Kinder beschimpfen

«K-A-C-K-E»: Nicht jedes Kind ist ein Sympathieträger. Foto: iStock

«Du bist eine Kacke!» Ein etwa fünfjähriger Junge baut sich am Strand vor mir auf, deutet anklagend mit einer roten Schaufel auf mich und wiederholt: «Du bist eine K-A-C-K-E.»

«Ja super», denke ich und schaue mich nach seinen Eltern um. «Jetzt musst du nur noch jemanden finden, der das wissen will.» Ein paar Erwachsene verstecken ihre Blicke in Kaffeebechern. Aus ihren Taschen rieselt die Erleichterung darüber, mal für fünf Minuten nicht zuständig zu sein. Für welches Kind auch immer. Ich beschliesse aus Solidaritätsgründen, nicht gleich zu fragen, wer von ihnen das sich und mir eingebrockt hat, und sondiere erst mal die Lage. Mein Zweijähriger schüttet glücklich Steine aus einem Sandloch in ein anderes. Meine Lebenskomplizin wird gerade ausgiebig von der Jüngsten beklettert. Sie rollt ihre Augen in Richtung meines Fäkalanklägers und nimmt telepathischen Kontakt mit mir auf.

«Ach, guck», denkt sie halb belustigt, halb verärgert. «Eins von diesen kleinen Drecksackkindern. Und was machst du jetzt?»

Völlig humorfrei

Ich weiss es nicht. Eigentlich kann ich ganz gut mit Kindern. Die meisten finde ich mehr oder weniger niedlich und unterhaltsam, ich interessiere mich für ihre Geschichten, ich habe überdurchschnittlich viel Spass an Blödsinn, Albernheiten und Sprachspielen. Ich kann mit den Ohren quietschen, mit einer Hand klatschen und mir Begriffe wie «Eierloch» bildlich vorstellen, um darüber ausgiebig zu feixen. Trotzdem begegnen mir immer wieder Kinder, mit denen ich nichts anzufangen weiss. Nicht etwa, weil sie mich nicht mögen (ist mir schnuppe, ich hab genug eigene), sondern weil ich sie nicht mag.

Wie das Mädchen, das bei allem, was es sagte, immer die Zähne fletschte, weil es wohl irgendwie gefährlich und beeindruckend aussehen wollte. Oder der Junge, der nichts, aber auch wirklich gar nichts auf die Reihe bekam (was an sich kein Problem ist), aber alle anderen in ihrem Tun kritisiert und ihnen sagt, wie es angeblich besser geht. Oder halt der kleine Kackmeister hier, der mich immer noch erwartungsvoll anstarrt, weil ich ja jetzt wohl als Erwachsener, der ich nun einmal bin, irgendwie reagieren muss.

Wenn das ein Erwachsener wäre, würde ich ihn jetzt dafür beglückwünschen, dass er ein Schimpfwort beherrscht, und ihm die Daumen drücken, dass es nächste Woche mit dem Bis-zehn-Zählen klappt. Oder darauf hinweisen, dass ich ja schon Lust hätte, mich verbal mit ihm zu duellieren, er aber leider vollkommen unbewaffnet ist. Aber mit Kindern ist das alles nicht so einfach. Die verstehen keinen Sarkasmus, und den, den sie dann doch abbekommen, haben grossflächig andere verdient.

Mr. Hankey kriegt ’ne Waffel

Der kleine Mr. Hankey hat mir derweil zum fünften Mal erzählt, dass seine Eltern ihm eine Waffel kaufen. «Meine Fresse, ist der penetrant und langweilig», denke ich, während mich die Mutter meiner Kinder telepathisch auslacht. Sie findet, dass ich mir grundsätzlich zu viel von Kindern bieten lasse und zu viel Trara um sie veranstalte. Womöglich hätte sie dem rotbeschaufelten Exkrementexperten schon verkündet, dass der Waffelmann einen schweren Unfall hatte. Vielleicht unterstelle ich in Gedanken auch nur so gemeines Zeug, weil ich mittlerweile zu «Pippi-Kacka-Mann» avanciert bin.

Kurz frage ich mich, ob das eine Beförderung oder eine Degradierung darstellt. Dann werfe ich vorwurfsvoll-wütende Blicke wie Sand in die Erwachsenenrunde. Zwei haben ihre Gesichter auf Pappbechergrösse zusammengefaltet und versuchen abzutauchen. Ich habe immer noch Mitleid. Heute Morgen sind mir meine Kinder stundenlang mit ihren gelangweilten Forderungen auf die Nerven gegangen – bis wir uns bei mässigem Wetter die kleinsten geschnappt haben und an den Strand gegangen sind.

«Meine Eltern kaufen mir eine Waffel», sagt das Drecksackkind, und das Mitleid in mir stürzt sich todesverachtend in seine rote Schaufel.

«Wird bestimmt kacke», sage ich und entferne mich, um meinen Sohn zu fragen, ob ich beim Steine-in-Löcher-Verteilen mitmachen darf. Er nickt, und ich lasse mich erleichtert von meinem Zweijährigen vor einem Fünfjährigen retten. Es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein.

220 Kommentare zu «Kinder beschimpfen»

  • Realxena sagt:

    Also wenn man berücksichtigt wie Erwachsene schon bei der kleinsten Meinungsverschiedenheit aufeinander losgehen, muss man sich ja nicht wundern, wenn es die Kinder nachmachen. Ich finde es wesentlich schlimmer wie sich Erwachsene gegenüber Kinder benehmen. Den Kindern kann man es noch beibringen aber die Erwachsenen lassen sich sowieso nichts sagen. Sie fordern Respekt und Anstand von Kindern haben aber selber keinen. Geschweige denn den Mut den Mund aufzumachen, wenn sich andere daneben benehmen. Um ein Kind zu erziehen braucht es ein ganzes Dorf, um einen Erwachsenen zu erziehen, ein ganzes Leben.

    • Widerspenstige sagt:

      Stimme völlig zu. Woher soll ein 5-jähriges Kind Respekt und Anstand lernen, wenn nicht im Umgang mit Erwachsenen? Es ist immer noch ein Kind in der Lernphase und es testet Grenzen aus.
      Handgreiflich werden ist natürlich ein No-Go.

      Meine Reaktion wäre: ‚Kennst du mich?‘ Seine Antwort wäre wohl: ‚Nein, du bist eine Kacke!‘ ‚Wieso sagst du so etwas und wo sind deine Eltern? Du hörst sofort auf, so etwas zu sagen! Hast du mich verstanden?!‘ mit strenger Stimme und bohrendem Blick. Keine Androhung von etwas aus meiner Sicht. Hat auf jeden Fall geholfen, als ich mal in einer ähnlichen Situation war. Der Bengel ist davon gegangen – schnell.

  • Astrid Meier sagt:

    Schwache Reaktion des Autors. Das Kind wird seine Reaktion nicht zuordnen können, weil ihm nicht mehr wichtig und präsent ist, wie es ursprünglich die Aufmerksamkeit des Erwachsenen erlangte. Das Problem ist einmal mehr dass dem Kurzen auf Augenhöhe begegnet wird, und nicht vom richtunggebenden Erwachsenen zum Kind. Wieso nicht einfach sagen, dass man nicht als Kacki bezeichnet werden will, und auch nicht jemandem zuhören wird, der einen so bezeichnet? Ohne gross in die eigene Emotion zu gehen? Ich meine, ein 5-Jähriger kann Sie mit einem respektlosen Ausdruck verletzen? Gaht’s no?
    Krasser wird es, wenn Kinder bereits derart verzweifelt nach einer authentischen richtungsweisenden Reaktion Erwachsener suchen, dass sie zu schlagen beginnen, während die Eltern passiv bleiben…

    • Franz Vontobel sagt:

      Wer Kinder als „Kurze“ bezeichnet, der nennt sie pränatal vermutlich auch „Bauchzwerge“ und muss darum drei Runden aussetzen.

      Sorry, aber so sind nunmal die Regeln…

  • Othmar Riesen sagt:

    Ich war vor einiger Zeit im Schwimmbad Fohrbach in Zollikon/Zollikerberg in der offenen Umkleidekabine, als ein Vierjähriger mit einem Plastik-Artikel auf mich einzuschlagen begann. Und zwar immer mehr. Ich nahm ihm den Artikel ab und begann ganz sanft auf ihn zu schlagen. Ich fragte ihh: hast Du das gern. Worauf er zu weinen begann. Der Vater, der in der Nähe war, kam wie eine Furie auf mich zu. Er beschwerte sich, dass ich das kindliche Alter seines Sohnes nicht berücksichtigte. Mit ihm zu diskutieren war klar hoffnungslos. So ist das mit den jungen Eltern. Meine Sympathien haben sie nicht..

  • U. Knecht sagt:

    So einem Rotzlöffel gehört eine gelangt. Ich will weder mit ihm noch seinen Eltern was zu tun haben.

    • Carlita sagt:

      Wenn dies tatsächlich ihr Wunsch ist, würde ich sehr davon abraten, ihm eine zu langen.

    • Carlita sagt:

      Mittels Gewaltanwendung wollen Sie sich Respekt verschaffen? Ui…

      • Carlita sagt:

        … und fremde Kleinkinder, oder überhaupt Menschen zu schlagen finde ich auch ein bischen GAGI. Was wissen Sie denn von dem Kind? Es gibt viele Gründe weshalb sich Kinder sozial unangepasst verhalten. Vielleicht wird es misshandelt oder missbraucht, vielleicht muss es einen Verlust verkraften oder hat eine neurologische Störung. Wahrscheinlich aber ist es einfach ein normaler 4-jähriger, der in der analen Phase steckt und Grenzen testet. Da haut man doch nicht einfach drauf Herrgottnochmal.

      • Carlita sagt:

        … und fremde Kleinkinder, oder überhaupt Menschen zu schlagen finde ich auch ein bischen GAGI. Was wissen Sie denn von dem Kind? Es gibt viele Gründe weshalb sich Kinder sozial unangepasst verhalten. Vielleicht wird es misshandelt oder missbraucht, vielleicht muss es einen Verlust verkraften oder hat eine neurologische Störung. Wahrscheinlich aber ist es einfach ein normaler 4-jähriger, der in der analen Phase steckt und Grenzen testet. Da haut man doch nicht einfach drauf Herrgottnochmal.

  • Matthias Kamber sagt:

    Das grösste Problem, das Erwachsene mit Kindern haben, besteht vermutlich darin, dass sie nicht mehr mehr wissen, wie Kinder ticken. Erwachsene sehen alles durch die Brille der Vernunft, und jedem sprechenden Wesen unterstellen sie die selbe Vernunft. Darin liegt ihr Irrtum.
    Einem 5-Jährigen steht die Vernunft noch nicht zur Verfügung, sein Gehirn ist dafür noch nicht weit genug entwickelt. In diesem Alter kann er aber sehr gut lernen und imitieren.
    Wenn ein Erwachsener ein Kleinkind beschimpft, dann lernt dieses dabei etwas über sich, was ihm weder gut tut noch seiner Entwicklung dient. Es kann diese Informationen ja nicht vernünftig verarbeiten. Auf diese Weise wird ein Teufelskreis in Gang gesetzt.
    Da kommt man nur raus, indem man positives Gegensteuer gibt. Und das funktioniert.

  • Habig Regula sagt:

    Es geht in diesem heutigen Thema in ganz vielen klugen Beiträgen um RESPEKT. Darf ich in diesem Zusammenhang die Redaktion fragen a) wer ist das Kind auf dem Foto (kein Sympathieträger) b) in welchem Zusammenhang wurde das Foto aufgenommen und c) ist der Junge mit der Veröffentlichung in diesem Zusammenhang denn auch einverstanden? Wenn schon in vielen Beiträgen Respekt eingefordert wird, zu Recht, sollte doch die Redaktion damit anfangen … auch einem anonymen Kind gegenüber.

    • Othmar Riesen sagt:

      @Regula: Ihre Fragen nach dem Kind sind gut gemeint, gehen aber an der Sache vorbei. Es sind die Eltern, die dieses unsägliche Benehmen schützen.

      • Habig Regula sagt:

        @Othmar: Mir geht es darum, dass aus dem (zugegeben unmöglichen) Verhalten eines 5-jährigen ein Blogbeitrag und eine grosse Diskussion entsteht, und wenn Sie sich einmal bewusst umschauen, werden Sie jede Menge Respektlosigkeiten gegenüber Kindern, gegenüber Erwachsenen und vor allem auch unter Erwachsenen unter sich feststellen, alles keiine guten Vorbilder. Woher soll der Junge wissen, was er darf und was nicht, wenn er zB. seinen Vater am Steuer des Autos „ganz normal“ wild fluchen und Beschimpfungen ausstossend erlebt? Irgendwoher hat er ja sein Benehmen.

  • Carlita sagt:

    Das kenne ich von meinem eigenen Kacke-Kind. Die telepatischen Blicke ihrer Frau zu ihnen, welche mich anfangs in den Boden versinken und verzweifeln liessen, habe ich gelernt zu ignorieren. Mein Kacke-Kind kann nichts dafür, es hat POS und kann sich momentan nicht anders verhalten. Die üblichen Erziehungs- und „Vorlebe“- Methoden greifen da nicht. Man muss keine fremden Menschen mögen, sollte jedoch auch nicht darüber urteilen.

  • tststs sagt:

    Es gibt IMHO zwei Arten der Reaktion (das Nichtbeachten lasse ich jetzt mal beiseite)
    1. Reaktion ohne Erziehungsanspruch: Dann würde ich sowas sagen wie „Das sagt man nicht“, „Gahts no“, „Das darfst du nicht sagen“
    2. Reaktion mit Erziehungsanspruch: Auf das Kind zugehen und sich auf Augenhöhe begeben: „Woher weisst du das? Du kennst mich gar nicht…“ „Es verletzt mich sehr, wenn du das sagst, ich muss (fast) weinen…“ (gerne mit weinerlichem Gesicht), „Wieso sagst du das“…

    • tststs sagt:

      (Mit grösster Wahrscheinlichkeit ist das Kind am Grenzen ausloten – in dem Alter gern auf der Bisi-Gaggi-Schiene – und den besten Erziehungseffekt gibt es IMHO, wenn das Kind so lange über sein Fehlverhalten sprechen/zuhören muss, bis es fast von der eigenen Scham überwältigt wird; brutal, aber effektiv)

  • Sina sagt:

    Also zur eigenen Relaxtheit in solchen Situationen trägt sicher bei, sich zu sagen, dass der arme Junge ein Problem haben muss. Mitleid ist leichter zu ertragen als stinkige Laune. Und dann würde ich 2 Varianten probieren: konsequent ignorieren, oder mir überlegen, was ich bei meinen eigenen Kindern kontern würde.

