Wenn Sorgen den Schlaf rauben

Grübeln statt schlafen: Jede vierte Frau leidet an Schlafproblemen. (Foto: iStock)

Letzte Nacht war ein Albtraum. Wieder lag ich wach, wälzte Gedanken, Fragen und Sorgen. Ob mein Sohn auch wirklich gut aufpassen würde als Fan bei diesem Fussballspiel? Wie hoch wohl die Zahnarztrechnung ausfallen würde? War ich einer Kollegin gegenüber taktlos gewesen? Und die Wäsche, ich hatte sie vergessen aufzuhängen. Die zwei wichtigen Mails hatte ich nicht verschickt, zudem wollte ich mich doch bei meiner krebskranken Bekannten melden.

Ich stehe auf, um mir ein paar Gedanken zu notieren. Es ist nach zwei Uhr, ich bin hellwach. Bis drei, vier werde ich nicht einschlafen können, wie oft in solchen Nächten. Um gedanklich ruhiger zu werden, beginne ich zu lesen. Mein Liebster schläft neben mir. Wenigstens weiss ich, was ich im Mamablog thematisieren werde: Schlafprobleme von Müttern.

Nächtliches Gedankenkarussell

So wie mir geht es unzähligen anderen auch. Viele Freundinnen und Bekannte erzählen mir von diesen dunklen Stunden nachts, in denen sie wach liegen und ihre Gedanken um Probleme kreisen. Die Kinder, die Schule, der Job, die Beziehung, ihre kranken Eltern, das Geld: Der Alltag lässt jede vierte Frau nachts nicht richtig zur Ruhe kommen. Studien haben ergeben, dass Frauen doppelt so häufig an Schlafstörungen leiden wie Männer.

Dabei konnte mich früher nachts kaum etwas wecken. Seit sechzehn Jahren ist es anders. Als Mutter begannen die zerstückelten Nächte mit Stillen, Fläschchen geben, Beruhigen und Behandeln des häufig kranken Kindes. Ein Säugling macht aus dem Tag-Nacht-Rhythmus ein Durcheinander, kleine Kinder sind die Schlafräuber Nummer eins. Dazu die Streitereien mit meinem Ex-Partner, Verunsicherungen im Job und Existenzängste. Ich habe viele Nächte wach gelegen, damals. Beim Aufstehen waren die Gedanken gottlob weniger düster, als sie es Stunden zuvor gewesen waren.

Solche Nächte sind seltener geworden und die Sorgen weniger drückend. Ich weiss zudem besser damit umzugehen. Ich kenne Entspannungstechniken wie Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung, die ich hie und da anwende. Am meisten aber hilft mir das Wissen, dass sich der Körper in den betreffenden Stunden in einem Stimmungstief befindet. Das hat möglicherweise mit einer erhöhten Ausschüttung des Hormons Melatonin zu tun.

Unsere biologische Geisterstunde

Das Stimmungstief fühlt sich wie eine kleine Depression an und hat mit unserer inneren Uhr zu tun. Nach vier Stunden Schlaf besteht die Tendenz, das erste Mal richtig aufzuwachen. Geht man zwischen 22 und 23 Uhr ins Bett, ist ein Aufwachen zwischen zwei und drei wahrscheinlich. Um diese Zeit ist der Mensch am Tiefpunkt angelangt, seelisch und körperlich. Die Körpertemperatur ist zu dieser Uhrzeit am tiefsten, zugleich schüttet der Körper das Hormon Cortisol aus, das weiteren Tiefschlaf verhindert. Auch die Psyche ist äusserst labil. Plötzlich wiegen die Probleme schwerer, bohren die Zweifel tiefer. «Um etwa drei Uhr haben wir unsere biologische Geisterstunde», erklärt der Schlafforscher Jürgen Zulley im Buch «Die innere Uhr».

Nächtliches Aufwachen und negative Gedanken gehören also quasi dazu. Das zu wissen, entspannt. Die Sorgen scheinen mit einem Mal nur halb so schwer. Dies lässt einen gelassener wach bleiben und darauf vertrauen, dass alles gut kommt.

Wie gehen Sie mit Schlafproblemen um?

