«Das Kind heisst aber blöd!»

Ob nun Maximillian-Jason oder Kevin, letztlich sind alle Namen doof – oder eben nicht. (Foto: iStock)

Lachen Sie über Kindernamen? Über Kevin oder Chantal vielleicht, wenn sie mit dem Humor Mario Barths gesegnet sind? Oder über gesucht kreative Doppelvornamen mit gutschweizerischen Nachnamen: Liiliaa-Shanélle Rüdisüli und Jamie-Théoden Häfeli?

Man kann so was lustig finden oder auch weniger.

Güzin Kar hat natürlich recht: Sich über vermeintlich blöde Kindernamen lustig zu machen, ist ein elitärer Spass. Ich muss mich da leider schuldig bekennen. Wenn Sie den Mamablog öfter lesen, dürften Sie nicht nur mit meinem Kind – dem Brecht – sondern auch mit den anderen Protagonisten bekannt sein: Maximilian-Jason und Lea-Marihuana.

Nein, IHR Kind heisst blöd!

Wer aber über Kevin und Tio-Zelindo lacht und sich dabei ernsthaft für etwas Besseres hält, vergisst: Es gibt im Grunde keine doofen Kindernamen. Paradoxerweise, weil alle Namen doof sind. Also mathematisch gesehen.

Falls Sie schon einmal ein eigenes Kind benamsen mussten, kennen Sie das Prozedere. Da sortiert man 4500 Vornamen aus, die einem nicht gefallen, bis man den Einen gefunden hat, den man wirklich schön findet. Was denken Sie, kommen die schwangeren Stückelbergers vom Nachbarhaus in Ihrem Auswahlverfahren auf dasselbe Resultat? Natürlich nicht. Die haben den Namen, den Sie so mögen, innerhalb von 2 Sekunden aussortiert. Stückelbergers mögen also den Namen Ihres Kindes nicht. Und Sie werden den Namen von Stückelbergers Baby blöd finden. Zumindest in der Theorie, aber dazu später mehr.

Bei jedem Spässchen über die Namen anderer Kinder müssen wir also bedenken: 99 Prozent der Menschen finden den Namen meines Kindes auch nicht toll. Wir suchen übrigens seit fast 5 Jahren einen schönen Namen für unser zweites Kind. Bisher erfolglos. Keiner ist würdig genug, ihn unserem erhabenen Spross darzutun.

Ein Name ist kein Mensch

Natürlich darf Schadenfreude über Kindernamen nie direkt auf ein fleischliches Kind zielen. Stellen Sie sich bitte nicht vor den Kindergarten und lachen jede Cheyenne aus, die rauskommt. Kinder leiden schon genug unter ihren Namen. Hind und Buolf wegen der Seltenheit, Luca (also alle drei: Bütler, Zürcher und Cadosch) wegen der Alltäglichkeit. Ich habe meinen Allerweltsnamen gehasst. Ironischerweise wollte ich lieber Michael heissen.

Zum Glück gehört es zum Erwachsenwerden, seinen Namen irgendwann zu akzeptieren. Und noch viel schneller gewöhnen sich alle anderen daran. Werden Sie etwa angewidert auf Stückelbergers Geburtsanzeige spucken? Kaum. Der Name Delphine-Océane wird ihnen gar etwas sympathisch vorkommen, weil das Baby auf dem Bild so knuffig grinst. Kurz nach dem Kennenlernen definiert man Menschen nicht mehr über ihren Namen: «Stimmt, Kevin Brülisauer aus der Buchhaltung heisst ja auch Kevin. Sympathischer Typ.» Schnell wird aus EINER Sarafina DIE Sarafina. Sören-Torben füllt seinen Namen mit Persönlichkeit. Eigentlich ist es also völlig egal, wie wir unser nächstes Kind nennen. Wie finden Sie Uschi-Sîgurd-Helmhorst Tschannen?

Kevin nicht ganz allein in der Säuglingsstation

Hier noch ein Fun Fact für alle Kevinisten. Falls Sie die Kevins immer auf diesen einen Film zurückgeführt haben: «Kevin allein zu Haus» erschien im November 1990. Und tatsächlich wurden im Jahr 1991 in der Schweiz über 1000 Kevins geboren. Das sind mehr als alle Emmas und Noahs im Jahr 2017 zusammen. Aber: Bereits 1989 kamen fast 700 Kevins und 1990 über 800 Kevins zur Welt. Die meisten Kevins dürften ihren Namen also eher Kevin Costner als Kevin McCallister zu verdanken haben.

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152 Kommentare zu ««Das Kind heisst aber blöd!»»

  • Doris sagt:

    Ladislas Hierholzer hiess jemand der nun ca. 40 ist. Seine schwester hatte einen eher normalen vorname jedoch ist sie nun mit einem afrikaner verheiratet und der name ist nicht nur lang aber nicht ausprechbar. Warum behält man da nicht einfach der erste Familienname ? Aber ja Hierholzer ist eben auch nicht einfach, besonders wenn man reist. In der Schweiz haben wir noch normale Familiennamen, aber in Deutschland und Frankreich ist es zum „davonrennen“. Es wäre interessant zu wissen wie diese Namen angefangen haben ?

    • Elisabeth Schmid sagt:

      Ich weiss ja nicht genau, was Sie „normal“ nennen. Aber was Ihnen geläufig ist, ist in Frankreich und Deutschland schauerlich oder lustig, und natürlich umgekehrt. Und wenn Sie wissen wollen, wie diese Namen angefangen haben, empfehle ich Ihnen ein gutes Familiennamenbuch.

  • janed amina sagt:

    Bitte einen Namen wählen, den ich richtig aussprechen kann. Viele Schweizer Kinder haben Namen, bei denen man nachfragen muss.

  • Mamivon4 sagt:

    Eine kleine Anektode: Als wir unser drittes Kind erwarteten, wurden wir ständig gefragt, wie es denn heissen soll. Unsere Antwort war „Wendelin“…nur so aus Jux. Eine Mutter fand es aber besonders spannend und sagte: „Na, da bin ich mal auf den Namen gespannt.“ Als unser Drittes dann da war und sie den Namen erfahren hatte, sprach sie kein Wort mehr mit mir…
    Naja, und ganz oft ist es so, dass die Kinder mit dem Namen keine Probleme haben, sondern wir Erwachsenen uns lustig machen und irgendwelche herablassende Assoziationen hervorbringen. Unser Drittes Kind wurde noch nie von einem Kind gehänselt, es waren immer nur die Grossen!
    Unser Viertes heisst übrigens: Wendeline ;0)

  • Esther Kessler sagt:

    Bitte dem Kind immer 2 Vornamen geben, fuer den Fall dass es einen nicht mag. Ist mir wirklich so passiert. Jetzt hab‘ ich nur noch einen Vornamen, den andern hab‘ ich endgueltig abgelegt.

