Babypanik! – Mutter werden mit Angstzuständen

Schaffen wir zwei, wir drei es wirklich zusammen? Foto: Engin Akyurt (Pexels)

Es ist 7.05 Uhr und am anderen Ende des Sofas schläft mein Sohn. Und wie die meisten achtwöchigen Babys – gleichzeitig konservativ und anarchistisch gesinnt – wird er bald losweinen, um nicht zu sagen: losheulen. Dennoch lässt mich das kleine Gesicht neben meinen Füssen grinsen und bin ich neugierig auf einen weiteren Tag, den wir gleich zusammen beginnen werden.

Vor fünf Wochen hockte ich morgens um diese Zeit auf der Fuge zwischen Küchen- und Korridorboden, Rücken und Kopf an den Türrahmen gepresst, eine Wärmeflasche über dem Zwerchfell. Den nächsten Schritt konnte ich mir nicht vorstellen.

Ich konnte gerade einmal exakt in dieser Position verharren: Ich hatte derart Angst. Angst davor, dass das Baby aufwacht und schreit, dass ich es nicht beruhigen kann, dass ich das nicht aushalte, dass es leidet, dass mein Partner leidet – dass ich nicht im Stande bin, mein eigenes Kind zu versorgen. Ich hatte schon von Müttern gehört, die zusammen mit ihren Babys in der Psychiatrie betreut werden und sah das Szenario genau vor mir: Der Kleine und ich in einem öden Irrenhaus, wie aus einem veralteten Spielfilm.

Aber auch Ängste ohne konkrete Bilder drückten mich auf den Fussboden hinunter. Das blosse Gefühl, sogar die Gewissheit, dass meine Welt jeden Moment zusammenbrechen, zerkrümeln, erstarren, explodieren, verwehen könnte.

Eine frühere Angststörung

Dass rund 15 Prozent der Frauen in der Schweiz nach der Geburt unter depressiven Zuständen leiden, ist heute glücklicherweise recht gut bekannt. Wohlmeinende Verwandte schickten mir Artikel zu diesem Thema, als sie hörten, dass es mir nicht gut gehe als frischgebackene Mama.

Angststörungen können mit postnatalen Depressionen einhergehen, müssen aber nicht: «Mein Ding ist nicht wirklich der Blues, sondern mehr die Panik …» – so versuchte ich es einigen wenigen zu erklären. Episoden übermässiger Furcht könnten im Zuge der enormen hormonellen Veränderungen nach Schwangerschaft und Geburt jede treffen, aber für manche ist das Risiko erhöht, etwa durch eine traumatische Geburt, schwierige private Umstände oder eine frühere Angststörung. Zu letzteren Frauen gehöre ich.

Medikamente, Therapie, Mut und Glück

Ende zwanzig war ich an einem Septemberabend so erschöpft, dass ich nicht mehr weiter konnte in meinem Alltag, wie ich ihn über Jahre hinweg auf Maximaltempo bestritten hatte. Zwei verknüpfte psychosomatische Symptome hatten mich schlichtweg umgehauen: Tinnitus und Panikattacken. Mit der Unterstützung meines Partners und meiner Freunde, mit einer Behandlung kombiniert aus Gesprächstherapie und Antidepressiva, mit etwas Mut und wohl auch Glück konnte ich aber allmählich mehr Sicherheit finden. Und daraus wurde mit der Zeit wieder Freude, Spass und Energie.

In den letzten zehn Jahren habe ich viel gelacht, viel geschlafen und ziemlich viel gearbeitet. Und doch: Wie oft ich dabei wieder mit körperlichen und emotionalen Alarmzuständen zu tun hatte, wie oft ich sie wieder kürzer oder länger behandeln musste, kann ich nicht einmal mehr sagen. Dreimal? Viermal? Die Frage, ob und wie wir zusammen ein Kind grossziehen könnten, beschäftigte mich und meinen Mann dabei immer wieder.

Anfang letzten Jahres waren wir uns soweit sicher: Wir möchten ein Baby bekommen. Mit meinem Psychiater und der neuen Frauenärztin hatten wir mögliche Szenarien besprochen: Falls unumgänglich, könnten bestimmte Medikamente in der Schwangerschaft eingenommen werden. Bei Übermüdung im Wochenbett könnten wir schöppeln statt stillen. Nach einem halben Jahr war ich schwanger – und obwohl mir monatelang übel war, fühlte ich mich wohl und zuversichtlich. Ob es der neu gemixte Hormoncocktail war und/oder der generelle Perspektivenwechsel auf Job und Alltag? Wie froh waren mein Mann und ich, dass wir es gewagt hatten, schwanger zu werden!

Auf einem anderen Stern

Das tolle Gefühl hielt die ersten Tage als Mutter an. Die Geburt war auf intensive Art schön gewesen, und ich lebte mit dem winzigen Geschöpf im Spital wie auf einem glücklichen, anderen Stern. Zu Hause angekommen, beglückwünschte mich die Hebamme zum Milchfluss, zur Abheilung der Blessuren und zum geschickten Säuglingsmanagement.

