Wenn aus dem Sohn eine Tochter wird

«Ich bin ein Mädchen, kein Bub»: Marlo Macks Tochter mit Puppe. Foto: Marlo Mack, How to Be a Girl

Der Junge schaut seiner Mama in die Augen. «In deinem Bauch muss etwas schiefgegangen sein», sagt er.

Das Kind ist drei Jahre alt. Seit einem Jahr schon besteht es darauf, Kleider in Rosa und Pink zu tragen, am liebsten mit Glitzer und Rüschen daran. Jetzt will es seine Haare wachsen lassen und nur noch Mädchenkleider tragen. «Nimm mich zurück in den Bauch, Mama», fleht es die Mutter an. «Nimm mich zurück in den Bauch, damit dieser Fehler geflickt werden kann!» Mutter und Kind weinen.

«Plötzlich hatte ich eine Tochter»

Marlo Mack, die im Leben eigentlich anders heisst, ahnte, dass eine solche Unterhaltung mit ihrem Sohn kommen würde. Und doch glaubte sie noch immer, es handle sich um eine Phase. Aber das war es nicht. Ein weiteres Jahr lang sah sie zu, wie sich ihr Bub wandelte: «Stück für Stück, Kleid für Kleid, in eine Tochter, ohne die ich mir mein Leben heute nicht mehr vorstellen kann.»

Mit vier beginnen die Eltern von ihrem Kind in der weiblichen Form zu sprechen. Sie sagen sie statt er und informieren Familie, Freunde und Bekannte, dass der Sohn nun eine Tochter sei und auch einen anderen Namen trage. «Butterfly», Schmetterling, wollte sich die Tochter erst nennen, überlegte es sich dann aber anders. «Plötzlich hatte ich eine Tochter, eine richtig glückliche Tochter», sagt Marlo Mack mit ruhiger Stimme. Und man glaubt noch immer, eine leise Verwunderung darüber zu hören.

Viele Leute haben keine Ahnung von Transgender

Im Podcast «How to Be a Girl» erzählt Journalistin Marlo Mack aus Seattle über ihren Alltag mit ihrer Transgender-Tochter. Wie alles anfing und welche Hürden im Leben eines kleinen Menschen auftauchen, der weiss, ein anderes Geschlecht zu haben, als der Rest der Welt zu wissen meint. Seit das Kind drei ist, nimmt die Mutter Sätze und Singsang ihrer Tochter auf. Sie will die Aussagen, die ihr Kind vor sich hin quietscht, festhalten. Es ist ihre Art, mit der Sache umzugehen, was sie damit anfangen wird, weiss sie nicht. Als die Tochter sechs ist – das war vor drei Jahren – beginnt Marlo mit den Podcasts und einem Blog.

Ihr war bewusst geworden, dass viele Menschen keine Ahnung davon haben, was «Trans» wirklich bedeutet. Ob ihr Kind demnach schwul sei, wurde sie etwa gefragt, oder ob sie ihrem Kind denn nicht einfach Hosen anziehen könne.

Die Transformation vom Buben zum Mädchen: Marlo Mack skizzierte die ersten Jahre in einem Comic. (Youtube)

Marlo Mack dokumentiert seither die Reise von ihrer Tochter und sich selbst. Sie fragt ihr Kind, was es bedeutet, ein Bub oder ein Mädchen zu sein. Weshalb es lieber eine Sie ist und was der Unterschied zwischen ihm und anderen Mädchen sei.

Ein Podcast, der in den Bann zieht

Vor allem aber erzählt die Mutter über ihre Gedanken, Fragen und Ängste, die mit ihrem Transgender-Kind einhergehen. Was bedeutet wahre Identität und was heisst das für sie als Mutter? Wie sagt sie der Tochter, dass sie niemals ein Kind gebären wird? Wird sie als Teenager Ausgrenzung erleben? Was sagen andere Trans-Kinder und deren Eltern zu solchen Fragen – und was die Wissenschaft?

Die Journalistin teilt mit den Hörern ihre Freuden und Sorgen und zieht diese damit in ihren Bann. Es macht Spass, dieser klugen Frau zuzuhören. Gekonnt bereitet sie die diversen Themen auf, mischt ihre Erzählung mit O-Tönen ihrer Tochter und etwas Musik. Das kleine Mädchen wirkt übermütig und weise, und hat man erst mal ein, zwei Folgen gehört, will man ihre ganze Geschichte hören. So zumindest ging es mir vor ein paar Tagen. Die Audio-Stücke berühren, und man schliesst diese kleine Familie ins Herz. Ich bin dankbar dafür, auf diese Weise so viel mehr zum Thema Transgender erfahren zu haben. Ich hatte davor wirklich wenig Ahnung.

Dabei ist die Sache eigentlich recht simpel, findet Marlo Macks Tochter. Auf die Frage, was der Unterschied zwischen ihr und anderen Mädchen sei, sagt sie: Ihre Freundin sei ein Mädchen mit einer Vagina. «Und ich bin ein Mädchen mit einem Penis.»

Den Podcast hört man am besten über «How to Be a Girl». Die Radiostation KUOW in Seattle sendet regelmässig die neusten Folgen. Marlo Mack hat für ihre Arbeit mehrere Preise gewonnen.

