«Gehst du nach der Geburt wieder arbeiten?»

Kein Verständnis für arbeitende Mütter: Vollzeitmama in «Workin‘ Moms». (Foto: Netflix)

«Gehst du nach der Geburt wieder arbeiten?» Nie hätte ich gedacht, dass man mir während meiner Schwangerschaft im Jahre 2015 so oft diese Frage stellen würde. Man wollte auch wissen, wie ich die Kinderbetreuung organisieren werde. Als wäre das allein meine Aufgabe. Mein Mann war bei solchen Diskussionen nie ein Thema. Bei ihm sollte alles so weitergehen wie bis anhin. Dass wir das Kind zusammen geplant und gezeugt hatten, schien für andere nicht von Bedeutung. Mit der Zeit konterte ich nur noch mit: «Würdest du das meinen Mann auch fragen?» Damit eckte ich oft an und erntete Kopfschütteln für meine Haltung.

Während der Primarschulzeit Anfang der 90er-Jahre gab es zwei Exoten in meiner Klasse: Raphael und mich. Raphael hatte geschiedene Eltern (heute leider eher die Regel als die Ausnahme). Und ich hatte keine Mami, sondern einen Papi zu Hause. Kamen Freundinnen über Mittag zum Essen, hatte nicht die Mutter, sondern mein Vater gekocht und den Tisch gedeckt.

Mein Papa, der Hausmann

Bis zu meinem sechsten Lebensjahr teilten sich meine Eltern die Kinderbetreuung. Meine Mutter arbeitete vormittags, mein Vater nachmittags. Klar, nicht bei allen Berufen ist eine solche Aufteilung möglich. Aber meine Eltern hatten sich dafür entschieden und zugunsten des Familienlebens auf mehr Einkommen verzichtet. Danach ging meine Mutter 100 Prozent arbeiten, mein Vater arbeitete freiberuflich von zu Hause aus und war tagsüber für den ganzen Haushalt und uns drei Kinder verantwortlich. Er kochte, putzte, bügelte und machte den Einkauf. Er verreiste auch oft allein mit uns während der Schulferien, ohne meine Mutter.

Ich mag mich gut erinnern, als mein damals vierjähriger Bruder mit meinem Vater für über einen Monat durch Süd- und Nordamerika reiste. Die Kolleginnen meiner Mutter fragten sie, ob sie nicht Angst habe, den Kleinen so ganz allein dem Vater zu überlassen.

Solche Sätze machen mich rasend

Seither sind 27 Jahre vergangen, und das traditionelle Familienmodell haftet noch immer in den Köpfen. Sätze wie «Er hilft seiner Frau», «Heute Abend ist er Babysitter, und ich kann ausgehen» oder «Er macht das mit dem Baby so gut und wechselt sogar Windeln» machen mich rasend.

Die Ankunft meines Kindes war für mich das grösste Geschenk auf Erden. Deswegen alles über den Haufen zu werfen, was ich mir zuvor jahrelang aufgebaut hatte, während mein Partner sein Leben unverändert weiterführt, kam für mich aber nie infrage. Die Prioritäten verschieben sich mit der Ankunft eines kleinen Wesens. Diese Änderungen betreffen aber nicht nur mich, sondern auch meinen Partner, den werdenden Vater. Unser Modell muss deshalb Familie und Beruf von uns beiden berücksichtigen.

Das bedeutet: Eine möglichst faire Aufteilung in Sachen Kinderbetreuung, Hausarbeit und Beruf.

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162 Kommentare zu ««Gehst du nach der Geburt wieder arbeiten?»»

  • Hans Muster sagt:

    Danke Olivia. Ich bin so ein Babysitter,.. oder Haushaltshelfer. 🙁 Meine Frau ging 18 Jahre zur Schule und ist in der Krebsforschung. Wenn ich das Haar für Tanzvorstellungen mache höre ich: Hast Du das gemacht??? Aber eben… Wir arbeiten 80/80 und lernen unseren Töchster „The sky ist the limit“. Sie alleine sollten entscheiden was sie wollen.

  • Momof4 sagt:

    Wir leben das „konservative“ familienmodell aus Überzeugung. Papa geht zu 80 Prozent arbeiten und ich bin zu 100% zu Hause, mache den haushalt und bin für unsere Kinder da. Da wir sehr günstig Wohnen und auch sonst sehr bescheiden sind funktioniert das wunderbar und uns fehlt es an nichts bezw. Wir sind wunschlos glücklich

  • Contemporary sagt:

    Danke für diesen Beitrag!

  • Kulin Ban sagt:

    Die Ankunft meines Kindes war für mich das grösste Geschenk auf Erden. Deswegen alles über den Haufen zu werfen, was ich mir zuvor jahrelang aufgebaut hatte, während mein Partner sein Leben unverändert weiterführt, kam für mich aber nie infrage.

    Für unsere drei größten Geschenke hat meine Frau Ihre Rolle als Mutter zu 100 % wahrgenommen. Ich habe neben der Arbeit noch zwei Teilzeit Jobs angenommen, die ich von Zuhause aus erledigen kann. So hat es genung Liebe und Geld fürs Leben in der Schweiz.

    Ja ich gehe mit den Kindern ins Hallenbad, in die Stadtbibliothek, Tagesausflüge in der Schweiz an Wochenenden usw. Also der Papa ist auch anwesend in der Familie.

  • Yolanda Hecht sagt:

    Das „traditionelle Familienbild“ ist eine junge Erscheinung. Den „Luxus“ Frauen ausschliesslich die Kinder- und Haushaltsarbeit erledigen zu lassen, können wir uns noch nicht lange leisten. Er verbreitet sich erst in den 50er Jahren. Um 1900 waren Frauen noch mehrheitlich Fabrikarbeiterinnen oder Bäuerinnen, keine Hausfrauen, und trugen wesentlich zum Auskommen der Familie bei. Niemand hätte einer dieser Frauen je die Frage gestellt: «Gehst du nach der Geburt wieder arbeiten?»
    Kinder wurden von älteren Geschwistern und unverheirateten Familienmitgliedern grossgezogen oder waren auf sich allein gestellt. Sie waren nicht die Hauptbeschäftigung ihrer Mütter. Mutter sein, Glück allein, ist eine Idylle und mit dem realen Leben nur schwer in Einklang zu bringen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Das kann man nicht oft genug wiederholen. Die Hausfrau und Berufsmutter ist ein extrem seltener Artefakt, den es nur ganz kurz und nur in einer sehr überschaubaren Region der Welt gab und jetzt die letzten Tage noch gibt. Vermutlich haben die meisten Sprachen der Welt nicht einmal ein Wort für ‚Hausfrau‘.

    • Anh Toàn sagt:

      Kinder wurden, und werden heute noch in Schwellenländern, von Grosseltern, insbesondere Grossmüttern, betreut. Zu diesem biologischen Zweck lebt die menschliche Rasse, insbesondere die Frauen, lange über die Fortpflanzungsfähigkeit hinaus.

      Auch bei engagieren sich viele Grosseltern stark und ermöglichen den Eltern höhere Erwerbspensen ohne Kita Kosten.

      • Muttis Liebling sagt:

        Wenn Sie in die europäischen Nachbarstaaten schauen, sehen Sie eine überwiegend kommunal organisierte Kinderfremdbetreuung zu einem eher symbolischen Preis. Kita in Unternehmensform mit unternehmerischen Zielen ist eine schweizerische Perversion.

        Wenn Kinder in der richtigen Zeit geboren werden, sind die Grosseltern noch lange nicht im Pensionsalter. Das Dorf- oder Grossfamilienprinzip geht in unserer Kultur nicht oder nur schlecht.

      • Anh Toàn sagt:

        „Wenn Kinder in der richtigen Zeit geboren werden, sind die Grosseltern noch lange nicht im Pensionsalter. “

        Wenn man Grosseltern ist, ist man im „Pensionsalter“: Wo die Kinder in der „richtigen Zeit geboren“ werden oder wurden (Mutterschaft mit 20 Jahren), gilt/galt jemand deutlich über vierzig als alt. Es gib/gab da halt keine staatliche Pension, damit die Kinder vom Einkommen etwas abzweigen können für die „Pension“ der Eltern, müssen diese die Grosskinder betreuen.

    • Rita sagt:

      Dankeee!! Genau das sage ich auch so oft! Purer Luxus ist das!

    • Sportpapi sagt:

      @Yolanda Hecht: Eigentlich bedeutet ihr geschichtlicher Exkurs vor allem, dass die Mütter vermehrt/vorwiegend zu Hause bleiben, wenn Wohlstand herrscht und die Familien es sich leisten können. Scheint eine Art Ideal zu sein. Oder in Ihren Worten: Eine Idylle.
      Dagegen „hilft“, Wohlstand zu reduzieren (damit es beide Einkommen braucht, z.B. wegen höheren Steuern) und/oder massive Anreize (Gratis Kinderbetreuung und damit massive Einkommenssteigerung bei Doppelverdienern). Damit die Frauen endlich wieder spuren und sich voll in den Dienst der Wirtschaft stellen. Ist das nun Fortschritt oder eine Rückkehr ins vorletzte Jahrhundert?

  • Susanna sagt:

    Ja und jetzt… wie haben Sie es denn jetzt organisiert? Sie sind wirklich „exotisch“ aufgewachsen, der Vater, der 3 Kinder zu Hause grosszieht, ist wohl auch 27 Jahre später eine Rare Spezies leider.

  • Simon sagt:

    Danke fürs Teilen ihrer offenen Einstellung. Es gibt auch heute noch genügend Frauen und Männer die sich von überholten Rollenbildern nicht lösen wollen. Bei einer Scheidung wird der Mann dann auch heute noch auf die Rolle des Ernährers reduziert. Umgekehrt würde diese Äusserung eines Gerichts wohl als Skandal taxiert. Es wird Zeit, denn die Gesellschaft ist weiter, als die gängige Rechtsprechung.

  • L.T. sagt:

    Ich verdiene 2.5 x soviel wie meine Frau. Wir wären ziemlich blöd gewesenen, wenn ich reduziert hätte als sich bei uns Nachwuchs eingestellt hat. Meine Frau war emanzipiert genug, um das rational zu sehen. Ist ja schlussendlich egal wer das Geld nach Hause bringt -aber die Aufgabenteilung muss ja in verschiedener Hinsicht Sinn machen.