Weitere interessante Postings zum Thema:

52 Kommentare zu «Wenn Sorgen den Schlaf rauben»

  • Andrea sagt:

    Das kenne ich . Was mir hilft sind die Sleep Stories (div. App im Play Store…). Die vielfältigen Geschichten beginnen ganz normal. Mit der Zeit wird die Stimme immer langsamer und tiefer und man schläft meist ganz einfach wieder ein. Beginne ich jeweils eine Story, glaub ich nicht, dass ich einschlafen werde… Am nächsten Morgen muss ich dann feststellen, dass es doch geklappt hat ;-).

  • Sam Fuller sagt:

    Aber dieses Bild: eine geschminkte Frau liegt im Bett. Da wird ein gängiges Klischee bedient und und zwar dass Frauen immer wie aus dem Ei gepellt auszusehen hätten.

  • Doris sagt:

    Menschen mit einer Hypersensibilität leiden an Reizüberempfänglichkeit und ungenügender Reizverarbeitung. Abstellen ist schwierig, mentales Training hilft ein wenig. Sind die Sorgen zu gross und keine Lösung in Sicht, kreist es nachts unentwegt. Aufstehen, lesen, aus dem Fenster schauen in die dunkle Nacht in der vermeintlichen Gewissheit, bei allen andern ist es dunkel, alle schlafen wohl. Dass hinter manchem dunklen Fenster ein weiterer Mensche, schlaflos wie man selbst, steht und das gleiche denkt, beruhigt mich manchmal. Willkommen in der Gilde der Nichtschläfer, was sind wir für ein seltsames Völkchen.

  • Leila sagt:

    Ich habe vor einigen Jahren eine Online-Schlafberatung/Therapie der Schlafklinik Luzern gemacht. Mir hat diese sehr geholfen! Die Schlafprobleme kamen wie oben geschildert – mit viel Aufwachen wegen weinender Kinder, Sorgen um div. Alltagsdinge, familiäre Belastungen etc. Ich habe auch heute ab und an noch eine schlechte Nacht, aber kein Vergleich zu vorher.

  • Ruthli sagt:

    Ich habe angefangen Hörbuch zu hören. Eierlikörtage und Tanztee von Hendrik Groen und vorgelesen von Felix von Manteuffel. Ich kenne die zwei Bücher auswendig, daher kann ich einfach auf die Stimme hören. Mir hilft es sehr, weil die Sorgen und die sich kreisenden Gedanken keine Chance haben. Davor war ich oft stundenlang wach, hab mir den Kiefer praktisch selber gequetscht weil ich so auf die Zähne biss bei all den Sorgen etc. Jetzt schlafe ich mehr und besser.

  • Valerie Sanmann sagt:

    Die soll sich erst mal abschminken und den Kopf waschen und dann eventuell noch die Haare aus der Zerrfrisur befreien; alle mobilen und stationären Telekommunikationsgeräte und alle sonstigen elektronischen Spielzeuge ausschalten, Batterien und Akkus entfernen, das Fenster öffnen und schlussendlich doch noch das Licht löschen.
    Gute Nacht.

  • Barbarossa sagt:

    Ich sage meinen Sorgen beim ins Bett gehen, dass sie sich dort in die Ecke stellen sollen und warten, weil ich jetzt schlafen will; und morgen dürfen sie wieder aufsteigen. Normalerweise funktioniert das gut.

  • tststs sagt:

    Und jetzt noch ein wenig Galgenhumor: Nobody remembers the nights you got plenty of sleep 😉

  • tststs sagt:

    Möchte hier nur kurz einwerfen, dass Einschlafprobleme und (Durch)Schlafprobleme zwei verschiedene Paar Schuhe sind.

  • 13 sagt:

    Als Betroffene und das seit Jahren danke ich Ihnen von Herzen für den Beitrag. Dieser tat gut. Ich bin auch durchaus davon überzeugt, dass es mehr Mütter als Väter betrifft, schliesslich sind sie es, die in den meisten Familien den mental/emotional load mehrheitlich tragen. Was nicht heisst, dass es immer so ist oder dann Männer nachts nie grübeln.
    Wer wirklich denkt, dass es mit ein bisschen positiven Gedanken getan ist, hat keine Schlafprobleme. Wer wirklich betroffen ist, dem hilft nicht ein „tu halt einfach die Augen zu“ und „du musst daran glauben“. Der lebt damit, solange es geht, oder lässt sich professionell helfen. Nur dass das Zweite bei Müttern oftmals nach Kindern, Job etc. nachstehen muss.

