andere Betreuer, andere Kinder) ist schon anstrengender für ein 4jähriges Kind. Insbesondere dann, wenn es noch mehrmals hin und her muss.

      • sonic sagt:

        @sportpapi: Das hat schon was miteinander zu tun. Wenigstens in Zürich geht man bis zum Kindergarteneintritt in die Krippe und da sind die Kinder erstens nicht mit 6.Klässlern zusammen und zweitens viel enger betreut. Der Hort kann für manche Kindergärtler tatsächlichm eine einiges grössere Herausforderung sein.

      • Astrid Meier sagt:

        Wie bereits erwähnt: Kindergärtler müssen in Zürich in den Hort, und der kostet weniger als die Kita. Denn Betreuungsschlüssel Hort: 12 Kinder pro FaBe, Betreuungsschlüssel Krippe: 5 Kinder pro FaBe.
        Wenn 2 Kindergärtnerinnen + 1 Hortleiterin + 2 FaBe + 2 Mithilfen=7 Erwachsene, mit denen das Kind zu tun hat. Plus eben Kindergarten und Integration in die altersgemischte Hortgruppe von etwa 20 Kindern. Es ist viel aufs Mal für so ein Kind, auch wenn es nicht der introvertierte Typ ist…

  • Martin Frey sagt:

    Aus der Ferne das Berner System zu beurteilen ist schwierig, ein reines Wunschkonzert scheint mir auch etwas seltsam und wenig zielführend. Aber es gibt schon gute Gründe, noch ein Jahr zu warten wenn der Stichtag kurz nach dem vierten Geburtstag liegt. Insbesondere heutzutage, wo der Kindergarten halt doch mehr eine Preschool ist als eine bessere Spielinstitution wie früher. Soweit mir bekannt ist, haben, natürlich in Abhängigkeit von der Reife, später eingeschulte Kinder doch tendenziell weniger Mühe in der Schule bis hin zu besseren Noten/Gymiquoten. Und ja, noch ein Jahr länger unbeschwerte Kindheit finde ich im Zweifelsfall schon auch noch ein Argument. Sie kommt nie wieder.

    • Janine Honegger sagt:

      Das System funktioniert doch einfach nicht so… wenn alle ihre Kinder zurückstellen, dann sind diejenigen Kinder, die regulär eingeschulte werden und halt vielleicht erst gerade 4 wurden schlussendlich schon im Nachteil… aber es kommt doch von einem komischen Leistungsgedanken der Eltern her… die ihren Kindern vermeintlich einen Vorteil verschaffen wollen.

      • Menalk sagt:

        Nein. Wenn alle ihre Kinder zurückstellen, dann wird niemand mehr „regulär“ eingeschult. Sondern eben ein Jahr später. Logik.

        Das System bietet die Möglichkeit Kinder unkompliziert ein Jahr zurückzustellen. Wenn Eltern (aus welchen Gründen auch immer) davon nicht Gebrauch machen, ist das in Ordnung. Anderen Eltern zu unterstellen, sie wollen (quasi zum Nachteil der anderen Kinder) ihren Zöglingen einen Vorteil verschaffen, ist nicht ganz fair. Zumal kein Zwang vorlag, dass Kind knapp nach dem 4ten Geburtstag in den Kindergarten einrücken zu lassen.

      • Menalk sagt:

        @sonic
        Ich schrieb: „aus welchen Gründen auch immer“ -> also nicht grundlos. Ich habe da so ein Menschenbild, welches davon ausgeht, dass es durchaus plausible Gründe für eine Rückstellung gibt (beispielsweise wenn ein Kind im Juli 4 Jahre alt wird und die Eltern wie die KITA eher der Überzeugung sind, dass ein Kindergarteneintritt zu früh sein könnte). Zudem bin ich überzeugt, dass man ein Kind in *diesem Übergangsjahr* auch ohne Kindergartenstoff ausreichend fördern kann, damit keine Langeweile aufkommt.

    • 13 sagt:

      Lustigerweise war es in Bern eigentlich schon immer so, dass Theorie und Praxis nicht übereinstimmten. Als ich zur Schule ging, war der Stichtag rein theoretisch 30.4., aber die Kinder wurden nach Jahrgang eingestuft. Es kam selten vor, dass ein Kind, das nach Neujahr geboren ist, bereits mit 6 eingeschult wurde, ausnahmsweise ein Januarkind. Die meisten Eltern wussten es nicht einmal, dass der 30.04. gelten würde. Das wurde erst später geändert und die Frühlingskinder gingen früher.
      Man kann sich ärgern, wobei ich den Grund nicht einsehe, oder es einfach akzeptieren, dass der faktische Stichtag der 30.04. bleibt. Und sich selber daran halten. Schliesslich hat man die gleiche Wahl wie der Nachbar. Ich rechne schon mal damit, dass mein Aprilkind das Jüngste sein wird. Ist halt so.

      • sonic sagt:

        @Menalk: Wieso soll ich mein Kind später einschulen, wenn der Lehrplan für durchschnittliche 4jährige ausgelegt ist? Man hat sich ja schon auch etwas überlegt, beim einführen des Stichdatums. Ich verstehe nicht, wieso man denkt man tue seinem Kind etwas Gutes, wenn man es grundlos zurückstellt. Langeweile, zu der man gezwungen wird (und der man nicht ausweichen kann), kann sehr schädlich sein für Kinder.

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