    • tina sagt:

      ich finde eben nicht, dass ihr blöd gewesen wärt, wirklich. im gegenteil. angenommen du hättest auf 80% und sie hätte 60% gearbeitet, um den finanziellen ausgleich herzustellen, hätte dein kind mehr von dir und du mehr vom kind. nachteile gäbe es bei der verteilung kaum, meiner ansicht nach. ich finde blöd, wenn man ausschliesslich finanzen priorisiert, vorallem wenn man volles risiko auf einen einzigen ernährer setzt

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Für uns stimmt es halt so und unser Kind hat auch jeden Tag was von mir und ich von ihm. Ich konnte mich im Job aber ganz anders entwickeln, dadurch dass ich alles gegeben konnte. Davon hat die ganze Familie was – nicht nur monetär, sondern auch in Form von Jobsicherheit und anderem.
        Wir priorisieren nicht ausschliesslich die Finanzen, aber sie sind ein wichtiger Teil im Ganzen – wie fpr alle die nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren sind.
        Genauso wenig wie sich Mütter rechtfertigen müssen, welche nach der Geburt wieder arbeiten, sollen sich Eltern rechtfertigen müssen, welche hochprozentig arbeiten – und so für das wirtschaftliche Wohlergehen der Familie sorgen.

      • L.T. sagt:

        @tina. Ja, es gibt natürlich verschiedene Möglichkeiten. Für uns war es aber die einzig sinnvolle Aufteilung. Doch, das finanzielle spielt halt schon eine Rolle, finde ich. Aber das Geld war nicht der einzige Grund. Z.B. kann meine Frau jederzeit problemlos aufstocken, ich nicht. Zudem bin ich in einer etwas schwierigen Branche, mit 100% kann man sich viel besser etablieren als in Teilzeit. Man muss halt irgendwie die Gesamtoptik sehen. Nur weil es einem Papitag gibt, ist das ja nicht automatisch für sämtliche Familienbelange. Und in meinem persönlichen Umfeld sind die Papi-Tag Väter keinesfalls die besseren Väter und haben auch nicht die besseren Beziehungen zu ihren Kindern als ich zu meinen. Das scheint mir deshalb bloss ein Klischee zu sein.

      • tina sagt:

        ja klar weiss ich, was die gründe sind, warum männer so oft 100% weiter arbeiten, und natürlich entscheidet das das paar. aber diese aufteilung hat nachteile.
        ich reagierte auf dieses „wäre blöd“ bezogen auf den höheren lohn. als ob es nur um geld ginge.
        natürlich muss man die familie finanzieren. mit goldenem löffel im mund hat das gar nichts zutun, sondern ich sprach von der aufteilung der finanziellen last. „goldener löffel“ gilt ja eher für paare, bei denen ein teil gar nicht arbeitet

      • tina sagt:

        ich sprach auch nicht von einem papi tag. ich meinte einfach mehr zeit fürs kind. mehr priorität aufs kind. als mutter hätte ich nicht 100% arbeiten wollen, darum bin ich natürlich der selben ansicht bei vätern. da muss sich keiner rechtfertigen, wie gesagt, ich reagierte auf dieses „wäre blöd“, ausschliesslich auf einkommen bezogen

      • tina sagt:

        achso, das kann man zu leicht missverstehen: ich hätte nicht 100% arbeiten wollen bedeutet in meinem fall trotzdem, dass ich die ernährerin war und bin. bei uns hat der vater der kinder nicht gearbeitet, aber aus gesundheitlichen gründen. und eben bin ich ja etwas stärker sensibilisiert wenn ein paar auf einen ernährer setzt

      • L.T. sagt:

        @tina: Sorry, das blöd bezieht sich nur auf unsere Situation. .

      • tina sagt:

        ja klar, LT, ich habe – wie mehrmals betont – genau auf deinen einwurf reagiert. ich finde nunmal nicht, dass es blöd gewesen wäre, die einkommenslast auf 2 personen zu verteilen (aber ich sage auch nicht, ihr wart blöd). es ist alles nicht so eindimensional 🙂

  • Vreni Heimer sagt:

    „Die Ankunft meines Kindes war für mich das grösste Geschenk auf Erden“. Ich finde diesen Satz sehr schön. Freut man sich wirklich über eine Geburt, denkt man sicher nicht ans arbeiten : man will mit dem Baby bleiben. Das Baby ist dann viel viel wichtiger als Geld und Ansehen.

    • Maru sagt:

      Ha, ha, ha. Grosse Worte am Anfang, die nur allzu bald im Getöse der rauen Winde verhallen werden.

    • C. Achermann sagt:

      Genau! Und das Geld zur Versorgung der Familie wächst auf dem Balkon.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Sehr schön! Wir freuten uns wirklich auch sehr über die Geburt unseres Kindes. Da wir aber nicht verarmen, der Allgemeinheit auf der Tasche liegen und weiterhin unsere Miete selber bezahlen wollten, mussten wir auch ans arbeiten denken.

      • stefan felder sagt:

        Klar, man braucht ja scliesslich ein besseres Auto, Markenkleider und 2 x in die Ferien jetten… In der Schweiz kommt man sehr gut auch mit wenig Geld über die Runden!

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        @ Felder: Quatsch, das sind doch alles Klischees die Sie aufzählen. Weder haben wir einen fetten Wagen, noch jetten wir 2x im Jahr in die Ferien. Trotzdem musste zumindest einer von uns nach der Geburt unseres Kindes wieder arbeiten gehen.
        Aber wie Sie ohne Erwerbstätigkeit über die Runden kommen interessiert mich ehrlich!

    • Vreni Heimer sagt:

      ich finde diese Antworten sehr agressiv. Wenn man nicht zuhause bleiben kann mit kind oder kinder ist man doch nicht verpflichtet trotzdem kinder zu haben? Man sollte ans wohl der kinder denken, sie haben Priorität und der ewige stress von 2 arbeitenden Eltern wäre nicht. Es sollte endlich eine Staadtskrankenkasse geben wo Leute ca 5% des Familienertrags einzahlen für die Krankenkasse der Familie. So kann es nicht weitergehen, dass andere Leute die Kinder aufziehen und behüten müssen.
      Und es wäre auch besser Kinder trägten Schulkleider damit diese Konkurrenz zwischen Kinder aufhört, die ja sehr teurer zu bestehen kommt.

      • maia sagt:

        Von was soll den die Familie leben, wenn die Eltern ihre Jobs aufgeben?

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Ich kann keine Aggression erkennen, eher Realitätsbezug. Wie Muttis Liebling weiter oben angeführt hat ist Ihr 100%-Dasein fürs Kind eine Ausnahmeerscheinung, welche es nur in den westlichen Wohlfahrtsstaaten ab den 50er Jahren gibt. Sie gehören einer der 3 bis 4 Generationen an, die es sich leisten konnten, dass nur ein Elternteil arbeitet. Wir erleben jetzt gerade, wie dieses Modell ausstirbt. Geniessen Sie also ihr Dasein so lange es geht. Diejenigen, die sich das nicht leisten können sind aber nicht die schlechteren Eltern. Und schon gar nicht sollte man deswegen wie Sie verlangen auf eigene Kinder verzichten.

      • Sportpapi sagt:

        @Aquila Chrysaetos: „Sie gehören einer der 3 bis 4 Generationen an, die es sich leisten konnten, dass nur ein Elternteil arbeitet. Wir erleben jetzt gerade, wie dieses Modell ausstirbt.“ Stimmt das? Und wenn ja: Warum?

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        @ Sportpapi: weil das Leben im Verhältnis zum Einkommen immer teuerer wird.

      • Sportpapi sagt:

        Ich sehe da eigentlich nur die steigenden Krankenkassenprämien. Sonst?

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Immobilienpreise (+40%) in 10 Jahren, die Abgabenlast (KK, Pensionskasse), Ferien in der CH, Energie etc und das alles bei de facto stagnierenden Löhnen.
        Meine Eltern haben als Nicht-Akademiker mit einem Einkommen ein freistehendes Einfamilienhaus mit Sicht auf die Alpen bauen können.
        Wir als Akademiker mit 140% ein älteres Reihenhäuschen mit Blick zum Nachbarn. Nicht das ich mich beklagen will, uns geht es natürlich super, aber im Verhältnis zu den 80ern finde ich das Leben heute wesentlich teurer. Man darf sich nicht von den billigen Flugreisen und den günstigen elektronischen Geräten blenden lassen. Die wesentlichen Dinge kosten heute mehr als noch vor 20, 30 Jahren.

      • Sportpapi sagt:

        @Aquila Chrysaetos: Wir haben zu Hause mit bescheidenem Einkommen gut gelebt. Aber natürlich in einer Art, die man heute fast als Armut bezeichnen würde. Damals war man mit weniger zufrieden.
        Meine Empfindung ist, dass die Ansprüche stark gestiegen sind, und viele sich das auch leisten können. Z.B. Flächenbedarf der Wohnungen. Z.B. Aussstattung (und Anzahl/Preis) von Autos. Z.B. Menge und Distanz bei Ferien. Usw.

  • markus kohler sagt:

    Frau G ist Beauty Redaktorin da spielt es wirklich keine Rolle wie viel sie arbeitet, denn sie kann von zu Hause aus irgendwas schreiben. Sie plädiert dafür, dass alle Väter ihren Job runterschrauben und auch Familienarbeit leisten, aber bei wirklich relevanten Arbeiten ist das weder sinnvoll noch erstrebenswert. Ich war immer konsequent und habe keine Kinder, denn es ist gesellschaftlich besser, wenn ich meinen sehr spezialisierten Job gut mache, statt möglichst viel Windeln zu wechseln und Cupcakes für die Kinder-Quartierfeste zu backen.

    • Karl Drais sagt:

      Haben Ihre Eltern auch so „spezialisierte Jobs“ gemacht?

    • Lisa Müller sagt:

      Und Frauen haben vor der Mutterschaft keine spezialisierten Jobs, in denen sie erhalten bleiben sollten?

    • Yolanda Hecht sagt:

      „…aber bei wirklich relevanten Arbeiten…“ Sie mögen ihre Arbeit für besonders relevant halten, vergessen aber dabei, dass lange bevor sie diese ausführen konnten, ihre Mutter (oder der Vater?) ein paar noch relevantere Arbeiten durchführte: z. B. Baby füttern und Windeln wechseln, damit sie überhaupt prächtig gedeihen konnten. Auch Spezialisten fangen mal ganz hilflos an. Überheblichkeit gegenüber den Arbeiten beim Kinder grossziehen ist fehl am Platz.