    • Miguel de Antoni y Maura sagt:

      Ich bin da anderer Meinung betreffend mental overload. Fragen Sie mal den Marketing Director oder den CEO eines Grosskonzerns. Ich war schon beides. Ich schämte mich aber, zuhause meinen „mentalen Müll“ abzuladen, hatte Schlafstörungen (was wenn… was steht noch an… kann das Unternehmen weitermachen, ohne Stellenabbau… usw.) uvm. Jeder Mensch trägt seinen eigenen Rucksack, den er/sie mit Ballast täglich füllt. Nur weil es manche Menschen nicht externalisieren, ergo zB. darüber sprechen und sich austauschen, heisst es noch lange nicht, dass sie keine Sorgen hätten. Aber zum Glück kommen immer mehr Männer aus ihren „Schützengräben“ und reden offen darüber, auch wenn seitens Gesellschaft (w & m) auf ihnen dann immer noch das Stigma des „Versagers“ haftet.

  • Hermann sagt:

    Ich wache oft so um 3 Uhr auf und viele Gedanken rennen mir durch den Kopf. Dann stehe ich kurz auf und lese Tagi on line. Besonders Blog Beiträge wie die obigen oder jene über Sex Beratung. Dann kann ich schnell wieder schlafen.

  • Arbeiter P. sagt:

    Da gibt es für jeden eine Methode, wenn der Schlaf nicht kommen will. Mein Partner schläft nach 3 Min. ein, während ich mehr Mühe habe. Mein Rezept, wenn ich mal mehr als 30 Min. wach bin, stehe ich auf und mache Arbeiten in der Küche, etc. Da ich das Glück habe, pensioniert zu sein, weiss ich, dass ich mal ein Mittagsschläfchen halten kann. Es gibt kein Allgemein Rezept, da jeder Körper anders reagiert. Irgendwann kommt der Schlaf dann schon.

  • Miguel de Antoni y Maura sagt:

    1/5 der Männer, ca. 1/4 der Frauen leiden an Schlafstörungen. (Ein-/Durchschlafstörungen), die mit der nötigen Sachlichkeit analysiert werden müssen. Wann, wie oft, seit wann, in welchen Situationen. Ich (m) führe ein Tagebuch auf Anraten meines Schlafmediziners. Bei mir ist die Ursache (noch) unbekannt. Abklärungen, die Hypersomnien/Insomnien als Ursache haben könnten, füllen mittlerweile viele A4 Seiten. Nach dem Ausschluss ohne Ergebnis: psychische Belastung (Job, Partnerschaft, Familie etc.), Lifestyle (Alkohol, Screentime, +Sport, kein Sport, Ernährung etc.), „Schlafhygiene“ (ich reagiere mittlerweile allergisch darauf), organisch (Herz, Lunge, Apnoe, (Tumore) etc.), hormonell (Schilddrüse, Androgene, wir werden alle älter, etc.)… Die Liste ist nicht endend. Stigma: müde = faul

  • tina sagt:

    ich kenne tatsächlich auch eine menge männer mit schlafproblemen. aber ich denke eben auch, dass viele leute einfach annehmen, es sei abnormal, nachts aufzuwachen. das ist aber nicht so. wer dann anfängt sich zu nerven, dass er nicht schlafen kann, schläft wegen dem nerven erst recht nicht.
    ich bin überzeugt, dass hauptsächlich darum IMMER SO GUT schlafe, weil ich das genau so häufig sage.
    wenn ich tatsächlich mal nachts wach bin, weiss ich aber auch, dass das nur dazu führt, dass ich am nächsten tag müder bin und folglich die nächste nacht gut schlafen werde. wenn ich nachts etwas nachdenke, dann schlafe ich meist, bevor ich fertig damit bin.

