Von der Karriere- zur Hausfrau

Kein Druck von aussen, wenig Stress: Der Job als Hausfrau hat durchaus Vorteile. Foto: iStock

Hausfrauen werfen berufstätigen Müttern gerne vor, zu wenig für ihre Kinder da zu sein. Working Mums wiederum haben oft das Gefühl, Vollzeitmamis würden ihre Tage beim Kaffeeklatsch verbringen. Wie sieht die Realität aus? Wir lassen die 34-jährige Jennifer erzählen, die beide Seiten kennt:

«Ich bin jetzt seit genau einem Jahr Hausfrau. Hausfrau … anfangs habe ich mich fast geschämt, mich so zu bezeichnen. Das klingt vielleicht doof, aber ich fand den Gedanken unerträglich, komplett von meinem Mann abhängig zu sein.

Ich war erst 26, als ich zum ersten Mal Mutter geworden bin. Damals war ich karrieretechnisch noch nicht dort angekommen, wo ich hin wollte. Deshalb war für mich klar, dass ich berufstätig bleiben wollte. Ich bin bei beiden Kindern jeweils nach vier Monaten wieder arbeiten gegangen, mit einem 60- beziehungsweise 80-Prozent-Pensum.

Die Kinder nur noch schlafend gesehen

Zuletzt war ich 90 Prozent angestellt, habe aber etwa 120 Prozent gearbeitet. Mein damaliger Arbeitgeber steht eigentlich für Frauenförderung, Nachhaltigkeit und gute Work-Life-Balance. Die Realität sah jedoch anders aus: Ich musste am Morgen los, bevor die Kinder überhaupt wach waren, und kam am Abend nie vor halb acht nach Hause. Meine Mutter holte die Kinder jeweils vom Hort ab und kochte ihnen Abendessen. Ich hätte nie einfach um 17 Uhr aus dem Büro laufen können, da hätten einige blöd geschaut und ich hätte eine Menge Arbeit liegen lassen müssen. Als Einzige hinzustehen und zu sagen, dass man sich diese Freiheit jetzt rausnimmt, weil man nach Hause zu den Kindern will, das ist nicht so einfach. Dabei hatte ich jeweils den ganzen Tag unter Strom gestanden, war keine Sekunde im Internet. Teilzeiter arbeiten sowieso viel fleissiger als alle anderen, wenn man mich fragt. Hätte ich eine eigene Firma, würde ich nur Teilzeiter einstellen.

An manchen Tagen sah ich meine Kinder nur schlafend. Als meine Tochter einmal ausnahmsweise am Morgen wach war, bevor ich zur Arbeit ging, sagte sie mir beim Gehen: ‹Tschüss Mami, bis morgen!› Da wurde mir klar: Mist, ich muss etwas ändern! Nicht wegen meines schlechten Gewissens, sondern weil ich wirklich das Bedürfnis hatte, mehr Zeit mit meinen Kindern zu verbringen.

Ich habe ein halbes Jahr lang nach der perfekten Lösung gesucht. Am Ende habe ich mich entschieden, eine Auszeit zu nehmen und für unbestimmte Zeit zu Hause zu bleiben. Mein Körper hat die Pause dringend nötig nach den letzten Jahren. Und ich merke, dass auch die Kinder ausgeglichener sind. Ich finde den Hort und die Kita zwar toll und die Kinder sind extrem gerne hingegangen, aber jeden Tag Fremdbetreuung, an teilweise unterschiedlichen Orten, das macht die Kleinen müde. Jetzt geniessen sie es, spontan sein zu können: stundenlang draussen zu spielen, Freizeit zu haben. Das hat ihnen vorher total gefehlt, weil ich an meinen freien Nachmittagen mit ihnen einkaufen gehen und die Wäsche machen musste.

Sooo streng ist der Hausfrauen-Job nicht

Obwohl ich jetzt Vollzeitmama bin, habe ich fast nur arbeitende Freundinnen. Irgendwie habe ich nur selten Lust auf Hausfrauen-Kaffeerunden – ich rede gerne auch mal über andere, aus meiner Sicht bereicherndere Themen als über Kinder und Erziehung. Übrigens verstehe ich auch nicht, weshalb viele Hausfrauen immer betonen, wie streng ihr Job sei. Klar, das Kindergeschrei den ganzen Tag ist anstrengend. Aber ganz ehrlich, als Hausfrau hast du sehr wenig Stress und vor allem keinen Druck von aussen. Erst recht nicht, wenn die Kinder zur Schule gehen. Das ist kein Vergleich zum Leben einer berufstätigen Mutter, die ihren Job hat, meist einen Vollzeit arbeitenden Mann, nebenbei auch noch den Haushalt schmeisst und all die Schultermine organisiert. Aber ich glaube, wenn man das selber nie erlebt hat, hat man einen komplett anderen Blickwinkel. Vermutlich haben viele Hausfrauen auch einfach das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen, weil es eben dieses Käfele-Klischee gibt. Dabei sollten sie doch einfach zu ihrem Hausfrauendasein stehen und sich nicht um die Kritik kümmern.

Überhaupt sollte man seine Energie und seine Gedanken besser in sich selber investieren. Jede muss für sich überlegen, was ihr eigentlich wichtig ist – und die Konsequenzen ziehen. Mein Job war ein Traumjob, aber er hat in dem Moment nicht in mein Leben gepasst. Das anzuerkennen und den Job aufzugeben, war eine sehr schwierige Entscheidung. Aber ich wollte nicht irgendwann zurückblicken und merken, dass ich meine Kinder nicht habe aufwachsen sehen. Heute bin ich überzeugt von meinem Entscheid, weil er das Beste für mich, meine Beziehung und meine Kinder war. Und so kann ich unterdessen auch ganz entspannt sagen, dass ich jetzt Hausfrau bin.»

Lesen Sie zum Thema auch die Postings «Der subtile Wertekrieg unter Frauen», «Das Familienmodell der Zukunft» und «Schluss mit Frauenkrieg».

171 Kommentare zu «Von der Karriere- zur Hausfrau»

  • Tanja sagt:

    Guter ausgeglichener Artikel. Und es wird deutlich, dass unsere Gesellschaft noch viel Arbeit auf dem Weg zur Gleichberechtigung vor sich hat!

  • Susi sagt:

    Ich verstehe nicht, wie eine Mutter, die erst zu Hause bleibt, wenn ihre Kinder grösser sind (zur Schule gehen) sich wundern kann, warum die Hausfrauen ihren „Job“ als anstrengend bezeichnen. Anstrengend ist es vor allem solange die Kinder klein sind, permanent zu Hause sind und einem sogar aufs WC folgen ;-). Wenn sie mal zur Schule gehen, eigene Interessen und Freunde haben ist es etwas ganz anderes.

    • Robynn sagt:

      Genau. Ganz genau. Ich habe auch Erfahrung von beider Seiten – und ehrlich, wenn sie klein sind, ist arbeiten viel leichter. Mit Schüler macht es natürlich Spass heim zu bleiben! Die Kinder sind leicht und man hat Zeit für sich… aber mit Babys? Vergiss es. Kein Büro kann soviel Stress schaffen als Babys.

      (Ehrlich gesagt: jeder erfährt jede Phase anders, je nach die Persönlichkeit von Mutter und Kinder. Aber wirklich. Heim bleiben mit Schüler ist nicht mit der Babyphase zu vergleichen.)

      • mira sagt:

        Kommt auf die Position im Büro drauf an. Ich empfand die 4 Monate Elternzeit mit Kleinkind und Baby als entspannend im Vergleich zu meinem Job. Ist halt alles relativ.

  • Noemi sagt:

    Kann Jennifer sehr nachfühlen. Staune auch über etliche Beiträge, wonach Büroarbeit ja total easy sein soll. Mein Arbeitgeber, ein sehr bekanntes CH-KMU mit 24/7 Tätigkeit setzt voraus, dass alle im Kader immer verfügbar sind und zu jeder Zeit arbeiten. Das höre ich auch von Grossunternehmen ohne 24/7, scheint also keine Seltenheit. So muss ich mich als Mutter entscheiden, ob ich das kann und will. Werde schweren Herzens, da auch mein Traumjob dasselbe tun wie Jennifer, meinem Kind zuliebe.

  • chocolate sagt:

    Das ist jetzt so eine typisch Schweizer Geschichte, dass einem fast schlecht wird.
    In Skandinavien wäre das keine Rede wert!
    Sollen die Leute doch machen, was und wie sie wollen. Ich kann nicht so recht verstehen, warum sich ’nur‘ Hausfrauen immer rechtfertigen wollen/müssen und gegen Berufstätige schiessen und umgekehrt.
    Nur: Jammern, wenn man dann in der Trennung/Scheidung finanziell schlecht wegkommt (gilt übrigens für die Väter auch!) geht mit dem Familienmodell halt nicht mehr. Auch sollte man sich bewusst sein, dass man eigentlich auf Kosten der Allgemeinheit lebt (AHV etc.). Und wenns mit dem Wiedereinstig nicht klappen will, muss man auch akzeptieren, dass das eigene Handeln Konsequenzen hat…

    • Sportpapi sagt:

      Hm. Man lebt nur sehr beschränkt auf Kosten der Allgemeinheit. Bzw. das ist es der Gesellschaft offenbar wert.
      Andere leben auf Kosten der Kinder…

    • Widerspenstige sagt:

      Richtig erkannt, chocolate, und in Skandinavien sind sie mit der Umsetzung bereits ca. 50 Jahre im Vorsprung.

      Die Schweiz braucht ein Departement für Frauen-, Jugend- und Familienfragen wie es zB Österreich eingeführt hat. Es gibt in A eine Varianten für Familien mit Traditionsmodell und eine für ein modernes Modell:
      Das einkommensabhängige Kinderbetreuungsgeld hat die primäre Funktion, jenen Eltern, die sich nur für kurze Zeit aus dem Berufsleben zurückziehen wollen und über ein höheres Einkommen verfügen, die Möglichkeit zu geben, in dieser Zeit einen Einkommensersatz zu erhalten.
      https://www.frauen-familien-jugend.bka.gv.at/familie/finanzielle-unterstuetzungen/kinderbetreuungsgeld-ab-1.3.2017.html

  • Simone sagt:

    Ich hoffe einfach für Sie, dass Ihr Mann Sie nicht eines Tages durch eine andere Frau ersetzt und bei Ihnen dann unvermittelbar zurückbleibt- nicht auf dem Single- sondern auf dem Arbeitsmarkt.
    Ich würde nie wollen, dass mein Mann oder ich von ihm finaziell abhängig wäre. Die Zeit als Tochter, die notabene finanziell auf hohem Niveau unterstützt wurde von ihren Eltern, ist vorbei.
    Alles Gute für Sie und weiterhin viel Freude im Leben.

    • Sveta Furrer sagt:

      Das sehe ich genau gleich wie Sie. Ich werden von meinen beiden Eltern grosszügig unterstützt, damit ich eine top Ausbildung machen kann. Es ist für mich selbstverständlich, dass ich danach voll arbeite und so in die Fussstapfen der jetztigen Steuerzahler trete, die meine Ausbildung (ETH, Mobilität, KK…) mitfinanziert habe. Ich würde mich schämen, nach einem so teuren und zeitlich aufwendigen Bildungsweg nicht zu arbeiten. Aber das ist jedem selber überlassen. Jeder hat seinen eigenen Freundeskreis und verkehrt in einem anderen Milieu. Ich bin sowohl mit armen Familien aus dem Balkan aufgewachsen, bei welchen Mutter und Vater vollzeit gearbeitet haben, wie auch mit modernen CH-Familien, die nicht nach dem christ. Rollenbild lebten. Das christ. Rollenbild entspricht mir kein bisschen.

  • Simone sagt:

    Ich hoffe einfach für Sie, dass Ihr Mann Sie nicht eines Tages durch eine andere Frau ersetzt und bei Ihnen dann unvermittelbar zurückbleibt- nicht auf dem Single- sondern auf dem Arbeitsmarkt.
    Alles Gute für Sie und weiterhin viel Freude im Leben.

  • Christoph Bögli sagt:

    Der eigentlich bedenkliche Umstand an der Geschichte ist doch, dass der Arbeitgeber von Jennifer diese anscheinend schlicht ausgebeutet hat mit unbezahlten (?) Überstunden. Ein klarer Verstoss gegen die Arbeitsgesetze, welcher aber aus falsch verstandener Solidarität oder Pflichtbewusstsein hingenommen wurde. Genau das ist ein grosses Problem im heutigen Arbeitsmarkt, insbesondere auch in der Schweiz, und mit ein Grund, wieso Arbeit und Familie derart unvereinbar sind.
    Dass jemand inkl. Arbeitsweg wie die Autorin offenbar >12h für die Arbeit aufwendet und das erst noch in Teilzeit, ist schlicht jenseitig und lässt sich logischerweise nicht mit Kindern oder auch nur einem Privatleben vereinbaren. Genau solche Zustände zu verhindern, müsste darum das Ziel sein.

  • Lehar sagt:

    Dieser Beitrag entspricht genau meiner Situation und Einstellung!
    Ich war Ärztin in Teilzeit, mein man Arzt in Vollzeit. Dann war es einfach so ein hin und her, dass ich gekündigt habe. Es geht allen so viel besser: Kindern, Beziehung und mir!
    Abgesehen, dass man sich immer rechtfertigen muss, ist das aktuell eine tolle Lebensphase.

    • Simone sagt:

      einfach bedenklich..
      bedenklich, dass die arbeitgebenden das nicht hinkriegen
      bedenklich, dass frau eine teure ausbildung geniesst und dann all das brachliegt..
      was für ein vorbild für die kinder (töchter?)