    • mila sagt:

      Hihi, mir hilft manchmal das umgekehrte: mir beim eigenen Kind zu überlegen, wie ich bei einem fremden reagieren würde. Da ist meine Geduld oft grösser…

  • Michael sagt:

    Der Autor meint, er könne gut mit Kindern. Mag sein, aber verstanden hat er sie anscheinend nicht. Der 5 jährige wollte an ihm einfach ausprobieren, wie das Wort Kacke bei ihm wirkt. Eventuell haben es ihm die Eltern verboten – ist ganz gant schlimmes Wort – oder er hat schon erste Erfahrungen damit gesammelt, das die Erwachsenen darauf voll anspringen.
    Eigentlich hat er genau richtig mit dem Gedanken drauf reagiert – wer will das jetzt wissen ? Hätte den Kleinen einfach nicht weiter beachtet und gut ist.
    Das ganze kann man getrost mit – Grenzen austesten – abtun.
    Im Grossen findet ähnliches gerade zwischen Kim und und Donald statt. Hätte Donald den Kim einfach missachtet, hätten wir jetzt tausende Artikel weniger und niemand würde sich einen Kopf über einen anstehenden WK3 machen.

  • Karin Keller sagt:

    Unglaublich, welche Humorlosigkeit und Verächtlichkeit Kindern gegenüber sowohl im Blogbeitrag als auch in den Kommentaren zum Vorschein kommt! All diese moralinsauren und entwertenden Bemerkungen – Hauptsache, die eigenen Kinder sind perfekt…

    • Jens Otterbach sagt:

      Humorlosigkeit? Das liegt dann wohl an Ihnen. Ich habe mich gekringelt vor Lachen beim Lesen. Verächtlichkeit? Ich meine, der Text ist eigentlich eine Hommage an die Kinder und ihre Schrägheiten. Herrlich köstlich.

      • Karin Keller sagt:

        Ja, schon Humor, aber auf Kosten der Kinder und zugunsten des eigenen Narzissmus. Das Wort Kacke ist ja jetzt wirklich nicht so schlimm, mann könnte ja auch humorvoll drauf antworten?!

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Ich finde es bewundernswert wie viele sich hier tatsächlich ernsthaft damit auseinandersetzen, warum ein fremdes Kind so was tut, bzw. was man jetzt politisch korrekt dagegen tun sollte. Wenn hier jemand einen Spruch weiss, der das Kind sofort dazu bringt schreiend wegzurennen, dann bin ich dankbarer Abnehmer. Ob und wie das fremde Kind das dann verarbeitet ist mir herzlich egal.

    • tststs sagt:

      Nichts sagen, böses Gesicht (keine Grimasse, authentisch wütend!) auflegen, bedrohlich auf das Kind zugehen.

  • Jessas Neiau sagt:

    Das ist ein klassisches Eigentor. Schliesslich sollte gerade jemand wie dieser Herr Pickert wissen: Kindermund tut Wahrheit kund.

  • trudi sagt:

    Ich würde zu ihm sagen und du bist Scheisse.

    • tststs sagt:

      Haha, jetzt weiss ich wenigstens, wie ich Ihre Kritik/Ratschläge betr. meine Anstandslosigkeit einzuordnen habe…

  • Stephan Huber sagt:

    Man könnte dem kleinen Sonnenschein ja selbst ein paar neue und schön deftige Schimpfwörter beibringen und ihn gleich zum Ausprobieren zu seinen Eltern zurückschicken…:-)

  • Nick sagt:

    Kinder in diesem Alter probieren (sich/etwas) aus. Sie suchen Reaktionen und GRENZEN. Wenn wir (die Erwachsenen, aber auch Gleichaltrige) die Grenzziehung verweigern, suchen sie weiter, so lange bis sie fündig werden. Mit steigender Dauer der Suche wird auch deren Intensität erhöht. Im (seltenen) Extremfall kommen dann Schicksale heraus wie der berühmt-berüchtigte „Carlos“. Deshalb: Klare, reproduzierbare Grenzen setzen, von Anfang an. Das ist anstrengend. Es nicht zu tun ist aber potentiell fatal.

    • Anna Meier sagt:

      Ich hoffe, Nick, Sie richten diese Worte an die Eltern und nicht an Fremde, die den Gof erziehen sollen.

      • tststs sagt:

        Puuuuhhh, da könnte man sich natürlich ewig streiten, ob auch andere Menschen für die Grenzziehung bei Kindern verantwortlich sind.
        Ich persönlich bin der Meinung: unbedingt. Selbstverständlich ist die häusliche Erziehung um einiges prägender, aber ich gehe mit Nick einig: Die Grenze wird solange gesucht, bis gefunden. Und wenn die Eltern nicht reagieren, auch nicht die Nachbarn, die Lehrer, der Badmeister, der Trainer, der Kassierer am Kiosk, die Leute auf der Strasse, dann reagiert halt irgendwann, derjenige, der es muss: der Polizist!

    • Ursula Haass sagt:

      Sehr geehrter Herr Dr. Psychiater, besten Dank für Ihre wohlgesetzten und überaus klugen Worte! Die helfen den dummen Eltern ungemein!
      NB: Sie haben sicher keine Kinder, gell?

  • Tobias Gmür sagt:

    Vor ein paar Wochen spielte ich mit rund 10 Kindern, inklusive meiner drei eigenen auf einem Spielplatz bei uns im Dorf. Alle Beteiligten hatten offensichtlich Spass – bis ein Junge um die fünf Jahre meinte, mich mit Steinchen bewerfen zu müssen. Nach mehreren deutlichen mündlichen Ermahnungen packte ich ihn am T-Shirt und stiess ihn weg. Nicht allzu grob, aber deutlich. Er machte weiter, nun auch mit Fäkalsprache (endlich erhielt er wohl eine aus seiner Sicht angemessene Reaktion!). Ich habe ihn einen „Scheissbursche“ genannt und verliess den Spielplatz. Sein Vater schrie mich darüber an und drohte mit der Polizei – das Wegstossen fand er wohl in Ordnung… Was wäre hier die richtige Reaktion gewesen?

    • Ashiro Moto sagt:

      Steine zurückschmeissen.

    • tststs sagt:

      Eigentlich haben Sie es IMHO fast perfekt gemacht, nur den Zwischenschritt (mehrmaliges Ermahnen, egal ob mit oder ohne Körperlichkeit) auslassen.
      1xsagen „Das darfst du nicht, hör auf, sonst wollen wir dich nicht“
      Beim nächsten Steinwurf einfach gehen.

      • Sportpapi sagt:

        „Beim nächsten Steinwurf einfach gehen.“
        Ja, da hat der Junge dann einiges über den Umgang mit Erwachsenen gelernt.

    • L.T. sagt:

      Schwierige Antwort – krasser Fall. Der Junge ist ja völlig verhaltensgestört – so wie Sie die Situation beschreiben. Ich fand Ihre Reaktion schon richtig, bis zum weglaufen. Da wäre ich stattdessen auf den Vater zu gegangen und hätte mit ihm das Gespräch gesucht, respektive den Vater aufgefordert dafür zu sorgen dass der Junge aufhört. Falls daraufhin nichts geschieht scheint mir Vater und Sohn sowieso ein Fall für Profis zu sein, z.B. von der KESB. Da können wir als Laien nicht weiterhelfen.

  • ueli sagt:

    Es ist ja schon ein paar Jahre her: Ich hätte als 4-jähriger von einem Erwachsenen eine Ohrfeige erhalten . . .

  • Hannes Müller sagt:

    Mit 5 will der einfach ausprobieren, was passiert, wenn er Kacke sagt. Antworten, wie man einem Erwachsenen antwortet, und dann weiss er, was passiert.

  • Bebbi Fässler sagt:

    „Mein Name ist Hase!
    .
    Bist du das Unclean Pig?“
    .
    als Antwort!

  • Zora sagt:

    Wär schön, wenn wir das etwas sportlich und humorvoll nehmen könnten: WAS wäre eine gute Antwort auf so eine kackerige Anmache? Wer liefert Ideen? Hier schon mal ein paar Vorschläge:
    – und du, bist du auch Gaggi?
    – Pferdegaggi oder Hundegaggi?
    – genau! pfdpfd… ganz frisch!
    – haha, und sag mir doch, wie kann ein Gaggi sprechen?
    – oha! Und du kannst mit einem Gaggi reden? wow!
    usw. –
    Wer macht mit mit Antworten finden?

    • mila sagt:

      Toller Ansatz – wenn man ein grundsätzlich humorvoller Mensch ist, und nicht gerade selbst einen schlechten Tag erwischt hat… 😉

    • Hannes Müller sagt:

      Mit solchen Antworten nimmt man ihn m.E. nicht ernst und lässt ihn das spüren.

      • Zora sagt:

        …die etwas markig-gaggoide „Spielaufforderung“ dieses Kindes nehme ich durchaus ernst – und ich steige ganz bewusst ins Spiel ein. Kinder verstehen diese Ebene meist.
        Einmal rief ein Kind in Gesellschaft immer wieder laut: du bist ein Arschloch. Der Betroffene winkte es nah zu sich und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Worauf es inne hielt, ganz still wurde und dann ruhig spielen ging. Was der Mann ihm so leise gesagt hat? „Wir sind alles Arschlöcher – manchmal“.

      • Ursula Haass sagt:

        Solche Kommentare von Kindern sollte man auf keinen Fall ernst nehmen! Ignorieren und das Kind gleich mit. Einmal ist so ein Klugsch….., nachdem ich ihn nicht beachtet hatte, heulend zu seiner Mami gelaufen. Sie hat mich nicht gefragt, warum ihr Liebling weint – sie wusste, warum!

      • tststs sagt:

        Uhhh, es ist wieder mal Zeit für meine brutal-unsensible Kinder-sind-wie-Hunde-zu-erziehen-Theorie: Schlechtes/ungewolltes Benehmen ignorieren, gutes/gewolltes Benehmen belohnen 😉

      • mila sagt:

        Wenn Ihr (da knapp) eineinhalb-jähriges Kind Sie dann umgekehrt ebenfalls ignoriert (sprich: wie Luft behandelt und demonstrativ nicht ansieht, und das eine halbe Stunde lang), dann wissen Sie, tststs, von wem es das gelernt hat (wobei ich keine halbe Stunde durchhalte, nicht mal ansatzweise). Am eigenen Leib keine sehr angenehme Methode. Und es ist noch nicht mal eine, die ich häufig angewandt hätte. Unkommentiert schon gar nicht. Sprich: dieses Verhalten will ich mit meinem nicht (mehr) fördern. Aber so hat jeder seine Präferenzen.

    • Anna Meier sagt:

      Mit solchen Antworten zeigt man ihm keine Grenze auf.

      • Zora sagt:

        ….wäre fein, wenn das Kind die Grenze selbst findet… ein echtes Lernen wär das und nicht nur ein Vorschriften einhalten weil die Grossen es so bestimmen.
        Kinder können durchaus und recht früh schon denken und selbst Schlüsse aus etwas ziehen.

    • mila sagt:

      Ach, Sie haben noch nie einem Erwachsenen gegenüber mit Humor ‚Grenzen gesetzt‘? Zugegeben, dafür muss man über Humor verfügen. Es nennt sich auch ‚den Wind aus den Segeln nehmen‘. Und ja, bei einem Kind kann durchaus situativ auch ein ‚pädagogischer‘ Nachsatz folgen. Muss nicht. Kinder verstehen den Wink mit dem Humorpfahl in der Regel recht gut. Die Moralkeule eher weniger.

  • Jürg Casanova sagt:

    Ich hätte den Kleinen gefragt, ob er das seinem Papa jeweils zur Begrüssung sage. Bei Nein: Dann sag das doch zu deinem Papa. Bei Ja: Auch du wirst mal ein Mann.

  • Jänu sagt:

    Am besten zeigt man keine Reaktion. Bin einmal mit meiner noch sehr kleinen Tochter über den Spielplatz gelaufen, sie auf dem Like-a-bike. Da kam der Rotzlöffel einer Bekannten, doppelt so gross, doppelt so schwer, angespurtet und hat meine Kleine mit gestrecktem Bein auf die Brust in den Sand gekickt. Als Fussballer hätte er direkt die rote Karte und 5 Spielsperren bekommen. Die Reaktion der Eltern (beider): keine! Als er dann noch provozierend vor mir und der weinenden Kleinen stand, habe ich mich an ihn gewandt. Sein triumphierender Blick sagte mir alles: Du kannst mir nichts tun, bätsch! Ich habe ihn dann am T-Shirt gepackt und zu mir gezogen und ihm ganz klar mitgeteilt, was ich davon halte: Die Reaktion: Die Mutter ist wie eine Furie auf mich los. Der Vater schwieg (wie immer).

    • Sportpapi sagt:

      Ach. Sie haben Gewalt angewendet?
      Ich nehme an, es hat aber genutzt, oder?

      • Jänu sagt:

        Gewalt im Sinne von Walten ja, im Sinne von Wehtun nein. Die Geschichte ging so weiter: Das kleine A*l*ch spielte Theater, griff sich an den Hals (es hatte aber zum Glück jeder gesehen, dass ich das Shirt packte), schrie laut auf und lief heulend weg. Die Mutter beschimpfte mich aufs Übelste, drohte mit der Polizei und einer Anzeige und der Rest der Spielplatzbesucher schaute nur zu. Kein Mensch sagte etwas, aber die Blicke verrieten mir, dass ich mir keine Sorgen zu machen brauchte.
        Genützt hatte es in dem Sinne, dass das kleine A*l*ch sich nie mehr an meinen Kindern vergriff, dafür dann aber an anderen. Es ist Jahre her, der Bengel hat sich etwas besser im Griff, ist aber immer noch der, der auf jeder Veranstaltung im Zentrum stehen möchte. Armer Kerl! Kann einem leid tun.

    • mila sagt:

      Die Krux ist: Sie können es nicht wissen. Vielleicht lernt das Kind ja ’nur‘, dass es nur in von Erwachsenen unbeobachteten Situationen zur ‚Tat‘ schreitet. Und sich dabei vielleicht ein anderes Opfer sucht. Die Nachhaltigkeit wäre dann gleich null.

      • Jänu sagt:

        Ja, aber es ist ja nicht (und soll es nicht sein) meine Aufgabe, Kinder anderer Leute zu erziehen. Aber wenn es sich an mich oder schlimmer, an meine Schutzbefohlenen richtet, dann erlaube ich mir ein Feedback. Der Fall war besonders krass, weil beide Eltern überhaupt nicht reagierten. Ihr Kind ist über den halben Platz gelaufen, um sein Karate am lebenden Objekt zu üben.
        Wenn mir aber einer so kommen würde, wie dem Herrn NP, dann würde ich darüber nur lachen und vielleicht lachend sagen: selber!
        Letzthin sind Kinder dauernd über und auf mein Badetuch getreten. Die drei Elternpaare sahen es, aber reagierten nicht. Erst freundlich, es nutzte gar nichts, bis irgendwann lauter: Stopp! Noch einmal, dann…. Es hat genützt. Und falls nicht, wäre ich halt „umgezogen“.

      • mila sagt:

        Ging an SP. Und Jänu hat ka inzwischen die Folgen beschrieben.

      • Sportpapi sagt:

        Was lernt es denn, wenn ein Erwachsener ihm erklärt, dass er es nicht toll findet? Ist ja nicht wirklich eine Überraschung.
        Und dass ansonsten nichts passiert, weil die Erwachsenen ja eigentlich machtlos sind?