  • Erich Buser sagt:

    Schlafstörungen.
    Bei mir hat die homöopatische Johanniskraut-Urtinktur (mit Hyperikum) bei Schlafstörungen sofort und nachhaltig geholfern. 1 Std. vor Einschlafen ca. 5 bis 10 Tropfen mit Wasser verdünnt einnehmen. Das hilft garantiert und beruhigt.
    Einschlaf- und Durchschlafstörungen sind heute in unserer schnellebigen Zeit weit verbreitet. Sorgenvolle Gedanken in der Nacht bei Schlafstörungen in 9 von 10 Elementen statistisch sowieso unbegründet.

    In jeder Apotheke rezeptfrei unter der Bezeichnung „C E R E S“ erhältlich

  • Seeländer sagt:

    Wer Sorgen wälzt, lese doch 1. Petrus 5,7

    • Reincarnation of XY sagt:

      Was wollen Sie uns damit sagen, Seeländer?
      Was ist ihr Bedürfnis?

      Warum sollten wir auf die Ratschläge eines Petrus hören? Der glaubte an einen zornigen Gott, der einen Höllenpfuhl geschaffen hat, in den er alle hineinwerfen will, die ihm nicht passen.
      Ob die Gedanken eines Menschen mit solchen Gewalt- und Rachephantasien uns wirklich in der Tiefe weiterhelfen können, also ich weiss nicht…

      Natürlich können solche Beruhigungsmantras, wie Sie sie vorschlagen eine Zeitlang hilfreich sein, die Gefahr aber, dass wir sie, wie eine Droge, nur zur Verdrängung unserer Konflikte missbrauchen ist gross.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Wenn solche Schlafstörungen regelmässig sind, lohnt es sich wohl etwas tiefer zu bohren. Dahinter steckt oft unbewusster Stress, unverarbeitete Konflikte in der Psyche.
    Diesen sollten wir auf den Grund gehen. Das ist eine heroische Aufgabe, die viel Mut und Kraft erfordert und der sich nur die wenigsten Menschen stellen. Aber sie ist die nützlichste von allen.

    Sodann hilft ebenfalls:
    -ein möglichst ausgeglichenes Leben mit allem drum und dran (Sport, Ernährung, positive soziale Kontakte, genügend frische Luft etc.)
    – keine Mord und Totschlagkrimis vorm Schlafengehen schauen, mit lauernden Psychopathen/Dokus über Serienmörder (warum sind diese Gewaltpornographien nur so beliebt?)
    – Melatonin – das ist wirklich eine sehr nützliche Sache

    • Röschu sagt:

      „warum sind diese Gewaltpornographien nur so beliebt?“
      Weil sie i.d.R. spannender sind als die „Wohlfühl-Filme“, bei denen schon nach 3 Minuten klar ist, was in den nächsten 90 Minuten noch passiert und wie es am Ende ausgehen wird…

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ihre Antwort ist also: „weil sie extrem begrenzt sind.“ Röschu.

        Ich meine, selbst wenn man den Abend am verbringen will, gibt es ja viel mehr, also nur die Option: Gewaltpornographie vs. vorhersehbarer Wohlfühlfilm. (Wobei Sie noch ausblenden, dass die meisten Gewaltthriller total vorhersehbar sind, stets nach dem gleichen Muster gestrickt. Wer das nicht merkt, es ebenfalls begrenzt).

        Meine Frage: gibt es ausser Begrenzung noch einen anderen Grund, warum sich so viele mit Dingen vollstopfen, die in ihnen Ängste und Stress auslösen?

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Reincarnation of XY
      schliesse mich an und erweitere auf „allfällige Störquellen identifizieren/reduzieren können“, Bildschirmverzicht mind 1h vor Schlafantritt (auch die ganz kleinen…), evtl Farbfilter installieren.
      Abendliche Trink/Essgewohnheiten näher ansehen und allenfalls Veränderungen vornehmen, ausprobieren ob Umstellungen Verbesserungen bringen und keinesfalls das „entspannende Glas Wein“ einführen, da es die Schlafqualität im Verlauf eher negativ beeinflussen kann.

