Wie sehr darf man Kinder politisch beeinflussen?

Ein RSI-Journalist hält einem Kind das Mikrofon hin, aufgenommen an einer Demonstration gegen die No-Billag-Initiative am 27. Januar 2018, in Bellinzona. Foto: Alessandro Crinari (Keystone, TI-Press)

Verstohlen blicken einige Eltern bereits auf ihre Handys, andere besprechen flüsternd, wo wir im Anschluss an den Elternabend etwas trinken gehen. Gerade als der Lehrer zur Verabschiedung ansetzen will, hebt ein Vater die Hand, räuspert sich. Ein Junge aus der Klasse habe sich gegenüber seiner Tochter despektierlich über den türkischen Präsidenten geäussert. Das toleriere er nicht.

Angespanntes Schweigen und auf einmal doppelter Durst. Die Alarmglocken läuten, denn allen ist klar: Das könnte länger dauern. Zum Glück gelte hier ja Meinungsfreiheit, meldet sich die Mutter des gerügten Buben auch gleich zu Wort. Das bedeute aber noch lange nicht, dass man seinen Präsidenten beleidigen dürfe, kontert der Vater. Seine Tochter sei ganz niedergeschlagen nach Hause gekommen.

Salonfähige Politikerbeleidigungen?

Okay, denke ich, andere Leute zu beleidigen, geht in der Regel nicht. Aber gibt es bei exponierten Menschen, wie es Politiker eben sind, nicht auch Ausnahmen? Ist es beispielsweise nicht längst salonfähig geworden, Donald Trump als Dummkopf zu bezeichnen? Ich will damit keinesfalls sagen, dass salonfähig automatisch gut bedeutet, nein, aber warum sind Beleidigungen bei manchen Politikern eher akzeptiert als bei anderen?

Ob er das bei Gelegenheit mit den beiden betroffenen Kindern besprechen solle, fragt der Lehrer müde. Offensichtlich hat auch er mit einem frühen Ende des Elternabends gerechnet. Nein, beharrt jener Vater. Hier und jetzt soll darüber geredet werden, welche politischen Haltungen und Vorurteile wir unseren Kindern vermitteln würden. Wie wäre es mit demokratischen Werten?, brummt mein Sitznachbar.

Politik am Familientisch

Inwiefern vermitteln wir unseren Kindern politische Vorurteile? Wann und in welcher Form ist Politik daheim präsent? Seit unsere neunjährigen Zwillingssöhne das Radio für sich entdeckt haben, hören sie regelmässig Nachrichten. Begriffe wie Strafzölle, Obergrenzen oder Korruptionsskandale sind ihnen nicht fremd. Zudem hingen in unseren Strassen bis vor kurzem unzählige Wahlplakate. Die beiden wollten wissen, wer diese Menschen sind, die ihnen in Grossformat zulächeln und mehr Sportplätze versprechen, oder wem wir unsere Stimme geben (bzw. geben würden).

Wir erklären ihnen nicht nur, wen wir gut finden, sondern natürlich auch, welche Parteien inakzeptabel sind, wen sie später nie und nimmer wählen dürfen. Dass wir dies nicht immer politisch korrekt tun, im Sinne von «ich mag den/die aus diesem und jenem Grund nicht so sehr, das ist aber nur meine Meinung», versteht sich von selbst. So bezeichnen wir Trump manchmal eben tatsächlich als Idioten, und auch über Erdogan, andere Staatsoberhäupter und Politiker wird hin und wieder geschimpft.

Interesse wecken, um Diskussionen zu ermöglichen

Ich will nicht verhindern müssen, dass unsere Söhne unsere Gespräche über politische Themen mitbekommen und in ihre Welt hinaustragen. Vielleicht geben sie momentan Ausdrücke und Aussagen zum besten, die sie bei uns gehört haben. Aber bald schon werden sie sich in politischen Belangen ihre eigene Meinung bilden; und da scheint es mir richtig, dass ihr Interesse geweckt ist.

«Solange die Kinder über politische Systeme und Machtstrukturen schimpfen und nicht über bestimmte Gruppen von Menschen, sehe ich da weniger ein Problem», will ich gerade sagen. Zu spät. Soeben ist beschlossen worden, dass die Diskussion im Restaurant Sonne fortgesetzt wird. Auch der türkische Vater kommt mit. Das ist zumindest doch ein gutes Zeichen.

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164 Kommentare zu «Wie sehr darf man Kinder politisch beeinflussen?»

  • Sportpapi sagt:

    Wenn ich bei den lokalen Wahlen sehe, dass nur gerade rund 30 Prozent der Stimmberechtigten an die Urnen gingen, dann ist doch die wichtigste Frage nicht, ob man die Kinder politisch beeinflussen darf.
    Die Frage müsste sein, ob es nicht die Verpflichtung wäre, die Kinder politisch zu interessieren.
    Lieber etwas zu viel beeinflussen, als gar nicht!

    • Martin Frey sagt:

      Seit wann ist „beeinflussen“ gleichbedeutend mit „interessieren“, Sportpapi?

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Wenn zu Hause über Politik gesprochen wird, wenn aktive Teilnahme vorgelebt wird, dann geht das nicht ohne die eigenen Standpunkte klar zu machen und vorzuleben.
        Meine Jungs möchten beispielsweise wissen, wen ich gewählt habe.
        Und das ist letztlich Beeinflussung. Wie jede Erziehung.

      • tina sagt:

        du kannst doch sagen, warum du wen wählst oder wie abstimmst. du kannst auch sagen, warum andere zu anderen schlüssen kommen. ich erkläre auch, wie ich zu meine meinung bilde und auch verschiedene varianten. und wozu es führt, keine stellung zu beziehen

      • tina sagt:

        beispielsweise kann man arena schauen, was den nachteil hat, dass da vorallem phrasen gedroschen werden. man kann, um sich eine meinung zu bilden, mal die argumente der seite anhören, auf deren seite man eher nicht steht. das hilft einem tote winkel auszuleuchten

      • Martin Frey sagt:

        Das was Sie beschreiben nennt sich sensibilisieren, im Sinne von interessieren. Dabei kann man (und soll man m. E.) eine Haltung vorleben, Werte und Überlegungen vermitteln.
        Wenn Sie jedoch nur von der Partei XY als wählbar reden, alles andere schlecht reden und gleichzeitig die Erwartungen an die Ansichten so formulieren wie es die Autorin tat, dann ist das Indoktrination. Die zumeist gerne euphemistisch Beeinflussung genannt wird.
        Das ist ungefähr so wenn Sie Ihren Nachwuchs im Restaurant fragen „ gell du willst doch sicher das Züri Geschnetzeltes? Und nichts anderes.“
        Das ist auch keine Frage.
        Ein Vergleich von Meinungsfindung mit Erziehung sowie Vorgaben an den Nachwuchs ist absurd. Gurtentragen, Zahnreinigung oder Schulbesuch sind keine Akte der Meinungsfindung.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: „Ein Vergleich von Meinungsfindung mit Erziehung sowie Vorgaben an den Nachwuchs ist absurd. Gurtentragen, Zahnreinigung oder Schulbesuch sind keine Akte der Meinungsfindung.“
        Meine Erziehung besteht auch nur im kleinsten Teil aus direkter Instruktion.
        Alles andere ist vorleben, Vorbild sein.
        Eben.

      • Martin Frey sagt:

        Tina hat sehr schön formuliert wie so eine politische Sensibilisierung ablaufen könnte. Ohne dass die Kinder unnötigerweise indoktriniert werden, SP.
        Notabene gehen Sie mit Ihrer Form der Beeinflussung ein nicht unbeträchtliches Risiko ein, dass der Schuss nach hinten hinausgeht. Denn entweder wird Ihr Nachwuchs mal so politisieren wie Sie. Oder er wird die genau gegensätzlichen Positionen einnehmen.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Ich gehe kein Risiko ein, oder nicht mehr als Sie. Denn ich kann mit allem leben, nur nicht mit Desinteresse.
        Ansonsten ist die Diskussion hier eher akademisch und definitorisch. Ändert nichts an der Tatsache, dass viele Eltern ihre demokratischen Rechte (und in meinen Augen Pflichten) nicht wahrnehmen. Und dass hier einiges im Argen liegt, viel schlimmer, als wenn ein politisch interessierter und engagierter Mensch vielleicht auch mal die eigenen Kinder beeinflusst.

      • Martin Frey sagt:

        Mich stört das politische Desinteresse weiter Kreise mindestens ebenso wie Sie, SP. Sie können das aber nicht bekämpfen indem Sie beginnen, Kinder zu indoktrinieren. Sei es eigene oder fremde. Bleiben Sie bei der Sensibilierung. Das ist meines Erachtens nicht zuletzt auch eine Schulaufgabe.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Ich würde ja mal gerne wissen, wie politisch „indoktrinieren“ langfristig erfolgreich funktionieren soll bei Kindern.
        Würde ja heissen, dass man wesentliche Informationen, namentlich Zeitungen und sonstige Informationsgefässe, den Kindern vorenthalten würde.
        Was das Gegenteil von politischer Bildung wäre.
        Aber wie bei vielem anderen kann man die eigene Haltung und Einstellung nun mal nicht verbergen. Nicht, wenn sie wirklich wichtig ist.

    • Muttis Liebling sagt:

      Nicht wählen zu gehen, ist oft auch eine bewusste politische Entscheidung.

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Ach ja? Und welche Wirkung soll das erzielen?

      • Muttis Liebling sagt:

        Die gleiche Wirkung, wie sich an Wahlen beteiligen: Keine.

        Man streitet, ob Kurt Tucholsky oder Rosa Luxemburg Autor des Zitates ‚Wenn Wahlen etwas ändern könnten, wären sie verboten‘ sind. Man streitet nicht ob der Gültigkeit des Zitates. Zumal politische Wahlen gerade in der Schweiz sehr, sehr selten sind.

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Ja dann. Selber schuld.

  • tina sagt:

    man schon deswegen anders über politik in der schweiz als anderswo, weil weniger an personen hängt und wir mit unseren sachabstimmungen ja selber schuld sind als wähler

    • Muttis Liebling sagt:

      Die Schweizerische Eidgenossenschaft ist der einzig mir bekannte Staat, welcher nahezu vollständig ohne Politik und Politiker auskommt. Der Staat wird verwaltet, aber nicht regiert.

      Die Tendenz zum Politik- und damit Staatsabbau ist auch in anderen westlichen Staaten sichtbar, aber zumindest in Europa nirgends so weit fortgeschritten. Ich gehe aber davon aus, dass der Bedeutungsverlust von Politik und Staaten der metapolitische Trend des 21. Jahrhunderts ist.

