Wie lange soll man für die Beziehung kämpfen?

Beziehungen bedeuten Arbeit: Ryan Gosling und Michelle Williams in «Blue Valentine». (Silverwood Films)

Beziehungen bedeuten Arbeit: Ryan Gosling und Michelle Williams in «Blue Valentine». (Silverwood Films)

Haben Sie sich heute schon getrennt? Nein? Glückwunsch. Geht mir genauso, und ich sehe darin durchaus Grund zur Freude. Möglich, dass Sie und ich zu jenen 20 Prozent gehören, die in einer glücklichen Liebesbeziehung sind – oder sich schlicht etwas vormachen. Denn glaubt man dem Autor Thomas Meyer, so müssten «vier von fünf Beziehungen sofort aufgelöst werden». Sie haben richtig gelesen. Dieser Herr behauptet, dass die meisten Paare nur aus Feigheit zusammenbleiben würden: «Statt Schluss zu machen, harren sie aus und versuchen, ihren Partner dazu zu bringen, sich so zu verhalten, wie sie es gern hätten», sagte er in einem Interview mit der «SonntagsZeitung».

Selbstverständlich steht Thomas Meyer hierbei auf der «mutigen» Seite: Er hatte sich – «weil ich ehrlich bin» – von der Mutter seines Sohnes getrennt, als dieser nur vier Monate alt war. Das sei extrem schwierig gewesen. Doch wenn man nicht glücklich sei, solle man gehen, sagt er: «Mein Bedürfnis war ein Leben in Freude und Frieden, und dieses Bedürfnis ist höher zu gewichten als die sogenannt intakte Familie.»

Nun, das ist mal eine Ansage. Details zur Beziehung und den Gründen der Trennung kennen wir selbstverständlich nicht, und es liegt mir fern, Spekulationen darüber anzustellen. Und obschon mir bewusst ist, dass hinter Meyers Sätzen einiges an Kalkül steckt (nächstes Frühjahr erscheint sein Buch «Trennt euch!»), empfinde ich seine Aussagen als anmassend und egoistisch.

Und plötzlich ist alles anders

Weiss dieser Mann eigentlich, was Familie bedeutet, ist man geneigt zu fragen. Hat er verstanden, wie schwer für ein Paar gerade die Anfangszeit mit Baby ist? Kaum etwas ist mehr so wie zuvor. Beide, Mann und Frau, müssen sich erst einmal auf die neue Situation und das veränderte Leben einstellen; mit Baby-Blues, Milchstau, Erschöpfung, Lustlosigkeit, Ängsten, anderen Tagesrhythmen, Rollenverteilungen, Wiedereinstieg in den Beruf, Betreuungsfragen, und und und. Diese erste Zeit als Familie ist für die meisten Eltern keine Spazierfahrt – und gerade deshalb gilt, mehr denn je zusammenzuhalten, Verantwortung zu übernehmen, füreinander da zu sein und nach passenden Lösungen zu suchen.

Klar, dass bei all dem die Beziehung als Paar während des ersten halben Jahres in den Hintergrund rückt und Erotik auf einem Nebengleis (um nicht zu sagen, Abstellgleis) zu stehen kommt. Es handelt sich dabei um eine Übergangsphase, derer sich die jungen Eltern gewahr sein müssen. Wenn also Meyer sagt, er sei schon nach vier Monaten gegangen, so kann ich seine Äusserungen punkto Beziehung nicht recht ernst nehmen. Denn Beziehung bedeutet Arbeit und als Familie erst recht.

Wenn Trennung die Lösung ist

In gewissen Punkten allerdings gehe ich mit dem Autor einig: dass Mann und Frau als Paar nicht vollständig verschmelzen sollen, etwa. Sie sollen sich Freiraum schenken, Individuen bleiben und «sich stets ein wenig fremd bleiben», wie Meyer schön sagt. Denn eins und eins ergibt nicht eins, sondern zwei – auch in einer Beziehung. Und wenn man auf lange Dauer nicht glücklich wird als Paar und nach einer Zeit des Probierens, Therapierens und Kämpfens nicht weiterkommt, so ist eine Trennung wohl nicht das Schlechteste. Das gilt für die beiden Erwachsenen als auch für die Kinder, denn diese leiden fast immer mit. Wie und wann allerdings ein solcher Schnitt geschehen soll, darauf muss jedes Paar oder jeder Einzelne für sich selbst eine Antwort finden.

«Wenn man nicht glücklich ist, soll man gehen», sagt Thomas Meyer. Was sagen Sie?

354 Kommentare zu «Wie lange soll man für die Beziehung kämpfen?»

  • Isa Thoring sagt:

    Anders als in so manchen früheren Kommentaren bin ich nicht der Meinung, dass man in Beziehungen bleiben sollte, auch wenn die große Freude daran weicht. Da halte ich für schwachsinnig: Das Leben besteht aus Bewegung und daher ist es unnatürlich, lange Zeit bei jemandem zu bleiben, der die Bewegung blockiert. Das Leben hält viele Chancen für uns parat und die Sterne stehen oft günstig für neue tiefgründige Bekanntschaften. Wer sich näher darüber informieren möchte, dem kann ich nur diese Seite ans Herz legen: http://www.schicksal.com/Jahreshoroskop Man muss auch offen sein für Neues und die Augen auf das Positive halten, um glücklich sein zu können. Liebe Grüße, Isa

  • Feli sagt:

    Ich stimme diesem Herrn zu. Zugegeben mit meinen jungen 19 Jahren habe weder ich, noch Leute aus meinem nahem Bekanntenkreis Kinder (zum Glück)
    Jedoch sehe ich es immer wieder das schon Leute in meinem Alter einfach zusammen bleiben um ja nicht wieder alleine zu sein und ich denke dass ist das Problem. Wieso ist es wichtig nicht alleine zu sein?
    Meiner Meinung nach ist es wichtig für eine Beziehung zu kämpfen, aber nur so lange es Sinn macht. Und wenn man 18 ist und der Partner nach 3 Jahren Schluss macht ist das schlimm aber nicht der Welt Untergang. Mit Kind sieht dass dann schon anders aus, weil man Verantwortung hat.

  • Hanspeter Niederer sagt:

    „Und wenn man auf lange Dauer nicht glücklich wird als Paar und nach einer Zeit des Probierens, Therapierens und Kämpfens nicht weiterkommt, so ist eine Trennung wohl nicht DAS SCLECHTESTE.“ Eine ganz erstaunliche Aussage. Jeder Mensch mit einigermassen intaktem Selbstwertgefühl würde eher sagen, dass eine Trennung in einem solchen Fall DAS BESTE ist.

  • Michael sagt:

    So ziemlich alle unsere Bekannten standen, völlig fristriert, kurz vor der Trennung, bevor sie dann doch noch für die Ehe, oder ein Kind, oder sonstwas entschieden haben … nur ja nicht die Konsequenz ziehen und wieder allein leben. Und bei jenen, die eine Trennung gewagt haben, folgte jahrelanges Stalken durch den Ex-Partner, Ungeduld bei der Suche nach etwas Neuem, oder, am Schlimmsten, Rückfall in die alte Beziehung wegen Unfähigkeit zum Alleinsein. Es gibt doch nichts Schöneres als eine scheinbar tolle Beziehung, die innerlich komplett zerrüttet ist! Und ja allen Freunden erzählen, wie zufrieden man ist! *lach*

  • DontJustStandThereAndNodTamely sagt:

    Unglücklich, unzufrieden, den Umständen und/oder dem Partner dafür die Schuld zuzuweisen, oder innehalten und Verantwortung übernehmen, auch wenn es noch so schmerzlich sein kann, weil…
    > Ich liebe dich nicht mehr, werde aber ein/e gute/r Vater/Mutter sein.
    > Ich muss gehen, weil es mich unglücklich macht, dass es für dich ok ist, mich respektlos* zu behandeln (psych. / körp. Misshandlung)…
    Therapeuten und Coaches raten zu regelmässigen Paargesprächen (v.a. ohne Therapeuten), als Standortbestimmung und auch um eine gesunde Gesprächskultur innerhalb der Partnerschaft zu pflegen. So gibt man den Ggü. auch die Möglichkeit, sich auf bevorstehende Veränderungen vorzubereiten. Das Prinzip „Hoffnung“ ist ineffizient. In ultima ratio muss man konsequent handeln, auf beiden Seiten.

  • Michelle sagt:

    Kann man gleichzeitig zu den 20% gehören und untreu sein?

  • Mindi sagt:

    Liebe Mariposa, unwuerdige Kompromisse in Beziehungen ohne koerperliche Naehe etc. ergeben wahrhaftig sehr wenig Sinn. Wer jedoch der Versuchung der „seriellen Monogamie“ standhaltet, der wendet hier die „Kraft der eigenen Gedanken an.“ Wer dem Partner regelmaessig seine Liebe verkuendet und diese Botschaft auch verinnerlicht, der findet wieder das Beduerfnis und den Zugang zur koerperlichen Naehe. Die heutige Gesellschaft umarmt oftmals Meditation von (fern)oestlichen Spiritualitaeten, jedoch vergisst die naheheliegende Meditation gegenueber seinen Naechsten. Positive Gedanken an sein Umfeld generieren einen positiven Zugang zum Partner und der Familie. Diese Meditation ist genauso mit harter Arbeit und mit viel Uebung verbunden, wie die Kunst der spirituellen Meditation.

  • Lisa sagt:

    Ich sag nur eins: Stichwort „serielle Monogamie“ – willkommen im Selbstverwirklichungsparadies Schweiz, wo es Mangels existenzieller Notwendigkeit (wann kommt wohl der nächste Weltkrieg?) nach Belieben möglich erscheint, den Konsum von Materiellem, Dienstleistungen und Partnerschaften durch ein optimiertes Angebot zu ersetzen.
    Herr Meyer begeht indes den kapitalen Denkfehler, von seiner Einzelerfahrung Ratschläge für die Allgemeinheit zu geben. Dies wiederum ist typisch für selbstbezogene Subjekte („die Welt dreht sich um mich.“)

    • Urs M. sagt:

      Frau Lisa begeht indes den kapitalen Denkfehler, von ihrer Einzelerfahrung Ratschläge für die Allgemeinheit zu geben. Dies wiederum ist typisch für selbstbezogene Subjekte („die Welt dreht sich um mich.“)

  • Mindi sagt:

    Im Blog werden werden Lebensweisheiten wie „die Suche nach dem eignene Glueck in sich drinnen“ ignoriert und es gilt, dass aeusserliche Umstaende fuer das Glueck und die Freude verantwortlich sind. Nach 22 Jahren Beziehung nehmen Beruehrung, Sex etc. ab, das weiss Conny und ich selbst. Auch Menschen, die nach 2 Jahren scheinbar um „nichts kaempfen muessen“ werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nach 20 Jahren mit obigen Veraenderungen konfrontiert. Wer immer wieder eine Beziehung verlaesst, weil sie das aeusserliche Glueck nach gewisser Dauer nicht mehr garantiert, der wird nie reif. Zusammenbleiben hat einen sehr wichtigen Grund: die naechste Generation lernt, dass Reife durch Zuruecknahme des eignene „Ichs“ entsteht. Weggehen darf, wer mit Gewalt, Drogen etc. konfrontiert wird.

  • Reisender sagt:

    Toller Hecht! Nach vier Monaten verduften – und dreizehn Monate vorher war alles in bester Ordnung. Sonst kann ich mir nicht vorstellen dass er bei seiner Klarsicht ein Kind in die Welt stellt. Hier tut mir vor allem das Kind leid – und natürlich die Mutter. Vielleicht realisiert sie einmal, dass es bei seinem Charakter ein grosses Glück war, dass er verduftet ist.

  • Mariposa sagt:

    Für was wird – ehrlich reflektiert betrachtet – denn «gekämpft»???
    Ich kenne viele Beziehungen, die nur aus Bequemlichkeit, Trägheit und v.a. aus Feigheit erhalten werden. Die Sehnsüchte werden unterdrückt, Konfrontationen werden verdrängt, Augenkontakt und Gespräche im Dialog werden vermieden. Der Alltag ist nur noch gewohnte Funktion. Berührungen, was vom Wichtigsten im partnerschaftlichen Zusammenleben werden beharrlich vermieden.
    Dabei ist nicht nur wissenschaftlich und psychologisch seit Jahrzehnten nachgewiesen, dass die körperliche Nähe – eine der vier tragenden Säulen – jeder wünschenswert guten Beziehung ist.
    Doch in Selbstbetrug, Verleugnung lebend, das finde ich unwürdig, in erster Linie v.a. sich selber gegenüber.
    Machen solche z.T. unwürdige Kompromisse auf Dauer Sinn?

  • conny sagt:

    Nun, man sollte sich fragen, was bedeutet glücklich sein? Was erwartet man von einer Beziehung? Dass man durch die glücklich wird? Oder zufrieden ist? Ich glaube, dass Glück bzw. Zufriedenheit nicht zwingenderweise mit der Beziehung zu tun hat. Wohl eher mit sich selber. Man kann sich immer trennen, klar. Man kann sich auch wieder neu verlieben. Ich hab das durch. Ich habe gemerkt, dass ich auch mit einem neuen Partner genau wieder am gleichen Punkt ankomme. Was bedeutet das? Das es mit mir zu tun hat und meinen Erwartungen an den Partner…. Der soll mich bitteschön glücklich machen. So ein Quatsch. Wer eine langjährige Beziehung lebt wie ich (22 Jahre), der weiss, dass Sex abnimmt, dafür Vertrauen, Verlässlichkeit etc. mehr wird. Und dass das das ist, was am Schluss zählt.

  • isabelle sagt:

    wenn man nicht glücklich ist, soll man nach innen schauen. die äusseren umstände sind wohl kaum die ursache davon. und sie verantwortlich zu machen für das eigene unglücklich-sein, das tun kinder, aber nicht verantwortungsvolle erwachsene. die sollten wissen, dass jeder seines eigenen glückes schmied ist. wer das erkannt hat, kann in jeder beziehung bleiben, und wird das beste draus machen. das heisst nicht, sich mit „weniger“ zufrieden zu geben, sondern zu erkennen, dass die entscheidung, ob ich glücklich bin oder nicht, ganz allein bei mir liegt, unabhängig vom aussen. wer äusseren umständen nachrennt („wenn ich das und das hätte, wäre ich glücklich. wenn mein partner so und so wäre, wäre ich glücklich. wenn ich eine million hätte, wäre ich glücklich. etc.“), wird immer wegrennen.