116 Kommentare zu «Wenn aus dem Sohn eine Tochter wird»

  • Leser sagt:

    Transsexualität gemäss ICD-Katalog der UN also nicht irgendeine Hinterhofpoppeluniversität oder unterbeschäftigte Frauen Blog ist eine psychische Störung.
    MEhr gibts eigentlich dazu nicht zu sagen

    • Andrea Schmid sagt:

      Dies aber schon noch:
      ICD-10 F64.0 wird in der neuen Version des ICD-Katalogs nicht mehr aufgeführt werden, da es eben keine psychische Störung ist!

  • Sascha Luttenberger sagt:

    Ich selbst werde diese Frage nie beantworten können wie sich ein Mann fühlt der so geboren wurde. Jedoch weis meine Psyche das ich nie als Frau fühlte. Das ist immer stärker geworden, so sehr ich auch Öffentlich als Frau lebte, fühlte ich mich betrogen. Ich wurde mit einer Lüge geboren. Dafür konnte keiner was, es entstand bereits im Geiste. Bis der Körper und das Gehirn sich einig wurden, dauerte es. Ich habe immer noch keinen Penis, bin jetzt 45 Jahre alt. Mein Körper trauert, kann es nicht nach vollziehen Warum dieses Geschlecht nicht da ist. Nun ihr vermögt es nicht nachvollziehen. Zu erklären ist es auch nicht simpel. Ich bin doch selbst noch nicht dahinter gekommen Warum es so ist. Doch bin ich ohne Brüste und mit meiner Verlobten glücklicher. Als Mann mit Vagina. Wartend auf eine OP

    • Vivian sagt:

      @Sascha Luttenberger . Es ist ungefähr das gleiche wie bei uns Transfrauen. Ich bin als Junge geboren . Fühlte mich in meiner Haut unwohl. Nur meine Eltern sahen es damals nicht ein. Ich habe mich mit über 30 in eine Ehe geflüchtet. Meine Frau war der gegenpol meiner Gefühle. Sie trug die Kleidung für mich die mir gefielen. sie wußte es nicht.Sie starb 09 . mein gegenpol ist von mir gegangen. Heute ist es etwas einfacher sich zu outen. Nur in der Zeit als ich jungendlicher war , lief man die gefahr in der Psychatrie zu landen. ich bin heute über 60. der kleine bleibt drann, ich kann damit leben. meine Kleidung habe ich neu gekauft, Die von meiner Frau spendete ich dem Roten Kreuz. Es waren schöne Kleider aber ich wollte sie nicht,

  • Sascha Luttenberger sagt:

    Guten Morgen ihr schreibt vorwiegend wie immer über Trans Frauen. Ich hingegen wurde als Mädchen geboren und konnte mich nie hinein fühlen in das Geschlecht. Mich reizte es mehr einer Frau hinterher zu pfeiffen, ihr Komplimente zu machen und Frauen dabei zu unterstützen weiblich zu sein. Lange Zeit fragte ich mich selbst ob nun eine Lesbe sei. Doch stellte sie erst nach meiner Pubertät heraus das ich als Mann geboren wären hätte sollen. Von diversen Beleidigungen und Unverständnis begleitet zog ich diesen Weg als Transgender Frau zu Mann durch. Warum will eine Frau ein Mann werden, wo es doch als Benachteiligung gesehen wird??? Eine Frau ist schön, begehrenswert hat viele Vorteile?? Doch ist es so das mein Gehirn, meine Psyche; Fragen stellte wie Fühlt ein Mann??

  • Vivian sagt:

    Wenn ich die Kommentare die teilweise mit null Ahnung geschrieben wurden lese, bekomme ich einen dicken Hals. Kann sein das es Phasen gibt ,will ich auch nicht abstreiten.Nur sollte man diese Phase nicht gewaltsam abbrechen.Was leider zu oft passiert, Man beginnt da mit dem Kind einzureden du bist als Junge / Mädchen geboren worden, also benimm dich so. Wie es in der Person seelisch aussieht interessiert keinen. Nach dem Motto ,,Was sollen die Leute von uns denken,,. Meine bittere Erfahrung. Man erzieht die Kinder ohne auf ihr Seelenheil zu achten. Man wundert sich warum der Sohn / Tochter so schüchtern sind. Da ich keine Freundin hatte wurde ich als Schwul hingestellt. Ich lebe mein leben heute als Frau. Von schüchtern keine Spur, wie ich als Mann aussah kann sich keiner mehr erinnern.

  • Muttis Liebling sagt:

    Da fällt mir noch ein. Im Roman ‚Das Ministerium des äußersten Glücks ‚ der Inderin Arundhati Roy gibt es eine Schlüsselszene.

    Das Königspaar wird in die Verbannung in einen Wald geschickt. Das treue Volk begleitet sie aber trotzdem. Kurz vor dem Wald sagt der König: Männer und Frauen, geht nun nach Hause.

    Als das Königspaar nach 10 Jahren den Wald wieder verlassen kann, stehen da immer noch eine staatliche Zahl Menschen. Das sind die, welche weder Männer noch Frauen sind und sich nicht angesprochen fühlten.