Ich selbst aber fand keine Ruhe. Sobald ich einnickte, schreckte ich auf mit Herzklopfen: Ich spürte das Baby unter mir eingeklemmt, sah es riesengross über mir oder suchte es, winzig klein in den Teppichfransen verloren gegangen. In den kurzen Still- und Schlafpausen starrte ich meinen Sohn an. Blockiert irgendwo zwischen Ehrfurcht vor und purer Furcht angesichts der Tatsache, dass diese Person ab sofort, erst mal pausenlos und dann noch für viele Jahre ganz eng mit mir zusammenleben würde.

«Du siehst aus, als wärst du auf der Flucht»

Bei jedem Wehwehchen rechnete ich mit der totalen Eskalation – und dabei handelt es sich bei unserem Baby um ein durchschnittlich entspanntes Exemplar. Sobald möglich, ging ich aus dem Haus, schob den Kinderwagen eiligst vor mir her. «Du siehst aus, als wärst du auf der Flucht», witzelte ein Freund.

Aber ganz sicher war ich das. Mir war wieder permanent übel, die Extrakilos verschwanden viel zu schnell. Ich kannte die Symptome und dachte nur: Bitte, bitte nicht! Wenn ich unserem Kind ganz nahe war, am besten Haut auf Haut, Blick im Blick, ging es besser. Dann spürte ich ganz zart sein und mein Vertrauen, konnte meine Gefühle für ihn kennen lernen, ohne davon überspült zu werden.

Aber zwischen Übernächtigung und Brustentzündung, Gallseife und Binden, Fluten von Gratulationen und Erkundigungen nach meinen Jobplänen kam mir das Baby vor wie ein Meteorit, der mit voller Wucht mitten in mich eingeschlagen hatte. Vollkommen schön, aber viel zu heftig. Ich wusste nicht, wie ich mich jemals an seine permanenten Bedürfnisse und Nöte, seine Unberechenbarkeit, seine schiere Präsenz gewöhnen könnte.

Weniger schlecht, aber nicht gut genug

Immerhin wussten wir, was zu tun war: Unterstützung und Entlastung suchen. Ich besprach mich intensiv mit der Hebamme und meinem Therapeuten. Es wurde klar, dass ich andere Bedürfnisse hatte als etwa meine Schwestern, die mir stets als ideale Bébé-Mütter vorgeschwebt waren.

Das Beistellbettchen quartierten wir vom Schlaf- ins Wohnzimmer aus. Zuerst pumpte ich Milch ab, dann stellten wir ganz auf Schoppen um und teilten uns die Nächte. Der Donnerstag wurde zu meinem freien Tag erklärt. Es ging weniger schlecht, aber nicht gut genug.

Zusätzlich zu den fiesen Symptomen war ich traurig und wütend über meinen Zustand: Es schien mir so unfair, mit meiner momentan zu dünnen Haut zwischen all den scheinbar properen Mamis herumzustolpern. Sich vor Babys, und dann noch vor dem eigenen, zu fürchten, erschien mir selber absurd und sehr, sehr ungünstig im Wochenbett. Selbst in einer belasteten Familie aufgewachsen, wollte ich doch meinem Sohn eine starke, gesunde und fröhliche Mutter sein.

Im Überlebensmodus

Nach einem Monat entschloss ich, die Angstzustände wieder umfassend anzugehen. Jemand Kluges sagte zu mir: «Diese Zeit maximaler körperlicher und emotionaler Veränderungen ist wirklich keine Zeit für Experimente.» Zunehmend konnte ich mich aus dem Überlebensmodus lösen und hatte immer mehr Momente, in denen sich meine Aufmerksamkeit und Kraft auf Schönes, Lustiges, Vertrautes richten konnte. Davon gab es ja mehr als genug!

Irgendeinmal konnte ich erstmals wieder auf dem Sofa liegend in einem Magazin blättern, der Kleine mötzelte am Boden vor sich hin. Und dann schlief ich eines Nachmittags nach dem gemeinsamen Bad zum ersten Mal mit ihm auf der Brust ein. Das Erwachen mit steifem Nacken und Babywärme überall war einer meiner schönsten Momente seit der Geburt. Bis die Empfindungen dauerhaft auf ein für mich «normales» Stresslevel zurückgingen, dauerte es einige Wochen. Mehr als genug Momente des Bangens und einige üble Morgen im Türrahmen inklusive: Schaffen wir zwei, wir drei es wirklich zusammen?

Endlich «Mama»

Wir schafften es, wir schaffen es. Es kam das erste Mal, dass ich mich selbst freiwillig und überzeugt als «Mama» bezeichnete. Mittlerweile kann ich den Kleinen – und mich selbst – meist innerhalb einer halben Stunde zur Ruhe bringen. Und wenn nicht, dann eben in zwei Stunden, oder jemand anderes kriegt es hin. Auch wenn wir gerade überraschend im Kinderspital gestrandet sind. Unser Söhnchen lernt ständig Neues und wir mit ihm.

