«Papa, darf ich etwas Süsses?»

Und ewig lockt der Zucker: Was tun gegen den Dauer-Gluscht der Kinder? (Foto: iStock)

Bei der Süssigkeitserziehung können Eltern fast nur verlieren. Erlauben Stückelbergers ihrem Maximilian-Jason den freien Zugang zum Süssigkeitenmarkt, stopft er sich den Kopf voll, bis die Zähne abfaulen und das Nervensystem eskaliert. Nicht viel besser sieht es bei Höslis aus. Sie haben Shakiras Süssigkeiten-Selbstbestimmung eingeschränkt und damit ein goldenes Kalb aus Schoggi geschaffen. Shakira kann jetzt nur noch an Süsses denken. Den ganzen Tag schlurft sie umher und ruft nach Zucker – wie ein Zombie nach Hirn.

Allgemeine Rezepte funktionieren nicht, denn die richtige Strategie hängt vom Kind ab. Mag Ihres gar keinen Zucker, haben Sie Glück. Nun. Wir haben kein Glück: Der Brecht liebt Süssigkeiten. Vielleicht, weil wir sie ihm in den ersten beiden Jahren vorenthalten haben. Vielleicht auch, weil Grosi ihn härter angefixt hat, als es sich der skrupelloseste Pausenplatzdealer je erlauben würde.

Systemwechsel bei der Süssigkeitenabgabe

Der Brecht verlangt also regelmässig nach Gezuckertem. Ich bin zurückhaltend, vertrete aber eine liberale Drogenpolitik. Die kontrollierte Abgabe ist besser als Beschaffungskriminalität oder ein Kind im kalten Entzug. Das Problem: Der Brecht drückt sich ein Stück Schoggi ins Gesicht und will kurz darauf mehr. Wir hatten die Situation im Griff – ganz klassisch mit Regeln. Doch so richtig glücklich war niemand mit unserem Zuckerregime. Der Brecht fand es zu restriktiv, wir zu grosszügig.

Meine deutlich intelligentere Frau schlug dann einen Systemwechsel vor, der so naheliegend wie genial ist. Der Brecht sollte jeweils am Montag eine kleine Schüssel mit Süssigkeiten erhalten, die er sich für den Rest der Woche einteilen muss.

Runde 1: Der Brecht ass alles sofort. Ich dachte, das Experiment sei gescheitert. Doch er bettelte die ganze Woche kein einziges Mal nach weiteren Süssigkeiten. Am Donnerstag schaute er mir gelassen zu, wie ich genussvoll ein Snickers verputzte.

Runde 2: Der Brecht teilte tatsächlich ein. Er ass so wenig, dass die Schüssel am nächsten Montag noch halb voll war. Nach wenigen Wochen hat er sich inzwischen ein stattliches Zuckervermögen angespart.

Ich weine fast vor Freude. Nicht nur, weil ich seinen Vorrat beneide. Nein, noch nie war eine Erziehungsmassnahme bei uns so erfolgreich. Darauf ein grosses Stück Torte!

Auf zu neuen Herausforderungen

Aber Eltern ruhen nie. Ein Problem gelöst, heisst das nächste in Angriff genommen. Wir gehen also direkt zum Geld über. Klar, für ein vierjähriges Kind ist echtes Geld noch schwierig einzusetzen, aber dafür gibt es ja Spiele:

Runde 1: Der Brecht verliert sich im Klein-Klein. Kauft Grundstücke aller Farben und verscheuert sie zu Dumpingpreisen an Mutti. Ohne wirkliche Finanzstrategie fehlt ihm das Geld, um Häuser und Hotels zu bauen. Meine hohen Mieten an der Spitalgasse treiben ihn schliesslich in die Insolvenz.

Runde 2: Der Brecht kalkuliert eiskalt, lässt sich auf keinen Kuhhandel ein. Früh sichert er sich sowohl den Paradeplatz als auch den Lausanner Place Saint-François und zieht sofort Bauten hoch. Hinzu kommt ein kleines Bahn-Imperium. Meine Frau und ich kämpfen noch um die Vorherrschaft an schlechten Lagen und die Versorgungswerke, als uns das Würfelpech mehrmals auf Brechts Nobelpflaster zwingt. Wir haben keine Chance.