    • tina sagt:

      das 2. wort fehlt: „spricht“.
      mag sein ML, aber mir ging es um den gedanken, dass es grosse unterschiede gibt wie über politische entscheidungen gesprochen wird und eben auch gesprochen werden darf. was ganz unten antönte betraf die schweizer politik. da hier weniger an einzelpersonen hängt, kommt es auch zu weniger drastischen fehltritte von einzelpersonen, sie haben ja weniger macht und darum weniger möglichkeiten.
      in einem podcast über kurdistan, den ich kürzlich hörte, hörte ich auch erstmals von den bemühungen deutschlands, dass es nie mehr dazu kommen kann, dass macht an einzelpersonen hängt.
      es liegt schon auch daran, wie man über über politik anderer länder liegt

  • Mark sagt:

    Mein Sohn hat mit 18 zum ersten Mal abstimmen dürfen. Wir diskutieren miteinander geschichte, ethik und staatskunde, politik und religion, philosophie und medien. Ich bin stolz darauf, dass er differenziert und sachlich an themen angeht, mit einer liberalen, aufgeklärten und humanistschen Haltung.
    Mission acccomplished

    • Maike sagt:

      Haben Sie sich auch bei den Lehrkräften Ihres Sohnes bedankt, das sie ihn zu so einem wachen Kerlchen gemacht haben ?

  • Daniel Slamanig sagt:

    Einen Diktator zu beschimpfen ist eine gute und notwendige Sache. Da ist kein Respekt mehr nötig. Man muss die Dinge beim Namen nennen und gleichzeitig die Kinder schulen, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

    • Brigitul sagt:

      Herr Slamanig, ich beneide sie um ihre Klarheit und Überzeugung.
      Mich beschleichen immer Zweifel, ob nicht Diktatoren auch manchmal für viele gut sind, nicht für alle, aber vielleicht doch für mehr, als wenn Demokratie wäre in dem gegebenen Land.
      Ich komme aus dem Zweifeln nicht raus!

      • Zwillingspapa sagt:

        @Daniel Slamanig:
        Ich nehme an, dass sie es nicht so meinen. Aber ihren Kommentar in letzter Konsequenz würde bedeuten, dass ja Hitler auch für was gut war (Autobahnen, Arbeitsplätze, etc).
        Und das kann es nicht sein.

        Kein Diktator ist für irgendwas gut (ausser für seinen eigenen Geldbeutel).

        Und Diktatoren (wie Erdogan, Putin, Assad, Duterte, und und) sind auch als solche zu benenennen und zu behandeln. Keine Ausnahme, Keine Entschuldigung

  • Brigitul sagt:

    Ich halte mich in dieser Frage an meinen Papa. Er gab mir zwei Sachen auf den Weg, eine davon war: Es ist alles immer komplizierter als man denkt, und man muss immer differenzieren.
    Heute 30 Jahre später verstehe ich, was er meinte, und ich sage dies auch meinen Kindern.
    Ich sage ihnen: Es gibt immer mindestens zwei Sichtweisen. Wir wissen selten alles, um uns ein festes Urteil bilden zu können. Menschen sind und leben an anderen Orten der Welt sehr anders als wir das tun, so anders, dass wir uns das gar nicht vorstellen können. Sie haben andere Traditionen, und v.a. eine andere Geschichte. Sie bewerten vieles mit anderen Massstäben. Deshalb ist vieles, was sie tun, für uns nicht auf den ersten Blick nachvollziehbar.

    • Brunhild Steiner sagt:

      … bloss diejenigen, welche unter- lokal verschieden sich manifestierender Unterdrückung und Unfreiheit leiden, unter Ausbeutung und Repressionen; die „differenzieren“ dann vermutlich nicht mehr so stark…, auch mit dieser, sicher teilweise durchaus berechtigten Ansicht kommt man ums „es ist nochmal komplizierter“ nicht herum.

  • Lorena sagt:

    Ich habe den Eindruck, die Teenager von heute sind ziemlich unpolitisch. Ein Grund dürfte sein, dass jeder mit einer Meinung, die nicht der Political Correctness und dem Mainstream entspricht, bereits in der Schule mundtot gemacht wird. In den 80ern hatte man, meiner Meinung nach, weniger Berührungsängste mit anderen Meinungen.

    • Maike sagt:

      Ich sehe viel eher den Grund darin, das die Kids von heute sich ihr Weltverständnis aus den social Medias holen. Dort – im Gegensatz zu Funk, Fernsehen und Printmedien – kann jeder Hans und Franz, jeder Blogger und Bot seine kruden Thesen verbreiten. Und wenn die lieben Kleinen den gleichen Unsinn auf verschiedenen Kanälen finden, halten sie es für wahr.

  • Koch Ra sagt:

    Ich finde es furchtbar schlimm, dass Jugendliche von der aktiven Weltgesinnung kaum etwas wissen wollen. Viele bleiben blind und deswegen kann ein ausgerichteter Seelenfänger wenn er laut genug ist die Unsicherheiten ausnutzen. Man erzieht doch auch im bewussten Umgang mit Sexualität. Leider schaffen es Relideologien immer wieder, sogar bis in die hintersten vier Wände zu dringen. Wenn man dann hört, dass gemeinschaftssichernder Humanismus nicht dem allerheiligen ‚Intelligent Design‘ entspricht, verunsichert das – aber genau hier könnte ein Politverständnis greifen!

  • Roland Ruckstuhl sagt:

    Es kommt wohl auf das alter des Kindes an. Irgendwann kommen die Fragen, wer ist Erdogan? Wer ist Putin? Wer ist Trump? Wir können versuchen, diese Fragen aus dem weg zu gehen mit dem Argument „Dafür bist Du noch zu klein“ Oder zu sagen, dass diese Leute Präsidenten sind von schönen Ländern, mit netten Menschen. Das aber gerade Putin und Erdogan Menschen mit einer anderen Meinung ins Gefängnis stecken. Das ist ja die Wahrheit. Und wenn sie noch älter sind, gibt man ihnen einen Artikel von Wikipedia. Dort wird sachlich (sic!) informiert, was die Person alles geleistet hat.

    • Martin Frey sagt:

      Das ist der Punkt. Die Fragen werden kommen, und dann soll man diese kindsgerecht nach bestem Wissen und Gewissen beantworten. „Dafür bist Du noch zu klein“ ist dannzumal Unsinn, was allein schon durch den Umstand der Fragen und der Auseinandersetzung mit dem Thema belegt ist.
      Alles andere läuft aber letztendlich auf Indoktrination respektive Instrumentalisierung für die eigenen Zwecke hinaus, wie auch beim Titelbild mit dem RSI Journalisten an der Demo.

  • Susanne Reich sagt:

    Man sollte Kinder weder politisch noch „sonstwie“ beeinflussen, wenn’s an Hirnwäsche grenzt und man dabei nur die eigenen Ziele verfolgt. Es ist erstaunlich, dass kleine Kinder sehr offen sind mit Gleichaltrigen und man merkt sofort, je nachdem was sie sagen, woher diese Worte/Gedanken kommen. Kleinere Kinder würden solches gar nie sagen, sie sind nur das Sprachrohr ihrer Eltern oder eventuell der Schule. Kinder sollen ihre eigenen Überzeugungen bilden. Dies ist viel interessanter, sich auf diese Weise sich mit ihnen auseinanderzusetzen, anstelle sie zu programmieren.

    • Martin Frey sagt:

      Genau, völlig einverstanden.
      Was nicht bedeutet, dass man keine klare Haltung haben soll und die nicht auch pointiert äussern darf. Aber die Stimmen die meinen, Ihre Kinder früh quasi auf den rechten Weg trimmen zu müssen, um „falschen“ Gedankengut vorzubeugen, unterschätzen ihre Kinder und verwehren ihnen gleichzeitig eine Chance die für ihre Entwicklung nicht zuletzt auch in anderen Lebensbereichen wichtig ist.

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Es ist doch unsere Aufgabe, unsere Kinder auf den rechten Weg zu bringen. Bei allem was wir tun. Die politische Gesinnung ergibt sich dabei von selbst.

      • tina sagt:

        sportpapi: und was ist, wenn nun eines deiner kinder politisch eine andere meinung hat? ist es dann grad „auf dem falschen weg“ aus deiner perspektive? man kann aus trotz gleicher grundwerte und mit ähnlichen gründen zu anderen schlüssen kommen. und man kann auch mit der lebenserfahrung seine meinung ändern

      • tina sagt:

        meine kinder zum beispiel wachsen in anderen verhältnissen auf als ich. es ist doch nicht verwunderlich, wenn sie darum auch andere gedankengänge entwickeln

    • 13 sagt:

      @ Frau Reich
      Das sind ja alles schöne und edle Vorhaben. Aber mal in der Realität: Wie soll man einem Kind Erdogans Machenschaften neutral darlegen, dass sich das Kind eine Meinung bilden kann?
      „Ja, er bringt Menschen um, aber Du darfst natürlich selber entscheiden, ob Du das gut findest und denkst, er hat recht oder nicht? Ich rede Dir da nicht rein.“
      „Ja, da landen Regierungskritiker und Journalisten ohne Gerichtsverfahren im Gefängnis, aber es herrscht ja Meinungsfreiheit und da kannst Du selber wählen, ob du findest, dass er die Meinungsfreiheit dieser Menschen zu Recht unterdrückt?“
      „Faire Wahlen kennt er nicht, aber die Demokratie muss ohnehin diskutiert werden?“
      Das geht doch schlicht nicht. Legen Sie die Taten von A.H. auch so ganz neutral dar?

      • Keanne sagt:

        Ganz genau!Natürlich werden Kinder von Ihren Elten auch politisch beeinflusst.Sie sollen wissen,es gibt Monster auf dieser Welt,und die sind neunmal schlecht!

      • Anh Toàn sagt:

        So mit mehr über das Schlechte reden, statt darüber, was bei denen schlecht ist. Weil sonst schliesst die infantile Logik, ob von Kindern oder Erwachsenen, die sind schlecht. Und wir verstehen auch besser, was bei uns schlecht ist.

      • Daniel Slamanig sagt:

        13 hat völlig Recht. Ich versuche meinem Sohn beizubringen, dass er seine Haltung begründen können muss, wie ich es auch von mir verlange. Aber ich spreche die Dinge genau so aus, wie ich sie empfinde. Ich sehe keinen Grund, eine neutrale Haltung einzunehmen. Das schliesst nicht aus, dass man eine Argumentations- und Diskussionskultur entwickelt und zusammen rausfindet, weshalb man etwas auf eine bestimmte Art sieht.

  • Theiler, Walter sagt:

    Eine Lösung: Elternräte und die damit verbundenen hirnrissigen und langweiligen, zeitraubenden und nervtötenden Endlosdiskussionen einfach meiden; sowieso geht es meistens nur um kuchenbacken für die Lehrerschaft, also Schleimerei in Hochfrequenz.

    Andere Lösung: dem besorgten Vater einfach mal erklären, dass wenn er sich nicht anders zu helfen weiss als politische Diskussionen zu verbieten, er seinem geliebten Staatsoberhaupt in nichts nachsteht und daher ebenso wie jener eine Abqualifizierung ertragen muss. Vielleicht sollte er seiner Tochter tragfähige und überzeugende Argumente pro Erdoganismus an die Hand geben, aber die wird er vermutlich nicht so leicht finden.