      • mila sagt:

        Von mir hätte es ein deutliches ’so nöd!‘ auf Augenhöhe gegeben. Dann die Ansage: „wenn ufmerksamkeit suechsch, isch das dä falsch weg“. Und dann hätte ich die Eltern aufgesucht und ebenso deutlich zu verstehen gegeben, dass ich es nicht akzeptiere, wenn mein Kind derart von einem anderen , grösseren gefährdet wird. Das spricht eine genug klare Sprache fürs Erste. Und dem Kind wäre eventuell klar geworden, wo das Problem liegt. Es wusste vielleicht nicht, dass es im Grunde Aufmerksamkeit wollte. Und es konnte zugleich mit-erleben, dass solches Handeln nicht akzeptabel ist.

        PS: Wären die Eltern abblockend/renitent, würde ich je nach Kenntnislage zB einen Gang zur Schulleitung, bei Wiederholung (egal bei welchem Kind), ankündigen. Ohne mich auf weitere Diskussionen einzulassen.

      • mila sagt:

        Im mindesten Fall würde ich vorinformieren, dass ich beim nächsten Mal körperlich dazwischen gehe, zum Schutz meines Kindes. Ob es ihnen passt oder nicht. Und damit meine ich nicht, dass ich dem Kind gegenüber gewalttätig werde. Aber handgreiflich in dem Sinn, dass ich es nicht mehr an mein Kind herankommen lasse.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Sie drohen also mit „So nicht!“, ohne wirklich für das „sonst…!“ etwas in der Hinterhand zu haben. Ausser, dass die Eltern oder ein Schulleiter (?) das irgendwie dann regeln sollten, selbstverständlich auch, ohne irgendwelche Gewalt auszuüben oder gar Strafen auszusprechen.
        Und natürlich sorgt das „so nicht“ und die Androhung, die Eltern zu involvieren, nur zu Einsicht, und keineswegs zu Angst vor Konsequenzen.

      • mila sagt:

        Habe ich irgendwo gesagt, dass es keine Konsequenzen haben soll? Ich würde die Eltern umgehend aufsuchen, nicht damit drohen. Das sonst braucht es daher nicht (das sonst finde ich sowieso meist überflüssig). Und nein, eigentlich wünsche ich mir für so einen Jungen keine Strafe(n), sondern eine nachhaltige pädagogische Intervention (wo er lernen kann, anders mit seinen Bedürfnissen oder Früsten umzugehen). Die allerdings nicht meine Sache sein kann. Und wenn die Eltern sich dieser Aufgabe entziehen, dann ist es schwierig, braucht es andere Ansprechpersonen. Aber lange fakeln bei so gefährlichem Verhalten würde ich definitiv nicht. Siehe Jänus Fall, der Junge zieht seine Show weiter ab. Und alle sehen zu, solange nicht das eigene Kind unter die Räder kommt. Super.

      • mila sagt:

        Merke: Wir sprechen hier von einem Kind, dass an anderen Karate praktiziert und sie vom Laufrad kickt. Das ist ein anderes Kaliber als der Sandschaufelklauer und Rutschenvordränger (gibts alles auch in weiblich, klar). Bei mir hört da der Humor ganz klar auf.

    • Stefan Moser sagt:

      Ädaquate Reaktion. Kinder sollen Konsequenzen ihres Tuns spüren.

  • Veronica sagt:

    Danke, Herr Pickert, dass Sie dieses Thema so humorvoll aufnehmen. Ist es doch nach wie vor tabubehaftet. Kinder hat man einfach zu mögen. Hunde ebenso. Aber ist es nicht menschlich, dass es einfach Menschen gibt, die man nicht mag? Man findet sie nicht sympathisch, die Chemie stimmt nicht. Es ist ein Bauchgefühl und die Gründe, wieso man eine Person mag oder eben nicht, kann man oft gar nicht benennen. Und das ganz unabhängig davon, ob es sich um kleine oder grosse Menschen handelt.

  • Susi sagt:

    Ok, ein Fünfjähriger kommt daher mit einer Beschimpfung, möchte aber in einem zweiten Schritt offenbar Kontakt suchen, indem er etwas mitteilt. Als Antwort bekommt er auf dem gleichen Niveau eins ans Bein, einfach von einem Erwachsenen. Wahrscheinlich kriegt der Junge solches auch von den eigenen Eltern zu hören.

    Auch wenn sich der Text um Witz bemüht, ich finde ihn vor allem traurig und ärgerlich. Geht ja alles auf Kosten des fremden Kindes, das man – vielleicht durch eine nette Frage – auf sein unpassendes Verhalten hätte ansprechen können. Aber eben, Hauptsache, die eigenen Kinder sind toll.

    • Carolina sagt:

      Ich für meinen Teil habe mich darüber gefreut/gewundert, dass auch NP, der ja sonst immer ultra-PC daherkommt, anscheinend auch völlig natürliche Anwandlungen hat. Ja, es gibt AL-Kinder (so nenne ich sie), was man einfach nicht ausser Acht lassen sollte ist, dass womöglich auch die eigenen in den Augen anderer Leute ab und zu mal ALochig sind. Und wie dem entgegnen? Ich habe es etliche Male erlebt, dass (fremde) Kinder, den man den Tarif durchgibt (verbal natürlich), sogar Respekt entwickeln. Denn es ist doch irgendwie klar, dass Kinder etwas weitergeben, das sie irgendwo aufgeschnappt haben bzw in ihrem Elternhaus vorgelebt bekommen.
      Ich finde, sie können dann ruhig lernen, dass das eben nicht überall gut ankommt und sie damit rechnen müssen, dass auch Erwachsene nicht alles hinnehmen.

      • Susi sagt:

        @Carolina: Ich sage doch nirgendwo, dass man das hinnehmen soll, im Gegenteil. Aber finden Sie P.s Reaktion in Ordnung?

        „Wird bestimmt kacke», sage ich und entferne mich, um meinen Sohn zu fragen, ob ich beim Steine-in-Löcher-Verteilen mitmachen darf.“

        Dem Kind so etwas an den Kopf werfen und sich dann entfernen, damit es nicht mehr reagieren kann; ja, vielleicht verhält man mal so, aber dann sieht man doch im Nachhinein, dass das keine faire Art einem Fünfjährigen gegenüber ist, und erzählt es nicht im einem lustigen Textlein als Anekdote, oder?
        Gibt ja sicher einen nicht so tollen Grund, warum das Kind ein AL-Kind ist. Verstehe nicht, warum man es dann auch noch blöd hinstellen (und das Ganze zelebrieren) muss.

      • Carolina sagt:

        Habe es eben schon unten an MF gerichtet: ich finde diese Reaktion ehrlich gesagt nicht so furchtbar. Vielleicht nicht besonders erzieherisch wertvoll, aber nun ja. Und ich finde auch nicht, dass NP das zelebriert – gehe mal davon aus, dass er dieses Kind als Beispiel bzw Aufhänger nimmt.
        Kinder (und später Erwachsene) können einfach nicht davon ausgehen, dass erst mal ihre psychologischen Befindlichkeiten bedacht werden, dass ich mit mir selber erst mal eine Wertediskussion führe. Sie müssen erfahren (in diesem Fall vielleicht ein wenig früh), dass Erwachsene ganz unterschiedlich reagieren und werden damit leben müssen.
        Uebrigens: bei einem 5-Jährigen mit Fäkalsprache würde ich mir eher Sorgen machen, wenn er diese Phase nicht durchläuft. Das sollte NP vielleicht auch wissen.

      • tina sagt:

        oh mein gott, haben meine kinder mit ca 5 oft genug pipigaggizeugs gesagt? 😉 was droht mir sonst?

      • Susi sagt:

        Carolina: „Und ich finde auch nicht, dass NP das zelebriert – gehe mal davon aus, dass er dieses Kind als Beispiel bzw Aufhänger nimmt.“

        Ja, er nimmt es als Aufhänger für seinen Umgang mit solchen Situationen, in denen seine Partnerin ihn telepathisch auslacht, denn sie hätte dem Kind ja schon lange gesagt, dass der Waffelmann einen schweren Unfall gehabt hätte. Wenn dahinter nur ein Körnchen Wahrheit steckt, wird mir irgendwie leicht übel.

        Bin wohl einfach „völlig humorfrei“.

        😉

      • tststs sagt:

        Es war zwar nicht mein erster Gedanke beim Lesen des Blogs, aber ich gebe Ihnen absolut recht, Susi, der Blog geht auf Kosten des Kindes, und zwar auf die unangenehme Art.
        Ich glaube, dahinter steckt der Gedanke – also zumindest bei mir – , dass kein Kind a*lochig geboren wird. Wenn sich also ein Kind/Jugendlicher mir gegenüber jenseits allen Anstandes bewegt (also die Grenze auf eine mehr als unangebrachte Art sucht), dann löst dies bei mir vorallem eins aus: Mitleid! Wie muss das arme Kind aufwachsen, dass es dazu kommt? (Heisst für das Blogbeispiel: Im Umfeld dieses Kindes ist die Beschimpfung „Kacke“ offensichtlich ok…)

      • Susi sagt:

        @tststs: Genau, die werden normalerweise nicht so geboren.
        Ich erinnere mich grad an einen Vorfall: Als meine Tochter etwa 2 war (oder etwas kleiner), war ich mit ihr ganz allein auf einem Spielplatz. Irgendwann tauchte ein seltsam aussehender Junge auf (gescheiteltes Haar, Lackschuhe, freakiges Hemd), näherte sich meiner Tochter und zischte ihr üble Beschimpfungen zu: „Du dreckiger kleiner Feigling! Feige bist du! Dreckiger Feigling!“ Meine verständnislose Tochter blieb guten Mutes und freundlich. Als er nicht aufhörte, frage ich ihn: „Warum beschimpfst du das Kind?“ Er verzog sich wortlos. Erst später überlegte ich mir, dass wahrscheinlich seine Eltern so mit ihm reden. Der Junge wirkte mit seinen 6-7 Jahren bereits irgendwie verbittert.

    • second step sagt:

      Ach kommen Sie – soll ich mich wirklich mit einer „netten Frage“ bei einem 5 jährigen erkunden warum er mich ungefragt „Kacke“ nennt und ihm dann erklären dass sein Verhalten „unpassend ist“. Von welchem Ning-Nong-Planeten kommen Sie denn? Ich würde ihm sagen dass ich Ihn ebenfalls scheisse finde und dass er sich verziehen soll, aber sehr gerne wieder kommen und mit uns spielen darf wenn er sich zu benehmen weiss. Wenn seine useless Eltern ihm keinen Umgang beibringen hört er es halt von Fremden. Eines Tages wird er dafür vielleicht mal dankbar sein.

      • Susi sagt:

        @second step:
        Ich komme vom Pädagogen-Planeten; ist alles schön entspannt hier. Und dort drüben auf dem Ich-beschimpfe-Fünfjährige-Planeten? Grüssen Sie doch bitte auch trudi!
        *winkewinke*
        😀

      • mila sagt:

        tina, was Du mit dem letzten Satz sagen willst, ist mir wirklich unklar. Ich habe in keinem meiner Kommentar auf zerrüttete Familienverhältnisse geschlossen, basierend auf der geschilderten Einzelepisode im Text. Genau benommen habe ich für eine integrative Haltung (also keine ausschliessende) plädiert. Und abschliessend: mir sind, umgekehrt, Erwachsene unheimlich, die sich von allem und jedem leicht provozieren lassen, respektive angegriffen fühlen. Das ist nicht meine Welt, oder eine, in der ich aktiv mit-leben möchte. So unterschiedlich sind Menschen. 😉 Was nicht heisst, dass ich allzeit die Gelassenheit in persona wäre – aber ich wähle meine Schlachtfelder. Nicht jedes ist das Drama wert, aber ich verstehe schon, wieso manche ohne die tägliche Dramaportion nicht auskommen.

      • Annalena sagt:

        Liebe Susi, ich wohne auf der Erde, hier ist’s leider nicht so entspannt. Dürfte ich Ihnen den „Carlos“ wieder auf den Pädagogenplaneten zurück schicken, er wurde doch bei Ihnen in entspannter Atmosphäre bedudelt. Wir müssen uns hier mit noch anderen dieser Sorte beschäftigen, fat Donni und little Boy zum Beispiel. Das reicht eigentlich. Meiner Meinung nach ist Erziehen Arbeit, die nicht immer entspannt und „mit Friede, Freude, Eierkuchen“ daher kommt. Es ist anstrengend, einem kleinen Rotzlöffel, was 5jährige auch mal sein dürfen, Anstand beizubringen. Respekt muss ich als Erwachsene(r) einfordern, das heisst, ich muss mich so benehmen,dass ich respektiert werde, das heisst wiederum, Grenzen setzen, zuverlässig und kohärent sein. Alles andere als „entspannt“.

      • tina sagt:

        mila, ich habe schon geschrieben, dass ich denke, du überinterpretierst das: niemand hat sich den tag verderben lassen. also nicht „leicht provoziert“. schon gar nicht von „allem und jedem“

      • mila sagt:

        Echt jetzt, von allem Geschriebenen bleibt sowas hängen, und wird dauergekaut? Ich meinte an dieser Stelle nicht den Autoren. Der ist sonst, glaub ich, ein ziemlich relaxter. Zumindest stelle ich mir das anhand seiner sonstigen so vor.

      • Susi sagt:

        @Annalena: Sie vergleichen den Fünfjährigen mit Carlos und den anderen beiden Typen. Echt jetzt?
        Wow…

        Wissen Sie, es läuft alles besser, wenn man nicht verbissen und verbittert auf etwas hinauswill. Von dem Moment an, wo man sich in seinem Handeln von Aggressionen leiten lässt und Gewalt (psychische, verbale oder physische) anwendet, läuft einfach etwas schief. Das bedeutet nicht, dass man mit gewaltlosem Vorgehen zaubern kann, (vgl. Carlos), aber es ist sicher die bestmögliche Variante in dem Kontext.

      • tina sagt:

        mila, ich glaube ich missverstehe dich einfach. ja, ich hatte den eindruck, du denkst, NP habe sich die ferien versauen lassen, und ansonsten habe ich mich einfach auf das soeben von dir geschriebene bezogen und nicht auf alles hier getextete. ja genau, ich stelle mir NP auch sehr entspannt vor. aber was du nun meinst mit dauerzerkaut verstehe ich nicht.
        egal, ich belasse es dabei, es wird mir ein bisschen zur verworren. also entschuldige bitte, wenn ich dich falsch interpretiert habe.

      • second step sagt:

        @ Susi – nein, ich komme eher vom Planeten Sanity. Uebrigens den Pädagogen-Planeten kenne ich bestens, war selber schon dort und kenne viele die dort leben. Dass dort „alles schön entspannt ist“ ist im besten Fall wishful thinking. Meiner Erfahrung nach sind die meisten die zu lange dort sind früher oder später zumindest etwas wesensverändert, weil das ganze Leben dort doch recht tough ist. Wenn Sie wirklich glauben mit einem 5 jährigen Rotzgoofen kann man kritisch-reflektierend über seine Wortwahl reden sind sie entweder eine pädagogische Theoretikerin, Gymnasiallehrerin im Teilzeitpensum oder Erwachsenenbildnerin. Mit kleinen Kindern aber haben Sie bestimmt nichts zu tun.

