Best of: Was ist bloss aus den Kindergeburtstagen geworden?

Es sind Sommerferien, auch für unsere Autorinnen und Autoren. Deshalb publizieren wir während zweier Wochen einige Beiträge, die besonders viel zu reden gaben. Dieses Posting erschien erstmals am 20. April 2017.

  • Rüeblikuchen war einmal...

  • Heute ist es mindestens eine Regenbogentorte...

  • ...oder eine Barbie, die aus der Torte springt...

  • ...oder auch eine Winnie-the-Puuh-Torte...

  • ... eine Schatzkarte...

  • ...oder süsses Käfergebäck. Fotos: flickr.com

Mittlerweile haben mein Mann und ich 16 Kindergeburtstage organisiert. Und unsere beiden Kinder sind übers Jahr verteilt an je fünf oder sechs Geburifeste eingeladen. Macht rund 100 Geburtstagspartys! Diese Erfahrung hat mich gelehrt: Ganz schön verrückt, was heutzutage für ein Aufwand betrieben wird, wenn ein Kind Geburtstag feiert. Ein riesen Tamtam! Habe ich jedenfalls das Gefühl, wenn ich an früher denke. Früher ist lange her, nämlich dreissig Jahre. Da war ich sieben, so alt wie meine Tochter heute. Erinnerungen sind natürlich immer schöngefärbt. Hier dennoch der grosse Geburifest-Vergleich.

Die Einladung

1987: Bunte Kärtchen, vielleicht mit Ballons vorne drauf, wurden im Kindergarten oder in der Schule verteilt. Man durfte so viele Kinder – Mädchen und Buben – einladen, wie man alt wurde. Auf den Kärtchen stand, an welchem Mittwochnachmittag das Fest stattfindet. Mitnehmen: Gute Laune.

2017: Die Mutter des Geburtstagskindes versendet eine Save-the-Date-Nachricht per Whatsapp oder den Link zu einer Doodle-Terminumfrage. Drei Wochen vor dem Event liegt die Einladung im Briefkasten. (Info aus dem Kindergarten: Bitte nicht in der Garderobe verteilen, da manche Kinder traurig werden, wenn sie nicht eingeladen sind!) Bei Vorschulkindern gibt es gemischtgeschlechtliche Partys, danach laden Mädchen Mädchen ein und Buben Buben. Weil das Geburikind niemanden enttäuschen will, darf es 17 Kinder einladen. Auf der Einladung stehen das Motto, eine Materialliste (Schienbeinschoner, Prinzessinnenkleid, Regenhosen, Zeckenspray, Allergie-Medikamente…) und die Handynummer der Eventmanagerin, also der Mutter.

Das Motto

1987: Motto? Gab es nicht.

2017: Keine Party ohne Motto! Für Buben: Ritter, Dinosaurier, Piraten, Fussball. Für Mädchen: Prinzessinnen, Feen, Eiskönigin, Pferde.

Die Dekoration

1987: Ein paar Ballons, drei Luftschlangen auf dem Tisch, Pappteller und bunte Servietten.

2017: Die ganze Wohnung wird festlich dekoriert. Vom Röhrli über die Kerzen bis zur Girlande passt alles zum Motto und ins Farbkonzept. Faule Mütter bestellen online ein Party-Dekorationsset, alle andern basteln schon eine Woche vorher alles selbst.

Das Programm

1987: Geschenke auspacken, Schoggispiel und Reise nach Jerusalem. Wer gewinnt, darf aus der Preisli-Schüssel etwas auswählen. Das Geburtstagslied singen auf Schweizerdeutsch. Kerzen ausblasen und Kuchen essen. Mit den Gästen und Geschenken spielen, während Mami den Tisch abräumt.