    • Christoph Bögli sagt:

      @Kohler: Also bei wirklich relevanten und somit fordernden Arbeiten erreicht man ein Produktivitätsmaximum nach wenigen Stunden, weshalb es im Prinzip ein Unding ist, diese Tätigkeiten mehr als ca. 6h am Tag auszuüben. Was mehr als genug Zeit gibt, sich auch um andere Dinge zu kümmern, z.B. die Kinder. Denn das ist ja eben kein entweder-oder, man kann weder 24h am Tag arbeiten noch sollte man die ganze Zeit den Kindern hinterher rennen. Das nötige Zeitmanagement sollte eigentlich auch kein Problem sein, gerade wenn man ein ach so grosser „Spezialist“ ist..

    • markus kohler sagt:

      Es geht mir nur darum aufzuzeigen, dass eine zeitgemässe Volkswirtschaft auf Arbeitsteilung beruht, aber nicht im Sinne davon, dass alle alles tun. Jeder und jede soll, wenn möglich das tun, das ihm am Besten liegt.
      Kinderbetreuung finde ich übrigens nicht irrelevant, Beauty-Redaktorin hingegen schon. Deswegen sollte Frau G eine echte Leistung erbringen neben dem Hobby dem Aussehen. Ich leiste schon mehr als genug und sollte deswegen finde ich, dass ich von solchen Zusatzarbeiten dispensiert werden müsste.

  • Chris Fogg sagt:

    Haben wir keine anderen Probleme als jedes Wort und jeder Satz einzeln zu zerpflücken und zu hinterfragen? Irgendwann reden wir nicht mehr miteinander aus Angst grundlos etwas falsches gesagt zu haben.

    • TeamC sagt:

      Da überschätzen Sie Sich und ihre Arbeit aber um einiges. Niemand ist unersetzbar im Job, aber sehr wohl als Vater seiner eigener Kinder. Ihre Entscheidung keine Kinder zur haben in Ehren ist die Pauschalisierung auf „wirklich relevante Arbeit“ sehr kurzsichtig und arrogant. Aber fragen sie mal den Allianz CEO ob Arbeitspensumsreduktion so schwierig ist. Ob Mann das denn will, ist eine andere Geschichte.
      P. S. : es lohnt sich…

  • Sara Jung sagt:

    Super Blog – Danke … die vielen Kommentare zeigen, dass wir noch gar nicht selbstverständlich mit dem Thema umgehen und alle Modelle gleich WERTschätzen.

  • Rosche Meyer sagt:

    Ich habe jetzt all die Kommentare nicht gelesen, vielleicht wurde es schon 1000 Mal gesagt: in meinem Bekanntenkreis gibts genug Beispiele, wo man sich vorgenommen hatte, nach der Geburt die Betreuung aufzuteilen (beide bestens ausgebildet, je weit über 100k Lohn). War dann das Kind da, WOLLTE die Frau nicht mehr arbeiten. Sie kündete dann jeweils nach kurzer Zeit und er kroch zum Arbeitgeber, ob er nicht doch wieder 100% arbeiten könne. Von dem her erstaunt mich die Aufhängerfrage ganz ehrlich nicht sonderlich.

    • Tina sagt:

      Und ich sage es hier gerne auch zum Tausendsten Mal: in meinem Bekanntenkreis gibt es KEIN einziges Paar, wo dies passiert ist. Es gibt aber in meinem Bekanntenkreis unzählige Paare, wo der Vater vor der Geburt von Halbe:Halbe gesprochen hat (zumindestens hatten es die Mütter in spe so verstanden) dann aber doch nicht konsequent genug waren, den Chef um Reduktion zu bitten oder sich allenfalls einen neuen Job zu suchen.

  • Thomas Mueller sagt:

    Ich sehe das Problem irgendwie nicht. Sie leben so wie sie es für richtig halten, es funktioniert für sie innerhalb der Familie sowohl meschlich, wie auch finanziell, niemand hindert sie daran oder zwingt sie zu etwas anderem, also was genau macht sie wütend? Dass es jemand der einen anderen Lebensmodell bevorzugt wagt, das ihre nicht zu verstehen und zu verinnerlichen? Ernsthaft?

    • Therese Ritter sagt:

      Lieber Herr Müller
      Das was einem als Frau wütend macht, ist, dass eine Mutter bei einem Bewerbungsgespräch nach der Betreuung der Kinder gefragt wird. Dass einer Mutter keine 100% Arbeit zugetraut werden und sie den Job deshalb nicht bekommt. Dass Müttern nach dem Mutterschaftsurlaub grundlos gekündigt wird. Um nur mal ein paar Beispiele zu nennen, welche einem Vater NIE passieren würden.

      • Georg sagt:

        Frau Ritter, wenn sich bei mir jemand bewirbt, der noch nicht so gut Italienisch spricht (muss er können) oder 120 km weit weg wohnt, frage ich ihn auch, ob er es schafft. Das ist eine ganz normale Frage. Also frage man auch, ob die Interessentin ihre Sprösslinge und den Job bei mir unter einen Hut bringt. Sie kann sagen, sie könne. Dann ist gut. Sie kann auch, wenn sie will, „wütend werden“ wie Sie. Dann kann sie wieder gehen. Langsam beginne ICH wütend zu werden ob der beleidigten und „wütenden“ Damen.

      • Caroline sagt:

        Solange diese Fragen nur den Frauen gestellt werden, sind sie diskriminierend. Der Vergleich mit Arbeitsweg und Sprachkenntnissen hinkt gewaltig.

      • Liv sagt:

        Georg, fragen sie das auch ihre Interessenten, die kleine Kinder haben oder deren Partnerin gerade Schwanger ist?

  • Lina Peeterbach sagt:

    An all die Kommentare im Thread, die sich fragen, wo denn nun das Problem ist:
    Wir haben Wahlfreiheit, aber trotzdem unterschiedliche Massstäbe für Männer und Frauen. Wer für Kinderbetreuung zuhause stimmt, kritisiert selten die Väter dafür, dass sie viel arbeiten, sondern nur die Mütter. Es werden auch selten Mütter dafür kritisiert, beim kranken Kind zuhause zu bleiben oder für „Mamatage“ – hierfür werden vor allem die Väter kritisiert. Andererseits lobt niemand Mütter dafür, zuhause zu bleiben, während Väter hierfür *modern* genannt werden.
    Niemand kritisiert „Eltern“ als Team für ihr Modell, sondern Mütter und Väter für ihre gewählten Aufgaben, und dann jeweils eben individuell: Was Mütter dürfen, dürfen Väter noch lange nicht, und umgekehrt. Und das ist es, was mich stört.

    • Martin Frey sagt:

      @Peeterbach
      Grundsätzlich völlig einverstanden.
      „Wir haben Wahlfreiheit, aber trotzdem unterschiedliche Massstäbe für Männer und Frauen.“
      Die Frage bleibt trotzdem, ob das zwingend falsch sein muss. Denn meines Erachtens sind nicht mal die unterschiedlichen Massstäbe das Hauptproblem, sondern der fatale Hang vieler Menschen, sich über die Entscheide wie auch Lebensentwürfe ihrer Mitmenschen unentwegt den Mund zu zerreisen. Dies typischerweise ungefragt, dafür nachhaltig.
      Wenn wir ehrliche Bilanz ziehen, ist das des Pudels Kern. Und nicht die Lebensentwürfe, und nicht die Pensen, oder wasauchimmer.

      • Lina Peeterbach sagt:

        Halb einverstanden 😉
        Ich finde es nach wie vor falsch, unterschiedliche Massstäbe anzuwenden. Aber ich gebe Ihnen Recht, dass des Pudels Kern unser Drang zu Kritisieren ist. Wenn wir alle ultimativ und konsequent tolerant wären, was die Lebensentwürfe der anderen angeht, dann wäre die Diskussion hinfällig. Solange wir aber weiterhin kritisieren, dann sollten wir wenigstens Männer und Frauen für die gleichen Dinge mit dem gleichen Massstab kritisieren. Ein Beispiel wäre dann, dass man alle 100% arbeitenden Eltern für ihr hohes Pensum kritisiert, nicht nur die Mütter.

      • Martin Frey sagt:

        @Peeterbach
        „Wenn wir alle ultimativ und konsequent tolerant wären, was die Lebensentwürfe der anderen angeht, dann wäre die Diskussion hinfällig. Solange wir aber weiterhin kritisieren, dann sollten wir wenigstens Männer und Frauen für die gleichen Dinge mit dem gleichen Massstab kritisieren.“
        Da bin ich nicht nur halb, sondern ganz einverstanden. 🙂 Trotzdem wäre mir persönlich das Prinzip „Leben und leben lassen“ sympathischer.

      • Sportpapi sagt:

        @Lina Peeterbach: „Ein Beispiel wäre dann, dass man alle 100% arbeitenden Eltern für ihr hohes Pensum kritisiert, nicht nur die Mütter.“
        Oder dass Artikel zum Thema Vereinbarkeit nicht immer darum gehen, wie wenig Männer im Haushalt leisten?

    • Synn sagt:

      Ganz genau, dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Leider… aber es ist ja auch erst 2019…

    • 13 sagt:

      Das ist alles richtig, Lina.
      Noch ergänzen möchte ich dennoch: Viele hier schreiben, es kann doch dem Einzelnen egal sein, was die Nachbarin von der eigenen Rollenverteilung denkt. Das ist sicher teilweise korrekt. Das Problem daran ist jedoch eher, dass sich diese gesellschaftliche Haltung dann auch in Entscheidungen derjeniger spiegelt, von deren Entscheidungen wir eben abhängig sind:
      – der Arbeitgeber, der keine jungen Frauen einstellt oder ihnen weniger Beförderungsmöglichkeiten bietet
      – die Arbeitgeberin, die das Gesuch des zukünftigen Vaters auf Reduktion nur belächelt
      – der Scheidungsrichter, der die alternierende Obhut nicht spricht
      – oder schon nur die Schule, die stets die Mutter anruft und bei der Arbeit stört.
      Dann ist es eben plötzlich nicht mehr so egal.

      • Lina Peeterbach sagt:

        Danke für die sehr richtige Ergänzung!

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das ist auch wieder nur halb richtig, weil teilweise nicht eine gesellschaftliche Haltung. Der Arbeitgeber verurteilt nicht das Verhalten vieler jungen Frauen. Er sieht einfach die Statistik und berechnet daraus für die Firma das ökonomische Risiko. Anders ist es, wenn er oder sie ein Gesuch um Pensumsreduktion nach Geschlecht beurteilt.
        Der Scheidungsrichter handelt schlicht entgegen dem Willen des Gesetzgebers, wenn der die Möglichkeiten nicht überprüft.
        Das mit der Schule kann ich nicht nachvollziehen. Bei uns rufen sie zu Hause an bzw. bei der angegebenen Nummer… Aber dass für Mithilfe in der Schule meist Mütter gesucht werden, ist wohl mehr Folge als Ursache der Tatsache, dass tagsüber fast nur Mütter sich engagieren.