    • Mark sagt:

      Viel einfacher: Den besorgten Vater einmal fragen, wo denn das problem liegt. Hat den jemanden die haltung des geliebten führeres in bezug auf pressefreiheit gerügt? Oder bezüglich der demontage der instanzen? Oder der ausser kraftsetzung der verfassung? Oder der zwangsverschleierung der frauen? Oder….?
      Irgendwann erreich man des pudels kern – und kann ihn konfrontieren mit dem fakt, dass seine empörung in einer demokrate deplatziert ist. Denn wer eine sachlich geführte diskussion nicht gewachsen ist und einen führer braucht ist in einer demokrate am falschen ort.

  • Anh Toàn sagt:

    Es gehört zu Erwachsen sein, mit Ambivalenz umgehen zu können. Also zum Erziehen, dies zu lehren. Gerade „Inter- ess(e)-ierte“, „Darinseiende“, sei es in Religion oder Politik, haben oft Schwierigkeiten mit Ambivalenz. Denn Ambivalenz zu akzeptieren bedingt eine gewisse Distanziertheit, ein anderes Element des Erwachsen sein. Distanziert und interessiert gleichzeitig können nur wenige, alle anderen könnnen bestenfalls abschreckendes „Vorbild“ sein.

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    da das gross der pädagogen linksgedreht ist, sieht man die auswirkungen dieser „politischen indoktrinierung“ gut am beispiel der ewigen juso-studentenschaft. ideologie verblendet und macht arbeitsscheu.

    • Sportpapi sagt:

      Glauben Sie wirklich, dass „die Linken“ sich weniger engagieren, dass sie weniger arbeiten? Und insbesondere, dass ihre Arbeit weniger wert ist, nur weil sie ganz objektiv schlechter bezahlt ist?
      Als die z.B. eines Bankers? Der sich für seine politische Tätigkeit gerne gut entschädigen lässt von diversen Interessengruppen? Und ansonsten vor allem für das eigene Portemonnaie arbeitet?

    • Matthias sagt:

      Ihr Kommentar ist eigentlich zu beleidigend, als dass er einen Kommentar verdient. Da ich nicht so leicht zu beleidigen bin, will ich es dennoch tun.

      Was verstehen Sie unter linksgedreht?
      Warum glauben Sie ist die Mehrheit linksgedreht? Warscheinlich, weil tendenziell Wähler des linken Spektrums offener sind für a) soziale Themen und b) mit einer solchen Ausbildung einen Beruf wählen, der leicht unterdurchschnittlich bezahlt ist (im Verhältnis zum erreichbaren Lohn in der Privatwirtschaft bei ähnlichem Ausbildungsstand).

      Ihrer Meinung nach sind die meisten Studenten Juso Wähler und ewige Studenten?
      Ihrer Meinung nach sind die Lehrer also arbeitscheu?

    • Muttis Liebling sagt:

      Woran erkennt man Linke? Wer in der Schweiz ist warum links?

      Übrigens Politik und Ideologie ist das gleiche. Wenn etwas nicht ideologisch ist, ist es auch nicht politisch.

  • 13 sagt:

    «Solange die Kinder über politische Systeme und Machtstrukturen schimpfen und nicht über bestimmte Gruppen von Menschen, sehe ich da weniger ein Problem»
    Eigentlich wäre damit alles gesagt. Aber es widerspricht den Ausführungen, dass den Kindern vorgeschrieben wird, welche Partei zu wählen sind und welche nicht. Ich denke, dass jeder, der politisch interessiert ist, auch den Kindern seine Meinung mit auf den Weg geben wird. Das ist menschlich. Meine Älteste ist inzwischen soweit, dass sie wissen wird, wen ich wähle und warum. Das erkläre ich auch, ohne ihr vorzuschreiben, was sie mal wählen soll. Die Hoffnung aber bleibt, wie auch die Angst. Aber Einzelpersonen sind keine Gruppen. Sie können durchaus für ihr Tun kritisiert werden. Auch wenn das so manchem nicht passt.

    • Vierauge sagt:

      schreiben Sie Ihren Kindern nicht vor, welche Partei sie wählen müssen? Wie soll Ihre Favoritenpartei denn jemals die absolute Mehrheit erreichen? Wir drohen unserem Ältesten (>18 Jahre) jeweils, ihn zu enterben, wenn er nicht gleich stimmt wie wir.

      (Ironie off)

      😀

      • 13 sagt:

        @ Vierauge
        Ein guter Plan. Vielleicht überlege es mir mal. Zur Zeit beschränke ich mich damit, sie aktiv an 1.-Mai-Feiern mitzunehmen und ihnen jedes Mal, wenn ihnen an einem Wahlstand der „falschen“ Parteien ein Ballon angeboten wird, einen viel grösseren und tolleren zu versprechen, wenn sie ihn nur ablehnen. Ach und selbstverständlich werden manche Wahlunterlagen sofort vernichtet, diese taugen bei allem Umweltbewusstsein nicht einmal zum basteln, trotz hübschen Sünneli. 😉

      • Theiler, Walter sagt:

        @Vierauge: ich habe meine Kinder (5,6) schon mehrfach enterbt, aber leider ist bei mir nicht viel zu holen, insofern beeindruckt das nicht.

      • Niklas Meier sagt:

        Wäre es nicht vielleicht sinnvoller „13“ , diese böse Wahlwerbung mit den Kindern genau so durchzuschauen wie die tolle und gute und ihnen zu erklären, worum es da geht? Allfällige Fragen können Sie ja beantworten.
        So wie Sie das machen, zensieren Sie ihre eigenen Kinder um ihnen Ihre politische Weltsicht aufzuzwängen.
        Schlimm, oder?

      • 13 sagt:

        @ Niklas Meier
        Ihnen ist der ironische Unterton aber nicht entgangen, oder?
        Meine Kinder sind noch relativ klein. Das älteste fängt langsam an, sich dafür die interessieren und da beantworte ich die Fragen, wobei sie meine Meinung erfährt und auch die Begründung, aber nicht im sinne von „gut“ und „schlecht“, sondern „ich finde…“. Den Kleinen ist das alles noch egal, da ich nicht damit in Verbindung gebracht werden will, halte ich es davon fern. Anders wird es, wenn es auf sie bezogen ist. Aber ja, die 1. August-Feier auf dem Rütli oder das Schwingerfest kann und werde ich ihnen nicht bieten, wie wir auch nicht beim Abendessen über Flüchtlinge schimpfen. Ich halte eine politisch völlig neutrale Erziehung für sehr unrealistisch.

      • Niklas Meier sagt:

        Aufgrund Ihrer Beiträge war ein ironischer Unterton nicht anzunehmen.
        Ich würde Ihnen absolut zutrauen die Wahlwerbung der SVP den Kindern vorzuenthalten und sie nur mit Ihnen genehmen politischen Parteien füttern.

      • 13 sagt:

        @ Niklas
        Grundsätzlich landet Wahlwerbung nicht einfach so im Briefkasten. Sie ist an die Eltern direkt adressiert und diese haben jedes Recht damit machen, was sie wollen. In dem Augenblick, in dem die Kinder eigene Wahlunterlagen erhalten, würde das Wegwerfen gegen das Postgeheimnis verstossen und wäre strafbar.
        Aber Sie schätzen mich falsch ein: Selbstverständlich steht es meinen Kindern völlig frei, sich auch über die „andere Seite“ zu informieren. Vermutlich ist Wahlwerbung dafür nicht das richtige Mittel, aber die Plakate, die gut verständlich sind, da auf Kindergartenniveau , sehen sie ja ohnehin. Auch besteht hier freier Zugriff zu den Medien und ich überprüfe nicht die politische Gesinnung der Eltern ihrer Kameraden, sondern lasse sie gehen, wenn sie abmachen wollen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Gerade die Plakate, die gut verständlich sind, quasi auf Kindergartenniveau, muss ich meinen Kindern immer wieder erklären…

      • 13 sagt:

        Wirklich? Meine fragten von alleine, warum das schwarze Schäfchen denn nicht mitspielen darf und warum die weissen so gemein sind. Und darauf antworte ich dann bestimmt nicht mit: „Ja, wisst ihr, es gibt Menschen, die der Meinung sind, dass nur diejenigen, die genau gleich aussehen und sprechen, wie sie selber mitspielen dürfen und alle anderen gehen sollten. Also auch solche wie ihr, die einen ausländischen Nachnamen haben und deren Familie mal aus einem anderen Land in die Schweiz gekommen ist. Das ist eine sehr legitime Meinung und es steht Euch jederzeit frei, diese auch zu vertreten.“

      • Sportpapi sagt:

        @13: Eben, Sie mussten das Plakat erklären…

      • 13 sagt:

        Ok, ja, so stimmt es schon. Die Problematik dieser Politik haben sie aber eigentlich gut erfasst 😉

      • Martin Frey sagt:

        …. und das ist das was ich meine, SP. Die Kinder erfassen derartige Dinge irgendwann selber und stellen auch die richtigen Fragen.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Wieviel „Beleidigung/Herabsetzung/Lächerlichmachen“ soll durch die hier geltende Meinungsfreiheit garantiert sein, darüber lässt sich geteilter Meinung sein.
    Allerdings finde ich es zwingend bei denjenigen, welche für sich das „hier wurde ich beleidigt oä“ in Anspruch nehmen, sehr genau hinzusehen wie sie denn zuhause, in ihrem kulturellen Umfeld „Meinungs-und Glaubensfreiheit“ praktizieren.
    Da stehen sich doch meistens sehr verschiedene Ansichte, was genau diese Freiheiten beinhalten soll, gegenüber!
    Und ich habe schon schwer den Eindruck, dass auf diesem Gebiet nicht wenige Kinder von zuhause instrumentalisiert werden und engagiert auf die Opferkarte gesetzt wird! Die verschiedenen Vorfälle über die letzten Jahre hätten uns eigentlich schon längst die Augen öffnen können.

    • Vierauge sagt:

      schade, dass Frau Portillo nicht gesagt hat, was der Junge seiner Kollegin denn nun Böses über Herrn Erdogan mitgeteilt hat. Wie man liest, betrachtet Herr Erdogan ziemlich viel als Beleidigung gegen sich selbst …

      • Brunhild Steiner sagt:

        das ist ja das übergreifende Problem hier: schon das reine in-Frage-stellen und/oder nicht-einverstanden-sein, etwas kritisieren oder sogar noch Forderungen stellen; ist eine Beleidigung. So blockt man elegant alles ab, stellt aber selber in freister Selbstverständlichkeit Unmengen von Forderungen an unser System…

    • Sportpapi sagt:

      „Allerdings finde ich es zwingend bei denjenigen, welche für sich das „hier wurde ich beleidigt oä“ in Anspruch nehmen, sehr genau hinzusehen wie sie denn zuhause, in ihrem kulturellen Umfeld „Meinungs-und Glaubensfreiheit“ praktizieren.“
      Überhaupt nicht zwingend, im Gegenteil. Schliesslich erwarten wir ja, dass sie sich hiesigen Gepflogenheiten anpassen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi

        das ist mMn eines unsrer Hauptproblem, „wir erwarten dass…“, „wir gehen davon aus dass…“, da sind wir vielleicht ein bisschen zu naiv. Ich bin im Verlauf der Schulkarriere unsrer Kinder mit ein paar aufrechterhaltenen Parallelwelten in Kontakt gekommen inklusive Muster des beleidigt-seins. Da sind Stunden/Workshops zwecks Veständigung/Respekt/Meinungsfreiheit etc für die Kinder wirklich zwecklos wenn sie zuhause, dort wo es zählt, das Gegenteil davon erfahren.