Kerzli, Kuchen, eine Handvoll Kuchen – und gut war: Geburtstagsfestli in den 80ern. Foto: WDR

Kerzli, Kuchen, eine Handvoll Kinder – und gut war: Geburtstagsfestli in den 80ern. Foto: WDR

2017: Zuerst eine aufwändige Schatzsuche mit täuschend echter Schatzkarte. Unterwegs muss man 13 Rätsel lösen und trifft auf Papi oder Götti Stefan, der als Pirat verkleidet ist. In der Schatzkiste sind 18 Säckli mit exakt demselben Inhalt (Smarties, Radiergummi, Klebetattoos…). Danach macht man 10-15 von den Eltern mühsam ergoogelte Geburtstagsspiele. Damit niemand weint, gewinnen immer alle. Es folgt zur allgemeinen Beruhigung die Bastelsequenz: Man fabriziert etwas, was zum Motto passt (Prinzessinnenkrone, Tiermaske, Ritterschwert etc.). Langweilig? Wie wäre es mit Pony reiten? Übernachtungsparty? Geburtstag im Tenniscenter («250 Franken für 1 Tenniscoach, Kuchen bitte selber mitbringen»)? So oder so: Geschenke auspacken. Dann singen alle das Geburtstagslied auf Englisch, Schweizerdeutsch, Französisch, Italienisch, Hündlisprache (Wuwu-wuff-wuff, wuff! wuff!) und Fake-Chinesisch. Mami fotografiert den Kuchen für Instagram und Facebook. Kerzen ausblasen und Kuchen essen. Und dann kommt noch ein Clown. Oder ein Zauberer. Oder eine als Elsa verkleidete Schauspielschülerin. Falls die Partystimmung abflaut, wird eine Tischbombe gezündet. 

Der Kuchen

1987: Rüeblitorte, Schoggicake oder, ganz speziell, Marmor-Gugelhopf.

2017: Eine siebenfarbige Regenbogentorte. Oder ein Motto-Kuchen mit Wow-Effekt, von der Mutter mit grossem Aufwand und noch mehr Liebe gebacken: Ein Prinzessinnengugelhopf, aus dem eine echte Barbie rausguckt. Oder ein Piratenkuchen komplett mit Schiff, Palme und essbaren Marzipanpapageien. Geschmacklich geht es in Richtung Schokolade, aber es geht in erster Linie ums Aussehen, nicht um innere Werte. Der Kuchen ist selbstverständlich vegan und frei von Nüssen und Gluten.

Das Ende

1987: Die Kinder wurden von den Gastgebern an der Haustür mit einem Händedruck verabschiedet. Wer schon im Kindergarten war, lief alleine nach Hause.

2017: Die Eltern holen ihre Kinder ab und fragen drei Mal, ob alles gut gegangen ist. Nette Gastgeber bitten die Abholer herein und reichen Regenbogenkuchen, Kaffee, Prosecco und Bier. Unterdessen suchen sie fieberhaft das mittlerweile halbvolle Schatzsäckli des betreffenden Kindes. Das eigene Kind wird dazu gezwungen, sich ein zweites Mal fürs Geschenk zu bedanken. Wenn kein Schatz gesucht wurde, bekommt das Gastkind nun ein Mitgebsel-Säckli mit Schleckzeug. Nach dem Aufräumen wird sofort das beste der 287 Partyfotos ausgewählt, online als Karte («Vielen Dank!») bestellt und anschliessend an alle Gäste verschickt.

Und für jedes Kind das gleiche Säckli zum Nachhause-Nehmen… Foto: PD

34 Kommentare zu «Best of: Was ist bloss aus den Kindergeburtstagen geworden?»

  • Rebekka Pacheco sagt:

    Ich wohne seit ein paar Jahren in Brasilien und hier werden Kindergeburtstage normalerweise sehr ausgeprägt gefeiert, mit Thema, Deko, Riesengeburitorte, Kostümen etc. Die Erwachsenen sind auch eingeladen und mir scheint das Fest oft mehr für die Erwachsenen als für die Kinder. Meine Kindergeburtstage wurden eher im Stil von Nada Meiers 1987-Version gefeiert und ich fand das immer super so. Ich erzähle hier allen, dass in der Schweiz die Kindergeburtstage viel einfacher und kindgerechter gefeiert werden, aber da habe ich wohl ein paar Entwicklungsschritte verpasst…Jedenfalls gefällt mir die einfache Version besser, natürlich darf man der Phantasie freien Lauf lassen, aber hier verschulden sich viele Eltern um den Geburtstag des Kindes gebührend feiern zu können, was ich schade finde.