  • Lukas O. Bendel sagt:

    Sehr geehrte Frau Goricanec
    Ich freue mich, dass Sie und Ihr Mann diese Gleichberechtigung leben und ich hoffe, dass – sollte es Gott behüte zum Ärgsten kommen – Sie daran festhalten.
    Denn allzu viele Frauen jammern während der Ehe öffentlich darüber, die altmodische Gesellschaft nehme die Kinderbetreuung/-erziehung als allein ihre Aufgabe/Pflicht wahr, und nutzen im Streitfall aus purer Rache diese altmodische gesellschaftliche Fehl-Wahrnehmung dann aber schamlos aus.
    Und darunter leiden die doch gemeinsamen Kinder!

  • Gabriel sagt:

    Zusammenfassend: unsere Gesellschaft hat sich so gewandelt, dass mittlerweile Mann wie Frau sich der Familie widmen kann.
    Was übrig bleibt sind Fragen, die man gestellt bekommt, wie «Gehst du nach der Geburt arbeiten?» – diese Fragen traumatisieren einen so sehr, dass dies in einem Blog verarbeitet werden muss, da man ja sonst keine grösseren Probleme mehr hat.

    • Lukas O. Bendel sagt:

      Ihr Post trifft den Punkt: Es muss seit einigen Jahren mehr und mehr bei allem ein Haar in der Suppe gefunden werden, denn sich zufrieden geben mit dem (recht guten) eigenen Leben geht nicht!
      Die ZH-Lesben-Präsidentin klagte, sie seien diskriminiert, weil sie händehaltend nicht so auffielen wie Schwule; seit #metoo muss Belästigung nicht mehr gegeben sondern nur noch empfunden sein; und die neuen Millenials-snowflakes zerbrechen eh an allem.
      Wie sagte meine älteste Tochter Melanie, welche morgen 20 wird, doch im besten aller Momente: „Mä dörf alls fröge, wämmer dAntwort nöd schoit!“.
      Umgekehrt liegt es dann an der/dem Gefragten, die passende Antwort zu liefern: Vorliegend wohl in Richtung „Ja natürlich; manchmal ich, manchmal er!“

  • widmerin sagt:

    Ich befinde mich aktuell in einer ähnlichen Situation: Unser Sohn ist jetzt 5.5 Monate alt und gewöhnt sich gerade in der Krippe ein. Ich werde drei Tage die Woche arbeiten und unser Sohn zwei Tage die Krippe besuchen, ein Tag bleibt der Papa daheim. Viele (tendenziell ältere) Frauen kritisieren mich offen für diese Entscheidung. Dass sich der Kleine in der Krippe zwischen all den anderen Kindern sichtlich wohl fühlt, spielt für diese überhaupt keine Rolle. Auch nicht, dass ich richtig zu spüren beginne, dass ich ihm eine bessere Mutter bin, wenn ich ihn nicht jeden Tag allein betreuen muss – denn ich habe während unserer gemeinsamen Tage schlicht mehr Energie für ihn, weil ich Abwechslung zum Job habe! Warum wird die passende Lösung nicht jeder Familie selbst überlassen?

    • Gabriel sagt:

      „Warum wird die passende Lösung nicht jeder Familie selbst überlassen?“: das wird ja jeder Familie überlassen, oder hindert Sie irgendjemand daran? Ich verstehe diesen Fokus auf „ohje, die andern denken“ nicht.
      Da werden doch oft einfach die eigenen Bedenken und Unsicherheiten projiziert auf die bösen Anderen.

  • Dan sagt:

    Es gab noch nie so viel Wahlfreiheit wie heute, das kann ja wohl nicht ernsthaft das Problem sein. Wer heute nicht das Modell lebt, dass er selber will, ist selber schuld – sorry wir sind ja angeblich erwachsen. Diese Phantomdiskussion ist so etwas von überflüssig. Olivia Goricanec ist Teil des Problems, da Lebensmodelle augenfällig in gut und schlecht unterteilt werden und nicht frei wählbar sein sollten, ja geächtet werden müssten. Und hier schliesst sich der Kreis.

    • Eli Habegger sagt:

      Ihr Beitrag ist der beste Beweis, dass es keine Phantomdiskussion ist. Die negative Wertung bis hin zur finanziellen wie praktischen Verunmöglichung vieler Modelle durch schlechte Rahmenbedinungen sowie gesellschaftliche Normen ist leider ein Tatsache und kann durch ihr ‚werd erwachsen‘ nicht auser der Welt geschafft.
      Frau Goricanec unterteilt im übrigen nicht in gute und schlechte Modelle – sie ist erstaunt bis erbost, dass dies andere noch immer tun!

  • Kaya sagt:

    Wunderbarer Artikel, der mir aus dem Herzen spricht!
    Ich bin auch Vollzeit berufstätig und mein Mann ist Vollzeit Hausmann / Papa.
    Während er als Held des Alltags und Supervater gefeiert wird muss ich mich eher rechtfertigen für mein Arbeitspensum und das „Rabenmutter-Stigma“-aushalten.

    Wäre unsere Rollenteilung umgekehrt wärs wohl kaum ein Thema….

    • Dan sagt:

      Kaya, ja und jetzt, wo liegt das Problem? Sie leben doch das Modell, welches Sie wollen. Oder sind Sie ein stigmatisiertes Opfer, weil es andere Meinungen gibt oder jemand ein anderes Lebensmodell lebt?

      • Eli Habegger sagt:

        Andere Meinungen wären okay – aber das ständige Abwerten des eigenen Lebensentwurfs ist doch sehr mühsam …

  • Ivan Fautes sagt:

    «Gehst du nach der Geburt wieder arbeiten?» Natürlich ist diese Frage berechtigt, schliesslich entscheiden sich auch heute noch zahlreiche Frauen dazu, nach der Geburt nicht mehr zu arbeiten. Oder den Mutterschaftsurlaub noch etwas auszudehnen – auf bis zu ein bis zwei Jahre. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden. Genauso wenig wie gegen die Frage.

    • Lina Peeterbach sagt:

      Klar ist diese Frage legitim. Aber wundern darf man sich in diesem Kontext doch über einiges:
      – Warum wird sie nur Frauen, aber fast nie Männern gestellt?
      – Warum reduzieren so wenige Männer ihr Pensum?
      – Warum ermöglichen viele Arbeitgeber dies gar nicht erst?
      – Warum sind die Reaktionen oft so negativ, egal wie die Antwort ausfällt (Ja, nach 14 Wochen zu 100% oder Nein, ich bleibe mal ein paar Jahre zuhause, oder alles dazwischen: Falsch ist es immer…)

      Denn ich glaube, dass diese Frage eben oft kein harmloser Einstieg in Smalltalk oder echtes Interesse am Lebensmodell anderer ist, sondern primär Projektionsfläche für das eigene Idealmodell, wie auch immer es denn aussehen mag. Toleranz und Respekt vor den Entscheidungen anderer trifft man eher selten an.

      • Paula sagt:

        Der Grund, dass eine solche Frage (fast) nie den Männern gestellt werden ist, dass diese keinen (erzwungenen) Elternurlaub haben. Die Mutter bleibt von gesetzeswegen 3 Monate zuhause und viele Entscheiden sich dafür zu Hause zu bleiben. Würde ein Mann sagen: ich mache 3 Wochen Vaterschaftsurlaub, würde die Frage: gehst Du danach wieder Arbeiten vermutlich genau so oft kommen.

      • Sportpapi sagt:

        @Lina Peeterbach: Die Frage wird kaum gestellt, weil fast alle Frauen, aber nur sehr wenige Männer nach Geburt ihr Pensum reduzieren.
        Die Männer reduzieren nicht, weil sie nicht wollen, weil ihre Partnerinnen sie nicht zwingen bzw. froh sind, wenn die Väter weiterhin (und noch mehr als bisher) die finanzielle Verantwortung tragen.
        Warum Arbeitgeber dies nicht ermöglichen weiss ich nicht. Ausser bei Kaderstellen, da gibt es schlicht genügend Konkurrenz für die Posten.
        Und „falsch ist es immer“? Weil es Menschen gibt, die gerne Lebenswürfe anderer kritisieren. Aber vor allem auch Menschen, die ein „das könnte ich nicht“ als starke Kritik auffassen. Unnötigerweise.

  • Mario sagt:

    Mal abgesehen von irgendwelchen persönlichen Gefühlen, scheint sie keine wirklichen Probleme zu haben. Eigentlich sollte man sich darüber freuen und das Glas als halb voll sehen.

    Selbst habe ich noch nie solche Kommentare gehört und das obwohl ich gerade wieder eine Woche mit unserem 1 Jährigen allein zu Hause bin. Mama ist auf Geschäftsreise, und es passt für alle.

    • Lina Peeterbach sagt:

      Das ist ja schön für Sie, dass Sie nie solche Kommentare gehört haben! Ehrlich! Aber leider sind solche Kommentare für viele Familien eben eher Alltag als Ausnahme.

    • 13 sagt:

      Das finde ich nun nicht so überraschend. Die Kommentare sind doch zu 90% an Frauen gerichtet. Die Frage wäre damit eher: Hat die Mama auf der Geschäftsreise auch nichts gehört?

  • Sonusfaber sagt:

    Solange es Frauen gibt, und davon hat es nach wie vor sehr viele, die in Teilzeit arbeitende Männer und/oder Hausmänner für „unmännlich“, unattraktiv halten, wird es Männer geben, die nicht in Teilzeit arbeiten und nicht als Hausmänner „amtieren“ möchten. Denn wir Männer möchten euch Frauen gefallen. Daher, werte Frauen: Seid ehrlich zu euch selbst, denn die Wurzel des Problems liegt nicht nur ausserhalb, sondern auch innerhalbt eurer Gedankenwelt.

    • tina sagt:

      es ist doch blödsinn, zu sagen, weil teilmenge1 so tickt, muss teilmenge2 dämliche fragen hinnehmen

      • Lina Peeterbach sagt:

        Wunderbar auf den Punkt gebracht, Tina!

      • Sportpapi sagt:

        Fragen sind per se einfach nur mal Fragen, die aus Interesse gestellt werden. Sie mit „dämlich“ zu bewerten ist eine Frage des Filters und der eigenen Wertmassstäbe.
        Man könnte auch ganz entspannt eine Antwort geben.

      • 13 sagt:

        Danke, tina. Kurz und treffend!

        Offenbar reicht es sogar oftmals nicht, sie hinzunehmen, man muss dabei auch noch glücklich lächeln ehrlich antworten und grosse Toleranz gegenüber dem intoleranten Fragesteller zeigen, sich sogar über das „nette“ „freundliche Interesse“ freuen. Jupiee….