  • Phet sagt:

    Eigentlich hat Herr Meyer Recht. Man solle sich trennen, wenn die Beziehung nicht mehr gut ist. Man darf trotzdem gewisse Moral und Ethik nicht vergessen. Ein Baby zu haben ist für jedes Paar eine grosse Belastung. Die Partnerin in dieser Zeit zu verlassen zeigt wie egoistisch und narzisstisch ein Mensch sein kann. Das ist typisch für diese erfolggeile Gesellschaft. Man will Erfolg, Geld, Ruhm um jeden Preis. Jeder Mann und jede Frau soll sein Buch boykottieren.

  • miler sagt:

    mich nimmt einfach wunder, ob und wieviel der monsieur nun das kind alleine betreut. denn dessen vater ist er immer noch, auch nach der trennung von der mutter. freiheit in ehren, aber die pflichten bleiben.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Ich habe mein Leben lang um Liebe und Anerkennung gekämpft, vergeblich. Nun bin ich seit 2 Jahren in einer Beziehung, wo ich um Nichts kämpfen muss, mein geliebter Partner gibt mir alles einfach so. Anfangs dachte ich, dass da ein Haken sein muss, aber nein, da ist keiner.

    Fazit: kämpfen lohnt sich nicht, entweder es stimmt, oder halt eben nicht und Schluss. Ich würde nie mehr kämpfen.

  • Mindi sagt:

    Das Gelingen einer Langzeitbeziehung beruht auf der Uebernahme von voller Verantwortung fuer den Partner oder die Familie. Dies ist vergleichbar mit einem Hochleistungssport, wo ein Teamspieler volle Verantwortung fuer das Gelingen der Teamleistung durch seinen Einsatz uebernimmt. Pierre Litbarsky in der Rolle als Trainer eines Profiklubs hat einmal gesagt: „Profi Fussball ist kein Wohlfuehlverein!“

    Menschen wie Thomas Meyer haben nicht verstanden, dass sie fuer „Profi-Fussball respektive eine Langzeitbeziehung“ nicht reif sind, da sie lediglich an ihrem eigenen Wohlbefinden interessiert sind. In diesem Falle waere es die logische konsequenz, wenn Thomas Meyer keine Beziehungen einginge, bis er die notwendige Reife entwickelt hat… oder sich bloss an gleichgesinnte Partner wendet.

  • Malena sagt:

    Trennung: heroischer Akt der Selbstbefreiung, oder egoistischer Akt der Familienzerstörung? Und kommt’s drauf an ob der Mann oder die Frau sich trennt?

  • Armin Kühne sagt:

    Natürlich hat Thomas Meyer recht. Seine Haltung beruht auf dem Freiheitsgedanken, dem einzigen Korrektiv gegen die evolutionäre Logik, unglückliche Beziehungen zwecks Erhaltung der Gattung Mensch zu erhalten. Aber auch eine sehr moderne Haltung im Bruch mit Sitte und Tradition, als Ausdruck der menschlichen Revolte gegen unsere Natur, die es uns so schwer macht, unglückliche Beziehungen zu lösen. Camus hat uns allerdings gezeigt, dass man dann auch die Absurdität der Freiheit akzeptieren muss.

  • Widerspenstige sagt:

    Ein aufgeklärter romantischer Pessimismus geht einfach davon aus, dass ein Mensch nicht alles für einen anderen sein kann (Alain de Botton)

    Das finde ich nach wie vor eine berauschende Erkenntnis und gebe Carolina recht mit dem Hinweis auf diesen feinfühligen britisch-schweizerischen Philosoph. Ich werde mehr von ihm lesen wollen. 😀

  • Jana sagt:

    Meiner Meinung nach sind Beziehungen in ihrer heutigen Form recht überbelastet. Eine Beziehung soll tollen Sex bieten, ein gutes gemeinsames Funktionieren (zwischenmenschlich, im Haushalt, finanziell) gewährleisten, etc. etc. etc. Und alles mit ein und derselben Person – die gleichzeitig bester Freund, Liebhaber, Kumpel, Elternteil und wasweissich zu sein hat. Eieiei.
    Ein Umdefinieren von Beziehungen und ihren Grenzen und Einschränkungen hilft – zumindest uns. Seit 10 Jahren ein Paar, mit Grundsatzregeln: das eigene Leben nicht für den anderen aufgeben – einander dabei unterstützen, sich selbst zu entfalten – einander nur das beste gönnen und wünschen – keine Vorschriften, keine Verbote. Eine Lebenspartnerschaft: wir helfen uns gegenseitig, schränken uns aber nicht ein.

  • Oliver sagt:

    Der Autor des Buches trennt Euch! mag vielleicht den ein oder anderen Punkt benennen, den man als Paar durchdenken und durchleben könnte. Die grundsätzliche Unterstellung das bei 4 von 5 Paaren eine Trennung sinnvoller wäre als ein weiteres Zusammenleben empfinde ich persönlich als anmaßend und oberflächlich. Es gibt so viele Wege zum gemeinsamen Glück und soviele verschiedenartige Prozesse und Zeiträume im Zusammen sein das ein Einzelner kaum zu bewerten vermag bei wie vielen Paaren eine Trennung anzuraten ist. Vor allem wer braucht diese Information? Sollten wir nicht unseren Focus auf die geglückte Beziehung und Familie legen? Trennung kann sinnvoll sein, aber das kann und soll jeder für sich individuell entscheiden…

  • 13 sagt:

    Einen spannenden Aspekt hat aber Herr Meyer schon genannt, der hier etwas untergeht, nämlich dass Liebe und das „gemeinsame Funktionieren“ nicht immer zusammen gehen müssen. Der Idealfall ist ja, dass beides vorhanden ist, aber was wenn nicht? Immer wieder höre ich von Paaren, die ein tolles Team sind, gut zusammen funktionieren, aber wo die Liebe weg ist und sie sich fragen, ob sie so eine Beziehung beenden sollen oder halt in der Komfortzone bleiben und damit leben, dass keine Schmetterlinge im Bauch herumfliegen. Meiner Meinung funktioniert das nur, solange nicht ein Anderer/eine Andere kommt und sie flattern lässt. Aber reicht Liebe ohne ein gemeinsames Funktionieren? Kann man das schaffen? Wieviele Kompromisse will/kann man da eingehen?

    • Alpöhi sagt:

      Das führt dann zur epischen Frage: Was ist Liebe?

      Viele denken, Schmetterlinge im Bauch sei Liebe. Aber das ist nur Verliebtheit. Das hält drei Monate. Sind dann die Schmetterlinge weg, meinen sie, die Liebe sei weg, und trennen sich.

      Für mich ist Liebe kein Schmetterlingsflattern, kein Strohfeuer. Liebe ist eine Glut, die tief drin warm gibt und die nur schwer auszulöschen ist.

      Menschen, die zusammenbleiben, weil sie es gut miteinander haben, machen nichts falsch.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Treffend formuliert! Wenn ich nachhause komme, und mich auch zuhause fühle, weil meine Frau da ist, wenn ich ohne gross Worte zu verlieren weiss, was sie bedrückt, was sie will oder was ihr grosse Freude bereiten würde; wenn ich beständig Wärme spüre-, Geborgenheit-, Vertrautheit- oder einfach, dass ich geliebt werde, weil auch ich sie liebe, auch und vor allem nach Jahren noch, dann ist das zweifellos ein umersetzliches, dauerhaftes Gefühl, selbst dann noch, wenn Gewitterwolken aufziehen…

      • 13 sagt:

        Das ist alles richtig, aber nicht das, worauf ich hinaus wollte: was ist, wenn sie all das haben? Die Glut, die Behaglichkeit etc. Aber wenn man das bei einer Person findet, deren Vorstellungen völlig von den eigenen abweichen, dass grosse Kompromisse nötig sind, um mit dieser Person zusammen zu sein? Was ist, wenn es entscheidende Dinge sind wie Kinderwunsch, Wohnort, Rollenverteilung, Treueverständnis etc.? Reicht dann die Glut oder kommt man irgendwann an den Punkt, wo die Kimpromisse zuviel sind? Sind diese Paare besser oder schlechter dran als diejenigen, die zusammen funktionieren, die gleichen Vorstellungen haben, aber bei denen die Glut völlig erloschen ist….

      • Alpöhi sagt:

        Ich denke es ist individuell verschieden. Bei jeder Frage muss jedes Paar den Deal miteinander aushandeln, wo beide damit leben können. Kompromiss genannt. Wenn das nicht mehr geht, weil mensch sich zu stark verbiegen muss, dann stimmt das Geben und Nehmen nicht mehr, und dann ist die Beziehung gefährdet.

        Was die Beziehung auch gefährdet, ist Perfektionismus im Sinne von: ich will die perfekte Beziehung, sonst beginne ich gar nicht (mit der Beziehungsarbeit).

        Und noch was: Gemeinsame Erlebnisse und Erinnerungen helfen viel. Meine Frau und ich haben ähnliche Interessen. Das ist die Basis für viele gemeinsame Erlebnisse. Das ist dann der Kitt, der uns hilft, auch mal fünf gerade sein zu lassen zugunsten des/der Anderen.

      • Claudia sagt:

        Alpöhi: genau so sehe ich das auch…

        Ganz wichtig finde ich den Start einer Partnerschaft, stimmt die Basis einer Beziehung, überlebt man viele Stürme

  • Lia sagt:

    die Frau kann froh sein, dass dieser Schreiberling sich von ihr getrennt hat. Wer sich von einer Frau mit Neugeborenem trennt, weil er sein Streben nach Frieden nicht erfüllen kann mit einem kleinen Schreihals, sollte keine Frauen schwängern.

  • Martin Berlinger sagt:

    Mich würde die Schilderung seiner Ex-Partnerin interessieren. Daraus ergäbe sich vermutlich ein völlig neuer Blickwinkel. Denn es kann genauso Feigheit sein, bei der geringsten Unstimmigkeit einfach den Bettel hinzuschmeissen.
    Ich betrachte Partnerschaft neben den vielen, schönen Seiten, immer auch als eine Art Spiegel. Sie konfrontiert einen mit mit den eigenen blinden Flecken und das ist nicht immer angenehm. Dabei ist es sehr einfach, dafür (in meinem Fall) die Partnerin für die eigenen Emotionen verantwortlich zu machen. Das ist sie aber nicht, die sind allein mein Ding und den ganzen Ballast würde ich bei einer Trennung so oder so mitnehmen

  • Thomas Merz sagt:

    Unglaublich, diese Oberflächlichkeit. Als wäre es überhaupt möglich, immer „glücklich“ zu sein. Ich begleitete meine Frau durch schwierigste Zeiten bis zu ihrem Tod. Das machte nicht immer einfach „glücklich“, das tat weh, das kostete Kraft, brachte Verzicht, forderte bis an die Grenzen… Aber es brachte eine tiefer gehende Gewissheit: „Ich war da, als es mich brauchte.“ Klar, es gibt die Situation, wo eine Trennung richtig ist. Aber die Erwartung, eine Partnerschaft müsse einen immer glücklich machen, ist eigentlich eher Ausdruck von Konsummentalität als von einem reifem Beziehungsverständnis …

  • Willi Näf sagt:

    Vier Monate nach der Geburt seines Sohnes hat Meyer sich also von seiner Partnerin getrennt, weil er nicht «aus Feigheit zusammenbleiben» wollte. Ich höre schon den Kleinen im Kindergarten: «Mein Vater ist viel mutiger als eure Väter, der hat sich schon vier Monate nach meiner Geburt von Mami getrennt!»

  • Susan sagt:

    Endlich einer der es laut sagt! Sich zu trennen ist in der Generation von Herr Meyer total out und wird nicht selten sozial geächtet. Wer allein ist, gilt als minderwertig. Gleichzeitig gibt es es viele dysfunktionale Partnerschaften, in denen beide verharren.
    Allerdings fragt sich, warum man erst noch ein Kind in die Welt setzen muss, ehe man zur Erkenntnis gelangt, der Partner passt nicht.

  • Jörg Wirz sagt:

    Wieso vordergründig?
    ….weil der Autor die Beziehung beendet, wenn er nicht mehr in Frieden und Freude leben kann. (Dass er nicht gleich beim ersten Gewitter auszieht ist schon klar.)
    Wie gesagt wird auch dieser Autor lernen, dass seine Maxime irgendwann nicht mehr aufgeht und zwar dann, wenn er realisiert, was er an Werten und Menschen verloren hat, nur um seine vordergründig sinnvolle Lebenseinstellung leben zu können, eine vermutlich klassische Zerrform der Psyche.
    Dann wird er in eine heftige Krise stürzen mit dem Unterschied, dass er nicht mehr davonrennen kann ausser er erklärt in seinem nächsten Buch, dass man auch vor sich selber fliehen kann um Frieden zu finden. 🙂

    • Alpöhi sagt:

      dass man auch vor sich selber fliehen kann um Frieden zu finden
      Dazu braucht es kein Buch. Dazu braucht es ein paar Flaschen Alk, oder eine Pistole…

      (und nein, das ist nicht zynisch. Man schaue nur etwa auf die Suizidrate der Schweiz im Vergleich zum Ausland.)

    • ClBr sagt:

      Als Mann kann er ja auch bis über 80 pröbeln und immer neue Familien gründen. Als Frau bleibt es meist beim ersten Versuch. Schön, dass seine Partnerin verständnisvoll war für Meyers Egoismus. Ich wär’s nicht gewesen.

  • Simon sagt:

    Beziehungen sind am Anfang meistens besser als am Schluss.

  • Robert Hasler sagt:

    Manchmal sind mir die Menschen fremd. Einmal mehr habe ich dieses Gefühl nach diesen Äusserungen von Meyer. Ich kann das schlicht nicht verstehen, dieser Mann muss vollkommen andere Empfindungen haben wie ich. Oder er trötzelt, provoziert oder ist einfach furchtbar unreif?
    Für mich wäre es ganz einfach schlimm, wenn ich alleine leben müsste. Liebe definiere ich so, dass ich mit jemandem zusammenleben möchte. Und dass das dann auch klappt, das gehört nach meinem Verständnis zu den sozialen Fertigkeiten, die man lernen kann, wenn man will. Meiner Meinung nach kann JEDES Paar zusammenleben, wenn es nur will. Aber alleine sein zu wollen, bloss weil man es sozial nicht auf die Reihe kriegt, ist meiner Meinung nach keine Lösung sondern Kapitulation.