  • Mara sagt:

    Bis mein Sohn 11war habe ich ihm bei der Organisation seiner Geburtstagspartys tatkräftig und gerne geholfen. Einladen durfte er so viele Kinder wie er alt war. Als Krönung dann mit 11 eine „Disco“.
    Danach gab es nur noch selbst organisierte Feste.
    Wichtig scheint mir dass man das tut wonach einem der Sinn steht und dass man sich nicht unter Druck setzen lässt von anderen. Egal ob man einen grossen oder kleinen Aufwand betreibt.

  • Marcel Prenz sagt:

    Als Papa stehe ich genau vor dem selben Problem. Meine Frau ist schon Monate im Voraus am organisieren. Auch darf es keine 0815 Torte sein. Es wird ein riesiger Aufwand betrieben nur um die kleinen Rabauken glücklich zu sehen :-). Wir machen das sehr gerne jedoch denke ich manchmal an meine Zeit zurück und da gab es bei weitem nicht so viel, im Gegenteil meine Geburtstage waren eher spartanisch gehalten, jedoch spürte ich das meine Mutter und mein Vater alles getan haben um mich glücklich zu sehen. Nun bin ich selber Papa und finde es ist wichtiger das was man tut von Herzen kommt.

    Liebe Grüsse, Marcel

    PS. Schöner ist es doch wenn die Kinder das Motto bestimmen und ihre Torte selber backen 😉

  • Ruth sagt:

    Vielen Dank für diesen super unterhaltenden Artikel! Habe schon lange nicht mehr so gelacht und frage mich, was denn in 10 oder 15 Jahren wohl „in“ ist, wenn ich mal Grossmami bin.

    • EVA Einstein-Pestalozzi sagt:

      Kindergeburtstage – mit Regenbogenkuchen und alle die Erinnerungen sind wieder da wie an Weihnachten Himtsterndüfte.. Das ewige inner Kind in uns kommt hoch und mit ihm die Stimme des Gewissens.. das schönste daran und auch das gerechteste ist, dass wir alle zusammen jeden Tag aelter und gescheiter ??? werden.. Jungendträume sind mehr als Schäume.. ich überlebe schon lange an solch tiefempundenen Erinnerungen lieber die schönen wie die schlimmen auch diese traumatischen Bilder kommen hoch, wenn ich über häusliche Gewalt oder Verdingkinder und Laienbehörden denke.. Leute es geht uns gut. also prüfen wir alle und gehalten vor allem das Gute ..
      Die Zeit ist reif für mehr Gerechtigkeit und weniger parteipolitische Qualkümpfe auf der Strecke bleiben Gebärmütter und Kind.. MuttutGut!

  • Hannes Müller sagt:

    Wir hatten in unserer sehr kinderreichen Familie nie das Geld für Kindergeburtstage. Zweimal wurde ich an einen solchen von einem anderen eingeladen. Das erste Mal schenkte ich ihm das Spielzeugauto, das ich zu Weihnachten erhalten hatte. Das zweite Mal schenkte ich ihm Blumen, die ich selber pflückte, weil das Auto zu Weihnachten eine teure Ausnahme gewesen war. Das dritte Mal wurde ich nicht mehr eingeladen. Ich muss heute noch schmunzeln, weil ich da begriff, wozu Kindergeburtstage sind.

  • Anne sagt:

    Hat was!
    Auch ich mache mir immer viel zu viele Gedanken über die Geburtstage meiner Tochter.

    Meine Geburtstage als Kind waren da einfacher gehalten: Ich durfte meine Freunde aus der Nachbarschaft einladen, es gab Spiele wie Topfschlagen und meine Mutter machte uns immer mein Lieblingsessen. Nebenbei liefen meine Lieblingssongs auf dem Schallplattenspieler.
    Und man kann mir glauben: Ich war das glücklichste (Geburtstags-)Kind der Welt, denn es brauchte nicht mehr.