Ob ich jemals eine Mutter sein werde, die frei von Angstzuständen lebt, weiss ich nicht. Oder ob ich eine Mutter sein werde, die solche herausfordernden Episoden und den Umgang damit immer wieder in den Familienalltag einbauen muss? Vielleicht. Ganz bestimmt aber werde ich jemand sein, der mit seinem Kind über die vielen Facetten psychischer Gesundheit reden wird und darüber, wie man sie pflegen und stärken kann.

Lesen Sie zum Thema auch Vom Babyblues zur DepressionDas hilft gegen den Babyblues, Spiel mir das Lied vom Babyblues.

53 Kommentare zu «Babypanik! – Mutter werden mit Angstzuständen»

  • Micheline sagt:

    Auch ich fühlte mich nach dem Spitalaufenthalt zu Hause völlig überfordert,unsicher und hatte versangensängste. Beim stillen liefen mir die Tränen in strömen übers Gesicht, ich dachte dann immer wenigstens funktioniert das einfach so.
    Heute kann ich sagen, zum Glück war mein Erstgeborener ein pflegeleichtes Baby. Denn 2 Jahre später wurde meine Tochter geboren und sie war sehr anstrengend, doch wir (ich)haben es geschafft. Und heute sind beide tolle und starke junge Menschen mit einer eigenen Zukunft.

  • Jamema Dobry sagt:

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  • Gert sagt:

    Ein netter Beitrag.
    Aber nicht sensationell in seiner Aussage, weil völlig normal.
    Meine Frau hat 18 Monate gebraucht, um unser Söhnchen liebhaben zu können und hat sich bis dahin für eine grottenschlechte Mutter und herzlose Person gehalten.

    Und wenn ich so im Bekanntenkreis herumsehe, ist das eigentlich überall so.

    Die Darstellung von stolzen Müttern im Geburtsbett, die freudestrahlend ihr Kind in die Kamera halten, muß wohl irgendwann von einem männlichen Photographen in die Welt gesetzt worden sein, weil es eben so untypisch ist.

    Heute kleben Mutter und Sohn (4) wie Pech und Schwefel aneinander.
    Alles wird gut.

    • Brunhild Steiner sagt:

      also irgendwie hab ich nun eher den Eindruck „sensationell wie Sie das Gelesene auf eine komplett andere Ebene, welche nun wirklich gar nichts mit der beschriebenen, sehr schweren&herausfordernden, Problematik zu hat, verschieben können, und mit „nett“ und „völlig normal“ herunterspielen.
      Respektive eigentlich den Mut und das-sich-dazu-bekennen abwerten.

      • Gert sagt:

        Ich werte überhaupt nichts ab.

        Anscheinend haben Sie keine Kinder, sonst wüßten Sie, wie elementar das Selbstbewußtsein von jungen Müttern durch einen solchen Vorgang erschüttert werden kann.
        Daß es sich dabei aber bei den Empfindungen nicht um reelle Tatsachen, sondern die psychischen Auswirkungen geringster Mengen biochemischer Botenstoffe handelt, kann als Wissen deren Wirkung zwar nicht eliminieren, aber dennoch relativieren.

        Irgendwie habe ich den Eindruck, die normalsten Sachen der Welt müssen von allen nochmal neu erfunden und interpretiert werden.

        Scheint ein westliches Dekadenzproblem zu sein.
        In den Boomerländern Afrikas und Asiens hört (und sieht!) man von derlei Problemen erstaunlich wenig.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Gert

        Sie haben immer noch nicht verstanden dass es hier nicht um das Erleben von „einfach“ Mutterschaft geht, sondern um das Erleben von Mutterschaft in Kombination einer vorhandenen, schwergewichtigen Erkrankung.

        Und was Ihre Boomerländer betrifft, dort haben Menschen mit Einschränkungen nur bedingt gute Überlebenschancen. Davon hört aber nur, wer davon hören will, ebenso sieht nur wer sehen will.

  • Angie sagt:

    Danke für diesen Mamablog Artikel. Sie schreiben sehr reflektiert und nehmen Hilfe an. Eine starke Frau und mit Sicherheit eine tolle Mutter.
    Eine Anmerkung: Es gibt tatsächlich Abteilungen für Mutter mit psychischen Erkrankungen und deren Säuglinge, zB im Spital Affoltern am Albis die Mutter -Kind -Abteilung.

  • Kati sagt:

    Danke für diesen Artikel! Das Thema ”postnatale Angststörung” ist hierzulande viel zu wenig bekannt. Mir ging es genauso. Danke, dass du deine Erfahrungen teilst und hoffentlich anderen Mut machst. Glücklicherweise lassen sich Angststörungen gut behandeln.

  • Lace sagt:

    Meine Mutter war mir gegenüber sehr offen.Ich wusste ab Primarschule um ihre Angststörungen.Sie war eine sehr liebe,fürsorgliche Mutter.War immer für mich da!Ich hatte eine schöne Kindheit! Es gab Phasen da konnte sie das Haus nicht verlassen,da ging halt ich einkaufen.Ich war dadurch schon früh sehr selbständig.Es war aber nicht wirklich eine Belastung für mich. Als Erwachsene war die Sorge um sie dann schon immer da.