  • Stephan Baumann sagt:

    Liebes Mamablogteam.
    Ich habe die Kommentare durchgeguckt und frage mich, ob es euch nicht stört, dass Hans Koller jede sinnvolle Diskussion zerstört.
    Mir geht es nicht darum, dass alle dieselbe Meinung haben müssen, es hat noch mehr, die Transgender ablehnen.
    Sie würden aber diesem Beitrag etwas gutes tun, wenn Sie Hans Koller einfach löschen würden, dann könnte eventuell wieder normal diskutiert werden.
    Vielen Dank

    • Blog-Redaktion sagt:

      Lieber Herr Baumann und alle anderen, die sich zu Recht über Hans Koller echauffieren: Seine Kommentare hätten nie und nimmer freigeschaltet werden dürfen. Wir haben seine Beiträge nachträglich gelöscht und den Benutzer gesperrt. Viele Grüsse, Gabriela Braun

  • Christin Löhner sagt:

    Wer mehr wissen will, oder wie ein Herr Koller „geheilt“ werden muss, möge sich einmal auf meinem Blog umschauen: tgirl.r3y.de – Vielleicht hilft das ja, uns Transgender ein wenig mehr zu verstehen.

    Ich selbst stehe kurz vor meiner geschlechtsangleichenden Operation, nachdem ich 43 Jahre lang verzweifelt war und massive Depressionen hatte. Ich saß mit 15 auf meiner Bettkante mit einem Teppichmesser und wollte mir das Ding selbst abschneiden!

    Bitte, liebe Leute, macht die Augen auf und seid nicht so dermaßen intolerant und verschlossen, Andersartigem gegenüber!

    Transidentität ist genau so normal, wie es auch Cisgender sind oder auch wie Gänseblümchen auf einer grünen Wiese!

  • Christin Löhner sagt:

    Es ist erschreckend, wie hier in den Kommentaren völlig voneinander unabhängige Dinge vermischt werden. Transidentität hat rein gar nichts mit der sexuellen Orientierung zu tun. Eine Transfrau wie ich eine bin, kann genau so homosexuell, bisexuell oder heterosexuell sein, wie jede andere Frau auch. Genau so wenig wie mit der sex. Orientierung hat Transidentität mit Transvestitismus zu tun. Eine Drag Queen, ein Crossdresser, ein DWT oder ein anders gearteter Travestie-Künstler ist mit seinem Geschlecht im Einklang und „verkleidet“ sich nur der Show oder eines Fetisches wegen.

    Ein Transgender jedoch lebt im falschen Körper und hat dadurch einen ganz immensen Leidensdruck, der oftmals sogar bis zum Suicid führt! Er tut ALLES(!!!) dafür, dies zu korrigieren und sich anzugleichen!

    • Madeleine sagt:

      Liebe Christin, gerne würde ich Sie an dieser Stelle etwas fragen… Da mich Operationen, die nicht zur körperlichen Gesundheit gedacht sind und die immer ein Risiko darstellen, sehr fragwürdig finde, würde ich gerne folgendes von Ihnen wissen: Wenn die Gesellschaft so weit und so offen wäre, dass sie Sie voll und ganz als Frau akzeptieren würden, müsste dann die Operation trotzdem noch sein?

      • Christin Löhner sagt:

        Hallo Madeleine,

        eine berechtigte und sinnvolle Frage, die ich für mich ganz klar mit Ja beantworten muss.

        Ich BIN in der Gesellschaft voll angekommen und akzeptiert, sowohl privat als auch im Beruf. Ich werde auf der Straße nicht mehr wie ein Alien angestarrt, sondern als Frau erkannt. Ich bin Beraterin bei der dgti e.V. habe meine eigene Selbsthilfegruppe, bin Begleiterin deutschlandweit für etwa 100 weitere Transgender die ganz am Anfang sind, lebe mein Leben vollständig öffentlich und werde überall vollstens akzeptiert.

        Trotzdem stecke ich nach wie vor, für mich, im falschen Körper und muss das korrigieren. Zum Beispiel möchte ich auch mal wieder Baden gehen oder in die Sauna, als Frau mit Brüsten und Beule im Höschen unmöglich.

        MfG
        Christin Löhner

      • Christin Löhner sagt:

        Ganz davon abgesehen, dient die OP auch der körperlichen Gesundheit und nicht nur der psychischen/seelischen Gesundheit.
        Denn die somatischen Beschwerden aufgrund des Leidensdruckes können ebenso enorm sein, wie die psychischen Beschwerden.

        Nicht umsonst, wird alles von der Krankenkasse vollstens übernommen. Denn es ist einfach ein wirklich notwendiger, manchmal auch lebensnotwendiger Eingriff.

      • Madeleine sagt:

        Herzlichen Dank für diese offene Antwort. Ich war immer überzeugt davon, dass es keine Operation mehr bräuchte, wenn es die Gesellschaft schaffen würde, offener zu sein und die Vielfalt der Menschen nimmt, wie sie nun mal ist. Aber ich verstehe den Punkt, den sie ansprechen und wünsche Ihnen alles, alles gute!