    • Elisabeth Heimlicher sagt:

      ja, und frau hat erst noch viel von den kindern mitbekommen. so schnell sind sie gross und brauchen die eltern immer weniger.

    • Martin Frey sagt:

      Und wann steigen Sie als Ärztin wieder ein, wenn ich fragen darf?

    • Heinz sagt:

      Das ist doch einfach ein Armutszeugniss. Darum haben wir in der Schweiz ein Fachkräftemangel. Unser Arbeitsmarkt ist unwillig Familien eine Möglichkeit zur vereinbarung von Beruf und kindern zu ermöglichen. Wie kann es sein das hunderttaussende Franken in eine Medizinisch Ausbildung investiert werden um dann nur so arbeiten zu können dass das Leben eher eine Qual ist. Die Schweiz ist hier einfach ein Entwicklungsland. Anscheinend braucht es noch vielviel mehr Burn-Out’s

      • Sportpapi sagt:

        @Heinz: Das Problem ist doch eher, dass Ärztinnen gerne Ärzte heiraten. Und sie dann wegen dem Geld nicht mehr arbeiten müssen.
        Lehar hatte ja eine Teilzeitstelle.

      • Fritz Bünzli sagt:

        Problemlösen à la Sportpapi: verbieten wir den gutausgebildeten Frauen, einen gutausgebildeten Mann zu heiraten, oder aber streichen wir einem gutausgebildeten Paar den Lohn. Die Grundsätzliche Problematik wird jedoch verleugnet oder bewusst überflogen: es kann nicht sein, dass hunderttausende Franken in eine Hochschulausbildung investiert werden, der Arbeitsmarkt jedoch beschränkt Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Beruf&Familie bietet (erst Recht, wenn es anderswo geht).Entweder lösen wir das Problem mit Studiengebühren à la USA (trägt wenig zur Lösung bei) oder aber es liegt an der Politik hier einzugreifen (was jedoch zu bezweifeln ist, wenn man sieht wie sich die Unternehmer im Parlament gegen jegliche Unterstützungsmassnahme zur besseren Vereinbarkeit von Familie& Beruf wehren)

      • Sportpapi sagt:

        @Fritz Bünzli: Ich benenne ja das Problem, Lösungen habe ich keine vorgeschlagen. Sie ja auch nur untaugliche…
        Aber Sie haben recht: Wenn die Gesellschaft sicher stellen will, dass von den Ausbildungskosten etwas direkt zurückkommt, dann geht das nur über hohe Studiengebühren. Nur will das niemand.
        Alles andere ist schwierig. Man kann nun mal nur schlecht Anreize schaffen bei Paaren, die (fast) alles haben. Ärztepaare sind auch nicht auf staatliche Lösungen angewiesen, sondern sorgen privat für optimale Vereinbarkeit. Wenn sie möchten.
        Aber wenn jemand als Ärztin nicht einmal mehr teilzeit arbeiten möchte. Wie wollen Sie sie überzeugen? Mit moralischem Druck? Mit gratis-Kinderbetreuung?

      • Martin Frey sagt:

        @Fritz Bünzli
        Das Grundproblem liegt darin, dass wir zwar heute eher mehr Mediziner ausbilden als früher, Jahre später aber davon nur noch ein Teil (und oft nur Teilzeit) auf dem Beruf tätig sind. Was früher undenkbar gewesen wäre, ist heute weitgehend die Norm.
        Und das hat nun mal mit der Feminisierung des Berufs zu tun, und weniger mit „Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Beruf&Familie“. Letztes ist zwar auch ein Problem, jedoch von der Fachrichtung abhängig.
        Aber volkswirtschaftlich wie auch gesundheitspolitisch ist es natürlich schon Unsinn, wenn Leute wie Lehar einer der teuersten universitären Ausbildungsgänge durchlaufen, um später nicht auf dem Beruf zu arbeiten.
        Die Auszeit sei Lehar gegönnt, wünschenswert wäre einfach irgendwann ein Wiedereinstieg.

      • Fritz Bünzli sagt:

        Der Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten (zeitlich flexibel) und Tagesstrukturen & Tagesschulen sind zentral, was auch der Bundesrat erkannt hat in seinem Bericht zum Fachkräftemangel. Der Stein wurde ins Rollen gebracht, nun liegt der Ball bei den Kantonen, welche diese Vorschläge langsam aber sicher umsetzen (angefangen bei den urbanen Kantonen). Hohe Studiengebühren sind eine Möglichkeit, die Rückzahlung von Ausbildungskosten wären in einem solchen Falle auch denkbar. Aber etwas anderes was Heinz anspricht ist die Art zu arbeiten, die (gerade in KMU,oder traditionellen Berufen wie Arzt oder Jurist) verankerte Denkweise, dass Arbeitsleistung über Präsenz definiert wird, die starren Arbeitsstrukturen. Da besteht meiner Meinung nach nachholbedarf.

      • Fritz Bünzli sagt:

        Herr Frey, ich sehe es umgekehrt. Ich sehe in der Feminsierung des Berufszweigs der Medizin die Möglichkeit, dass (wie beim Lehrerberuf) vermehrt Teilzeitarbeit und somit Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglich ist.

      • Martin Frey sagt:

        @Bünzli
        „Ich sehe in der Feminsierung des Berufszweigs der Medizin die Möglichkeit, dass (wie beim Lehrerberuf) vermehrt Teilzeitarbeit und somit Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglich ist.“
        Das ist auch richtig so. Nur fehlen die Pensen trotzdem an allen Ecken und Enden.
        Es sind einfach zwei verschiedene, in sich korrekte Aussagen.

  • Karina sagt:

    Kommt aber schwer aufs Alter der Kinder an. Wenn sie in der Schule sind, bleibt natürlich gut Zeit für den Haushalt. Wenn man hingegen mit mehreren Kleinkindern zu Hause ist, sieht die Sache schon anders aus.
    Ich finde zwar Erfahrungsberichte an sich spannend, dieses „Ich bin so superentspannt und alle andern Jammerfudis“-Getue überflüssig. Jede Lebenssituation hat Vor- und Nachteile und manchmal läufts gut, manchmal schlechter.

  • Franka E. sagt:

    Liebe Redaktion, man wartet ewigs auf seine Beiträge, aber sowas kommt dann durch?

  • Sophie sagt:

    Also,vom Ehemann finanziell abhängig zu sein,ist sicher nicht jedermanns Sache.Aber von Kindern sich nicht abhängig machen?Es ist nunmal ein anderes Leben wenn man Kinder hat.Egal wie die Rollenaufteilung aussieht.Ich finde die Kinder gehören an erster Stelle.Anstatt all die Therapien die Schulkinder über sich ergehen lassen müssen,kann man ja innerhalb der Familie was ändern.

    • Sveta Furrer sagt:

      Die meisten CH-Frauen arbeiten im niedrigen Teilzeitbereich. Alle die behaupten, die jetztigen Kinder seien krank, weil die Eltern keine Zeit hätten, sprechen einen Schmarren. So viel Zeit und Geld wie jetzt hatten Eltern noch nie für die Kinder. Ich finde Kinder meist überbehütet, gerade wenn man sich Gymi-Schüler anschaut. Ich bin mir sicher, dass in wenigen Jahren die Migranten aus dem Balkan, Türkei und Ostblock den Wohlstand der Schweizer überholen. Viele Schweizer sind untüchtig und leben vor allem wegen dem Erben gut. Deshalb können es sich auch so viele Ehepaare leisten, dass die Frau zu Hause bleibt. Bei Migranten arbeiten oft beide Elternteile. Die CH-Kinder, die Hausaufgaben schon als grosse Last sehen, werden noch abgetrocknet. Ich drücke den fleissigen Bürgern die Daumen.

  • Lina Peeterbach sagt:

    Warum war denn Jennifer bei 90% Anstellung nie zuhause, wenn ihre Kinder wach waren? Da muss wohl noch ein langer Arbeitsweg dazugekommen sein – meine Kinder (2 und 3.5) sind jeweils von ca 7h bis ca 20h wach: das sind etwa 13h, wovon sie an 3 Tagen ca. 9h in der Krippe verbringen. Wir arbeiten beide 80%, also an 4 Tagen „Vollzeit“ (je 1 Tag zuhause), plus ca. 70min Arbeitsweg – und sehen die Kinder fast jeden Tag morgens und abends. Manchmal arbeiten wir am Abend noch etwas, oder mal am Wochenende ein oder zwei Stunden, während der andere mit den Kids einkauft oder putzt. Wir haben beide „Karrierejobs“ und schieben nicht gerade eine ruhige Kugel, und trotzdem bleibt noch Zeit für Familienleben. Das muss schon ein krasser Job gewesen sein, den Jennifer da hatte!?

    • Christoph Bögli sagt:

      @Peeterbach: Das ist eine gute Frage. Falls die Erzählung stimmt, dürfte es halt ein klassischer Fall von (Selbst-)Ausbeutung sein, also eben die beschriebenen 120% plus vermutlich ein unverhältnismässig langer Arbeitsweg. Interessant wäre aber, wieso genau sich das jemand antut und nicht einfach auf seine Rechte pocht bzw. nach den vertraglich vereinbarten Stunden nach Hause geht. Bevor man einfach so kündigt wärs doch allemal sinnvoller, sich auf die reguläre Arbeitszeit zu beschränken und zu sehen, was passiert. Wenn der Arbeitgeber zu viel Arbeit zuweist, als dass diese in der vereinbarten Arbeitszeit erledigt werden kann, ist das nicht das Problem des Arbeitnehmers.

    • Jeannine sagt:

      Ich frage mich immer wieder was für die Menschen hier Karriere bedeutet!? Da gibt es nur Arbeit und sehr,sehr wenig Familienzeit!Vielemale auch mit Reisen verbunden usw.,da ist nix mit Kinder um 17 Uhr abholen.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Jeannine: Dieses Dogma ist doch gerade völlig verkehrt, dass „Karriere“ nur mit exorbitanter Präsenzzeit möglich sein soll. 1. zeugt es nicht gerade von Effizienz und Organisations-/Delegationsfähigkeiten, wenn man seine Arbeit nicht in der regulären Zeit geregelt bekommt. 2. sollte gerade auch von Arbeitgeberseite die Voraussetzungen geschaffen werden, damit sich Arbeit/Familie auch für höhere Stellen vereinbaren lassen, auch weil diese sonst zunehmend Probleme bekommen, fähige Leute zu fnden. 3. In anderen Ländern/manchen Firmen klappt es problemlos, Kaderstellen mit einer vernünftigen Work-Life-Balance zu vereinbaren, es scheint daher eher um fehlgeleitete Firmenkultur in manchen Branchen/Unternehmen zu gehen. 4. „Karriere“ heisst nicht CEO..

      • Lina Peeterbach sagt:

        @Jeannine, ich hole meine Kinder meist um 18h ab – oder mein Mann, falls ich länger im Büro sein muss. Das kommt aber selten vor, da ich meine „Karriere“ (oberes Kader in einem KMU) zeitlich ganz gut im Griff habe: Sitzungen etc. tagsüber, nicht abends um 20. Da ist mein Chef nämlich auch bei seiner Familie… Ggf wird nochmals gearbeitet, wenn die Kids schlafen. Auch Reisen koordinieren mein Mann und ich möglichst aneinander vorbei. Geht meist wunderbar auf, da wir ja zu zweit sind. Und die meisten Jobs und Aufgaben sind ja nicht total unflexibel: ich kann auch gut mal sagen „diese Woche kann ich schlecht reisen, nächste Woche wäre besser“. Wo ein Wille ist ist meist auch ein Weg. Was Jennifer da erzählt scheint mir schon recht extrem, ich tippe auf grosse Unternehmensberatung.

    • Domenico sagt:

      Bei gewissen Jobs ist man auch bei einem kurzen Arbeitsweg locker 12h weg. Es sin genau diese Jobs, bei welchen man sog. „Karriere“ machen kann.

  • Celine Meier sagt:

    Dies sehe ich anders. Es tut gut einen Fuss (zB Teilzeit) im Berufsleben zu halten. Für alle Seiten. Volkswirtschaft, Beziehung, Rollenbilder, CV etc. Idealerweise arbeitet der Mann ebenfalls Teilzeit und man hat die Grosseltern (oder Krippe). Aber jeder muss selber entscheiden.

  • Nadine Sauter sagt:

    Es gibt auch etwas zwischen Null und 120 Prozent. Wenn man z.B. um 17 Uhr die Kinder bei den Grosseltern/der Krippe ablöst, sollte dies heute kein Problem mehr sein, und man hat noch etwas von den Kindern. Auch kann man/frau heute in vielen Berufen flexibel arbeiten. Viele Männer sind auch bereit 80 Prozent zu arbeiten, dies ist für alle ein Gewinn. Ich finde es heikel in der heutigen Zeit „nur“ Hausfrau Mutter zu sein, dies trotz 50 Proz. Scheidungsquote und Fachkräftemangel und Gleichberechtigung, aber dies muss jeder/jede selbst entscheiden.

  • Thomas sagt:

    Ich lese im Artikel nur „ich“, „ich“, „ich“. Was ist mit dem Vater der Kinder? Hier fängt das Problem an: solange Kinder als Sache der Mutter angesehen werden, kommen wir nie weiter.

    • Sportpapi sagt:

      „solange Kinder als Sache der Mutter angesehen werden, kommen wir nie weiter“
      Solange immer diese passiven Formulierungen kommen, statt den konkreten Fall zu benennen, sind wir sowieso auf dem falschen Dampfer.
      Beide Eltern haben offenbar 90% gearbeitet. Das geht, oder? Nun will sie nicht mehr und möchte etwas ändern. Warum soll das nun in erster Linie das Problem des Vaters sein? Er lässt ihr ja allen Freiraum, sich so zu orientieren, wie es ihr wohl ist. Was fehlt?
      Und wohin wollen „wir“ weiterkommen?