Mit Taschengeld warten wir noch ein paar Jahre. Bis dahin können meine Frau und ich hoffentlich besser mit Geld umgehen. Beim Brecht mache ich mir da keine Sorgen.

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52 Kommentare zu ««Papa, darf ich etwas Süsses?»»

  • annetta tamburini sagt:

    Ja das stimmt. Es soll schmecken! Wenns nicht schmeckt, isst man (frau) erst das nicht feine und dann später doch noch, was man eigentlich zu Beginn essen wollte (falls jemand eingekauft hat). Diese Erfahrung machte ich früher für den Wunsch der Gewichtsreduktion (wer kennt das nicht??). Erst gabs 2 eher grusige Diät-Joghurt und schlussendlich war der Becher mit dem feinen Vollmilch-Nussjoghurt auch noch leer!

  • R. Wenger sagt:

    Süssem mit Maas genossen bin ich nie aus dem Weg gegangen. Sooo schlimm mag das auch nicht sein, denn auch im 96igsten habe ich noch immer meine Zähne

  • Lori Ott sagt:

    Auf die Frage „darf ich etwas Süsses“ hätte es bei uns ein Donnerwetter abgesetzt, denn es heisst „darf ich etwas Süsses haben“. Korrekte Sprache ist aber ja heute nicht einmal bei der Presse noch ein Thema. Gute Kommunikation wird offensichtlich leider als überbewertet eingestuft.

    • Sportpapi sagt:

      @Lori Ott. Eigentlich richtiger Gedanke. Aber warum haben? Das Kind möchte die Süssigkeiten nicht „haben“ – hat es vielleicht schon in einem Vorrat. Sondern es möchte Süsses erhalten oder essen dürfen. Aber ich weiss, korrekte Sprache wird heute nicht mehr so geschätzt…

    • Entschuldigen Sie meine Direktheit, aber gute Kommunikation definiert sich nicht über pedantisches Anwenden der Regeln geschriebener Standardsprache auf die gesprochene Sprache.

  • Koller sagt:

    Die armen Kinder! Bei uns gibt es immer einen Dessert und die Schränke sind zugänglich und mit Schoko und Chips vollgepackt. Niemand bedient sich und da fragt man sich welche Probleme Herr Tschanen hat oder welche Fehler er in der Erziehung gemacht hat? Er hat Zucker zu einem raren und speziellen Gut gemacht und nun sind die Kinder darauf auf, dieses Gut zu besitzen. Bei uns ist es im Überfluss vorhanden, nichts spezielles, auf das man gut mal verzichten kann weil es ja sonst genug hat. Der Fehler 2. besteht darin Zucker als eine Art zu Droge zusehen.

    • Es ist schön, dass Ihr Modell für Sie funktioniert. Hätten wir Schränke voller ungesundes Essen, würde ich 400 kg wiegen und könnte keine Mamablogs mehr schreiben, weil meine Finger zu breit wären für die Tastatur.

      • Koller sagt:

        Warum sollten Chips und Schokolade ungesund sein? Die Menge macht das Gift, im weiteren ist abwechslungsreiches Essen eher gesund. Die Chance das ihre Kinder dick werden ist höher, den sobald sie erwachsen sind, können sie frei sein vom Druck der Eltern und das essen was sie wollen und eben ihren Mangel beheben. Während die Bedürfnisse unserer Kinder gestillt sind und sie schon als Kind einen normalen Umgang gelernt haben. PS: nur weil man süsses isst, wiegt man nicht 400Kg, im weiteren essen sie selber Süsses und verbieten es ihren Kindern. Nennt man das nicht Wein trinken und Wasser predigen?

      • Ok, dann sind Chips und Schokolade eben gesund. Was weiss ich schon.

        Wein trinken und Wasser predigen finde ich als Erziehungsgrundsatz gar nicht so schlecht. Zumindest besser als andersrum.