  • Christin Löhner sagt:

    @Hans Koller

    Tut mir leid, das sagen zu müssen, aber so viel Ignoranz und Intoleranz wie bei Ihnen ist mir, als Transfrau, noch nicht untergekommen. Ich bin sehr, sehr froh, das Sie zu einer immer kleiner werdenden Minderheit gehören und sich die Akzeptanz und Toleranz gegenüber uns durchsetzen wird.
    Herr Koller, Sie haben absolut gar keine Ahnung, nicht einmal den Hauch einer Ahnung, was es bedeutet im falschen Körper zu stecken und können das auch in keinster Weise nachvollziehen.
    Dieser immense Leidensdruck der bereits im Kindesalter entsteht, gerade wenn man es als Eltern unterdrückt und „gestärkt aus der Krise führen will“, was in solch einem Fall eh nicht funktioniert.
    Eben diese armen Geschöpfe sind die, die sich nachher umbringen, weil der Leidensdruck zu groß wird.

  • Alpöhi sagt:

    Auch meinen Senf dazugeb…

    So einfach, wie es Koller scheint, ist es dummerweise nicht. Das wurde mir klar, als mir vor vielen Jahren ein Transmensch seine Lebensgeschichte erzählte. Wurde Alki aufgrund der inneren Zerrisenheit. Tragische Figur.

    Auf der anderen Seite ist natürlich Unfug, dass an den Schulen gelehrt wird, man könne sich das Geschlecht aussuchen. Man kann es eben gerade nicht. Sondern man ist so wie man ist. Auch dann, wenn man ein Transmensch ist. Das ist ja der Punkt.

  • Anna Goldbach sagt:

    Also es ist ist immer noch ein Unterschied ob man jetzt Tranzsexuell oder eine Drag quee/king ist.
    Eine Drag Queen ist: ein Mann, der in künstlerischer oder humoristischer Praktizierung von Travestie durch Aussehen und Verhalten eine Frau darstellt. Wenn eine Frau das Verhalten eines Mannes in künstlerischer Art präsentiert, ist sie ein Drag King.
    Wen aber jemand sich wirklich unwohl mit seinem Geschlecht fühlt ist er ein Tranzgender und da gibt es möglichkeiten Hormone und geschlechtsangleichende Operationen zu machen. Ich bin jetzt kein aktiver Gernanys next Topmodel schauer, aber als ich mal bei meiner Mutter war hat sie gesagt das 2 von den Mädchen als Junge geboren wurden und ich konnte beim besten Willen nicht sagen welche es waren!

    • loulou55 sagt:

      In Ländern wie Thailand oder den Philippinen sind solche Menschen die man als Transsexuell bezeichnet absoluter Alltag, nichts Aussergewöhnliches.
      Ich könnte ihnen Portraitfotos von 30 hübschen „Girls“ vorlegen, worunter sich 15 Transgender befinden. Die Aufgabe wäre fast unlösbar, die 15 echten Girls zu bestimmen.

  • Robert Hasler sagt:

    Stimmt: Ich verstehe Transgender nicht. Ich kann es nicht nachvollziehen. Zur Not könnte ich es als psychische „Disposition“ begreifen, aber das ist es ja offenbar nicht.
    Woher weiss beispielsweise ein Mann, wie sich eine Frau fühlt? Inwiefern sich eine Frau wirklich anders fühlt? Fühlen sich denn Frauen nicht auch sehr unterschiedlich? Fühlt es sich so sehr anders an, das andere Geschlecht zu haben, dass es einen grundsätzlicheren Unterschied macht als beispielsweise innerhalb des Geschlechts ein ganz anderer Typ zu sein?
    Und warum ist es so wichtig, den Mitmenschen gegenüber als das andere Geschlecht aufzutreten und als das andere Geschlecht anerkannt zu werden?
    Was wäre, gesetzt der Fall, Frauen und Männer trügen dieselben Kleider und Frisuren und Vornamen wären geschlechtsneutral?

    • loulou55 sagt:

      Man kann nicht immer alles verstehen und nachvollziehen was das Leben so bietet, Robert Hasler.
      Um ehrlich zu sein, ich kann z.B. die einfachen Bürger & Lohnempfänger nicht verstehen, die SVP wählen.
      Tja, die Welt dreht sich trotzdem, mit Linken & Rechten, mit Männern, Frauen und Transgendern.

    • Andrea Schmid sagt:

      Ich bin eine Transfrau und verstehe auch nicht alles! Die Frage ist durchaus berechtigt, wie ich wissen kann, wie „anders“ sich eine Frau fühlt. Ich bin aber ganz sicher, dass ich mich nicht als Mann fühle. Seit ich meine männliche Identität loslassen konnte und mich nicht mehr als Mann fühlen „muss“, habe ich zum ersten Mal im Leben das Gefühl, „bei mir angekommen“ zu sein. Ob das nun wie eine Frau ist, weiss ich nicht. Ich merke einfach, dass es für mich stimmt, als Frau anerkannt und angesprochen zu werden. Es fühlt sich richtig an. Es geht dabei nicht um Frisur, Kleidung oder Name. Es geht einzig um das Gefühl. Gefühle anderer kann man als Aussenstehender wohl nie ganz verstehen. Vielleicht hilft ihnen meine Erklärung aber, es ein kleines bisschen mehr zu verstehen.

