Eine Minute, bitte nur eine Minute mal für mich

Die Küche ist ein beliebter Rückzugsort. Leider kennen ihn alle. Foto: Craig Adderley (Pexels)

Es war an einem Sonntagabend in Zürich. Draussen war es gerade dunkel geworden und kühl. Zu dieser Jahreszeit geht das schnell. Kaum war die Sonne untergegangen, kam der Wunsch nach Tee und einer bequemen Hose mit Wollsocken auf. Dankbar dafür, dass ein weiterer Tag um war, an dem nichts Schlimmes passiert war, zog ich mich um.

Wie oft war ich an Sonntagen – warum eigentlich immer dann? – schon im Kinderspital gelandet. Aber an besagtem Abend, die Füsse schon in den Wollsocken, konnte ich auf einen fast normalen Sonntag zurückblicken. Mein Mann war übers Wochenende ins  Ausland gefahren, ich war mit den drei Kleinen alleine.

Mama-Meditation in der Küche

Ich war mit ihnen auf dem Spielplatz gewesen, und wir hatten Fussball gespielt und Verstecken. Und auf dem Heimweg sogar zusammen gesungen. Müde, aber glücklich zog ich mich also in die Küche zurück, wir hatten alle Lust auf Nudeln. Die Kids spielten im Zimmer, und ich freute mich über fünf Minuten Ruhe. Zeit für mich.

Meine Mini-Auszeit hatte gerade erst begonnen, da kam mein Sohn zu mir in die Küche und rief: «Mama, das Telefon hat geklingelt. Es ist Nonna. Da.» Er reichte mir mein Telefon. Ach. Es gelang mir, meine Mutter auf später zu vertrösten und weiterzukochen. Zuzusehen, wie das Wasser langsam Bläschen bildete. Mama-Meditation. Küchen-Yoga.

«Ich muss kochen» – «Und ich muss spielen»

Doch kaum hatte ich mich etwas entspannt, kam meine vierjährige Tochter zu mir und wollte mit mir und ihren Puppen spielen. Ich schickte sie zu ihren Brüdern. «Aber die bauen zusammen Lego, und ich habe niemanden. Bitte, Mama, spiel du mit mir. Wir könnten ja Mami und Papi spielen. Bitte, bitte, bitte!» Ohne meine Antwort abzuwarten, düste sie los und holte Puppen, Puppenwagen, Bobbycar, Spielzeughandy.

Unsere ohnehin winzige Küche war nun auch noch brechend voll mit Spielzeug. Ich stand noch immer am Herd und schaute dem Wasser zu. Einatmen. Ausatmen. Aber meine subtile Nachricht kam nicht an. Die Kleine blieb beharrlich und enthusiastisch: «Komm, wir spielen. Du wärst die Grossmutter und ich die Mutter. Das hier wären meine drei Kinder!» Mit viel Liebe schob sie den Puppenwagen ein wenig hin und her.

Langsam riss mir der Geduldsfaden. Fünf Minuten für mich. Nur. Fünf. Minuten! «Ich muss kochen», sagte ich gereizt. «Und ich muss spielen», entgegnete die Kleine noch gereizter.

Ab in den Ausgang

Und da kam sie, diese tolle Idee. Aus dem Nichts, geboren aus der Not. Meine Chance. Sofort änderte sich meine Stimmung. Ganz freundlich sagte ich zu meiner Tochter: «Hör mal. Willst du mir deine Babys nicht mal geben? Ich passe dann auf sie auf und du gehst in den Ausgang?» – «Wie du, Mama?» – «Ja genau», sagte ich. «Dann muss ich gleich meine Freundin anrufen», beschied sie mir. YESSS!!!

Das Mädchen holte ihr Spielhandy hervor und drückte ein paar Zahlen. «Hallo Freundin! Kommst du in den Ausgang? Ja gut, die Babys sind bei ihrer Nonna.» Sie verabschiedete sich und sagte zu mir: «Ich muss jetzt weg.» «Sehr gut. Geniess es und lass dir Zeit. Du bist eine so tolle Puppenmutter, du hast den Ausgang verdient. Ich habe hier alles im Griff.» Die Kleine lachte, nahm ihre Handtasche, das Handy und den Bobbycar und fuhr aus der Küche. Auf der Schwelle rief sie ihren Babys noch zu, dass sie sie lieb habe und sich mit einer Freundin treffe. Und war weg. Wir spielten Ausgang.