    • Christoph Bögli sagt:

      Sie würden sich also lieber emotionaler, psychischer oder physischer Gewalt aussetzen als alleine zu sein? Sie würden also lieber eine offensichtlich dysfunktionale Beziehung fortführen, bloss um nicht alleine zu sein? Sie würden also lieber das Leben mit jemandem verbringen, mit der/dem Sie wenig bis nichts gemein haben, der Sie nicht schätzt oder Ihnen nichts gibt?

      Bei aller Skepsis gegenüber Meyer scheint mir das doch die seltsamere Perspektive. Eine gute Beziehung braucht effektiv mehr als etwas Verliebtheit, den Willen zum Zusammensein oder minimale soziale Standards. Was Sie beschreiben hört sich eher nach einer WG an, aber keiner Partnerschaft. Im übrigen geht es Meyer ja nicht ums Allein-sein, sondern um Raum zu schaffen für eine beglückende Partnerschaft..

      • Alpöhi sagt:

        Bögli: „Trennt euch!“ tönt aber nicht nach einem Aufruf, Raum zu schaffen für eine beglückende Partnerschaft. Es tönt eher nach „Beende die Partnerschaft“. Es ist die Fokussierung aufs Negative.

        Jürg Willi „Was hält Paare zusammen?“ hat einen ganz anderen Fokus. (Danke BS für den Tipp)

      • Robert Hasler sagt:

        Gewalt? Okay, wenn zu den sozialen auch noch psychische Defizite dazu kommen, dann wird’s natürlich eng.

    • Seppi sagt:

      Bei Trennungen spielen Persönlichkeitsstörungen eine wichtige Rolle. Dagegen kann auch ein liebevoller Partner nichts ausrichten, denn die Partnerschaft wird vom Kranken aktiv zerstört. Und bei ca. 15% Persönlichkeitsgestörten kann ich mir gut vorstellen, dass so eine Scheidungsquote von 50% zustande kommt. Bei Meyer scheint Narzissmus das Problem zu sein, da er nicht mehr unumschränkte Nummer 1 bei seiner Partnerin ist. Das Baby hat halt Vorrang, und seine Geduld ist nach 4 Monaten schon aufgebraucht. Hoffen wir nur, dass er bei der nächsten Partnerschaft aufs Kindermachen verzichtet.

  • dres sagt:

    So lange der Sex noch stimmt, gibt es meistens keinen Trennungsgrund. Wenn es nur ein Nebeneinanderleben ist, dann muss schon irgendwann die Notbremse gezogen werden. Weil mit einem Kumpel brauche ich nicht das Bett zu teilen.

    • lenalina sagt:

      Genau, und genau das mit dem Sex könnte noch so der Punkt sein. Die ersten 4 Monate nach der Geburt gibt es davon in der Regel nicht allzu viel, also lieber Notbremse ziehen!? Gratuliere..

      • dres sagt:

        Nee, eben nicht, lenalina. Wenn ein Paar die Nerven nicht hat, diese Phase zu überstehen, dann ist ohnehin Hopfen und Malz verloren. Aber so spätestens nach einem Jahr sollte ein Paar einfach wieder ein Paar sein. Und den Herrn Meyer unterstütze ich schon gar nicht…

      • Carolina sagt:

        Meine Güte, dres: ich halte Ihnen mal zugute, dass Sie noch sehr jung sind (sind Sie es?)……
        Und ich wünsche Ihnen wirklich sehr, dass Ihnen in Ihrer Beziehung nichts Schlimmeres geschieht, als dass Sie mal eine Weile keinen Sex bekommen….. Krankheit z.B., Behinderung, Tod, etc…… Viele Ehen, die nach aussen hin vielleicht nicht mehr allzu knackig wirken und in denen es wohl nicht mehr viel Sex gibt, haben nämlich andere Werte, die vielleicht in einem Leben irgendwann wichtiger werden: z.B. Zusammenhalt, Vertrauen, Verlässlichkeit etc.

      • Alpöhi sagt:

        Carolina,
        Wenn Sex ein Indikator für eine gute Beziehung ist, dann hat dres nicht unrecht.

        Die meisten Leute vertreten allerdings die umgekehrte These: „Sex kann eine Beziehung kitten.“ Daran glaube ich nicht. Sex ist nur ein Anzeiger für eine gute Beziehung.

      • Seppi sagt:

        Für eine WG ohne Sex ist eine Frau mit Kindern der falsche Partner.

    • Zufferey Marcel sagt:

      Hm, aber wenn ich, sorry, einfach ficken will, brauche ich nicht zu heiraten- das geht ohne Heiratsschein wesentlich einfacher und (im Falle einer Trennung rückwirkend) ganz erheblich billiger…

      • dres sagt:

        Hm, von Heirat habe ich nicht gesprochen. Eine solche ist wirklich nicht zwingend notwendig, auch wenn Kinder da sind. Aber nicht verheiratet sein und dann noch ein inexistentes Sexleben – das wäre dann wohl der Gipfel der Absurdität.

      • Carolina sagt:

        Heute ist im Tagi auch eine Kritik des neuen Buchs von Alain de Botton zu lesen, ‚Der Lauf der Liebe‘. Darin kann man sehen, dass es auch ganz andere Herangehensweisen an dieses Thema geben kann – hier wird z.B. das Wort ‚aufgeklärter romantischer Pessimismus‘ als gute Grundlage für das Eingehen einer Ehe bezeichnet. Das gefällt mir – auch dass AdB, laut Kritik, nicht den erhobenen Zeigefinger benutzt, sondern als gutmütiger Beobachter fungiert, ohne dümmliche Patentrezepte a la ‚Trennt Euch‘!
        Am besten gefällt mir dieser Satz:
        ‚«Ein aufgeklärter romantischer Pessimismus geht einfach davon aus, dass ein Mensch nicht alles für einen anderen sein kann‘.

    • 13 sagt:

      Wirklich dres? Darum geht es? Was ist denn mit Fällen, wo aus gesundheitlichen Gründen kein Sexleben mehr möglich ist? Trennung?

      • Amélie Müller sagt:

        Das ist in etwa so, wie wenn wir über Burkas in der Schweiz diskutieren und dabei ganz ausser Acht lassen, dass es nur eine verschwindend kleine Zahl von Burkaträgerinnen gibt.

      • Sportpapi sagt:

        Oder Auslagern dieses Bereiches. Ja. Aber ganz sicher ist das ein Thema.

      • Zufferey Marcel sagt:

        @Amélie Müller: Aber die Burka-Trägerinnen gibt es…

      • 13 sagt:

        @ Amélie
        Das wird ja auch getan. Es soll ja sogar Kantone geben, die ein Verbot erlassen haben…wieviele Betroffene bräuchte es denn Ihrer Meinung nach, bis eine Thema zum Thema wird?

        @ SP
        Ich denke nicht, dass dres das als Option sieht. So wie ich ihn verstehe gibt es nur: Sex funktioniert, also bleibt man zusammen und Sex funktioniert nicht, also trennt man sich. Aber vielleicht verstehe ich es auch falsch…

      • Dan sagt:

        Amélie Müller, bin der gleichen Meinung. Es gibt z.B. auch nur eine verschwindend kleine Anzahl Beschneidungen oder Zwangsheiraten in der Schweiz, da müssten wir auch nicht darüber diskutieren.

  • Jörg Wirz sagt:

    „Doch wenn man nicht glücklich sei, solle man gehen, sagt er: «Mein Bedürfnis war ein Leben in Freude und Frieden“

    Ich denke nach seiner 20. Trennung wird der Autor merken, dass auch dies nicht das Geheimrezept sein kann und er wird auch merken, dass es im Leben nicht nur darum geht, glücklich zu sein und in Frieden zu leben.

    Wer z.B. sehr harmonie- und friedensbedürftig ist wie vermutlich dieser Autor, hat langfristig wenig davon, wenn er ständig tieferen vordergründig unglücklich machenden Konflikten ausweicht. Irgendwann ist das einfach nicht mehr möglich.
    Nach einer tiefen Krise, die ein Paar erfolgreich durchschritten hat kommt doch echtes grosses Glück und eine noch tiefere Verbundenheit auf. Zudem reift dabei die Persönlichkeit.

    • Christoph Bögli sagt:

      Wieso vordergründig? Es geht ja nicht darum, Konflikten per se auszuweichen, sondern um Situationen, in denen diese zu grundlegend oder massiv sind, um diese sinnvoll überbrücken zu können. Oder die Beziehung einem einfach generell gibt. Gerade wenn sich beispielsweise ein Partner als zu selbstbezogen und konfliktunfähig erweist, damit der Konflikt bzw. das eigene Unglücklichsein gar nie zur Sprache kommt.

      Ich erlebe es zur eigenen Überraschung jedenfalls immer wieder, dass sich da Leute in einer Beziehung völlig unterbuttern lassen und die eigenen Bedürfnisse völlig zu kurz kommen. Sowas wird auch nie besser, weshalb man dem effektiv lieber früher als später ein Ende setzt.

  • Lionel Werren sagt:

    Thomas Meyer übertreibt völlig und das wohl ganz bewusst. Das ist billige Effekthascherei. Zu diesem Thema kann jeder irgendwas sagen, ein bisschen recht hat man sowieso. Zudem glaube ich nicht, dass Herr Meyer vom Typ her repräsentativ ist, er ist doch schon ziemlich speziell um das mal nett zu formulieren. Dass dieser Typ mit Beziehungen nicht klar kommt, liegt irgendwie auf der Hand.

  • Widerspenstige sagt:

    Ich denke, der Autor Thomas Meyer zeichnet bewusst ein provokatives Bild und jede/r kann da für sich selber ableiten, wo er/sie gerade steht. Das ist die Aussage und weniger sein Fazit und Verriss!

    Das Leben ist eine Berg- und Talwanderung. Wer sich beim Aufstieg zu schnell fortbewegt, kommt ziemlich schnell ausser Atem und wahrscheinlich nicht auf dem Gipfel an. Wer es langsam angeht und überlegt die Schritte wählt, kommt weniger ausser Atem und strauchelt weniger oft. Er/Sie kann sich den Wetterbedingungen anpassen und entsprechend reagieren. Der Abstieg geht erfahrungsgemäss schneller als der Aufstieg und man bekommt höchstens das Knieschlottern und strauchelt. Ich weiss inzwischen, wo ich mich am Berg befinde. Das ist die Hauptsache, alles andere geht niemanden etwas an.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Widerspenstige

      das ist eigentlich ein super Bild! Und erklärt mein Unbehagen. Mir kommt’s so vor als würde empfohlen die Wanderung beim zweiten Stolpern, der ersten Blase und ähnlichem, abzubrechen- weil es zu sehr auf die Komfortzone schlägt-

      so wirds natürlich schwierig mit auf den Gipfel kommen, und auf die geleistete „Beziehungsarbeit“ schauen können. 🙂

    • Widerspenstige sagt:

      Ja, die erste Blase entpuppt sich fieserweise zu oft als Eiterpickel, den man einfach ausdrücken möchte. Nur hinterlässt er erste Spuren, die man behutsam abtupfen sollte mit entsprechendem Geschick. Ich habe sehr viele Blasen mir geholt beim Aufstieg und die Aussicht sichtlich genossen auf dem Gipfel. Lange werde ich nicht mehr die wunderschönen Sonnenauf- und Sonnenuntergänge geniessen können. Es zieht ein heftiges Gewitter auf und die Sicht ist vernebelt.

      Brunild, Sie kann so leicht nichts aus Ihrer Wanderliebe bringen und das ist wohl gut so. Ich bin da einfach sehr geprägt aus meiner Kindheit, wo zu viel schief gelaufen ist. Ich knabbere das ganze Leben daran, die Muster der harten Erziehung hinter mir zu lassen. Die nimmt man ja in seine Beziehung mit.

      Sp seilt sich ab …

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Widerspenstige

        gerade wegen den Mustern der Herkunftsfamilie muss man sich eben bewusst sein, dass es ohne Veränderung nicht gehen wird- und das widerspricht diametral der Haltung des Texters… .

        Dass mit dem heraufziehenden Gewitter versteh ich jetzt nicht ganz, ich hoffe alles am Platz, die Zutaten frisch und wohlschmeckend im thailändischen super-Curry?

  • Christoph Bögli sagt:

    Die hier als Aufmacher verwendeten Zitate sind sicher polemisch, in einem hat Meyer aber durchaus recht: viele Paare passen nicht wirklich zusammen, weshalb die Beziehung oft mehr Nach- als Vorteile hat und zu häufig zum K(r)ampf wird. Für mich ist es jedenfalls auch immer wieder befremdend, wie viele Männer wie Frauen etwa ein Abend oder ein Wochenende ohne Partner als grossartige Befreiung feiern, weil sie dann endlich wieder sich selbst sein können. Wer sich aber permanent verbiegt, streitet, keine gemeinsamen Interessen hat, etc. sollte effektiv überlegen, wieso man noch zusammen ist. Insofern ist es ein Fehler, die hormonell-sexuelle Verblendung namens Verliebtheit zu Beginn als Verpflichtung zu nehmen, etwas endlos weiterzuführen, das keine wirkliche Basis hat.

    • Christoph Bögli sagt:

      Fragwürdig ist halt eher die Nonchalance, mit der Meyer das propagiert, zumal er anscheinend bei sich selbst völlig versagt hat. Denn sobald Kinder im Spiel sind, ist es natürlich eine andere Geschichte. Da also erst einmal frischfröhlich ein Kind auf die Welt zu stellen nur um vor der Herausforderung wegzurennen, ist natürlich sehr schwach.

      Letztlich gilt darum: Natürlich sollte eine Beziehung die Beteiligten unterm Strich bereichern und nicht beeinträchtigen, andernfalls ist diese nicht sinnvoll. Aber ständiges, unmittelbares Glück zu erwarten oder aber gleich die Reissleine zu ziehen, ohne Faktoren wie Kinder in die Abwägung miteinzubeziehen, ist genau so unsinnig..