      Im Bogen zum gestrigen Beitrag, es gibt Situationen die alle Kraft benötigen, schulisch/ausbildungsbezogen-abklärungstechnisch-therapeutisch, und wo man sich nicht einfach zu Unrecht „grosse Sorgen macht“. Wenn es dann mit dem Schlaf nicht klappt nach Möglichkeit unbedingt tagsüber Erholungsfenster finden.

    • tina sagt:

      im text ist ja deklariert was es für sorgen sind. das sind echte sorgen. schon schräg, dass man inzwischen betonen muss, dass manche leute echte sorgen haben und nicht einfach ein emotinale missstimmung

      • Anh Toàn sagt:

        „echte Sorgen“ sind dies in einer Wohlstandsgesellschaft. Wirklich echte Sorgen sind, wo kommt das Geld her für die Medikamente die gebraucht werden, für die Schule der Kinder und so Zeugs, aber das kennen „wir“ seit etwa 50 Jahren nicht mehr.

      • tina sagt:

        ja eben. fehlendes geld für rechnungen (hast du gestern nicht gesehen was der vorkurs für die F+F kostet? beispielsweise). kranke familienmitglieder (ich spreche nicht von grippe). gibts hierzulande durchaus. schön, dass du das seit 50 jahre nicht mehr kennst. und das meine ich so.
        natürlich ist das nicht zuvergleichen mit den problemen in 3. weltländern. aber es ist eben auch nicht nur einfach ein bläulicher bildschirm oder ein film mit gewaltszenen, den man nicht hätte schauen sollen

      • Reincarnation of XY sagt:

        Du schwatzt dich hier in Rage. Es geht nun mal tatsächlich um ein „nächtliches Gedankenkarussell“ um „Sorgen welche bei Tageslicht weniger schwer erscheinen“ etc.
        und um die Frage, wie wir dem begegnen.
        Einfach nochmals nachlesen …

        Anh Toin – Existenzängste sind menschlich.
        wie auch das weniger schwerwiegende Sorgenkarussell. Äussere Umstände können das ihre dazu tun, aber es ist in erster Linie eine Frage unserer mentalen Befindlichkeit. Über diese haben Sie ja auch in ihrem ersten Post richtigerweise geschrieben. (Sich selbst nicht so wichtig nehmen.)
        Hinzu kommt natürlich noch die körperliche Befindlichkeit, die ebenfalls Einfluss auf unsere mentale Befindlichkeit hat.

      • Anh Toàn sagt:

        Jetzt musste ich nachsehen, was F+F ist, eine Hochschule für eine ziemlich brotlose Zukunft. In Vietnam fragen sich manche Leute, woher das Geld für eine Geburtsurkunde kommt, weil ohne gibt es auch keine Primarschule, da die Kinder offiziell gar nicht existieren. Und Krankheit gibt’s auch bei uns, aber der Arzt oder das Spital fragt nicht zuerst nach Kohle, bevor die behandeln.
        Ich sage in Vietnam, klar bin ich reich, ich könnte all mein Geld versaufen und verhuren, und dann zur Botschaft, dann gibt’s einen Flug zurück und wir haben ein Dach über dem Kopf, unsere Kinder gehen zur Schule und zum Arzt wenn sie krank sind. Irgendwer bezahlt es.

        Aber es ist wohl menschlich, dass die Menge der Sorgen die man sich macht, völlig unabhängig von den tatsächlichen Bedrohungen ist.

      • Anh Toàn sagt:

        Oh Lord, won’t you buy me a mercedes benz / My friends all drive Porsches / I must make amends.

      • tina sagt:

        anh toan, das mit der F+F war im thema von gestern. da hatte ein elternteil erzählt, dass nicht das gymikind sorgen machte, sondern das, was eine lehre in einem gestalterischen beruf machen möchte. wenn ein kind einen wunschberuf hat und auch dafür geeignet ist, dann möchte man ihm die 16000 schon zahlen können, aber leicht ist das für mindestens 50% hierzulande bestimmt nicht. da geht es aber schon um den einstieg eines kindes in die berufswelt, hier in unserer gesellschaft und das kann einem gehörige sorgen bereiten. es ist nur ein beispiel.
        solche rechnungen zahlt man aus dem eigenen sack, das zahlt einem gar niemand.
        wenn dein kind, deine frau, deine mutter krebs haben, dann belastet einen das tagsüber auch weniger als wenn man nachts um 3 wach liegt. ist so.