Ich wandte mich wieder meinem Wasser zu und sagte in regelmässigen Abständen betont laut: «Jaja, Babys, alles gut. Mama kommt dann wieder.» Endlich konnte ich in Ruhe kochen.

Als meine kleine Party-Mutter zurückkam, fragte ich sie, wie es denn gewesen sei. «Sehr schön», sagte sie. «Das müssen wir öfter machen.» Unbedingt. Dann assen wir alle Nudeln.

40 Kommentare zu «Eine Minute, bitte nur eine Minute mal für mich»

  • MRK sagt:

    Leute, Leute….
    Ich bin geschockt über die zum Teil sehr bissigen Kommentare… statt sich über die lustige Alltagsgeschichte zu freuen, wird grad die Kindererziehung in Frage gestellt! Die Geschichte ist so witzig und die Autorin zeigt soviel Phantasie und Humor im Umgang mit Kindern und sich selbst! Vielen herzlichen Dank!

  • Tina sagt:

    Wow! Absolut coole Idee das mit dem Ausgang :-).

    Habe gestern ein Interview mit der Familienforscherin Tazi-Preve gelesen. Sie meint, dass es ja eigentlich ein Unding sei, eine Mutter mit kleinen Kindern 24/7 alleine zu lassen. Finde ich eigentlich auch.

  • 13 sagt:

    Wow, einfach toll.
    Das Mütterbashing, wie es im Buche steht. Da wünscht sich eine Mutter nach einem Tag voller Erlebnisse mit ihren Kindern 5 Min. Ruhe. Nur 5 Min., notabene während dem Kochen nicht einfach auf dem Sofa. Und die Reaktionen sind:
    – sie hätte diese 5 Min. auch besser nutzen können und ihre Mutter anrufen
    – sie verwöhnt ihre Kinder
    – sie vernachlässigt ihre Kinder, so dass diese nun liebensbedürftig sind und immer kommen
    – sie hätte sich früher überlegen müssen, ob sie wirklich Kinder will
    – sie hat Kinder nur für den Lifestyle, Selbstverwirklichung
    – hat den falschen Platz gewählt oder die falsche Wohnung
    Ich lese ja immer vom angeblichen „Mütterkult“, aber das hier ist eher die Realität der gesellschaftlichen Akzeptanz und Wertschätzung von Müttern…

  • Hanspeter Meyer sagt:

    Kinder haben ist offensichtlich furchtbar, Kinder betreuen die schrecklichste Demütigung. Das Vordringlichste beim Kinderhaben scheint das Weggeben, das Wegmachen aus dem eigenen Weg zu sein. Zu diesen beiden Aussagen komme ich nicht durch eigene Anschauung, sondern nur durch Medienberichte wie diese. Eltern beklagen sich über den Nachwuchs: Er ist nur Aufwand. Dabei werden die Kinder auch als Geiseln für den elterlichen Geschlechterkampf verwendet. Wobei es um die Vereinbarkeit von Kinderhaben und Karrieremachen geht. Um die persönliche „Befriedigung“. Ich frage mich: Warum habt Ihr Kinder? Ihr wollt Euch ja nicht damit abgeben. Ich meine, wer Kinder haben will, soll sich dafür Zeit nehmen (egal m oder w). Sonst lasst es. Als emotionaler Lebensvollstopfer werden Kinder nur missbraucht.

    • Jane Doe sagt:

      Echt jetzt? Man darf nur Kinder haben, wenn man sich absolut nie über sie nervt und man mal seine Ruhe haben möchte??… Sind Sie liiert, Herr Meyer? Hat Ihre Partnerin Sie schon mal genervt? Warum sind Sie dann überhaupt mit ihr zusammen?

      • Carl sagt:

        Nicht so streng. Herr Meyer ist den ganzen Tag im Büro, da kann er es natürlich nicht nachvollziehen dass eine Mutter auch mal 5min Ruhe braucht.

    • Carolina sagt:

      Du lieber Himmel, Herr Meyer, da haben Sie ja mal wieder die Gelegenheit genutzt, so richtig rundumschlagmässig abzuladen……
      Ihnen schöne Weihnachten – und vielleicht ein wenig in sich gehen in punkto Verbitterung und Ungelassenheit!

  • Leo Schmidli sagt:

    Die Kommentare sind (grösstenteils) peinlich. Es wird über die Küche und alles übrige gelästert. Ich warte ja noch auf den Kommentar, der die Pasta verteufelt! Weizen? Wie kann man nur, sie Rabenmutter?