      • Martin Frey sagt:

        „Schliesslich erwarten wir ja, dass sie sich hiesigen Gepflogenheiten anpassen.“
        Tun wir das, SP? Dazu gibt es weder einen Konsens bei „uns“ noch ist das auch nur ansatzweise ein Ziel der grossen Islam- und Moscheeverbände. Die ja zumindest in Deutschland (wo die Autorin wohnhaft ist) weitgehend durch Ankara gesteuert sind.
        Bin ehrlich gesagt etwas überrascht ob dieser eher SVP typischen Aussage bei Ihnen.

      • Sportpapi sagt:

        @BS: Ich weiss schon, alle die gerne möchten, dass Schweizer Werte nicht nur wie eine Fahne vor sich hergetragen werden, sondern auch im Alltag gelebt werden, werden gerne mal als naiv bezeichnet. Vielleicht auch zurecht.
        Ich weigere mich aber, genau diese Werte über Bord zu werfen im vorgeblichen Bestreben, sie zu verteidigen. Das macht so gar keinen Sinn.
        Wenn jemand sich in der Schweiz beleidigt fühlt, dann nimmt man das erst mal ernst und hinterfragt, ob die Klage zu recht erfolgt. Unabhängig von der Herkunft der Person.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Ich dachte eigentlich, Integration als Ziel sei Konsens in unserer Gesellschaft. Sehen Sie das anders?
        Und warum sollten wir uns in erster Linie damit beschäftigen, was Islam- und Moscheeverbände wünschen? Ist es nicht unsere Aufgabe zu formulieren, was wir von Neuankömmlingen erwarten? (und dabei den Rahmen nicht enger zu setzen, als wir ihn für uns selber haben möchten).
        Es gibt einen gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmen, der das Leben in der Schweiz regelt. Soll der für die einen nicht gelten, weil es in ihrer Heimat anders ist? Sicherlich nicht, oder?
        Mit der SVP haben Sie mich jetzt gerade ein bisschen zum Lachen gebracht. Danke dafür…

      • Martin Frey sagt:

        Ich sehe das schon so, SP und denke da wie Sie. Relativ ernüchtert konstatiere ich jedoch immer wieder dass dies nicht zwingend alle so sehen.

  • Julia King sagt:

    Oh je Frau Portillo, mussten Sie wegen so’nem türkischem Vater länger bleiben? Und der Lehrer war auch schon müde…Sie arme Sie!
    (Ironie Off)

    Es ist eine Sache Politiker an eigenem Küchentisch als Idioten oder A. zu despektieren (was für ein Wort) eine andere es in der Schule zu tun. Dies beleidigt nämlich nur, ohne richtige Argumente.
    Auch 9jähirgen kann man mit einfachen Worten erklären warum diese I oder A sind, und diesen so beibringen mit Argumenten in der Schule zu despektieren.

    Haben Sie wirklich das Gefühl dass: „Wir erklären ihnen nicht nur, wen wir gut finden, sondern natürlich auch, welche Parteien inakzeptabel sind, wen sie später nie und nimmer wählen dürfen.“ dies Ihren Kindern die Augen öffnet? Und sie denken lernt?
    Bin total perplex!

    • Niklas Meier sagt:

      Ist es nicht so, dass man über Erdogan auf keinen Fall in der Schule schlecht reden darf, das bei der SVP kein Problem darstellt und Beleidigungen gegenüber Trump gar erwünscht sind?
      Ich erlebe das immer wieder bei der Arbeit. Gewisse „Haltungen“ werden erwartet und sind erwünscht. Andere nicht.

      • Sportpapi sagt:

        Sprechen Sie als Lehrer in der Schule mal schlecht über die SVP…

      • Niklas Meier sagt:

        Sportpapi, vielleicht kriegen Sie auf dem Land irgendwo dann Probleme. In Basel sicher nicht. Was ich da mitbekommen habe, was da von Lehrern geäussert wurde, war bedenklich. Auch zum Thema EE wurde da aus den Vollen geschöpft.
        Lehrer sollten nach meinem Verständnis politisch neutral sein.

      • 13 sagt:

        @ Niklas
        Unser Schulleiter ist SVP-Gemeinderat. Wählen würde ich ihn nicht, aber als Schulleiter macht er einen sehr guten Job. Also eine linke Beeinflussung durch die Lehrer erlebe ich nicht…

      • Niklas Meier sagt:

        Ich schreibe doch: gehen Sie in eine Schule in Basel/Zürich..

      • 13 sagt:

        Nun, nicht alle Kinder gehen in den Städten in die Schule. Ihre verallgemeinernde Aussage bliebt damit falsch.

    • Regula Portillo sagt:

      @Julia King
      Wenn unsere Kinder wählen dürfen, sind sie 18 und nicht mehr auf unser „ok“ angewiesen. Insofern ist das „nie und nimmer“ natürlich überspitzt und ironisch gemeint.
      Wir reden daheim oft über Politik und über das Weltgeschehen, meistens auch mit Erklärungen und Argumenten. Es geht also in der Regel nicht darum, Politiker einfach so als Idioten zu degradieren. Keine Sorge!

      • Martin Frey sagt:

        „Wenn unsere Kinder wählen dürfen, sind sie 18 und nicht mehr auf unser „ok“ angewiesen.“

        Wie grosszügig.
        Ersetzen Sie mal ‚wählen‘ mit ‚Kopftuch tragen‘ und dann sehen Sie vielleicht, wie wenig weit Sie argumentativ von diesem Vater weg sind.
        Das sind später dann die AKP Töchter die dannzumal jeden zu überzeugen versuchen, dass sie all das ganz freiwillig machen und es nur ihrem ureigenen Willen entspricht ;-).
        Kinder bis ca 8-10 können Sie alles, schlicht alles aufoktroyieren, Sie und ihre Ansichten werden in jeder Hinsicht ein Vorbild sein. Umso umsichtiger sollte man meines Erachtens bei solchen Themen sein.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Sie lassen Ihre Kinder eine eigene Haltung z.B. zur Kopftuchfrage entwickeln, weil Sie sie keinesfalls beeinflussen möchten?

      • Martin Frey sagt:

        Ich wünsche mir, dass mein Nachwuchs mit der Zeit selber und unabhängig eine Meinung zur Kopftuchfrage entwickelt. Wie auch zu anderen Themen. Auf die gezielten Fragen, die dann an mich herangetragen werden, werde ich eine klare, pointierte Antwort haben. Dann kann mein Nachwuchs meine Haltung, wie auch die von anderen Seiten, in den eigenen Meinungsbildungsprozess integrieren.
        Ist das so schwierig zu verstehen?

  • Reincarnation of XY sagt:

    Das gute an Trump ist, dass man über ihn lästern kann, Satire machen, Bücher schreiben, verklagen etc. ohne dass man eines frühzeitigen unnatürlichen Todes stirbt oder einfach mal 1 Jahr in U-Haft sitzt.

    Was nun den devoten Erdogan-Papa betrifft: es scheint mir, dass sie alle, inklusive Lehrer, weder Zivilcourage noch Vernunft an den Tag gelegt haben. Man ist zwar mutig zu Hause über Trump und „inakzeptable“ Parteien zu schimpfen, weicht aber einer Diskussion aus, wo tatsächlich eine nötig wäre. Wo es echt um Menschenrechte und Meinungsfreiheit geht, wo es um Meinungsdiktatur bis über die Landesgrenzen hinaus geht.

    • Martin Frey sagt:

      „Was nun den devoten Erdogan-Papa betrifft: es scheint mir, dass sie alle, inklusive Lehrer, weder Zivilcourage noch Vernunft an den Tag gelegt haben„
      Das ist richtig. wobei die Frage legitim ist, ob der Elternabend dafür der richtige Ort ist. Gerade bei der häufig anzutreffenden Hyperempfindsamkeit der AKP-Gänger kann der Vater aus seiner Sicht ja nur so reagieren wie er es getan hat. Indem er die Leute damit konfrontiert wo er annimmt, dass die Angriffe auf seine Tochter herkommen. Er mag aus unserer Sicht die falschen Argumente gewählt haben, ganz unrecht hat er trotzdem nicht. Erdogan wie auch seine eigenen Wurzeln sollten auf dem Pausenhof wie auch im Klassenzimmer eigentlich kein Thema sein. Auch wenn es die Politik der Türkei durchaus sein darf.

      • Niklas Meier sagt:

        Natürlich dürfen Kinder untereinander über Politik diskutieren und gewisse Politiker doof finden.
        Und zwar alle, nicht nur Trump.

      • tina sagt:

        ich wäre dankbar, wenn in schulen über zusammenhänge gesprochen wird! aber es ist natürlich ausgesprochen heikel. ich vermeide ja selbst als erwachsene, am arbeitsplatz über politik zu sprechen. wenn man in einer gruppe täglich arbeiten muss, muss man miteinander klarkommen. sobald jemand sich nicht respektiert fühlt, wird es schwierig

      • Sportpapi sagt:

        Ich finde ja, als Schweizer sollte man immer neutral bleiben, und nie eine eigene Meinung äussern oder eine Haltung haben…

      • Martin Frey sagt:

        „Natürlich dürfen Kinder untereinander über Politik diskutieren und gewisse Politiker doof finden.
        Und zwar alle, nicht nur Trump.“

        Völlig einverstanden, Herr Meier.

    • Anh Toàn sagt:

      Zum ersten Abschnitt: Das ist nicht das Gute an Trump, das ist das Gute an den USA, deren politischen Institutionen. Trump wiederum arbeitet daran, genau dies zu untergraben.

      Zum zweiten Abschnitt in Verbindung mit Ihrem Kommentar von 08:31:

      Also wer betreffend Erdogan anderer Meinung ist als Sie, den kann man als „devot“ bezeichnen, das ist keine „gute“ Meinung. Der ist nämlig gegen Meinungsäusserung und Menschenrechte, echt, und da kann keiner anderer Meinung sein. Nicht vernünftigerweise, höchstens weil er halt devot ist, sich feige unterwirft.

      Sie dürfen das meinen, aber ihre Haltung zu „devoten Erdogan Fans“ widerspricht Ihrer Forderung, nicht in gute und schlechte Meinungen zu unterteilen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Anh toin das Problem ist, dass der mittlere Kommentare gelöscht wurde. So begann der 2. Kommentar mit: „das schlechteste an Trump“ – und das ist eben nicht seine Person, sondern, dass er gewählt wurde.
        Sie haben mit ihrem Einwand aber völlig recht: das ist das Gute an den USA. – Also geht es wieder nicht primär um die Person, sondern um Institutionen. Darum ging es mir eigentlich. Weg von diesem kindischen Personen-Bashing, hin zu mehr Verständnis für die komplexe Gesamtsituation.