    • Christoph Bögli sagt:

      @Koller: Der Fehler besteht darin, das eigene Verhalten zu generalisieren. Wie jemand auf Zucker reagiert ist – wie bei Alkohol/anderen Suchtmitteln – stark genetisch vorgegebenen und damit individuell. Bei uns lagern sich auch stattliche Schokoladevorräte an (obwohl wir selten etwas kaufen), weil selten ein Interesse besteht, mehr als ein Stückchen davon zu essen. Wenn überhaupt. Minderwertigere Süssigkeiten mag erst recht niemand.

      Aber das ist primär Veranlagung und mir käme nicht in den Sinn, das anderen vorzuhalten. Denn viele reagieren physiologisch viel stärker auf Zucker und erleben darum leicht Kontrollverluste. Das ist wie bei jenen, die nach einer Zigarette süchtig sind, während andere weitgehend immun sind. M.T. beschreibt den individuellen Ansatz darum korrekt.

      • Koller sagt:

        Nun M.T. lernt seine Kinder nicht selber mit Zucker normal umzugehen. Die Kinder haben schon als Kinder ein gestörtes Verhältnis zum Zucker, was wird wohl wenn sie Gross sind? Bei solchen Ideologien gibt es nur Himmel und Hölle und das ist niemals gut.

      • Ich gebe meinem Kind einen Süssigkeitenvorrat, den es sich frei nach Lust und Laune einteilen kann. Wo sehen Sie darin den abnormalen Umgang mit Zucker?

    • Frage @Koller sagt:

      Ich würde das nicht unbedingt als Fehler bezeichnen, wenn man den Zucker als eine Art Droge sieht.
      Aber was macht es für einen Sinn, vollgepackte Schränke mit Schoki und Chips zu haben, wenn es niemand isst? Werft es doch weg, dann habt ihr Platz für anderes. Oder kann es sein, dass es doch gegessen wird, nur Koller merkt davon nichts, weil es gleich wieder ersetzt wird? 😉

  • annetta tamburini sagt:

    @Schlumpfine Ja das stimmt natürlich schon, die „gesunden“ Guetzli schmecken so ziemlich weniger gut als die Kägi-Frett und Brownies! Dafür isst man (Frau und Kind) nur wenige davon. Die Karma-Cranberry/Cocosnut-Cookies von Coop sind nicht schlecht. An erster Stelle steht aber auch Vollrohrzucker, dann Haferflocken, Kokosnussraspel. Also man setzt sich jetzt mit dem 200g-Beutel nicht gerade abends aufs Sofa und isst leer. Sooo toll schmecken sie dann schon nicht, aber für den Süss-Gluscht reichts und man nimmt sich dann lieber noch eine Banane (haha).

    • Schlumpfine sagt:

      Danke für den Tipp, ich werde sie gerne mal testen. Zwinker..

    • Sportpapi sagt:

      Hm ja. Vielleicht wäre es ja eine gute Diät, einfach nicht mehr fein zu kochen, sondern ständig nur Unappetitliches aufzutischen. Für den gröbsten Hunger reichts, aber niemand nimmt zu viel…
      Ernsthaft: Ich nehme doch nicht ein Dessert, das wirklich fein schmeckt, dafür vielleicht etwas gesünder ist. Da lasse ich es lieber ganz. Aber wenn, dann soll es schmecken!

      • tina sagt:

        bei uns funktioniert das: ich mache so wahnsinnig feine sachen selber, dass das ganze gekaufte zeug nur noch bäh ist daneben ;-). will keiner essen. passiert trotzdem anfallsweise, aber nicht so häufig

  • Punix sagt:

    Freue mich immer wenn es einen neuen Beitrag von Tschannen gibt – Schmunzeln oder gar Lachen ist vorprogrammiert!

    Und dieses Mal sogar etwas beruhigendes: das mit der 2-jährigen Zuckerenthaltsamkeit hat also auch nicht zu weniger Gelüsten geführt. Ich hatte mich immer gefragt ob ich da doch konsequenter hätte sein sollen, wenn ich das Verlangen meiner Erstgeborenen sehe! Mein Zweitgeborener mag weniger Süsses – war damit aber sogar eher in Kontakt. in dem Fall liegt es wohl doch eher an den Genen…

    • Nein, die Zuckerenthaltsamkeit hat vermutlich nicht zu weniger Gelüsten geführt. Es wäre auch etwas naiv gewesen, das zu erwarten.