  • Christina sagt:

    Wie sind wir und meine Freundinnen, bei denen es bis zu 5 Geschwister gab, nur gross geworden, gesund, ohne Drogen, ohne Schulausschluss, und haben das Leben ganz ordentlich geschafft?Ach ja, es war selbstverständlich, dass wir nicht rund um die Uhr von ihnen dies und jenes und spielen und was weiss ich alles noch fordern konnten. Sie liessen uns einfach machen, ganz ohne Aufsicht und fertig. Und alle waren zufrieden.

  • Max Frisch sagt:

    Vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel.
    Ich kann Ihr Bedürfnis grad sehr gut nachvollziehen & finde Sie haben ihrer Tochter gegenüber wunderbar reagiert ☺️

    Für die nächste Pause: unsere Tochter spielt gerne „ins Bett bringen“ oder trösten: wir legen uns hin& sie erzählt uns eine geschichte, deckt uns zu, streichelt noch etwas die haare & geht dann raus „und wenn öppis isch, de chumi,gäu“.
    Unser part: liegen & ruhig sein

    (Und hör ich da grad was von Vernachlässigung etc. ? War ihre Idee, auf so was tolles wär ich nicht gekommen)

  • Petra sagt:

    Da hatte ich doch fast gedacht, ich könnte hier im Mama-Blog eine Oase von Blog-Kommentaren finden, bei denen nicht rumgenörgelt oder gleich das Leben der Autorin in Frage gestellt bzw. ihr schlechte Erziehung unterstellt wird – naja, war etwas naiv.

    Danke für den ehrlichen Artikel mit einem Schuss Humor!

  • Rosanna sagt:

    Sehr herziger Artikel! Eine liebevolle Idee; kann sie so gut nachvollziehen!
    …und das Nudel-Essen war sicherlich herrlich, als die kleine Dame dann den Brüdern vom Ausgang erzählt hat ;-)….

  • Marie Bornand sagt:

    Ich finde diese Kommentare ziemlich negativ. Warum darf sie nicht sagen dass sie keine zeit für sich hat ? Das dritte Kind kommt meistens unüberlegen (!) hat mir man einmal gesagt und es stimmt meistens. Einer meiner Chefs sagte mir dass als er vernahm dass seine Frau ein drittes erwartete et zuerst erschroken ist. Dann haben die beiden gedacht „wenn es für 2 langt, langt es auch für 3, das schaffen wir schon“. Aber es war falsch : niemals hätten sie gedacht dass 3 Kinder die Welt umstellen würde ! Alles wurde viel komplizierter. Er erkannte dass sie nicht mehr eingeladen wurden, mit 1 Kind ok, mit 2 Kinder eventuell aber sicher nicht mit 3. So verstehe ich diese Mutter, den 3 sind sehr sehr viel Arbeit und Sorgen grosse und kleine.

  • Heidi K. sagt:

    Dieser Artikel und vor allem die Kommentare macht traurig. Wenn das mit den Kindern so mühsam ist, warum hat man dann welche? Und vor allem wieso in der Welt müssen alle drei Kinder haben? Ach ja wegen Lifestyle und so. Alles klar. Aber dann doch jammern. Hätte man sich vielleicht doch lieber vorher überlegen sollen. Sind die Kinder mal da, hat man familiäre Verpflichtungen, ob es einem gefällt oder nicht. Aber dann kann man immer noch die Selbstverwirklichung realisieren und sich damit trösten, dass diese 3-Kinder Familie halt doch nicht das Richtige war.

    • Synn sagt:

      Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten und vergessen Sie nicht, immer schön Ihren Heiligenschein zu polieren. Amen.

      • Carolina sagt:

        Da schliesse ich mich an! HK, Sie tragen mit Ihrer Miesepetrigkeit und Arroganz wahrscheinlich dazu bei, dass man sich als Eltern ständig unzulänglich fühlt……
        Dieser Text ist ein – ziemlich humorvoller, finde ich – Versuch, das Leben mit drei Kindern mit all seinen Zumutungen und Liebenswürdigkeiten darzustellen – er hat nichts, aber auch gar nichts mit Verantwortungslosigkeit oder unüberlegtem Kinderhaben zu tun. Mir ist es lieber, Menschen erzählen über ihre kleinen Probleme, sind aber dabei liebevoll, als die Mitmenschen, die meinen, mit dem ausgestreckten Zeigefinger moralisieren zu müssen.