      • Sportpapi sagt:

        @13: Als Dauer-Empörte und -Betroffene wird man allerdings auch nicht glücklicher. Etwas Wohlwollen dem Gegenüber wäre durchaus auch angebracht.

    • felix sagt:

      @Tina: Nein es ist kein Blödsinn, ich muss auch täglich dämliche Fragen beantworten, das gehört zum normalen Leben. So wie jetzt Deine Frage, zum Beispiel. Allerdings frage ich mich, ob eine Frage zum Lebensmodell dämlich ist (nicht antworten, die Frage ging an mich selber).

      • tina sagt:

        felix und sportpapi: ja ich finde auch, man kann doch fragen, wirklich. aber diese begründung „IHR FRAUEN tickt eben ZUM TEIL so, und darum müsst ihr hinnehhmem….“ geht nicht

      • tina sagt:

        aber das mit den teilmengen hatten wir doch gestern schon sonusfaber 🙂

  • Mike sagt:

    Ich verstehe irgendwie nicht ganz, wo jetzt das Problem liegt. Wenn die Autorin und der Vater ihres Kindes sich darüber einig sind, wie sie ihre Familie zu organisieren gedenken, dann ist doch alles prima. Und dann muss man sich ja auch nicht über ein paar Fragen echauffieren, die auf ein so genannt „traditionelleres“ Familienbild (was auch immer das heissen soll, die Regel war das vielleicht mal 20 Jahre lang Mitte des vergangenen Jahrhunderts) zurückschliessen lassen. Wenn das mittlerweile wirklich das grösste Problem bei der Familienplanung wäre (Konjunktiv, weil: Ist es nicht. Die Schweiz ist diesbezüglich ein Entwicklungsland), dann könnte man sich ja wirklich freuen.

    • Lina Peeterbach sagt:

      Nur weil es noch andere, vielleicht grössere Probleme gibt, darf man über das heute besprochene nicht reden? Dann dürfte man ja niemals über irgendetwas reden, da es immer noch anders / schlimmer sein könnte…

      • Mike sagt:

        Ja klar, das wollte ich damit auch nicht sagen. „Es gibt grössere Probleme“ ist ein ganz dummes Totschlagargument. Ich finde nur eher, dass das hier überhaupt kein Problem ist. Es stellen sich halt nicht alle ihr Leben gleich vor und manchmal äussert sich das in Fragen, die von etwas Unverständnis zeugen. Warum muss man sich darüber aufregen? Man könnte genausogut der Autorin unterstellen, es mangle ihr an Verständnis für das Weltbild derer, die ihr diese Frage stellen. Und dann können wir uns eine Woche lang zanken, wer jetzt hier die Bösen sind. Oder wir lassen einander einfach so leben, wie wir wollen, und sorgen lieber dafür, dass das auch wirklich für alle geht. Zum Beispiel mit bezahlbarer Kinderbetreuung. Oder richtigem Elternurlaub.

      • Röschu sagt:

        „Oder wir lassen einander einfach so leben, wie wir wollen, und sorgen lieber dafür, dass das auch wirklich für alle geht. Zum Beispiel mit bezahlbarer Kinderbetreuung. Oder richtigem Elternurlaub.“
        Zur freien Auswahl gehört doch aber immer auch, dass man die Konsequenzen seiner Entscheidungen tragen sollte. Ich sehe daher nicht ein, weshalb Individuen die aus ihren Entscheiden entstehenden Kosten auf die Allgemeinheit abwälzen sollten.

      • Mike sagt:

        Prima Argument, Röschu. Darum gibt es ja z.B. auch keine Krankenversicherung und wir bezahlen jeden Meter Strasse immer erst selber, bevor wir drauf fahren.

  • Lina Peeterbach sagt:

    Mein Mann und ich haben 3 Kinder. Er wurde noch nie nach der Geburt gefragt, wann er wieder zu wie viel Prozent arbeiten geht. Ich wurde dies jedes Mal gefragt, und mehr als nur ausnahmsweise erntete ich abwechselnd ungläubige oder mitleidige Blicke, wenn ich erklärt habe, nach den 14 Wochen Mutterschaftszeit wieder zu 80 % einzusteigen.
    Andererseits wird mein Mann gelobt und als moderner Superpapa angesehen, weil er „nur“ 80% arbeitet, während er von anderer Stelle als Weichei und „Frau“ bezeichnet wird.
    Fazit für uns: Man kann es sowieso nie allen recht machen. Muss man auch gar nicht. Unsere Familiensituation muss vor allem für uns stimmen. Man muss sich einfach Humor und eine dicke Haut zulegen…

    • Lina Peeterbach sagt:

      Und um all den Kommentaren vorzubeugen: Wir haben bewusst Kinder bekommen, und wir möchten Zeit mit ihnen verbringen. Unsere Kinder sind an 4 Tagen pro Woche zuhause, an 3 Tagen in der Kita. Trotzdem war es weder für meinen Mann noch für mich eine Option, für ca. 10 Jahre Kleinkindzeit alles beruflich Erreichte zu opfern, um dann die restlichen 20 Jahre Erwerbsleben auf dem Abstellgleis zu verbringen. Ich bin zwar Mutter und er Vater, aber dies bedeutet nicht, dass wir nicht auch noch eigenständige Menschen sind.
      Unsere beiden Mütter haben das „klassische“ Modell gelebt und bereuen es beide bitterlich. Nicht nur wurden sie mit 50 von ihren Männern verlassen, sondern sie hatten nach der Kinderzeit trotz guter Ausbildung keine Chance mehr auf dem Arbeitsmarkt.

      • Lina Peeterbach sagt:

        Damit möchte ich niemanden diskreditieren, der für sich ein anderes Modell lebt. Ich habe grössten Respekt vor Menschen, die über eine gewisse Zeit zu 100% Eltern sind und keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen – aber ich möchte auch für unsere Entscheidungen respektiert werden, und diesen Respekt spüre ich eben häufig nicht. Oft sind es tatsächlich auch die Mütter, die dieses Bild von der eigenen Unabkömmlichkeit zementieren.

        Schlussendlich ist es ein komplexes Thema, und auf die vielfältigen Lebensentwürfe gibt es nicht nur eine richtige Antwort. Und doch tendieren wir natürlich alle dazu, unser eigenes Modell ein bisschen besser als das andere zu finden – dabei wäre „Leben und Leben lassen“ ohne allzu viel Bewertung viel schöner 😉

    • Max Demian sagt:

      Super, wir machen das ähnlich, Frau Peeterbach, arbeiten beide 100% und ernten unter Schweizern herunterhängende Kiefer und meist politisch korrektes Konfliktvermeidungsverhalten … Mittlerweile finden wir es lustig. Sollen sie doch. Schade ist es dort, wo es Familie und gute Freunde sind.
      Wir sind beide in Zwischenzeit überzeugt, dass es sich dabei um ein kulturelles Phänomen handelt, hauptsächlich in germanisch und angelsächsisch geprägten Gehirnen. Die Lateiner, Skandinavier, Östler gehen damit sehr liberal um.
      Dass ihr Frauen unter diesem gesellschaftlichen Stigma nich stärker leidet als wir Männer ist leider ebenfalls Tatsache.
      Weiterhin eine dicke Haut und einen starken Rücken!

      • PhunkyMonkey sagt:

        Skandinavier sind in dem Sinne germanischer Abstammung…

      • Pia Müller sagt:

        Bei uns ist es gleich, beide arbeiten 100%. Wir haben drei Kinder. Ich erkläre mich grundsätzlich nicht. Wenn mich aber Leute dann fragen, wieso ich überhaupt Kinder hatte und Bemerkungen machen in die Richtung, was ich den armen Kleinen denn damit antue, nervt es trotzdem… Und ich muss sagen, ich verstehe wirklich nicht, wieso so viele Frauen in der Schweiz ihre Karriere einfach aufgeben, sobald sie ein Kind haben. Klar ist die Doppelbelastung sehr anstrengend und es kostet auch sehr viel, eine gute Betreuung für die Kinder zu organisieren. Aber bei gut ausgebildeten Leuten macht die Arbeit ja meist auch (ein bisschen) Spass, sie garantiert Abwechslung und eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit sowie Altersvorsorge. Wieso legen die CH-Mütter meist wenig Wert auf diese Dinge?

    • Röschu sagt:

      @Lina Peeterbach
      „Man kann es sowieso nie allen recht machen. Muss man auch gar nicht. Unsere Familiensituation muss vor allem für uns stimmen“
      Dem gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen.
      Nur schade, dass Sie dann selbst noch einen Rechtfertigungsbeitrag nachschieben.

      • Lina Peeterbach sagt:

        @Röschu, da haben Sie recht 🙂
        Irgendwo innerlich treibt es mich eben doch sehr um, dieses Thema, und daher habe ich das Bedürfnis mich zu erklären. Eben weil wir sehr oft mit Kritik umgehen müssen -und die Haut ist eben nicht immer so dick wie sie sein müsste… Mein Kopf ist überzeugt von meiner Aussage, aber mein Herz wünscht sich trotzdem Respekt und weniger Kritik. Da haben Sie mich voll erwischt!

  • Lina Peeterbach sagt:

    Mein Mann wurde vor kurzem von seinem Chef als „Frau“ bezeichnet, weil er sich an der Krankenbetreuung unseres gemeinsamen Kindes beteiligt hat.
    Ein solches Verhalten finde ich noch viel schlimmer als die gestellten Fragen nach der Kinderbetreuung oder dem reduzierten Pensum: Solange man sich über Väter lustig machen darf, die sich aktiv am Familienleben und der damit verbundenen Alltagsverantwortung beteiligen, liegt in Punkto Gleichberechtigung noch einiges im Argen. Und andererseits werden Männer mit Papatag über alle Massen als moderne Väter gelobt, während Frauen mit Mamatag (80% Arbeitspensum) als Rabenmütter angesehen werden. So viel zur Gleichberechtigung im 21. Jahrhundert in der Schweiz…

  • Hans Fehr sagt:

    Ich habe nach meiner Geburt bis zu meinem 16. Geburtstag gewartet und habe anschliessend eine Lehre begonnen.

    • Blog-Redaktion sagt:

      Interessant. Sie scheinen also schon vor Ihrer Geburt gearbeitet zu haben.
      („Gehst du nach der Geburt wieder arbeiten?“) / gb

  • Mary sagt:

    Ich kann die Autorin sehr gut verstehen!
    Aber wieso heisst dieser Blog „mamablog“?

    • Blog-Redaktion sagt:

      Wie soll er denn heissen?