    • Barbara V.E. sagt:

      Ach… das hilft auch nicht immer… wir wollten unserer Tochter einen holländischen Vornamen geben (Vater ist Holländer) d.h. wir wollten sie Joke nennen (also nicht englisch ausgesprochen sondern so wie geschrieben und als 2. Vornamen einen italienischen Namen (ich bin halbe Italienerin). Als wir merkten, dass niemand Joke verstand oder aussprechen konnte, haben wir einen weiteren Vornamen vorne angehängt. Unsere Tochter mochte diesen ersten Vornamen nie. Als sie dann zur Schule rauskam habe ich ihr gesagt, da sie jetzt eh einen neuen Freundeskreis aufbauen wird und die meisten Kontakte sich verlaufen, können sie einen der anderen nehmen. Wollte sie nicht. Nun lebt sie in den NL, was ideal wäre für Joke. Aber sie blieb bei ihrem ungeliebten ersten Vornamen 😉

  • Serge Mueller sagt:

    Realsatire pur: einerseits Leute als „elitär“ dissen, die Kindernamen (resp. die dahinterstehenden Eltern) blöd finden, sich dann aber selber nicht entblöden, von „Allerweltsnamen“ daherzureden… köstlich.

  • Reifers sagt:

    Namen können eine Botschaft enthalten, welche der Trägerin in schwierigen Situationen weiterhelfen. Ich habe eine Manuela gekannt, die war nun wirklich am Ende. Sie wollte sich das Leben nehmen in ihrer Einsamkeit. Ich fragte sie, ob sie sich bewusst sei, was ihr Name aussage? Sie wusste es nicht. “ Gott ist mit uns“. Als ich ihr das übermittelte, wurde sie sehr wütend. Was haben sich meine Eltern gedacht, mir so einen Namen zu geben! Vielleicht haben ihre Eltern nicht gedacht, dass sie einmal so verzweifelt sein werden wie jetzt. Doch jetzt sagt ihr Name: Verzweifle nicht, du bist nicht allein. Gott ist mit dir. Da ging die Wut in Trauer über und die Frau weinte, weinte für lange Zeit. Und dann beruhigte sie sich. War Gott mit ihr? Der Name war jedenfalls eine Hilfe!

  • peter Hedinger sagt:

    Viele geben dem Nachwuchs ja auch Namen, die für sie eine persönliche Bedeutung haben. Mir kommt da die Anekdote in den Sinn, wonach Waikiki, auf ihren Namen angesprochen, geantwortet hat, das sei halt der Ort, wo sie gezeugt worden sei, und ausserdem gebe es schlimmeres. Insbesondere dem „Es gebe schlimmeres“ stimmten ihre Geschwister Corolla und Besenkammer uneingeschränkt zu…

  • Esther sagt:

    Es ist noch nicht so lange her, konnte man nicht irgendeinen vornamen geben, sonst wurden die verweigert von der Vewaltung. Und dies finde ich richtig, denn heute hat manches Kind einen zu originellen oder zu wüsten oder zu langen oder zu ausländischen Vorname. Das ganze Leben durch muss er die zähne zusammenbeissen wenn er seinen Vorname sagen muss. Die Kinder tun mir leid.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Wer entscheidet denn darüber, ob ein Name zu wüst oder zu ausländisch ist? Sie etwa? Meine Kinder haben wie ich auch unschweizerische Vornamen, welche auch in ihrem Herkumftsland selten, aber trotzdem einfach auszusprechen sind.

      Ich zB finde Esther auch kein schöner Name und zudem auch nicht schweizerisch. Ein Grund, um diesen Namen zu verbieten?

  • Esther Villa sagt:

    Früher brauchte man keine Bücher um einen Vornamen zu finden ! Bitte keine lächerliche oder zu ausländische Vornamen, aber einen schönen freundlichen Vorname wie es sie so viele gibt. Und immer 2 Vornamen geben ist eine gute Sache obwohl mir nie jemand begegnet ist der seinen Vornamen nicht gern hat.
    Jetzt wollen die Eltern unbedingt trendige Vornamen die man fast nicht aussprechen kann und dem Kind Spott bringt. Man sollte an die Kinder denken und aus Liebe zu ihnen normale Vornamen geben, es gibt doch soviele schöne.

    • Tofa Tula sagt:

      Ein Problem ist, dass viele Eltern nur an sich und sehr kurzfristig denken. Das Wohl des Kindes steht hintenan, wenn man dem Kind schon ab Geburt ein Handicap mit auf den Weg gibt. Der Mutter gefaellt Robert, dem Vater Pierre und man einigt sich auf den Kompromiss Robespierre.

  • Esther Kessler sagt:

    Und was ist, wenn das Kind sich eben NICHT an seinen ersten Vornamen gewoehnen kann? Auch und grade dann nicht, wenn’s erwachsen wird? Mir hat die Kinder Krankenschwester meinen 1. Vornamen (Corinne) gruendlich versaut! Zum Glueck habe ich jetzt nur noch meinen 2. VORNAMEN! 1. FINDE ICH, SOLLTEN ALLE ELTERN IHREM Kind 2 Vornamen geben und 2. Sollte jedes Kind spaeter selbst aussuchen duerfen, falls es das moechte

    • Monika sagt:

      Gebt doch den Kindern mindestens sechs Vornamen, dann hat es eine reichliche Auswahl. Ich habe einen Namen und der reicht. Aber das ist genau unsere heutige Erziehung: ‚Du magst das nicht, kein Problem, dann kannst du das nehmen… Auch das nicht, kein Problem, du bekommst alles‘.

      • Das halte ich jetzt aber auch für ein Vorurteil gegenüber der „heutigen Erziehung“.

      • Ben sagt:

        Einspruch, Eurer Ehren.
        Das ist genau das, was unsere westliche Zivilisation aktuell schwach und zur leichten Beute derer werden läßt, die jetzt mit Macht in unser Land strömen.
        „Unsere Kinder sollen es einmal besser haben“ ist zum Bumerang geworden.
        Und das ist auch keine Theorie mehr, wenn ich meine Straße rauf und runter schaue und sehe, wie kraftlos die dort lebenden Millennials im Verhältnis zu uns geworden sind.