    Liebe Grüsse, Anne
    http://annesleben.ch

  • Christine sagt:

    Ich habe mit meinen Kindern (18 und 20 Jahre jetzt) zusammen geschaut, wie sie ihren Geburtstag gerne feiern möchten, manchmal waren es old-style-parties mit Watteblasen, Topfschlagen und dem Schokoladenspiel, manchmal ein Ausflug ins Technorama oder Gokart-Fahren, mal im kleinen Rahmen und mal eine grosse Runde…. die anderen Kinder haben es alles gerne mitgemacht und ihren Spass gehabt.

  • carole sagt:

    ich glaube ich lebe noch wie vor 30 jahren.
    das reicht für die kinder völlig aus

  • Alexandra sagt:

    Genialer Artikel, selten so gelacht! da sprichst du mir liebe Nadja Meier voll aus der Seele 🙂

  • Susi sagt:

    Feste sind toll! Ich habe meine eigenen Geburtstage immer gross gefeiert, manchmal zusammen mit zwei Freundinnen, und wir luden jeweils über 150 Leute ein. Genau, Motto-Partys: Man trug Hüte! Oder bunte Kleider! Oder: Alle trugen Schwarz, Weiss oder Grau, ausser wir Geburtstagsfrauen, wir trugen Rot, damit man auch sah, wer die Hauptpersonen sind. 😀

    Meine Mutter organisierte damals immer die tollsten Kindergeburtstage und ich mache jetzt auch grosse Partys für meine Tochter, letztes Mal waren über 20 Kinder eingeladen. Es gab Spiele, Disco, Snacks, eine Wahnsinnstorte (eine gute Freundin ist Konditorin, wir haben Glück), für die anwesenden Erwachsenen gab es Prosecco. Keine Give-Aways, völlig unnötig.
    Alle halfen am Schluss beim Aufräumen. Macht Spass!

    • Susi sagt:

      Was ich sagen möchte: Kindergeburtstage feiert man nur ein paar wenige Jahre lang, als Teenie wollen die dann für sich sein. Warum muss man das anprangern, wenn man da einen Aufwand betreibt?

      • tina sagt:

        ich finde du hast völlig rect.
        ich selber war nie der grosse-party-typ, darum habe ich das auch meinen kindern nicht geboten. sorry kinder 😉

      • Susi sagt:

        🙂
        Deine konnten dann dafür vielleicht an andere Partys! Ist ja auch läss!

      • Susi sagt:

        Und: Nach den Partys bin ich jeweils schon fix und fertig. Liegt ev. auch am Prosecco. B-)

      • tina sagt:

        wir haben mit jeweils so einer handvoll eingeladenen kindern dinge unternommen wie sauriermuseum, kino, trampolino, piratenschatzsuche im hallenbad (wurde angeboten dort). war schon auch lustig für die kinder :). aber halt massiv weniger aufwand für mich.
        meine kinder haben im winter geburtstag, das ist schon auch noch ein faktor, der entscheidend ist, finde ich 🙂 im sommer hätte ich wohl eher draussen ein fest gemacht

  • Martin sagt:

    7 Jahre alt wurde ich 1965. Damals wurden meine Geburtstage nur im engsten Familienkreis gefeiert mit einem (von meiner Mutter gekochten) Wunsch-Mittagessen und einem oder zwei Geschenken. So etwas überflüssiges wie Kinder-Geburtsagspartys gab es in meinem Umfeld überhaupt nicht und ich habe es auch nie vermisst.
    Die beschriebene Anspruchshaltung mit masslosem Konsum und überbordenden Versuchen (durch die Eltern?), das Umfeld zu Beeindrucken, ist einfach nur widerlich. Wie sollen diese Kinder überhaupt je lernen, ein massvolles und schuldenfreies Leben zu führen? Wie lernen sie bei solch durchorganisierten Programmen, eigene Initiative und Kreativität zu entwickeln, sich selbst zu beschäftigen und später ein selbständiges Leben zu führen?