      • tina sagt:

        es muss auch nicht grad krebs sein, dass es unter „echte bedrohung“ läuft.
        und nur weil es einen tagsüber weniger belastet als nachts um 3, ist es nicht plötzlich keine echte sorge

      • Doris sagt:

        Die emotionale Missstimmung kann eben grad durch die Erschöpfung schlafloser Nächte kommen, hängt zusammen.

  • Anh Toàn sagt:

    Im Kern geht es darum, dass man sich zu wichtig nimmt. Das scheint Frauen mehr zu betreffen, als Männer. Ob dies auch genetisch ist oder nur antrainiert? Antrainiert auf alle Fälle, das Ideal für die Frau ist die Mutter (Maria!), die ist so wichtig für die Aufzucht der Kinder, das Ideal für den Mann aber ist der Held, der sich opfert, stirbt (Jesus).

    Der schwierige Teil ist, wie man dies ändern oder wenigstens mildern kann.

    • tststs sagt:

      Dies würde stimmen, wenn die nächtlichen Gedanken der Frauen primär sich selbst gewidmet wären. Sind sie aber oft nicht…

      • Anh Toàn sagt:

        Die Mutter nimmt sich zu wichtig für die Kinder. Frauen nehmen sich zu wichtig für krebskranke Bekannte.

        Würden die ausfallen, wegen Tod, Krankheit nicht mehr da sein können für all diese Leute, würde das Leben der anderen auch ohne sie weitergehen.

      • Anh Toàn sagt:

        Sind die Kinder dann mal gross, können sich die Frauen für niemanden anderen mehr wichtig nehmen, dann widmen sie die Gedanken sich selber, sorgen sich um sich selbst und landen in Depressionen.

    • Carolina sagt:

      Mir gehen solche Statements so etwas von auf den Keks. Dieselben Leute sagen dann wahrscheinlich einem Depressiven ‚reiss Dich mal zusammen‘. Das ist keine Hilfe, das ist Sauglattismus!
      Wirkliche Schlafstörungen können eine sehr, sehr grosse Belastung für das ganze Leben darstellen, oft haben die Betroffenen schon jahrelang das ganze Spektrum der Ratschläge ausprobiert, inklusive Schlaflabor. Das letzte, was man in so einem Moment braucht, ist jemand, der mit so Pseudowahrheiten wie ’sich selbst nicht so ernst nehmen‘ kommt. Wie soll das weiterhelfen? Es wirkt in diesem Moment nur wie ein weiterer Vorwurf an die Betroffenen, das sie ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen…….

      • Anh Toàn sagt:

        Haben Sie meinen Kommentar nicht bis zum Schluss gelesen? Für Sie nochmal:

        „Der schwierige Teil ist, wie man dies ändern oder wenigstens mildern kann.“

      • Carolina sagt:

        Nein, ich habe spätestens bei dem Maria- und Jesus-Quatsch aufgehört. Soviel Platz (und Nerven) habe ich nicht zur Verfügung, darauf einzugehen.

  • Michael sagt:

    Nächtliches Grübeln und deswegen nicht oder nur schlecht schlafen können klappt auch bei Männer vortrefflich. Ich hatte beruflich äussert anstrengende Zeiten, bin grübelnd eingeschlafen, nach ein paar Stunden wieder aufgewacht und grübelte über das gleiche Problem nahtlos weiter.
    nachdem ich den Arbeitgeber wechseln und all meine Probleme in der alten Firma lassen.
    Jetzt schlafe ich wie ein Murmeltier. Warum Frauen länger und Männer weniger lang grübeln, darüber habe ich eine männliche Theorie – man muss auch mal zu einem Punkt kommen. Klar kann man endlos über die Kinder, die Schule, den Job, über die Beziehung grübeln Männer nicht, die kranken Eltern, das Geld grübeln – aber was bringt es ? Probleme löst man, in dem man sie angeht und nicht, in dem man endlos drüber grübelt.