      • Sportpapi sagt:

        „Wenn Sie wirklich glauben mit einem 5 jährigen Rotzgoofen kann man kritisch-reflektierend über seine Wortwahl reden sind sie entweder eine pädagogische Theoretikerin, Gymnasiallehrerin im Teilzeitpensum oder Erwachsenenbildnerin. Mit kleinen Kindern aber haben Sie bestimmt nichts zu tun.“
        🙂

      • Susi sagt:

        Lieber second step, nun, wenn Sie mein CV interessiert: Ja, ich bin Gymnasiallehrerin, allerdings in einem Pensum, das mich zur Haupternährerin macht. («Gymnasiallehrer/in im Teilzeitpensum» ist ein Pleonasmus, unsereins arbeitet kaum je 100%, sondern meistens darunter oder manchmal darüber, da unsere Verträge bei einer unbefristeten Anstellung beziehen sich auf einen bestimmten Pensenbereich, da die Lektionenzahl stets variiert. Ich persönlich kenne Bereiche zwischen 80% und 110%).
        Tatsächlich habe ich seit Mitte der 90er bis heute regelmässig mit Kindern zu tun (Altersgruppen ca. 3 bis ca. 10 Jahre), nicht beruflich, sondern ehrenamtlich; erfolgreiche Fronarbeit.

      • Susi sagt:

        /2
        Ich sage es an anderer Stelle bereits: Ein Jahr Arbeit als Au Pair mit 3 Kindern (4, 7, 9 Jahre alt) hat mich damals geprägt, ich arbeitete für eine Kinder- und Jugendpsychiaterin und habe sehr viel von ihr gelernt. Bei Konflikten mit Gleichem zurückzuschlagen ist ein absolutes No-Go. Ich habe sowas nie gemacht, weder mit Kindern noch mit den schwierigen Jugendlichen der untersten Niveauklassen in meiner 5jährigen Tätigkeit im Bereich «Brückenangebote».
        Mit meiner eigenen Tochter verliere ich manchmal die Nerven, aber in den Bereich von «Du bist *****!» würde ich nicht mal im Traum vordringen. Ich mache sowas auch nicht mit Freunden, Bekannten oder meinem Mann. Beschimpfungen gehen nicht, wenn man eine Beziehungsebene wirklich intakt halten möchte.

      • Susi sagt:

        /3
        Vertrauen und eine gute Beziehungsebene sind bei der Erziehung (und beim Unterrichten) das A und O – durch sie werden Inhalte viel besser aufgenommen – und das erreicht man unter anderem durch Fairness. Fairness schliesst nicht aus, dass man bei Bedarf auch mal einen harten Ton anschlägt und den Tarif durchgibt, aber ganz sicher nicht, indem man beleidigend und verletzend wird.

        Sie sprechen von «Friede, Freude, Eierkuchen» und übersehen dabei, dass es zwischen Kuschelzone und respektlosen Äusserungen noch viele Graustufen gibt (sogar mehr als 50). Mit einem natürlich-autoritären, selbstbewussten Auftreten und einer Bestimmtheit im Ton erreicht man sehr viel mehr als mit Beschimpfungen. Und man kann dabei trotzdem stets nett und respektvoll bleiben.

      • Susi sagt:

        /4
        Ich bin eine grundsätzlich nette Person, bin ja sogar nett und respektvoll zu Ihnen, obwohl Sie auch mir gegenüber austeilen («Ning-Nong», äxgüsi? 😉 ) und bleibe darum authentisch. Natürlich ist der Beruf anstrengend. Aber diese Haltung gibt mir eine grundlegende Entspanntheit bei meiner Tätigkeit, die ich nun doch seit immerhin 17 Jahren ausübe.

        Und zu guter Letzt: Nein, ich gehe nicht davon aus, mit einem Fünfjährigen kritisch-reflektierend zu „diskutieren“, sondern davon, mit einer solchen Frage einen rudimentären Gedankengang in Bewegung zu bringen.

        Mit einer wohlwollenden Grundeinstellung bin ich bei Schlichtungen/Konfliktlösungen (und eigentlich generell) schon immer sehr gut gefahren.

      • mila sagt:

        Sehr schöne Beschreibung, Susi. Kleine Frage: wie reagieren Sie, wenn Ihre Tochter nervt (oder Sie genervt sind)? Sie kennen sicher diese Tage, wo es mit der inneren Ruhe einfach nicht klappen will, bei allem Wissen um entwicklungsbedingte ‚Geduldsproben‘ etc.

      • trudi sagt:

        Second step genau so sehe ich das auch und habe in meinem Kommentar geschrieben ich würde zu dem Kind sagen und du bist Scheisse. Aber tststs findet solche Antworten wie immer no go. Sie kritisiert alles nur sie hat Recht, arme Person.

      • Susi sagt:

        @mila: Danke!
        „wie reagieren Sie, wenn Ihre Tochter nervt (oder Sie genervt sind)?“
        Meiner Tochter sage ich seit Jahren immer wieder, dass ich sie nicht weniger gern habe, wenn ich mit ihr schimpfe oder sie bestrafe, das finde ich noch wichtig. (Habe ich übrigens auch schon den Schülern gesagt: „Ich hab dich vor die Tür geschickt, weil du gestört hast, aber deshalb habe ich dich aber nicht weniger gern.“ Kommt immer gut an. 🙂 )
        Wenn mein Donner und Doria bei meiner Tochter völlig übertrieben ist, dann entschuldige ich mich nachher auch mal bei ihr. „Mami, du hast vorher viel zu fest geschimpft, ich hatte XY doch nicht absichtlich gemacht.“ – „Ja, das stimmt. Ich war halt einfach so wütend, tut mir leid.“
        Aber eben, mit ihr ist es schwieriger.

      • second step sagt:

        @ Susi. Sorry, aber Ning-Nong fand ich witzig. Ihre umfangreiche Antwort zeigt mir eines: bei Ihnen ist vieles nicht so entspannt wie Sie vielleicht glauben, oder nicht? Ich habe übrigens grossen Respekt vor Lehrern, wobei ich – nehmen Sie es um himmelswillen nicht persönlich – eher trotz als dank meinen Gymilehrern ein Uniabschluss gemacht habe. Vertrauen, Fairness, Respekt lebe ich zu Hause. Aber ein mir unbekannter (!) 5-jähriger, der mich mit Fäkalwörter bedeckt braucht einfach mal eine klare Ansage. Sonst wird aus dem kleinen A…. später ein ausgewachsener Tyrann wenn ihm niemand die Grenzen zeigt. Und solche Leute begegnen einem ja auch im Alltag zu Haufe. Er darf ruhig einmal erfahren, dass er mit Beschimpfungen nicht einfach so durchkommt.

      • Susi sagt:

        @second step: „Ihre umfangreiche Antwort zeigt mir eines: bei Ihnen ist vieles nicht so entspannt wie Sie vielleicht glauben, oder nicht?“

        Weil ich umfangreich antworte, bin ich nicht so entspannt? Wenn Sie mich kennten, wüssten Sie, dass ich eine Frau vieler Worte bin. Einfach kommunikationsfreudig, das hat nichts mit (Un-)Entspanntheit zu tun, sondern damit, dass ich gerne differenziert antworte, wenn mir der Sinn danach steht, und dass ich sicher gehen möchte, verstanden zu werden. (Ich unterrichte Deutsch und Englisch, Kommunikation gehört also zudem zu meinem Beruf UND meinen Fächern 😉 )

        Und nein, bei mir ist nicht ALLES entspannt – bei wem ist das schon der Fall? – aber was mir persönlich Stress bereitet, sind nicht pädagogische Bereiche, sondern organisatorische.

      • Susi sagt:

        second step: „wobei ich – nehmen Sie es um himmelswillen nicht persönlich – eher trotz als dank meinen Gymilehrern ein Uniabschluss gemacht habe.“

        Würde ich Dinge persönlich nehmen, wäre ich schon längst weg aus der Kommentarspalte…
        Ich sage jetzt mal (nicht ganz uneingebildet): Meine Schüler/innen nehmen sehr viel mit von mir. Die kommen tatsächlich auch nach Jahren, wenn sie bereits zur Uni gehen, noch zu Besuch und sitzen eine Lektion bei mir rein. Sagen mir, wie sehr sie mein Unterricht geprägt habe. Das berührt mir immer sehr, zu wissen, Menschen positiv geprägt zu haben.
        (Hier sollte nun ein Emoji mit Heiligenschein stehen.)

      • Susi sagt:

        Zum fünfjährigen Bubi: Ja, man soll Grenzen setzen und darf auch mal scharf kritisieren. Aber das Verhalten, nicht die Person. Wenn es denn sein muss, lieber: „Ich finde es scheisse, wenn du sowas sagst.“ Und nicht: „Du bist scheisse.“ Wie gesagt, mir ist sowas noch nie rausgerutscht, aber wenn das passieren würde, fände ich es nicht in Ordnung. Kinder/Jugendliche wissen so etwas häufig auch noch nach Jahrzehnten, ich höre sehr häufig Geschichten „von früher“ über „böse“ Lehrpersonen, die von Erwachsenen erzählt werden, auf eine Weise, die noch immer emotional geladen ist. Sowas auszulösen wäre für mich nicht tragbar, ich mag auch keine Gaggi-Briefe erhalten Jahre später.

        Und zu guter Letzt: Ich finde Ning-Nong auch lustig. Auch mit einem „retarded“ als Synonym.

      • second step sagt:

        Ok, fair dinkum. Geht mir eigentlich ähnlich wie Ihnen. Zudem: wahrscheinlich wäre meine Gymi-Zeit spassiger und angenehmer gewesen mit etwas differenzierteren, souveränen Lehrern wie Ihnen (nehme ich jetzt mal an :-)). Ich geben Ihnen ja auch grundsätzlich recht was Sie bezüglich Kommunikation etc sagen. Aber nicht in diesem Beispiel – da bleibe ich dabei: Der Kleine weiss ja genau was er sagt – und er kriegt es ja nur mit selber Münze zurück. Er versteht das deshalb schon und es hilft ihm sein unangebrachtes Verhalten richtig einzuordnen. Wenn man grundlos jemand in den Senkel stellt ist das was anderes, davor würde ich mehr auch sehr hüten. Da kann man echt tiefe Wunden schlagen – gerade bei Kindern. Aber das ist – glauben Sie es mir – eine andere Situation.

      • Susi sagt:

        @second step: Danke 🙂
        Und ja, wahrscheinlich sind wir doch auf dem gleichen Planeten wohnhaft, after all…

  • 13 sagt:

    Witzig geschrieben.
    Und doch frage ich mich, warum so viele Erwachsene Mühe haben, ihre eigenen Grenzen gegenüber Kindern zu verteidigen, sondern sie schrecken entweder zurück, wie Sie, Herr Pickert, oder missbrauchen dann ihre Stärke, indem sie das Kind beschimpfen, ihm drohen oder sogar körperlich angreifen. Das gilt oftmals leider auch für die eigenen Eltern. Ich schätze mal, diesem Jungen täte es gut von einem Erwachsenen, am Besten von einem Fremden, zu hören, dass es falsch ist, andere so anzusprechen. Ohne zu dramatisieren. Kurz, ruhig und sachlich. Nur müsste dann der Erwachsene auch den Mund aufmachen.

    • tina sagt:

      weil man im ersten augenblick erschlagen ist und dann ist es zu spät :). und wenn man ohne überlegen einfach was sagt, kanns halt im ton auch mal unpassend sein, und das möchte man ja vermeiden

      • Susi sagt:

        Ausser, dass P.s Antwort ja offenbar wohlüberlegt war.

      • tina sagt:

        naja, ich weiss nicht, wie schnell das ganze über die bühne ging.
        manchmal ist man schnell im reagieren, manchmal braucht man länger, und manchmal sagt man trotzdem etwas blödes.
        eine rückfrage finde ich übrigens eine gute reaktion

      • mila sagt:

        Ok, ich nehme zur Kenntnis, dass jemanden als psycho zu bezeichnen, nur weil man anders ge-artet ist, keine Vorverurteilung ist. 😉 Auf weiteres (es gäbe manches weitere) gehe ich nicht weiter ein. Deine Underdog-Rolle finde ich im Grossen und Ganzen sympathisch. Aber sie lässt Dich dich bisweilen bulldogenmässig in den falschen Knochen ver-beissen. Von wegen (Über-)Interpretation und so…

      • tina sagt:

        mila, ich habe niemanden als psycho bezeichnet. ich schrieb, es komme mir so psycho vor, und dahinter war ein zwinkersmiley.
        ich finde das mit der underdog-rolle übrigens beleidigend. und das mit dem bulldogmässigen verbeissen auch. ich halte das für eine unterhaltung: du reagierst auf mich, ich auf dich. du kannst dich jederzeit ausklinken. ich habe dich ja nicht ausserhalb dieses themas irgendwie mit dem thema verfolgt.

      • tina sagt:

        das mit dem underdog hast du nicht zum ersten mal gebracht. es hat mich schon beim letzten mal gestört

      • tina sagt:

        du brauchst auch nicht nochmals zu betonen, dass dich beleidigungen nur belustigen: ich schrieb ja bevor du mich als underdog bezeichnet hast, dass mich an einer beleidigung die absicht, mich zu beleidigen, beleidgt.
        ich denke nicht, dass ich mich als opfer dargestellt habe, weder in diesem thread noch sonst wo. finanziell bin ich schon nicht so gut gebettet, das ist so. ob du mit underdog rolle meinst, dass ich das nur so raushänge? keine ahnung, ich hänge keinen underdog raus, ich fürchte ich bins, finanziell betrachtet, als alleinerziehende. aber ich schreibe doch nie aus dieser warte

    • Susi sagt:

      @13: „Ich schätze mal, diesem Jungen täte es gut von einem Erwachsenen, am Besten von einem Fremden, zu hören, dass es falsch ist, andere so anzusprechen. Ohne zu dramatisieren. Kurz, ruhig und sachlich.“

      Volle Zustimmung.

      • Carolina sagt:

        Manchmal ist es aber auch angebracht und vor allem verständlich, wenn man kurz, knapp und nicht besonders erzieherisch wertvoll reagiert – das ist dann noch lange keine Gewalt oder übergriffig. Wenn ich von mir selber ausgehe, haben mich immer die Abmahnungen am meisten beeindruckt, die heute als völlig unkorrekt gelten (ich nehme immer physische Reaktionen aus). Die habe ich mir bis heute gemerkt – die Predigten oder erzieherisch wertvollen Reaktionen sind mir, wenn ich im AL-Modus war, am selbigen vorbeigerauscht.

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: „Wenn ich von mir selber ausgehe, haben mich immer die Abmahnungen am meisten beeindruckt, die heute als völlig unkorrekt gelten.“
        Konkret: Was können wir uns darunter vorstellen?