    • Tina sagt:

      Bin ganz ihrer Meinung. HIer liegt tatsächlich eine der Wurzel allen Übels (ich hoffe man sagt so…).

      Die Autorin hat sich ja erklärt, weshalb sie nur von der Frau geschrieben hat. Aber tatsächlich hat sie allen Familien, die versuchen eine egalitäre Beziehung zu führen, damit einen Bärendienst erwiesen.

      • Sportpapi sagt:

        Zumindest unserer „egalitären“ Familie nicht. Da sind wir eigentlich froh, wenn Leute aus dem Leben berichten, und nicht Ideologien verkünden.

  • Christel Moos sagt:

    Alles schön und gut, wenn auch nix Neues oder Augenöffnendes in der Kolumne steht. Mein Rat aus Erfahrung- beiben Sie nicht zu lange Nur- (im Sinn von einzig) Hausfrau. Irgendwann lässt sich das im Lebenslauf nicht mehr wirklich „verwerten“. Für den Wiedereinstieg geht auch eine tief-prozentige Tätigkeit die nicht so hochqualifiziert sein muss. Oder Weiterbildungen. Einfach dranbleiben sonst wird’s ziemlich schnell schwierig…. Bei mir warens 2 Jahre Pause

  • Mademoiselle sagt:

    Hausfrau zu sein ist super und zwar für alle: Mutter, Kinder und Ehemann. Die Kinder mit eigenen Werten erziehen, sich und das Haus tiptop in Ordnung halten, biologisch kochen, ein schönes Hobby pflegen und sich nebenbei ehrenamtlich engagieren. Am Abend sitzt die Familie nicht abgekämpft und sauer am Tisch. Die Kinder haben die Hausaufgaben erledigt und man kann abends noch etwas gemeinsam unternehmen. Das grosse Geld bringt der Ehemann heim, der sich, durch die Rückendeckung seiner Ehefrau, voll auf die Karriere konzentrieren kann und stolz darauf ist, wie gut er seine Familie ernähren kann..im Gegensatz zu den armen Teilzeitpapis, deren Karriere nie richtig anläuft. Jetzt werden sich wohl den Feministinnen die (ungewaschenen) Nackenhaare aufstellen 😉

    • Madame sagt:

      Hahaha!! Ich kenne keine einzige Familie, wo das so läuft… Mademoiselle hat noch keine Kinder und träumt vom perfekten 50er-Jahre-Familienleben. Zu viel Werbung geschaut oder Romane gelesen?

    • Chalkie Zirkel sagt:

      Ja, mir stellen sich die Nackenhaare auf ob solch verblendeten Ideologien. Wenn ein Elternteil zuhause bleiben will, soll er das tun, egal ob Mutter oder Vater. Es ist aber sicher nicht die Voraussetzung, geschweige denn die Pflicht, dass Frauchen gefälligst zuhause bleiben muss, weil nur dadurch eine funktionierende Familie bestehen kann! Ich bin froh gibt es Frauen, die ihr Leben selbstständig und frei bestreiten wollen, sich nicht von einem Mann oder Kindern abhängig machen und ihre Träume nicht fürs Kochen und Putzen aufgeben! Diesen Frauen gebührt Respekt, denn nur sie ermöglichen, dass die Schweizer Bevölkerung endlich von einem konservativen, lange nicht mehr zeitgemässen und vor allem sexistischen Modell abrückt!

    • Martin Frey sagt:

      @Mademoiselle
      Das hört sich ja alles super an, anscheinend auch für alle Beteiligten sehr idyllisch, erinnert es doch unweigerlich an alte Filme und Serien. Für wen es stimmt, wunderbar.
      Aber wenn Sie das nächste Mal ihr Haupthaar waschen, sollten Sie sich vielleicht doch ein paar Gedanken zur Altersvorsorge machen. Nur so als gutgemeinter Ratschlag.

      • Mademoiselle sagt:

        Vielen Dank Martin, aber Hausfrau zu sein bedeutet nicht, dumm in den Tag hinein zu leben.

      • Martin Frey sagt:

        „… aber Hausfrau zu sein bedeutet nicht, dumm in den Tag hinein zu leben.“
        Das habe ich auch nicht behauptet, im Gegenteil. Ich respektiere und achte Ihren Entscheid, Mademoiselle. Aber ich würde einer Tochter nicht unbedingt zu einem solchen Lebensentwurf raten. Niemand weiss, was das Leben so bringt. Und je nachdem bezahlen Sie einen hohen Preis für diese „Abhängigkeit“.

      • Annette sagt:

        Immer wieder die gleiche Leier!Nur weil man Hausfrau ist,ist man doch nicht dumm!Hausfrau/mann zu sein ist ein Luxus,der sich nicht Jede/Jeder leisten kann.

      • 13 sagt:

        @ annette
        Hausfrau/mann ist ein Lebensmodell, den sich eigentlich nur diejenigen wirklich leisten können, due genug Vermögen haben, um das Leben mit diesem zu finanzieren. Bei allen anderen ist es schlicht ein Risiko. Ob man es eingeht, ist allerdings wieder der Familie selber überlassen.

    • Christina sagt:

      Nö, wie kommen Sie denn darauf, dass sich mir ob Ihrer persönlichen Präferenzen die Nackenhaare aufstellen. Ich kann Sie doch problemlos mit Ihrer Einstellung leben lassen, auch wenn ich für mich einen ganz anderen Lebensentwurf vorgesehen habe.

      Ich glaube Ihnen sofort, dass für Sie und Ihre Familie das Hausfrauendasein super ist. Für mich und meine Familie ist es das nicht. Können wir das einfach so stehen lassen?

    • Elisabeth Sch. sagt:

      Und nach der Scheidung (die mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% eintritt) gibt es das grosse finanzielle Gejammere. Frau findet keine Stelle, Mann zahlt und zahlt. Und mit der Pension sieht es auch nicht so rosig aus.

    • 13 sagt:

      Ist das die Beschreibung eines 50er-Jahre-Werbespots?
      Bei mir (Feministin mit gewaschenen Haaren) stellt sich nichts auf, ich amüsiere mich hingegen sehr, nippe dabei an meinem selber bezahlten, nicht vom Mann gesponserten, Mittagskaffee und freue mich sehr, andere Ziele zu haben und verfolgen zu können, als nur „sich und das Haus tiptop zu halten“. Nun ja, jede wie es ihr beliebt (solange der Mann mitmacht, versteht sich). 😉

      • Mademoiselle sagt:

        Nein, das ist die Beschreibung einer modernen, postfeministischen und selbstbestimmten Lebensweise.

    • tina sagt:

      ach und ich dachte immer, die hausfrauen sind die, mit den ungewaschenen haaren. ausgeleierte rosa leggins, morgenrock. auf den pöstler warten. mothers little helpers gegen die langeweile.
      😉
      netter versuch

      • Lala sagt:

        Also ich bin zusammen mit meinem Bruder ca. so aufgewachsen und hatte eine super Kindheit.
        Die Grossmutter und der Onkel wohnten auch noch direkt nebenan.

        Wenn das (auf)geht, gibt’s wohl nichts schöneres für die Kinder.

      • sottosopra sagt:

        Manchmal habe ich das Gefühl, dass solche Beiträge, deren einziges Ziel darin besteht zu provozieren, von der Redaktion aufgeschaltet werden, damit die (heute erstaunlich ruhige (liegt wohl an der Adler-Debatte) Diskussion in Gang gebracht wird.

      • tina sagt:

        ich bin auch so aufgewachsen und fand es so mittelschön ;-). mir hätte eine mutter mit beruflicher perspektive gut getan. meine mutter wurde aber leider auch von meinem vater nicht ganz für voll genommen. wir kinder fanden das auch noch normal. und es ist auch heute noch so, dass sie sich von ihm sagen lässt „kauf die kamera für 100.–, die macht auch gute bilder“. und dann macht sie das. „weisch, dein vater kennt sich auch noch gut aus mit so sachen“. hust.

    • Anna Moos sagt:

      „Das grosse Geld bringt der Ehemann heim“, der nebenbei fast nie die Kinder sieht. Und wenn der Ehemann arbeitslos wird, schwer krank, stirbt oder mit ner anderen Frau wegzieht, schaut die Vollzeitmami schon etwas dumm rein, so abseits jeglichen Arbeitsmarktes, kaum Altersvorsorge etc.

      • Sophia sagt:

        Man muss das Geld richtig anlegen,Immobilien kaufen usw.,dann klsppt das schon!

      • Widerspenstige sagt:

        Sie nennt sich bewusst Mademoiselle und will damit provokant darauf anspielen, dass sie das Fräulein vom Dienst spielt. Es ist ein Spiel mit dem Feuer, aber wer die Kunst des Feuermachens beherrscht, wird sich in der Kunst des Feuerlöschens üben müssen. Das soll unsere Sorge nicht sein.

    • mira sagt:

      Wenn ich einen reichen Mann hätte, würde ich das auch machen. Und nebenbei endlich (!) täglich mehrere Stunden Zeit für mein geliebtes Hobby haben – vielleicht sogar einen brotlosen Job daraus machen!!

      Da ich aber nun keinen reichen Mann habe und selbst sehr gut ausgebildet bin, gehe ich halt arbeiten 🙂 Unser Familienleben ist trotzdem schön und Hausaufgaben sind zum Glück kein Thema (Privatschule).

  • Sina Widmer sagt:

    Teil 2: Trotz allem klammere ich mich an meinem Teilzeitjob fest – weil er mir jeden Tag ein paar Stunden mentale Auszeit ermöglicht, intellektuelle Nahrung und Kontakt zur Aussenwelt, zu wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen. Lieber nehme ich in Kauf, dass mein Haushalt aus dem letzten Loch pfeift – und dafür geht es mir und den Kindern gut. Und bevor jetzt alle nach dem Vater schreien – der tut, was er kann, aber nach zweimaliger Krebserkrankung ist seine Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit auch ziemlich in Mitleidenschaft gezogen. Dafür kennt unser Alltag weder Langeweile, Sinnleere, noch Konsumrausch, dafür viel Dankbarkeit, Achtsamkeit – und natürlich Erschöpfung. 😉

    • Ursula Meier sagt:

      Hut ab und alles Gute für die Zukunft!
      Habe zwei gesunde Kinder, einen engagierten Mann und kommen mit meiner 60%-Stelle regelmässig an den Anschlag… eine saubere und aufgeräumter Wohnung gibt’s bei uns nur wenn die Kinder mal für eine Woche bei den Grosseltern in den Ferien sind ;o)).

  • Susan Widmer sagt:

    Ja, so unterschiedlich können Lebenswelten sein. Ich habe zwei Kinder, wovon eins mit psychischen und physischen Handicaps. Mit Krippe und Teilzeitjob ging das sehr gut, richtig schwierig wurde es erst mit Schuleintritt. Da drapieren sich dann die regelmässigen Therapie- und Arzttermine inklusive Fahrdienst um den Stundenplan herum und fressen die Freizeit, unzählige Gesprächstermine mit der Schule kommen dazu, ausserdem die Schularbeiten, die das Kind grundsätzlich nicht alleine bewältigen kann, dazu tägliche Therapie- und Förderübungen (ja täglich, auch am Weekend und in den Ferien, immer, Tag für Tag), die Belastung, mental und zeitlich, ist enorm, von Autonomie keine Spur.

  • Lace sagt:

    Ein guter ehrlicher Beitrag!Mit kleinen Kindern Zuhause ist es aber schon sehr anstrengend.
    Ich kenne beide Situationen und jede hat seine Vor und Nachteile.Für die Kinder sicher schöner wenn sie frei spielen können,sich mit anderen Kindern austoben können.( sofern es überhaupt Kinder hat).Interessante Dinge unternehmen können oder einfach mal nix machen.Mein Sohn war aber auch gerne(Ganze Woche) im Hort,mit der Zeit aber sehr müde.Der grösste Vorteil für mich,nicht Erwerbstätig zu sein ist ,keinen Druck von aussen zu haben.Ich habe keinen Stress,und bin der ruhige Pool der Familie.Mein Mann arbeitet viel und sein Ziel ist es zu reduzieren.Ich werde dann Teilzeit arbeiten,und freue mich darauf.Familienfrau zu sein ist schön,ermüdet aber mit den Jahren sehr!

  • Ben Steiner sagt:

    Frau Kuster, mich würde interessieren, ob Sie zu Hause geblieben sind, weil Ihr Einkommen geringer war, als das Ihres Mannes. Oder ob es von vornherein klar war, dass Ihr Mann keinesfalls zu Hause bleibt und wenn ja, wieso? Meine Erfahrung ist diejenige, dass das Dasein für die eigenen Kinden eine enorm sinnstiftende Tätigkeit ist. Also genau das, was man im Beruf immer sucht oder einfordert. Aber es füllt die Familienkasse nicht. Und Jobsharing? Meistens ist es so, dass wenn Mutter und Vater je 50% arbeiten würden, in der Kasse letztlich halt nicht 100% blieben, sondern eher 70-80%. Oder anders ausgedrückt, man arbeitet 30% mehr Stunden (also z.B. 60% und 70%) um das gleiche Einkommen zu generieren. Weil dies dann Ineffizient und unlogisch ist, muss meist der Mann 100% zur Arbeit.