        Was Erdogan betrifft, so haben sie mich missverstanden. Nachvollziehbar, da ich mich sehr kurz fasste.
        Nein, man hätte fragen müssen: „Was verstehen Sie unter Beleidigung?“ Man hätte ausloten müssen, ob es nun um Meinungsverbote oder um Beleidigungen geht.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Noch etwas Anh Toin – es geht mir darum, dass die Kinder verstehen, weshalb jemand eine andere Meinung hat und ihn deswegen nicht gleich als Person verurteilen.
        „Er glaubt das vielleicht, weil seine Eltern ihm das sagen etc.“ – es geht um den Respekt der Person.

        Über den Vater habe ich geurteilt, weil sein zitierter Satz einfach 1:1 nach AKP Rhetorik riecht, die ja nicht allein Rhetorik ist, sondern nicht davor zurückschreckt via Spitzel, Andersdenkende zu denunzieren, was z.T. sogar in Drohungen oder Verhaftungen bei Heimaturlaub mündet.
        Das ist dann nicht mehr einfach eine „Meinung“ unter allen anderen. Das ist eine rote Linie gegen die man klar Stellung beziehen muss.
        Pluralismus bedeutet auch ein klares Verneinen von Haltungen die Anti-Pluralistisch sind.

      • Anh Toàn sagt:

        „rote Linie“

        Ja, die roten Linien hat der Erdogan auch. Sie haben die guten roten Linien?

        Es gibt rote Linien der Diskussion, Beleidigungen, falsche Fakten, überschreiten diese, aber es gibt keine rote Linie zu Meinungen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Aber natürlich Anh toin – hören Sie nicht zu?
        Ich bekenne mich zu Pluralismus, zu den liberalen Werten, welche zur Aufklärung und der Demokratie gehören, (die nicht mit einer Mehrheitsdiktatur verwechselt werden kann!!!).

        Pluralismus bedeutet die klare Ablehnung aller Anti-Pluralistischen Systeme. SAGTE ICH DOCH.
        Das ist die rote Linie.
        Ob am rechten, linken oder religiösen Rand:
        Sie alle treiben Propaganda indem sie sich liberale Grundsätze wie Meinungsfreiheit berufen. Und Leute wie Sie durchschauen diesen Trick nicht, sondern leisten dieser Agitation noch Schützenhilfe.
        Wenn wir so verwirrt sind, dass wir nicht einmal mehr sagen können, dass eine pluralistische Demokratie und Aufklärung gut sind, müssen wir uns nicht wundern, wenn wir eines Tages wieder zur Diktatur werden.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Anh Toàn

        und wenn diese Meinung zu Unterdrückung, Repressalien, Verfolgung, angeschwärzt-werden, Drohungen der verbliebenen Familienmitglieder, Entführungsversuchen und ungerechtfertigten Gefängnisaufenthalten führt- auch keine rote Linie überschritten?
        Eine „Meinung“ bleibt halt leider äusserst selten im Vakuum sondern manifestiert sich in Taten.

      • Anh Toan sagt:

        Also weil sich Meinungen in Taten umsetzen könnten, sind bereits die Meinungen zu verfolgen, zu verbieten, zu unterdrücken? Wer sagt welche Meinung auszuschliessen ist? Darf man in der Schweiz für EU Beitritt sein? Darf Mann meinen, Frau sei für Herd und Kinder? Darf Frau das meinen? Was darf man nicht meinen in einer pluralistischen Gesellschaft?

      • Anh Toan sagt:

        Ist eine Gesellschafr pluralistisch, sind anti-pluralistische Meinungen zu verbieten. Wie umgekehrt auch:

        Wird Intoleranz mit Intoleranz beantwortet, gewinnt Intoleranz.

      • Anh Toan sagt:

        Eine Gesellschaft ist so lange pluralistisch, wie sie mit gegen ihren Pluralismus gerichteten Meinungen leben kann.

      • Reincarnation of XY sagt:

        AT sie hören nicht zu – und stellen sich nicht wirklich ihren Aussagen – da bringt eine Diskussion – selbst mit gutem Willen – wenig. Schade.

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Ich bin nicht Ihrer Meinung. AT hat sehr wohl zugehört und klare Aussagen gemacht. „Wird Intoleranz mit Intoleranz beantwortet, gewinnt Intoleranz.“ Das ist der Kern. Wir können nicht hingehen und erklären, bei uns gilt Meinungs- und Redefreiheit. Aber nicht für alle und schon gar nicht für alle Meinungen. Wir müssen damit leben, dass Menschen ihre (neue) Freiheit nutzen, um sich nach der alten Unfreiheit zu sehnen. Auch wenn wir es nicht verstehen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Nein SP – das ist eine zu einfache Gleichung, die ich nicht postuliert habe.
        Da fängt eben das genaue zuhören an.
        Es ist ein BISSCHEN Komplexer.

        Die tolerante Gesellschaft kann nicht alles tolerieren. Der AT toleriert ja auch nicht, wenn Neonazis Kopftuchfrauen anpöbeln. Für ihn ist dort auch eine rote Linie der „Meinungsfreiheit“.

        Genau darauf habe ich hingewiesen, aber weder Sie noch AT, haben überhaupt den Willen, genauer zuzuhören, tiefer über die Problematik nachzudenken. Sie ignorieren diese Beispiele regelmässig, um sich an so einfachen Plattitüden festzuhalten, welche notabene zur Standardrhetorik sämtlicher Gruppen am rechtsextremen und religiösextremen Rand führen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Korrektur: „gehören“

        PS
        Lesen Sie dazu die jüngste Kolummne von Sascha Lobo im SPON –
        http://www.spiegel.de/netzwelt/web/mdr-tweet-die-wichtigkeit-oeffentlicher-empoerung-a-1203222.html
        der sehr gut aufzeigt, wie Rechtsextreme immer mit dem Argument der „Meinungsfreiheit“ Rassismus legitimieren und sämtlichen Widerspruch niederwalzen.

        Genau nach dieser Methode geht auch AT vor.
        Der Hohn, dass die AKP nicht nur eine „Meinung“ hat – sondern sehr wohl aktiv Andersdenkende unterdrückt, wurde von Brunhild schon angesprochen. Aber auch das wird einfach ignoriert, man wiederholt die Plattitüden – selbst wenn sie längst viel zu flach sind, um den ausgesprochenen Argumenten zu begegnen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi
        mag sein dass „Intoleranz gewinnt“ wenn wir auf die Durchsetzung von universalen Menschenrechte auf dem Gebiet der Meinungsfreiheit bestehen, und besonders wenn wir mal zur Kenntnis nehmen würden dass wir teilweise ausgenutzt werden, manchmal ganze Kampagnen von Verbänden angestossen&begleitet werden (siehe auch die Händeschütteln-zur-Begrüssungs-Debatte). Ja, da muss abgewogen werden wessen Intoleranz die schwerwiegendere, destruktivere ist, da kommen wir tatsächlich ums werten nicht herum-aber ist natürlich einfacher sich dieser Auseinandersetzung mit edlen Sätzen wie „Intoleranz usw“ zu entziehen; und dabei nicht mal zu erkennen dass hier vielleicht eine sehr seltsame Definition von „mit Intoleranz begegnen“ besteht.

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Wie viele Male habe ich jetzt von Ihnen schon gehört, dass ich einfach nicht richtig zuhöre. Und irgendwie nicht in der Lage bin, die Geschichte korrekt zu erfassen. Die Verbindung zum „rechtsextremen Rand“ mag ich jetzt gar nicht erwähnen.
        Letztlich geht es darum, dass jede Meinung geäussert werden darf. Und diese natürlich entsprechend dann kommentiert und beurteilt werden darf und soll.
        Ich glaube eigentlich, da sind wir uns schon einig.

      • Sportpapi sagt:

        @BS: Die Menschen sind nach dem zu beurteilen und zu bewerten, was sie in der Schweiz leisten und vertreten. Nach dem Massstab, der in der Schweiz gültig ist.
        Wenn ein Vater an einem Elternabend in anständigem Ton eine Klage vorbringt, ist die erstmals einfach entgegenzunehmen und zu prüfen. Es geht nicht, dass wir Menschen ein Recht aberkennen, nur weil das in ihrem Herkunftsland so üblich ist.
        Und: Eine Auseinandersetzung führen heisst immer noch argumentieren, Schlüsse ziehen und agieren, und nicht ganze Gruppen in Sippenhaft zu nehmen aufgrund von irgendwelchen Vorurteilen.

      • Roxy sagt:

        SP mit ihrer Antwort an Brunhild bin ich einig, das habe ich ja selbst so gesagt. Ich bin nicht einig mit ATs Argumentation, die 1:1 von besagten Kreisen verwendet wird, siehe Artikel von Lobo.
        Es scheint mir äusserst wichtig, dass diese Verwirrung welche antipluralistische Ideologen nonstop säen, entlarvt wird. Ganz egal aus welcher Ecke sie kommen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Und lesen Sie nochmals nach, was ich Anh Toin schrieb:
        „Über den Vater habe ich geurteilt, weil sein zitierter Satz einfach 1:1 nach AKP Rhetorik riecht, die ja nicht allein Rhetorik ist, sondern nicht davor zurückschreckt via Spitzel, Andersdenkende zu denunzieren, was z.T. sogar in Drohungen oder Verhaftungen bei Heimaturlaub mündet.
        Das ist dann nicht mehr einfach eine „Meinung“ unter allen anderen. Das ist eine rote Linie gegen die man klar Stellung beziehen muss.“

        Ich verwies auf die Nähe zu aktiver, tatsächlich ausgeübter Unterdrückung, auf die Anh Toin sagte, die sei genauso eine berechtigte Meinung, wie meine Meinung zu den unveräusserlichen Menschenrechten. „Erdogan hat seine rote Linien und sie ihre.“ – UND SIE SP haben ihm ohne genau hinzuschauen zugestimmt!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi
        richtig, nach dem zu bewerten dass sie „hier“ tun; beachten Sie dass es um einen Vorfall in D geht.

        Wo es viele unschöne Vorkommnisse gab/gibt im Umfeld der Wahlen bez Türkei, mit genau dieser „Unantastbarkeit“ als Grundlage. Der Weg zu Taten, welche bei uns strafrechtlich relevant werden, wo dann tatsächlich sanktioniert werden könnte, ist ein sehr langer.

        Und er ist gepflastert mit ganz vielen Haltungen, die Sie „strafrechtlich“ gar nicht erfassen können, aber die den Weg zur Meinungsdiktatur innerhalb einer Gemeinschaft bilden und nähren.
        Wenn wir dieses grössere Bild ausblenden müssen wir uns über die Entstehung von Parallelgesellschaften (in F, D, UK schon lange etabliert) wirklich nicht mehr wundern!!!