    • Susi sagt:

      Wie ich weiter oben schreibe, meine Mutter hat so tolle Kinderparties (70er) für mich geschmissen, dass meine beste Freundin (die war immer dabei) und ich noch heute davon schwärmen. Aus mir ist trotzdem etwas geworden, und Schulden habe ich ganz sicher keine X)

      Es ging/geht nicht darum, jemanden zu beeindrucken, sondern darum, den Kindern Freude zu bereiten!

  • Anh Toàn sagt:

    Ein Motto hilft jeder Party, wenn jeder Gast selber „investieren“ muss, um sich mottogerecht zu kleiden. Also nicht einfach zu Beginn der Party Kostüme verteilen, sondern allenfalls Kostüme basteln: Denn je mehr man für eine Party leisten muss, je mehr man in etwas steckt, umso mehr will man einen Ertrag daraus, also bei einer Party eine gute Zeit. Das mottogerechte Kostüm verbindet alle Gäste zu einer Gruppe, auch die, welche sich bisher nicht kannten.

    Ich freue mich darauf, Kindergeburtstage zu organisieren

  • Sabine sagt:

    Zum Glück habe ich unsere Geburtstagsparty bei 2017 nur ganz selten wieder erkannt. Die Kinder sollen einen schönen Tag haben mit Kuchen und Geschenken. Eine kleine Schatzsuche organisiere ich ganz gern und das war’s dann aber auch.

  • Johnny sagt:

    Unsere Kinder und die ihrer Freunde feiern immer noch wie 1987, zum Glück.

    • Jacob sagt:

      unsere gottlob auch, ist mir alles zu viel, die anderen Eltern gehen auch nicht, Sohnemann kann ja nicht alleine. verhätschelt und vertätschelt.

  • Mariu sagt:

    Einmal mehr Dekadenz in Reinkultur, aber nicht der Kinder, sondern der Alten.

    • Marek sagt:

      Eigenartigerweise sind es die Eltern, die solch ausschweifende Kindergeburtstage wollen und nicht die Kinder. Ein paar Spiele, einen selbstgebakenen Kuchen, einfache Sachen eben. Das reicht und die Kinder sind glücklich mit all dem. Weiss nicht, wer solch aufwändige Kindergeburtstage importiert hat, kann mir gut vorstellen, dass dies von Expats eingeschleppt wurde, wie alles grössenwahnsinnige.

      • Samira sagt:

        Doch, die Kinder wollen das inzwischen auch – wenn einer in einer Runde damit anfängt, wollen die anderen es auch so üppig.
        Woher das mal kam spielt ja keine Rolle mehr – es ist nun da und man muss schauen, ob man sich dem beugen will oder ob man möchte, dass sein Kind Aussenseiter ist (letzteres ist allerdings nicht immer so schlimm, wie es tönt – manche Kinder lernen sehr selbstbewusst ihren Aussenseiter-Standpunkt zu vertreten).

      • Susi sagt:

        Ein Kind wird sicher kein Aussenseiter, weil die Eltern keine grosse Party schmeissen. In der Klasse meiner Tochter hat es zahlreiche Kinder, die niemanden einladen und im kleinen Kreis mit Verwandten feiern, darum werden sie sicher nicht ausgeschlossen von den anderen. Das ist eine Fantasie der Eltern, die sich unter Druck fühlen. Wenn man keine Party machen will, tut man es halt nicht. Aber man muss nicht das Feiern der andern schlechtmachen deswegen.