    • Jeanette Kuster sagt:

      Lieber Herr Steiner, im Artikel rede nicht ich, sondern Jennifer. Sie hat sich entschieden, zu Hause zu bleiben, weil sie gemerkt hat, dass es ihr ein Bedürfnis ist, die Kinder mehr zu sehen. Und weil ihr der Spagat Job&Mama (inkl. allen Pflichten) zuviel geworden ist. Der Mann arbeitet 100% und hat sehr lange Arbeitstage. Ob er reduzieren würde/könnte, weiss ich nicht.

      • Sveta Furrer sagt:

        Weil es sich um das „christliche“ Rollenbild handelt. Das traditionelle Rollenbild ist eben das selbe wie das „christliche“ Rollenbild. Die Frau als Mutter und Familienmanagerin und der starke Mann bringt das Geld nach Hause. Dieses Rollenbild ist nicht fast wieder modern! Das behaupten SVPler. Denn in der Schweiz war es noch NIE so, dass Frauen mehrheitlich gearbeitet haben. Frauen in der Schweiz gehören zu den traditionellsten in ganz Europa. Die Frauen können ja erst seit 1971 wählen. Das Märchen von der Karrierefrau, die die Kinder nicht erzieht, gibt es so gut wie nicht. Schauen Sie doch wie viele Frauen es im Kader gibt – so gut wie keine. Es gibt in der Schweiz praktisch keine Karrierefrauen und auch allgemein wenig Frauen, die 100% arbeiten.

      • Sportpapi sagt:

        @Sveta: Also obwohl die Schweiz schon immer rückständig war, geht es uns heute so gut?
        Zum Beispiel im Vergleich zu den fleissigen und klugen Balkanländern, wo Männer und Frauen immer Vollzeit arbeiten?

      • Sveta Furrer sagt:

        Ja. So ist es. Wir haben bis zu 50% Menschen mit Migrationshintergrund in der Schweiz. Und zum Glück hat sich auf den Druck von Napoleon die Schweiz aus Kriegen herausgehalten. Diese Unversehrtheit hat uns Geld gebracht, da man zum Beispiel nicht regelmässig alle Strassen und Häuser wieder herstellen musste und unsere Banken das Geld verwaltet haben. An der Uni Zürich haben zu Beginn eigentlich nur Russinnen studiert, bis dies der Zar verboten hat. Natürlich gibt es auch herausragende Figuren wie Euler und Bernoulli oder Schrödinger und Einstein, die in die Schweiz kamen und hier geforscht und gelehrt haben.

    • R. Wenger sagt:

      Ein lebenswertes Leben besteht eben nicht nur aus Karriere. Diogenes lässt grüssen

      • Sveta Furrer sagt:

        „Ein lebenswertes Leben besteht eben nicht nur aus Karriere. Diogenes lässt grüssen“.
        Ja, nur der Mann muss Karriere machen, damit der Rubel rollt. Die Frau darf entscheiden, wie es sich für eine echte Prinzessin gehört. Das „Karriere-Machen“ sehr schwierig ist und man unter einem hohen Druck steht, damit sein eigenes Wissen nicht veraltet, auch das ist einer wahren Prinzessin eben egal. Der Mann soll einfach genug Geld heim bringen, egal wie. Und selber wirft man aber mit Sätzen um sich wie: „Liebe ist wichtiger als Geld, Ich will die Kinder aufwachsen sehen“. Und was ist mit dem Mann? Der Mann ist eben egal.

      • Sportpapi sagt:

        @Sveta Furrer: Die Männer können sich gut für sich selber wehren. Wenn sie unzufrieden sind.
        Das absurde ist ja, dass heute Frauen meinen, sie müssten anderen Frauen das Leben schwer machen, sie auf Linie bringen.
        Fremdbestimmung wie früher, nur dieses Mal von der anderen Seite. Warum dürfen Frauen (und Männer) nicht einfach mal selber entscheiden, was sie wollen, was ihnen gut tut?

      • Sveta Furrer sagt:

        Sie dürfen Sportpapi. Aber der Artikel wurde ja geschrieben, damit darüber diskutiert werden kann. Natürlich könnte man allgemein die Kommentarfunktion abschalten und dann kann man seine Meinung einfach im privaten Milieu preisgeben. Aber die Journalisten leben davon, dass sie Artikel schreiben und die Menschen zu Diskussionen anregen. Es sind nicht nur Frauen, die sich ein Rollenbild vorgeben wollen. Alle Menschen machen das. Weil der Mensch oft glaubt, er lebe doch besonders gut. Das finde ich eben auch. Trotzdem töte oder schlage ich niemand, wegen seiner Meinung. Ich sage nur eine Gegenthese, das ist alles. Schlussendlich mache ich das aus Langweile, weil ich im Zug sitze und ich bin überzeugt, dass es für eine Gesellschaft wichtig ist, sich auszutauschen.

      • Sportpapi sagt:

        @Sveta Furrer: Ich habe ja auch nur meine Meinung kundgetan. Wie es hoffentlich erwartet wird, wenn man so klare Position bezieht und z.B. andere Frauen mit anderen Prioritäten als Prinzessinnen bezeichnet. Eine Bezeichnung, die in einigen Fällen ja durchaus stimmt, abgesehen davon.
        Aber ich bleibe dabei. Wenn ein Mann in der Konstellation glücklich ist (z.B. auch, weil die Kinder gut versorgt werden), oder gar eine Prinzessin sucht, bitte. Wenn nicht, kann er sich auch selber wehren bzw. sich eine andere aussuchen.

      • Sveta Furrer sagt:

        „Das absurde ist ja, dass heute Frauen meinen, sie müssten anderen Frauen das Leben schwer machen, sie auf Linie bringen.“
        Ich mache niemandem das Leben schwer, nur weil ich eine andere Meinung habe. Wie gesagt, ich schlage nicht, töte nicht und quäle niemanden mit anderer Meinung. Ich verdiene Geld und zahle irgendwann sehr viel Steuern auch für solche christ. traditionellen Familien und das werde ich ohne Murren machen. Ich finde diese christliche Einstellung trotzdem unattraktiv und spiessig. Trotzdem werde ich niemals diesen Menschen „das Leben schwer machen“. Aber eine Meinung, ohne Kraftausdrücke, kann ein Mensch ja wirklich ertragen.

      • Sportpapi sagt:

        @Sveta: Was hat das mit christlich zu tun? Bestenfalls traditionell. Andererseits ist es ja schon fast wieder modern…
        Zum anderen: Ich bin keiner der glaubt, gesellschaftliche Erwartungen wären so bedeutend, dass die meisten Menschen deswegen ihre eigenen Wünsche zurückstellen. Aber genau so wird hier jeweils argumentiert. Und die gleichen Frauen, die sich für Gleichberechtigung einsetzen und für weibliche Gestaltungsfreiheit, wollen ihren Geschlechtsgenossinnen dann im nächsten Satz wieder vorschreiben, wie sie sich zu entscheiden haben.
        Ohne Ihnen damit zu nahe treten zu wollen.

      • Sveta Furrer sagt:

        Wie unten geschrieben in einer Gesellschaft sollten sich alle unterschiedlichen Gruppen (Geschlecht, Herkunft, Kultur) an der technischen Entwicklung beteiligen. Es ist unglaublich naiv, wenn Frauen denken, dass technische Entwicklungen auf ihre Bedürfnisse Rücksicht nehmen, wenn sie sich selber nicht daran beteiligen. Das selbe gilt für alle Menschen. Nur finde ich sind die Frauen, die einzige Gruppe, die sich freiwillig da rausnimmt und sich sogar dabei noch lieblich fühlt. Techniken, die immer mehr die Privatspähre der Menschen betreffen. Aber Madame hat dazu keine Meinung. Es ist erbärmlich, wie wenig sich CH Frauen für den (tech.) Fortschritt interessieren. In Russland, Indien und Iran und sogar Saudi Arabien ist das zB anders!

      • Sveta Furrer sagt:

        Schauen Sie zum Beispiel die Universität Istanbul an und wie viele Doktorandinnen und Professorinnen es dort im MATH/PHYS Departement gibt. So etwas sehen sie in den technischen Fächern an keiner CH Universität. Ich bin halb Weissrussin und mein Freund ist Iraker. Diese Länder halten nicht sehr viel von Frauenrechten und dennoch beteiligen sich die Frauen sehr, sehr an Forschung und Entwicklung. Ich finde Frauen in der Schweiz werden nicht diskriminiert aber viele sind Prinzessinnen und wollen einfach nicht. Und das kann ich überhaupt nicht verstehen.

      • Sportpapi sagt:

        @Sveta Furrer: Sicherlich gibt es Länder, in denen Frauen sich mehr für Naturwissenschaften interessieren.
        Allerdings sind Mathe/Physik nun nicht das einzige, was die Welt bewegt. Und in dem Bereich doktorieren oder forschen auch nicht.
        Ausserdem ist es eine Frage der Alternativen. Und die haben die Schweizer/innen nun mal.

      • Sveta Furrer sagt:

        Sie missverstehen mich absichtlich. Ich spreche von strategisch relevanten Jobs. Bei all diesen Jobs sind Frauen untervertreten. MINT Wissenschaften sind ein Beispiel, welches ich gut kenne und wo ich die Gefahren sehe, wenn nur eine homogene Gruppe forscht und GELD spricht. Aber warten wir es ab. Vielleicht werden Europäer noch ihr blaues Wunder erleben durch Asien. Und auch Sie als Mann werden bemerken, was es heisst, wenn niemand Ihre Interessen vertritt. Und ob Sie dann noch darüber klatschen, dass Schweizer/innen gar nicht oder lieber in der lukrativen Verwaltung und in der Administration arbeiten, sei dahingestellt. Vielleicht kann die CH aber weiterhin top ausgebildete Ausländer/innen anziehen, die den Karren am Laufen halten.

      • Sportpapi sagt:

        @Sveta Furrer: Ich glaube nicht, dass ich etwas missverstehe. Nur habe ich eine andere Vorstellung von „strategisch relevanten Jobs“.

      • Sveta Furrer sagt:

        Ich tippe darauf, dass Sie Lehrer sind von Beruf. Was macht TETRA PAK (33700 Mitarbeiter) Verpackungen ergo braucht es Ingenieure, Materialtechniker natürlich auch Designer und Anwälte. Was macht LIEBHERR (42000 Mitarbeiter) ?Betontechnik und Maschinen: Ingenieure. SCHINDLER (56762 Mitarbeiter) Lift und Fahrtreppen: Ingenieure. KÜHNE+NAGEL (80056) macht IT Lösungen für Logistik Probleme. ROCHE, NOVARTIS, HOLCIM, ABB, NESTLE. Die gehören zu den grössten Arbeitgeber der Schweiz. Aha MINT-Berufe sind strategisch nicht relevant… Träumen Sie weiter. Dort macht man Forschung und Innovation, nicht nur an der ETH! Und das machen Menschen mit Studium und wie wir gemerkt haben, vor allem Ausländer. Wie finden Sie es, wenn diese Firmen nach China ziehen. Nicht strategisch relevant?

      • Sportpapi sagt:

        @Sveta Furrer: Sie haben recht. Zum Beispiel die Lehrer und Ausbilder unserer Jugend halte ich für strategisch relevant. Und da sind die Frauen in der Überzahl, und die Forscher drücken sich vor der Verantwortung, um es mal drastisch auszudrücken. Aber natürlich sind auch Ingenieure und Techniker, Mathematiker und Physiker wichtig. Und ich weiss, dass wir davon zu wenig haben.

      • Sveta Furrer sagt:

        Ja, Lehrer ist tatsächlich ein strategisch relevanter Beruf, auch Politiker, Forscher, Investoren, Lobbyisten, Richter und Journalisten. In allen anderen Gruppen sind Frauen praktisch nicht vertreten oder viel zu wenig im Vergleich zu ihrem häufigen Vorkommen in der Gesellschaft. Kindererziehung ist auch strategisch relevant, das muss man aber kombinieren, sonst kann man dem Kind nicht einmal bei den Sek Aufgaben helfen. Kein Wunder brauchen unzählige Eltern, trotz Hausfrau, einen Nachhilfelehrer. Frauen und Männer sollten neben den Kindern, meiner Meinung nach, sich auch selber vertreten können in der Gesellschaft und Kenntnisse haben – sonst wirds auch nicht mit der Kindererziehung.

      • Sportpapi sagt:

        @Sveta Furrer: Das wäre ja ein Plädoyer für eine gute Ausbildung der Eltern, damit sie dieses Wissen dann den eigenen Kindern weitergeben können.
        Interessanterweise kommen wohl viele Eltern, die ihren Kindern bald schon nicht mehr bei den Hausaufgaben helfen können, nicht aus der Schweiz, sondern den von Ihnen gelobten Ländern.

  • Hansli sagt:

    Der Arbeitgeber ist auch nicht gerade kinderfreundlich. Und wo ist der Mann?

    Heute kamen an meinem Arbeitsort gerade zwei Frauen und ein Mann um 9:00 ins Büro, weil sie ihre Kinder in die Kita gebracht haben. Am Abend bleiben sie ein bisschen länger, weil ihr Partner die Kinder abholt.

  • Sandra sagt:

    Interessant, ich habe beim 2. Kind meinen Mutterschaftsurlaub verlängert. Es ist wirklich entspannter nicht an 2 Orten gleich zeitig zu Arbeiten. ( Zu Hause/ Extern)
    Was mir in dem Artikel fehlt ist die Arbeit des Vaters.
    Bald nehme ich meine 75% Arbeit wieder auf. Sprich, ich werde nur noch 25% Zuhause sein. Mein Mann muss leider zur Zeit 100% Arbeiten.
    Es ist uns beiden klar, dass ich nicht den ganzen Haushalt machen kann und mich um die Kinder kümmern kann in den 25%.
    Wir sind zu zweit. Haushalt und Kinder Betreuung muss aufgeteilt Werden.
    Ich habe grossen Respekt vor allein Erziehenden. Bei Frauen die mit dem Vater der Kinder zusammen leben, die Arbeiten, sich um den Kompletten Haushalt und die Kinderbetreuung kümmern stimmt für mich etwas nicht.