      • Reincarnation of XY sagt:

        es gibt halt beides
        1. es gibt solche die Trennen sich und finden dann endlich das wahre, wo all das nicht mehr ist, was so gestört hat

        2. und dann gibt es aber auch die, bei denen wiederholen sich die gleichen Muster mal um mal

        bei 1. wars tatsächlich der falsche Partner
        bei 2. entpuppt sich eine Beziehungsunfähigkeit, bzw. das seltsame Geschick sich stets den falschen Partner auszusuchen

        wenn nun ein Mann grossartig das Heil in der Trennung propagiert, der aber nun nicht, (nach einigen Trennungen), den wahren Partner gefunden hat von dem er sich nicht mehr zu trennen braucht, kann er selbst nicht wissen, ob auf ihn 1. oder 2. zutrifft
        und deshalb sollte er nicht so vorlaute Ratschläge geben – wie etwas funktioniert, weiss nur der, der es in der Realität lebt

  • Richard Schweizer sagt:

    Ich gehe davon aus, dass Meyer seinen Unsinn selbst nicht glaubt. Aber er markiert eine Gegenposition zu den wieder aktuelleren konservativen Werten. Er kriegt eine schöne Plattform, Gratis-Präsenz, die heute erfolgsentscheidend scheint, von irgend etwas muss man ja leben. Das Rezept? Ignorieren, aushungern, schweigen.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Wenn wir schon beim holden Glück sind: Da sitzt unser Kultur einem gewaltigen Irrtum auf: Das leidlose Glück, dass viele Menschen (in einer Beziehung und andernorten) suchen, gibt es nämlich nicht!

  • Zufferey Marcel sagt:

    Wenn man um eine Beziehung kämpfen muss, ist es eigentlich bereits zu spät- in den meisten Fällen zumindest, weil sich da in der Regel schon viel zu viel angestaut hat, denke ich. Dass eine (langjährige) Beziehung nicht alleine auf Liebe aufgebaut sein sollte, liegt auf der Hand: Historisch betrachtet, bildet die reine Liebesehe in ihrer heutigen Form ohnehin eine Ausnahme- genau so wie die Kleinfamilie eigentlich auch. Das bedeutet natürlich nicht, dass die Liebe völlig überflüssig ist. Aber sie sollte eine gewisse Reife aufweisen. Unreife Gefühle (Heroisierung des Partners, die Erwartung, ewig auf Wolke sieben schweben zu müssen, u. a.) haben in einer Beziehung eigentlich nichts zu suchen.

    • Lucy sagt:

      Danke! Ich traute mir das nicht zu sagen. Wie lange für die Beziehung kämpfen? Für mich: Gar nicht! Weil „kämpfen“ hier sehr nach „sich festklammern“ tönt.

      Die „Beziehung“ gibt es nicht. Es gibt wir zwei. Nicht wir zwei plus etwas Abstraktes, wie ein gemeinsames Werk/Projekt von uns. Ich würde nie denken, „wir haben eine gute Beziehung“, sondern „es funktioniert gut zwischen uns“.

      Wichtige Fragen:
      – Wenn ich unglücklich, traurig, frustriet bin, mich einsam fühle, ist mein Partner schuld? Komischerweise hatte ich solche Gefühle in anderen Beziehungen schon. Trage ich sie etwa in mir? Kann ich sie einfach als zu mir gehörend annehmen? Selbst etwas dagegen tun?
      – Tanke ich bei meinem Partner Kraft (bleiben!) oder saugt er meine Kraft raus (Trennung prüfen)?

      • Lucy sagt:

        Ich kämpfe dafür, glücklich zu sein, und mein Partner unterstützt mich dabei wie kein anderer vor ihm. Das hat er aber schon vor der Ehe gemacht, deshalb bin ich überhaupt mit ihm zusammen. Und ich tue alles, um ihn bei seinem Streben nach Glück und Erfüllung, beim Erreichen seiner Ziele zu unterstützen.
        Für die Beziehung kämpfen? Was ist die Beziehung? Wo ist sie? Ich sehe sie nicht. Ich sehe einen Mann und eine Frau, die sich lieben und einen Bund fürs Leben geschlossen haben.

        Eins muss ich aber zugeben: Das Kind hat unser Leben bereichert. Früher waren uns nämlich die Streitthemen ausgegangen. 😉

    • Sisifee sagt:

      Das ist mir zu absolut. Ich musste nie für die Beziehung an sich kämpfen. Ich musste aber stark dafür kämpfen, dass mein Mann sie nicht vernachlässigt und dass unsere Liebe nicht zu einem mehr oder weniger gemeinsamen „Im-Alltags-Strom-Schwimmen“ wird, dass gewisse Gespräche stattfinden, dass der Stress uns nicht entfremdet, dass Zeitinseln zu zweit bleiben.

    • Zufferey Marcel sagt:

      @Lucy: Man darf eine Beziehung aber auch nicht schön reden 😉

  • 13 sagt:

    Wenn man nicht glücklich ist, soll man gehen? Und wer nicht geht, der macht sich entweder was vor oder ist schlicht feige? Schliesslich weiss man ja dass das eigene Glück über alles gestellt werden muss….

    Es provoziert da nicht, er spricht doch nur einen Zeitgeist an. Im Gegensatz ist das Zusammenbleiben aus anderen Gründen als die grosse Liebe ein Tabuthema, welches mal thematisiert werden sollte und nicht die Suche nach dem grossen Glück. Zu gehen, bevor ein Kind Fragen stellen kann, hat nichts mit Mut zu tun. Zu gehen, kurz nachdem das Leben des anderen auf den Kopf gestellt wurde (sein eigenes will man ja kinderlos weiterführen) hat nichts mit Mut zu tun. Zu reflektieren und überlegen, was die beste Lösung für ALLE ist und sich selber zurückzunehmen, das ist mutig und stark.

    • 13 sagt:

      Ich will damit niemandem eine Trennung ausreden. Manchmal ist dies tatsächlich das Beste, was man tun kann. Aber doch nicht pauschal: „Ich bin nicht glücklich, also gehe ich.“ Meistens sind ja mehr Personen betroffen als nur einer. Mindestens noch der Partner…

      • Bruno Müller sagt:

        Den Begriff „glücklich“ hat er gar nicht benutzt.

      • 13 sagt:

        @ Bruno Müller
        Das stimmt, er spricht von „guttun“ und von „SEINEM Wunsch nach einem Leben in Freude“. Nie von anderen, zum Beispiel davon, was seinem Kind guttun würde oder ob es seiner Ex-Partnerin guttut, so kurz nach der Geburt plötzlich alleine dazustehen. Darüber spricht er nicht. Er propagiert den Egoismus und um das zu rechtfertigen, verteidigt er sich durch Angriff, indem er sagt: „Ihr! Ihr anderen habt alle ein Problem! Ich nicht, ich habe meins gelöst und damit alles richtig gemacht!“ Und, da gebe ich ML recht, mit der letzten Antwort disqualifiziert er sich selber. Er weiss doch gar nicht, was eine Beziehung ist, weder eine gute noch eine schlechte. Weil er sich gar nicht darauf eingelassen hat.

      • 13 sagt:

        Er macht nämlich einen ganz entscheidenden Fehler: Er prüft die Partnerwahl mit den gleichen Kriterien wie die Frage, ob man sich Trennen soll. Das ist aber nicht richtig. Am Anfang ist man frei von Verpflichtungen. D.h. dass ich zu diesem Zeitpunkt durchaus mich selber ins Zentrum stellen kann und die Frage stellen: Will ich mit diesem Menschen zusammen sein? Mit ihm etwas aufbauen? Ja oder nein? Bei einer bereits bestehenden Beziehung hat man schon etwas aufgebaut. Dafür trägt man Verantwortung. V.a. wenn dieses „etwas“ eine Familie ist. Oder auch ein anderes Beispiel: Die Frage, ob man eine Beziehung mit einem schwer kranken Menschen eingehen will ist eben nicht die Gleiche, wie die, ob man den Partner verlassen sollte, weil er schwer krank wurde.

      • Sportpapi sagt:

        Danke 13. Sehr klar und nachvollziehbar. Und eine Haltung, die ich vollständig teile.

    • Carolina sagt:

      🙂

    • Lucy sagt:

      Dabei sind die Fragen: Was will ich? Will ich mutig und stark sein? Wie fühle ich mich gut? Fühle ich mich gut, wenn ich stolz auf mich bin, weil ich eine tapfere Kämpferin gibt, die nie aufgibt? Fühle ich mich gut, wenn mein Leben heute friedlich und harmonisch ist?

      Wie fühlt sich Scheitern an? Wie fühlt sich Aufgeben an? Wie wäre es, wenn ich mir und allen zugebe, dass ich ursprünglich einen Fehler gemacht habe? Wie wäre es, wenn doch nicht alles so läuft, wie ich es mir ursprünglich vorgenommen hatte?

      Welches Vorbild will ich für meine Kinder sein? „Immer tapfer kämpfen. Hauptsache, nie aufgeben. Ob du dich gut fühlst ist zweitrangig.“ oder „Es ist okay, Fehler zu machen. Du hast nur ein Leben, du darfst auch an dich denken. Scheitern, neu anfangen, gehört dazu.“

      • 13 sagt:

        Weder noch. Ich will meinen Kindern vorleben, dass man Verantwortung für seine Taten übernehmen soll (dazu gehört auch eine Beziehung eingegangen zu sein und auch Kinder zu bekommen) und dass die Bedürfnisse aller zählen. Darum wäre es das richtige, die Alternativen anzuschauen, die Bedürfnisse der Einzelnen für sich alleine zu analysieren und danach zu prüfen, welche der Alternativen für alle den grössten Output gibt.

      • Lucy sagt:

        Mit anderen Worten: Was würden Sie Ihrer Tochter raten, wenn sie sich in Ihrer Situation befinden würde und sich genauso wie Sie fühlen würde?

        Das können nur Sie beantworten.

        Die Kinder haben noch das ganze Leben vor sich und werden eine Scheidung schon verkraften, selbst wenn es keine ideale Kindheit ist. In beiden Fällen ist sie sowieso nicht ideal.

        Jedenfalls alles Gute.

      • Lucy sagt:

        Ich kann mir schon vorstellen, wie unglaublich schwer eine solche Entscheidung sein muss.

      • 13 sagt:

        Nur dass wir uns richtig verstehen: Ich bin nicht in der Situation, mich zu entscheiden. Ich führe eine gute Beziehung, nicht perfekt, aber gut genug.

        Raten tue ich in so einem Fall (und dank meines Berufes kommen viele mit der Frage zu mir) nie etwas. Ich will niemanden diese Entscheidung abnehmen. Denn sie ist schwer, sehr schwer. Aber ich denke, es wäre wichtig, die verschiedenen Wege und Möglichkeiten zu analysieren und sich zu fragen, welche Folgen diese haben könnten, für alle Beteiligten. Und dann irgendwann einfach sagen: Jetzt entscheide ich mich. Und hinter dieser Entscheidung stehen und nicht mehr hinterfragen. Ein „was wäre wenn“ ist nie hilfreich.

      • 13 sagt:

        Ja, Kinder verkraften auch Scheidungen. Aber sie prägen sie, das ganze Leben. Gleich wie sie durch Beziehungen der Eltern, wenn diese zusammenbleiben, geprägt werden. Positiv wie negativ. Ich kenne selber zwei Fälle, wo die Kinder sagten: „Gott sei Dank, trennt ihr euch endlich.“ Und einen guten Freund, der mal zu mir sagte, er habe es gut mit seiner Frau, sie streiten nicht, sie funktionieren. Aber er trennt sich, weil er nicht will, dass sein Kind diese Beziehung, die zwar harmonisch, aber sehr kalt und ohne Liebe ist, als das „Normale“ anschaut. Nach einer Trennung hat er und seine Frau die Möglichkeit, jemanden zu finden, den sie lieben und auch dem Kind zu zeigen, was eine Liebesbeziehung sein kann. Ich fand das einen sehr starken Entscheid.

      • Franz Vontobel sagt:

        Wow, Luce, sie sind eine wirklich hintertriebene & manipulative Giftspritze – mit keinem Wort hat 13 gesagt, dass sie sich in einer solchen Situation befinde…

      • 13 sagt:

        @ FV
        Danke für die Verteidigung. Nicht nötig, aber lieb gemeint.

        Jeder Mensch braucht ein Feindbild. Wenn es ihrem Seelenwohl gut tut, mich dafür zu brauchen, bin ich gerne behilflich. So bin ich eben 😉

      • Sportpapi sagt:

        Hm, Vontobel, Sie wissen nichts von Lucy, aber schon dass Sie eine Giftspritze ist. Aber aber, gelten die guten Ratschläge nur für die anderen?

      • Franz Vontobel sagt:

        Uhh, SP, bin ich ihnen auf den Schwanz getreten..? – Ich sag‘ jetzt extra nichts von heulenden Hunden.

        Doch, ich weiss was Lucy bisher hier so geschrieben hat – alles immer sehr giftig und gerne auch manipulierend. Und auf 13 hat sie sich besonders eingeschossen… ist ihnen gar nicht aufgefallen, gell?

        13: das war keine heroische Tat des weissen Ritters Vontobel – ich weiss, dass sie sich selber wehren können. Mich hat das fiese Vorgehen einfach genervt – es ist der Dame nämlich schon klar, dass sie nicht von sich sprachen…

      • Lucy sagt:

        Feindbild?
        Ich habe nur ehrlich gemeint, sie würden sich im Fall befinden, und ich habe mir die Zeit genommen, weil ich dachte, vielleicht hilft Ihnen (oder jemandem anderen) das. Ich sah noch einmal, wie bei Ihnen sich alles ums kalte Analysieren, bewerten dreht. Ja, ab und zu fällt ein komischer Satz wie „Man soll Empathie haben“, der aber nichts richtet. Ich wollte eine gefühlsbasierte Betrachtung einbringen.
        Aber sorry, ich lasse Ihre Kommentare in Zukunft stehen, versprochen. Gestern habe ich sie einfach nicht gelesen, so ignorieren wir uns gegenseitig und es läuft alles bestens.

        Ausgerechnet der FV nennt mich Giftspritze, und sieht dabei die Ironie nicht mal. 😉

        SP, vom Herzen, danke.

      • Lucy sagt:

        13: Als pervers-narzisstisch bezeichnen wir hier die Verhaltensweise von Menschen, die sehr einfühlsam erscheinen, im näheren Kontakt jedoch den Wunsch empfinden ihr Gegenüber zu beherrschen und subtil zu schwächen. Pervers strukturierte Menschen erzählen nichts oder sehr wenig über sich selbst und benutzen im Kontakt fast ausschließlich allgemeine Phrasen. Denn die bevorzugte Waffe des perversen Mitmenschen ist die Verweigerung der unmittelbaren Kommunikation. Der Konflikt wird nicht benannt, aber er findet ständig statt, meistens durch immer neue Formen von herabsetzendem Verhalten. Sich dem Dialog zu entziehen ist eine geschickte Art, den Konflikt zu verschärfen und ihn dabei dem anderen in die Schuhe zu schieben.