        Und kommen Sie mir jetzt ja nicht mit Sokrates.
        Der ist da schon mit eingerechnet.
        😉

    • Barbara V.E. sagt:

      Frau Kessler, Sie müssten mal schauen: ich glaube Ihre Feststell-Taste klemmt am PC.
      In der Internet-Netiquette bedeutet ganze Wörter in Grossbuchstaben schreiben als schreien.

      Und wenn ein Kind mehrere Vornamen hat und der erste beim Kind, resp. jungen Erwachsenen unbeliebt ist, dann heisst es noch lange nicht, dass es dann einen der anderen dann wirklich benutzen wird. Da können Sie so lange gross schreiben wie Sie wollen.

  • graf beat sagt:

    Namensprobleme ist jetzt echt aber ein typisches Schweizer Problem. Oefters in DE habe ich schon manch tolle Namen gehört. Was mich aber immer zum Schmunzeln angeregt hatte. z.B. „Hassdenteufel“ als Geschlechtsname.
    Oder Roger als Vorname, nein nicht Rosche oder Rotscher, nur Roger.

    • Lichtblau sagt:

      Ein Schweizer Problem? Bei uns sind Chantal und Jacqueline auch im deutschsprachigen Landesteil respektable, geradezu traditionelle Vornamen. In DE bedeuten sie offenbar eine schlimme Strafe.

      • Tofa Tula sagt:

        Also ich waere fuer Emoji. Mein name isr Emoji, suchen Sie sich eines nach ihrem Gutduenken aus. Auch Namee eignet sich nicht schlecht.

  • lisa sagt:

    Namen sind Schall und Rauch… auf den Inhalt (Charakter) kommt es an. Ich kenne genug Menschen mit „furchtbaren“ Namen, aber es spielt keine Rolle mehr, wenn man den Menschen kennt. Dass MT von „Brecht“, „Maximillian-Jason“ und „Lea-Marihuana“ schreibt, sehe ich eh als künstlerische Freiheit an. Wäre doch langweilig, wenn er statt dessen immer Saskia, Frederick und Chantale schreiben würde. Auch zu sogenannten normalen Namen kann man irgendwelche Assoziationen haben und kommt ins Grinsen.

    • Saskia, Frederick und Chantale sind mir einfach nicht eingefallen.

      • Gert sagt:

        Ich gebe zu, daß es mich gejuckt hat, unter „Adolf“ zu posten.

        Ein sehr schöner Name übrigens.
        Vor allem in der französischen Schreibweise „Adolphe“.
        Und im Hort sicher deutlich seltener vertreten als Kevin oder Mehmet.

      • lisa sagt:

        Bann frag mich nächstes Mal doch einfach vorher, MT.
        Bin gerne behilflich. 😉

    • Lichtblau sagt:

      Saskia? Ich glaube, das ist bei uns eher selten. Hat aber was, wenn es zum Nachnamen passt. Saskia von Salis, klingt doch gut. Genau wie Frederick Frey. Oder Chantal Chanson.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Vor allem sollte man einen Namen richtig aussprechen können: ein deutscher Luuggha (Luca) und eine niederländische Douunatelllla (Donatella) klingt halt schon unschön.

    Auch schon gehört: Raschel (Rachel), Mirell (Mireile), Tschessikka (Jessica)

    • Gert sagt:

      Ich kann noch „Matsche“ vom deutschen Niederrhein beisteuern.
      Im Original „Matthieu“

      Vor allem der Öffs Kobottka hat es mir angetan.
      „Wenn“, so dachten sich sicher die Eltern, „unser Kind schon solch einen Nachnamen hat, soll er wenigstens einen hübschen Vornamen bekommen. Nennen wir ihn also „Yves“….“

    • Franz Muri sagt:

      Eine Kindergärtnerin fragt am ersten Tag die Kinder nach ihren Namen. Ein Junge sagt ganz stolz: „Pirschelbär“! Auf die Nachfrage der Kindergärntnerin bestätigt er: „Pirschelbär“. Die Kindergärnterin zieht etwas verwirrt ihre Liste zu Rate und findet einen Pierre-Gilbert. Die Anekdote stammt übrigens aus Österreich, kein Witz!

    • Cybot sagt:

      Na ja, das ist eher in Deutschland ein Problem. In der Schweiz können die allermeisten Leute französische und italienische Namen problemlos korrekt aussprechen.

      • Gert sagt:

        In Deutschland auch.
        Nur ganz bestimmte eben nicht.

        Und *schwupps*…..sind wir wieder beim Kevin.

        PS.:
        „Pirschelbär gefällt mir ausgesprochen gut.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Cybot

        Eben: deutscher Luuggha

        @ Franz Muri

        Furchtbar. Wenn man fremdsprachige Namen nicht aussprechen kann, bleibt man halt bei David oder Peter

      • Valentin B. sagt:

        Na ja… Also der Sforza spricht seinen eigenen Vornahmen falsch aus! Nix da mit Sprachbegabung in der Deutschschweiz!

      • Vierauge sagt:

        @Tamar – David (hebräisch) und Peter (lateinisch) sind aber auch fremdsprachige Namen. Nur die Aussprache ist für Deutschsprachige natürlich einfacher als Xherdan oder Pirschelbär.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Vierauge

        Bei David und Peter spreche ich nicht die Herkunft, sondern die Fähigkeit diese Namen aussprechen zu können an. Im Gegensatz zu Pierre-Gilbert kann man mit David und Peter wohl wenig falsch machen.

  • Michhatsübel erwischt sagt:

    Ich verstehe das Problem nicht. Namen sind Geschmackssache, und da es so viele unterschiedliche Geschmäcker wie Menschen gibt, ist es doch kein Wunder dass der Name selten allen gefallen kann. Viel schlimmer als die Witze über die Namen, finde ich die Menschen, die gleich versuchen eine fiese Ableitung aus dem Vor- oder Nachnamen zu finden. Möglichst verunglimpfen, möglichst verletzen und der Hit ist es dann, wenn es sogar noch sexuelle Anspielungen beinhaltet. Wauuuu wie reif. Zum Glück habe ich keine Kinder und brauch mir über das keine Gedanken zu machen oder doch? Denn wie viele Leute heißen schon Euphemia? Danke Mama! Ich bin 14 und gelte im Web schon jetzt als 100.

  • Emil A. Bättig sagt:

    Man taufte mich auf drei Namen: Emil für den Vater, Alois für den Paten und Josef für den Grossvater. Das ergab dann Miggeli oder sogar Mike, der zweite und dritte wurde nie gebraucht (Wysel und Sepp). Ein Problem mit Emil war im englischsprachigen Raum: EEmil, aMeal, ja das ergab dann Emil the Evil. Ich glaubte meinen Ohren nicht, als eine Frau ihrem Spross „Emil“ rief, da ich annehme keiner heisse mehr so. Doch ein Ungar sagte mir, dort sei es ein sehr „gebildeter“ Vorname, Künstler und Dichter etc. Und jetzt in Spanien: Emilio, sehr beliebt und tönt auch gut! Dank an meine Namensgeber!