  • Rosy Lüthi sagt:

    Hallo Nichtschlafende! Heutzutage ist nicht nur Lärm, Hundegebell, etc. schuldig, sondern auch die „Lichtverschmutzung“ ein weiteres Übel. Mir gegenüber hängt ein Bewegungsmelder der Nachbarschaft, der mein Schlafzimmer bis unters schräge Dach im oberen Stock beleuchtet. Anstelle seines eigenen Garagenvorplatzes beleuchtet er meine ganze Hausfassade; selbst am Esstisch muss ich den Platz wechseln, da dieser Scheinwerfer mich dermassen blendet.
    Mit diesem Ärger muss ich jeden Abend ins Bett, schlafe irgendwann ein, aber nur für ca. 2 Std. – danach bin ich hellwach und muss ich seit einer OP vom letzten Jahr, jede Nacht Schlaf- und Beruhigungstabletten einnehmen. – So kann mein Schlaf sich nicht mehr verbessern. . Tut mir leid, gehört aber auch zum Thema Schlafschwierigkeiten. MfG

    • Maike sagt:

      Also – warum es nicht mal mit Vorhängen versuchen ? Es gibt da perfekt lichtdichte und auch noch nett anzusehende Exemplare. Auch bei schrägen Fenstern gibt es Möglichkeiten einer Verdunkelung. Eine beratung in einem Baumarkt könnte da Wunder bewirken !

  • Michael Giger sagt:

    Danke – Sie scheinen eine verantwortungsvolle Person zu sein. Denn nur ein tiefes Gefühl für Verantwortung für sich und den Nächsten führt zu schlaflosen Nächten. Insofern sind Sie mir ziemlich sympathisch.

  • Independent sagt:

    Sehr interessanter Artikel Frau Braun, Kompliment! Es würde mich hier interessieren ob dieses Phänomen „Grübeln bis zum geht nicht mehr“ auch Vätern passiert. Denn was Frau Braun hier skizziert ist keinesfalls etwas was auf eine Mutter „reduziert“ werden kann. Soweit ich das sehen kann hat die Autorin nur mit zwei Punkten die Kinder erwähnt (notabene mit dem Kleinkind ein ziemlich wichtiger).
    Wie haben es denn die Väter? Sind diese einfach eine Spur entspannter oder liegen auch diese wach und grübeln über die Kinder nach? Über verhauene Prüfungen, über Matches welche verloren gingen oder anstehende Prüfungen? Oder ist dies eine eher „mamma“-lastige Eigenschaft?

    • Christoph Bögli sagt:

      Natürlich sind Väter genau so betroffen, ebenso auch alle ohne Kinder. Sorgen, Probleme, Unerledigtes kennen schliesslich alle, weshalb diese auch jedem den Schlaf rauben können. Ebenso kommen physische und psychische Probleme, die zu Schlafstörungen führen können, bei allen vor. Weshalb man sich auch fragen muss, wie aussagekräftig die erwähnten angeblichen Studien sind, dass Frauen stärker von Schlafstörungen betroffen sind. Zumindest wenn das auf Befragungen basiert, ist es wohl mit Vorsicht zu geniessen, da Männer solche Dinge seltener zugeben. Viele verdrehen ja ihren permanenten Schlafmangel sogar zur tugendhaften Stärke, siehe diverse Bundesräte und Manager..

      • Carolina sagt:

        So ist es! Ich halte diese Studien auch für sehr wenig aussagekräftig. Männer sind, so würde ich das jedenfalls aus meiner Praxiserfahrung sehen, genauso häufig betroffen wie Frauen. Die Ursachen sind genauso vielfältig und oft schwierig zu beheben. Oft steht den Betroffenen, deren Leben schwer beeinträchtigt sind, ein langer, manchmal schmerzhafter Weg bevor. Der erste Schritt ist, egal bei welchem Geschlecht, immer, sich Hilfe zu suchen – die Dunkelziffer von Menschen, die still vor sich hinleiden, dürfte sehr hoch sein.