    • Lisa sagt:

      Ich weiss nicht, wie lange es diesen Blog schon gibt, aber es sind schon einige Jahre, die ich mitlese. Und auch wenn der Name zu Anfang vielleicht noch stimmig war, so sollte er doch allmählich mal umbenannt werden. Elternblog oder Mama-Papa-Blog wäre da die einfachste und sinnvollste Lösung.

      • Martin Frey sagt:

        @Lisa
        Eigentlich stimmt das ja alles, und im umgekehrten Fall würden die Stimmen, die zwingend eine Umbenennung fordern, nicht abreissen. Andererseits ist der Mamablog ein überregionaler Brand, eine quasi etablierte Marke mit entsprechender Ausstrahlung. Persönlich habe ich auch als Mann keine Mühe damit, dies zu akzeptieren. Der Inhalt ist wichtig, nicht was drauf steht. Und genderbewegte Namensbekrittelungen waren sowieso noch nie mein Ding. 😉

      • Sportpapi sagt:

        Solange die kontroversen Themen immer aus Sicht einer Mutter geschrieben sind, und die männlichen Mitautoren sich ganz von Politik fernhalten, ist die Bezeichnung wohl schon noch passend.

      • Blog-Redaktion sagt:

        Danke für Ihre Antworten. Den Mamablog gibt es schon seit zehn Jahren, in der zweiten Aprilwoche werden wir seinen Geburtstag feiern und spezielle Postings veröffentlichen. Dabei werden wir auch die Frage nach dem Namen aufgreifen. Immer wieder werden wir gefragt, weshalb der Mamablog noch so heisst – und nicht etwa Elternblog. Wir sehen es ähnlich wie Martin Frey, mehr dazu aber wie erwähnt in zweieinhalb Wochen an dieser Stelle. Beste Grüsse, gb

      • Lisa sagt:

        @MF
        Das gendergerechte Schreiben muss ich zwar beruflich strikt einhalten, privat halte ich es eher mit dem generischen Maskulinum, bin da also auch eher entspannt. Dennoch: Auch überregionale oder „falsche“ Brands dürfen oder müssen mal korrigiert werden. Ist nicht einfach und mit hohem Aufwand verbunden. Aber man könnte garantiert eine grössere Zielgruppe (=Männer) erreichen, wovon dieser Blog nur profitieren würde.

      • Martin Frey sagt:

        @Lisa
        „Auch überregionale oder „falsche“ Brands dürfen oder müssen mal korrigiert werden. Ist nicht einfach und mit hohem Aufwand verbunden.“

        Da bin ich grundsätzlich schon einverstanden. Ich bin daher gespannt auf die von der Redaktion in Aussicht gestellten Verlautbarungen.

        „Aber man könnte garantiert eine grössere Zielgruppe (=Männer) erreichen, wovon dieser Blog nur profitieren würde.““

        Ich denke (um auch etwas den Ball von SP aufzunehmen), Männer könnte man v.a. dann mehr erreichen, wenn man mehr auf Ausgleich bei Themen, Perspektiven und Anliegen bedacht wäre. Völlig unabhängig vom Titel, ich glaube, die meisten Männer stehen da eher drüber. Wie gesagt, der Inhalt ist wichtig, nicht das Label. Und das Label ist an sich schon ein gutes. 🙂

  • Jan sagt:

    Ein Luxusproblem, welches man hat, wenn man es sich leisten kann. Wenn die Zeiten wieder mal schwieriger werden, dann wird es wieder darum gehen, dass jeder (generisches Maskulin, ist nicht auf das Geschlecht bezogen) an seinem Ort steht und seine Aufgaben erfüllt. Und da kann ja schon aus biologischen Gründen kein Zweifel an der Aufgabe der Frau bestehen.

    • Martin Frey sagt:

      @Jan
      Und welches sind die aus biologischen Gründen bestehenden Aufgaben der Frau, die zum Tragen kommen, wenn die Zeiten schwieriger werden?

    • Mina sagt:

      Ein geberisches Maskulin ist genau so überholt.

    • Wasserratte sagt:

      Ernsthaft? Was sollen denn die biologisch begründeten Aufgaben einer Frau sein, die ein Mann nicht genausogut erledigen könnte?

    • Mike sagt:

      Ein Luxusproblem ist das wohl eher insofern, dass sich in „schwierigeren Zeiten“ die Frage gar nicht erst stellt, ob es sich ein Elternteil leisten kann, nur teilweise oder gar nicht zu arbeiten. Mal ganz abgesehen davon, dass das für viele Familien heute schon die Realität ist.

    • Lina Peeterbach sagt:

      Die Bürde / Freude der Schwangerschaft liegt bei der Frau, ja. (Zumindest momentan noch…). Aber danach sehe ich keine biologische Notwendigkeit mehr. Man kann ein Baby mit Flaschenmilch oder mit abgepumpter Milch wunderbar ernähren, und die Fähigkeit zu liebevoller Betreuung liegt meines Wissens nach nicht exklusiv in der weiblichen Biologie?!

  • Sonusfaber sagt:

    So genannte emanzipierte Frauen (wie Frau Goricanec) setzen sich (zu Recht) dafür ein, dass Frauen selbstbestimmt leben (dürfen, können, wollen usw.), und doch macht es sie „rasend“, entscheidet sich eine andere Frau für eine Lebensweise, die nicht ihren eigenen Vorstellungen entspricht. Daher, Frau Goricanec: Mit der Selbstbestimmung nehmen Sie es offensichtlich nicht so genau. Ich persönlich finde es höchst anmassend Ihrerseits, dass Sie rasend werden, weil eine ihr bekannte Frau Entscheidungen trifft, die Sie nicht treffen würden, denn dadurch setzen Sie diese andere Frau unter Druck, Sie werten sie geradezu ab …

    • Wasserratte sagt:

      Nicht die Entscheidung anderer Frauen macht sie rasend, sondern Aussagen im Sinne von „Mein Mann ist heute Babysitter“. Denn das degradiert den Vater zu einem „Hilfsarbeiter“. Bitte genauer lesen…

  • Lisa sagt:

    Die Frage «Gehst du nach der Geburt wieder arbeiten» finde ich noch harmlos und habe sie sicher auch schon jungen Frauen gestellt, als Gesprächseinstieg. Bei allem weiteren frage ich mich aber auch, wo die Entwicklung in (manchen) Köpfen geblieben ist. Auch wenn das klassische Familienmodell am verbreitesten ist, so hat hat doch wirklich jeder und jede mitbekommen, dass es heutzutage unzählige verschiedene Modelle gibt. Aber manchmal habe ich den Eindruck, dass es die Mütter selbst sind, die den Schalter im Kopf nicht umlegen. Denn Sätze wie „er wechselt sogar Windeln“ habe ich schon des Öfteren gehört. Na hoffentlich tut er das. Und hoffentlich erwartet er keinen Preis dafür. Väter müssen (und wollen) als Väter ernst genommen werden.

    • Martin Frey sagt:

      @Lisa
      „Die Frage «Gehst du nach der Geburt wieder arbeiten» finde ich noch harmlos und habe sie sicher auch schon jungen Frauen gestellt, als Gesprächseinstieg.“
      Sehe ich ähnlich. Analog der für gewisse Leute ebenfalls mittlerweile toxischen Frage „woher kommst Du/stammen Deine Eltern“ ist nicht jede Frage per se böse oder gar abwertend gemeint, sondern primär (zumindest wenn man selber vom Guten im Menschen ausgeht) Ausdruck eines gewissen Interesses. Aber wenn man durchs Leben geht und Gründe sucht, den eigenen Betupftheitskult zu bedienen, dann klar.
      Auf einer anderen Ebene liegen die Bilder in den Köpfen. Und wir haben hier ja schon oft diskutiert, ob diese legitim sind oder nicht, und woran das liegt, dass sie nicht totzukriegen sind. Und ob wir das überhaupt sollen/wollen.

      • 13 sagt:

        @ MF
        OT, aber da Du es aufgebracht hast:
        „Analog der für gewisse Leute ebenfalls mittlerweile toxischen Frage „woher kommst Du/stammen Deine Eltern“ ist nicht jede Frage per se böse oder gar abwertend gemeint, sondern primär (zumindest wenn man selber vom Guten im Menschen ausgeht) Ausdruck eines gewissen Interesses.“
        Bei allem Respekt, ich glaube nicht, dass Du Dir anmassen solltest, darüber zu urteilen wie Adressaten dieser Frage sich zu fühlen haben. Ich antworte auf diese Frage aus guten Gründen und aus Erfahrung mit: „Ich bin Bernerin“ und wenn das jemandem nicht ausreicht, dann schlicht, um zu schubladisieren. Wie kommt man überhaupt darauf, dass man mit schwarzer Hautfarbe oder -ic-Namen nicht Schweizer sein kann? Mit nett gemeintem Interesse hat das wenig zu tun.

      • Lina Peeterbach sagt:

        @MF
        Ich glaube schon, dass wir diese Bilder verändern sollten. Nicht zugunsten einer neuen Norm, von der man dann wieder abweichen muss / kann / darf – oder auch nicht. Sondern im Sinne einer Vielzahl von Möglichkeiten, die gleichberechtigt nebeneinander stehen. Ich weiss, dass dieser Idealzustand wohl nicht zu erreichen ist, aber das ändert nichts daran, dass wir meiner Meinung nach danach streben sollten. Ehrliches, offenes, wertfreies Interesse aneinander und den verschiedenen Lebensmodellen – ohne sofortige Schubladisierung und Bewertung. Schlussendlich haben ja die meisten Paare durchaus Gründe, dass sie sich für ein bestimmtes Modell entscheiden. Das ist für mich Gleichberechtigung.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Ich weiss, es ist OT, aber das sehe ich wirklich etwas anders. Die Sicht auf diese Thematik ist nicht selten ideologisch, teils psychologisch aufgeladen. Aber auch solche Fragen kann man aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Und es gibt nun mal Leute, die quasi gemeinschaftliche „Empörungsrituale“ zur Abgrenzung, nicht selten im Rahmen einer eigenen Identitätsfindung, brauchen. Sowieso heute, wo die eigene Befindlichkeit über allem steht und man sich noch so gerne in die eigene Blase zurückzieht.
        Es ist wie bei vielen Dingen im Leben: wie laufen wir durchs Leben, wie offen sind wir wirklich, wie tolerant auch gegenüber „Fehltritten“? Wo Menschen aufeinander treffen, da „menschelt“ es. Toleranz aber definiert sich über den Umgang mit anderen, nicht mit Gleichgesinnten.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „… ich glaube nicht, dass Du Dir anmassen solltest, darüber zu urteilen wie Adressaten dieser Frage sich zu fühlen haben.“
        Das masse ich mir auch nicht an. Trotzdem erlaube ich mir Beobachtungen, sowie manchmal auch ein Urteil.
        Das eine sind die Wahrnehmungen der Leute, das ist ihnen unbenommen, und zwar durchwegs. Das andere das, was sie daraus machen. Und hier haben andere Leute durchaus ein Mitspracherecht.
        Wenn militante Aktivisten sich zb dazu versteigen, zu behaupten, es gäbe definitionsgemäss keinen farbigen Rassismus sondern nur welchen durch weisse Männer, dann ist das so ein Fall. Das hat aber nichts damit zu tun, die alltägliche Wahrnehmung von Rassismus dieser Leute in ihrer ureigenen Haut nicht zu akzeptieren. Das ist ihre Wahrnehmung, und als solche richtig.