  • Antonia Iten sagt:

    Möchte einfach nur Danke sagen. Ein schön geschriebener Artikel, der mich hoffen lässt, dass mehr Menschen verstehen was Transsexualität bedeutet.

  • Eduardo sagt:

    Das Drama beginnt definitiv mit dem Einsetzen der Pubertät. Was dann? Eine Hormontherapie (vermutlich vor der Volljährigkeit nicht in allen Ländern erlaubt) oder abwarten und hoffen, dass er/sie sich irgendwie mit der neuen Situation arrangiert und das biologische Geschlecht akzeptiert? Wenn nein, steht vor allem den „Transfrauen“ ein Martyrium an auch kosmetischen Operationen mit unsicherem Ergebnis bevor.

    Es gibt in den USA den hochinteressanten Fall, dass sich von zwei eineiigen Jungen einer als Mädchen fühlte. In diesem Fall wurde vor der Pubertät mit Hormonen eingegriffen. Das Ergebnis ist in YouTube unter „From identical Twin Boys to Brother and Sister – Nicole and Jonas Maines“ oder „Advocate Nicole Maines and Family Accept 2015’s „Spirit of Matthew Award““ zu sehen.

  • Klaus sagt:

    Sowas ähnliches kommt doch auch bei den Erwachsenen vor – speziell bei Frauen ! Da ist es sogar ein modischer Trend, sich Männerkleidung anzuziehen. Und keiner sagt etwas. Schade nur, das das nicht auch umgekehrt gilt. Dann könnte ich endlich einmal meine Highheels in aller Öffentlichkeit tragen.

    • 13 sagt:

      Und genau das meinte ich unten: Ein „modischer Trend, sich Männerkleidung anzuziehen“ ist nicht „Sowas ähnliches“ wie Transgender. Das hat damit nämlich rein gar nichts zu tun.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Der Sohn einer Enkelin von meiner Frau wollte von Anfang an ein Mädchen ein. Nun wächst sie auch wie ein Mädchen heran, keiner nimmt Notiz davon, alle haben Freude. Regelmässig, wenn es einen grossen (Familien)anlass gibt, kommt ein Transvestit und hübscht die Mädchen und Frauen auf. Sehr professionell, muss ich sagen. Als ich das letzte Mal am Flughafen vom Hotel-Shuttle abgeholt worden bin, war die Verantwortliche Transvestitin. Beim jährlichen Stadtumzug, ähnlich, wie der Karneval hier, laufen Transmenschen immer mit. Sie haben sogar einen eigenen Abschnitt. Alle freut es. Unser Land haben wir einer Transvestitin abgekauft. Sie heisst Jesa, von männl. Jesus.

    Aber das ist auf den Philippinen. Von dieser Normalität sind wir im Westen noch meilenweit entfernt.

    • loulou55 sagt:

      Die LGBT-kultur auf den Philippinen (und auch in anderen asiatischen Ländern) ist sehr präsent im Alltag und stellt nichts Ausserordentliches dar.
      Gays die sich als Frauen kleiden, schminken, Haare wachsen lassen sind sehr zahlreich anzutreffen.
      Genauso die „Tomboys“, lesbische Girls die sich männlich kleiden, kurze Haare tragen, auch die gehören zum Alltag.
      Und das alles -wohlverstanden- in einem streng katholischen Land (nach spanischem Vorbild). Die kath. Spitzenfunktionäre im Vatikan könnten sich da ein grosse Scheibe abschneiden, was Toleranz und Akzeptanz betrifft. Von wegen „aufgeklärtes Christentum“, ein grosser Teil ist nicht wirklich viel weiter als die Hardcore-Islamisten.

  • mira sagt:

    Ich hätte nicht gedacht, dass das Thema noch so kontrovers diskutiert oder auch abgelehnt wird. Ich dachte eigentlich, dass wir da als Gesellschaft schon weiter im Verständnis und Akzeptanz sind.
    Mir gefällt der Beitrag von 13: bloß weil ein Junge rosa, Glitzer und Röcke mag, heisst das noch lange nicht, dass er transgender ist. Mein Sohn mochte das auch sehr gerne als er so 3-4 Jahre alt war. Noch heute trägt er gerne mal Spängeli – aber nur noch zuhause. Trotzdem war für ihn immer glassklar, dass er ein Junge ist.

  • Hotel Papa sagt:

    Die Antwort auf viele Kommentare hier wurde im Artikel schon vorweggenommen:
    .
    „Viele Leute haben keine Ahnung von Transgender“
    .
    .
    Betroffene äussern sich mit einer derartigen Sicherheit. Da ist nichts unscharf oder wischi-waschi. Sie WISSEN, dass sie im falschen Körper stecken.
    .
    Es sind wenige, und nichts schlimmeres kann passieren, als dass das zur neuesten Modeströmung wird. Aber für Betroffene ist es einfach so. Punkt.