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        Ich habe nirgends postuliert dass man diesem Vater nicht zuhören sollte; aber ich weise darauf hin dass man den Kontext beachten muss. Sich bewusst sein mit welchem „mind-set“ man möglicherweise zu tun hat, dass unter denselben Begriffen, bspw „Respekt“, der da eingefordert wird, etwas ganz anderes verstanden wird usw usw.
        Wir gehen mMn immer noch viel zu sehr von uns und unserem Verständnis von Meinungsfreiheit (und wie sie im Alltag, unsrem Umfeld gelebt wird) aus, und übersehen dass da nicht immer ein Konsens herrscht.
        Wenn man dies nicht tut, redet man grossartig aneinander vorbei.

      • Sportpapi sagt:

        @RoXY: Im Wesentlichen haben Sie sich einfach von ihren Vorurteilen leiten lassen.
        Wir alle wissen ja überhaupt nichts. Weder was gesagt wurde, noch warum das dem Mann nicht passt. Und über die Einstellung oder gar Verbindungen des Mannes gerade auch nichts.

      • Reincarnation of XY sagt:

        SP – im Wesentlichen hören Sie mir gar nicht zu und unterstellen mir Dinge, die ich gar nie gesagt habe.
        im Gegenteil: ich glaube, ich war der erste, der darauf hinwies, dass wir nicht wissen können, was zwischen dem Jungen und dem Mädchen vorgefallen ist, und dass man dies zuerst erörtern müsste!!!

        Es ging in meiner Diskussion NIE darum, sondern um eben die reale Unterdrückung der Meinungsfreiheit durch das Erdogan-Regime, welche Anh Toin einfach als eine gleichberechtigte „Meinung“ darstellte.

        Ich habe nun mit Zitaten nochmals darauf hingewiesen, und Sie ignorieren es nochmals.
        Sorry SP – falls Sie ein wenig Wahrheitsliebe haben, lesen sie den Dialog einfach nochmals durch. Ansonsten sind Sie tatsächlich nicht weit von AT entfernt.

      • Sportpapi sagt:

        @BS: Unser Verständnis von Meinungsfreiheit ist der Massstab in unserem Land.
        Und Ausgrenzung aufgrund von Vorurteilen ist ebenfalls ein sicherer Weg, eigentlich durchaus integrierbare Menschen in eine Parallelgesellschaft zu zwingen.
        Es hilft nichts anderes, als unsere Werte unbeirrt vorleben.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi
        das stimmt eben genau nicht, mit dem vorleben ist es noch lange nicht getan- das dachten sie in F, D und UK ja ebenfalls; es würde ausreichen mit dem „vorleben“, das sei von sich aus schon attraktiv-überzeugend genug…,
        mitnichten ist es das!
        Vorleben UND genau hinsehen, Begriffsdefinitionen klären, ganz konkret anhand Alltagssituationen erklären welche Werte wir praktisch umgesetzt haben wollen und noch sehr viel mehr das unter Kulturvermittlung fällt.
        Irgendwie klingt das bei Ihnen nach dem „wenn sie sich abschotten, zuhause was ganz anderes praktizieren, dann liegt es an uns, dann haben wir zuwenig x, y, z…, nein, es liegt dann nicht an uns, resp es liegt insofern an uns dass wir uns viel zu wenig wagen Forderungen zu stellen und diese durchzusetzen.

      • Sportpapi sagt:

        @BS: Wenn sie sich abschotten, liegt das zu wesentlichen Teilen auch an uns, ja.

    • Michael sagt:

      Man kann hier und heute nur deswegen so über DT lästern, weil es im Gegensatz zu Erdogan hier keine Anhänger gibt, die glauben, die Ehre des Beleidigten vehement verteidigen zu müssen.
      Der Erdogan Papa muss akzeptieren, das wir er jetzt in einem Land mit freier Meinungsäusserung lebt. Und da kann es passieren, das auch mal schlecht über seine Vorbilder geredet wird. Und das nicht nur in der Schule, sonder das kann überall passieren. Wie will er da regaieren ?

    • Theiler, Walter sagt:

      „Das gute an Trump ist, dass man über ihn lästern kann, Satire machen, Bücher schreiben, verklagen etc. ohne dass man eines frühzeitigen unnatürlichen Todes stirbt oder einfach mal 1 Jahr in U-Haft sitzt.“

      Jupp, so isses!

  • Reincarnation of XY sagt:

    Offenheit ist immer gut. Natürlich sagen wir den Kindern, was wir denken.
    Aber wir lassen sie auch immer wissen, dass das unsere Meinung ist und man auch anderer Meinung sein kann.
    Nicht aus „politischer Korrektheit“, sondern weil es uns wichtig ist, dass bei uns zu Hause jeder frei zu seiner Meinung stehen kann. Wenn man das eben nicht tut, dann sind die Kinder nicht frei eine andere Meinung zu haben (und falls sie sie doch haben, werden sie sie evt. nicht äussern), bzw. sie werden andere Menschen nach „guten“ oder „schlechten“ Meinungen beurteilen und nicht nach dem, was sie sind.
    Es geht nicht um „politische Korrektheit“, sondern um Vernunft und die Grundlage von vernünftigem Umgang mit den zahlreichen Meinungen, mit denen die Kinder konfrontiert werden.

    • Martin Frey sagt:

      Das, was im Beitrag geschildert ist, hat mit Offenheit nichts mehr zu tun, RoXy.
      Und mit Toleranz gegenüber anderen Menschen, deren Haltungen und Prägungen noch weniger.
      Kinder sind von Natur aus offen, interessiert, und wären an sich vorurteilsfrei. Wenn man diese Haltung selber aber weder pflegt noch lebt, passiert genau das im Beitrag geschilderte. Mit den Argumenten der Eltern bewaffnet zieht nämlich der eigene Nachwuchs ins Feld um andere Kinder dort treffen zu können wo es wehtut. Das türkische Kind wurde ja nicht von ungefähr ausgewählt. Mit Vermittlung ‚demokratischer Werte‘ hat diese „daswirdmandochnochsagendürfen“-Attitüde wenig gemein. Gerade auch weil jedem Menschen eine eigene Meinung zugestanden werden soll, die auch vertreten werden darf.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Martin Frey
        ich denke es ist gerade umgekehrt, dieses Kind hat zuhause eben gerade NICHT mitbekommen dass es verschiedenste Ansichten gibt und man hinterfragen/kritisieren darf!!!
        Wird gleichzeitig ein Personenkult getrieben geht Toleranz für anderslautende Meinung komplett ins Minus, diese Kinder können gar nicht anders als sich dann selbst abgelehnt&diskriminiert zu fühlen- sie lernen es nämlich von Kindsbeinen an dass sie die Opfer sind… . Da werden noch gröberere Probleme auf uns zukommen wenn wir deren Eltern nicht erreichen können.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ganz meine Meinung Herr Frey.
        Eben das wollte ich sagen und es entspricht zu 100% meiner Meinung.

        Habe ich mich da unklar ausgedrückt?
        (leider wurde der mittlere Teil gelöscht)

      • Reincarnation of XY sagt:

        über das türkische Kind müssen wir überhaupt nicht diskutieren.
        Wir wissen NICHTS von dem was gesagt wurde. Wir wissen nicht,
        – ob es einfach um persönliche (evt. sogar rassistisch motivierte) Beleidigungen geht, für die der Bub nun noch Erdogan als Rechtfertigung fand
        – ob das Mädchen aggressiv und despotisch die Herrschaftsansprüche dieses Menschen propagierte
        – ob es eine politische Diskussion war, welche das väterliche Weltbild des Mädchens erschütterte

        GENAU DAS herauszufinden, wäre Sache des Lehrers, der Eltern gewesen.

      • Martin Frey sagt:

        Liebe Frau Steiner, das ist eben der Punkt. Wir wissen es nicht, wie auch RoXy darlegt. Alles ist aufgrund der wenigen uns zur Verfügung stehenden Informationen möglich.
        Aber solange wir das nicht wissen, wehre ich mich dagegen, dass man ein Klassengspänli nur aufgrund der Herkunft seines Vaters angeht. Sofern das Mädchen selber die Diskussion/Konfrontation zum Thema nicht gesucht hat, ginge das ggf sogar Richtung Bullying.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Martin Frey
        weshalb nun „Herkunft des Vaters“?
        Richtig, wir wissen wenig, aber zumindest dass es um den türk Präsidenten gegangen ist.
        Und da lassen die vielen Vorfälle in D im Vorfeld der Wahlen schon eher vermuten dass hier ein System am spielen ist. Da geht es schon sehr lange nicht mehr um die Einzelbeziehungen, sondern fast schon um eine Art agitiert-werden, auch wenn das den einzelen Betroffenen vielleicht nicht mal so bewusst ist.
        Dazu muss ich vielleicht anfügen dass ich ähnliches ebenfalls schon miterlebt habe, die gemeinsamen Nenner fast deckungsgleich was die Unantastbarkeit von Aussagen/Überzeugungen/“Wahrheiten“ betrifft, und dann sehr schnell der Beleidigungs/Diskriminierungsvorwurf zu Tage tritt wenn andere dies in Frage stellen, kritisieren oä.

      • Martin Frey sagt:

        „weshalb nun „Herkunft des Vaters“?“
        Weil wir Kommentierenden über besagte Familie nicht mehr wissen.
        Wir haben wohl alle solche Erfahrungen schon gemacht, Frau Steiner. Trotzdem sollten wir nicht aufhören zu differenzieren und nicht einfach voreilig Stereotypen zu bedienen. Auch wenn andere es nicht tun.

    • Theiler, Walter sagt:

      Vor allem geht es darum, dass wir als Eltern uns selbst gut finden, sonst hätten wir uns nicht vervielfältigt.

      Und da wir uns vervielfältigt haben im Unterschied zu anderen, die nur von anderen kassieren, dürfen wir es uns auch erlauben, unsere Kinder nach unserem Bild, nach unserem Vorbild wie Vorstellungsbild, zu erziehen und zu formen.

      Ich persönlich nehme mir sehr wohl das recht heraus, eine schlechte Meinung z.B. von trump oder Erdogan zu haben und diese gegenüber meinen Kindern oder anderen rational zu vertreten, selbst wenn dies die genannten Herren herabsetzt. Jene nämlich sind in der Pflicht, mir gegenüber als Menschen, nicht ich für sie. Ich füttere weder den militärisch-industriellen Komplex, noch bringe ich Journalisten ins Gefängnis.

  • sepp z. sagt:

    „Wir erklären ihnen nicht nur, wen wir gut finden, sondern natürlich auch, welche Parteien inakzeptabel sind, wen sie später nie und nimmer wählen dürfen.“

    Really?
    So tut es Despot Erdogan auch.
    Da habt ihr Gemeinsamkeiten.

    • Martin Frey sagt:

      Den Punkt wollte ich ebenfalls aufnehmen.
      Dazu kommt noch die offenbar gängige Haltung, den und diesen als Idioten zu titulieren.
      Damit weckt man weder das polit. Interesse noch die Fähigkeit, eine eigene Meinung entwickeln zu können. Sie geben eine solche vielmehr vor, und das Kind übernimmt sie zwangsläufig. Eigentlich genau wie das Kind des türkischen Vaters.
      So verkommen polit. Haltungen und Ideen lediglich dazu, die Welt (und damit auch die Klassengspänli) in gut und böse einzuteilen, und zwar mit den Argumenten der Eltern und nicht aufgrund einer eigenen Meinungsbildung. Das passiert wohl im Hause des türkischen Vaters ebenso, aber wollen wir uns daran orientieren?
      Selber beschränken wir uns bewusst auf Sachverhalte. Die eigene Meinung entwickelt sich dann schon.