      • Martin Frey sagt:

        @Peeterbach
        Ich bin grundsätzlich völlig mit Ihnen einverstanden. Nur muss man einfach konstatieren (wie Sie ja auch), dass die meisten Paare ihre ureigensten Gründe dafür haben, sich für ein Modell unter hunderten zu entscheiden und das dann auch zu leben. Welches Modell das ist, darüber sollten wir nicht unbedingt werten. Dass die (wie im Text) erwähnten Nachfragen nerven können, verstehe ich im Prinzip. Aber auch da wäre etwas Goodwill gegenüber den Fragenden wünschenswert. Nicht jede Frage ist eine Zumutung. Mühsam, und eine Zumutung, wird es erst ab dem Zeitpunkt, an dem jemand perseveriert, oder eine Wertung mitschwingt.
        Aber das ist nur meine Privatmeinung dazu. Das kann man anders sehen.

      • Lisa sagt:

        @13 Warum gehst du davon aus, dass man schubladisieren möchte im Sinne, ob jemand Schweizer ist oder nicht? Ich habe schon häufig Personen gefragt, woher sie kommen. Gut, meistens frage ich eher „woher kommt dein Name“ oder „woher stammen deine Vorfahren“. Mich interessiert das tatsächlich und die Menschen, die ich frage, antworten auch gerne darauf, und ich lerne so einiges über andere Kulturen. Zumindest mir ist es aber völlig wurscht, welchen Pass jemand hat. Man kann in eine Frage auch zuviel hinein interpretieren 😉

      • Sportpapi sagt:

        Lina: Allerdings wird ehrliches Interesse hier gerne als unangemessen, klischeebehaftet oder abwertend aufgenommen. Ein wahrer Eiertanz!
        Oder wie 13 schreibt: „Ich glaube nicht, dass Du Dir anmassen solltest, darüber zu urteilen wie Adressaten dieser Frage sich zu fühlen haben.“ Und schon wird aus manchem erst gemeintem Interesse quasi ein persönlicher Angriff, wenn man entsprechend empfindlich ist.

      • 13 sagt:

        @ Martin
        Du erlaubst Dir ein Urteil, welches jedoch naturgemäss auf Deinen persönlichen Erfahrungen beruht. Das ist legitim und bei jedem anderen auch der Fall. Nur bedeutet das eben auch, dass Du sehr wahrscheinlich keine persönlichen Erfahrungen mit Alltagsrassismus gemacht hast. Dein Urteil beruht damit strenggenommen auf der Absenz von entsprechenden Erfahrungen. Wie aber kannst Du dann darüber urteilen, wie Menschen mit diesen Erfahrungen auf diese Erfahrungen/Frage zu reagieren haben?

        @ Lisa
        Was lernen Sie denn über die Kulturen oder Menschen, wenn Sie wissen, woher Ihr Gesprächspartner kommt? Weder wird er das Klischee dieser Kultur verkörpern, noch werden Sie durch das Kennenlernen dieses Menschen etwas über die anderen Menschen dieser Kultur lernen. Das sind Schubladen!

      • 13 sagt:

        Bevor aber es hier wie üblich darum geht, dass Menschen mit Rassismuserfahrungen, Menschen, die sehr wahrscheinlich keine gemacht haben (soviel ich hier aus MB weiss, falls ich falsch liege, bitte ich um Verzeihung) erklären, warum Alltagsrassismus nicht einfach „nicht so schlimm“ oder „wohlwollen gemeint“ ist und es nicht darum geht, „einfach nicht so empfindlich“ oder „nicht dauerempört zu sein“, empfehle ich das Video zu exit racism . Oder ganz kurz bei FB das Video „Vorurteile umgekehrt“ von Bremen NEXT suchen. Das zeigt sehr eindrücklich, worum es geht und warum manche Dinge, die harmlos klingen, es letztlich eben nicht sind.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „Bevor aber es hier wie üblich darum geht, dass Menschen mit Rassismuserfahrungen, Menschen, die sehr wahrscheinlich keine gemacht haben (soviel ich hier aus MB weiss, falls ich falsch liege, bitte ich um Verzeihung) erklären, warum Alltagsrassismus nicht einfach „nicht so schlimm“ oder „wohlwollen gemeint“ ist…“
        Das empfinde ich jetzt nicht ganz als fair. Erstens stimmt das nicht, und zweitens muss man nicht zwingend persönliche Erfahrungen mit etwas machen um sich ein Urteil zu bilden.
        „Dein Urteil beruht damit strenggenommen auf der Absenz von entsprechenden Erfahrungen.“
        Du meinst also, angesichts der Tatsache, dass ich selber noch nie Heroin konsumiert habe, kann ich Heroinkonsum nicht beurteilen. Und darf mir gefälligst auch keine Aussagen zu Heroinkonsum erlauben? 🙂

      • Lala sagt:

        „Woher kommst du?“ ist kein Altatgsrassismus, dass ist handelsüblicher Smalltalk der beim kennen lernen so gut wie immer fällt. Mir wurden auch schon 1-2 mal ganze Migrationsgeschichten erzählt obwohl ich nur wissen wollte wo die Person wohnt ;).

        Wenn aber dann nachgehakt wird à la: „Woher kommst du wirklich?“ u.s.w.. Kann ich verstehen, dass einem sowas nervt.

        Ansonsten gilt halt wie immer: Der Ton macht die Musik.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Und es geht noch weiter: Heroinkonsumenten sind dann auch gleich die alleinigen Experten dieser Problematik…
        Betroffenheit und Befangenheit sind nicht immer nur unproblematisch.
        Ausserdem: Bin ich eigentlich auch betroffen, wenn ich immer wieder nach meiner (südländischen) Herkunft befragt wurde. Obwohl ich doch Wurzeln über mehrere Generationen in der Schweiz habe…?

    • Lisa sagt:

      @13
      Das Video exit.rasism kenne ich nicht, werde ich mir heute abend in aller Ruhe anschauen. Das andere Video von Bremen kannte ich, und genau das sind Fragen, die ich umgekehrt nie stelle, aber auch schon erlebt habe. Was du nicht weisst und nicht wissen konntest: Ich werde selbst mit ähnlichen Fragen konfrontiert („ihr in eurem Land macht das doch so und so“) und kenne daher die Vorurteile nur zu gut. Aber offensichtlich gehe ich damit anders um als du. Mein Weg ist das direkte und persönliche Gespräch über alles was anders ist. Im Kleinen konnte ich da schon manches Vorurteil aus dem Weg räumen.

      • 13 sagt:

        @ Lisa
        Danke für die Antwort, genau darum schrieb ich, dass ich mich entschuldige, falls ich falsch liege. Es ist ja nicht so, dass ich den Menschen jedes Mal an die Gurgel gehe. Je nach Lust und Laune antworte ich so oder so. Ich habe einen Migrationshintergrund. Durch mein akzentfreies Schweizerdeutsch, die helle Hautfarbe und einem neutralen Vornamen merkt man diesen nicht sofort. Der Nachname wird oft meinem Mann zugeschrieben. Und ich muss zugeben, ich verstecke mich einfach oftmals sehr gerne dahinter. Einfach nur, weil ich die Wahl haben will, worüber ich mit wem spreche. Wie jeder andere auch. Nicht, weil ich ein Problem mit meiner Herkunft habe. Und auch nicht, weil ich Angst vor Anfeindungen hätte. Darum geht es meistens gar nicht.

  • Matthias Meier sagt:

    Solche Aussagen machen auch mich rasend. Genauso wenn die Nachbarin automatisch meine Frau angespricht, wenn es um den Waschtag geht (ich wasche), wenn meine Mutter meine Frau fragt, was „sie für morgen fürs Mittagessen vorgesehen hat“ (ich koche öfters als meine Frau, und meine Mutter sollte das wissen…) etc. Ich habe zwar mit meinem Kind einen „Papatag“ – aber Mama hat dann eben auch zwei „Mamatage“ (jep, die eigentlich gewünschte 60/60 Aufteilung liess sich leider nicht realisieren, aber im Moment stimmts so für uns). Bisher hat mir allerdings noch niemand (zu seinem Glück…) unterstellt, ich würde meine Kinder „babysitten“ an dem Abend, an dem meine Frau weg ist… mit anderen Worten – Danke!

    • Lisa sagt:

      Ein Arbeitskollege lebt ein ähnliches Modell. Was ihn zusätzlich noch rasend macht: Wenn er extra dafür gelobt wird, dass er die Wäsche nicht verfärbt, dass er „was gesundes“ gekocht oder dass die Kinder nach dem „Papitag“ wohlauf sind. Aussagen von seinen Eltern, Schwiegereltern und Geschwistern. Er und seine Frau versuchen jetzt folgendes: Sobald eine solche Aussage kommt, schenkt ihm seine Frau ein Fleissbildchen, das er in ein Album einklebt und den Eltern (usw.) ganz stolz zeigt. Mal sehen, ob denen dann mal ein Licht aufgeht 😉

      • Lina Peeterbach sagt:

        :)))) Super! Das sollten wir auch machen…
        Meine Mutter findet es auch ganz toll, dass mein Mann „mir so viel hilft“. No further comment…

  • Tasch sagt:

    Wir leben auch ein Teilzeitmodel und sind sehr glücklich damit.
    Wir teilen auch die Krankentage unter uns auf, was ehrlich gesagt noch für viel mehr Kopfschütteln sorgt, als die Tatsache, dass ich arbeite und mein Mann seine Karriere doch tatsächlich für Teilzeit aktuell auf Eis legt.