  • 13 sagt:

    Ich finde es gut, dass über das Thema berichtet wird und der Text ist gut. Doch scheint mir, dass hier zwei Dinge vermischt werden. Transgender auf der einen Seite und das „nicht in die gesellschaftliche Geschlechterklischees passen“ auf der anderen. Pink oder Röcke zu tragen und mit Puppen zu spielen, ist weder ein Anzeichen noch ein Kriterium dafür, dass es hier um Transgender geht, sondern eher damit, dass diese Vorgaben (ein Junge hat mit Autos zu spielen) einfach marketinggefördert, aber nicht biologisch nachvollziehbar sind. Transgender hat aber mit dem biologischen Geschlecht zu tun. Dieses ist quasi „das Falsche“. Gleich wie es Jungs gibt, die auf Glitzer stehen und aber klar Jungs sind, muss ein Transgenderkind nicht dringend „Mädchen“-kleider tragen.

    • 13 sagt:

      zwingend, nicht dringend..

    • Hotel Papa sagt:

      „sondern eher damit, dass diese Vorgaben (ein Junge hat mit Autos zu spielen) einfach marketinggefördert, aber nicht biologisch nachvollziehbar sind. “
      .
      So simpel ist es nicht. Klar sind die Übergänge fliessend, und ja, es ist weder ein Anzeichen noch ein Kriterium.
      Und doch sind die Vorlieben zu 95% Geschlechtsgegeben. Das schleckt keine gendergebleichte Geiss ewägg.
      Buben interessieren sich vorwiegend für Dinge. Mädchen für Menschen. Schon als Babies.

      • Christoph Bögli sagt:

        Solche Zahlen sind wohl oder übel schlicht aus der Luft gegriffen. Wissenschaftlich lässt sich das jedenfalls nicht quantifizieren. Richtig ist bloss, dass beides eine Rolle spielt, aber in welchem Ausmass ist alleine aufgrund der Wechselwirkungen kaum festzustellen.

        Die Frage ist aber auch, wieso das im Einzelfall relevant sein sollte. Denn selbst wenn eine Mehrheit mehr oder weniger in geschlechtsspezifische Schemata passen, dann gibt es immer noch eine substantielle Minderheit, auf die dieses nicht zutrifft. Die Unterschiede sind eben effektiv fliessend und eine binäre Perspektive auf Geschlechter darum auch nicht sehr sinnvoll.

      • mira sagt:

        Christoph Bögli, sehr treffend geschrieben

      • 13 sagt:

        @ Hotel Papi
        Kinder interessieren sich vorwiegend für Dinge, die ihnen vertraut sind. Babys bevorzugen runde Formen (Gesichter). Dass dieser Vorliebe damit Rechnung getragen wird, dass man einem Mädchen eine Puppe schenkt und einem Jungen einen Ball hat wenig mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu tun. Auch nicht, dass die Puppe vorzugsweise rosa angezogen und der Ball blau/grün zu sein braucht. Aber es beeinflusst sie, da sie einerseits sofort vertrauter mit gewissen Dingen sind und zudem lernen, dass die Eltern erwarten, dass sie das eine oder andere mögen. Aber eigentlich wollte ich schlicht darauf hinaus, dass dieses Phänomen, auch wenn es sehr spannend ist, nichts mit Transgender zu tun hat. Ein Kind wird nicht von Kleid zu Kleid zum Mädchen. Ansonsten einverstanden mit C.B.

      • Hotel Papa sagt:

        13, Da Du das Thema nunmal angerissen hast: Ich halte die gern vorgebrachte PC Meinung, dass soches Verhalten vor allem anerzogen ist, für Humbug. Praktisch jeder, der sich bemüht hat, seine Kinder ohne Genderstereotypen aufwachsen zu lassen, hat das lernen müssen. Buben sind Buben, und Mädchen sind Mädchen; und sie benehmen sich so, egal wie reichhaltig man das Reizangebot gestaltet.
        Natürlich ist das ein Spektrum, und doch ist das Bild eindeutig genug, dass das Sprichwort zutrifft: „Die Ausnahme bestätigt die Regel“.
        Allein, dass eine Ausnahme als Ausnahme erkennbar ist, zeigt, dass der Rest des Feldes eine Regel ableiten lässt.

      • tina sagt:

        meine jungs haben von mir auch puppen, bären, kleider zum puppen anziehen, eine kinderküche mit schnickschnack, bettchen für die stofftiere und puppen und auch einen puppenbuggi (in rosa ;-)) geschenkt bekommen, ohne dass ich mir übrigens etwas dabei dachte.
        sie haben nie familie gespielt, aber sie haben sich gegenseitig mit dem puppenwagen wie die irren herumgeschoben 😉 (wie auch in der kiste mit rädern, die für die bauklötze dagewesen wäre….)

      • 13 sagt:

        @ HP
        Auch wer seine Kinder nicht geschlechterstereotypisch erzieht, lässt sie in den seltensten Fällen abgeschottet im Wald ohne Kontakt zu anderen und Medien aufwachsen. Beeinflussung findet ja nicht nur zu Hause statt. Hingegen haben Schule, Kindergärten etc., die darauf verzichten, tatsächlich Veränderungen feststellen können.

        @ Tina
        Nun, mein Sohn passt auf die Puppe, die das Baby ist, auf. Er kümmert sich um sie, während seine Schwester, die die Mutter spielt, arbeiten geht, kocht ihr das Abendessen und nimmt sie mit in die Garage, wo er am Auto rumschraubt. Dort wird sie dann vom Mami abgeholt und er arbeitet weiter. Das zeigt für mich v.a. 2 Dinge: 1. Kinder sind verschieden und 2. sie übernehmen vieles, was sie sehen (wir wechseln uns so ab).