  • Gloria sagt:

    Gratuliere zum Entscheid. Ich hab es auch so gemacht. Leider ist nach ein paar Jahren der Wiedereinstieg je nach Branche und Beruf ziemlich schwierig. Das sollte Frau nicht ganz außer acht lassen. Und: wenn die Kinder in der Schule sind, wird es nicht unbedingt weniger Arbeit. Sie ändert sich. Der Druck in der Schule ist heute gross. Je nach Lehrperson und Kind ist da nach Schulschluss noch einiges zu tun. Wenn irgendwo Probleme auftauchen kann man diese nicht auf die nächste Sitzung verschieben. Dann kommt die Pubertät in der sie einen wieder öfter brauchen. Natürlich bestreiten die Kids das vehement aber es sind entscheidende Jahre. Für mich hat sich die Projektbezogene Arbeit bewährt. Man ist nie ganz weg aus der Arbeitswelt und kann in wichtigen Zeiten ganz für die Kinder da sein.

  • Markus Reichmuth sagt:

    Danke für diese ehrliche Mitteilung, Frau Kuster.
    Ich finde, dass Kinder während der ersten drei Jahre oder so von ihren Eltern (+ Grosseltern, wo vorhanden) betreut werden sollten. Im Idealfall nimmt sich auch der Mann einen Tag pro Woche dafür, um diesen Teil der Familienarbeit auch zu erfahren und an dem die Frau tun kann, was sie will (auch arbeiten, wenn erwünscht).
    Wenn die Kinder in die Schule gehen, sollten beide Eltern arbeiten und sich die Kinderbetreuung teilen.
    Ausgesprochen negativ sehe ich das traditionelle Hausmüttermodell – schlecht für die Frau, schlecht für die Kinder, schlecht für den Mann.

    • Tina sagt:

      „Im Idealfall nimmt sich auch der Mann einen Tag pro Woche dafür, um diesen Teil der Familienarbeit auch zu erfahren“. Äh nein, im Idealfall nimmt sich der Vater exakt gleich viel Zeit für die Familien- und Hausarbeit wie die Frau, weil er sonst immer in der Hilfsarbeiterrolle und Zudienerrolle verhaftet bleibt und somit nie erfährt, was es wirklich bedeutet, 24/7 für eine Familie zu sorgen.
      Und übrigens sollte das nicht nur der Idealfall sondern auch der Normalfall sein. Willkommen im 21. Jahrhundert.

      • Sportpapi sagt:

        @Tina: „Äh nein, im Idealfall nimmt sich der Vater exakt gleich viel Zeit für die Familien- und Hausarbeit wie die Frau.“
        Und wie hoch dann dieses exakt gleiche Pensum ist, das entscheidet dann die Frau?
        Und ist nicht gerade hochgradige Aufgabenteilung das „21. Jahrhundert“, und sicher nicht jeder macht alles? Von individueller Freiheit, mit dem Partner alles so zu regeln, wie es den zweien passt, und nicht der Gesellschaft, gar nicht zu reden.

  • Sonja sagt:

    Na ja, jede(r) richtet sich sein Leben so ein wie er/sie möchte und kann…

    Habe eine Tochter, arbeite 80% in einer leitenden Position und bin überhaupt nicht gestresst. Ich gehe spätestens um 17:00 und hole meine Tochter in der Krippe ab. Arbeitsplatz, Wohnung und Krippe sind 5min voneinander entfernt. Zudem habe ich eine Putzfrau und erlaube mir manchmal fürs Abenessen auch TakeAway aufzutischen. Zudem gibts noch einen Vater, der auch 80% arbeitet.

  • 13 sagt:

    Nun der Wertekrieg beginnt da, wo Klischees bemüht werden. Schade strotzt auch dieser Artikel davon:
    – Es gibt entweder Hausfrauen oder berufstätige Mütter, die sehe ihre Kinder nur schlafend (was wohl bei den allermeisten nicht der Fall sein wird!)
    – Wenn die Mutter arbeitet, sind die Kinder die ganze Woche fremdbetreut und werden dann abends vom Grossi versorgt. Wo bitte schön ist der Vater? Dazu kein Wort.
    – Die Frau kann sich zwischen Superkarriere und Hausfrauendasein frei entscheiden, schliesslich arbeitete sie ja nur, um Karriere (Selbstverwirklichung!) zu machen, die Finanzen spielen ja anscheinend keine Rolle.
    – Wenn Frau etwas auf sich hält, hat sie berufstätige Freundinnen, den die machen mehr als Kaffeeklatsch.
    – und dann noch der Ausdruck „Vollzeitmama“

    • Jeanette Kuster sagt:

      Hallo 13
      Der Vater arbeitet 100% und hat sehr lange Arbeitstage, sprich er arbeitet eigentlich mehr als 100%. Und tatsächlich ist es bei der Familie so, dass die Frau nicht arbeiten müsste – Jennifer ist sich ihrer privilegierten Situation aber sehr bewusst, das habe ich im Gespräch gemerkt.
      Ich finde ihren Fall spannend, weil er zwei Extreme zeigt (Führungsposition vs Hausfrau), aber eben auch die Tatsache, dass immer noch meistens die Mütter ihr Pensum reduzieren, nicht die Väter. Und dass es sehr oft die Mütter sind, die neben ihrem Job den Haushalt schmeissen und sich um die kindlichen Belange kümmern (Schultermine, Arzttermine etc).

      • 13 sagt:

        Danke für die Beantwortung der Fragen. Einerseits ja, sind solche Extrempositionen spannend, aber andererseits in den allermeisten Fällen nicht nötig, wenn es zwei Elternteile hat. Dass hier eine Zwischenlösung mit „Vater in die Pflicht nehmen“ nicht versucht wurde, zementiert aber andererseits ein klares Bild und damit die Vorurteile weiter. Wie wäre es mit einer Familie, die immer mal wieder ihr Pensum und Modell je nach aktueller Berufssituation beider Elternteile anpasst, flexibel bleibt und v.a. andere Kriterien für die Rollenzuteilung haben als das Geschlecht? Diese gibt es. Gerade gestern hat mir eine Freundin erzählt, sie hätte ein neues Jobangebot ab August (80% anstatt wie bisher 60%) und ihr Mann hätte daraufhin gekündigt und wird neu etwas mit max. 50% suchen.

      • Tina sagt:

        Liebe Frau Kuster

        Welchen Weg hätte Jennifer gewählt, wenn der Vater einen neuen Job gesucht hätte, der es ihm ermöglich hätte, 60% zu arbeiten und sich entsprechend um die Familie zu kümmern? Hätte sie sich dann immer noch für das Hausfrauenmodell entschieden?

        Wenn ja, dann gönne ich ihr das. Wenn nein, dann finde ich es wirklich schlimm, dass wiedermal die Frau zurückstecken muss.

      • Sportpapi sagt:

        @Tina: Wo in diesem ganzen Text finden Sie einen Hinweis darauf, dass die Frau „zurückstecken“ muss? Das Gegenteil ist doch der Fall. Sie macht das, was sie gerne möchte. Weil ihr Mann ihr das ermöglicht.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Da wurden offenbar wieder mal die richtigen Knöpfe gedrückt.
        Die Voraussetzung war doch, dass Vater und Mutter über 100 Prozent gearbeitet hatten, und beide die Betreuung ihrer Kinder zu grossen Teilen anderen überlassen haben. Ich lese nichts davon, dass die Mutter da mehr gemacht hätte als der Vater. Worin also hätte das „in die Pflicht nehmen“ bestehen sollen?
        Es steht aber da, dass die Mutter unzufrieden wurde, lieber mehr von den Kindern gehabt hätte und zudem auch körperlich offenbar überlastet war.
        Sie hat nun aus freien Stücken entschieden, sich neu zu orientieren.
        Ob der Mann die gleiche Wahl gehabt hätte, davon steht hier nichts. Ich gehe aber nicht davon aus.

      • Tina sagt:

        @ sportpapi
        Verstehe ich jetzt nicht. Es steht doch klipp und klar „ich fand den Gedanken unerträglich, komplett von meinem Mann abhängig zu sein“ und etwas weiter unten „war ich karrieretechnisch noch nicht dort angekommen, wo ich hin wollte. Deshalb war für mich klar, dass ich berufstätig bleiben wollte“ und dann noch „habe ich mich entschieden, eine Auszeit zu nehmen und für unbestimmte Zeit zu Hause zu bleiben. Mein Körper hat die Pause dringend nötig nach den letzten Jahren“.

        Wenn sie dann notgedrungenerweise ihren Job geschmissen hat, dann nenne ich das zurückstecken. Sie etwa nicht?

      • Franka E. sagt:

        @Sportpapi: der Hinweis kommt an der Stelle, an der Jennifer erwähnt, dass der Job ihr Traumjob ist, aber nicht zum momentanen Leben passt.

      • Melanie sagt:

        @ 13
        Ja, das habe ich mir auch mal so vorgestellt: immer mal wieder die Situation neu anschauen und wenn nötig anpasssen. Leider hat mein Mann das nicht so verstanden und sieht eine Anpassung auch nicht als nötig. Und offenbar stehe ich mit dieser Situation nicht alleine da. Im Nachhinein betrachtet war ich einfach zu „blauäugig“ und muss mich nun mit der Situation arrangieren.

      • Jeanette Kuster sagt:

        @Tina, dann wäre sie jetzt vermutlich nicht Hausfrau. Aber: Wäre er glücklich im neuen Job? Hätte sie etwas Passendes mit max 60% gefunden? Vielleicht ja, vielleicht auch nicht.
        Aktuell macht sie übrigens eine neue Ausbildung, um danach in einem neuen Bereich zu arbeiten, der ihr mehr Flexibilität erlaubt. Ich denke, wie so viele Eltern sind die zwei auf dem Weg, die für sie ideale Lösung zu finden.

      • 13 sagt:

        @ Frau Kuster
        „Sie macht das, was sie gerne möchte. Weil ihr Mann ihr das ermöglicht.“
        Seufz. Sehen Sie, was ich meinte? Solche Kommentare, Ansichten kommen, wenn man Klischees bemüht…
        Und eben leider auch hier:
        „Und tatsächlich ist es bei der Familie so, dass die Frau nicht arbeiten müsste“
        Was heisst, die Frau müsste nicht arbeiten? Gibt es irgendeine andere Währung, in der Frauen bezahlt werden und die einzig und allein für Luxus ausgegeben werden darf? Wenn die Familie finanziell gut dasteht, heisst das, sie beide arbeiten mehr als sie müssen und haben die Möglichkeit zu reduzieren, wer es wieviel tut, ist Sache der Absprache, aber wenn man bereits davon ausgeht, dass die Frau nicht arbeiten muss, wenn der Mann genug verdient, wird es schwierig mit der Gleichberechtigung…

      • Jeanette Kuster sagt:

        @13 „Wenn die Familie finanziell gut dasteht, heisst das, sie beide arbeiten mehr als sie müssen und haben die Möglichkeit zu reduzieren, wer es wieviel tut, ist Sache der Absprache, aber wenn man bereits davon ausgeht, dass die Frau nicht arbeiten muss, wenn der Mann genug verdient, wird es schwierig mit der Gleichberechtigung…“ Da gebe ich Ihnen recht. Vielleicht hätte ich besser schreiben sollen, dass das Paar es sich leisten kann, dass einer pausiert, weil ein Lohn reicht. Denn es hätte wohl auch im umgekehrten Fall gereicht, aber sie hatte das Bedürfnis, etwas zu ändern, nicht er.

      • Sportpapi sagt:

        @Tina: Sie hat den Job geschmissen, weil sich die Prioritäten verschoben haben, und weil sie offenbar an der Grenze der Belastbarkeit (und darüber) angekommen war.
        Es ist also nicht „wieder mal die Frau“.
        Sondern die eine Frau, die sich neu orientieren will und glücklicherweise darf. Und die eine Frau, die mit Job und Familie überlastet war (obwohl es keinen Hinweis gibt, dass der Mann diesbezüglich weniger belastet war und ist).
        Oder hätte er „zurückstecken“ sollen, obwohl sie den Wunsch nach Veränderung spürte? (wobei dazu ja ganz sicher einige Gespäche stattgefunden haben).

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Aber wenn man bereits davon ausgeht, dass die Frau nicht arbeiten muss, wenn der Mann genug verdient, wird es schwierig mit der Gleichberechtigung…“
        Hm. Der Mann arbeitet, vielleicht sogar gerne, und er verdient genug. Das kann man eigentlich mal als Voraussetzung annehmen. Und er ist offenbar einverstanden, dass sie sich neu orientiert. Vielleicht auch, weil er sieht, wie sie überlastet ist.
        Was hat dieser private Entscheid zweier Menschen mit Gleichberechtigung zu tun? Hätte er eine Sinnkrise und gesundheitliche Probleme und würde deshalb beruflich kürzer treten (ganz aufhören ist vermutlich kaum je eine Option), würde niemand das unter dem Aspekt Gleichberechtigung diskutieren.