  • Marie sagt:

    Mein ganzes Leben hatte ich schwere Schlafstörungen, erstens konnte ich nicht einschlafen, dann erwachte ich wieder. Dies führte zu einer totaler Erschöpfung. Seit ich nicht mehr arbeite und in den „Ruhestand“ (!) getreten bin, kann ich endlich einschlafen aber nur weil ich den Kaffee (und The) komplett abgestellt habe, ausser 2 Tassen morgens früh. Seither schlafe ich ein und schlafe 5 Stunden durch. Ich schreibe dies damit andere aufmerksam werden auf diese Getränke und auch Coca usw. Nur noch Wasser oder guten Wein.

    • Christoph Bögli sagt:

      @Marie: Die Sensitivität gegenüber Koffein ist sehr individuell. Ich kann problemlos einen starken Espresso trinken und zwei Stunden später eine Nacht durchschlafen. Andere die ich kenne, verzichten schon am Nachmittag auf alles mit Koffein weil sie sonst die ganze Nacht nicht schlafen können. Man sollte daher nicht verallgemeinern. Richtig ist allerdings: wenn man effektiv Schlafstörungen hat, ist es gut, das Trinkverhalten und die Ernährung zu durchleuchten und zu verändern, weil das in der Tat starke Effekte haben kann. Ein „guter“ Wein gehört übrigens auch in die problematische Kategorie: Alkohol hilft zwar beim Einschlafen, führt aber zu einer schlechteren Schlafqualität und häufigerem Aufwachen, womit man Schlafstörungen eher befördert.

      • Röschu sagt:

        „Die Sensitivität gegenüber Koffein ist sehr individuell“
        Zudem gibt es da mMn eine nicht zu unterschätzende mentale Komponente (selbsterfüllende Prophezeihung). Wer denkt „Oh nein, heute Abend habe ich 2 Espresso getrunken, nun kann ich bestimmt wieder nicht einschlafen“, wird dann tatsächlich nicht/schwerer einschlafen können.

      • Carolina sagt:

        Wir haben das im Freundeskreis mal ‘getestet’: eine Weile haben wir denen, die nach Kaffee/Espresso nicht mehr einschlafen konnten, wahlweise entkoffeinierten und normalen Kaffee gemacht – nach ein paar Wochen mussten wir alle zugeben, dass wir genau der selffulfilling prophecy bzw unseres mentalen Zustandes ‘zum Opfer gefallen’ waren, die Sie schildern!

  • Stefan W. sagt:

    Nach etwa 4 Stunden aufzuwachen ist für Erwachsene biologisch wahrscheinlich sogar normal. Die Frage ist, wie sehr man darunter leidet. Ich gehe je nach Wachheitsgrad unterschiedlich damit um: Mal bleibe ich einfach liegen, mache mir ein paar Gedanken, zu denen ich tagsüber nie Musse habe, und schlafe irgendwann wieder ein (ohne auf die Uhr zu sehen, um irgendwem zu dokumentieren, wie lang ich wach war). Manchmal stehe ich auch auf und lese oder schreibe etwas. Irgendwann bin ich wieder müde und schlafe dann weitere 3-4 Stunden. Da ich ü50 bin, reichen 5-7 Stunden Schlaf völlig.
    Ich denke, wie belastend Schlafstörungen sind, hängt in erster Linie davon ab, wie sehr man selber sie als Krankheit definiert, wie gut man sich zur Zeit allgemein fühlt, und wie gut man danach den Tag übersteht.

    • Christoph Bögli sagt:

      So etwas wird effektiv erst dann zu einer Störung oder Krankheit, wenn man es selber als solche und damit belastend begreift. Weshalb die mentale Ebene da sicher wichtig ist. Gerade beim Thema Schlaf, weil dieser etwas sehr flüchtiges sein kann und je mehr man sich Gedanken darüber macht und unter Druck setzt, desto schlechter funktioniert es meist. Wer schon mit der Angst vor Schlafstörungen ins Bett geht, der wird diese dann auch ziemlich sicher erleben und begibt sich fast zwangsweise in einen Teufelskreis. Ein entspannterer Umgang damit kann hingegen helfen, auch wenn das leichter gesagt als für Betroffene getan ist.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.