      • Theiler, Walter sagt:

        Das ist, mit Verlaub, eine sehr schweizerische Haltung, nämlich Dummheit, Despotie, Diktatur, Hass auf Minderheiten, Ausgrenzung, Kriegstreiberei als politische Haltungen und Ideen zu respektieren und damit hoffähig zu machen.

        Natürlich ist Erdogan böse, sonst würde er nicht in Syrien Krieg treiben, Menschen töten, die Kurden verfolgen, Journalisten ins Gefängnis bringen usf.

        Natürlich übernehmen Kinder Argumente, wenn denn welche da sind. Andererseits probieren sie auch simple Verunglimpfungen aus, korrigieren sich aber, wenn sie merken, dass die Argumente nicht stimmen, und dann kommen gelegentlich auch wir Eltern ins Schwitzen, denn gut gebildete Kinder haben durchaus einen Hang zur Wahrhaftigkeit.

    • Regula Portillo sagt:

      @sepp z.
      das „nie und nimmer“ ist natürlich überspitzt und auch ein wenig ironisch formuliert; natürlich können unsere Kinder später wählen, wen sie wollen. Wenn es soweit ist, sind sie 18 und nicht mehr auf unser Einverständnis angewiesen.

      • Regula Portillo sagt:

        @Martin Frey
        Also für mich gibt es da schon einen Unterschied, ob ich meinem Kind sage, dieser und jener Politiker vertritt überhaupt nicht meine Ansichten (ja, manchmal auch weniger schön formuliert) oder ob ich mich beleidigt/gekränkt fühle, wenn ich indirekt davon erfahre, dass ein fremdes Kind über „meinen“ Präsidenten flucht, und das dann an einem Elternabend zum Thema mache.

        Ich glaube sehr wohl, dass unsere Kinder die Fähigkeit entwickeln, ihre eigene (politische) Meinung zu bilden. Kinder übernehmen Meinungen nicht zwangsläufig, besonders nicht, wenn sie 18 sind (und dann auch selber wählen/abstimmen dürfen)!

      • Reincarnation of XY sagt:

        ich möchte meine Kinder nicht so erziehen, dass sie „mit 18“ eine eigene Meinung bilden können,
        sondern ein freier Gedankenaustausch soll jetzt stattfinden.

        Deshalb sollte man stets auch Respekt vor Andersdenkenden klar signalisieren. Aufzeigen, dass diese vielleicht ihre „guten“ Gründe für ihre andere Meinung haben.
        Ich gehe sogar soweit, dass wenn meine Kinder mir einfach nachplappern, dass ich sie manchmal frage, warum sie denn das denken und ihnen mal ein paar Kontrapositionen mit auf den Weg gebe.

        Was Sie beschreiben, tönt für mich nach typischer Indoktrinierung, nicht gerade tauglich, um Toleranz und selbständiges Denken zu entwickeln.

      • Martin Frey sagt:

        @portillo
        Das ist richtig, und es geht mir auch nicht darum, diesen Vater zu verteidigen. Mir ist klar, dass vielen Türken, und wohl fast allen AKP Anhängern schlicht jedes auch nur ansatzweise kritische Wort über die Türkei in den falschen Hals kommt. Aber versetzen Sie sich mal in die Lage dieses Vaters, aber va auch mal seiner Tochter. Sie haben ja auch länger im Ausland gelebt. Wie hätten Sie es aufgefasst, wenn Ihre Kinder in der Schule angegangen worden wären nur aufgrund Ihrer Herkunft? Wie hätten Sie sich am Elternabend verhalten den Leuten gegenüber von den Sie wissen, dass es herkommt?
        Ich finde, der Mann darf schon thematisieren dass seine Tochter das getroffen hat.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Martin Frey
        das ist für mich die geniale Verdrehung, seine Tochter ist niedergeschlagen weil ER zuhause einen Absolutheitsanspruch/Personenvergötterung betreibt und sie nicht darauf vorbereitet hat, dass längst nicht alle derselben Ansicht sind, und sie mit Kritik daran klarkommen muss- resp vor allem mal er selber… .
        Hier wäre mMn anzusetzen!

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        Ich lebe in meinem Geburtsland und muss ebenfalls damit klarkommen dass „meine Absolutismen“ nicht von allen geteilt werden, ich hinterfragt/kritisiert werden kann dafür, und unsere Kinder übrigens genauso. Um diese Erfahrungen zu machen müssen wir nicht ins Ausland, bei den einen ist es die Kleidung, bei den anderen der falsche Fanclub, bei den dritten Ideologie/Weltanschauung/Glaube, bei den vierten das Essen- es lässt sich immer was finden…

      • Martin Frey sagt:

        Nein Frau Steiner, seine Tochter ist primär niedergeschlagen weil sie wegen der Nationalität ihres Vaters angegangen wurde. Erdogan ist dabei nur das Vehikel. Kinder wollen primär stolz sein, auf ihre Familie, ihre Wurzeln, ihre Leistungen.
        Wenn man die türkische Politik diskutieren möchte kann man das gerne tun, aber dann bitteschön auf Schulebene, zb im Geschichtsunterricht, und dann gerne auch die bigotte Haltung der Bundesregierung miteinbeziehen, die bei einem nationalistischen Eroberungskrieg gegen eine ganze Bevölkerung nicht nur indigniert wegschaut sondern sich nicht zu schade ist, weiter die Waffen zu liefern damit diese Leute zusammengeschossen und aus ihren Häusern vertrieben werden können.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Martin Frey
        es gibt auch Türken welche Herrn Erdogan nicht unterstützen, mit Nationalität des Vaters- resp wegen seiner Nationalität hat das wirklich nichts zu tun, resp aufgrund dieser Nationalität geht es Erdogan und nicht einen bspw afrikanischen Despoten oder europäischen korrumpierten Politiker der ebenfalls seine Anhänger haben wird-, sondern mit seiner eigenen Haltung und wie er seine Überzeugungen vermutlich vertritt, „an die Familie bringt“, resp gebracht hat.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Brunhild Sie haben ja in allem (auch) Recht
        Trotzdem gibt der Text zu wenig her, als dass man ein Urteil fällen könnte.
        Das einzig richtige wäre zu fragen: Inwiefern hat er beleidigt? Wie ist es dazu gekommen?

        Politische Pöbeleien (erst recht unter Kindern) sind meistens nur ein Vorwand für persönliche Probleme, die man damit kaschiert.
        Ein kluger Pädagoge weiss das und versucht den wahren Konflikten auf den Grund zu gehen.

  • Malena sagt:

    Es ist ein Privileg, in einem Land zu leben, in dem man Politiker kritisieren darf, ohne ins Gefängnis gesteckt zu werden. Sicher, es gibt auch primitive Beleidigungen, und wenn das Mädchen gezielt für den Präsidenten ihrer Verwandten fertig gemacht wurde, kann der Vater das thematisieren. Erdogans Vorstellungen von Majestätsbeleidigung auf Schweizer Schulhöfen durchsetzen zu wollen, kommt hingegen nicht in Frage. Erdogan ist kein armes Opfer, welches vor Äusserungen eines kleinen Jungen geschützt werden muss.

    • Martin Frey sagt:

      „Erdogans Vorstellungen von Majestätsbeleidigung auf Schweizer Schulhöfen durchsetzen zu wollen, kommt hingegen nicht in Frage. Erdogan ist kein armes Opfer, welches vor Äusserungen eines kleinen Jungen geschützt werden muss.„
      Das ist völlig richtig, aber das Töchterchen des türkischen Vaters ist es. Sie hat vorab mit der (auch in meinen Augen unsäglichen) Politik Erdogans nichts zu tun, wird aber genau darauf wohl ein Stück weit reduziert und damit letztendlich ausgegrenzt. Oder anders gesagt, man hilft dem Mädchen weder bei der Entwicklung einer eigenen Meinung noch stärkt man irgendwelche demokratischen Werte, indem man ihm vorhält, Erdogan sei ein wasauchimmer.
      Im Prinzip gilt dasselbe auch für den Vater und den leider etwas absehbaren Diskussionsverlauf in der Kneipe.

      • Niklas Meier sagt:

        Man hilft ihr aber auch nicht dadurch, jegliche Kritik an Erdogan zu verbieten.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Martin Frey
        hätte dieses „Töchterchen“ mit der Muttermilch quasi eingesogen bekommen dass wir über Politiker denken dürfen was wir wollen, dass wir Systeme hinterfragen&kritisieren dürfen, dass ihre ureigene Meinung zählt&wichtig ist auch wenn sie von der mütterlichen/väterlichen Meinung abweicht; dann wäre das wohl auch eher weniger ein Problem…
        Aber dass wir uns zurücknehmen sollen, um vereinahmendem Gebahren nicht im Wege zu stehen und ja keine Konflikte zu provozieren; auf gar keinen Fall!

      • Theiler, Walter sagt:

        Die Statuten für Elternräte sehen vor, dass Partikularanliegen nicht im Elternrat besprochen oder traktandiert werden. Der Vater des Mädchens (peinlich genug, dass er sich da nicht raushält!) sollte sich an den oder die KlassenlehrerIn wenden. Und gerade Erdogan persönlich zeigte ja auch den Weg der Justiz auf, die sich mit solchen Fällen beschäftigen kann.

      • Martin Frey sagt:

        @Meier
        Das tue ich auch nicht, im Gegenteil. Aber es ist in meinen Augen schon ein Unterschied, ob mein Nachwuchs selber aufgrund der gewonnenen Informationen zu der Ansicht kommt, oder einfach mit nachplappert.
        @Steiner
        Was das Mädchen für eine Haltung hat und was es mit der Muttermilch eingeflösst bekommen hat, wissen wir nicht. Es ist möglich, vielleicht sogar naheliegend, dass bei ihr zuhause keine offene und sachliche eigene Meinungsfindung möglich ist. Aber solange wir nicht mehr wissen als das, sollten wir sie nicht schubladisieren aufgrund der zugegebenermassen bescheuerten Aussage des Vaters. Und selbst wenn, ist sie primär ein Mädchen in derselben Klasse des eigenen Nachwuchs.
        Ausser sie hat selber die Diskussion gesucht. Dann hätte sie geerntet was sie säht.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Martin Frey
        das sehe ich anders, selbst wenn das Mädchen die Diskussion gesucht hätte, läge für mich der Fokus bei den Eltern oder allfälligem diesbezüglich aktivem Umfeld. Und deshalb finde ich es dringend an der Zeit die Eltern viel mehr einzubinden.

      • Martin Frey sagt:

        Der Fokus sollte immer bei den Eltern oder ihrem sonstigen Umfeld liegen. Sagte sich der Vater wohl auch als er den Elternabend als Plattform nutzte. 😉
        Aber das Kind müsste sich über Widerspruch nicht wundern, wollte ich sagen.