    • Peter sagt:

      Schade haben sie den Punkt von diesem Blog nicht verstanden. Wir freuen uns aber alle für sie, dass sie nichts anstrengend finden – egal ob Kinder, Zwerghasen oder Hobbys.

    • Philipp sagt:

      Jetzt weiss ich es endlich: Meine Eltern waren die Super-Lifestyle-Hipster mit den 5 Kindern! Danke für die Aufklärung.

    • Muttis Liebling sagt:

      ‚Wenn das mit den Kindern so mühsam ist, warum hat man dann welche?‘

      Das frage ich mich auch. Die heutigen Mütter von vorpupertären Kindern werden 95. Die Zeit mit den kleinen Kindern macht dann mal gerade 12% der Lebenszeit aus. Was daran so anstrengend oder bedeutend ist, bleibt mir völlig verborgen. Das sitzt man auf einer Arschbacke ab.

    • Lichtblau sagt:

      Ein kleiner, witziger und aus dem Leben gegriffenen Text – man sieht den Schauplatz und die Protagonisten förmlich vor sich – und Sie wittern hier eine Mutter mit Selbstverwirklichungsdrang? Nachdem sie mit den Kindern auf dem Spielplatz war und sich einfach ein bisschen Ruhe beim Pastakochen wünscht? Das wirkt schon ein bisschen streng und missgünstig, Frau Heidi K(lum).
      Mit der „Ausgang-Idee“ beweist die Mama zudem viel Fantasie und Spielfreude. Und an genau diese Eigenschaften ihrer Eltern werden sich die Kinder noch als Erwachsene gerne erinnern.

  • Olivet sagt:

    Naja. Doofer Artikel.
    Wenn die Eltern halt nicht mal halbherzig bei der Sache sind, bekommt das Kind nicht was es braucht. Sind sie eine Zeitlang bei der Sache, kann man locker für sich Zeit nehmen. Frag mich grad, ob sie nicht richtig den Kindern schaut

    • Max Frisch sagt:

      Für auch Ihnen herzliche Gratulation dazu, dass Sie alles immer im Griff haben.
      Erziehungsarbeit ist etwa vom strengsten überhaupt, meist auch recht pausenlos. Da darf man schon mal alleine der Pasta beim kochen zusehen, ohne dass die Kinder darunter leiden.
      Für mich klingt die Autorin nach einer sehr tollen & fürsorglichen Mutter mit ganz menschlichen Bedürfnissen

  • Eveline sagt:

    Danke vielmals dafür! Hat mich zum Lachen gebracht, und das an diesem grauen Morgen :)!

  • 13 sagt:

    Ich kann es gut nachvollziehen. Plötzlich ist es still und man denkt, man hätte 1-2 Min. und dann geht es wieder los.
    Ich habe mir vor Jahren angewöhnt, mind. einen Tag pro Wochenende früh aufzustehen. Da ich mit Langschläferkinder gesegnet bin (die dafür natürlich abends topfit sind) und einem Mann, der aufgrund Spätschichten am Wochenende meistens ausschläft, ist das meine heilige Zeit. Einfach in Ruhe Kaffee trinken, lesen, TV schauen, rausschauen, wie die Welt erwacht, oder wenn mich die Lust packt, etwas zum Frühstück backen. Und nach zwei solchen ruhigen Stunden freue ich mich auch, wenn ich das Trampeln kleiner Füsse auf der Treppe höre.

  • Cybot sagt:

    Küche als Rückzugsort – versuch das mal in einer modernen Wohnung mit einer ach so schicken offenen Küche. Und manche Wohnungen haben ja nicht mal mehr das, sondern nur noch eine Küchenzeile irgendwo im Wohnzimmer. Grauenhaft.

    • Muttis Liebling sagt:

      Offene Küche ist, von den letzten 150 Jahren abgesehen, menschlicher Wohnstandard. Ich würde nie eine Wohnung mit Küchentür haben wollen.

      • Trixi sagt:

        Mmmmh, und alle Düfte aus den Töpfen setzen sich in Sofa, Sessel, Teppich etc fest. Wahrlich eine tolle Errungenschaft, dieser „menschliche Wohnstandard“.

  • Madeleine sagt:

    3-Kinder-Lfiestyle und keine Zeit für sich? Was Sie nicht sagen….!