      • Lucy sagt:

        Siehe Donnerstag.

      • Lucy sagt:

        Und zu FV erübrigen sich weitere Ausführungen.
        Der kommt nur, um andere hier zu herabsetzen/schlechtmachen.
        Heute Sportpapi, Susi, mich.
        Sucht sich gezielt leute aus, wo er fühlt, dass sie sensibler sind, dass er sie verletzen kann.
        Wie nennt sich denn das?
        Normalerweise werden solche leute wegmoderiert. Aber hier lässt man alles zu.

      • Franz Vontobel sagt:

        Ja, SP, von ganzem Herzen Danke, sie Grossartiger! *Wimperklimper* *Schmacht*

        😀

      • Lucy sagt:

        Bis heute habe ich nicht so weit gedacht. Ich dachte, vielleicht hat sie nur ein dunkles Geheimnis, etwas, was bei ihr nicht gut läuft, woran sie leidet, dass sie so unecht rüberkommt. Aber langsam frage ich mich.

        So, ihr habt gewonnen. Gratulation.

      • 13 sagt:

        @ Lucy
        Nun bin ich verwirrt: Ignorieren wir uns jetzt oder ist das Verweigern der Kommunikation pervers? Unabhängig davon finde ich ja den Vorwurf, ich erzähle nichts von mir, sehr interessant, das Sie ja offenbar auch lieber über mich als über sich selbst oder, Gott bewahre, über das Thema sprechen. Aber wissen Sie was? Ich nehme die Herausforderung an. Sie wollen etwas über meine Beziehung wissen? Gut, erzählen Sie etwas von sich, dann kommt auch was zurück. Versprochen 😉

      • Susi sagt:

        Franz hat mich heute angegriffen??
        :-O
        Franz und ich sind doch BFFs!!

      • Franz Vontobel sagt:

        Susi: Ja, da musste ich auch stutzen – aber genau so „arbeitet“ die Dame: manipulieren, schmeicheln, Zwietracht säen.

        Kennst du „Streit um Asterix“? Da gibt’s den Tullius Destructivus. Der geht genau gleich vor.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Lucie/Lucrecia

        ich finde es langsam bisschen bemühend, wenn Sie am Thema dran bleiben ist es meist lesenswert, aber Sie als deklarierte „Schnellerkennerin wenn jemand Märchen erzählt, und anderes, das Sie offenbart haben“- es passt nicht so ganz zusammen.
        Und das schreibt Ihnen jemand welche in der Regel keine Kleinkriege führt- zumindest nicht bewusst.

      • Susi sagt:

        @Franz, ja, ich habe eine Sammelausgabe sämtlicher Asterix-Bänder bis in die Neunziger, in Leder gebunden! Sie sind alle irgendwo in einer Bananen-Kiste in unserem Messie-Keller! (98% des Kellerinhalts von etwa 125 Kubikmetern gehören mir. Eine Eigenschaft, die mein Mann nicht schätzt. Aber ich passe halt sonst so gut. )

  • Mann sagt:

    Davonlaufen nach 4 Monaten mit dem Kind ist eine Möglichkeit. Nur, er ist vor sich selbst davongelaufen. Eine andere Möglichkeit wäre, einmal den Blickwinkel einzunehmen, dass ich selbst die volle Verantwortung dafür trage, was in meinem Leben passiert, und sich dann selbst z.B. zu fragen: Warum bin ich in einer „Beziehung“ gelandet, die jetzt schon nicht mehr passt? Und was genau passt denn nicht?, und das dann anzusprechen, ohne den anderen dafür verantwortlich zu machen, was da nicht passt.
    Der Verstand findet immer einen Grund, sein eigenes Verhalten, hier das Davonlaufen, zu begründen. Wenn man dem eigenen Verstand glaubt, besteht ein grosses Risiko, sich selbst zu betrügen, nämlich zu betrügen um ein Leben, wo man sich freier und lebendiger fühlt.

  • Pascal Luca sagt:

    Wahr und Nicht wahr:

    3) Das mit den 4/5 trennungswürdige Beziehungen ist rein subjektiv geschätzt. Keine belastbare Zahl.

    4) Jeder Mensch, der verlassen wird, wird das als grosses Unrecht ansehen, was ihm / ihr da wiederfährt. Ist man jedoch selber derjenige, der die aktive Position einnimmt und jemanden verlässt, wird das als rationalen Schritt betrachten. Es geht nicht mehr und das ist nicht gut für Beide. Den Konflikt kann man nicht auflösen. Der wird immer da sein.

    5) Wenn Kinder im Spiel sind: Bei einer Trennung darf nicht die Last der Kindererziehung auf einer Schulter liegen. BEIDE müssen Verantwortung übernehmen. Eine Selbstoptimierung des Glücks darf da nicht alleinige Entscheidungsgrundlage sein.

  • Pascal Luca sagt:

    Wahr und Ncht wahr:
    1) Wahr ist, man sollte eigentlich sich trennen, wenn an eigentlich genau weiss, es passt einfach nicht und ich kann mit noch soviel Arbeit in der Beziehung nichts daran ändern. Ich denke auch: Die Leute wissen es eigentlich immer, belügen sich aber selber.

    2) Wahr ist auch, dass man sich sogar trennen sollte, wenn Kinder im Spiel sind. Wobei vor allem dann, wenn die falsche Beziehung stark negativ auf das Kind wirkt. Als Götti hab ich das schon erlebt: Während der Beziehung war es eine kleine Katastrophe, auch für die Kinder. Nach der Trennung verstand sich das Paar wieder normal und davon haben die Kinder auch „profitiert“. Setzt aber „verständige“ Partner voraus (kein Rosenkrieg).

    • Sisifee sagt:

      Und richtig ist auch der letzte Satz des Interviews: „Hört auf, schlechte Beziehungen zu führen.“
      Wenn man sich nicht trennen will, soll man zuschauen, dass man wenigstens eine einigermassen gute Beziehung zueinander behält.

  • Kalle sagt:

    Meyer hat durchaus Recht, dass man wahrscheinlich – und im Nachhinein betrachtet – zu lange wartet, bis man unglückliche Beziehungen beendet. Aber in der Gegenwart zaudert man, weil man hofft, es wende sich doch noch zum Guten. Oder man ist Realist, indem man aus Erfahrung weiss, dass es das Perfekte eh nicht gibt. Ich habe jetzt eine wunderbare Partnerin; irgendwie fragt man sich dann schon, weshalb war ich in der Vergangenheit nicht klarer und konsequenter in meinen Entscheidungen, nicht wirklich funktionierende Beziehungen nicht eher aufgelöst zu haben. Aber wie bereits erwähnt: Selbiges lässt sich auch mit dem Job, oder der Wohnung/Haus machen. Mensch ist nicht immer gradlinig konsequent.

    • Claudia sagt:

      Kalle: man reift auch, man ist ständig im Prozess und wir verändern uns stetig, von daher ganz normal, dass wir ein paar Jahre „danach“ es anders sehen, und uns wundern, warum wir sooo lange gewartet und gehofft haben. Man nennt es auch Lebenserfahrung und Weisheit 🙂

    • Alpöhi sagt:

      zu lange wartet, bis man unglückliche Beziehungen beendet
      Statistisch gesehen werden zu viele Beziehungen zu vorschnell weggeworfen.

      • Claudia sagt:

        Alpöhi: ich denke das ist so individuell….wann ist man unglücklich, wann ist die Beziehung vorschnell weggeworfen ? jeder versteht unter Glück etwas anderes. Das Glück zuerst in sich selbst finden, so gelingt auch eher eine Partnerschaft.

  • Susanne Meyer sagt:

    Ich bin mit Ihnen einverstanden, Frau Braun. Es scheint mir auch nicht besonders mutig, zu gehen wenn das Kind vier Monate alt ist. Seit ich dieses Interview mit Meyer gelesen habe ist er mir plötzlich ziemlich unsympathisch geworden.

    • Madeleine sagt:

      Ich habe diesen Meyer vorher nicht gekannt – hab dann aber das Tagi-Interview mit ihm noch lesen müssen: Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass er durch das stetige Wiederholen seiner Entscheidung in der Öffentlichkeit und sogar in einem Buch, daran glauben möchte, das Richtige getan zu haben. (Hobbypsychologie 🙂 )

  • Thomas sagt:

    Da leben wohl einige der Kommentierenden in sehr unglücklichen Beziehungen. Anders kann ich mir die harschen Reaktionen nicht erklären. Meine Beobachtungen decken sich jedenfalls mehrheitlich mit denen von Meyer. Ich sehe in meinem Umfeld äusserst viele unglückliche Menschen, die in unbefriedigenden Paarbeziehungen verharren. Im Gegenzug blühen die, die endlich den entscheidenden Schritt wagten und sich trennten, regelrecht auf und erscheinen wie neu geboren. Deshalb sage auch ich: Trennt euch endlich!

    • Bruno Müller sagt:

      „Harsche Reaktionen“? – Viele der Beiträge lassen fundamentalen Anstand vermissen, sind beleidigend und unterstellen Herrn Meyer weis nicht was. Jedenfalls keine Werbung für Durchhalten bei Beziehungen, die einen keine Freude mehr machen.

    • sandra sagt:

      du und meyer habt recht.

    • Brunhild Steiner sagt:

      … umgekehrt ist auch gefahren, die Meisten leben in sehr glücklichen Beziehungen, verneinen nicht dass der Weg dahin auch Dornen und Steinen bereithält-

      und wollen vor allem dazu ermutigen sich von solchen Behauptungen NICHT ENTMUTIGEN zu lassen!

      • Bruno Müller sagt:

        Wieso sollte man sich entmutigen lassen, wenn man in einer sehr glücklichen Beziehung ist???

      • Alpöhi sagt:

        *Augenverdreh*

        Wenn Regenwetter uns depressiv macht, brauchen wir nicht jemanden der uns sagt: „spring aus dem Fenster!“, sondern jemanden der uns sagt: „Bald scheint wieder die Sonne.“

        Disclaimer: Beziehungen sind ein wenig komplizierter als das Wetter. Was dem Bild keinen Abbruch tut.

  • tom sagt:

    Ich (m) habe keine Kinder und bin in meiner zweiten langjährigen Beziehung Was das Kinderaufziehen betrifft, so sah und sehe ich aber bei Verwandten, Freunden und Nachbarn die ganze Palette möglicher Konstallationen. Gerade jetzt erlebt ein Paar die grenzwertig belastenden Wochen nach einer erheblichen Frühgeburt und wie diese Situation das Paar zusammengeschweisst und seine Sicht auf das Leben verändert hat ist eindrücklich.
    Unsere Generationen sind mit vielen Freiheiten und häufigen materiellen Wunscherfüllungen gross geworden. Ist es für uns darum ev. schwerer zu akzeptieren, dass sich das Leben bzw. seine Herausforderungen nicht immer an unsere Wünsche halten und dass es nicht immer um uns gehen kann?
    Klingt vielleicht konservativ ist aber sehr progressiv gemeint.

    • Philipp Rittermann sagt:

      konservativ ist das neue progressiv, in unserer wohlstands-degenerierten beziehungswelt. zumindest müsste es das (wieder) sein. wankelmut und selbstsucht machen unglücklich. viele emanzen erfahren das tagtäglich. nur ziehen sie keine lehren draus.

      • Carolina sagt:

        Rittermann, wenn Sie nur so einen Seich beizutragen haben, lassen Sie es doch…..

      • Philipp Rittermann sagt:

        carolina. was man nicht gerne hört ist meist nicht ganz falsch.

      • Pjotr Müller sagt:

        … und die ganz Rechten sind die wahren Grünen – oder so.
        Es ist faszinierend, wie Sie sich die Welt zurechtbiegen.
        Aber passen Sie auf – was in Ihrem Kopf funktioniert, klappt in der Realität noch lange nicht.

      • Carolina sagt:

        Rittermann: Allgemeinplätze machen das Gesagte auch nicht schlauer.

      • Franz Vontobel sagt:

        Carolina, das Ritterlein ist ein Newsnet-weit sich verbreitender Rechts-Troll. Es lohnt sich wirklich nicht, ihn ernst zu nehmen, oder auf ihn zu reagieren.

      • Ariane Denogent sagt:

        Es ist Ihre Wortwahl, Herr Rittermann, die daneben ist. Sie sprechen hier ziemlich despektierlich von „Emanzen“. Es gibt auch „karrierengeile“, konservative Männer, die auf die traditionelle Rollenverteilung pochen , damit ihnen die Frau schön den Rücken frei hält.

    • Carolina sagt:

      tom: Das haben Sie schön gesagt! Vor allem die ‚ganze Palette möglicher Konstellationen‘ ist sehr, sehr wahr. Aus Einzelfällen oder seinen eigenen Befindlichkeiten einen für alle geltenden Imperativ zu machen ist einfach nur einfältig.
      Bei Meyer sehe ich vor allem eines (die genaueren Umstände kenne ich nicht): da wird ein, wie Sie sagen, Das-steht-mir-zu/Ich-stehe-mir-selber-am-nächsten Individualismus durchgezogen – dem Anschein nach ohne Rücksicht auf Verluste. Anscheinend wurde kein Gedanke daran verschwendet, dass Menschen an schwierigen Situationen wachsen können, dass jeder von uns garantiert irgendwann diesen Situationen ausgesetzt sein wird – und jedes Mal Weglaufen keine Lösung ist. Im Gegenteil: der Rucksack wird einfach grösser. Insofern ist für mich diese ‚Forderung‘

      • Carolina sagt:

        /2 von Meyer genauso doof wie das ‚Ihr müsst heiraten‘ anderer Zeiten – sagt höchstens etwas über ihn und seinen Charakter aus, aber ganz sicher bietet er keine nachhaltige Lösung für Menschen, die mit ihren Beziehungen hadern, zweifeln und kämpfen.

    • Philipp Rittermann sagt:

      gut. dann halt konkreter. haben sie auch ein weichei heran gezüchtet?

  • Beat von Känel sagt:

    Meyer hat recht.

    • Claudia sagt:

      das finde ich auch (Frau, 47)

      wir sind zuviel fremdbestimmt und vergessen, dass wir selbst der Regisseur unseres Lebens sind. Ich selbst konnte mich zum Glück befreien von Jobs und Partnerschaften, welche mich nicht zufrieden stellten, so konnte passenderes in mein Leben kommen. In meinem Umfeld habe ich viele leidvolle Beziehungen, viele davon gehen fremd, ob nun Frau oder Mann. So etwas will ich mir erst gar nicht antun.