      • Sportpapi sagt:

        Sein Unbehagen an einem Elternabend zur Sprache zu bringen, und dann sich der Diskussion auch stellen, das ist doch eigentlich wie es sein sollte.
        Der Lehrer hätte souverän darauf reagieren können mit dem Versprechen, der Sache nachzugehen. Aber auch mit dem Hinweis, dass Meinungsfreiheit in der Schweiz ein wichtiges Gut ist.
        Und auch diesem Artikel hätten ein paar weitere Informationen gut getan. Z.B. Wie kommt der Knabe dazu, sich negativ über Erdogan zu äussern? Und in welcher Art? Was war der Auslöser für die Diskussion?

      • Martin Frey sagt:

        Ich denke auch, dass leider zuviele Informationen fehlen, SP.
        Und klar, die Lehrer hätten den Ball aufnehmen können, vielleicht auch müssen. Vielleicht hatten sie auf aber auch eine Agenda, einen Fahrplan für den Elternabend von dem sie nicht abweichen wollten. Vielleicht dachten sie auch es könnte eskalieren.
        Es wäre interessant, mehr dazu zu erfahren, und auch dazu, wie es in der Kneipe weiterging.

  • tina sagt:

    demokratie bedeutet nunmal, dass es verschiedene meinungen geben darf. unsinnig finde ich, gruppen von wählern, parteien und politiker als dumm zu bezeichnen und sie lächerlich zu machen, als haltung. die leute haben gründe, und es wäre besser, zu versuchen, sie zu verstehen und zu respektieren. wenn man eine politische haltung dumm nennt, versteht man die gründe nicht, hat selber andere, oder kommt zu anderen schlüssen. kindern sollte man erklären, warum man sich eine politische haltung nicht erklären kann und daraus keine andere folgerung ziehen kann, als dass ganze gruppen dumm sind.
    das spricht ja nicht gegen witze. aber kindern sollte vermittelt werden, dass in einer demokratie andere meinungen respektiert werden

    • Sportpapi sagt:

      Es gibt durchaus Haltungen, die dumm sind. Und das sollte man auch so benennen.

      • Niklas Meier sagt:

        „Dumm ist nur, wer Dummes tut.“

        Solange Sie ihren Kindern erklären, dass das Ihre Meinung und nicht absolut ist, dann finde ich das sogar gut, wenn Sie gewisse Haltungen als „dumm“ bezeichnen.
        Sie müssen nur die Kurve kriegen.
        Oder Sie indoktrinieren die Kinder, das geht auch.

      • tina sagt:

        sportpapi: meist nennen aber leute, die eher rechts von der mitte orientiert sind, die meinung der leute eher links von der mitte dumm und umgekehrt. ich meine das. ich kann mir die einstellung gewisser gruppierungen auch nur mit dummheit erklären, es geht mir einfach nciht in den schädel. wir ticken einfach anders, ich und jene. also kann ich sagen: ich kann mir einfach nicht erklären, wie die leute zu ihrer meinung kommen, von hier aus sieht es wie dummheit aus, aber glaube wirklich, dass nicht 30% der wähler wirklich dumm sind. die haben einfach gründe, die für mich nicht nachvollziehbar sind. nicht weil ich dumm bin, sondern weil wir anders ticken

      • tina sagt:

        es liegt doch in der natur der sache, dass wenn es erlaubt ist, verschiedene meinungen zu haben, dass man dann die eigene für einigermassen richtig hält und die schlussfolgerungen oder gründe der anderen nicht nachvollziehen kann, und darum falsch oder dumm wirken. das gehört einfach dazu, wenn man sich nicht einfach stur super neutral stellen will oder eine staatlich verordnete meinung zu denken hat

  • Bornand Marlise sagt:

    Das politische Korrekt sollte abgeschaffen werden. Dies war eine Folge von Mai68. Jeder hat seine Meinung warum sollte man sie nicht sagen können ? Solange es nicht barbare Schimpfwörter sind.

    • Tero sagt:

      Endlich erkennt jemand an, dass wir 68er rundum poltisch korrekt geredet und gehandelt haben.

      Danke, gnädiges Fräulein.

      • Michael sagt:

        Diese Absolution lieber Tero kann und will ich dir nicht geben. Rundherum ist rundherum falsch – schliesslich sind Teile der 68er ja auch zur RAF mutiert.

      • Paul Real sagt:

        Es ist ein Unterschied ob man auf die Frage „Wer ist Putin“ antwortet der Präsident von Russland oder der Zar von Russland. Darum würde ich mal diese allgemeine Direktive für Eltern angeben: Wikipedia anstatt Weltwoche. Wissenschaft anstatt Religion. Sachlichkeit anstatt Meinung.

  • Stefan W. sagt:

    Dass man auch in politisch hoch korrekt bemühten Kreisen über manche Menschen schimpfen „darf“ (und es geht da beileibe nicht nur um Politiker), ist ein Verlust unserer Debattenkultur. Und das ist das eigentliche Problem. Nicht, ob man Erdogan oder Trump doof (oder Schlimmeres) findet. Es geht ja weiter: Wer die allgemein akzeptierte Schimpfrichtung nicht teilt, wird ruckzuck zum „Rechtspopulisten“ oder zum „XY-Versteher“, den man dann ebenfalls beschimpfen darf. Was den wiederum, da er in der Regel mit einem weniger dicken Fell gesegnet ist, als ein Politiker, nicht kalt lässt, sondern zu ebenso hitzigen Erwiderungen verleitet. Die daraus entstehende Auseinandersetzung ist dann keine Debatte im demokratisch wertvollen Sinn mehr.

    • tina sagt:

      ja genau. man sollte gute argumente haben um zu überzeugen, und nicht mundtot machen indem man abwertet

    • Muttis Liebling sagt:

      Die Aussage «Trump ist ein …» ist grundsätzlich keine politische Aussage. Es ist Klatsch, egal ob Politiker, Schauspieler oder der Nachbar thematisiert wird.

      Kinder können nicht früh genug, spätestens mit der Einschulung, politisch gebildet werden. Aber nicht in Fehlhaltungen Politik gegenüber, in Vulgarisierung von Politik. Sätze wie den:

      Politik wird nicht von und nicht für Menschen gemacht.

      muss man kennen und diskutieren, wenn man sich mit Politik auseinandersetzt. Nicht über Erdogans Charakterstruktur Küchentisch- psychologisieren. Despektierlich äussert man sich zu keinem Menschen, nicht zu Trump, Erdogan und nicht zum Nachbarn. Politik ist das allemal nicht.

    • Joel Zimmermann sagt:

      Häh? Das hat irgendwie nichts mit dem Artikel zu tun…

      • Niklas Meier sagt:

        Doch natürlich.
        Politische Korrektheit ist eine Einbahnstrasse und nur für erwählte Haltungen erwünscht.
        Sie können Trump beleidigen und seine Anhänger als dumm bezeichnen. AfD? Nazis.
        SVPler? Alles dumme Rechtspopulisten. Usw.
        Aber wehe es spricht sich jemand gegen den Koran aus. Oder kritisiert Zuwanderung. Oder findet das klassische Bild der Familie für sich das ideale. Da ist dann ziemlich schnell fertig lustig.
        Die Autorin schreibt ja selber, dass sie genau das mit ihren Kindern macht.
        Das hilft weder dem Zusammenleben, noch der Entwicklung der Kinder.

      • Röschu sagt:

        @Niklas Meier
        Voll Zustimmung!
        Ein weiteres Beispiel wäre noch, dass man sofort als antisemitisch angeschaut wird, wenn man es wagt etwas Kritisches gegenüber dem Staat Israel zu äussern.

      • Sportpapi sagt:

        Ha, das wird man doch wohl noch sagen dürfen!

    • Emanuel sagt:

      Lieber Stefan, was „darf“ man denn? Darf man aber sagen, dass der Türkische Präsident ein schlimmer Mann sei weil er die Pressefreiheit einschränkt, politische Gegner inhaftiert etc.? Ist das dann auch schon geschimpft?
      Ich persönlich versuche Beleidigungen zu vermeiden wenn wir am Tisch mit den Kindern 9/7/4 über Politik sprechen. Manchmal rutscht aber auch mir raus, dass Herr X halt ein „Joggi“ sei. Natürlich begründe ich anschliessend auch meine Haltung aber wir sprechen mit Kindern. Und wer dann ein Drama draus macht, wenn man den Präsidenten als Joggi bezeichnet, na ja der soll dann halt ein Drama draus machen. Ich würde es übrigens auch ertragen, wenn man die Politiker/innen meiner bevorzugten Parteien als „Joggi“ bezeichnen würde, solange man das argumentativ erklären kann…

      • Muttis Liebling sagt:

        ‚Darf man aber sagen, dass der Türkische Präsident ein schlimmer Mann sei weil er die Pressefreiheit einschränkt, politische Gegner inhaftiert etc.?‘

        Nein, das darf man nicht. Man darf sagen, dass er ein schrecklicher Politiker, Despot oder sonst etwas ist. Aber nicht schrecklicher Mann, Mensch, …

        Der Mann Erdogan, Trump (…) steht ausserhalb jeder Diskussion, nur der Politiker darf inpersonal kritisiert gelobt oder kritisiert werden.

      • Stefan W. sagt:

        Lieber Emanuel, das ist natürlich eine gute Frage: Was „darf“ man denn?. Und gar nicht so einfach zu beantworten. Ich finde es immer wichtig, misstrauisch zu sein, wenn jemand ausserhalb von Märchen in Kategorien von“ Gut“ und „Böse“ argumentiert. Ist Erdogan böse? Keine Ahnung. Viele Menschen finden ihn offenbar weniger schlimm, als allfällige Alternativen. Wenn ich diese Menschen aus meinem bequemen Sessel heraus als „dumm und böse“ qualifiziere, weil sie nicht gegen Erdogan sind, dann mache ich es mir ein wenig gar einfach nicht wahr?
        Was gibt es für objektive Kriterien für „böse“? Die Zahl der Leichen? Dann wären manche, die wir zu den Guten zählen ausserordentlich böse.
        Ich denke, man darf schon sagen, dass man jemanden doof /findet/. Aber nicht, dass jemand doof /ist/.

      • Stefan W. sagt:

        Man darf darauf verzichten, in der Türkei Ferien zu machen. Man darf darauf verzichten, türkische Produkte zu kaufen. Man darf laut protestieren, wenn die Türkei völkerrechtswidrig in fremde Länder einmarschiert.
        Aber man darf den Türken nicht vorschreiben, wen sie zum Präsidenten wählen sollen. (Und auch nicht den Syrern und den Franzosen).

        Man sollte sich bewusst sein, dass wir /immer/ zwangsläufig unvollständig informiert sind. Das gilt für die lokale Bevölkerung zwangsläufig auch, aber die Behauptung, WIR wüssten besser als SIE, was gut und richtig ist, ist nicht Weisheit, sondern Arroganz.
        Eigentlich unverständlich: Wir halten den Mund über den türkischen Einmarsch in Syrien, weil da ja ein „noch Böserer“ herrscht, aber wir schwadronieren über türkische Innenpolitik…

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