  • Christina sagt:

    Ich sehe ein, dass es sich hier um ein schwerwiegendes psychisches Problem handelt, daher ist mein Kommentar sicherlich nicht 100% passend. Aber trotzdem finde ich, sieht man an diesem Beispiel wieder einmal ganz klar, wie aberwitzig es ist, eine junge Mutter völlig alleine mit einem Neugeborenen für den ganzen Tag in einer Wohnung einzusperren. Wie wäre es denn gewesen, wenn das Neugeborene in eine Grossfamilie mit Tanten, Onkeln, Cousins und Schwiegereltern hineingeboren worden wäre? Dann hätte es zig Leute gegeben, die das Kind umsorgt hätten und die Last des Alleinezuständigseins wäre von der Mutter genommen worden. So wie wir heute Elternschaft leben (Mutter völlig alleine zu Hause, Vater 8h bei der Arbeit, niemand sonst da), ist m.M. nach nicht normal.

    • maia sagt:

      Also wenn jemand einen anderen Menschen einsperrt, dann ist das ein Fall für die Polizei! Das hat offenbar auch niemand mit der Autorin gemacht. Im Gegenteil: Sie hat anscheinend ein Umfeld, das sich mit ihr und um Sie kümmert. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat dieses Umfeld ihr auch Mut zum Kind gemacht. Ich finde den Artikel sehr schön und mutmachend.

      • Christina sagt:

        Das mit dem Einsperren war natürlich nicht wörtlich gemeint sondern in einem übertragenen Sinne. Ich finde es aber wirklich falsch und eigentlich auch verantwortungslos, ein Neugeborenes einer einzelnen Person alleine zu überlassen (verantwortungslos für die erwachsene Person, in wenigen Fällen auch für das Kind). Wann in unserer Gesellschaft hatten wir das denn, dass ein junger Elternteil (in der Regel die Mutter) nach der Entbindung sich völlig alleine mit dem Neugeborenen in seine Wände zurückzog? Das ist doch wirklich unnatürlich, wenn man mal drüber nachdenkt und die Verantwortung, die da alleine auf der Mutter lastet, ist eigentlich zu gross.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Christina
        an welche Zeit/gesellschaftliches Umfeld denken Sie da genau? Grössere Familienstruktur kombiniert mit lokaler Nähe bedeutet nicht unbedingt liebevolle Unterstützung, da war oft auch viel Kontrolle&Zwang vorhanden, die Kinder den verwandtschaftlichen Vorstellungen ausgeliefert.

        Ich bin ganz froh drüber dürfen wir uns „heute“ in alle Richtungen bewegen/entwickeln und sind nicht gezwungen auf ewig am selben Ort zu leben; man kann das bedauern, oder für Etablierung neuer Netze vor Ort sorgen: Nachbarschaftshilfen, Eltern-Kind-Gruppen, Gemeinschafts/Familienzentren usw. In der Regel hat man ca 9 Monate Zeit sich über vorhandene Möglichkeiten kundig zu machen.

    • Sst sagt:

      Ja, du hast recht. Mir ging es auch so ähnlich wie der Autorin. Mir fiel die Decke auf den Kopf. Noch schlimmer war es beim 2. Kind. Da gab es oben drauf noch stark erschwerende Umstände, ich musste 2 mal ins Spital, Medis etc. Meinen Mann, der mich voll unterstützt hatte, hat es 6 Monate verzögert ebenfalls erwischt. Mit einer wärmenden Familie wäre das nicht in diesem Ausmass passiert. Die Kleinfamilie ist da sehr schnell am Limit… zum Glück hatten wir liebe Freunde! Wir brauchten 3 Jahre um uns wieder ganz zu erholen. Geburt und Baby werden unterschätzt. Auch wenn es gleichzeitig auch eine das grösste Glück ist!

    • Gert sagt:

      Da könnte was dran sein.
      Es gibt ja eine Menge Kulturen, wo Kinder nicht allein in der Verantwortung der leiblichen Eltern, sondern des ganzen Clans liegen, was ja im Prinzip eine Großfamilie auch ist.
      Ich habe nicht den Eindruck, daß es dort unzivilisierter zugeht.

      Und selbst ein gut eingespieltes Ehepaar kommt bei der heutigen Art, wie man sein Leben organisiert hat, mit einem zusätzlichen dauerpflegebedürftigen Schreihals an seine physischen und moralischen Grenzen.

      Das größte Geschenk an uns war deshalb immer, wenn die Patentante unseres Kleinen, selbst schon Oma volljähriger Kinder, sich den Zwerg für einen Nachmittag auslieh und damit komplett verschwand.

      Es fehlt einem Paar, was komplett auf sich allein gestellt ist, an Atempause.