      • Susi sagt:

        @Carolina: Ich würde sagen, die Frage „Hey, warum nennst du mich kacke, erklär mal?“ und (somit die Aussetzung in einen Zugzwang) kann einem Fünfjährigen auch einfahren.

      • 13 sagt:

        @ Carolina
        Ich habe Wort Gewalt ausschliesslich mit physischen Übergriffen genannt, welche Sie ja ausschliessen. Ich halte es jedoch nachwievor für eine Grundsatzfrage: Wie kommt es, dass wir uns zwar problemlos in einer Gesellschaft bewegen, in der Kommunikation mit anderen die Basis des Zusammenlebens ist, aber nicht in der Lage sind, diese Kommunikation gegenüber 5jährigen anzuwenden? Der Autor ist Journalist, er sollte eigentlich nicht um Worte verlegen sein.

      • Carolina sagt:

        Susi: ich glaube, mir damals eher nicht! Bei mir war es der Ton, der mir einfuhr (was natürlich auch eine individuelle Sache ist, scheint aber bei meinen Kindern ähnlich zu sein). Ich konnte ziemlich unmöglich sein, habe immer mit einem älteren Bruder gedroht, aber wenn mir ein Erwachsener den Tarif laut, deutlich und u.U. im Drohton durchgesagt hat, war das AL-Kind plötzlich ein kleiner Feigling.
        Auf Belehrungen und Vernunft habe ich eher, äh, noch ein wenig Alochiger reagiert – aber ich war sicher älter als fünf, das muss ich dazu sagen.
        Eigentlich wollte ich auch nur sagen, dass auch hier mal wieder wunderbar vernünftige, nachvollziehbare und eigentlich auch richtige Ratschläge gegeben werden, wie man mit so einem kleinen P umgeht: ich hingegen propagiere authentisches Verhalten und

      • Carolina sagt:

        /2 das ist eben meistens nicht eine Therapiestunde, in der man sich vorher überlegt, was für ein armes, bemitleidenswertes Wesen so ein Bübchen ist und dass man auf sein Elternhaus Rücksicht nehmen muss etc……… Kurz, knapp und heftig und u.U. nicht politisch bzw erzieherisch korrekte (NICHT: körperlich!) Interventionen sind völlig menschlich und das Kind muss auch damit leben lernen, dass auf sein Handeln bzw Sagen vielfältige Reaktionen kommen können und nicht nur wohldurchdachte.
        Ihr Satz ist völlig ok, es ist eine von vielen möglichen Möglichkeiten!

      • Carolina sagt:

        13: Vielleicht weil Kommunikation ein sehr weiter, wischi-waschi-Begriff ist? Vielleicht, weil wir alle nur Menschen sind und keine wandelnden Erziehungsratbücher? Vielleicht, weil Idealreaktionen zwar schön und gut sind, aber bei den allermeisten Menschen (siehe gestern) keine Alltagsrelevanz haben?
        Ich versuche, dieser Grundsatzdiskussion nicht zum ersten Mal den menschlichen Faktor entgegenzusetzen und der ist nun mal meistens entscheidend für die Reaktion anderer Leute auf meine Aussetzer oder die meiner Kinder. Warum man die Reaktion von NP als no-no ansehen muss, erschliesst sich mir überhaupt nicht – ich finde sie noch relativ milde.
        Tatsache ist, dass unsere Kinder (genau wie wir) im Leben immer wieder den eigentlich unkorrekten Haltungen begegnen werden – da müssen sie durch.

      • mila sagt:

        Ich denke, authentisch ist ein wichtiges Stichwort hier. Für mich ist es zentral, die Aktion eines Kindes ernstzunehmen, nicht zu besäuseln oder abzuwinken. Aber mit Rückfragen (auch ohne heftigen Ton) habe ich bei nicht-eigenen Kindern gute Erfahrungen gemacht. Authorität kann man auf unterschiedliche Art und Weise demonstrieren, respektive fliesst sie (mE nach) aus dem Grundwesen eines Menschen. Der eine ist eher zackig, ein andere eher besonnen. Beides kann – unter Einhaltung von Respekt – effektiv sein. Aber an dem Fallbeispiel hier scheint mir nichts besonders effektiv. Wobei es das ja auch nicht immer sein muss. Nur fehlt mir persönlich die Neigung, mich von einem ‚kacke‘ eines Dreikäsehochs in meiner Souveränität (bzw. Ferienstimmung) beirren zu lassen.

      • 13 sagt:

        @ Carolina
        Ja, ich weiss, was Sie meinen und stimme auch zu. Ich finde auch die Reaktion von NP nicht no-no, sondern habe mich einfach gefragt, woher das kommt. Trotz aller Menschlichkeit sollte ein Erwachsener doch in der Lage sein sich einem 5jährigen gegenüber angemessen zu verhalten und zwar durchaus authentisch und spontan. Das müsste doch eigentlich drinliegen, denn wir sollten gerade gelernt haben, wie man mit unangemessenen Verhalten umgeht.

      • Sportpapi sagt:

        „Grundsatzfrage: Wie kommt es, dass wir uns zwar problemlos in einer Gesellschaft bewegen, in der Kommunikation mit anderen die Basis des Zusammenlebens ist, aber nicht in der Lage sind, diese Kommunikation gegenüber 5jährigen anzuwenden?“
        Ich weiss nicht, wie die Menschen in meinem Umfeld reagieren würden, wenn ich sie als „Kacke“ bezeichnen würde. Eine verständnisvolle Ansprache würde ich jedenfalls nicht erhalten, oder?
        Die Basis unseres Zusammenlebens ist ja gerade, dass man anständig miteinander umgeht. Ist nicht deshalb eine Beschimpfung sogar strafbar? (und da geht es dann nicht um folgenloses und schmerzfreies Aufhaben, sondern um empfindlichere Gewalt!).

      • 13 sagt:

        @ SP
        Also, ich weiss genau, wie mein Umfeld reagieren würde: Zuerst würde es nachfragen, was das soll und mir klarmachen, dass das nicht geht. Und sollte ich darauf bestehen, sie weiterhin so zu benennen, würde es mir klarmachen, dass ich in diesem Fall in ihrer Gesellschaft nicht sehr gern gesehen bin, da sie keine Lust haben, sich so benennen zu lassen. Jemand, der deshalb handgreiflich werden würde, kommt mir gerade nicht in den Sinn.
        „Die Basis unseres Zusammenlebens ist ja gerade, dass man anständig miteinander umgeht. “ Ja, das ist richtig und das sollen die Kinder auch lernen, wenn sie gesellschaftstauglich werden sollen. Am Besten durch Erwachsene, die das hinkriegen und nicht einander wegen eines Wortes an den Kragen gehen.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Danke, ich kenne die Tatbestände sehr gut und weiss auch um die Tatsache, dass ein 5jähriges Kind ohnehin nicht straffällig werden kann. Wenn Sie auf Erwachsene anspielen, finde ich das Gesetzt so auch grundsätzlich gut: Wir wollen und tolerieren das nicht. Der Umgang damit ist eine andere Frage und ich nehme an, keiner in ihrem Umfeld würde Sie vors Gericht zerren, weil sie „Kacka“ zu ihm gesagt haben. Mir wären schon die 20 Anrufe der Staatsanwaltschaft oder Polizei mit der Anfrage, ob man es nicht lieber zurückziehen möchte, zu blöd.

      • tina sagt:

        dafür dass ihr hier so unglaublich viele wörter darüber verliert und so sehr darüber nachdenkt, warum NP so reagiert hat und wie er auch noch hätte reagieren können, und wie ihr all die konsequenzen und ursachen abwägt, dafür sind die ansprüche an ein spontanes und einigermassen akzeptables verhalten doch recht hoch 13 und mila :).
        denkt ihr nicht, ich habe so einigermassen den nagel auf den kopf getroffen ganz oben? dass man nicht gleich weiss was sagen oder etwas sagt und es blöd war, das kommt nun mal vor. auch wenn man eine pädagogische oder kommunikationswissenschaftliche ausbildung haben sollte. natürlich sollte man da erwachsen reagieren, sollte das kind nicht blöd hinstellen usw. dass man aus der entfernung sowieso immer klüger ist, ist auch nichts neues.

      • Sportpapi sagt:

        „ich kenne die Tatbestände sehr gut und weiss auch um die Tatsache, dass ein 5jähriges Kind ohnehin nicht straffällig werden kann.“
        Gut. Dann hören wir doch auf damit so zu tun, als müssten wir mit Kindern umgehen wie mit Erwachsenen. Und als ob sie mit uns umgehen, wie Erwachsene.
        Wir sind toleranter gegenüber Kindern, insofern als wir auf heftige Strafen noch verzichten. Aber auch strenger im Auslösen von Konsequenzen. Immer mit Blick darauf, sie gesellschaftsfähig zu machen.

      • Susi sagt:

        @SP: „Ich weiss nicht, wie die Menschen in meinem Umfeld reagieren würden, wenn ich sie als „Kacke“ bezeichnen würde.“

        Wie würden die Leute reagieren, wenn ich mich heulend auf dem Boden wälzen würde?
        Ist doch etwas anderes, ob du das machst oder ein Fünfjähriger!

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Nein, Kinder sind keine Erwachsenen, aber sie werden auch nicht gesellschaftsfähig, wenn man ihnen nicht beibringt, das man andere respektiert. Und sie lernen keinen Respekt, indem man sie nicht respektiert. Dass Kinder anders sind, als Erwachsene heisst doch nicht, dass man mit ihnen alles machen darf.
        Ich habe als Kind zwei wichtige Sachen gelernt:
        1. Behandle andere so, wie du behandelt werden willst.
        2. Man geht nie gegen Kleinere, denn das ist feige.
        Sie missachten mit Ihrem Vorgehen beide Grundsätze, was mich dann, wäre ich ein Kind verwirrt, denn Erwachsene sollten das wissen. Und es stellt sich für mich erneut die Frage, wie es sei kann, dass grundsätzlich intelligente Erwachsene sich gegenüber eine Kleinkind nicht anders behaupten können als körperlich?

      • 13 sagt:

        Nachtrag:
        „Wir sind toleranter gegenüber Kindern, insofern als wir auf heftige Strafen noch verzichten. “

        Nun, wenn ich jemanden A… sage, würde ich lieber dafür eine geringfügige Geldbusse erhalten als dass der andere meine körperliche Integrität verletzt. Das ist einiges heftiger.

      • Susi sagt:

        @Carolina: „ich hingegen propagiere authentisches Verhalten und das ist eben meistens nicht eine Therapiestunde, in der man sich vorher überlegt, was für ein armes, bemitleidenswertes Wesen so ein Bübchen ist“

        Darauf wollte ich noch eingehen. Ganz ehrlich, ich bin eine sehr authentische Person, aber mir kommt keine einzige Situation in den Sinn, wo ich auf einen Angriff von Kindern (oder Jugendlichen) in P.s Art reagiert habe. Ich nehme solche Dinge nie persönlich. Nicht nur mein Verdienst, ich hatte das Glück, als junge Frau ein Jahr lang für eine Kinder- und Jugendpsychiaterin als Au Pair zu arbeiten und das war für mich wahrscheinlich der grösste „Lehrblätz“.

      • Susi sagt:

        @Carolina /2:
        Seither habe ich es mir einverleibt und bin wohl auch durch meinen Beruf konditioniert, adäquat UND authentisch zu reagieren in einer solchen Situation. (Auch Teenies suchen ja noch häufig Grenzen.)

        Die einzige, die mich manchmal wirklich zur Weissglut treiben kann, ist meine Tochter. Da kommt es mal vor, dass ich laut werde, Strafen verteile und sie an die Wand klatschen möchte. (Tu ich aber nicht, das mit der Wand.)

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Nun, wenn ich jemanden A… sage, würde ich lieber dafür eine geringfügige Geldbusse erhalten als dass der andere meine körperliche Integrität verletzt. Das ist einiges heftiger.“
        Zumal man ja dann nach wie vor das Gefühl haben kann, dennoch im Recht zu sein. Musste ja mal gesagt werden…
        Die meisten Kinder, die ich kenne, sehen das allerdings nicht so. Die sind eher für schnelle, zeitnahe Bestrafung und schnelle Vergebung, als für langwierige Verhandlungen.

      • mila sagt:

        tina, bin die erste, die sagt: auch ich hab mal nen schlechten Tag, mit ganz und gar nicht pädagogisch wertvollen, ähem, ‚Inputs‘. Aber Übung macht vielleicht nicht ganz eine Meisterin – aber meine Handlungsoptionen haben sich im Schnitt definitiv erweitert, via Reflexion. Auch spontan. 😉

      • tina sagt:

        mila, ich denke nicht, dass man einen schlechten tag braucht, dass man nicht perfekt spontan reagiert. dass du dich mit übung verbessert hast hingegen glaube ich sehr wohl.
        mich hat einfach dieser anspruch gewundert, und das übertriebene negativ darstellen (es hat ihm ja vermutlich nicht gleich die ferienlaune verdorben). man ist, wenn man unvorbereitet eins vor den latz geknallt kriegt, ohne dass man etwas dafür tat, aus der bahn.

      • 13 sagt:

        „Die meisten Kinder, die ich kenne, sehen das allerdings nicht so. Die sind eher für schnelle, zeitnahe Bestrafung und schnelle Vergebung, als für langwierige Verhandlungen.“

        Wenn das Argument nun sein soll, es sei ok, gegenüber Kindern handgreiflich zu werden, weil man sie damit vor den langen Diskussionen bewahrt, dann fällt mir dazu einfach nichts mehr ein. V.a. bei ihrem beruflichen Hintergrund bin ich schlicht sprachlos.

      • mila sagt:

        Mir geht es wie Susi, tina. Kein anderes Kind bringt mich derart auf die Palme, wie mein eigenes… ein ‚Kacke‘-Vergleich läsdt mich noch nicht mal ansatzweise klettern. Aber ich staune ein bisschen, wie heftig die Reaktionen dazu und wie harsch die Urteile übers Kind (‚verzogen‘ etc.) ausfallen – auch ausserhalb des Textes. Das befremdet mich.

      • Martin Frey sagt:

        Falls Sie mit dem ‚verzogen‘ mich meinen sollten, mila….
        Nun, es gehört schon ein rechtes Stück Chuzpe dazu, wenn ein fünfjähriges Kind sich vor einem wildfremden Mann aufbaut um ihn gleich mal zu beleidigen. Das macht schon nicht jedes Kind, auch nicht im ‚Fäkalalter‘. Unser Nachwuchs hätte das gegenüber Fremden zB nie getan (im Freundes- und Familienkreis jedoch sehr wohl 😉 …) und ich denke tendenziell auch, dass Ihre Kinder das wohl kaum tun werden. Dass die Eltern dabei geflissentlich wegsehen passt irgendwie ins erzieherische Bild, zumindest nach meinem Empfinden. Daher das zugegebenermassen etwas vorschnelle Urteil. Ich kann mich natürlich täuschen, aber ich kann mir sehr gut vorstellen dass sie auch sonst über viel hinwegsehen, respektive wenig konsequent handeln.