      • Alpöhi sagt:

        Der Unterschied zwischen Job und Partnerschaft ist: Mit dem einen bin ich verheiratet. Mit dem anderen nicht.

      • Simone sagt:

        toll, dass es Menschen,
        wie Sie gibt. Sie sind ein Geschenk
        für Ihr Umfeld-
        weil Sie innerlich in Frieden sind.

  • Anh Toàn sagt:

    Man kann auch sagen 4/5 hätten den falschen Job, es gäbe einen, der besser ihren Qualifikationen entspräche, wohnten im falschen Heim, aber der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier: Mein Onkel hat die Frage, was er denn jetzt mache nach der Pensionierung geantwortet: „Endlich kann ich den ganzen Tag meine Frau ärgern.“

    Manche Beziehungen leben vom Streit zwischen den Partner, besser vertrauter Streit als etwas Neues. Persönlich bin ich die Meinung, sobald man sich überhaupt die Frage stellt, ob man gehen soll, kann man auch gleich gehen, aber die Frage ist, ob man/frau den Mut dazu hat.

    • Anh Toàn sagt:

      Soundtrack: Paul Simon: „50 ways to leave your lover“

      Den Schlüssel in den Briefkasten werfen
      Eine SMS senden
      In eine Strassenbahn steigen
      Zigaretten holen gehen

      Oder wie es Tom Wais formulierte:

      Ich geh nach New York City
      Werd‘ wegfahren mit einem Zug
      Wenn Du warten willst
      bis ich zurückkomme
      Nun heute ist grauer Himmel
      Morgen gibt’s Tränen,
      Du wirst auf gestern warten müssen.

    • Anh Toàn sagt:

      Und noch ein Lied kam in meinen Kopf, zu „schlimmen Beziehungen“ und wie die entstehen und warum die weitergeführt werden: Wie wir, was wir in der Erziehung erlitten haben, an unsere Kinder weitergeben. Lou Reed „Endless Circle“:

      „Besser als es ihre Eltern taten
      Besser als die Kindheit, die sie erlitten“
      (voller Streit und Gewalt, Hilflosigkeit) und dann kommen die zwei letzten zwei Zeilen, mit solch trockener Härte:

      „In Wahrheit sie sind glücklicher mit Schmerzen,
      darum haben sie geheiratet.“

    • Zufferey Marcel sagt:

      Tom Waits, Paul Simon… kommen Sie mal aus Ihrem Eighties-Bubble raus, ehrlich: Die Zeiten haben sich gewandelt! Waren Sie schon einmal in einem Swinger-Club? Nur unsere, auf mehreren Ebenen angegraute Generation: Total langweilig, sage ich Ihnen 😉

      • Reincarnation of XY sagt:

        meine rede Zufferey –
        obwohl: sie haben neulich Nina Hagen zitiert, (und zwar aus der Zeit als sie wirklich gut war, als sie noch eine gescheite Band hatte… )

        (((Auch aus dieser Periode „Punk“ – dürfte ideologisch für sie ein Reizsong sein)))

      • Zufferey Marcel sagt:

        Stimmt, RoXY: Die Nina habe ich zitiert, aber ich nehme für mich in Anspruch, wenigstens gewusst zu haben, dass das Schnee von gestern ist 😉

        „Living in the Eighties“ Killing Joke

      • Reincarnation of XY sagt:

        ja klar – manches ist ja auch wirklich gut

        schlimm sind einfach die, die tatsächlich dort stehen geblieben sind, da geht es mir genau gleich wie ihnen: ich finde das einfach entsetzlich laaangweilig

      • Anh Toàn sagt:

        Ja gell Zuffi, Du hörst das moddafagga Zeugs voll porno!

      • Anh Toàn sagt:

        Ach ja, 80er passt für den Lou Reed Song (stammt vom Album New York 1989), aber weder der Paul Simon (1975) noch Tom Waits (1992)

        never mind the bolloks, muddafaggin Zuffi

      • Zufferey Marcel sagt:

        Stimmt, RoXY: Schlimm sind einfach Leute wie Anh Toàn 😉

      • Zufferey Marcel sagt:

        Wenn schon Never Mind the Bollocks, Anh, wenn wir schon vorgestern bei den Sex Pistols stehen geblieben sind.

        Alter Besserwisser.

    • Katharina sagt:

      Tom Waits ist Gallonen von Whiskey, angereichert mit Barbituraten. Eine Aufgeblasene Hyperbel jenes dämlichen Kanadiers, der in Frenchytowns zu billigem Strohflaschen Chiantifusel dahinträllert. So abgetackelt wie ein Eurail Sommerticket.

      Wie hiess der Typ noch mal? Leonard Cohen.

      https://www.youtube.com/watch?v=zYxaoRVofE8

      Video betrifft nicht Cohen, aber Eurail – lost on an Inca Road.

      • Anh Toàn sagt:

        Ich glaube jeder, der sich Songwriter nennt, und von Bruce Springsteen einen Song cecovered bekommt (Jersey Girl) ist verdammt stolz.

      • Anh Toàn sagt:

        Tom Waits hat in dem Song, den ich zitiere, die Zeile:

        „If you want to go
        where the rainbows end
        you will have to say good bye“

        Sind Sie mal gereist? Ich fand es immer schwer weg zu gehen, aber noch besser, an einem neuen Ort anzukommen…

  • Brunhild Steiner sagt:

    So, als Kontrapunkt:

    Jürg Willi

    „Was hält Paare zusammen“

    Und ja, es ist möglich!
    Und nein, nicht vier von fünf haben eigentlich schon verspielt!
    🙂

  • Zülfikâr Güzelgün sagt:

    Liebe RedaktorIn – Teil 2

    Ach ja, die Argumentation mit der Ehrlichkeit ist auch so eine Sache: „Mein Bedürfnis war ein Leben in Freude und Frieden, und dieses Bedürfnis ist höher zu gewichten als die sogenannt intakte Familie.“
    Frage: Wie steht es denn um den alleine gelassenen Sohn und die Partnerin? Darüber wird nichts geschrieben. Damit Herr Meyer seine Autonomie und seine Kreativität ausleben kann, musste er sie ja verlassen.

    Beim Lesen dieses Textes kommt mir nur das Zitat von Bertold Brecht in den Sinn: Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte.

    Herzliche Grüsse vom feigen Vater
    Zülfikâr Güzelgün aus Zürich

    • Philipp Rittermann sagt:

      herr güzelgün,
      sie haben absolut recht. die „neuen väter“ welche von den feministinnen entsprechend zurechtgebogen wurden, bzw. dies auch mit sich geschehen liessen, sprechen gerne mal von „freiheiten…“ aller art. just, weil man(n) zu schwach ist, seine punkte auch familienkonform zu vertreten. die „neuen männer…“ sind meines erachtens allesamt weicheier, welche die fehlende verantwortungskompetenz mit vermeintlich liberalem denken zu ersetzen suchen.

      • Carolina sagt:

        Genau, und die Schuld liegt natürlich wieder bei den ‚Feministinnen‘ (den ewigen, nie erklär- und identifizierbaren bösen Weibern, von denen Sie umzingelt zu sein scheinen). Lesen Sie doch mal genauer, Herr R! ZG hat sehr schön dargelegt, dass eine Ehe und dann der Aufbau und die Hege einer Familie von BEIDEN zu bewältigen ist und u.U. beide an seine Grenzen bringt – er hat keine simplen Schuldzuweisungen gemacht und auch nicht summa summarum von ‚alles Weicheiern‘ gesprochen, sondern betont, dass Familie/Ehe in der Regel eine gemeinsame Aufgabe sind, aus der man sich nicht ‚einfach so‘ wegschleichen kann, weil (in diesem Falle) Mann/man auf einem Selbstverwirklichungstrip ist.
        Gratuliere Ihnen zu Ihren Worten, ZG – Ihnen nicht, Rittermann!

      • Pjotr Müller sagt:

        Langsam wird klar, warum Sie bei einer derart männerdominierten und leider auch etwas rückständigen Partei ihr Glück suchen.

      • Christoph Bögli sagt:

        Was hat das mit „neuen“ Vätern zu tun? Meyers Vorgehen ist doch vielmehr klassiche Selbstherrlichkeit der „traditionellen“ Väter. Das war doch seit je her der Ansatz vieler Männer: wenns mit der Familie nicht mehr lustig ist weil, geht man halt einfach. Oder legt sich zumindest eine Geliebte zu, kapselt sich vollständig in Arbeit und Feierabendbier ab, etc. Weil die Kinder und der Haushalt sind ja eh Frauensache, da machts eh keinen Unterschied ob Mann sich aus dem Staub macht.

        Das hat sich wenn schon mit den „neuen“ Vätern verbessert, da diese ernsthaft in Familie und Kinder investieren. Und zwar nicht nur finanziell sondern auch Emotionen und Zeit. Weshalb heutige Väter wohl tendenziell auch weniger schnell die Kinder und alles einfach sitzen lassen..

    • Lucy sagt:

      Ihr Name ist so schön!
      “ Zülfikar, war der Name eines Schwertes von Ali ibn Abi Talib, das er in der Schlacht von Badr von Mohammed als Beute erhalten hat.“ „Aufgrund dieser und ähnlicher Überlieferungen, die dem Schwert zum Teil eine magische Kraft zuschreiben, ist Dhū l-faqār ein wichtiges Symbol von ʿAlī und den Schiiten geworden. Diese symbolische Funktion erfüllt es auch bei den Aleviten, die es auf Türkisch Zülfikar nennen. Bei ihnen repräsentiert es den Widerstand gegen Unterdrückung und Unmenschlichkeit. Das Zülfikar wird häufig von Jugendlichen als Halskette oder Emblem auf einer grünen Fahne getragen, um ihre Religion zu zeigen.“
      Und Güzelgün heisst nichts weniger als „schöner Tag“.
      Der Name ist fast ein Gedicht an sich. 🙂
      (Sorry, war sehr themenfremd…)

      • Peter sagt:

        Mann kann nur „zurechtgebogen“ werden, wenn man es lässt……

      • Carolina sagt:

        Ich sage ja immer, dass sich Frauen untereinander oft die schlimmsten Feinde sind – aber hier sehe ich doch oft auch, wie Männer miteinander umgehen. Ein Rittermann erklärt mal eben eine gesamte Generation Männer/Väter zu Weicheiern – implizierend, dass alle ein bisschen dümmlich sind, weil sie sich ja von den bösen Emanzen verbiegen lassen. Kein Wort von Empathie, von Verständnis dafür, dass das Männerbild im Umbruch ist, dass viele Männer Zweifel und Sorgen damit haben – und dass sie das in den Augen ihrer Partnerinnen zu ‚besseren Männern‘ macht als die Hau-drauf-Fraktion von früher. Aber unter gewissen Männern darf man anscheinend als Mann seine Verwirrtheit und seine Zweifel nicht deponieren, sonst ist man schnell das Weichei!

    • Angie sagt:

      Danke, ZG, ich bin ganz ihrer Meinung!

      Beim Interview hatte ich den Eindruck, dass Herr Meyers Sozialkompetenzen zu wünschen lassen. “Ich, ich, ich!“ Was ist mit den Bedürfnissen des Säuglings, der Partnerin?
      Auch die Einstellung “ Es muss mir gut tun.“ halte ich nicht für generell anwendbar. Das würde bedeuten, dass man bei jeder Krise davonrennt, sei es in Partnerschaft oder im Berufsleben. Als Persönlichkeit wächst man aber mE, wenn man Krisen akzeptiert und versucht, sie zu meistern. Überwinden/ Scheitern gehören auch dazu – ich habe grossen Respekt vor Paaren, die die Beziehung zu retten versuchten, aber scheiterten. Aber Herr Meyer macht es sich aber zu einfach.

      • Ariane Denogent sagt:

        Sie haben Recht Angie. Herr Meyer geht stark in Richtung „Nabelschau“. Ich finde es auch absolut stossend, wie sich ein Vater 4 Monate nach der Geburt von der Beziehung verabschiedet, damit es ihm wieder gut geht. Wie steht’s mit seiner Partnerin? Sie wird wohl weiterhin 3 x in der Nacht aufstehen. Herr Meyer ist diesen Stress jetzt wohl los, oder?

  • Zülfikâr Güzelgün sagt:

    Liebe RedaktorIn – Teil 1
    Es ist doch immer wieder Bemerkenswert, wie Egoismus sich ausbreiten und mit salbungsvollen Worten umschrieben werden kann.
    Wir haben zwei tolle Jungs, im Alter von 16 und 13 Jahren. Als sie klein waren, war es für uns beide, für meine Frau und mich, sehr schwierig, Betreuung der Kinder, Arbeit, Familie und unsere Liebe in Einklang zu bringen. Nur durch unsere grosse Feigheit, Beschreibung gemäss Ihrem Autor Thomas Meyer, ist es uns gelungen, alles zu meistern.
    Ja, es gab Momente, da habe ich vor Müdigkeit und Gereiztheit geweint, weil der Kleine in der Nacht um 3 Uhr wach war und nicht mehr einschlafen wollte. Es nützte auch nichts, auf dem grossen Gymnastik-Ball ihn in den Schlaf wiegen zu wollen, mir wurde jedes Mal schlecht von dem Gehopse…

  • Philipp Rittermann sagt:

    wie schon evje van dampen sagte – „liebe ist arbeit, arbeit, arbeit!“ womit wir auch beim essentiellen punkt für eine nachhaltige beziehung sind. eine zufriedene frau ist eine beschäftigte frau ist abends müde. so kommt es dann auch nicht am feierabend zu „waschküchendiskussionen“ aufgrund ungenutzter tage. der mann ist dafür verantwortlich, dass die partnerin entsprechend ausgelastet wird. eine gewisse grundinvestition konzeptioneller art zur sinnvollen konstituierung des tagesablaufs und der aufgaben zahlt sich hier für beide in jedem falle aus. männer -> mut zur aktion! (es gibt bez. führung nichts schlimmeres als „laisser faire“.

    • KA sagt:

      Bloss ist in diesem Fall der Mann unzufrieden und wohl, wie sie bemerkt haben unterbeschäftigt. Deshalb hat er sich wahrscheinlich getrennt, das gibt viel zu tun und lässt sich dann mit einem Buch gut auslasten. Bringt dann hoffentlich auch noch etwas Geld.