    • Muttis Liebling sagt:

      Der wichtigste Grund, warum es in der Stressoren- ärmsten Epoche der Menschheitsgeschichte noch Stress gibt ist – man will Stress.

      Über den Stress definieren sich ganze Lifestylegruppen. Stellen Sie sich vor, man müsste wie ich ganz ehrlich sagen, seit 2000 nie mehr Stress gehabt zu haben. Da wird man ja nur belächelt und in die Trottelecke gestellt.

  • Amanda sagt:

    Die Küche als Rückzugsort zu wählen, finde ich ungeschickt. Ich kenne es so, dass nicht mal das „stille Örtchen“ ein Garant für eine ungestörte Auszeit ist. Zudem: Nudeln (mit Sauce) zu kochen ist keine grosse Herausforderung. Man hätte die Puppenmama und ihre „Kinder“ spielerisch leicht daran teilhaben lassen können, anstatt darauf zu bauen, dass sie „subtile Nachrichten“, wie das konzentrierte Ein- und Ausatmen, wunschgemäss interpretiert.

  • Murmur sagt:

    „Stör mich nöd bim Schaffe“, hiess es von meinen Eltern oft.
    Das wurde akzeptiert.
    Kinder verstehen:
    Schaffen ist wichtig. Wenn Schaffen fertig ist, hat Mami/Papi wieder Zeit.
    Sie lernen:
    Meine Bedürfnisse stehen nicht immer an 1. Stelle.
    Das tut ihnen gut.
    Kochen ist auch „schaffe“.

  • Sportpapi sagt:

    Die Küche ist nun mal der Mittelpunkt der Wohnung, und kein Rückzugsort. Und dem Wasser beim heiss werden zusehen? Dann doch lieber mit der Mutter telefonieren, dann ist das erledigt.
    Aber insgesamt kann ich das gut nachvollziehen. Zum Glück sind die Kinder dann ja auch irgendwann im Bett…
    Noch ein Tipp dazu: „Keine ruhige Minute“ von Reinhard Mey.

  • Max Berchtold sagt:

    Eine Kollegin hat ein Nachdiplomstudium begonnen. Begeistert erzählt sie nun, wie die Kinder auch mal einkaufen gehen, selbst einfache Gerichte kochen, selbst organisieren, dass für die Schule nichts vergessen geht. Der Mann hilft mehr im Haushalt, eine Wäsche waschen ist ja nicht rocket science – kann also auch ein Mann…ich könnte noch weiterschreiben. Die Moral von der Geschichte ist nicht, dass Frau sich ein Studium zulegen muss, sondern nicht allen alles organisieren und nachschleppen soll. (Ausser natürlich sie kommt sich sonst nutzlos vor und geht in dieser Arbeit auf)

    • asouka sagt:

      Max Berchtold. Ich will keinen Mann der mir im Haushalt hilft. Ich will einen, der das mit mir zusammen macht. Und wie war das mit der rocket science? Ist es an das Geschlecht gebunden, wie komplizierte Haus- und Erziehungsarbeiten jemand machen kann? In welchem Jahrhundert leben denn Sie???

  • T. Suter sagt:

    Danke für Ihren Beitrag, er hat mir am frühen morgen ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert.
    Eine Bekannte musste früher ihre fünf sehr viel jüngeren Geschwister hüten. Sie, damals 17, hat dann mit ihnen Gefängnis gespielt. Jedes war in seiner Zelle und sie die Wärterin verwaltete die Zellenschlüssel.
    Das Bedürfnis, welches diesem Spiel zugrunde lag, war wohl das gleiche …

    • Synn sagt:

      Hahaha… ich kenne einen, der hat zusammen mit seinen Brüdern die kleine Schwester im Wald an einen Baum gebunden und den ganzen Nachmittag „vergessen“. Sie waren Indianer und die Schwester am Marterpfahl 😉 Das war vor vielen Jahren, heute käme wohl die KESB

      • Lichtblau sagt:

        @Suter: Die grosse Schwester hätte ich sein können, allerdings mit nur einem kleinen Bruder.
        Mir gefällt die Fantasie. Ich kannte als Kind eine keineswegs auf Rosen gebettete Familie, die Ende Monat ein spezielles Spiel zelebrierte: „Wir spielen jetzt, wir wären arm – aber Toast, Butter und uns hätten wir noch“.

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