      • mila sagt:

        Vielleicht ist dieser Junge einfach mutiger als andere. Was die Eltern nicht aus der Verpflichtung lässt. Wir haben in der Verwandtschaft so einen ‚überstelligen‘ dreijährigen Jungen mit nicht nur ignoranten, sondern stolzen Eltern. Besuch auf der Babystation, bei der neugeborenen Schwester des Kleinen. Der Junge war so laut wie nur möglich, hat praktisch die ganze Cafeteria auseinandergenommen. Und die Fingerpuppen gegen meine Hände geschlagen (offenbar die einzige Interaktion, die er sich damit vorstellen kann). Ich war baff, und habe mich schliesslich einfach abgewandt, um das gespannte Verhältnis zu seinen Eltern, zumal in dieser Situation, nicht weiter zu belasten. Der Junge wird konsequent ermuntert, sich ‚durchzusetzen‘, der ‚Chef zu sein‘.

      • mila sagt:

        Dabei wäre er eigentlich ein liebes Kind. In dieser familiären Verzwickung finde ich es schwieriger, zu intervenieren, als bei fremden. Denn egal was man sagen würde, es würde gegen einen verwendet. Irgendwo auf dem Spielplatz ist das einem (herzlich) Wurscht. In diesem Fall möchte man die Spannungen nicht weiter fördern (auch mit Rücksicht aufs Kind, das langsam, aber sicher die eine Hälfte der Familie verliert). Und ich bin der Meinung, das Problem sind ausschliesslich die Eltern. Ausbaden muss es aber das Kind, das nichts für seine Erziehung kann. Und trotzdem gesellschaftlich abgeurteilt (werden) wird. Für den Jungen kann man eigentlich nur hoffen, dass Spielgruppe, Kindergarten und Schule den unguten elterlichen Tendenzen längerfristig entgegenwirken.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wenn man schon die Kinder ernst nehmen will, sollte man vielleicht schon einmal hören, was sie zu sagen haben. Und nicht nur über sie sprechen.
        Aus der Diskussion hier habe ich gelernt, dass man jede körperliche Kommunikation als Handgreiflichkeiten und Gewalt einzuordnen hat (wie nennt man dann eigentlich das, was man täglich in den Nachrichten sieht?). Dass man darauf verzichten soll und lieber eine freundliche Ansprache hält, auch wenn diese vielfach nichts bringt.
        Oder man solche Vorgänge einfach ignorieren soll, oder gleich weglaufen. Man ist ja nicht zuständig für die Kinder anderer Eltern. Über die man dann lästert (würden sowieso nicht eingreifen…), und die Kinder als AL-Kinder bezeichnet.
        Ist doch egal, wie es diesen Kindern geht. Hauptsache man bleibt selber sauber.

      • mila sagt:

        Eine sehr ’spezielle‘ Zusammenfassung einer sehr breiten, differenziert geführten Diskussion. Um nicht zu sagen unfair bis arg undifferenziert ent-stellend, und somit nicht ganz auf Ihrer Höhe, SP.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Es ist beides Gewalt. Diese hat verschiedene Abstufungen.
        Ansonsten einfach nochmal: Wenn Sie wirklich der Ansicht sind, Sie tun mit Handgreiflichkeiten Kindern einen Gefallen, dann machen Sie sich schlicht etwas vor. Das geht dann in die Richtung: „Er hat es ja nicht anders gewollt….“ und wenn das ein 5jähriges Kind wegen einem Wort verdient, was verdient dann ein 12jähriger, der richtig Sch… gebaut hat? Sie sprachen vom Strafrecht und zogen die Parallele. Nun, es gibt einen Grund, warum Körperstrafen verboten sind. Völlig unabhängig der Tat.

      • Martin Frey sagt:

        @mila
        Ich würde jetzt dem nicht unbedingt mutiger sagen. Aber das kindliche Verhalten ist in den überwiegenden Fällen ein Spiegel der Elternschaft. Oder wie Sie sagen:
        „Und ich bin der Meinung, das Problem sind ausschliesslich die Eltern. Ausbaden muss es aber das Kind, das nichts für seine Erziehung kann.“
        Es gibt natürlich schon die ganz spezifischen eigenen Charakterzüge, die bereits sehr früh in der kindlichen Entwicklung feststellbar sind. Aber abgesehen davon (und selten Störungen der Persönlichkeit/psychiatrischen Diagnosen) sind die Kinder (in diesem Alter) ein Produkt ihrer Eltern. Darum habe ich mich auch so ausgedrückt. Leider werden diese Kinder irgendwann mal auch stigmatisiert, und es bräuchte weitgehende Einsicht und Anstrengungen, aus dieser Ecke wieder rauszukommen.

      • Martin Frey sagt:

        Bei Ihrem anschaulichen Beispiel ist leider auch der Weg ein Stück weit vorgezeichnet. Die Hoffnung, dass Kigas, Kitas und Schulen etwas geradebiegen können was offenbar zuhause derart gepredigt und gelebt wird, ist wahrscheinlich leider illusorisch. Insbesondere wenn die Eltern noch stolz auf diese Entwicklung sind und sie tatkräftig befeuern, wie Sie sagen.
        Denn irgendwann ist diese aufoktroyierte Rolle auch die einzige, wo sich das Kind überhaupt wohlfühlt, Aufmerksamkeit erhält, wo es sich auskennt. Die Wahrscheinlichkeit ist gross dass es sich darin häuslich einrichtet. Lieber Aerger, Wut oder (später) Angst zu erwecken als gar keine Aufmerksamkeit.
        Dass es dannzumal dafür gesellschaftlich abgeurteilt werden wird liegt in der Natur der Sache.

      • tina sagt:

        ja mila, mich erstaunt eben auch immer und immer wieder, wie hart geurteilt wird, auch über eltern.
        nur weil einer mal eine grenze austestet, heisst das doch nicht, dass seine eltern auch so mit ihm sprechen.
        und ich dachte eben – wie erwähnt- ja nicht, dass NP gleich die ferienstimmung flöten ging.
        ich glaube, der text hätte lustig sein sollen, fand ich auch, aber kommt nicht bei allen so an. ich fand, NP hat sich dabei als versager hingestellt und nicht eine praktikable lösung aufzeigen wollen, sondern eher eine diskussion ankurbeln. und das hat geklappt

      • Sportpapi sagt:

        @13: Jetzt wird es absurd. Nein, das Hochhalten eines Kindes ist keine (Körper-)Strafe. Es ist von mir aus ein Übergriff, über dessen Angemessenheit man diskutieren kann.
        Bezüglich Strafrecht hat es die Parallele zu einer Festnahme, wenn schon. Sicherstellen, dass die Botschaft verstanden wird.

      • tina sagt:

        ergänzung: ich meine, nur weil sich ein kind auf den boden wirft und einen schreikrampf hat, heisst das ja auch nicht, dass seine eltern das ihm so vorleben, nichtwahr 🙂

      • tina sagt:

        …..aus dem selben grund, braucht einem ein kind nun auch nicht gleich leidzutun, wenn es mal grenzen überschreitet.
        ja, mag sein dass es kontakt sucht, aber wenn es einen zuerst beleidigt dann ist man kein schlechter mensch, wenn man nicht auch noch anfängt mit ihm konversation zu führen. vielleicht wollte es auch nur ausprobieren, ob alle erwachsenen sich erst beleidigen lassen und dann aus unerfindlichen gründen ganz normal mit einem sprechen. von wegen authentisch

      • mila sagt:

        tina, sicher hast Du in vielem Recht. Aber ich stell mir jetzt mal vor, ein fremder Erwachsener kommt daher, und tituliert mich als Kacke. Würde mich das beleidigen? Nein. Eher belustigen. Wie auch. Aber bei einem Kind soll ich empört sein? Ich denke nicht. Deswegen ist es – für mich – nicht authentisch, Beleidigtsein vorzutäuschen. Was nicht heisst, dass ich nicht reagiere. Und ja, ich bin auch vorsichtig damit, vorschnell Steine gegen andere Eltern zu schiessen. Doch muss ich MF recht geben, dass es (mE wenige) Eltern gibt, deren erzieherisches (Nicht-)Verhalten irgendwann an den Kindern hängen bleibt. Das ist traurig für diese Kinder, und ein Problem für die Mitmenschen, kleine wie grosse. Alles abzuwiegeln hilft eben such nicht.

      • tina sagt:

        da ticken wir offensichtlich verschieden. mich tüpft das, wenn mich jemand beleidigen will. weil das der plan war. ich finde das auch nicht verkehrt, im gegenteil. um ehrlich zu sein, sind mir leute unheimlich, die dann so überlegen anfangen betont entspannt belustigt zu lachen. bei kindern finde ich das erst recht seltsam und auch ein falsches zeichen. dann gefällt mir die rückfrage besser, das kann man auch bei erwachsenen machen. aber ohne dieses sich über anderen stehend sehen und gleich an das zerrüttete zuhause denken, obwohl es das natürlich auch gibt. grenzen austesten ist doch normal in dem alter

      • tina sagt:

        mila, meine antwort hängt. kurz: doch, ich bin vor den kopf gestossen wenn man mich vorsätzlich beleidigt, bei erwachsenen mehr als bei kindern. mir sind erwachsene unheimlich, die stoisch von oben runterlächeln wenn sie beleidigt werden, das kommt mir so psycho vor ;-). ausserdem finde ich viel schlimmer als eine direktes anfluchen, wenn man sich so herablassend äussert wie das hier zum teil gemacht wird, meins ist das echt nicht. auch finde ich, dass man doch lieber denkt, der knirps will halt grenzen austesten, was doch normal ist in dem alter, als dass man das zerrüttete zuhause voraussetzt (!), auch wenn es das gibt, ebenso wie ein tourettesyndrom. und zuguterletzt finde ich eine integrative grundhaltung grundsätzlich empfehlenswert (auch bei deiner familie)

      • Susi sagt:

        @tina: „mir sind erwachsene unheimlich, die stoisch von oben runterlächeln wenn sie beleidigt werden“

        Ich denke, das mit dem „Runterlächeln“ ist eine Interpretationsfrage; wenn einen sowas nicht berührt, heisst das nicht automatisch, dass man darauf überheblich reagiert. Beleidigungen unter Erwachsenen sehe ich gelegentlich im Sport, zum Beispiel auf dem Tennisplatz, wenn mein Mann gegen einen cholerischen Gegner spielt. (Mein Mann flucht manchmal auch, aber nie gegen seinen Gegner gerichtet.) Wenn dann von der anderen Seite mal ausgeteilt wird, geht das meinem Mann einfach am A. vorbei, er spielt dann völlig unbeirrt weiter. Mir gefällt diese mir-doch-egal-ob-der-mich-mag-Haltung. Habe sie häufig auch; ich bin dann emotional unabhängig und verhalte mich weniger impulsiv.

      • mila sagt:

        Danke, Susi, exakt meine Gedanken. Nur noch etwas weitergesponnen.

        tina, meine Antwort ist nach weiter oben verrutscht.

      • tina sagt:

        ja ok im sport finde ich es nochmals ein anderes kapitel.
        mila schrieb, es belustigt sie. und wenn man gleich ein zerrüttetes elternhaus denkt, wenn ein kind grenzen übertritt, und einem das kind leid tut, dann ist das schon auch nicht einfach nicht berührt sein.
        wobei ich die von dir beschriebene szene auch schräg fand, mit dem harten beschimpfen.

      • tina sagt:

        und diese mir-doch-egal-haltung finde ich eigentlich auch gut. ich finde man sollte sich aber grundsätzlich nicht alles bieten lassen sondern reagieren. eben, die rückfrage finde ich echt gut als reaktion.
        mit „schräg“ meinte ich vorhin, dass auch ich mir da meine gedanken gemacht hätte, wie ein junge in dem alter dazu kommt, so aufzutreten

      • Susi sagt:

        @tina: „ich finde man sollte sich aber grundsätzlich nicht alles bieten lassen sondern reagieren“

        Nein, ich meinte auch nicht, dass man nicht reagieren soll. Aber es ist sicher gut, wenn man da allzu starke Emotionen weglassen kann.
        Ein Beispiel: Der Tennisball ist out, der Gegner sagt: „Das isch Linie gsi!“ Mein Mann: „Das würd mer am Abdruck gseh, ich gsehn aber nüt.“ (Sandplatz). Der Gegner: „Ja, PRAKTISCH wännd nüt gsehsch, hä! Du huerä A****LOCH, du!!“ Mein Mann reagiert: „Äh, wie? Was bisch dänn du für einä?“ Spielt völlig unaufgeregt und konzentriert weiter. (Finde ihn dann voll cool 😉 )
        Der Gegner nach dem Spiel: „Äh, sorry, mer wüssed ja, im Tournier gönnd mängisch d’Emotione ächli hoch…“
        😀

      • mila sagt:

        Eins noch: für das, tina, dass Dich die (Vor-)Urteile anderer nerven, urteilst Du ganz schön saftig mit. Und ja, zu den Dingen, die mich recht schnell nerven können, gehört diese Art von doch recht ziemlich ‚blindem Fleck‘. (Nicht, dass ich davor gefeit wäre.)

      • Susi sagt:

        @tina: Allerdings kommt mir jetzt grad in den Sinn, dass es schon Leute gibt, die sich ab der Gelassenheit meines Mannes nerven und tatsächlich versuchen, ihn aus der Reserve zu locken; es gelingt aber nur wenigen. Vielleicht bin ich darum schon seit bald 11 Jahren mit ihm zusammen, der regt sich auch ab mir nur selten auf. Haha!

      • tina sagt:

        mila, vielleicht habe ich dir zu unrecht unterstellt, gleich als begründung für grenzensuchen eines 5jährigen ein zerrüttetes elternhaus vorauszusetzen. ich mag jetzt nicht alle textstellen zusammensuchen.
        aber du kannst mir nicht ankreiden, ich hätte vorverurteilt hier, und auch sonst.

      • tina sagt:

        haha susi 🙂 ja eben. sport gäll. 😀
        ich habe mal fussballwitze an einer fussballerveranstaltung gemacht. aufgrund dieser erfahrung sehe ich davon ab, an ein konzert zu gehen, das mich interessieren würde. es ist eben auch ein fussballeranlass und eben, manche witze kommen da nicht gut an

      • mila sagt:

        Huch, wieder falsch verschaltet. Eigentlich habe ich heute auch wirklich keine Zeit. Akkordtippen in der Hast macht auch keinen Spass. In dem Sinne: schönes Wochenende.

      • Susi sagt:

        @tina: Ja, Sport, und das Fussballervolk ist nochmals ein ganz anderes als das Tennisvolk.
        😀

  • Martin sagt:

    Wie unmännlich, braucht ein zweijähriges Kind um der Situation zu entfliehen.
    Ich frage mich wie entwaffnend das denn ist.
    Dabei ist es doch so einfach und wahrscheinlich vom Kind gesucht. Kommunikation!
    Aber nein, hier offenbart ein Erwachsener kindliches verhalten „«Wird bestimmt kacke»“, anstelle eines vorbildliches nicht wertendes.
    Schade!