    • Sisifee sagt:

      Es kommt aber vielleicht zur „Waschküchendiskussionen“ abends aufgrund allgemeiner Überlastung. Wenn Sie sich da nur nicht verpokern in Ihrer Verplanung der Frau, Herr Rittermann.

    • Sportpapi sagt:

      Aber ist die Frau abends müde, ist es dem Mann auch wieder nicht recht – ein klassischer Trennungsgrund…

      • Sisifee sagt:

        @SP: Ist die Frau so richtig ordentlich beschäftigt, dann hat sie keine Zeit, über Müdigkeit nachzudenken.

  • Sisifee sagt:

    1/1 Ich finde Thomas Meyers Punkte weder besonders revolutionär noch besonders provokant. Es ist schlicht die moralische Freiheit, die wir heute haben: uns zu trennen. Ja, meine Eltern und Grosseltern hatten diese noch nicht (oder meinten sie nicht zu haben) und haben ausgeharrt.

    • Sisifee sagt:

      1/2 Der Punkt ist doch: „Was mir gut tut“ ist nicht immer einfach auszumachen. Selten tut einem eine Beziehung nur gut oder nur schlecht. Mein Mann hat sich nach der Geburt unseres ersten Kindes stark verändert und ist in ein Burn-out gerasselt. Ich wusste nicht ob es noch passt oder nicht, gut getan hat mir das bestimmt nicht. Noch heute ist unsere Ehe ab und zu Kräfte zehrend, trotzdem konnten wir sehr viel gemeinsam erreichen. Das Ausharren hat mir nicht nur, aber auch gut getan. Ich habe gelernt, mit Zügen meines Partners umzugehen, die mir nicht gut tun, habe gelernt Grenzen zu setzen, konstruktiv zu streiten, zu akzeptieren und trotzdem meinen Weg zu gehen. Ich musste mir selbst sehr treu werden, das hat mir hat der feste Rahmen des „Zusammenhaltens“ ermöglicht.

      • tina sagt:

        darüber zu schreiben was einem gut tut ist ok. aber dieses „man sollte“ geht mir grausam auf den zeiger

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sisifee

        da können Sie aber froh sein, hat das nicht Sie getroffen, in Kombination mit dem Autor als Partner- ob er diese Reife an Tag legen würde? Sein Interview lässt mich da sehr zweifeln.

        Eine Grundreife und Bereitschaft wachsen zu wollen, Stürmen standhalten und Ausdauer zeigen; die ist unabdingbar. Und hat nichts mit „feige weil man nicht trennt“ zu tun. Was mir seine Aussage zu sein scheint.

      • Sisifee sagt:

        @ Brunhild Steiner: Ich weiss nicht, wie „reif“ Thomas Meyer sich in Beziehungen verhält. Es gibt für mich zwei Möglichkeiten: a) er ist unreif und egozentrisch, wie ihn hier viele verschreien. b) er hat einen sehr intakten Zugang zu seiner Intuition und hat zu einem gesellschaftlich nicht sehr beliebten Zeitpunkt, kurz nach der Geburt, gemerkt, dass es grundsätzlich nicht stimmt und nie stimmen wird.
        Ich erinnere mich, einmal gelesen zu haben, dass er das Kind gemeinsam mit seiner Ex-Partnerin betreut. Er übernimmt also durchaus seine Verantwortung, das hat mit feige nichts zu tun.

      • Sisifee sagt:

        @ tina: Ja, in diesem Punkt gefallen mir Meyers Aussagen auch nicht. Er ist jedoch Schriftsteller und nicht Therapeut oder Soziologe, weswegen die Sachen wohl auch pointierter daherkommen.

        Wir haben heute ja sehr viele Freiheiten, unter anderem die, uns zu trennen, aus welchen Gründen auch immer. Oder zu arbeiten. oder nicht zu arbeiten. Ich staune immer wieder, wie gross die allgemeine (Vor-)Verurteilungsfreude hier im Mamablog ist.

      • Susi sagt:

        Schliesse mich Sisifee vollumfänglich an.

      • Waldmeier sagt:

        Das Leben ist schon streng und unmenschlich genug, darum sollte es eine Beziehung nicht auch noch sein. Aber der Mensch in Industrienationen will alles haben ohne einen Funken Demut. Verzicht heisst die Devise!!!

  • Waldmeier sagt:

    Eigentlich greift Thomas Meyer nur ein altes Thema auf, welches die Menschen seit Anbeginn der Zeit beschäftigt: Oder wie schon Oscar Wilde sagte:
    „One should always be in love. That is the reason one should never marry.“

  • Chris Stoffer sagt:

    Steht in dem Buch auch ob er das Kind überhaupt wollte oder es ein „Unfall“ war weil die Frau mal die Pille „vergessen“ hat?

    Vielleicht wollte der das Kind gar nicht, die Frau aber wollte nicht abtreiben. Er ist dann geblieben während der Schwangerschaft. Vielleicht geht es ja doch, ist ein Kind gar nicht so schlimm. Und dann stellte sich heraus, dass es genau so schlimm war wie erwartet und es schlichtweg nicht geht. Hat er in diesem Szenario auch nicht gekämpft? Wer ist hier schuld?

    Hört auf die Frau immer als unschuldig darzustellen. Ein Kind haben ist kein Grund mehr rumzuzicken und Sex zu verweigern. Letzteres ist nun mal Bestandteil einer Beziehung, der Bestandteil, den sie von allen anderen unterscheidet.

    • Nina B. sagt:

      interpretieren Sie da nicht ein wenig viel rein? Ein wenig viel persönliches, das Sie selbst erlebt haben? Irgendwie peinlich!!

  • Waldmeier sagt:

    Wie schon Sigmund Freud sagte: „Die Absicht, dass der Mensch glücklich sei, ist im Plan der Schöpfung nicht enthalten.“

    • Alpöhi sagt:

      Einspruch Euer Ehren. Adam und Eva sollten im Paradies glücklich sein. Aber sie entfremdeten sich voneinander, indem ein Haufen Beziehungsmüll zwischen ihnen landete („..sie hat…, nicht ich“), der nicht bereinigt wurde. Da flogen sie aus dem Paradies raus.

      Die Schöpfungsordnung ist darauf angelegt, dass zwei liebende Menschen einander Gegenüber sind. Das sieht man nur schon daran, dass alle Menschen die Sehnsucht nach diesem Ideal in sich tragen.

      Die Frage muss also sein: „Wie komme ich / wie kommen wir dem Ideal am nächsten?“ Darüber wurde schon viel geschrieben. Der heute besprochene Autor liefert dazu einen weniger hilfreichen Beitrag.

      • Waldmeier sagt:

        „Der Begriff Liebe ist in der Biologie nicht definiert und damit keine biologische Kategorie. Allgemein ist es schwierig, emotionale Prozesse mit naturwissenschaftlicher Methodik zu bearbeiten, zumal die zu Grunde liegende Biochemie noch nicht ausreichend bekannt ist……….“

        Also, nicht zu lange machen, wenn die Chemie nicht mehr stimmt. Vorwärtsschauen, weitergehen. Eine unglückliche Partnerschaft kann auch ernsthaft krank machen.

  • Christine sagt:

    Also trennt euch, denn die Vorstellung von immer und ewig, gibt es nicht.
    Unsere Elter, Großelter und deren Vorfahren, mussten aushalten und ausharren, sie hatten es nicht so gut wie wir.
    Wir dürfen frei entscheiden und was ist daran falsch.
    Wovor Frau Braun haben Sie Angst,?
    Vielleicht, dass es Sie einmal treffen könnte und ,dass Ihre kleine Welt dann zusammenbricht, die Sie hier so wunderbar darstellen.
    Vielleicht mögen Sie sich einmal mit der Systemischen Psychologie der Paarbeziehungen beschäftigen,aber ich glaube, danach bricht Ihr Glaube an dem Kampf , um Glück und Partnerschaft zusammen.
    PS: Ich bin Kinder und Jugendpsychologin

    • lenalina sagt:

      Hä, haben Sie die Aussagen von Frau Braun überhaupt gelesen!?? Sie sagt überhaupt nichts von man soll um jeden Preis und auf immer und ewig zusammen bleiben. Aber nach ein paar Monaten mit Baby einfach sagen man hat keine Lust mehr, weil es im Moment grad nicht so friedlich und freudig ist, ist doch wohl etwas ganz anderes!! Sie sind Kinder- und Jungendpsychologin? Uiuiui… Zuhören bzw. richtig lesen ist wohl nicht so ihre Stärke?

      • Reincarnation of XY sagt:

        Christine – können sie nicht auch noch ihren Nachnamen angeben, damit wir sie nie zufällig als Fachkraft buchen?
        Sie sind ja ne super Psychologin, wenn sie den Text von Frau Braun nicht einmal lesen können, die nichts von dem sagt, was sie ihr vorwerfen. (Und zudem noch, sozusagen Trennungs-ethisch politisch korrekt in ein einer Patchwork-Familie lebt).
        Wir wollen mal hoffen, dass sie uns ihren Beruf nur vorgeschwindelt haben…

      • Sisifee sagt:

        Ienalina: Lesen Sie doch auch das Interview mit Thomas Meyer. Er sagt ja nicht, man sollte gehen, wenn es mal nicht Friede Freude Eierkuchen ist, sondern wenn es grundsätzlich nicht passt. Das sind zwei Paar Schuhe. Und man hat ja schon dieses Grundgefühl, was richtig ist für einen.

      • Muttis Liebling sagt:

        @RoXY, wie Sie wissen, bin ich auch Computergraphologe und als solcher bescheinige ich dem Schriftbild, dem Ausdrucksvermögen, der Orthographie der C. deutliche Hinweise auf ein noch sehr frühes Stadium der Persönlichkeitsentwicklung, welches kaum mit dem angegeben Beruf in Vereinbarung zu bringen ist.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ja ML heute sind Sie ziemlich gut.

        Gefällt mir.

      • KA sagt:

        @sisifee: wenn es grundsätzlich nicht passt, sollte man mit dieser Person kein Kind zeugen. Und wenn man erst 4 Monate nach der Geburt des Kindes merkt, dass es nicht passt, wäre es ev. gescheit, nicht in einer Ausnahmesituation zu entscheiden, sondern die Differenzen anzugehen und sich etwas anzustrengen.

      • Sisifee sagt:

        @ KA: jaja, „man sollte“ und „man sollte nicht“. Wer sind wir, darüber zu urteilen, wann und unter welchen Umständen jemand zusammenbleiben / sich trennen / ein Kind zeugen darf?
        Wie man in anderen Interviews lesen kann, nehmen Herr Meyer und seine Ex-Partnerin ihre Elternaufgabe auch in getrenntem Zustand gut wahr, sie scheinen als Paar, aber nicht als Eltern gescheitert zu sein. Daran gibt es nichts zu verurteilen, finde ich.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Sisifee – der, der mit dem „man sollte“ angefangen hat. Ist ja gerade der Autor. Er sagt 4 von 5 Menschen sollten das tun, was ich tue.
        Und sie haben ja gerade bewiesen, dass seine Behauptung zumindest für Sie nicht gültig ist. (Hat mir übrigens sehr gut gefallen, wie sie ihr eigenes Erlebnis sehr schön ausgedrückt haben. Und es gefällt mir auch, dass sie nun nicht sagen, dass es alle so machen sollten wie sie. Aber dieser „Autor“ macht, das eben genau nicht. Er sagt: „Leute wie Sisifee liegen definitiv falsch.“ Und er unterstellt ihnen noch fragwürdige Motive. Darum ist er ein Dödel, der von Dingen spricht, von denen er keine Ahnung hat.)

      • Sisifee sagt:

        @ roxy: Danke für die Blumen. Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich mir, im Gegensatz zu T.M., seit 12 Jahren sicher bin, mit dem passenden Mann zusammen zu sein. Es wurde einfach alles viel schwieriger als ich mir je vorstellte. (Und ob wir es schaffen, dass die Ehe hält bis dass der Tod uns scheidet, weiss ich auch nicht. Wenn nicht, dann war es trotzdem nicht falsch, den Weg gegangen zu sein).

      • KA sagt:

        @sisifee: das mit dem „man sollte..“ habe ich, wie RoXY bemerkt hat, dem Autor entnommen. Ich glaube gerne, dass er sich um eine gute Vaterschaft bemüht, um eine gute Paarbeziehung hat er sich aber nicht bemüht. Und genau ihr Beispiel widerlegt ja die oberflächliche Aussage des Herrn. Dass Sie noch so viele positiven und nachdenkenswerte Aussagen von ihm erkennen, spricht für Sie und nicht für ihn.

      • Reincarnation of XY sagt:

        KA – genauso!

      • Sisifee sagt:

        @ KA, @ RoXY: Wenn man tief und fest überzeugt ist, dass es nicht passt, sollte man gehen. Besser als Paar getrennt und freundschaftlich ein Kind betreuend, als in Streit und Unglück vereint. Für diese Erkenntnis reichen manchmal ein paar Monate. Ich glaube, wir kennen alle diese „luziden“, richtungsweisenden Momente, die uns befähigen, mutige, unpopuläre Entscheidungen zu treffen.
        Ich hatte nie das Gefühl, dass es nicht passt. Wohl aber, dass ich überfordert bin mit gewissen Wesenszügen / Problemen meines Partners, die sich erst als Familie zeigten. Es gab nie den innerlich klaren Moment, der mir sagt, es sei Zeit, zu gehen.
        Wie lange soll man um eine Beziehung kämpfen? Ich denke, es gibt einen inneren Kompass für solche Fragen, der zeigt bei jedem Menschen in eine andere Richtung.

      • Reincarnation of XY sagt:

        sisifee – ich bin mit ihnen 100% einer Meinung.
        Natürlich, wenn ich klar sehe: „das wird nie etwas werden“, dann muss ich aufhören. Je schneller desto besser. Aber das ist eine tiefe Gewissheit, genauso wie die tiefe Gewissheit sich auf jemanden tiefgehend einzulassen.
        1. nicht alle Menschen haben solche Gewissheiten
        2. nicht bei allen Menschen sind solche „Gewissheiten“ gleich viel wert (uiuiui da kenn ich Beispiele… brbrbr)
        3. der Autor drückt sich eben genau nicht so differenziert und nicht-richtend, wie Sie aus. Er verurteilt tatsächlich 80% aller Paare (eine masslose Übertreibung, oder sein Bekanntenkreis sind die absoluten Loser) und selbst diese erfolgreiche Paarbeziehung gefunden zu haben, die er anstrebt
        DAS kritisiere ich. Allein das.