  • Emily sagt:

    Nach meiner Geburt war meine Mutter in einer noch krasseren psychischen Situation (Wochenbettpsychose) und durch ihre guten Erklärungen weiss ich aber, dass ich sozusagen keine Schuld daran trage und mich nicht schuldig fühlen muss, auch wenn es ihr sehr schlecht ging. Wie der Sohn der Schreiberin hier war ich ein gewolltes Kind und in diesem Fall waren ihr die Risiken sokar bewusst.

  • Tamara Methia Diaz sagt:

    Mann, verdammt, was soll denn das Kind später mal denken, wenn es lesen kann und dann diesen Artikel liest? Es wird überfordert sein und deprimieren, weil es seiner Mutter eine Last war. Da hilft dann kein Redefluss mehr. Muss man wirklich immer und überall blankziehen? Immer diese Nabelschau auf die vermeinte Befindlichkeit! Noch kann das Kind sich nicht erinnern, das kommt erst mit ein paar Monaten – wäre es da nicht besser, einfach mal die Klappe zu halten, die prä- und postnatalen Selbstinfragestellungen den Psychologen zu überlassen und den Akademikern, die daraus wissenschaftliche Berichte schreiben und Ratgeber für das Bestsellerregal am Postschalter? Sowieso ist eine konkrete verhaltensfokussierte Psychotherapie besser als ein Psychiaterbesuch, der einen nur noch mehr ver-rückt.

    • Hansi sagt:

      Ich möchte wetten, dass das arme Kind nicht mit diesem Blogeintrag das Lesen erlernen muss. Und ich möchte hoffen, dass der junge Mann, wenn er diesen Text liest, eine reifere Perspektive hinsichtlich psychischer Probleme entwickelt hat, als dass Sie sie zeigen Frau Diaz. Mit einer Tabuisierung dieser Diskussionen ist schlussendlich allen geschadet, auch dem Kind.

      • Nicolette Schnucki sagt:

        Frau Diaz geht es ja nicht um das Tabuisieren. Sie schreibt ja, Psychotherapie sei wichtig. Aber das Netz vergisst nichts.

    • Shekina Niko sagt:

      Es scheint mir notwendig, dass Sie sich fragen, weshalb Sie derart aggressiv auf so einen Artikel reagieren. Das hat sicherlich viel mehr mit Ihren evtl. ungelösten Konflikten zu tun, als mit der Problematik der Verfasserin. Abgesehen davon haben heutzutage viele PsychiaterInnen auch eine Ausbildung für Psychotherapie. In diesem Fall können Sie das nicht wissen, also besser mal ruhig bleiben.

    • Emily sagt:

      Nach meiner Geburt war meine Mutter in einer noch krasseren psychischen Situation (Wochenbettpsychose) und durch ihre guten Erklärungen weiss ich aber, dass ich sozusagen keine Schuld daran trage und mich nicht schuldig fühlen muss, auch wenn es ihr sehr schlecht ging. Wie der Sohn der Schreiberin hier war ich ein gewolltes Kind und in diesem Fall waren ihr die Risiken sokar bewusst.

    • tststs sagt:

      Und noch etwas später wird das Kind selber mal ein Elternteil und wird plötzlich verstehen und vllt sogar Dankbarkeit zeigen.

    • Klärli Benz sagt:

      Sie hat das doch anonym geschrieben? Das Kind wird den Artikel also nie lesen, ausser die Eltern entscheiden sich dazu, ihm diesen zu zeigen.
      Es schadet Kindern aber nicht, zu wissen, dass ihre Eltern Menschen sind, mit Gefühlen und einer Krankheitsgeschichte.

    • Vreni sagt:

      @Tamara. Ihre agressive Worte und agressiven Stil ist wirklich furchtbar. Haben sie nie was gelesen über was das Kind empfindet wenn es noch im Bauch der Mutter ist aber fühlt wie es der Mutter schlecht geht ? Nein, sicher nicht. In ihrem Land denkt man vielleicht nicht ans kleinkind, hier in der Schweiz schon. Sie sollten sich schämen so vulgär zu sprechen.

  • Maria sagt:

    Ich finde Sie sehr mutig und reflektiert. Bei mir hat alleine das Erkennen, dass etwas wirklich schief läuft, extrem lange gedauert. Und entsprechend länger hat es gedauert, bis ich Hilfe zulassen konnte. Das hat sehr viel Energie verbrannt! Es hat auch sehr lange gedauert bis ich festgestellt habe, dass es keine perfekte Mutter gibt, auch wenn der Schein immer schön gewahrt wird. Jede Frau sollte sich schnellstmöglich Hilfe holen, wenn Sie das benötigt.

  • Ziehli sagt:

    Wow! Der beste Mama-Blog, den ich je gelesen habe. Das volle Leben. Ich wünsche Ihnen alles Gute!

  • Brunhild Steiner sagt:

    Und vor allem sind Sie jemand die sich den Dingen stellt und Hilfe/Unterstützung in Anspruch nimmt, etwas Besseres kann man für sich selbst&sein Umfeld nicht leisten. Gut möglich dass jeder Entwicklungsschritt ein weiteres Auslöserrisiko darstellt; aber eingebettet in dieses Setting&Offenheit bin ich äusserst zuversichtlich dass Sie es packen werden.
    Finde diesen Bericht sehr mutmachend, für selbst-betroffene Eltern, aber auch Eltern mit davon betroffenem Nachwuchs; mit entsprechender Voraussicht/Unterstützung/Begleitung ist vieles möglich&die Grenzen weiter gesteckt, danke für den Einblick!