    • Lichtblau sagt:

      Emil? Da denke ich an Kästners Roman „Emil und die Detektive“ – also ein voll cooles Namensvorbild. Wird man künftig sicher öfter hören. Der Anton („Pünktchen und Anton“) ist offenbar auch im Vormarsch. Ich kenne schon zwei Babys, die so heissen.

  • Bebbi Fässler sagt:

    Auch ein schöner Name:
    .
    Maria delle Grazie Adelgonda Micaela Raffaela Gabriella Giuseppina Antonia Luisa Agnese
    .
    Gute Freunde durften Sie mit „Kaiserin“ ansprechen, der selige Mann aus dem Stamme der Habsburger mit Zita.

    • Bebbi Fässler sagt:

      Zitat aus Wikipedia:
      .
      Als Kaiserin trug Zita von Bourbon-Parma den vollständigen Titel:
      .
      Zita, Kaiserin von Österreich, gekrönte Königin von Ungarn, Königin von Böhmen, Dalmatien, Kroatien, Slawonien, Galizien, Lodomerien und Illyrien, Königin von Jerusalem, Erzherzogin von Österreich, Großherzogin der Toskana und von Krakau, Herzogin von Lothringen und Bar, von Salzburg, Steyer, Kärnten, Krain und der Bukowina, Großfürstin von Siebenbürgen, Markgräfin von Mähren, Herzogin von Ober- und Niederschlesien, von Modena, Piacenza und Guastalla, von Auschwitz und von Zator, Teschen, Friaul, Ragusa und Zara, gefürstete Gräfin von Habsburg und Tirol, von Kyburg, Görz und Gradisca, Fürstin von Trient und Brixen, Markgräfin von Ober- und Niederlausitz und Istrien, Gräfin von Hohenems,

    • Bebbi Fässler sagt:

      Fortsetzung der Titel von Zita:
      .
      Gräfin von Hohenems, Feldkirch, Bregenz und Sonnenberg, Herrin von Triest, von Cattaro und auf der Windischen Mark, Großwojwodin der Woiwodschaft Serbien, Infantin von Spanien, Prinzessin von Portugal und von Parma.“
      .
      Praktisch, wenn es Rabatt auf die Tauf- oder Titelnamen gab!

      • Gert sagt:

        Naja,
        damit reicht es ja nicht einmal, seine Visitenkarte beidseitig bedrucken zu lassen.
        Da muß es schon so was wie eine Falk-Straßenkarte mit Patentfaltung sein.

        Und die ständigen Fragen am Telefon: „Buchstabieren Sie mal…“

        Wäre für mich nichts.

  • Michael sagt:

    Die schönsten Namen sind doch sowieso „Paris“ oder sowas….da vergisst man immerhin nicht, wann und wo sie gezeugt wurden :p

    Dass es ein „elitärer Spass“ ist, bezweifle ich. Ich geh davon aus, die meisten finden Namen von anderen blöd und machen sich in irgendeiner Form darüber lustig. Denke das ist nichts als normal.

    Wie man sein Kind nennt, ist (mehr oder weniger, etwas wie „Vollidiot“ darf man ja eh nicht :p ) jedem selber überlassen. Aber wie jede Entscheidung die man trifft, hat es Konsequenzen, in diesem Fall halt eher fürs Kind als für die Eltern. Dessen sollte man sich einfach bewusst sein.

  • Nina sagt:

    Aus dem netten Netz: Kasseler Standesamt, Ausbeute einer einzigen Woche…
    Cataleya Liana
    Saphira Lolita
    Melvin-Jermaine
    Loki-Gry
    Junia Fiametta May

    Aus Wiki: Kevinismus und Chantalismus bezeichnen scherzhaft die Neigung von Eltern im deutschsprachigen Raum, ihren Kindern ungewöhnliche, exotisch klingende Vornamen zu geben.[1]

    Zur Frage, ob Eltern aus den unteren sozialen Schichten eher dazu tendieren, ihren Kindern exotische oder anglo-amerikanische Vornamen zu geben, gibt es unterschiedliche Aussagen. Diese Thematik wurde auch unter Soziologen und Sprachwissenschaftlern bereits sehr widersprüchlich diskutiert. Eine aussagekräftige Statistik gibt es zu diesem Thema jedoch bislang nicht.

    • Bebbi Fässler sagt:

      Zitat aus Wikipedia zum Namen Kevin:
      .
      „Herkunft und Bedeutung
      .
      Der Name stammt aus dem Irischen und ist zuerst altirisch als Cóemgen [koiṽʲʝʲenʲ] belegt, mittelirisch Caoimhghín [kəiṽʲʝiːnʲ]. Die heutige Form im Neuirischen ist Caoimhín ([ˈkɰiːvʲiːnʲ]). Die bekannte Form Kevin ist die anglisierte Version des irischen Namens.

      Der Name setzt sich zusammen aus dem irischen caomh (Altirisch cóem) „lieb/teuer, geliebt, zur Familie gehörig, schön, edel“[1] und -gin (Altirisch gein) „Geburt, Kind“.“

    • Lichtblau sagt:

      Und da gibt es noch die mittlerweile längst erwachsenen Maiks, Marsels und Devids. Kommen deren Eltern wirklich aus der Unterschicht? Oder wurde die eingedeutschte Schreibweise vom Staat vorgeschrieben?

    • EC sagt:

      Oh, Fiammetta ist ein wunderschöner alter Name, der gefällt mir sehr.

  • Nina sagt:

    Diese ganze Diskussion begann ja mit dieser Schantall Sache. Dazu gibt s ein Buch von Kai Twilfer „Schantall, tu ma die Omma winken!“ Daraus: Das Buch ist aus der Sicht von Jochen geschrieben, Sozialarbeiter in der fiktiven Kleinstadt Bochtrop-Rauxel. Er wird von der Kulturbehörde in den Sozialdienst versetzt. Gleich zum Einstieg in seine neuen Aufgaben wird er mit der chaotischen Unterschichtfamilie Pröllmann konfrontiert. Ihre Welt ist vom Chantalismus bestimmt. Tochter Schantall, 24 Jahre, Schulabbrecherin, zieht, nachdem ihr Mann Ronny sie verlassen hat, den gemeinsamen Sohn Tschastin alleine groß. Jochen lernt ein ihm zuvor unbekanntes Milieu kennen, das sich um Tattoos auf dem Rücken, getunte Autos, Glitzerhandys, das Solarium und Busurlaub in Lloret de Mar dreht.