  • Eloen sagt:

    Als ich – in Familienplanung – von Bereits-Müttern von diesen grenzenlos übertriebenen Geburtstagsfeiern gehört habe, wurde mir schlecht. Ich dachte, das ist ein Witz, es muss ein Witz sein! Aber die Bereits-Mütter haben als Antwort auf meinen geschockten Gesichtsausdruck nur stolz-lachend gemeint (ich glaube mittlerweile fest daran, dass die wirklich nicht verstehen, was sie mit ihren Tamtams langfristig anstellen), ich müsse mich dem dann auch beugen, „das ist heute nun einmal einfach so“. Wie die grausigen Manager, die mit ihren Moden und Methoden den Ton in der Wirtschaft angeben (wollen). Nur, das findet niemand wirklich lustig. Richtig gruselig. Eins ist für mich klar: Ich werden diesen nachholbedürftigen, projizierenden Müttern sicher nicht folgen. Mir graut es vor denen!

    • Sybille sagt:

      Leider werden Sie bis zu einem gewissen Grad mitmachen müssen, wenn Sie und Ihre Kinder nicht als Aussenseiter wahrgenommen werden wollen. Meine Nichte (2 Kinder, 6 und 8 Jahre) sagte mir, dass es sie vor diesen übertriebenen Geburtstagenfeiern graust, dass sie aber aus den genannten Gründen mitmachen müssen. Sie leben in einem EFH-Quartier, 2 Autos, Boot, Hund, Gärtli, Ferien auf den Malediven – alle leben mehr oder weniger so. Aber vielleicht haben Sie ja den Mumm, dagegenzuhalten?

      • Mariu sagt:

        Dann sollte Ihre Nichte lernen, sich durchzusetzen und ihre Kinder dasselbe lehren. Es wird wohl nicht das einzige Mal in deren Leben sein, wo genau dies zu tun ist. Dass man sich als erwachsener Mensch schon wegen der Banalität eines Kindergeburtstags veranlasst fühlt, den gleichen Firlefanz zu veranstalten wie „die andern im Quartier“ erinnert im Übrigen an ein hirnloses Schaf, das dem Rudel nachzottelnd womöglich mit diesem über die Krete in die Tiefe stürzt .

    • Bea sagt:

      Eloen, das ist eine so gesunde Einstellung, Gratulation!
      Wie schön, dass nicht alle Mütter diesen Herdentrieb kultiviert haben.

  • Mia sagt:

    Hilfe! Echt jetzt?
    Meine Tochter ist gerade 10 geworden ( mitten in den Sommerferien) und wir feiern immer irgendwann nach. Letztes Jahr gabs ein Winterfest mit Schneeballschlacht, Mami einschneebelen und Schoggikuchen.
    Ich denke nicht daran so was kompliziertes auf die Beine zu stellen. Gewinnen kann jeder, verlieren muss geübt werden. Wo soll das geübt werden, wenn es zu Hause und in der Kinderstube keinen Platz dafür gibt?

  • mu sagt:

    Ihr seit ja selbst schuld, wenn ihr bei diesem Theater mitmacht !!

    • Margrit Sonderer sagt:

      Dem kann ich zustimmen. Bei uns zu Hause durften wir Kinder uns zum Geburtstag eine Torte wünschen, welche unsere Mutter selbst gebacken hatte und ich hatte ihr oft geholfen, da ich selber gerne gebacken hatte. Zu unserer Zeit gab es noch keine solchen Einladungen und wir waren trotzdem glücklich und hatten schöne Geburtstage. Ich finde diese heutigen Parties übertrieben und unnötig.

      • k. miller sagt:

        Ich fand meine Geburtstagsfeiern mit/bei Freundinnen meist eher langweilig (Anfang 70er). Ein Highlight, wenn es mal Limonade gab statt Apfelschorle. Topfschlagen, Reise nach Jerusalem und Schoggi auspacken waren die Standardspiele.
        Aber so war es halt, und im Rückblick auch sehr schön. Die heutigen Partys finde ich nicht so toll wenn es nur darum geht, wer das beste Event zelebriert und die Kinder komplett bespasst werden. Aber wenn die Kinder selbst aktiv sein können, das Programm nicht zu ausufernd ist, und es nicht um den Status geht, dann ist es doch ok. Warum – weil man es heute kann! So ein ganz kleines bisschen bin ich neidisch und wäre gerne nochmal 7 Jahre alt 😉

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