      • Tina sagt:

        @Sportpapi
        Wir sind uns offenbar einig, dass die Frau mit der Doppelbelastung an ihre Belastungsgrenze gekommen ist. Sie gehen jetzt davon aus, dass die Frau den Job freiwillig geschmissen hat, „weil sich die Prioritäten verschoben haben“. Ich gehe hingegen davon aus, dass die Frau den Job unfreiwillig geschmissen hat, weil der Mann nicht bereit war, die Haus-, Familien- und Organisationsarbeit 50:50 aufzuteilen.
        Wir gehören vermutlich unterschiedlichen Kreisen an, aber in meinem Bekanntenkreis kann ich ihnen auf Anhieb 10 Frauen nennen, die den Job vollständig geschmissen haben, den Job sehr reduziert haben, sich „selbständig gemacht“ haben, den Job gewechselt haben und zwar keine davon FREIWILLIG. Alle hätten ihren Ursprungsjob und Pensum liebend gerne behalten.

      • Tina sagt:

        Entschuldigung Frau Kuster, ich wollte nicht unhöflich sein. Bei diesem Thema gerate ich leider leicht etwas in Rage.

        „Thema „freie Entscheidung“: Es war ihre Entscheidung. Aber natürlich unter dem Druck der Umstände.“ Ja, hier treffen wir uns wieder. Daher frage ich jede Frau, die angeblich freiwillig von ihrem Job zurücktritt, ob sie das auch gemacht hätte, wenn der Partner sich gleichberechtigt an der Haus-, Familien- und Organisationsarbeit beteiligt hätte. Und wissen Sie was, bisher hat jede Frau nein gesagt.

        Und zu Ihrem zweiten Punkt: „Wie gesagt, eine vorübergehende Lösung, auf die man sich geeinigt hat.“ Meine Erfahrung ist, dass solche Lösungen in den seltensten Fällen vorübergehend sind. Daher sage ich: wehret den Anfängen.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Nun in einer Partnerschaft sehe ich es eigentlich als Verpflichtung, dass man zusammen etwas ändert, wenn es einem zuviel wird. Ob das aus objektiven oder subjektiven Gründen ist, ist letztlich egal. Sie wollte etwas ändern, also solle sie das auch tun, würde für mich nicht stimmen und finde ich auch nicht richtig, dem Partner gegenüber.

        @ Melanie
        Das tut mir leid. Wie oben geschrieben, sollte das eigentlich die Basis einer Partnerschaft sein.

      • Sportpapi sagt:

        @Tina: Es gibt einfach einen Unterschied für unsere zwei Thesen. Sie gehen aus Erfahrung davon aus, dass hier der Löwenanteil der Haus- und Betreuungsarbeit an der Mutter hängen geblieben ist. Obwohl es dafür nicht den geringsten Hinweis gibt. Die Frau berichtet ja über die Ursachen für ihr Umdenken. Nämlich fehlende Work-Life-Balance. „Ich musste am Morgen los, bevor die Kinder überhaupt wach waren, und kam am Abend nie vor halb acht nach Hause.“ Die Betreuungsarbeit erledigte derweil die Grossmutter: „Meine Mutter holte die Kinder jeweils vom Hort ab und kochte ihnen Abendessen.“ Dazu Hort und Kita.

      • Sportpapi sagt:

        Weiter: Auslöser, den Job hinzuschmeissen, war die Erkenntnis, die Kinder kaum je wach zu sehen: „Nicht wegen meines schlechten Gewissens, sondern weil ich wirklich das Bedürfnis hatte, mehr Zeit mit meinen Kindern zu verbringen.“
        Das Hauptproblem war doch, dass der Traumjob nur zu 120 Prozent zu haben war, trotz der Pensumsreduktion (offenbar auch des Mannes). Und dass dies letztlich zu viel war.
        Ich könnte nun anfügen, dass ja typischerweise Frauen nicht so belastbar sind, dass sie sich gerne aus dem Wettbewerb des Berufslebens zurückziehen in den sicheren Haushalt, etc. Aber das wäre ja sexistischer Quatsch. Ebenso wie die Behauptung, dass Männer sich nicht angemessen an Haus- und Familienarbeti beteiligen…

      • Sportpapi sagt:

        Übrigens haben wir gerade am Wochenende mit einigen Eltern diskutiert. Ich habe berichtet, dass ich beim letzten Stellenwechsel angeboten hatte, viel mehr zu Hause zu bleiben, sofern meine Frau gerne mal Vollzeit oder in hohem Pensum arbeiten wollte (was sie umgehend abgelehnt hatte). Interessanterweise haben alle anwesenden Männer das gleiche berichtet (in Anwesenheit ihrer Frauen, die nicht widersprochen haben).
        So viele Mütter gibt es ja nicht, die wirklich zur Hälfte oder mehr für das Erwerbseinkommen sorgen möchten.
        Und doch, dass Mütter sich nach Geburten gerne auf 20-50 Prozent Erwerbsarbeit zurückziehen, das halte ich zu grossen Teilen für absolut freiwillig und meist in keiner Art und Weise verhandelbar.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Nach allem, was wir wissen, handelt(e) der Mann ziemlich mustergültig. Er reduzierte seinen Job auf das gleiche Pensum wie sie. Er ermöglichte ihr, in gewünschtem Umfang zu arbeiten. Beide absolut gleichberechtigt, beide so, wie wohl miteinander vereinbart. Etwas anderes wissen wir nicht.
        Dann kommt ihr Wunsch, mehr bei den Kindern zu sein. Und wieder ist er einverstanden, obwohl damit ein grosser Teil des Familieneinkommens wegfällt und er allein in der Verantwortung dafür verbleibt.
        Was sonst hätte er mehr tun können? Er ist ja nicht dafür zuständig, dass ihr Job trotz Reduktion 120% und von früh bis spät dauerte. Auch wenn er seinerseits den Job vollständig geschmissen hätte – seine Frau hätte die Kinder keine Minute mehr um sich gehabt. Und darum ging es doch.

      • Sportpapi sagt:

        Und wieder einmal: Würde ein Mann plötzlich keine Lust auf Karriere mehr haben, und den Job auf unbestimmte Zeit vollständig hinschmeissen, weil er mehr Zeit mit den Kindern verbringen möchte, würde er wohl nur selten auf eine verständnisvolle Partnerin treffen.

      • 13 sagt:

        @ sp
        Wer Sätze mit „Er ermöglichte ihr…“ beginnt, muss eben wie oben auch egalitär in „“ setzen. Mit Gleichberechtigung hat das allerdings ziemlich wenig zu tun. Zudem vergisst du die dritte Variabel der Gleichung: die Kinder. Scheinbar war es auch für die nicht ganz toll, beide Eltern nicht zu sehen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Er ermöglicht ihr“ gibt es auch in egalitären Beziehungen. Sehr oft sogar. Ausserdem war das doch eure Klage, nur mit ungekehrtem Vorzeichen. Er ermöglicht nicht bzw. verhindert…
        Zu den Kindern: Die haben sich offenbar nie beklagt. Jedenfalls steht das hier nicht, und es würde wohl, wenn es so gewesen wäre.
        Dass sie es aber lieber haben, wenn die Eltern Zeit für sie haben, ist aber wohl keine Überraschung.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Nein. Im Gegenteil. In egalitären Beziehungen gibt es nichts gönnerhaftes: „Du kannst, weil ich es Dir ermögliche, erlaube“ etc. Diese Ansicht hat eben nichts mit egalitär oder gleichberechtigt zu tun. Gleich wie es eben nicht gleichberechtigt ist, zu sagen, dass eine Frau nicht arbeiten muss, wenn der Mann genug verdient. Hast Du den Satz jemals umgekehrt gehört? Das setzt eben gerade den Frauenlohn und damit auch ihre Erwerbstätigkeit herab. Unter dem Strich ist hier folgendes passiert: Sie wollten beide Kinder und Karriere. Es wurde zuviel. Die Lösung war eine Änderung zugunsten einer sehr klassischen Rollenverteilung. Das kann man privat so machen, wenn man es aber hier als Blog propagiert, gebe ich Tina recht, dass das ein Bärendienst für egalitäre Familien ist.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das „gönnerhaft“ hast du gerade eben erfunden. Und ja, wenn eine Frau erklärt, gerne und immer 100% bei gutem Lohn arbeiten zu wollen, dann würde ich auch dem Partner sagen, dass die Familie nicht auf seinen Lohn angewiesen ist.
        Ich korrigiere zudem eine Ausgangslage: Beide wollten Kinder und Karriere und haben das so vereinbart und eingerichtet.
        Es wurde IHR zu viel und vor allem, SIE wollte mehr Zeit mit den Kindern verbringen. Wie, nach meiner Erfahrung, die grosse Mehrheit der Mütter.
        Die Lösung entspricht umfassend ihrem Wunsch. Wenn schon, dann liegt der Problem beim Arbeitgeber, der keine Karriere in Teilzeit ermöglicht. Er kann damit umgehen, sie nicht.
        Ich halte die Konstellation für absolut egalitär, mit Vorteilen für die Frau. Bärendienst – nicht alles ist Politik!

    • Jeanette Kuster sagt:

      Nun, das Paar arbeitet durchaus als Team. Als sie 90% gearbeitet hat, ging er auch auf 90% runter und brachte die Kinder am Morgen zur Kita etc. Sonst hätte Jennifer nicht so früh ins Büro gegen können. Und als sie den starken Wunsch hatte, mehr bei den Kindern zu sein, haben die zwei sich auf diese neue, vorübergehende Lösung geeinigt.

      • Tina sagt:

        Ja aber Frau Kuster! Nur weil beide einen 90% Erwerbsjob haben, heisst das doch nicht, dass sie zu Hause die Arbeit auch 50:50 aufgeteilt haben. Das ist doch gerade der Knackpunkt! Dass die Frauen eben trotz Erwerbstätigkeit meist auf dem grössten Teil der Familien- und Organisationsarbeit sitzen bleiben. Wenn das bei Jennifer auch so war (abgesehen von Kinder zur Kita bringen – ich bitte Sie, also ob das eine nennenswerte Entlastung gewesen wäre), dann kann man doch nicht von freier Entscheidung und von Teamarbeit sprechen.

      • Jeanette Kuster sagt:

        Das behaupte ich auch nicht, dass die Hausarbeit 50:50 aufgeteilt wurde. Sie sagt es ja selber oben im Text: „Das ist kein Vergleich zum Leben einer berufstätigen Mutter, die ihren Job hat, meist einen Vollzeit arbeitenden Mann, nebenbei auch noch den Haushalt schmeisst und all die Schultermine organisiert.“
        Aber hier in den Kommentaren wurde reklamiert, dass der Mann inexistent sei und nichts gesagt und getan habe, das wollte ich klarstellen.

        Thema „freie Entscheidung“: Es war ihre Entscheidung. Aber natürlich unter dem Druck der Umstände. Wie gesagt, eine vorübergehende Lösung, auf die man sich geeinigt hat.

      • Sportpapi sagt:

        @Jeanette Kuster: Das ist allerdings der einzige feine Hinweis, dass die Frau noch Haushalt und Schultermine zu regeln hatte. Und keinen Hinweis darauf, dass sie diesbezüglich mehr tat als ihr Partner. Und nicht etwa beispielsweise die Grosseltern.
        Sicherlich würde bei einem Interview mit einem berufstätigen Vater auch erwähnt, was er alles mit Haushalt und Kindern noch zu tun hat, ohne das zu werten…
        @Tina: Und es heisst eben gerade schon gar nicht, dass man einfach davon ausgehen kann, dass sie hier den Hauptanteil geleistet hat. Das ist jetzt einfach mal freie Spekulation. Kann sein, muss aber nicht. Zumal sie nach eigenen Angaben tatsächlich rund 120 Prozent gearbeitet hat, von früh bis spät, und die kinder teilweise gar nicht gesehen hat.

  • Meinrad sagt:

    Das Klischee der faulen Hausfrau ist falsch. Sonst wären die Betreuerinnen, welche die Arbeit der Mütter übernehmen, auch faul.

    Klar, bei einem schulpflichtigen Kind, das höchstens über Mittag nach Hause kommt, ist die Arbeit überschaubar. Aber mehrere kleinere Kinder geben immer zu tun.

    Es kommt dann auch darauf an, ob die Mutter sich möglichst schont oder ob sie mit den Kindern etwas unternimmt. Meine Mutter hat die Zeit genutzt, mit uns Kindern in den Zoo und in Museen zu gehen. Daneben hat sie den Gemüsegarten gepflegt und im Winter mit uns gebastelt. Zudem noch freiwillige Engagements im Frauenverein. Hatte nie das Gefühl, sie hätte zu wenig zu tun gehabt.

    Rückblickend bin ich ihr extrem dankbar, dass sie sich die Zeit für uns genommen hat.

  • Marie Meier sagt:

    Marie Meier
    Naja.. seit einem Jahr…
    Familiensituationen und ihre Anforderungen sind so verschieden wie Berufstätigkeiten auch.

  • Franka E. sagt:

    Wo bitte war denn der Vater? Auch abwesend? Dann wirds natürlich schwierig bis unmöglich…
    .
    Das ist jetzt nicht mal zwangsläufig nur azf diesen Erfahrungsbericht gemünzt, aber ich stelle oft fest dass es berufstätigen Müttern (verständlicherweise) irgendwann zu viel wird, hochprozentig zu arbeiten UND im Haushalt alles zu organisieren. Da hätte ich auch einen burnout. Nein, das funktioniert nur, wenn man die Last wirklich auf vier Schultern verteilen kann. So individuell wie die Lösungen dafür sein können.
    .
    Der Autorin alles Gute und schön, hatte sie den Mut, diesen für sie so richtigen Schritt zu machen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Wo immer der Vater war oder ist, er gehört nicht zu dem obigen Beitrag.

    • sepp z. sagt:

      Wo war der Vater? Vielleicht durfte er auf Befehl der Mutter und des Gesetzes die Kinder nur alle 2 Wochen einen halben Tag sehen.