    • Reincarnation of XY sagt:

      Diesen Worten möchte ich mich anschliessen.

      Ich finde es toll, wenn dieses Gefäss für solche Beiträge genutzt wird.
      Ich denke, dass der Bericht nicht nur für selbst-betroffene hilfreich ist, sondern ganz allgemein für alle.
      Eine Gesellschaft in der man offen mit Problemen des menschlichen Seins umgeht, wird vorankommen und eine bessere werden.

    • tststs sagt:

      Schliesse mich Ihnen beiden an.

  • sophie sagt:

    Wenn man extrem sensible Genen hat, ist natürlich die Gefahr dass diese Genen auch in die nächste Generation da sein werden. Ich selbst hätte mich nicht getraut ein Kind zu gebären mit dieser emotionellen grundlage. Einen solchen zustand kann von der eigenen kindheit kommen oder genetisch veranlagt sein.
    Angstzustände sind sehr schwer für das kleinkind und er wird selbt ängstlich werden. Nicht nur die physische Gesundheit ist sehr wichtig bei Eltern aber auch die psychiche Gesundheit. Unbedingt ein Kind zu wollen scheint mir gefährlich aber nun ist es da und es bleibt zu hoffen dass alles gutgehen wird. Das wünsche ich Ihnen.

    • Céline Weber sagt:

      Sie machen der Frau ja richtig Mut, bravo!

    • mila sagt:

      Man zeige mir Menschen, die physisch/psychisch vollkommen gesund sind, unbeirrbar und nie-und-durch-nichts-aus-der-Bahn-zu-werfen… Kinder brauchen keine elterliche Perfektion. Wohl aber die elterliche Bereitschaft, sich (immer wieder neuen) Herausforderung zu stellen. So – durch Lerneffekte bei Eltern wie Kindern – entsteht Resilienz. Und Lebenskompetenz. Der Weg der Autorin mag nicht immer ein einfacher sein – aber ich bezweifle stark, dass er abträglich ist für ihr Kind.

      • Amanda sagt:

        „Man zeige mir Menschen, die physisch/psychisch vollkommen gesund sind, unbeirrbar und nie-und-durch-nichts-aus-der-Bahn-zu-werfen… Kinder brauchen keine elterliche Perfektion.“
        Das hört sich für mich sehr verharmlosend an. Generalisierte Angstzustände und Panikattacken sind kein vorübergehendes „aus-der-Bahn-geworfen“ werden. Ihr „nobody is perfect“ wird dem Krankheitsbild nicht gerecht! An Resilienz gewinnt die Mutter, nicht der Säugling/das Kleinkind.

      • tina sagt:

        zwischen vollkommen psychisch gesund und einer mutter, die aus lauter panik in der ecke kauert und sich nicht rühren kann gibt es schon einen nicht unbedeutenden unterschied mila.
        wer panikattacken schiebt weiss das und verwechselt das nicht mit blues. ich habe meinen ex mann einige male auf die notaufnahme gefahren, weil er wirklich das gefühl hatte zu sterben. diese panik ist eine, wie wenn man sterben würde. natürlich spürt das ein kind mila! das ist eine ernsthafte behinderung. mein ex jedenfalls ist 100% iv rentner

      • Reincarnation of XY sagt:

        Lernt doch zuerst mal lesen, bevor ihr eure Ferndiagnosen stellt.
        Diese Frau hat ihren Kinderwunsch mit ihren Vertrauensärzten besprochen. Und aus Ihren Worten kann man nirgends herauslesen, dass ihre Angststörungen so häufig und akut sind, wie das in euren Kommentaren durchgekaut wird.

        Keine Störung ist einfach gleich Störung.
        Von „leicht“ bis „massiv schwer“ gibt es jede Schattierung.
        Und es trägt sicher nicht zur Offenheit bei, wenn jemand der darüber spricht, automatisch in die schwerst-mögliche Schublade gesteckt wird und dazu noch unterschwellig gesagt wird: „Du hättest keine Kinder haben dürfen.“

      • tina sagt:

        xy, lies lieber selber nochmals. da ist keine beschuldigung.
        das thema öffentlich zu diskutieren heisst nicht, dass man nur die autorin beklatschen darf. die autorin wollte das thema zur sprache bringen. verharmlosen und runterspielen ist nicht hilfreich für betroffene

      • tina sagt:

        weisst du xy, als angehörige von psychisch kranken ist es nicht so leicht. für kinder erst recht nicht. wie oft mussten wir hinnehmen, dass wir broschüren für angehörige bekommen, wo alles ganz blumig beschrieben ist, wie man einbezogen würde usw., mit telefonnummer. dann ruft man da an, weil ein wirklich ernsthaftes akutes problem besteht und dann werden gesprächsgruppen erwähnt, am montag nachmittag, 40km weiter weg, für eine andere altersgruppe…. so ungefähr.
        na dann, ich klinke mich wieder aus.

