Seltsame Teenager-Talente

Verschwiegene Spezies: Für Eltern bleibt das Verhalten des Teenagers oft rätselhaft. (Getty Images)

Verschwiegene Spezies: Für Eltern bleibt das Verhalten des Teenagers oft rätselhaft. (Getty Images)

Pubertierende sind verschrien als hysterische Dauernörgler. Dabei sind sie viel mehr, wie diese Beobachtungen zeigen:

Die Frage nach den Mahlzeiten

Kaum hat man fertig gegessen, kommt er, der unvermeidliche Satz des Teenies: «Sag mal, wann gibts eigentlich was zu essen?» Das Staunen darüber, wie viele Mahlzeiten täglich in dem schlaksigen Körper verschwinden, weicht dem ungläubigen Blick auf den 14-Jährigen, der nun mehr Kerl als Kind ist. Ist es möglich, dass er über Nacht abermals ein Stück gewachsen ist, fragt man sich leise und schlägt ihm darauf vor, was er sich als Zwischenmahlzeit zubereiten könnte.

WLAN-Spürnase

Ist der Teenager unterwegs, bleibt kein Gratis-WLAN unentdeckt. Und so verstockt sich diese Spezies gegenüber Unbekannten oft gibt: Geht es darum, ein WLAN-Passwort herauszufinden, kennt sie keine Scheu. Innert Sekunden ist sie eingeloggt und surft munter drauflos.

Schräge Fotos

Bilder mit einem merkwürdig gewählten Ausschnitt sind besonders angesagt. Weshalb, konnte ich nicht recht herausfinden, doch es hat wohl was mit einer gewissen Instagram-Credibility zu tun. Je schräger die Fotos (also auch vom Format her) und je weniger darauf erkennbar ist, desto swag.

Dabbing

Bilder oder Videos mit einem Dab? Swag! Sie wissen nicht, was ich meine? Sehen Sie selbst:

Lächeln verpönt

Schätzen Sie sich glücklich, wenn dem Teenie mal kurz die Gesichtszüge entgleisen und was Ähnliches wie ein Lächeln erkennbar wird. Das heisst so gut wie: «Ich bin begeistert!» Dab!!

Im T-Shirt durch den Winter

Ist es die Mode, oder sinds die Hormone? Whatever. In der Teenager-Logik reichen T-Shirts, um durch den Herbst und Winter zu kommen. Wenns schneit, kommt allenfalls noch die dünne Bomberjacke drüber, die aber bleibt immer offen. Der Reissverschluss wird nie, wirklich nie, auch nur angerührt.

Verschwiegenheit aus Kalkül

Jeder Teenie weiss: Je weniger er daheim über sich und die Unternehmungen mit den Kumpeln erzählt, desto weniger können sich die Eltern einmischen oder etwas verbieten. Also erzählt der Jugendliche nur das Nötigste – «weisch, damit ich dich nicht anlügen muss». Das beruhigt doch enorm.

Lieblingsposition Liegen

Ein Bett, ein Handy und ein selbst gemixter Smoothie; was braucht ein Teenie mehr?! Man könnte es als faszinierend bezeichnen, dass Teenager locker acht Stunden am Stück in dieser Position verharren würden, wenn man sie liesse… In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen das Buch «Die Liegenden» ans Herz legen. Der Autor beschreibt auf wunderbar ironische Art die Jungen von heute, die am liebsten auf ihrem Zimmer chillen, chatten, simsen, surfen, youtuben und telefonieren. Ein weiteres Buch hierzu: «Im Reich der Pubertiere» – auch grossartig.