    • Asta Amman sagt:

      Herrn Tschannens Beiträge sind nicht nur witzig (der Schwiegermutter-/Pausenplatzdealer-Vergleich!) sondern auch ehrlich. Die frühkindliche Zuckerabstinenz hat aus dem Brecht offenbar keinen Kostverächter gemacht. Dafür entpuppt er sich als cleverer Hamster und Monopoly-King . Man freut sich auf weitere Entwichlungs-Updates in den nächsten Papablogjahren.

  • annetta tamburini sagt:

    Das Essen und Trinken beginnt ja bekanntlich beim Einkaufen und ich kann bestimmen, ob es zu Hause ein Päckli mit Vollkornguetzli hat, oder ob der halbe Kasten mit Süssigkeiten und Chips vollgestopft ist. Mehr Spass macht es mit Kinder, selber Guetzli oder aufs Wochenende einen Kuchen zu backen. Auch ein Apfel kann süss schmecken. Jaaa, ich weiss, ich bin eine Oma und wuchs bei Gluscht auf Süsses mit dem Angebot von Apfel und Brot auf, oder der Äusserung der Mutter:“ Iss äs Joghurt!“ Bei allem kommt es ja aufs Mass an, so auch bei den Kinder. Niemand isst nur Schokoriegel etc. Macht mal selber den Versuch. Ich habs mal gemacht: heute nur Schoggi. Bis zum frühen Abend hab ichs ausgehalten, danach wollte ich etwas „Richtiges“ essen.

    • Schlumpfine sagt:

      Nur enthalten die gelobten Vollkornguezli eben oftmals auch sehr viel Zucker oder wenn nicht, haben sie die Bezeichnung „Guezli“ meist nicht verdient, sondern gehen eher als Darvida durch. Die Begeisterung unserer Kinder hält sich hier in Grenzen. In Italien habe ich neulich ein Vollkornguezli mit künstlichen Süssungsmitteln gekauft. Gruusig, kann ich Ihnen sagen. Aber vielleicht haben Sie einen Kauftipp?

  • Susanne Reich sagt:

    Toll und ein Kompliment an Brecht und seine Eltern! Nur, weshalb verteufelt man eigentlich immer nur Süsses, vom Rest der Ernährung wird weniger gesprochen, dabei ist auch nicht alles Nicht-Süsse gesund und hin und wieder etwas Süsses, tut doch einfach gut! ;).

  • Süssigkeit sagt:

    /2
    Auch die Tipps von Ernährungberaterinnen hilft bei uns nicht viel: „Jeden Tag ein kleines Stückchen Schoggi oder Kuchen gleich nach dem Mittagessen“. Irgendwann sagte unser Schoggi-gierigstes Kind: „Wenn eine Tafel Schoggi herumliegt, dann muss ich sie essen. Und wenn ich nur die Hälfte davon darf, dann denke ich den ganzen Tag an nichts anderes mehr. Es ist also einfacher, wenn ich weniger oft etwas bekomme, es dafür aber aufessen darf“. Das haben wir probiert und hatten den Schoggi/Guetsli-Konsum tatsächlich besser im Griff. Mittlerweile sind die Kinder allerdings so gross, dass sie sich die Süssigkeiten selber kaufen.

    • Ja, es ist sicher gut, auch das Verlangen des Kindes zu berücksichtigen. Wir haben auch gemerkt, dass der Brecht gar kein so wahnsinniges Schleckmaul ist. Eigentlich mag er vor allem Nudeln und Brot. Aber dadurch, dass man sich Süssigkeiten erbetteln musste, um sie zu kriegen, wurde das für ihn fast wie zum Pflichtprogramm. Jetzt mit der selbstverantwortlichen Einteilung klappt das super. Ab und zu nimmt er sich was Süsses, aber sonst ist das kaum noch je ein Thema.