      • mila sagt:

        Vielleicht das doch noch @Amanda: Kinder lernen sehr wohl durch Beobachtung und Nachahmung. Wenn (und auf welche Weise) Eltern ihre Probleme konfrontieren, zum Beispiel. Resilienz und Lebenskompetenz entsteht durch (bewältigte) Herausforderung – nicht im Vakuum einer permanenten Komfortzone. Und eben, wie Roxy zuvor schrieb: hier geht es kaum um einen Schwerstfall psychischer Erkrankung. Bitte Augen-Mass (vor Hintergrund der Textinformation) halten.

      • Reincarnation of XY sagt:

        ich kann deinen Frust verstehen Tina.
        Es ist nicht leicht als Angehörige(r).
        Und ja, selbst viele Fachleute sind nicht gerade sensibel mit Angehörigen. Die haben dann einfach zu funktionieren… ist leider oftmals so.

        Ich sagte nur, dass
        „zwischen vollkommen psychisch gesund und einer mutter, die aus lauter panik in der ecke kauert und sich nicht rühren kann gibt es schon einen nicht unbedeutenden unterschied“

        es dazwischen eine riesige Bandbreite gibt, und dass bloss, weil man das eine Ende des Extrems erlebt hat, man nicht alle in diesen Topf werfen soll.

        @danke mila – tut immer wieder gut, wenn es noch andere gibt, welche das eigentlich Gesagte, ernst nehmen und es dementsprechend auch richtig verstehen

      • tina sagt:

        xy, die autorin IST aber diese mutter, die in der ecke kauert und sich nicht rühren kann vor lauter panik. sie schreibt das, ich habe sie nich in diesen topf geworfen.

      • tina sagt:

        ihr seid wohl beide nicht betroffen, xy und mila. ernst nehmen und richtig verstehen ist nihct = herunterspielen. und wenn man den blues mit lähmenden panikattacken gleichsetzt, hat man das problem nicht verstanden und nicht ernst genommen. ich meine das nicht böse

      • Carolina sagt:

        Meiner Ansicht nach hat Mila exakt den Punkt getroffen: in ihrer Antwort auf sophie, die sozusagen frühkindliche Erfahrungen und (vermeintlich) epigenetische Anlagen für in Stein gemeisselt hält, hat mila geantwortet, dass alle Eltern, wirklich alle, in der einen oder anderen Form Hypotheken und Rucksäcke mit sich bringen – der Schweregrad und die Ausformungen sind selbstverständlich individuell und haben eine riesige Bandbreite.
        Die Autorin heute hat aber ihren – wohlüberlegten und informierten – Weg dargelegt, warum sie trotz schwerer Hypothek ein Baby bekommen hat; es zeigt sich, dass man lernen kann, sich Hilfe zu holen; dass man lernfähig und erfahrungsoffen werden kann. Darauf hat Mila hingewiesen – was genau ist daran falsch?

      • Amanda sagt:

        @Roxy
        Den Tipp mit dem Lesen lernen, schenke ich Ihnen!
        Tina und ich haben auf das verharmlosende posting von Mila reagiert. Wir haben weder Ferndiagnosen gestellt, noch die Autorin in eine Schublade gesteckt, geschweige denn unterschwellige Andeutungen gemacht. Auf Plattitüden wie „Keine Störung ist einfach gleich Störung. Von „leicht“ bis „massiv schwer“ gibt es jede Schattierung“ verzichte ich gerne. Wie Tina, kenne auch ich das Krankheitsbild aus meinem familiären Umfeld und dies über zwei Generationen hinweg. Darüber hinaus verlangte meine spätere berufliche Tätigkeit Fachwissen in dem Bereich. Die Auswirkungen auf ein Kind in diesem Alter beschönigend auf den Gewinn von „Lebenskompetenz“ zu reduzieren, ist schlichtweg falsch.

      • mila sagt:

        @tina, angesichts der gesellschaftlich betrachtet weiten Verbreitung (akuter/chronischer) psychischer Beeinträchtigungen /Erkrankungen (unterschiedlichen Schweregrads) wäre ich vorsichtig mit solchen Annahmen. Mir ging es grundsätzlich darum, dass man im Leben nicht immer alles steuern kann – wer soll angesichts dessen Kinder bekommen dürfen, wer nicht? Die Autorin hat sich mE reflektiert und kompetent zu ihrer Beeinträchtigung geäussert, für die die zudem Hilfe in Anspruch nimmt. Und zumal mir scheint das eine – genug – gesunde Basis zu sein, um ein Kind grosszuziehen. Keinesfalls hatte ich den Leseeindruck, hier habe jemand sein Leben komplett und dauerhaft nicht mehr im Griff.