  • Viola Pfeiffer sagt:

    Danke!! Habe herzhaft gelacht!! 🙂

  • Mina Peter sagt:

    Das Ganze wird noch problematischer, wenn es Kinder von Freunden sind…

  • Sportpapi sagt:

    Wenn mir einer so kommt, würde ich ihn mir im wahrsten Sinne des Wortes zur Brust nehmen.
    Hätte auch den Vorteil, dass ich allenfalls gleich die Eltern kennenlerne…

    • ronald salathe sagt:

      Aber Sie wissen doch, dass Sie damit Gefahr laufen eine „in die Fresse“ zu bekommen – um bei der offenbar bereits bei Kindsbeinen beginnenden Verrohung der Gesellschaft zu bleiben.
      Der Zug ist abgefahren!

      • Michi sagt:

        Lieber Sportpapi, mach das lieber nicht. In dieser Angelegenheit kann man in jeder Hinsicht nur verlieren (Sie erwarten von den Eltern Einsicht, werden aber das Gegenteil bekommen). Am besten mit Ignoranz bestrafen.

      • Mariu sagt:

        @r.s: Ha, ha, „schon abgefahren“, der ist schon lange auf der Fahrt, würd ich mal sagen, der Zug. Aber nur machen lassen, die Kids, kommt (vielleicht) schon gut.

      • Martin Frey sagt:

        Zum Thema „schon abgefahren“:
        Das ist typischerweise ein Alter, wo derartige Dinge/Begriffe ausprobiert und Reaktionen getestet werden.

      • 13 sagt:

        „um bei der offenbar bereits bei Kindsbeinen beginnenden Verrohung der Gesellschaft zu bleiben“

        Von dieser beginnenden Verrohung der Gesellschaft, v.a. beginnend bei Kindern und Jugendlichen,spricht man seit ein paar Tausend Jahren, bereits bei Sokrates zu finden, und doch halten wir uns sehr gut.

      • Sportpapi sagt:

        @Michi: Ignoranz ist unfair dem Kind gegenüber, das das eindeutig eine Reaktion verlangt. Ausserdem ist es feig und man zieht sich so aus der Verantwortung.

    • 13 sagt:

      Und diesem Kind, dem eigenen, das daneben steht, und den anderen auf dem Spielplatz beibringen, dass man verbale Angriffe mit physischer Gewalt löst? Sehr sinnvoll.

      • Sportpapi sagt:

        Was meinen Sie mit physischer Gewalt? Finden Sie nicht, Sie gehen mit dem Begriff etwas gar inflationär um?
        Ich hebe den Burschen in die Höhe, so dass wir Auge in Auge eine kleine Aussprache haben können.
        Aber Sie können natürlich auch ausschliesslic „verbal“ kontern. Und versuchen, sich nicht auf das Niveau des Kindes zu begeben. Oder einfach davonlaufen. Ich nehme an, dann hat Ihr Kind mehr Respekt vor Ihnen…

      • Martin Frey sagt:

        „Was meinen Sie mit physischer Gewalt? Finden Sie nicht, Sie gehen mit dem Begriff etwas gar inflationär um?
        Ich hebe den Burschen in die Höhe, so dass wir Auge in Auge eine kleine Aussprache haben können.“

        Das IST physische Gewalt, SP. Definitionsgemäss. Die Frage an Sie, was machen Sie, wenn die Sache eskalieren sollte? Wenn er Sie soweit provoziert, indem er Sand auf Ihre Liege schmeisst? Ihr Velo umstösst oder so? Was haben Sie dann als Repertoire noch in der Hand? Ihn verdreschen?
        Ich staune etwas, ehrlich gesagt.

      • mila sagt:

        Wieso müssen Sie ein fremdes Kind auf Augenhöhe heben? Sie können sich mit ihm auch auf Augenhöhe begeben ohne eine solche Aktion. Bei einem noch so kleinen Kind kann man sich zudem durchaus fragen, was hier die Motivation ist. Und das Ganze nicht persönlich nehmen, was nicht heisst: das Kind nicht ernstnehmen. Offenbar will es eine Reaktion auf sein Verhalten ‚erhalten‘, und da würde ich mir schon einen Moment lang überlegen, was für eine Reaktion lern-erweiternd sein könnte. (Eine Standpauke halte ich nicht für besonders zielführend in dieser Situation.)

      • mila sagt:

        PS: Ja, ich würde es auch nicht gern sehen, wenn ein fremder Mensch mein Kind hochhebt. Und ich schätze, bei keinem Kind dieser Welt, egal wie wohl-erzogen, werden solche ‚Vorfälle‘ ausbleiben. Man darf, als Erwachsener, dabei auch durchaus eine Haltung einnehmen, die dem Kind nicht per se a) schlechte Manieren oder b) böse Absichten unterstellt. Und dabei doch klar sein in der Kommunikation, dass dies keine gute Art ist, sich anderen Menschen anzunähern.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Nun ja, die Tatsache, dass Sie das Kind aufheben können, bedeutet, dass Sie physisch überlegen sind. Das nützen Sie aus. Was ist denn Ihre Definition von Gewalt? Eben, das Ergebnis wird wohl sein, dass die Eltern dieses Kinder (und vermutlich noch 2-3 andere) dazwischen gehen werden, dann sind Sie der Böse und das Kind das Opfer, Lerneffekt gleich Null. Wenn Sie wirklich mit dem Kind auf Augenhöhe diskutieren wollen, so könnten sie zu ihm runtergehen. Ich würde wohl so etwas sagen: „Nein, ich bin nicht Kacke und ich finde es schlimm, dass Du einfach losziehst und andere Menschen so bezeichnest. Würde es Dir gefallen, wenn ich Dich jetzt beschimpfen würde?“ Von einer Fremden klare Worte zu hören, bewirkt manchmal Wunder und zeigt, dass man Grenzen setzen darf.

      • Emil Eugster sagt:

        „Was meinen Sie mit physischer Gewalt? Finden Sie nicht, Sie gehen mit dem Begriff etwas gar inflationär um?
        … und dann „Ich hebe den Burschen in die Höhe, …“ = physische Gewalt.
        Danach „Aber Sie können natürlich auch ausschliesslic „verbal“ kontern. Und versuchen, sich nicht auf das Niveau des Kindes zu begeben.“ aber sie wollen „… Auge in Auge eine kleine Aussprache haben können.“ was ja nichts anderes als sich mit dem Kind auf gleiches Niveau zu bringen bedeutet.
        … und sie glauben mit ihrem Kommentar unser aller (inklusive dem des Fünfjährigen) „Respekt“ zu erhalten?
        Ha!

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Wenn Sie so wollen, bitte. Allerdings wird dann wohl kaum eine Reaktion ohne Gewalt auskommen, wenn auch nicht physische.
        Aber Sie haben ganz vergessen, Ihre Alternativen vorzustellen. Die Ansprache an das Kind, die ja auch in meinem Fall im Zentrum steht, ist zwar angemessen, aber selbstverständlich nicht immer zielführend. Ist ja nicht so, dass der Bursche nicht Bescheid wüsste, dass er das nicht darf.
        Und was, wenn dann die Geschichte weitergeht, eskaliert? Schleichen Sie dann vom Platz? Oder holen Sie die Polizei?
        Ich staune etwas, ehrlich gesagt. Und wundere mich einmal mehr, ob hier wirklich so viele Diskutierende schon Auseinandersetzungen mit Kindern gehabt haben, die klare Grenzen suchen. Und vielfach auch die Beziehung, die danach entstehen kann.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Von einer Fremden klare Worte zu hören, bewirkt manchmal Wunder und zeigt, dass man Grenzen setzen darf.“
        Ja, manchmal. Allerdings gehe ich davon aus, dass die Grenzüberschreitung ganz bewusst passiert ist. „Würde es Dir gefallen, wenn ich Dich jetzt beschimpfen würde?“
        Die Flegel, mit denen ich zu tun habe, würden jetzt mit grösster Wahrscheinlichkeit mit Ja antworten…

      • Sportpapi sagt:

        @mila: „Offenbar will es eine Reaktion auf sein Verhalten ‚erhalten‘, und da würde ich mir schon einen Moment lang überlegen, was für eine Reaktion lern-erweiternd sein könnte.“
        Das ist der Kern. Nur die überzeugende Lösung habe ich heute hier noch nicht gelesen.
        Ich für meinen Teil stelle ein solches Verhalten ab. Mit einer klaren Ansprache, mit einem klaren Abstecken von Grenzen.
        Meist ist das dann durchaus die Basis einer respektvollen Beziehung. Und man kann schon kurz darauf über Waffeln etc. diskutieren.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Das Kind ist 5 Jahre alt so von wegen Flegel etc. Aber vielleicht ist es auch eher ein Fall von „Wie man in den Wald ruft….“. Auch auf ein Ja gäbe es verschiedene Möglichkeiten:
        1. „Wirklich? Dann lasst uns das doch mal ausprobieren. Kinder, kommt mal her. Thomas hier möchte, dass ihr ihn ab sofort nur noch Kacka nennt. Das gefällt ihm eben.“
        2. „Ok, das ist Dein gutes Recht. Findest Du aber nicht, dass jeder selber wählen darf, wie er genannt werden möchte und eine eigene Meinung haben?“
        3. „Da bist Du wohl die grosse Ausnahme. Frag doch mal deine Eltern, ob sie auch finden, dass das völlig ok ist. Sie können Dir bestimmt gut erklären, warum das die meisten Menschen nicht wollen.“

      • 13 sagt:

        @ SP
        „Mit einer klaren Ansprache, mit einem klaren Abstecken von Grenzen.
        Meist ist das dann durchaus die Basis einer respektvollen Beziehung.“
        Hier verwechseln Sie aber Angst mit Respekt. Wer mir gegenüber handgreiflich wird, vor dem fürchte ich mich. Vielleicht vermeide ich das nächste Mal auch mit ihm in Kontakt zu treten, weil ich diese Erfahrung nicht wiederholen will. Respekt habe ich aber vor einem solchen Verhalten nicht. Darum verschwindet diese Angst auch dann, wenn man sicher ist, dass einem nichts passieren kann. Weil man inzwischen selber gross genug ist oder jemand anderes da ist, der einen beschützen kann (die Mutter, der Lehrer, der einschreitet, älterer Bruder, der stärker ist etc.).

      • Sportpapi sagt:

        @13: Warum straft der Staat? Und: halten wir uns nur an die Regeln, weil wir Angst vor Strafen haben? Oder gibt es da nicht vielfach eine wachsende Einsicht, dass viele (nicht alle) Regeln durchaus vernünftig sind?

      • mila sagt:

        Ich denke, Antworten meinerseits würden je nach Tagesform variieren. Vermutlich, bei halbwegs guter Laune, würde ich es mit einer gutsokratischen Hebammenmethode versuchen, à la: Du findest also, ich sehe wie ein Gaggi aus. Ok, wie sieht den so ein Gaggi aus, wie riecht er, beschreib doch mal etc., mit dem Ziel, dass das Kind von selbst den Schluss zieht (idealiter), dass a) Gaggis gruusig sind, und b) Menschen nicht damit verglichen werden wollen. Versuchen Sie’s mal, es funktioniert öfter, als man denken würde. Wenn man das Interesse dafür (bzw. für die Antworten des Kindes) aufbringt, selbstredend. Und die halbwegs gute Laune. Geheuchelte Pädagogik wird schnell durchschaut.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ich sehe gerade den Zusammenhang überhaupt nicht, aber nach fast übereinstimmender Meinung der Strafrechtler bringt eine Strafandrohung selten bis nie etwas. Wir halten uns an die Gesetze, weil wir sie für richtig halten. Ich persönlich glaube nicht, dass das in dieser Absolutheit stimmt. Gerade im tieferen Strafbereich, wie bei Bussen, wo aber die Gefahr entdeckt zu werden sehr gross ist (bspw. zu schnelles Fahren) ist es m. M. n. tatsächlich die Angst vor der Busse, die uns dazu bringt, uns daran zu halten. Was aber hat das mit dem Thema zu tun?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das hat mit dem Thema Angst und Respekt zu tun. Gehorche ich, weil ich die Strafe fürchte, oder weil ich einsichtig bin (und z.B. andere Leute nicht verletzen möchte). Ich erwartet von 5jährigen, dass sie sich an gewisse Regeln und Gebote halten, auch aus Angst vor Konsequenzen bei Verstössen, während mit zunehmendem Alter auch Einsicht und Selbstverantwortung dazukommen.

      • Taurec sagt:

        Ich habe als 7- oder 8Jähriger (in den 60er Jahren) auf der Strasse eine gehbehinderte Frau imitiert und dafür von ihrer Freundin sofort und ohne Vorwarnung eine Ohrfeige kassiert. Ich habe dies nie vergessen (die Ohrfeige hat nicht wirklich geschmerzt) und bin noch heute der Überzeugung, dass dies die einzige korrekte Reaktion war. (Trump beipsielsweise hatte offenbar nie so ein einschneidendes Erlebnis, sonst würde er sich wohl nicht öffentlich über Behinderungen lustig machen).

      • 13 sagt:

        Die Einsicht kommt aber nur, wenn man ein Umfeld hat, welches die richtige Konsequenz (ein Mensch wird dadurch verletzt) aufzeigt. Wenn das Kind einfach sieht: Wenn ich jemanden beschimpfe, ist die Konsequenz, dass er auf mich losgeht. Kann er das nicht, weil ich grösser/stärker bin, gibt es keine Konsequenz, also kann ich die anderen beschimpfen.
        Und auch: Beschimpft mich jemand der kleiner/schwächer ist, darf ich diesen angreifen, denn wenn es Erwachsene tun, ist das das gesellschaftlich anerkannte Verhalten. Es gibt diverse Studien zur Prävention von Straftaten, aber es gibt auch einen Punkt, wo sich alle Experten einig sind: Praktisch 100% aller Gewaltverbrecher haben als Kind oder später selber Gewalt erlebt.

      • 13 sagt:

        Nur so ein Beispiel:
        Ich habe heute früh mein Kind in den Kindergarten gebracht und die Zeit verwechselt. Also gingen wir nochmals heim. Beim Ausgang traf ich eine andere Mutter, der es gleich ging. Ich sagte ihr, dass wir wohl falsch liegen, und sie herrschte mich grob an: „Was ist denn das für ein Sch…? Welches A… hat sich das überlegt?“ Ich antwortete, ich könne ja nichts dafür, und ging weiter. Mein 6jähriges Kind meinte: „Mami, warum hat die Frau Dich so angeschrien?“ Ihr 6jähriges Kind reagierte gar nicht, zuckte auch kein bisschen zusammen. Es empfand diesen Ton offenbar als normal. Welches der beiden wird wohl diesen Ton und Wortwahl als Erwachsener eher selber anwenden?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Genauso wie es Kinder gibt, die wegen eigenen Gewalterfahrungen selber gewalttätig werden, so kenne ich doch einige Kinder/Jugendliche, denen man seit Jahren gut zuredet und versucht, sie durch Gespräche auf die richtige Bahn zu bringen. Die lachen mittlerweise nur noch darüber.
        Und zu ihrem Beispiel: Keine Frage, dass Wortwahl und Überforderung der Eltern prägen. Ebenso wie Eltern, die den Sandkasten mit ihren Kindern fluchtartig verlassen, weil ein anderes Kind sich daneben benimmt. Das ist doch auch kein Vorbild.