    • Anne-Sophie sagt:

      Leider ist dies schon noch bei den meisten Familien so.Ich kenne soviele Frauen die total am Anschlag sind,weil sie einfach fast alles alleine machen,obwohl es da noch einen Mann gibt.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        sepp z

        Vielleicht gehört der Erzeuger auch zu jener Sorte, welche sich nur alle vier bis sechs Monate melden, trotz gerichtlich 14 täglicher Besuchspflicht und zwei Wochen Ferienpflicht jährlich….

    • Jeanette Kuster sagt:

      Der Vater arbeitet 100% und kommt in der Regel sehr spät nach Hause. Natürlich hat Jennifer die Entscheidung, den Job aufzugeben, gemeinsam mit ihrem Mann getroffen. Ich habe ihn aus Platzgründen nicht wirklich erwähnt und weil ich mich auf die Mutter und ihre zwei Rollen fokussieren wollte.

      • Franka E. sagt:

        Liebe Frau Kuster, vielen Dank für Ihre Antwort. Aus Platzgründen kann ich Ihr Vorgehen gut verstehen, nur suggeriert es leider, dass der Vater gar nicht Teil des Entscheidungsprozesses war. Wenn auch nur dahingehend, dass eine Reduzierung seinerseits gar nicht zur Debatte stand. Dass er in den Entscheid, ob Jennifer reduzieren / aufhören soll oder nicht, eingebunden war, glaube ich gerne. Aber wurden auch andere Möglichkeiten diskutiert?
        .
        Wenn ja, super, dann ist alles gesagt 🙂 Wenn nein, finde ich es schade, dass Jennifer ihren Traumjob aufgeben „musste“, auch wenn sie in der jetzigen Situation auch sehr zufrieden ist.

      • Jeanette Kuster sagt:

        Welche Möglichkeiten wie intensiv diskutiert wurden, kann ich Ihnen leider nicht sagen.

  • Reincarnation of XY sagt:

    ein ehrlicher Beitrag, danke

  • Büchli Yvonne sagt:

    Ich will nicht sagen jede Frau muss zu Hause bleiben (!) aber ich wünschte mir persönlich so sehr zu Hause bleiben zu dürfen. Niemals habe ich gefunden das sei keine Arbeit. Es geht ja nicht nur um Haus und Kinder, sondern auch um die Gesellschaft. Wenn keine und keiner mehr Zeit hat für den anderen denn was ?
    Betreffend Einzelkinder wollte ich noch hinfügen dass es unbedingt ein Tier haben sollte wenn schon keine Geschwister. So hatten wir 2 Katzen und einen kleinen Hund und meine Tochter fühlte sich nicht alleine und wir liebten unsere Tiere. Das Mittagessen nahm sie in einer Nachbarsfamilie und dann schnell ging sie nachhause um bei den Tieren zu sein. Also Tiere : unbedingt !

    • Carolina sagt:

      Ja,ich(Einzelkind) hatte auch einen Hund und er war sehr wichtig für mich!Ich habe zwar 2 Kinder,aber die Beiden
      lieben unseren kleinen Hund und habe eine sehr schöne Bindung zu ihm!

  • Büchli Yvonne sagt:

    Ich war stets berufstätig. Nach der Geburt meines Kindes blieb ich ein Jaar zu Hause. Dannach arbeitete ich halbtags. Als mein Kind dann in die Schule ging, arbeitete ich zu 80% weil ich da sein wollte am Morgen, ohne Stress, bis meine Tochter zur Schule ging, sie war nie alleine wenn sie wegging. Ab 17 Uhr war ich wieder zu Hause. Seit Jahren war ich da schon alleinerziehende Mutter, es war also finanziell nicht leicht, aber ohne Auto und mit einem bescheidenen Lebenstil war’s ok und ich war nie unzufrieden. Da der Vater im Ausland war bekam ich für die Tochter 200 Fr pro Monat, für mich nichts da ich ja arbeitsfähig war, und ich wollte auch gar nichts für mich.
    Dies nur zum sagen : unbedingt da sein wenn das Kind in die Schule geht und wenn es wieder nach Hause kommt. Unbedingt.

  • Maike sagt:

    Weil privat verbietet sich der Vergleich mit öffentlichen Rollen – da haben Sie vollkommen recht. Mutter und Hausfrau ist schon mal eine Doppelrolle, ein Bürohengst zu sein ist halt nur eine Tätigkeit. Während die Frau in ihrer Tätigkeit ziemlich fremdbestimmt ist, kann man sich so einen Bürotag doch ganz kommod einrichten. Erst mal Kaffee, dann Frühstückspause mit den Kollegen das letzte WM Spiel durchkauen, dann Mittag mit denn Kollegen die kommende Spiele bewerten und um 17:00 schon mal nach dem Ausgang schielen. Kling verdammt anstrengend. Da ist Hausputz, Kinderhüten, Windeln wechslen, einkaufen das reinste Erholungsprogramm dagegen. Wie wäre es mal mit einem Tausch ? Würde Ihnen gerne mal die harte Arbeit ohne Karriereabsichten abnehmen !

    • Lina Peeterbach sagt:

      Naja, dieser Beitrag ist ja nicht gerade differenziert. Die Autorin gibt sich Mühe, auf beiden Seiten wenig Klischees zu verwenden, und das ist Ihre Antwort darauf? Im Büro haben alle nur einen faulen Lenz, nur zuhause hat man richtig was zu tun? Ganz so einfach ist die Welt nun auch nicht gerade einzuteilen… Mal ganz davon abgesehen, dass „Hausfrau“ und „Mutter“ zwar tatsächlich 2 Rollen beschreibt, die von Ihnen beschriebenen „Bürohengste“ haben ja aber neben dieser Tätigkeit auch Kinder und einen Haushalt. Das wäre also nach Ihrer Definition eine Tripelrolle, richtig?!
      Warum haben Sie denn so einen Groll gegen Menschen, die neben ihrer Elternschaft noch in einem Büro arbeiten gehen?

    • 13 sagt:

      Lassen Sie mich mal raten, Maike: Sie haben keinen Bürojob, oder?

    • Lala sagt:

      Wir hatten 1-2 Personen die das tatsächlich so handhabten.
      Es waren aus goodwill angestellte Mütter die einen Tag pro Woche arbeiteten diesen aber mehr zum „up do date bleiben“ nutzten.

      Nun, sie habens dauerhaft für sich und (fast) alle andern versaut. Wir stellen jetzt nur noch in extremen Ausnahmefällen jemanden mit einem Pensum von unter 60% ein – bei normalen 08/15 Sachbearbeiter/Innen lohnt das tiefere Pensum für den Arbeitgeber schlicht nicht.

  • Muttis Liebling sagt:

    Hausfrau ist kein Job, sondern eine der vielen privaten Rollen, welche eine Frau biografisch spielen kann. Weil privat, verbietet sich jeder Vergleich mit öffentlichen Rollen, wie u.a. Berufstätigkeit. Was meine Berufstätigkeit angeht, möchte ich der sprachlichen Korrektheit wegen anmerken, das diese niemals Elemente von Job oder Karriere enthielt. Das konnte ich immer vermeiden, auch in leitender Tätigkeit.

    Es scheint mir ziemlich sicher, dass die sog. ‚Digitalisierung‘ wegen der nahezu vollständigen Eliminierung von Erwerbstätigkeit die privaten Rollen in einem bisher ungeahnten Mass aufblühen lassen. Es wird endlich nicht nur in abnorm reichen Staaten die Hausfrauenrolle geben, sondern überall. Altenpflege, Bildung werden partiell wieder zurück in private Rollen gedrängt, usw. …

    • Sveta Furrer sagt:

      Das sehe ich überhaupt nicht so. Das Internet ist schon über 20 Jahren bei der Allgemeinheit verbreitet. Immer mehr Maschinen werden eingesetzt, trotzdem haben wir eine sehr tiefe Arbeitslosigkeit.
      Ich glaube eher, dass Ausländer in der Schweiz immer mehr das Sagen haben, weil diese nicht untüchtig sind, wie Schweizer. Ich glaube gerade Schweizer, die jetzt zum Mittelstand gehören, werden ärmer werden. Dafür werden Migranten wie Albaner , Polen und Portugiesen reicher. Nur schon, dass die Kinder sehen, dass Eltern arbeiten müssen für das Geld ist prägend. Ich sehe das in meiner Nachbarschaft. Und weil sich viele dieser CH-Hausfrauen-Familien scheiden, wird das Erbe noch schneller vernichtet, da der Mann selber nicht mehr sparen kann und die Frau für die Arbeit nicht geeignet ist

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Dass Schweizer untüchtig sind, höre ich nun auch zum ersten Mal. Aber ich glaube schon, dass es Zuwanderer gibt, die aufgrund ihrer Prägung (eher Armut als Kultur, meiner Meinung nach) verbissener um Erfolg kämpfen in der Schweiz. Und alles dafür tun, dass auch die Kinder erfolgreich sind.
        Es gibt aber auch ganz andere, gerade aus den genannten Ländern.

      • Sveta Furrer sagt:

        Das ist aber so. Ich glaube 25% sind in der Schweiz Erben von 1Mio und mehr. (Das stand in einem NZZ Artikel, ob die Zahl stimmt bin ich mir aber nicht 100pro sicher). Erklären Sie, wieso sonst Schweizer weder doktorieren noch forschen und auch nicht Chef werden wollen? Die meisten Kaderpositionen von grossen Firmen in der Schweiz führen Ausländer aus – genauso wie Forschungsstellen. Schweize sind sie so doof die MEI anzunehmen und gegen Ausländer zu hetzen. Und leben gleichzeitig das traditionelle Rollenbild weiter. Es geht mir auch nicht um Frauenrechte, sondern darum, dass jede Gruppe (Geschlecht, Kultur, Herkunft) in der (technischen und sozialen) Entwicklung unserer Gesellschaft vertreten sein sollte. Die Frauen nehmen sich freiwillig raus. Das ist gefährlich, faul und dumm.

      • Sportpapi sagt:

        @Sveta Furrer: Wie kommen Sie auf die Idee, dass Schweizer weder doktorieren noch forschen?
        Abgesehen davon, dass dies nun auch nicht gerade zu den gut bezahlten Tätigkeitsfeldern gehört. Im Gegenteil.
        Dass Schweizer nicht Chef werden wollen, und Kaderpositionen durch Ausländer besetzt werden, höre ich in dieser Absolutheit zum ersten Mal. Aber es ist nun mal das Wesen von internationalen Firmen, dass sie international tätig sind und ihr Personal international rekrutieren. Wie viele Schweizer arbeiten denn für ausländische Firmen im Ausland?
        Das Hauptproblem Ihrer Argumentation ist aber, dass Sie „Gruppen“ bezeichnen, als ob diese von besonderer Bedeutung wären. Was ändert sich denn, wenn mehr Frauen Spitzenjobs anstreben würden?

      • Sveta Furrer sagt:

        (NZZ 2006: Seit dem Jahr 2003 gibt es an der ETH mehr ausländische als Schweizer Doktoranden. In den Studiengängen Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie Mathematik sind am meisten Studierende ausländischer Herkunft vertreten.) Es hat sich seit 2006 verschärft: 2011 kamen 63.5% der an der ETH Zürich einge-
        schriebenen Doktorierenden aus dem Ausland (ETH ZH). Sorry Häää. Bei Firmen ist es genau das Selbe. Im Bulletin der CS gab es dazu einen interessanten Artikel, wieso die Schweizer keine grossen Ambitionen mehr haben. Aber immer schön traditionnel bleiben und SVP wählen. Natürlich fällt der dummen SVP dazu nur ein, dass man die Ausländerzahlen einfach beschränken soll – ist doch nichts einfacher als das.

      • Sveta Furrer sagt:

        ETH Zürich: 2011 kamen 71.4% der Mitarbeitenden des Wissen-
        schaftlichen Mittelbaus an der ETH Zürich aus dem Ausland. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg des Internationalisierungsgrads um knapp 2 Prozentpunkte. Am stärksten sind auslän-
        dische Wissenschaftler/innen mit 82.7% auf Stufe Postdoc und Wiss. Assistenz II vertreten (plus 2.4 Prozentpunkte gegenüber 2010).

        Ohaaaa??? „Es sind nicht unsere waschechten Rechtsbürger, die dem Land Fortschritt bringen? Das darf nicht sein. Der ETH muss Geld abgezogen werden!“ sagt der untüchtige Rechtsbürger. So gemein! Jetzt denken Sie vielleicht, wer braucht schon Wissenschaft. Dann darf ich Sie gerne zur Statistik „Start-Up Gründung“ in der CH leiten.

      • Sveta Furrer sagt:

        2011 kamen 72.6% der Assistenzprofessor/innen und 67.9% der ordentlichen und ausserordentlichen
        Professor/innen der ETH Zürich aus dem Ausland.
        Sowohl bei den Assistenzprofessuren als auch bei den ordentlichen und ausserordentlichen Professuren waren Frauen in der Gruppe der Schweizer/innen DEUTLICH seltener vertreten als in der Gruppe der Professor/innen aus dem Ausland.

        Uiiiuiui, wenn das der Blocher wüsste. Bildung ist doch was für Linke und Sozis. Das brauchen wir Schweizer nicht. Technik ist böse und ganz schlimm, wenn Frauen Technik machen. Teufelswerk sage ich nur, Teufelswerk!

      • Sportpapi sagt:

        @Sveta: Ich verstehe immer noch nicht, worauf sie hinaus wollen. Ja, die ETH und die anderen Schweizer Unis ziehen hervorragende Talente aus der ganzen Welt an. Davon profitiert die Schweiz. Und die anderen Länder bluten.
        Ist halt so, dass die Unis in Istanbul, Weissrussland oder Irak nicht im gleichen Masse attraktiv sind. Nicht für die einheimischen Studierenden, schon gar nicht für ausländische.
        All das hat mit Strategie und Politik zu tun, und dem Einsatz vieler Mittel.
        Aber sehr wenig mit der Frauenfrage.