    Als ich letzte Woche arbeiten war, während mein Mann sich am KITA-TAG zuhause um die Kleine mit Magendarm kümmerte, wurde ich das erste Mal beinahe angefeindet. Sprüche wie „Die arme Kleine alleine zuhause… Krank!!!“ „Kind krank? Wie kannst du da Arbeiten??“ „Ach… und DER kann das??“ „Und wenn was passiert??“

    Ich muss zugeben, dass ich eine Woche später immer noch sprachlos und perplex bin. Ein Beweis, dass es solch Beiträge immer noch braucht und die Diskussion noch nicht fertig ist.

    • Lisa sagt:

      Jetzt würd mich noch interessieren, von wem diese (saublöden) Sprüche kamen. Meine Vermutung: Von Frauen, die selbst Mütter sind?

      • Tasch sagt:

        Auch, aber nicht nur. 😉
        Der blödeste Kommentar kam von einem jüngeren Mitarbeiter, selbst Vater von zwei Kleinkindern, der meinte, kranke Kinder seien doch Frauensache und auf die Rückfrage, ob er den Kinderarzt seiner Kinder den kennen würde, völlig verständnislos den Kopf schüttelte….

        Na ja, traurig aber leider auch wahr: auch mein Chef in einer Firma mit doch über 150 Mitarbeiter war positiv überrascht, dass ich zur Arbeit auftauchte. Anscheinend „das erste Mal“, dass auch die Krankheitstage nicht nur auf den Arbeitgeber der Frau abgewälzt werden….

  • Sportpapi sagt:

    „Seither sind 27 Jahre vergangen und das traditionelle Familienmodell haftet noch immer in den Köpfen.“
    Das haftet nicht nur in den Köpfen, das wird auch grösstenteils noch so gelebt. Und gilt deshalb als Normalfall.
    Statt der immergleichen Empörung über Bekannte, die vermeintlich „falsche“ Fragen stellen, wäre es sicherlich spannender gewesen, das eigene Modell, das doch offenbar 3-4 Jahre erprobt ist, vorzustellen. Ausserdem frage ich mich weiterhin, warum eigentlich dieses 50:50-Modell, das kam jemand lebt, ständig als Ideal hingestellt wird. Und letztlich auch, warum eigentlich so viele Frauen sich beklagen, dass ihre Männer sich zu wenig im Haushalt beteiligen. Sie aber selber kaum je bereit wären, substantiell mehr zu arbeiten ausser Haus. Wofür hat man schliesslich Kinder…

    • maike sagt:

      Hui da fühlt sich aber einer in seinem Mannesstolz angegriffen ! In welchem Umfeld bewegen Sie sich wohl, das Sie uns glauben machen wollen, das es so viele Frauen gibt, die zwar arbeiten gehen könnten, aber lieber zu Hause auf der faulen Haut mit dem bisschen Kinderservice liegen bleiben ?
      Hat man Ihnen etwa eine Frau auf einem höheren Posten vorgezogen, der eigentlich für Sie bestimmt war ? Aber sicher werden es nur gesicherte Erfahungswerte sein, die sie hier kund tun…

      • Sportpapi sagt:

        @Maike; Was hat ihre Polemik mit meinen Aussagen zu tun?
        Mannesstolz worauf?
        Wie kommen Sie auf die (leider verbreitete) Idee, zu Hause wäre mit 2-3 Kindern nichts zu tun und man könne auf der faulen Haut liegen?
        Ihre letzten Abschnitt verstehe ich gerade gar nicht. Sie haben recht, ich habe und hatte immer wieder Chefinnen. Jede absolut verdient an diesem Platz, und jede hat die Prioritäten entsprechend gesetzt.
        Also: Wenn Sie wirklich etwas zu sagen haben/hätten, beteiligen Sie sich doch an der Diskussion.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Das verstehe ich jetzt nicht:
        Das Modell, dass Du hier als Normalfall verteidigst, löst bei Dir gleichzeitig Kopfschütteln aus? Andererseits kritisierst Du, dass das 50-50-Modell (das muss ja nicht heissen, dass jeder 50% arbeitet, sondern dass beide gleichviel arbeiten) als Ideal dargestellt wird, kannst es aber nicht nachvollziehen, warum es nicht tun?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wenn ich ein Modell als Normalfall bezeichne, verteidige ich es keineswegs. Der Idealfall ist, dass das Paar sich auf ein passendes Modell einigt. Dazu wäre es schön, wenn sie einigermassen gleich viel verdienen würden. Das ist in den genannten Beispielen eben nicht der Fall.
        Ausserdem beginnt mein Kopfschütteln eigentlich erst, wenn über (zu) wenig Geld und Stress berichtet wird…

      • Sonusfaber sagt:

        @ Maike – Ich zitiere: “ … auf der faulen Haut …“. Frage: Warum „auf der faulen Haut“? Meine Frau etwa hat immer mehr gearbeitet (und verdient) als ich, ich selber habe mich nie anfreunden können mit der Arbeitswelt, ich fürchte mich davor, daher meine Entscheidung, auch weil ich vermögend bin, nur in Teilzeit zu arbeiten (und den Haushalt zu versorgen). Faul bin ich aber trotzdem nicht – ganz im Gegenteil! Aber Sie, das muss man ja annehmen, halten jemand, der lieber zu Hause bleibt, für ein Faultier. Schön, wirklich schön …

  • 13 sagt:

    „Dass wir das Kind zusammen geplant und gezeugt hatten, schien für andere nicht von Bedeutung. Mit der Zeit konterte ich nur noch mit: «Würdest du das meinen Mann auch fragen?» Damit eckte ich oft an und erntete Kopfschütteln für meine Haltung.“
    Herzlich willkommen im Club. Es ist teilweise sehr fragwürdig, welche Bilder noch in vielen Köpfen umherschwirren. Ich ernte auch oft umgekehrt Kopfschütteln, wenn ich beide frage: „Wie macht ihr es mit Beruf und Familie?“ oder „Reduziert jemand von Euch?“ oder eben auch Männer nach der Betreuung frage.
    Und wenn Sie es anschliessend wirklich anders machen, als das, was als normal betrachtet wird, kommen neue extrem blöde Fragen und weiteres Kopfschütteln. Wie bei Ihrem Vater. Man gewöhnt sich daran.

    • Sportpapi sagt:

      @13: Das mit dem Kopfschütteln kann ich kaum glauben.
      Ich schüttle ja jeweils eher den Kopf, wenn die Mutter eigentlich sehr viel mehr Geld verdienen würde, trotzdem aber selbstverständlich (und aus eigenem Antrieb) mehrheitlich zu Hause bleibt.

      • 13 sagt:

        Dann glaubst Du es eben nicht. Ich wüsste zwar nicht, warum ich mir das einfach ausdenken sollte, aber wenn Du den Kopf über andere Frauen schüttelst, dann kann ja meine Aussage logischer nicht wahr sein…
        Eine Frage hätte ich aber noch: Schüttelst Du dann auch den Kopf über Männer, die darauf bestehen 100% zu arbeiten, obwohl ihre Frau sehr viel mehr Geld verdienen würde?

      • Sportpapi sagt:

        „Schüttelst Du dann auch den Kopf über Männer, die darauf bestehen 100% zu arbeiten, obwohl ihre Frau sehr viel mehr Geld verdienen würde?“
        Klar. Ich schüttle den Kopf über solche Paare, die für das gleiche Einkommen viel mehr Arbeitszeit investieren müssen udn viel mehr Stress haben. Aber letztlich wollen das meist beide so.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Und warum schreibst Du das dann nicht so? Warum geht es bei Deiner Kritik immer nur um Frauen? Und siehst Du gerade damit nicht, was die Autorin sagen will und was sie ärgert?

        „Aber letztlich wollen das meist beide so.“
        Hopla. Ein Meinungsumschwung? Oder wieder ein Troll als Doppelgänger?
        Wenn es aber beide wollen, dann ist das vielleicht auch so, dass auch andere Kriterien einbezogen werden als nur das Einkommen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Und warum schreibst Du das dann nicht so?“ Ich habe vielleicht nicht ganz präzis, aber sicherlich nicht falsch geschrieben. Die Frage ist eher, warum du das so interpretierst? Aber ja, es hat ja auch einen wahren Kern. Denn in den genannten mir bekannten Fällen wäre es den Vätern auch recht, wenn beide Elternteile Vollzeit arbeiten würden, und die Kinder mehrheitlich fremdbetreut würden. Ist ja auch eine Option…
        So oder so: Auch wenn ich überzeugt bin, dass die Frauen in der Regel eher die Entscheidungsfreiheit über ihr Erwerbspensum habe, so ist das letztlich doch einvernehmlich. Nie habe ich das anders formuliert, und folglich auch kein Meinungsumschwung.

      • 13 sagt:

        Na ja, ich traue Dir eine gewisse Intelligenz zu und gehe darum nicht davon aus, dass das Zufall war…
        Und diese von Dir genannten Fälle, wo die Väter offenbar dafür sind, dass beide Vollzeit arbeiten (und ihren Teil auch einfach durchstieren und nicht etwas reduzieren): Diese Väter sind dann dazu bereit, zu Hause zu bleiben, wenn die Kinder krank sind? Und Schulferien irgendwie abzudecken, wie auch immer? Und abends um 20.00 Uhr Wäsche zu waschen? Und sich freinehmen, wenn ein Schulanlass ist? Und dem Kind erklären, warum es nicht an den Kindergeburtstag gehen kann, da es dann im Hort ist? Ich kenne ein paar Paare, wo beide Vollzeit arbeiten, nur könnte ich bei keinem! dieser Männer diese Fragen mit ja beantworten….

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich habe nicht gesagt, diese Väter sind dafür, dass beide Vollzeit arbeiten. Aber sie können damit leben. Und natürlich hat das dann die erwähnten Konsequenzen. Wobei in allen mir bekannten Fällen jeweils eine Kinderbetreuung ins Haus geholt wurde.
        Und von wegen „durchstieren“. Wenn Mütter darauf beharren, nach Geburt nur noch (tiefe) Teilzeit zu arbeiten, nennst du das jeweils nicht so…

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Tue ich auch hier nicht. Ich gehe immer davon aus, dass das ein gemeinsamer Entscheid ist und dass niemand es einfach durchsetzt. Nur, wer es einseitig so bezeichnet, wie Du es gerne tust, der muss es auch andererseits so anerkennen. Darum die Klammerbemerkung.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Du hast die spezielle Art, mich gerne für deine wilden Interpretationen verantwortlich zu machen. Während du zwar gegen Vorurteile ankämpfst, aber doch ständig anführst, wie Männer etwas „durchstieren“, wie sie sich vor Verantwortung drücken, gerade wenn es um Haushalts- und Betreuungspflichten geht, usw.
        Während die Frauen gar nicht anders können, als alles zu tragen, was da an ihnen „hängen bleibt“.

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