  • Zuckersüss sagt:

    Unsere Erfahrung ist die, dass es ausschliesslich am individuellen Süssigkeiten-Verlangen des Kindes liegt und nicht an der Verfügbarkeit. Bei manchen Familien stehen Schüsseln mit Süssigkeiten offen herum und die Kinder fragen fast nie danach. Bei anderen Familien werden Wohnung und Keller nach dem allerletzten Stückchen Schoggistreusel durchsucht, weil das Verlangen nach etwas Süssem so gross ist. Wir könnten eine ganz Schüssel mit Süssigkeiten herumstehen lassen und sie wäre nach spätestens einer halben Stunde leer. Aber auch Mami und Papi können schwer widerstehen. Scheint also eher genetisch zu sein.

  • Schlumpfine sagt:

    Das Schleckzeug-Problem wäre hiermit gelöst. Unsere Kinder dürfen sich jeweils nach dem Mittagessen – sofern sie eine angemessene Portion verdrückt haben – eine kleine Süssigkeit, d.h. ein Täfeli, Schöggeli, Gummitierli o.ä. aussuchen. Klappt auch gut. Als viel herausfordernder empfinde ich den Umgang mit süssem und fettigem Kram, der uns im Alltag ständig begegnet. Da gibt es hier einen Geburtstagsmuffin im Kindergarten, dort einen Schoggistängel vom Grosi usw. Unsere jüngere Tochter (3) isst im Allgemeinen wie ein Spatz, hat sie Süsses auf dem Teller, schlemmt sie (sofern man sie lässt), als gäbe es kein Morgen. Die Kuchenmenge in einem adäquaten Menge zum kleinen Körper zu halten, stellt sich für uns als Eltern als echte Herausforderung dar. Wie machen Sie das, Herr Tschannen?

    • mila sagt:

      Meine Antwort wäre: es darf auch mal so richtig über die Stränge gehauen werden. Auf Geburtstagen, bei Besuchen (insbesondere bei den Omas…), manchmal auch am faulen Wochenende zuhause… Ich habe durchaus festgestellt, dass unsere Tochter auch bei totalem Überfluss irgendwann den Dessertteller wegschiebt und genug hat. Im Alltag haben wir so keine Süssigkeitenkämpfe, nach dem Mittagessen gibt es jeweils etwas Kleines. Damit sind soweit alle zufrieden.

      • Schlumpfine sagt:

        Es sind halt leider nicht nur die Desserts, Geburtstagstorten und Schlecksachen die zuckermässig zu Buche schlagen, sondern ganz viele Lebensmittel wie Joghurt, Müesli, Kakao etc., die zu den Alltagslebensmitteln zählen. Es ist (zumindest für unsere Familie)
        nicht leicht, den Zuckerkonsum vor diesem Hintergrund auf einem verträglichen Level zu halten.

      • mila sagt:

        Clever einkaufen wäre dann der Ratschlag. Es gibt ungezuckerte Haferpops (zum Beispiel), Müslis kann man selber mixen, dito Fruchtjoghurt oder -quark oder Smoothies (ohne die allgegenwärtige Banane) – so lässt sich das Zuckerlevel niedrig(er) halten. Ketchup gibt es bei uns nur auswärts (wobei die Nachfrage danach ohnehin sehr gering ist), ein ‚Fertigjoghurt‘ einfach ab und an, Kakao wird selten in der Milch gewünscht… Klar, so ist es unterm Strich etwas aufwendiger. Aber man muss dabei keineswegs auf Geschmack verzichten.

      • mila sagt:

        Und PS: Auch beim Kakao ist man nicht gezwungen, zu Nesquick zu greifen. Es gibt für vieles gute, weniger zucker-intensive Alternativen, wenn man sich ein bisschen umschaut, statt der Werbung zu folgen. Und wichtig: Süssgetränke nicht zur Gewohnheit werden lassen. Hier staune ich auch bei vielen Erwachsenen.