  • Dahlia Meier sagt:

    Manche lassen einen schon mit gewissen Fragezeichen zurück. Aber als Hebamme ist es auch immer wieder lustig was es für Kreationen gibt.

  • Claudia sagt:

    Der Vornamen soll zum Nachnamen passen… Das ist ja alles ganz recht, aber was wenn geheiratet wird?
    Sorry Stefan Hugentobler ich will dich nicht heiraten wegen deinem Nachnamen oder ich behalte meinen, aus Gründen.
    deine Schantal Scheiän Hafächäs

  • Mike sagt:

    Solche Namen erwecken bei mir in erster Linie den Eindruck, dass das zugehörige Kind für die frischgebackenen Eltern in erster Linie ein Accessoire für ihre Instagram-Bilder ist, wo sie ihre Selbstverwirklichung dokumentieren.
    Man sollte sich vielleicht vor allem überlegen, dass es nicht um Kindernamen geht, sondern um Menschennamen. Délphine-Océane Rüdisühli ist heute ein Hipsterbaby, aber irgendwann ist sie vielleicht mal eine Oma, die ihren Enkeln von der komischen Zeit Anfang des Jahrhunderts erzählt, als ihre Eltern glutenfreie Soy-Lattes auf ihrem Macbook verschütteten und sich dabei total „woke“ vorkamen.

    • Stefan Hanselmann sagt:

      Wow, so viel Jugendsprache. Argumente werden stichhaltiger, wenn man die Sprache auch versteht, in der man sie aufschreibt.

    • Délphine-Océane sagt:

      Interessanterweise war aber grad der Name Délphine in der Generation meiner Grossmutter Jg 1907 verbreitet. Ebenfalls die unsterbliche Anna, glamouröse Lydia und exotische Olga. All die Lottas dürften vor 100 Jahren einfach Charlotte geheissen haben.

    • tststs sagt:

      Dass Kinder für das Seelenheil der Eltern hinhalten müssen, wissen wir spätestens seit den Namen:
      Gottlieb, Traugott und Christina 😉

  • Andy Kappe sagt:

    Besonders beknackt sind Doppel Namen wie Christine Christ, Heinz Heitz, Peter Petersen ebenso vermeintlich originelle Namen wie Paris Basler etc. Dann gibt es noch die, welche nur auf die Abkürzung zielen wie Arthur Jakob etc. für AJ und Jacqueline Janette = JJ. Gesegnet sind die mit einem Vornamen als Nachname wie Urs (Vorname) Daniel (Nachname) oder Markus Peter. Aber gewöhnen kann man sich an alles…

  • Beni Jung sagt:

    Je exotischer der Vorname, desto Unterschicht das Elternhaus.

    • Amélie Müller sagt:

      Wobei exotisch zu definieren wäre. Chantal ist in der Schweiz alles andere als exotisch, in Deutschland aber sicher. Es lässt sich nicht alles vom nördlichen Nachbarn auf die Schweiz übertragen. Chantalle hingegen ist ein klarer Hinweis auf elterliche Bildungslücken, sowohl hüben wie drüben.

      Liam Collins passt wunderbar, Jason Rüdisühli (die Eltern waren in den USA auf Hochzeitsreise) tönt furchtbar.

      Meine Grossmutter kam übrigens aus Lausanne. Damit das auch klargestellt wäre.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Französische Namen sind in der Schweiz üblich, aber auch da passt Amélie Müller halt besser als Amélie Hugentobler.

    • Pjotr sagt:

      Was für eine Schicht ist es, wenn man den fast gleichen Kommentar doppelt bringt?

    • Peter Hedinger sagt:

      Die kürzere Variante war schon in meiner Schule allseits bekannt. Wir sagten schon vor über 30 Jahren „Je Name desto Ghetto“

  • G. Moser sagt:

    Ich fand es von Anfang an befremdlich, dass jemand der sein Kind „der Brecht“ nennt sich über „Maximilian-Jason“ lustig macht.

  • Stefan W. sagt:

    Vornamen mit mehr als drei Silben werden in der Schulzeit und oft auch später sowieso gnadenlos abgekürzt. Lea-Marihuana wird wohl schon am dritten Schultag „Jointli“ gerufen werden. Insofern spielt der kompliziert-elitäre Vorname nur noch beim Vorweisen des Ausweises eine Rolle.

    • Cybot sagt:

      Und genau das ist der Grund, warum kurze Namen so doof sind. Bei langen hat man viel mehr Spielraum, ihn auf verschiedene Arten abzukürzen.

      • Ich wohne in Bern, hier wird JEDER Name verhunzt. Viele Eltern, die ihren Kindern einen „nicht verhunzbaren“ Namen gaben, mussten hier bitter lernen, dass es sowas nicht gibt.

      • 13 sagt:

        Doch, hier!
        Ich litt in der Schule richtig unter einer Identitätskrise, weil ich die EINZIGE war, die keinen dieser -ä-Spitznamen bekam….

  • Tom Briner sagt:

    Karl-Heinz und Otto-Julius sind die schönsten Namen. Vor allem wenn man dann noch Bierbaum zum Nachnamen heisst wie der Schriftsteller Otto-Julius Bierbaum.

  • Roberto sagt:

    Anstatt Brecht wäre ja auch Bert (Bertolt) gegangen. Aber ‚Autopneu‘ wäre wirklich ein doofer Name. – Man weiss ja nicht einmal, ob von Michelin oder Conti. – Und so sehen wir betroffen, den Vorhang zu, – und alle Fragen offen …(Der gute Mensch von Sezuan).

  • Beni Jung sagt:

    Je exotischer der Vorname, desto Unterschicht das Elternhaus.

  • Sally G. sagt:

    Shakespeare hat es in Romeo and Juliet sehr zutreffend gesagt: „What’s in a name? That which we call a rose by any other word would smell as sweet“ (Was ist mit einem Namen? Das was wir eine Rose bezeichnen würde bei einem anderen Wort genau so süss schmecken). Alle Namen sind doch schön.

  • Maike sagt:

    Bei der Auswahl der Namen für seinen Nachwuchs sollte man sich in klaren sein, was man seinem Kind damit antun kann – oder eben nicht. Schliesslich muss es damit ein ganzens Leben lang leben. Am besten hat das noch Johnny Cash mit A boy named Sue beschrieben.