      • Amanda sagt:

        @mila
        Noch einmal: Die Rede ist von einem SÄUGLING, der die zeitweise psychische Überforderung seiner Mutter miterlebt. Diese Erfahrung als positive Förderung einer späteren Resilienz zu interpretieren, ist – nach Erkenntnissen der frühkindlichen Entwicklungspsychologie – schlichtweg falsch. Sie mit „Verlassen der Komfortzone“ gleichzusetzen, finde ich geradezu zynisch!
        „Und eben [ . . . ] hier geht es kaum um einen Schwerstfall psychischer Erkrankung. Bitte Augen-Mass [ . . . ] halten.“ Ich halte durchaus Augenmass! Tatsache ist, dass eine generalisierte Angststörung, die seit 10 bis 15 Jahren besteht, auch wenn sie nur zeitweise und in unterschiedlichen zeitlichen Abständen auftritt, kein „leichter“ Fall ist. Weder für die Angehörigen, noch für den Betroffenen selbst.

      • mila sagt:

        @Amanda: Ihre Überreaktion und -interpretation sehe ich Ihrer persönlichen Situation geschuldet. Die Autorin hat Massnahmen ergriffen, damit Ihr Neugeborenes nicht unter der Situation leiden muss – eine Schwerstkranke wäre dazu wohl kaum fähig. Wo keine Hilfe in Anspruch genommen wird, leiden Kinder sicherlich darunter – da will ich gar nichts verharmlosen. Aber den Einstiegskommentar von Sophie empfand ich als stark übertrieben, und darauf habe ich entsprechend geantwortet. Soviel zum Kontext meiner Aussagen.

      • mila sagt:

        Und, PS@Amanda: Zwischen einem leichten Fall und einem Schwerstfall liegen mE immer noch Welten. Weshalb befinden Sie es für nötig, derart extrem auf die beschriebene Situation der Autorin zu reagieren? Weshalb halten Sie die obigen Aussagen von sophie – gerade als Fachfrau, die sie gemäss eigener Aussage sind – nicht für problematisch? Der persönliche Hintergrund kann einem bisweilen den Blick etwas ver-engen und ver-stellen. Ich für meinen Teil las in diesem Bericht positive, lebensbejahende, ehrliche Botschaften. Das kommt in dieser Form im Mamablog selten genug vor. Chapeau!

      • Amanda sagt:

        @Carolina
        Vorne weg: Die Autorin hat meinen Respekt dafür, wie verantwortungsbewusst und offen sie mit ihrer Krankheit umgeht, und es ist ihr offenbar wichtig, dass diese differenziert wahrgenommen wird: So weist sie z.B. Menschen in ihrem Umfeld ausdrücklich darauf hin, dass es sich um Angstzustände und Panikattacken handelt und nicht um den Baby-Blues. Meiner Meinung gehen weder Sie noch Mila auf die Autorin und ihre Krankheit ein. Sie verallgemeinern, indem sie sie mit jeder beliebigen Form und Bandbreite von „individuellen Rucksäcken“, die Eltern mit sich bringen, gleichsetzen. Wäre ich die Verfasserin dieses Blogbeitrags, ich würde mich von Ihnen in meiner Krankheit nicht ernst genommen fühlen.

      • Amanda sagt:

        @mila
        Ich sehe in meiner Replik weder ein Überreaktion noch eine Überinterpretation. Die Eindeutigkeit, mit der ich meine Ansichten vertrete, ist eine generelle und weitestgehend unabhängig von persönlichen Befindlichkeiten. Was führt Sie zu dem Gedanken, ich würde Sophies Kommentar unkritisch gegenüber stehen? Weil ich nicht darauf eingegangen bin?
        Ich habe die Autorin an keiner Stelle als „Schwerstkranke“ bezeichnet, ich habe darauf hingewiesen, dass ihre Krankheit kein „leichter“ Fall ist. Die Tatsache, dass die Autorin zu Selbstreflexion fähig ist und sich externe Hilfe sucht, können ihr den Weg aus der Krankheit ermöglichen. Bis dahin werden sie und ihr familiäres Umfeld jedoch immer wieder mit der Unberechenbarkeit der Symptome konfrontiert- und durch sie geprägt werden.

    • Lace sagt:

      @sophie Meine Mutter litt zeilebens unter Angststörungen und Panikattacken.Wir hatten ein sehr innige und schöne Beziehung.Sie hat mir sehr viele Freiheiten gegeben und mich immer unterstützt.Ihr feinfühliges Wesen hat mich stark gemacht!

    • mila sagt:

      Danke für die Ausführungen, Roxy – dem schliesse ich mich ohne weiteren Kommentar an.

  • mila sagt:

    „Mein Ding ist nicht wirklich der Blues, sondern mehr die Panik….“ – jetzt, wo Sie es schreiben, wird mir klar, dass es bei mir dasselbe war. Vielleicht nicht so stark ausgeprägt, aber von der Gefühlslage her gleich. Insofern danke für diesen wichtigen Artikel! Womöglich hilft er anderen betroffenen Müttern, sich (früh) Hilfe zu holen, statt (allein) mit Unzulänglichkeitsgefühlen und Selbstvorwürfen zu kämpfen.

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