      • tina sagt:

        ich habe jetzt nachgeschaut, weil es mich interessierte: auf eine ganze packung (200gramm) dieser bio dinkel dinger sind es nichtmal 2 gehäufte esslöffel zucker. wieviele portionen sind das? 10? mit je 1 dl milch? das wäre pro portion genau gleich viel zucker für die dinkelpops wie für die dafür verwendete milch, total pro portion ein knapper gestrichener Esslöffel Zucker (für 1 dl milch + 20 gramm dinkelpops). die milch hat also verhältnismässig VIEL mehr zucker drin

      • tina sagt:

        zucker macht geschmack. dinkelpops ohne zucker ist wie karton essen, dann lieber gar nicht 🙂

      • tina sagt:

        zum thema clever einkaufen finde ich immer mal wieder lustig, wie man glaubt zu wissen. beispielsweise dass cerealien gesünder zum zmorgen seien, als eier oder brot mit confi, was natürlich blödsinn ist, aber man hats so eingebaut da schon unsere eltern den blödsinn glaubten.
        dabei wäre porridge wirklich gut zum zmorge, aber wer isst als kind schon gern einen grauen brei ;-). da hats ja nichtmal bildli auf der packung. angenommen man würde in so eine portion einen gestrichenen esslöffel zucker tun, könnte man locker die hälfte durch trockenfrüchte ersetzen (mit hälfte meine ich auf den zuckergehalt bezogen). gespart hätte man vorallem industrielle verarbeitungsschritte und das hat ja auch mit gesundheit zutun (umwelt halt)

      • mila sagt:

        Weil die Milch selbst süss ist, ist meine Tochtet ihre Haferpops idR lieber ohne weiteren Zucker-Zusatz. Sb und zu will sie Honig oder Kakao dazu. Aber Frühstücksvarianten sind vielfältig… Was ich gerne mag, meine Tochter weniger, ist Porrigde. Müsli mögen wir beide. Brot auch. Ich bin absolut kein Süsses-Gegner, aber in vielem ist schon natürlicher Zucker enthalten. Insofern müssen es bei uns zuhause definitiv keine über-zuckerten Frühstückscerealien sein. (Die Frage war, wie man im Alltag Zucker reduziert. Die versteckten und nicht-so-versteckten Zuckerquellen sind eigentlich gut bekannt.)

      • tina sagt:

        mila, aber dann wäre doch die antwort (auf die frage: wie zucker sparen): halb so viel milch zu den gesüssten dinkelpops ;-). ich muss ja selber lachen, aber es ist wahr!

      • mila sagt:

        Unmöglich bei einem Kind, das die Pops wegen der Milch isst, und nicht umgekehrt… 😉 Spass beiseite, ich bin eigentlich einfach nur froh, dass unsere Tochter vergleichsweise pflegeleicht ist, wenn es ums Essen geht. Dass es nicht schwierig ist, sie ausgewogen und gesund zu ernähren (und ihr dabei viel Wahlfreiheit lassen zu können). Und dass sie aufgrund ihrer körperlichen Veranlagung vermutlich nie zu Übergewicht neigen wird. Da fallen viele Sorgen rund ums Thema (zuviel) Zucker weg.

    • Wir meiden Geburtstage. 🙂

      Nein, aber tatsächlich dürfen die Kinder bei uns im Kindergarten keinen Kuchen mitbringen. Ich finde das toll, denn bei 31 Kindern gäbe es sonst dauernd Süsses.

      Ansonsten finde ich die zwischenzeitliche Häufung von Süssigkeiten beim Grosi-Besuch oder irgendwelchen Anlässen nicht tragisch. Wir gleichen es manchmal etwas aus: Wenn das Kind sich bei Grosi vollgestopft hat, essen wir halt zu Hause ein paar Tage lang gesünder als sonst.

      • Schlumpfine sagt:

        An Mila: Ich probiere sehr gerne neue Rezepte aus, was meine Kinder allerdings nicht daran hindert, selbst angereichertes Naturejoghurt oder gesundes Müesli abzulehnen. Die Spaghetti essen sie lieber ohne die mit püriertem Gemüse angereicherte Tomatensauce. Ich zwinge meine Kinder nicht zu essen. Ein wenig probieren müssen sie jeweils, und es bleibt die Hoffnung, dass sich ihr Geschmackssinn, wie bei den meisten Menschen, noch entwickeln wird.