  • Toni Diwan sagt:

    Seien sie nett mit ihren Kindern. Verzichten sie auf Namen die ihr Kind bis ins hohe Alter buchstabieren muss damit sie richtig geschrieben werden. Die „Renée“ die immer wieder auf den französischen Accent im Namen hinweist, mag ausserhalb des entsprechenden Sprachraums niemand wirklich. Nebenbei: Langweilig, bünzlig und verwechselbar „Paul Müller“ zu heissen, ist in Zeiten ewig gespeicherter Internetkommentare ein Segen. Glauben sie mir.

    • Paul Müller sagt:

      Das tue ich.

    • Vierauge sagt:

      das kann aber auch mit gängigen Namen schiefgehen. Ulrich (wie Zwingli, von Hutten oder Ueli der Knecht) beispielsweise ist in jedem anderen als dem deutsch Sprachraum ein Zungenbrecher. Was macht man dann, wenn man in einer internationalen Firma arbeitet?

      • Ueli der Knecht sagt:

        Oh…ich erklär die Aussprache und wie sie am besten gelingt. Ist immer beste Unterhaltung (für beide)

      • Marcus Ballmer sagt:

        Der „Ueli“ wird in Deutschland gnadenlos zum „Üli“, die Zoe zur „Zö“ und der Chloe sagen sie „Klo“.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Toni Diwan

        Bei Renee wäre es ja schon hilfreich, wenn wenigstens die Eltern den Namen ausprechen könnten. Ich kannte Eltern, die sprachen den Namen „Röne“ aus.

      • Vierauge sagt:

        @Ueli: das stimmt.
        Das beste, was ich dazu bisher gehört habe, waren englische Kolleginnen, die mich „Juli“ riefen – es hat eine Weile gebraucht, bis ich kapierte, dass sie den Anlaut meines Kurznamens einfach englisch aussprachen.

      • Marcus Ballmer sagt:

        @Siebenthal: Röne ist richtig. Rene wäre falsch. Das erste e hat kein aigu.

  • marsel sagt:

    Als ich den Titel gelesen hab wusst ich schon, dass MUSS der mit dem kleinen Brecht sein 🙂 .

  • tststs sagt:

    „Sich über vermeintlich blöde Kindernamen lustig zu machen, ist ein elitärer Spass.“ Nope, ist es eben nicht; es ist für Leute, die „mit dem Humor Mario Barths gesegnet sind“.
    Ja, ich gehöre zur Günzin-Fraktion: Beim ersten Mal war das Schweizer Äquivalent zu Mary Jane noch einigermassen witzig, aber irgendwann verrät es nur noch eines: das Niveau des Witzereissers (bei Ihnen, werter Herr Tschannen, ist dank des restlichen hohen Niveaus die gelegentliche Humor-Talfahrt gerade noch so hinzunehmen 😉 )

    Ich bin mir sicher, ein Blog über freie Namenswahl beim Nachnamen wäre bedeutend witziger..-

    • Elitär und Mario Barth gehen durchaus zusammen. Nicht, weil Mario Barth was mit Niveau zu tun hätten, sondern einfach weil jeder subjektiv elitär sein kann.

      Ich bin mir übrigens durchaus bewusst, dass sich bei Maximilian-Jason und Lea-Marihuana niemand mehr vor Lachen einen Leistenbruch holt. Aber sie sind mir als wiederkehrende Charaktere sehr ans Herz gewachsen.

  • beat graf sagt:

    Echt jetzt Herr Tschannen, heisst Ihr Kleiner jetzt wirklich Brecht. Erinnert mich an die „Drei Groschen Oper“ von Brecht und Weill. Sie wissen schon, die mit dem Messersong.

  • beat graf sagt:

    Zum Zweiten: Namen sind sowieso eine Modeerscheinung. Mitte 50iger Jahre gab es doch fast nur Elisabethen in jeglicher kürzerer oder längerer Form.
    Mein Name im Bernbiet damals 1954… Wir waren zu zweit in der Unterstufe, zu viert in der Oberstufe, am Arbeitsplatz gab es mehrere und in der Feuerwehr waren wir zu dritt. Leider unterliessen es meine Eltern damals mir einen zweiten Vornamen zu geben. Macht sich doch auf Visitenkarten viel besser mit dem zweiten als einzigen Buchstaben. z.B. Martin C. Müller.
    Muss ja niemand wissen, dass C für Chlaus steht.

    • Vierauge sagt:

      Sie können sich den Initial ja noch dazudichten – z.B. Beat S. Graf (wie Superstar), das hat doch was.

      • beat graf sagt:

        Hallo Vierauge, als Superstar sehe ich mich eigentlich nicht. César würde mir fürs C besser gefallen. Hat was ehrwürdiges, historisches.

    • Elisabeth Schmid sagt:

      Die Elisabethen gabe es auch noch in den 60er Jahren. Unterdessen ist aber der Name schon wieder richtig exotisch. Und vor allem: auch die Angelsachsen können ihn aussprechen, wenn auch mit ein bisschen mehr Spucke als unsereins.

  • Matt sagt:

    Das ist jetzt wohl schon etwas zu kurz gegriffen.
    Bei nordischen Namen wie Lif oder Mikko fällt das sicherlich weniger auf wenn er auf ein typisches schweizer Geschlecht wie Iten oder Bürki trifft.
    Aber wenn die Shaienne oder der Ethan auf Hugentobler endet wirds einfach doch etwas schwierig.
    Da ich keine Kinder habe ist das allerdings kein Problem meiner Stufe.

    • beat graf sagt:

      Herr Matt, Lif Iten klingt doch Leviten…

      • Matt sagt:

        Punkt für Sie Herr Graf;-)
        Wenns allerdings nur ums „verhundse“ des Namens geht, werden sie verlieren.
        Wir haben in der Schule alles und jeden Namen irgendwie abgeändert um denjenigen zu foppen.
        Auch ich bin heute trotz meinen 40 Jahren bei vielen meiner Freunde „s’Mätteli“
        Alles halb so tragisch wie ich finde.

      • Anh Toàn sagt:

        @Matt: In der Schule wurde mehrheitlich aus dem Familiennamen ein Rufname gemacht. Manchmal benutzten wir den richtigen Vornamen um jemanden zu foppen, insbesondere Jürgen oder Werner erscheinen uns wie Beleidigungen.

    • Schlumpfine sagt:

      Lif Hugentobler klingt nun auch nicht gerade umwerfend.

  • Roxy sagt:

    Wurde Zeit für diesen Blog. Bin mit Güzin Kar einer Meinung. Namen sind – wie Menschen- grundsätzlich schön.
    Das sich lustig machen ist nur vermeintlich elitär. Das ist wie bei Trash TV Formaten. Die sich darüber amüsierenden fühlen sich zwar über die Vorgeführten erhaben, zeigen aber genau damit, dass ihr eigenes Niveau bescheiden ist.