      • 13 sagt:

        Die Frage ist eher, wie gerieten sie auch die schiefe Bahn. Bereits da ist wohl etwas schiefgelaufen…
        Von fluchtartigen Verlassen des Sandkastens habe ich nie was gesagt und finde ich auch nicht wirklich eine Lösung. Mein Ziel wäre es meine Kinder selbstbewusst und wortgewandt zu erziehen, damit sie es schaffen, ihre Grenzen verbal zu verteidigen. Wenn es dann mal unter Kindern (nie Erwachsene gegen Kinder!) knallt, dann ist das halt so, je älter sie werden, desto weniger sollte das passieren. Darum eben bei Erwachsenen gar nicht.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das ist gut, wenn Sie Ihre Kinder so erziehen. Hier ging es aber um ein fremdes Kind. Gut, wenn Sie dieses dann ohne jeglichen Machteinsatz zur Einsicht bringen, dass seine bewusst vorgenommene Provokation keine gute Idee ist. Dann sind Sie wirklich ein Vorbild für Ihre Kinder.
        Aber was, wenn es Ihnen dann noch ans Schienbein kickt, wie MF voraussieht? Weil es endlich eine Reaktion haben möchte?

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ich kann fremde Kinder nicht erziehen, mich nur in Anwesenheit von allen Kindern, eigenen und fremden selber angemessen(=anständig) Verhalten, mein Verhalten ist nämlich das einzige, was ich kontrollieren kann. Eine Reaktion würde das Kind auf jeden Fall erhalten, allerdings nicht eine physische. Würde es mich daraufhin kicken, würde ich mich mit den Worten, dass ich mit Menschen, die gewalttätig sind und andere schlagen nichts zu tun haben will. Da hätte ihm seine Kontaktaufnahme gerade das Gegenteil bewirkt. Ich lasse mich ganz bestimmt nicht einfach von Kindern schlagen. Aber zurückschlagen muss ich deshalb nicht. Ich bin erwachsen und habe darum andere Wege in petto.

    • Martin Frey sagt:

      Das meinen Sie jetzt aber nicht im Ernst, Sportpapi? Sie wären handgreiflich geworden gegenüber einem Dreikäsehoch, der «Du bist eine Kacke!» zu Ihnen sagt?

    • zysi sagt:

      1/2
      @Sportpapi
      Im Grundsatz bin ich bei Ihnen mit „zur Brust nehmen“; einzig mit dem Unterschied, dass dazu kein Hochheben nötig ist (wenn auch nicht ganz unnütz, je nach geprägtem Typ; aber dies muss nicht auch noch im gleichen Vorkommnis evaluiert werden 😉 ).
      Ich hatte ein identisches Ereignis mit unserem Sohn (8j), der während der Turnstunde von seinem Sportlehrer in gleicher Weise hochgehoben wurde. Dabei stiess er auch seinen Kopf an der Wand an (Aua). Hintergrund: Sohn unterband das Vordrängeln eines Kameraden nach mündlicher Ansage „das darfsch nid, hinge astah“ mit einem Schubser, dieser fiel und jammerte also beim Lehrer.

      • zysi sagt:

        2/2 Meine Reaktion war ein Anruf an den Lehrer und besprach den Sachverhalt mit ihm (aufschlussreich); unser Anliegen, dass das kräftige Hochheben überflüssig sei, ein klares Beiseite ziehen und die Leviten lesen jedoch von uns erwünscht sei, nahm er wohlwollend entgegen und akzeptierte unsere Rückmeldung. Auf meinen humorvollen Hinweis, dass ca. ab der 7./8, Klasse solche Hebereien auch ins Sägemehl führen könnten (Sohn schwingt….), lachte er mit und wir tranken am Abschlussfest ein Bier zusammen.

      • Sportpapi sagt:

        @Zysi: Auch das Schwingen mit schwierigen Jugendlichen kann ganz viel auslösen. Selbst wenn der Jugendliche gewinnen sollte.
        Ansonsten: Vermutlich ein guter, beliebter und glaubwürdiger Sporlehrer.

  • Flo, die echte! sagt:

    Am Morgen schon über diese Geschichte lachen und sich dabei an erlebte Situationen erinnern – wie gut tut das
    Was ich mir immer wieder vor Augen halte – Kinder und ihr Benehmen sind meist ein Spiegelbild ihrer Eltern – mind. noch wenn sie klein sind. Später haben Schulkameraden und FreundInnen grossen Einfluss und der Einfluss der Eltern nimmt stetig ab.
    Irgendwann, wenn sie „ausgewachsen“ sind, sind sie eine Sammlung aller Einflüsse und das Vorbild/Vorleben der Eltern legte den Grundstein dazu
    Und wie schön und erlösend wär es manchmal, auch als erwachsener Mensch, einem ungeliebten/- freundlichen, störrenen Mitmenschen offen seine Meinung sagen zu dürfen

  • Martin Frey sagt:

    Am meisten überrascht mich, wie man sich durch einen verzogenen Dreikäsehoch derart aus dem Konzept bringen lassen kann, diese ganze spürbare Überforderung ob eines einzigen Satzes eines Westentaschenbully wie es ihn wohl in jeder Klasse gibt. Es sind nun mal nicht alle Menschen gleich, und auch nicht alle Menschen gleich sozialisiert. Was leben Sie Ihren Kindern vor, wie mit solchen Figuren umgegangen werden soll, frage ich mich? Herausforderungen dieser Art sind ein Stück weit Alltag und werden ja im Erwachsenenalter nicht zwingend weniger.
    Es gäbe wohl dazu zig Strategien, aber eines ist klar: Andere Erwachsene oder gar die Eltern können Sie dabei vergessen. Die werden nämlich erst auf der Bildfläche erscheinen wenn das eigene Kind schreit. 😉

    • Carolina sagt:

      Ich halte NP jetzt mal zugute, dass er diesen Fall als Beispiel wählte. Kann mir auch nicht vorstellen, dass er sich von einem Fünfjährigen dermassen aus dem Konzept bringen lässt – es sei denn, seine normalerweise doch ziemlich rigide PC-Haltung wird von der Realität überholt!
      Ich fürchte, ich würde in diesem Fall lachen, auch nicht besonders toll!
      Mich stört am meisten die Implikation, dass die eigenen Kinder so etwas nie, nie täten. Gerade diese Eltern, die ihre eigenen Kinder für kleine Heilige halten, würden es wahrscheinlich glauben können, was die so von sich geben. Das ist bis zu einem gewissen Grad völlig normal, je nach Alter gehört es dazu, Grenzen auszutesten – das mit der Fäkalsprache ist doch der Klassiker.
      Aber es gehört eben auch dazu, dass sie lernen, dass Erwachsene

      • Carolina sagt:

        /2 unterschiedlich reagieren, dass müssen sie aushalten lernen und in ihren Erfahrungsschatz aufnehmen. Schonhaltung nutzt nichts.

      • mila sagt:

        Nein, Schonhaltung nützt nichts. Und jedem sollte ja eigentlich klar sein, dass das eigene Kind in der einen oder anderen Situation genauso ‚auftreten‘ wird. Frage: Wie würde man sich wünschen, das andere reagieren? Mir graut es schon ein bisschen, wenn ich hier lese, was als adäquate Reaktion angesehen wird. Ganz ehrlich. Wir reden hier von einem Fünfjährigen, von dem wir zu glauben wissen, er wäre verzogen – allein aufgrund einer beschriebenen Interaktion. Da würde ich mir doch etwas weniger heftige Reaktionen und Unterstellungen wünschen, wenn meine Tochter in diese Phase kommt, was unweigerlich der Fall sein wird. (Wirklich, man könnte meinen, der Kleine hätte so etwas wie eine Majestätsbeleidigunh begangen – offenbar wird so ein Pipifax von manchen Erwachsenen derart empfunden.)

      • mila sagt:

        PS, das mit dem Lachen könnte mir auch passieren. Ich halte es für keine der schlechtestmöglichen Reaktionen… wenn ich hier so in die Runde blicke, zumal. Ein Nachsatz wäre aber sicherlich erforderlich, zwecks Einordnung.

      • Martin Frey sagt:

        „Kann mir auch nicht vorstellen, dass er sich von einem Fünfjährigen dermassen aus dem Konzept bringen lässt – es sei denn, seine normalerweise doch ziemlich rigide PC-Haltung wird von der Realität überholt!“
        Wenn ich ehrlich sein will, genau den Gedanken hatte ich, Carolina. Oder anders formuliert, der PC-Elfenbeinturm wird von der Urgewalt eines Fünfjährigen ganz kurz ad absurdum geführt… 🙂

    • Sportpapi sagt:

      „Es gäbe wohl dazu zig Strategien, aber eines ist klar: Andere Erwachsene oder gar die Eltern können Sie dabei vergessen. Die werden nämlich erst auf der Bildfläche erscheinen wenn das eigene Kind schreit.“
      Was für ein negatives Menschen-/Elternbild.
      Aber was für eine Strategie würden Sie denn anwenden, und wie würden Sie im Falle einer Eskalation reagieren?

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi:
        Das ist kein negatives Menschen-/Elternbild, sondern ein sehr realistisches. Negativ finde ich, wenn Erwachsene ob einer flapsigen Provokation eines Fünfjährigen, der wohl primär Kontakt sucht, derart die Contenance verlieren dass Sie meinen, handgreiflich werden zu müssen.
        Ihre Reaktion erinnert mich ehrlich gesagt etwas an Trump. Nur weil irgendein Kim wieder mal provoziert, sollten Sie nicht gleich den Finger auf den roten Knopf legen. Denn weise Leute sprechen keine Drohungen aus, solange sie nicht zum Handeln bereit sind. Und sie vermeiden unnötige Eskalationsspiralen die nicht zielführend sind und wo man nur verlieren kann.
        Herrgottnochmal, SP, das ist ein Fünfjähriger der Sie etwas provoziert! Machen Sie in der Schule keine Pausenaufsicht (gibt es das noch?) mehr?

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Nein, ich mache keine Pausenaufsicht. Aber was passiert wohl mit dem Schüler/Kindergärter, der seinen Lehrer beschimpft?
        Ich widerhole mich aber gerne: „Aber was für eine Strategie würden Sie denn anwenden, und wie würden Sie im Falle einer Eskalation reagieren?“
        Wenn ich Sie richtig verstehe. Allenfalls ein paar mahnende Worte, ignorieren, darüber hinwegsehen?
        Und wie passt das zu Ihrer Law and Order-Mentalität, wo Ihnen doch sonst keine Strafe abstreckend genug sein kann?
        PS: Nein, Ihr negatives Elternbild halte ich keineswegs für realistisch. Sondern für stark verzerrt und von Vorurteilen geprägt.

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi
        „PS: Nein, Ihr negatives Elternbild halte ich keineswegs für realistisch. Sondern für stark verzerrt und von Vorurteilen geprägt.“
        Ich würde dem mal sagen, ‚evidenz-basiert’… 😀
        „Und wie passt das zu Ihrer Law and Order-Mentalität, wo Ihnen doch sonst keine Strafe abstreckend genug sein kann?“
        Ist das jetzt wieder Ihre manchmal etwas manipulative Seite, oder woher haben Sie genau diese Unterstellungen? Nochmals, wir sprechen hier von Kindern im Vorschulalter…
        „Aber was passiert wohl mit dem Schüler/Kindergärter, der seinen Lehrer beschimpft?“
        Ich bin überzeugt davon, dass kein/e Kindergärtner/in wegen einer ‚Gaggi‘-Provokation je handgreiflich werden wird. Das ist in dem Alter, wie bereits erwähnt, oft sogar Teil einer Phase.

      • Martin Frey sagt:

        Zu den Alternativen zu Ihrer ‚handgreiflichen Eskalationsstrategie‘:
        Viele plusminus taugliche Optionen wurden bereits anderweitig erläutert: Darunter Nachfragen, Spiegeln, Begriffe erklären, Lachen, verbal Zurechtweisen. usw. Sie können das auch frei kombinieren. Wenn Sie es einfach halten wollen, sagen Sie „selber Gaggi“… 😉 oder der Klassiker in dem Alter: “ Was Du sagst, bist Du selbst,…“
        Der Phantasie sind da wenig Grenzen gesetzt, aber alle Optionen kommen primär mal ohne Gewaltanwendung aus. Eskalieren müssen Sie immer noch können wenn Sie dann einen Tritt ans Schienbein kriegen.. 😉
        Aber im Ernst, einem Erwachsenen, zudem einem Pädagogen, sollte diese Klaviatur nicht so fremd sein. Schliesslich müssen wir das auch unseren eigenen Kindern ein Stück weit vorleben.

      • Martin Frey sagt:

        Sorry, *kein/e Kindergartenlehrer/in* selbstverständlich…

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: „Ich bin überzeugt davon, dass kein/e Kindergärtner/in wegen einer ‚Gaggi‘-Provokation je handgreiflich werden wird.“ Stimmt. Vermutlich gibt es ein Elterngespräch, der Schulpsychologe wird eingeschaltet, es werden Sanktionen diskutiert…
        Oder glauben Sie ernsthaft, da würde einfach darüber hinweg gesehen?
        Aber klar, dann heisst es dann wieder, die Schule übertreibe, das könne man doch auch vor Ort lösen, usw.

  • Diana sagt:

    Ich sage auch fremden Kindern kindergerecht meine Meinung und versuche gleichzeitig kein großes Aufhebens darum zu machen. Das beflügelt die nur. So was wie:
    Du magst dieses Wort. Ich mag es nicht. Aber erzähl es mal deinen Eltern, vielleicht mögen sie es auch so wie du. Tschüss!
    Und dann irgendwas anderes machen und nicht mehr reagieren.
    Sich die Eltern vorknöpfen oder sogar den kleinen Schlingel resultiert nur in Diskusionen.

    • Sophie sagt:

      @Sp
      Der Schulpsychologe hätte aber sehr viel zu tun….Ist ja lächerlich!Sie haben ja keine Ahnung was Kinder im Vorschulalter alles drauf haben!Ein/e Kindergärtner/in kann und muss sehr wohl mit solchen Situationen alleine umgehen.

      • Sportpapi sagt:

        @Sophie: Ich habe jetzt den dritten Sohn im Kindergarten. Und ich weiss, wegen welchen Themen wir angerufen wurden (Beleidigungen der Lehrperson waren glücklicherweise nicht darunter). Und ich weiss auch, wegen was für banalen Vorkommnissen sich der Schulsozialarbeiter mal um einige Jungs gekümmert hat – darunter auch meiner.
        Ausserdem habe ich schon Sportgruppen in dem Alter geleitet. Würde ein Kind einen Leiter beleidigen – ernsthaft und nicht im Spiel – wäre ein Elterngespräch und eine Verwarnung das mindeste.

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