      • Sportpapi sagt:

        @Schlumpfine: Mein Geschmacksinn ist bestens entwickelt, trotzdem weiss ich nicht, was püriertes Gemüse in der Spaghettisauce soll. Und wenn es die Kinder nicht essen, bringt es ja gar nichts.

      • Nala sagt:

        Mir geht es da wie Sportpapi. Püriertes Gemüse an den Spaghetti schmeckt doch gar nicht. Meine Kinder mochten von klein auf Gemüse lieber roh als gekocht. Und das querbeet durch sämtliche Gemüse. Wozu also Kohlrabi kochen, wenn der roh besser schmeckt 🙂

  • Reincarnation of XY sagt:

    Gut gemacht. Und Glück gehabt. Ihr Kind hat ein Sparer-Gen.
    (Unsere entdeckten den Wert des Geldes. Beim einen ist stets Ebbe in der Kasse, das andere freut sich am Sparen selbst, das Aufhäufen selbst, ist sein Glück. Ihr Brecht scheint diesen Trieb ebenfalls zu haben. Es hätte auch sein können, dass er stets alles am Montag verschlingt und dann seine ganze Intelligenz aufwendet: Freiwilligenarbeit anbietet etc. um zu mehr zu kommen.)

    Dennoch scheint mir ihr Zuckerabstinenz-Projekt gescheitert. Ihr Brecht scheint Suchtgefährdeter, als unsere.
    Aber, dass Sie Snickers essen….. das ist für mich jetzt schon ein Tiefschlag. Ich hatte stets eine sehr hohe Meinung von ihnen. Gönnen Sie sich wenigstens Pralinen.

    • Das Sparer-Gen liegt uns meiner Familie. Das Gesunde-Ernährung-Gen weniger.

      Snickers ist der einzige Riegel, den ich eingermassen mag, aber auch nur selten. Ich ess sehr gerne Süsses, aber nicht Schoggi. Meine grosse Schwäche sind Torten.

    • Das „Zuckerabstinenz-Experiment“ halte ich übrigens keineswegs für gescheitert. Wir haben uns nie die Illusion gemacht, dass das Kind später Süssem aus dem Weg gehen würde. Es ging uns mehr um die ersten zwei Jahre und darum, Lebensmittel ohne Konkurrenz zu Süssigkeiten einzuführen. Das hat bestens geklappt. Der Brecht war ein sehr guter Gemüse- und Obst-Esser. Manche Sachen mag er heute nicht mehr so, aber insgesamt können wir uns nicht beklagen. Er liebt Broccoli und sein Verlangen nach Süssem ist glaub ich nicht grösser als bei anderen Kindern seines Alters.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ok ok ok
        Bei uns gibt es halt so ein Anti-sture-Regel-Gen.
        Und saugen mit Genugtuung jede Info auf, die uns „bestätigt“, dass sture Regeln nichts bringen.
        Aber unser Toleranz-Gen ist auch sehr ausgeprägt und sagt uns: ist doch schön wenn die Tschs. solche Dinge tun, die uns viel zu mühsam wären, denn der Ansatz stimmt ja: gegen eine überbordende Zuckerfresserei!

        Bei uns ist leider kein Gemüse-Esser Gen vorhanden. Uns gelüstet es stets nach Fleisch und Kohlenhydraten. Wenigstens konnte ich meinen Nuss-Konsum steigern. Aber soweit stets gesund. Immunsystem top. Sollte 100 werden, meine Kinder wenigstens 120.
        Das Sparer Gen ist nur von einem der beiden Elternteil vererbt worden.

      • Sture Regeln mag ich auch nicht. Das mit dem Zucker war aber weniger eine sture Regel als einfach eine Selbstverständlichkeit, die wir gelebt haben. So wie man Kindern ja auch keinen Kaffee und Alkohol gibt. Der Brecht hat in den zwei Jahren auch nie Süssigkeiten (oder Kaffee oder Alkohol) verlangt. Beim zweiten Kind wird es vielleicht nicht mehr so einfach.

  • Marie Bornand sagt:

    Lieber Markus Tschannen, sie haben mich herzlich zum lachen gebracht ! Vielen Dank für diesen humorvollen Text.

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