    • Es wäre reichlich elitär, elitäres Verhalten nur einer Elite zu gönnen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Sie wissen ja, dass ich Sie mag und ihr Humor ansonsten so ausgereift ist, dass ich ihnen dies gut durchgehen liess, zudem haben Sie sich mit „Brecht“ stets selbst in die Reihe gestellt.
        Aber es wird eben auch in diesen Kommentaren deutlich, dass mit solchen Spässen oft sehr reale Vorurteile von Menschen genährt werden. Die tatsächlich sofort Menschen abwerten, sobald sie einen Namen hören, der ihnen nicht passt.

        „Humor“ wird oft missbraucht, um Vorurteile zu erhörten, andere abzuwerten mit dem Ziel sein eigenes kümmerliches Ego aufzublähen.
        In diesem Sinne war es überfällig, dass Sie solchen …… aufklären, dass Sie den Spass nicht so von oben herab gemeint haben.

      • Es ist halt immer schwierig zu beurteilen, welche Themen man mit Humor angehen darf und welche nicht. Dazu ein wunderschönes Zitat von Moritz Hürtgen:

        „Sag mir, was dir am Herzen liegt, und ich zeig dir, wo für dich Satire aufhört“

        Meine Meinung: Satire/Humor darf viel, solange sie/er nicht gegen unten tritt, also Opfer verhöhnt, Schwächere klein macht, etc. In dem Sinne finde ich, darf man durchaus auch humorvoll mit dem Thema Namen umgehen. Dass daraus manche eine Diskussion über Bildungsniveaus machen wollen … nun denn. Ich finde es schade, aber ich bin zum Glück auch nicht der Bestimmer darüber, wer was sagen darf.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Das geht uns wohl allen so.
        Und wie ich schon sagte: mit dem Brecht, haben Sie sich selbst in die Reihe der Verspotteten gestellt (und das ist das wahre Wesen des Humors) und mit diesem Blog haben Sie zusätzlich nochmals klargestellt wie Sie es meinen.

        Sie haben also meine volle Zustimmung. Meinen Applaus und Segen. Und ich verleihe ihnen für diese Antwort obendrein noch den Orden des „fidei defensor“.

      • Einen Orden nimmt man immer gerne. Danke sehr.

  • christine sagt:

    Kinder hiessen schon immer „blöd“ – entweder ein paar Jahre nach ihrer Geburt, wenn der Vorname sich als Allerweltsvorname entpuppt oder wenn er plötzlich als altmodisch gilt. Die Kinder dagegen werden erwachsen und gewöhnen sich an ihren Vornamen. Die Namenswahl erfolgte auch früher nicht „vernünftiger“ als heute. Mein Grossvater z.B. hat zwei seiner Töchter nach den Pferden benannt, die er im 1. Weltkrieg in der Armee betreute. Die anderen Grosseltern gaben ihrem 3. Sohn die Namen seiner verstorbenen „Vorläufer“. Dagegen fallen die „Kevins“ auch nicht aus dem Rahmen (die gibt’s in Deutschland seit 1977 Kevin Keegan beim Hamburger SV kickte). Nur „Uschi-Sigurd“ geht nur, wenn dem Kind geschlechtlich alle Optionen offen bleiben sollen – dann aber bitte ohne Bindestrich.

    • Thomas Hürlimann sagt:

      Also ich hatte es bei meinen beiden Jungs so gehalten. Einen hatte ich beigesteuert, einen , meine Frau..

      Langer Nachname gleich kurzer Vorname, gleich, möglichst wenig zu veräppeln,
      Füt unseren Nachnamen gibt es schon genug…gleich Lukas und Fabian. Wobei dann der „hau den Lukas“ schon noch da war. Aber ansonsten, hat das ok funktioniert.

  • Anh Toàn sagt:

    Aber blöd find‘ ich jetzt aber wirklich blöd als Namen.

  • Martin sagt:

    Sind die Namen nicht eher die Verwirklichung der kreativen „hi, hi, hi“-Phase der Eltern? Wer sein Kind mag, der sollte ihm einen Namen geben, den es auch als Erwachsener noch gut und gerne benutzen kann. Wenn ich teilweise lese, wie Leute ihre Kinder benennen, dann denke ich einfach: Diesen Leuten sollte man die Kinder wegnehmen! Aber ist halt Mode, genau wie dieser links-alternative Lebensstil mit veganer Ernährung und viel „Natur“, Apple, Tesla und so… Namen haben auch eine Bedeutung; die kann auch ganz interessant sein.

    • Pjotr sagt:

      Glauben Sie wirklich, dass dieses „Namensoriginalität“ irgend etwas mit Schichten, welche Ihren Phobien kitzeln, zu tun hat.

    • Vierauge sagt:

      also ich weiss ja nicht, ob Sie Kinder haben und ob Sie sie der Einfachkeit halber Martin II. genannt haben. Aber Kindenamen finden ist manchmal echt schwierig, und das hat nichts mit dem Lebensstil oder der Ernährung zu tun. Allerdings haben manche Leute einen weiten Horizont, der ihnen mehr Möglichkeiten bietet als Beat, Daniel oder Dölf.
      Mich würde dann übrigens die Untersuchung interessieren, die den Zusammenhang zwischen links-alternativem, Lebensstil, Veganismus und der Alleinstellung von Kindervornamen belegt (oder widerlegt).

      • Martin sagt:

        @Vierauge: Wieso Martin II? Ja, ja, weiterer Horizont… Ich habe keine Untersuchung dazu, aber es passt genau, wie die Faust auf’s Auge, sozusagen. Es gibt Leute, die ihr Kind „Wiesengrund“ taufen wollen etc. Ich denke kaum, dass ein CEO einer mittleren bis grösseren Firma, sein Kind so taufen würde. Merkwürdige Namen bekommen meistens nur Kinder, mit merkwürdigen Eltern. Oft so Sektenanhänger, extrem spirituell angehauchte etc.

      • Vierauge sagt:

        es gibt in einigen Familien die Tradition, den Sohn nach dem Vater zu nennen, dann muss man auch nicht soviel nachdenken (daher Martin II.).
        Ich habe noch niemand kennengelernt, der sein Kind Wiesengrund nennen wollte, aber dafür jede Menge anderer seltener oder selbst ausgedachter Kindernamen gehört, und zwar bei allen möglichen Leuten, nicht nur den Esoterikern.
        Nur CEOs kenne ich leider keine.