      • Hotel Papa sagt:

        @tina: 😀

        @13. Die Geschichten erinnern mich jeweils an Harald Eias ‚Hjernevask‘. Wer die „Wissenschaftler“ in dieser Dok hat „argumentieren“ sehen, musste sich beherrschen, nicht in die Tischplatte zu beissen. Wer mit dermassen vorgefasster Meinung an ein Thema herangeht, findet natürlich was er will. Mit Wissenschaft hat das ganze aber nichts mehr zu tun.
        Und es war nicht so, dass sie der Autor der Doku aufs Glatteis geführt hätte. Vielmehr war er aufrichtig bemüht, den wissenschaftlichen Ansatz in der Arbeit zu suchen; hat den Protagonisten mehrfach die Chance gegeben, sich auf Tatsachen statt Wünsche zu berufen. Vergeblich. Da war aber nichts zu finden.

      • tina sagt:

        13: ah stimmt, sie sahen mich, wie ich sie wie eine irre im kinderwagen herumgeschoben habe ;-)) (ich benutzte das buggyboard zum surfen)

      • 13 sagt:

        @ Tina
        Ich hätte jetzt das Verhalten eher unter den Punkt 1 subsumiert, aber wer weiss? vielleicht war es auch das Nachbarskind mit einem Kickboard, welches als Vorbild diente…

        @ HP
        Welche Geschichten? Welche Wissenschaft habe ich denn angesprochen (ausser den gesunden Menschenverstand)? Dies im Gegensatz zu Ihnen, der mit angeblichen statistischen Zahlen kam…

  • Anh Toàn sagt:

    Mir gefällt nicht am durchaus guten Beitrag, dass Kind Mädchen oder Junge ist. Vielleicht war es in diesem Fall so. Der einzige Transgender, mit dem ich länger gesprochen habe, hat die Frage, ob er sich als Mann oder als Frau beantwortet mit: Früher war ich mal ein Mann, dann war ich eine Frau, heute ist es mir egal:

    Warum entweder oder?

    • Anh Toàn sagt:

      Boy George soll gesagt haben: Nenn‘ mich einfach Papagei.

    • Hotel Papa sagt:

      Weil es für die meisten Betroffenen so ist. Sie sind, entweder / oder.
      .
      Dass per Genderismus wieder in die Beliebigkeit abgleiten zu lassen, hilft ihnen nicht, im Gegenteil.

      • Anh Toàn sagt:

        Gäbe es das so wichtige Kriterium nicht, diese Dualität männlich, weiblich, hätten die Transgender kein Bedürfnis, sich einer dieser zwei Gruppen zuzuordnen. Erfunden haben diese Dualität aber kaum Transgender.

        In Kambodscha sass ich mal in einem Café, irgendwo im nirgendwo, und habe die Bedienung auf den ersten Blick als junge Frau wahrgenommen: Gang, Haltung, Bewegungen. Es war aber ein junger Mann, genauso wie die anderen zwei Bedienungen. In Südostasien wird viel lockerer mit dem Thema umgegangen.

      • Anh Toàn sagt:

        Wenn es zwei Gruppen gibt, will jedes soziale Wesen einer dieser beiden Gruppen zugehören. Aussen vor und alleine will ja kleiner bleiben, das wäre dann ein Misfit, er passt nirgendwo rein.

  • Hansjürg sagt:

    Ich finde, dass wir uns hier nicht unnötigerweise aufregen sollten. Mit fortschreitender Islamisierung und Afrikanisierung wird das Problem von anderen gelöst.
    Eine deutsche Politikerin sagte: „Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch und ich freue mich darauf!“
    Wenn es dann so richtig heiss wird, verschwinden die Schneeflocken schneller als allen lieb ist.

  • Jeanne sagt:

    Meine 17 jährige Tochtee hat einen Transgerjunge in der Schule.Die Jugendlichen haben überhaupt kein Problem damit.Er ist gut integriert .Toll!

  • Beat Bannier sagt:

    Das tönt viel mehr nach “ der/die JournalistIn Marlo (!) konstruiert das Geschlecht „ihres“ Kindes“ um. Bei dieser kleinen „Familie“, wohl Mutter und Kind, sollte mal die KESB vorbeischauen.

    • Kurti sagt:

      Wenn es sich der Beat nicht vorstellen kann, dann darf es so etwas nicht geben!

    • Friedrich Gerber sagt:

      Was haben Sie für ein Problem mit dem Namen Marlo? Ausserhalb des deutschsprachigen Raums ist das sehr oft ein Frauenname. Nichts mit „der/die /-in (!)“.

  • Maja Sägesser sagt:

    Mein Sohn hatte eine rosa Phase, als er zwischen 2-3 Jahren alt war. Es war ihm egal, wenn andere ihn für ein Mädchen hielten. Ich hatte nichts dagegen und liess ihn frei gewähren. Habe später von anderen Müttern gehört, die ähnliche Erfahrungen gemacht hatten. Nach paar Monaten war es dann vorbei. Er wandte sich „männlicheren“ Farben zu. Laut Kinderarzt ist dies nichts Aussergewöhnliches, man soll die Kinder dies ausleben lassen. Ich kann mich erinnern, dass ich selbst auch eine Zeit lang ein Junge sein wollte und alles Feminine ablehnte. Aber als Teenager war ich dann die stark geschminkte Volltussie. Ich glaube nicht, dass kleine Kinder bereits wissen, wie sie sich später sexuell orientieren wollen. Mein Sohn ist jetzt ein Teenager und hat Freude am anderen Geschlecht gefunden.