      • Sveta Furrer sagt:

        Ich fasse nochmals zusammen:
        1) Frauen ziehen sich oft freiwillig aus der technischen/eco. Gestaltung der Gesellschaft zurück. Wieso braucht es Frauen in allen Arbeitsbereichen? Aus dem selben Grund, wieso es männliche Urologen braucht! 2) Möglichst viele unterschiedliche kulturelle Gruppen müssen forschen. Hat man kein Wissen im Bereich Datenschutz, Waffen- und Biotechnologie wird man unter die Räder kommen! Menschen, die für Menschenrechte sind, wünschen sich die Teilnahme möglichst unterschiedlicher Menschen bei strategisch Relevanten Entscheidungen. Frauen brauchen wie alle Gruppen eigene Vertreter. ZB. Polizistinnen im Fall von sex. Übergriffen, Ärztinnen mit Verständnis für PCOS, Datenschützerinnen (EX-revenge Problem, Vergewaltigungspornos.). Es braucht mehr arbeitende Frauen.

      • Sveta Furrer sagt:

        Sportpapi:“Wie kommen Sie auf die Idee, dass Schweizer weder doktorieren noch forschen“. Wegen diesem Satz habe ich die ganzen Angaben gesendet.
        Es gilt genauso für Start-Up Gründer, Führungsrollen, Erfindungen, Geldbesitzer… kurz wichtige Bereiche. Ich sagte, es sind nicht nur Schweizerinnen, die keine Lust auf zu viel Entbehrungen haben sondern der Mittelstands-Schweizer allgemein. Dann kam eine lange Abhandlung von mir, wieso dies nicht gut ist: Weil man ohne Wissen seine Interessen nicht vertreten kann.

      • Sportpapi sagt:

        @Sveta Furrer: Ich habe eigentlich nur durch die Blume andeuten wollen, dass Ihre Datenbasis nicht wirklich repräsentativ ist für solche grossen Aussagen. Ich wiederhole: Wenn an einer international ausgerichteten ETH ein Drittel des Führungspersonals aus der Schweiz kommt, ist das überraschend viel.
        Und wenn Sie wissen wollen, wie viele Schweizer forschen, dann müssen Sie wohl nicht nur an die ETH schauen, wo die Forscher nach 6 Jahren entlassen werden. Und Sie müssen vielleicht auch im Auge haben, wie viele Schweizer im Ausland tätig sind. Ohne das ist gar keine Aussage zulässig.
        Aber das wissen sie ja, wenn Sie doch wissenschaftlich so gut ausgebildet sind.

    • Sveta Furrer sagt:

      Ja schauen Sie am besten die Zahlen der ETH Lausanne und Zürich nach. Weil das strategisch relevante Jobs sind! Ganz einfach erklärt mit dem Missbrauch von Daten kann man gefährliche Sachen machen. Deshalb wäre es ideal, wenn Frauen, Männer, Afrikaner, Südamerikaner, Hindus, Homosexuelle, Asiaten, Muslime etc daran forschen anstatt nur Chinesen und weisse Männer. Denn alle diese Gruppen haben andere Bedürfnisse. Wenn alle mitentwickeln, kommt das menschenfreundlichste Produkt dabei heraus, weil sich die sich sozusagen gegenseitig „neutalisieren“. Wieso denken Sie wird immer Südamerika und Afrika ausgebeutet (zB. Rohstoffe). Weil Menschen aus Afrika und Südamerika sehr schlecht vertreten sind in den relevanten Positionen. Und das trifft auf alle untervertretenen Gruppen zu.

      • Sportpapi sagt:

        @Sveta Furrer: Die ETH ist eine international führende Hochschule, die auf der ganzen Welt nach Talenten sucht. Und es gilt das ungeschriebene Gesetz, dass ein Schweizer sich im Ausland für eine Professur empfehlen muss. Bleibt er an der ETH, hat er wenig Chancen.
        Nur etwa ein Drittel der Professoren sind Schweizer. Oder sollte man sagen, immerhin ein Drittel? Der Frauenanteil liegt total bei 13 Prozent. Und das ist offensichtlich nicht ein Schweizer Problem, wenn doch die grosse Mehrheit der Professoren aus dem Ausland stammt.
        Warum bleiben aber so wenig Schweizer auf dem Weg? Weil die Aussichten in der Forschung definitiv nicht rosig sind. Wer nicht Professor wird, muss idR. nach 6 Jahren die Hochschule verlassen. Und verdient wenig.

      • Sveta Furrer sagt:

        Es ist ein harter Weg Forschung zu machen. Aber wie will man sonst ein Biotech, Fintech oder Ingenieurunternehmen gründen. Das sage ich ja eben, der Schweizer gibt auf und begnügt sich mit den Jobs im Mittelfeld. Ich wollte Ihre Behauptung widerlegen, dass CH genauso oft forschen wie Ausländer. Überigens gehen die Schweizer freiwillig, eben weil es nicht lukrativ ist. Überlegen Sie mal, wieso es wichtig wäre, dass Schweizer im Bereich Gentechnik, Biotechnik vertreten sind (Stichwort: Klonen). Wenn man den theoretischen Background nicht hat, kann man auch nicht mit ethischen Forderungen kommen. Das gilt für Frauenthemen genauso. Deshalb braucht es weibliche Polizistinnen, Journalistinnen, Ärztinnen und Informatikerinnen und nicht nur 12%. Das gilt allgemein für alle Gruppen!

      • Widerspenstige sagt:

        Sveta Furrer, sehr gute Argumentation! Bitte mehr davon hier im MB, damit es vermehrt Augenöffner gibt und nicht nur Wiedergekautes bis zum St. Nimmerleinstag. Schweizer werden von ausländischen Fachleuten überholt, weil diese ein raues Umfeld gewohnt sind und wie Sie richtig bemerken, Schweizer zu früh aufgeben wegen der ewigen Fragerei, ob es sich auch lohne etc. So kommt man natürlich kaum aus dem Mittelfeld in die relevanten Jobs/Projekte heran.

        Mitreden können, mitarbeiten wollen, sich an Schnittstellen engagieren, auch wenn es im Moment nicht nach finanziellem Aufstieg aussieht. Das haben einfach noch zuwenig Frauen für sich entdeckt und bleiben auf der Strecke sprich ziehen sich ins Private zurück. o_o

      • Sportpapi sagt:

        @Sveta Furrer: Die meisten Forscher verbleiben auch in einem Job im Mittelfeld. Die wenigsten gründen Unternehmen, und noch weniger sind erfolgreich. Ich kenne viele ETH-Absolventen, die heute weit unter ihrem Niveau angestellt sind.
        Sie haben zudem keineswegs widerlegt, dass Schweizer genauso oft forschen wie Ausländer. Nur dass in den Schweizer Institutionen – hier ETH – mehr Ausländer als Schweizer tätig sind. Wenn ich daran denke, dass die ETH ihre Forscher aus der ganzen Welt auswählen kann, und dennoch ein Drittel Schweizer sind, ist das eigentlich gar nicht so schlecht. Oder?
        Übrigens hat die ETH etwa gleich viele Doktoranden wie ganz Weissrussland, wenn ich das richtig gesehen habe.

      • Sportpapi sagt:

        Und ja, es wäre schön, wir hätten in vielen Berufsgruppen eine bessere Durchmischung. Allen voran bei den Lehrerinnen (Geschlecht bewusst gewählt). Erstaunlicherweise gibt es aber immer nur dort Förderprogramme, wo Frauen in der Minderheit sind.
        Dennoch glaube ich keineswegs, dass die Geschlechter überall gleichmässig dabei sein müssen. Es braucht ein paar Frauen bei der Polizei für spezifische Aufgaben. Aber nicht 50%. Und auch in den meisten anderen Branchen nicht.
        Ausserdem glaube ich nicht, dass wir ausgerechnet die Forscher fragen sollten, wenn es um ethische Fragen geht. Vielmehr braucht es dort eine andere Berufsgattung, die die Forscher bei Bedarf zurückhält.
        Wieder: Mit dem Geschlecht hat die Qualifikation dort aber nichts zu tun.

      • Sveta Furrer sagt:

        Wenn Sie keine Ahnung von der Forschung haben, dann können Sie auch keine ethischen Fragen stellen!!!! Bitte erzählen Sie kurz und schlüssig, wieso CRISPR heikel sein kann? Gut, nun öffnen Sie vielleicht Wikipedia, aber wer glauben Sie hat den Text in Deutsch verfasst, so dass auch Sie diesen verstehen? Ein netter Wissenschaftler. Hoffen Sie, dass die Chinesen das auch so nett machen. Wikipedia haben die ja besonders gern. Schweizer sind Anteilsmässig überall schlecht vertreten, wo man lange auf den Erfolg warten muss. (SRF: 40% aller Doktoranden der Schweiz sind Ausländer, bei dieser Berechnung sind auch Doktoranden des CH-Rechts, Soziologen etc dabei). Eine Zahl von 2012 sagt 53%. Ich hoffe Sie können doch nachvollziehen, dass vor allem MINT Wissenschaften heikel sind.

      • Sveta Furrer sagt:

        Ich will nicht nur Frauenförderung. Ich will Männer, Hindus und Schwule in der Pflege und im Finanzwesen. Frauen, Christen und Kleinwüchsige in der Biotechnologie. Und 0-10% in gefährlichen Bereichen sind nichts bei einem Anteil von 50% in der Bevölkerung. Ich will nur das Menschen wie Sie einsehen, dass wenn man kein Wissen hat, man auch nicht mitreden kann! Und vor allem Frauen aber auch viele Männer wollen kein Wissen mehr und nicht mitteden. Weil es anstrengend und zu wenig lukrativ ist. Immer argumentieren Sie mit dem Lohn. Aber das Wissen ist doch zentral! Sie können abschätzen was auf der Welt passiert. Was gewisse med. Entwicklungen bedeuten. Die meisten Frauen haben dieses Wissen nicht und wie Mademoiselle sind sie auch noch stolz drauf! Ich spreche nicht von 50% in keinem Satz.

      • Sveta Furrer sagt:

        Danke Widerspenstige, Ihre Kommentare gefallen mir auch immer sehr gut. :-*

      • Sportpapi sagt:

        @Sveta Furrer: Wenn Sie Forscher sind an der ETH, dann sind Sie das in einem hochspezifischen Bereich, mit unglaublichem Fachwissen in diesem hochspezifischen Bereich.
        Es sind nun wirklich nicht die Forscher, welche die Welt lenken.
        Und noch einmal. Schon gar nicht sind es die Forscher, die sich selber beschränken.
        Aber ich gebe Ihnen recht: Wir brauchen auch gute Forscher in der Schweiz. Und offensichtlich haben wir die auch. Mir ist es allerdings egal, welches Geschlecht sie haben. Oder glauben Sie, die Erkenntnisse verändern sich, wenn eine Frau sie gefunden hat? Oder die Interpretationen?

      • Sveta Furrer sagt:

        Mein Gott Nein! Aber eine Person mit Behinderung kann dem Zugbauer sagen, wo es Probleme gibt für Ihn. Eine Person, die gut sehen kann, weiss nie wie es sich anfühlt blind zu sein. Deshalb werden Verbände, welche Menschen mit Behinderung vertreten, eingeladen. Sie sind extrem stur, denn ich habe schon mehrfach erwähnt, es geht um die Vertretung der eigenen Bedürfnisse. Es geht nicht darum, dass Frauen alles besser machen! Aber Frauen müssen mitmachen, denn ein Sehender sieht nicht alle Gefahren für blinde Personen und ein Mann kann nicht alle Interessen der Frau vertreten. Und 0-10% Frauen sind zu wenig. Ich spreche von der Vertretung möglichst vieler Gruppen, das habe ich deutlichst gesagt! Und Wissenschaft ist zB. ein wichtiger Machtbereich.: Arbeitsplätze, Mobilität, Lebendqualität…

      • Sportpapi sagt:

        @Sveta: Es braucht aber nicht zwingend Behinderte unter den Zugbauern. Und wenn ich eine Sporthalle bauen möchte, bin ich als Sportler in der Baukommission, nicht bei den Architekten. Obwohl es vielleicht helfen würde.
        Aber ja, ich gebe Ihnen ja recht. Wäre schön, wenn die Teams noch etwas durchmischter wären.
        Deswegen muss man aber nicht die Menschen, die sich für einen anderen Weg entschieden haben, als quasi verantwortungslose oder ambitionslose „Prinzessinnen“ beschimpfen.

      • Sveta Furrer sagt:

        DOCH!!! Jedes Mal wenn ein neuer Wagen der SBB gebaut wird, werden Behinderten Verbände eingeladen, die den Zug testen.
        Der Zug würde trotzdem fahren, aber er wäre evt. sehr gefährlich für blinde Personen oder nicht geeignet für Rollstühle.
        Natürlich werden beim Bau von Sporthallen Spotler eingeladen! SICHER! Oder wenn ein neues Stadion für die Eishockey Spieler gebaut wird, sind die Mannschaften vertreten in den Kommissionen. Sie sind ja ein Lustiger. Schauen Sie doch zuerst einmal wie viele Interessensgruppen einbezogen werden, beim Bau eines öffentlichen Gebäudes.
        Für mich sind Menschen, die sich freiwillig nicht um ihre Interessen kümmern, Prinzessinnen.
        Uninteressierte Menschen sind für mich nichts Schönes. Seelig sind die geistig Armen – ein Spruch der dümmer nicht sein kann.

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