  • Röschu sagt:

    Wie schon Goethe in Faust sagte bzw. schrieb: „Namen ist Schall und Rauch“.
    .
    Kurios wird es, wenn die Eltern Wochenlang nach einem Namen suchen, der nicht abgekürzt werden kann und das Kind dann am Ende „Enis“ heisst…
    Da lache ich dann aber nicht über den Namen an sich, sondern über die Naivität der Eltern.

  • 13 sagt:

    „Wir suchen übrigens seit fast 5 Jahren einen schönen Namen für unser zweites Kind. Bisher erfolglos. Keiner ist würdig genug, ihn unserem erhabenen Spross darzutun.“

    Was? Da freut sich die treue Leserschaft seit Jahren auf Jackie und nun wird in einem Nebensatz mitgeteilt, dass noch keiner feststeht? 😉

  • mark sagt:

    Typisch Pädagoge: elitär, beurteilend und frech. So erzieht man Kinder zu Toleranz, weltoffenem Denken und sozialer Verantwortung.

  • beat graf sagt:

    Der Vorname muss irgendwie zum Nachnamen passen. Es gibt tatsächlich Namen wo ich mich frage, ob die Eltern an das spätere Dasein ihres Kindes gedacht haben.

  • Ben sagt:

    Also wirklich, Herr Tschannen; so einen oberflächlichen Artikel…..von Ihnen!
    🙂

    Wo wir (die elitäreren jedenfalls unter uns) doch wissen, daß eine Kindesname unbestreitbar die soziale Herkunft der Eltern widerspiegelt.
    „Kevin ist kein Name, sondern eine Prognose“ sagte mal ein deutscher Sozialwissenschaftler.
    Sie meinen, das wäre falsch? Testen Sie selbst: Wie viele Kevins kennen Sie in Führungspositionen? Nach dem Hype bei der Vergabe vor einigen Jahrzehnten müßten die nach Ihrer These der Gleichheit ja in den Vorständen angekommen sein.
    Kevin Costner scheidet als Schuldiger übrigens aus. Es sei denn, man nimmt eine Korrelation für eine Kausalität.
    Und meine eigene Lebenserfahrung zeigt: Je blumiger das Kind heißt, desto trister ist das Elternhaus.

    Und jetzt?

    • Oberflächlich ja, das stimme ich gerne zu. Zur Kausalität der Kevins fehlt mir die Datengrundlage. Die soziale Herkunft … ach, ach das wird auch gerne etwas herkonstruiert. Ich kenne Kevins aus sehr gutem Hause. Ausserdem kenne ich sehr gute Häuser, die einige als „sozial schwach“ bezeichnen würden. Lassen Sie uns nicht all zu sehr schubladisieren.

      • Lichtblau sagt:

        Wie ich einem Roman von Ruth Rendell entnehmen konnte, sind „Kevin“ und „Barry“ offenbar typische britische Arbeiterklasse-Namen. Na und? Ich denke da an coole Working Class Heroes. Überhaupt: „Barry“ heisst hierzulande kaum einer. Dabei hätte das doch einen schönen Schweizbezug, so als Alternative zu Bernhard.

  • Firn sagt:

    Kommentar einer Kindergärtnerin: „Kevin ist kein Name sondern eine Diagnose. Nämlich diejenige der Eltern.“ Brecht et al. wohl ebenso.

    • Christoph B. sagt:

      Dass Ihr Kommentar überhaupt aufgeschaltet wird, gleicht einem kleinen Wunder. Sie haben den Nagel auf den berühmten Kopf getroffen.

    • 13 sagt:

      Wie dankbar wir doch alle sind für die völlig vorurteilsfreien, unvoreingenommenen und professionellen Lehrpersonen, die von Eltern erwarten, dass diese ihnen vertrauen sollen und an den Elternabenden etwas von „guter Zusammenarbeit von Eltern und Schule“ fasseln…

      • Martin Frey sagt:

        @13
        😀
        Aber wir vergessen, gerade in einer gewissen Euphorie bei der Namensgebung, natürlich gerne, dass wir es zeitlebens mit Menschen zu tun haben. Denn nicht nur in der Schule „menschelt“ es. Namen sind daher eben nicht nur „Schall und Rauch“, sondern begleiten ein Kind ein Leben lang. Der Mensch sollte jedoch im Vordergrund stehen, und nicht der Namen. Es liegt an den Eltern, hier nicht das Terrain falsch zu ebnen, auf dass das Kind sie nicht eines Tages dafür hassen wird.
        Namen wie „Cheyenne“, „Osama“ oder „Maikol“ rufen nun mal zwangsläufig Assoziationen hervor, und das ist nicht primär der Fehler der Menschen, bei denen dies der Fall ist.

      • Röschu sagt:

        „Namen wie „Cheyenne“, „Osama“ oder „Maikol“ rufen nun mal zwangsläufig Assoziationen hervor, und das ist nicht primär der Fehler der Menschen, bei denen dies der Fall ist.“
        Ähm doch, genau das ist es.
        Menschen, die andere Menschen allein aufgrund des Namens in eine bestimmte Schublade stecken, disqualifizieren sich selbst.

      • Martin Frey sagt:

        @Röschu
        „Menschen, die andere Menschen allein aufgrund des Namens in eine bestimmte Schublade stecken, disqualifizieren sich selbst.“
        Assoziationen und Schubladisieren ist nicht dasselbe, Röschu. Assoziationen passieren einfach, und auch Sie sind davor nicht gefeit. Schubladisieren hingegen ist ein aktiver Vorgang.

      • 13 sagt:

        @ Martin
        Assoziationen passieren einfach. Diese auch zu äussern, möglichst als angeblicher Fakt dargestellt, ist ein bewusster Entscheid.

    • Lace sagt:

      Furchtbarer Kommentar!Total verachtend!Und so „etwas“arbeitet als Kindergärtnerin….Pfui!

      • Marcus Ballmer sagt:

        So ganz haben Sie’s nicht verstanden: nicht der Name „Kevin“ ist das Problem, sondern die Eltern, die ihr Kind so getauft haben. Zu hoch für Sie, gäll…

    • Valentin B. sagt:

      Sehr schön Firn! 🙂
      Ich würde dazu noch alle Levin’s, Nevin’s und weiss der Geier was noch für #evin’s nehmen!
      Diagnose!
      Super! 🙂

    • Eine ganz lustige Kindergärtnerin. Die ist bestimmt auch „ein bisschen verrückt“ und sagt so Dinge wie „Hunde sind nicht unser ganzes Leben, aber sie machen unser Leben ganz“.

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