    • Kurti sagt:

      Trans ist keine sexuelle Orientation, sondern betrifft das Geschlecht. Hat ihr Sohn sie denn auch gebeten ihn zu einem Mädchen zu machen?

  • Psychologie sagt:

    Der Blog ist ein ganz toller Beitrag zum Verständnis von Transgender!

  • Agneta sagt:

    Ich bin Transgender und erfolgreiche Unternehmerin. Ich habe an zwei renommierten Universitäten studiert. Bei der 82. Airborne Division, ich bin Amerikanerin, habe ich andere Dinge gelernt, als das Selbsttöten – seinen Sie da ganz sicher!

    • Blog-Redaktion sagt:

      Danke für Ihren Kommentar, Agneta. Ich gehe davon aus, Sie beziehen sich dabei auf den Kommentar von Hans Koller. /gb

    • Pauline Overath sagt:

      Ja ich wusste mit 3 schon dass ich ein Mädchen war. Spielte aber nie mit Puppen und immer mit Buben. Zu meinem Glück haben meine Eltern wegen dem keine Zweifel an meinem Geschlecht gehabt und mich nicht eingeredet ich sei eigentlich ein Bub. So darf man das ohne Weiteres auch sehen.

      • Kurti sagt:

        Und wenn sie mit 3 schon gewusst hätten, dass Sie ein Junge sind? Hätten Ihre Eltern Ihnen dann einreden müssen Sie wären ein Mädchen? Das darf man sich auch mal vorzustellen probieren…

  • Pauline Overath sagt:

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein 3 jähriges Kind schon klar weiss, was für Gender er dann hat. Mädchen spielen mit Autos und Buben mit Puppen und gehen ins Ballet. Zu glauben , dass sich daher eine geistige Geschlechtsumwandlung statt findet ist absurd. Sagt ein 3 jährige schon: in dein Bauch ist was schief gegangen? Ich habe meine Zweifel bei dieser Geschichte.

    • Agneta sagt:

      Wussten Sie mit 3 Jahren noch nicht, dass Sie ein Mädchen sind?

    • Andy sagt:

      Wenn man in der Familie selber erlebt, hat dass ein Kind in diesem Alter gerne mit Puppen gespielt hat (nicht ausschliesslich, aber auch) und sich in der Pubertät dann als Homosexuell geoutet hat, dann klingt diese Geschichte realistisch. Ausserdem habe ich das späte Outing mit über 40 Jahren meiner jetzigen Tante erlebt (sie war vorher der Onkel), welches sich so lange hinausgezögert hat, weil ihre Mutter das energisch unterdrückt hat, seit sie in der Pubertät davon Wind bekommen hat. Wer weiss was für Anzeichen als kleines Kind schon da waren? Falls es sie gegeben hat, dann wurden sie bestimmt unterdrückt.
      Abgesehen von diesen zwei Einzelfällen gehe ich davon aus, dass der Zeitpunkt der Identitätsfindung stark variiert: Bei machen schon als Kleinkind, bei anderen erst in der Pubertät.

  • Nick sagt:

    Könnte das Problem nicht primär darin liegen, dass bestimmte Dinge (Haarlänge, Röcke, Rüschen) und Aktivitäten (Ballett, Boxen) sozial sehr stark mit einem bestimmten biologischen Geschlecht verbunden sind? Ein Junge der einen Rock tragen will oder sich mit Kosmetik beschäftigt, wird auch heute seehhrr komisch angeschaut. Und ein Mädchen, das ganz kurze Haare haben will wird auch „in eine Schublade gesteckt“. So waren vielerorts Hosen für Mädchen/Frauen lange Zeit verboten (!). Insoweit ist das Geschlecht schon ein „soziales Konstrukt“. Wenn also ein Kind etwas ausprobieren/tun will, das sozial dem biologisch anderen Geschlecht vorbehalten ist, könnte man daraus kein Drama machen sondern es einfach mal gewähren lassen und weder verbieten noch lachen. Wird schon gut kommen.

    • Andrea sagt:

      Als Mädchen/Frau wurde ich problemlos akzeptiert und nicht übermässig komisch angeschaut, obwohl ich (mit wenigen Ausnahmen) Hosen und kurze Haare trage, überwieged Jungshobbys hatte und einen typischen Männerberuf habe.

      Biologische Jungs/Männer haben es mMn viel schwieriger und werden oft schon beim ersten Ausprobieren komisch angeschaut, ausgelacht oder gar als Mädchen bzw. weibliches Geschlechtsorgan beleidigt. Während es eher annekennend gilt, Mädchen/Frauen als Männdlich zu bezeichen bzw. als männdliches Geschlechtsorgan. Was ich sehr schade finde, denn neues ausprobieren halte ich für normales positives verhalten.

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