    • Alpöhi sagt:

      Was ist denn das für eine Kampf-Emanze. Der Eingangssatz in seiner Absolutheit ist nachweislich falsch.

      Abgesehen davon: Ein kleines Glück ist besser als ein grosses Unglück. Ziel einer Therapie müsste also sein, das kleine Glück zu sehen und miteinander wieder zu vergrössern. Eine Therapie, die auf Trennung fokussiert ist, ist keine Therapie, sondern eine Amputation.

    • lola sagt:

      Ich hoffe doch, sie gehen in eine Supervision und besprechen dort ihre Probleme?

    • Simone sagt:

      @christine und susi:
      Danke für eure Beiträge!
      ich habe das Interview am Sonntag gelesen und fand es grossartig!
      dass sich da so viele kommentierende bedroht fühlen, wundert mich nicht.
      Leute, die wirklich Verantwortung für ihre Bedürfnisse übernehmen, ecken eben an. ich bin dankbar, dass ich es aushalten kann, meine Bedürfnisse wahrzunehmen und sie meinen Mitmenschen mitteilen mag.
      da gewinnen alle ~ auch alle Beziehungen.
      der Autor hat sich auf das Experiment zusammenleben eingelassen und hat es beendet, als er merkte,
      dass es ihm nicht gut tut. das
      ist wahre Grösse finde ich. ich behaupte, dass viele Menschen über zu wenig Eigenliebe verfügen und drum
      lieber verharren.
      ein Nein zu etwas oder jemandem
      ist ein Ja zu mir.

      • Sportpapi sagt:

        „ein Nein zu etwas oder jemandem
        ist ein Ja zu mir.“ Gute Zusammenfassung Ihres Statements. Nur: Warum sollte jemand mit Ihnen dann eine ernste Beziehung führen wollen? Und wenn dann Kinder da sind: Sagen Sie dann auch nein zu denen, wenn sie Ihr Glück gefährden?

      • Franz Vontobel sagt:

        Leute, die wirklich Verantwortung für ihre Bedürfnisse übernehmen

        Und der diesjährige Euphemismuspreis geht an Simones Umschreibung von „Egoismus“!

        Wir gratulieren!

      • Carolina sagt:

        Und weil’s so schön ist, Simone, wird allen, die mit TMs Beitrag nicht einverstanden sind, das Gefühl unterstellt, bedroht zu sein? Noch eins drauf auf die Unterstellung, faul und feige zu sein, wenn man sich nicht ‚gleich‘ trennt?
        Gebe Franz völlig Recht: wo ist da eigentlich in Ihrer Lobhudelei auf das Recht auf Selbstverwirklichung das Kind erwähnt? Eine Partnerin, von der wir nichts wissen? Dass erwachsene Menschen sich trennen, wenn sie nichts mehr verbindet: kein Problem! Aber diese Nonchalance, wenn ein Kind involviert ist, das finde ich doch ziemlich merkwürdig und – ich erlaube mir, das gute, altmodische Wörtchen zu gebrauchen – selbstsüchtig.

      • Sisifee sagt:

        Ein gewisses Mass an Eigenliebe ist die Voraussetzung für die Liebe in einer Partnerschaft. Wie hiess es so schön: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“? Das schliesst beide mit ein, nicht?
        @Simone: Nein, ein „Nein“ zu etwas anderem ist nicht zwangsläufig ein „Ja“ zu mir selbst und ein „Ja“ in der Beziehung ist nicht zwangsläufig ein Nein zu mir selbst. Ein gute Miteinander braucht auch mal ein Nein, braucht Bedürfnisse jedes einzelnen und das Bewusstsein dafür. Braucht aber auch ein Ja zum grossen Ganzen. Und ich hoffe, dass sie nicht nur die eigenen Bedürfnisse gut spüren, sondern auch die der anderen wahrnehmen (und ernst nehmen).

      • Alpöhi sagt:

        Eben. Es schliesst beide ein.

      • Sisifee sagt:

        PS: Ja, die Bedürfnisse der Kinder sollten auf jeden Fall zählen. Nur kann es nicht das Bedürfnis von Kindern sein, in einem disharmonischen Atmosphäre aufzuwachsen. Wenn Eltern grundsätzlich nicht harmonieren, ist es besser, wenn sie sich trennen. Insofern gebe ich, wie schon weiter oben erwähnt, Meyer Recht wenn er sagt, man solle aufhören, schlechte Beziehungen zu führen. Kinder profitieren mehr von guten Beziehungen als von nur vordergründig intakten. Und auch für uns Erwachsene ist es wichtig, gute (nicht problemlose oder einfache) Beziehungen zu leben.

      • Sportpapi sagt:

        Als ob es zwei Menschen völlig unmöglich wäre, ein harmonisches Umfeld zu schaffen, auch wenn vielleicht die grosse Liebe erloschen ist.

      • Simone sagt:

        was denken Sie:
        wer hat mehr Intersse die Bedürfnisse anderer wahrzunehmen-
        jemand, der seine eigenen spürt und diese den anderen zumutet oder jemand, der seine eignen Bedürfnisse nicht kennt oder sich nicht bewusst ist, dass er solche hat?
        und „selbstsüchtig“ finde ich hervorragend! dieses Wort ist mir Dank Ihnen wieder auf den Radar gekommen- herrlich, danke!
        und meine Kinder verlasse ich nicht, trenne mich gerne ab und zu von ihnen.
        meine Kinder können
        meinem Glück gar nicht im
        Weg stehen, weil ich bevor mein Glück getrübt ist, meine Bedürfnisse anmelde und wir Lösungen und keine Kompromisse suchen.
        Das ist strenge, lohnende Beziehungsarbeit, die alle gleichwertig behandelt.
        wer mit mir Beziehungen oder eine Beziehung führen will: da müssen Sie die Betroffenen fragen…

      • Franz Vontobel sagt:

        Lösungen und keine Kompromisse suchen.

        Auch sehr schön!
        Ein Kompromiss ist keine Lösung.
        Nur wenn sie ihre Bedürfnisse kompromisslos durchsetzen könne, ist es eine Lösung.
        Was heisst, dass der/die Andere seine Bedürfnisse vergessen kann, wenn sie nicht deckungsgleich mit ihren sind….

        Wie schreiben sie so schön: „da gewinnen alle“.

        Aha.

      • Sisifee sagt:

        @ Sportpapi: Wenn zwei sich entscheiden, trotz erloschener Liebe zusammen zu bleiben und wenn sie dadurch ein harmonisches Umfeld schaffen, darf man das getrost als gute Beziehung bezeichnen. Wenn zwei aber zufriedener wären getrennt, unter erloschenen Gefühlen leiden und durch ihr Unglück die Stimmung des ganzen Umfeldes trüben, jedoch nicht wagen sich zu trennen, weil sie um das Wohl der Kinder fürchten, bezweifle ich dies.

        Als ich 14 war habe ich gehört, wie meine Mutter im nächtlichen Streit zu meinem Vater sagte, dass sie nur noch wegen uns Kinder mit ihm zusammen ist. Danke für Obst, das hat mich ganz schön belastet. Einordnen konnte ich das überhaupt nicht, ich fühlte mich schuldig.

  • Sarah Kohn sagt:

    Da scheinen einige die Nerven zu verlieren, wenn ihnen jemand den Spiegel vorhält. Meyer ist ehrlich. Hätte diese wohlüberlegten Aussagen eine Frau gemacht, wäre das Echo ein ganz anderes. Es gibt nämlich auch Frauen, die Beziehungen beenden, wenns nicht passt, auch wenn Kinder da sind. In skandinavischen Ländern, den Vorbildern für emanzipierte Schweizerinnen, ist ein grosser Teil der Frauen alleinerziehend, und zwar aus freiem Willen. Weil es sonst einfach nicht oder zu wenig passt.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Sarah Kohn

      nein, er ist meiner Ansicht „beziehungstechnisch“ nicht nachahmenswert, ich halte mich lieber an Menschen welche Bereitschaft zeigen sich echt den Spiegel vorhalten zu lassen- und dann sich selber mal bisschen bearbeiten, als es vom Umfeld zu erwarten.

      Und bei einer Frau würde ich übrigens dasselbe schreiben.

    • Sportpapi sagt:

      Lustigerweise würde es eventuell auch manchem Mann einfacher fallen, eine Beziehung zu beenden, wenn er danach alleinerziehend wäre…

  • Christine sagt:

    Ich habe große Bedenken, bei dem was Frau Braun von sich gibt. Ich bin selber Mutter von zwei Kindern, und ja es ist schwierig , ja , es tut weh, wenn der andere nicht mehr will oder eine andere Ansicht von Partnerschaft, Familie , Liebe etc. hat, aber ich für meinen Teil, möchte keine synthetisch aufrecht gehaltene Partnerschaft, das ist der wahre Albtraum, dann lieber , ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende, gruselige Vorstellung.
    Wenn der Partner nicht mehr will, dann ist der Kampf vorbei, so wie im wahren leben, wenn ich durch Bitten und Betteln, Paartherapie, appelieren an Moral, Kind , Schwur etc , meine Partnerschaft halten will, dann ist das egoistisch und Verantwortungslos. Dann soll es nur mich und meinne Bedürfnisse befriedigen, welche auch immer das sein mögen!?

    • Sportpapi sagt:

      Eigentlich geht es doch nicht nur um Sie, sondern auch um das Gegenüber, und nicht zuletzt um die Kinder.

  • Michael sagt:

    Hat für mich der Herr Meyer kurz und knapp auf den Punkt gebracht – wenn man nicht glücklich ist, wenn das Zusammensein Stress wird, dann soll man sich trennen. Das geht nicht von jetzt auf gleich, das ist ein schleichender Vorgang, habe es selber erlebt. Man macht den einen oder andern Kompromiss um den Zusammanhalt zu erhalten. Aber wenn Mann sich selber und seine Grundsätze aufgeben müsste, dann ist der Zeitpunkt einer Trennung gekommen.

    • tina sagt:

      aber michael, sein kind war erst 4 monate bei der trennung. angenommen es wäre ihm exakt bei der zeugung erst aufgefallen dass er nicht glücklich ist mit dieser frau, mit der er ein kind zeugte, dann konnte es diesen schleichenden vorgang kein jahr lang gegeben haben.

      • Reincarnation of XY sagt:

        es heisst „aber wenn man…“ nicht „aber wenn Mann…“ Michael

        Alles andere was sie sagen ist total nichtig. Da praktisch jedermann dem zustimmt. Nur ist halt die Frage bis wohin ist man ein beziehungsunfähiges Weichei-Bubi, und ab wann ist man ein feiger nicht-wahr-haben-Wollender, der unnötig und sinnlos leidet.
        Das kann man auch nicht allgemein beantworten. Wichtig ist nur, dass man weiss, dass es diese zwei Endpunkte gibt.

    • Alpöhi sagt:

      Michael, das Zusammenleben mit Kindern ist manchmal Stress. Und „manchmal“ kann auch „meistens“ sein. Und trotzdem: Da war eine Zeit vor den Kindern, wo sich Mama und Papa liebten – sonst gäb‘ es die Kinder nicht.

      Oder war alles nur Fiktion, Wunschdenken??

      • Susi sagt:

        @Alpöhi:
        Meyer sagt dazu: „Liebe allein ist kein Argument dafür, eine Beziehung weiterzuführen. Man muss auch zusammenpassen. Ist das nicht gegeben, leiden beide, und da kann man lange hoffen, es wird sich nie ändern.“

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Susi

        das finde ich auch einen so „schöne Farbe drüberschmieren“-Satz, was heisst hier schon „Liebe“ versus „zusammenpassen“, resp wie sehr ist das zusammenpassen von entsprechender Investition abhängig? Diesen Punkt unterschlägt er komplett.

      • Alpöhi sagt:

        Was Brunhild sagt, ist das eine.

        Das andere ist: Oft bilden sich Paare nach dem Motto „Gegensätze ziehen sich an“. Aber was einen anfangs fasziniert am Partner (weil es komplementär zu einem selber ist), nervt einen schon bald – Faszinieren und Nerven sind die zwei Seiten der selben Medaille.

        Darum führt „gleich und gleich gesellt sich gern“ auf Dauer oft zu tragfähigeren Beziehungen.

        Das war aber nicht das Thema des Autors.

      • Susi sagt:

        @BS: Wenn man in das Zusammenpassen „investiert“, dann muss sich doch immer mindestens einer der beiden Partner ändern! Und sowas kann man einfach nicht erwarten. Ich kann doch nicht hoffen, dass der Humor, die sexuellen Bedürfnisse, die Intelligenz, Weltanschauung, Gemütsart meines Partners und meine sich durch Beziehungsarbeit anpassen, da werde ich nur enttäuscht.

      • Susi sagt:

        @Alpöhi: Doch, ich finde, das war eins der wichtigen Themen des Autors!

      • Franz Vontobel sagt:

        Ich kann doch nicht hoffen, dass der Humor, die sexuellen Bedürfnisse, die Intelligenz, Weltanschauung, Gemütsart meines Partners und meine sich durch Beziehungsarbeit anpassen…

        Wenn sich alle diese Eigenschaften (oder nur schon ein paar davon) sich für eine beglückende, andauernde Beziehung ändern müssten – warum ging man überhaupt eine Beziehung mit jemandem so unkompatiblen ein? Dass ein alkoholisierter ONS keine solide Basis ist, das sollte sich doch mittlerweile herumgesprochen haben…

      • Susi sagt:

        @Franz: „Wenn sich alle diese Eigenschaften (oder nur schon ein paar davon) sich für eine beglückende, andauernde Beziehung ändern müssten – warum ging man überhaupt eine Beziehung mit jemandem so unkompatiblen ein? Dass ein alkoholisierter ONS keine solide Basis ist, das sollte sich doch mittlerweile herumgesprochen haben…“

        Kollusion? Auch wenn sonst NICHTS stimmt, eine sehr, sehr starke Verbindung, aus der man emotional nur mit Mühe wieder rauskommt. Glauben Sie mir, ich war da. Mehr als einmal. Been there, done that, bought the t-shirt.

      • Franz Vontobel sagt:

        Echt? Aber das tönt dann ja doch eher ungesund und nach psychischem Knacks (womit ich Ihnen sowas nicht andichten möchte…).

        Jemandem mit halbwegs intaktem Nervenkostüm sollte sowas nicht passieren, oder?

      • Susi sagt:

        @Fran: Natürlich ist es nicht gesund. Aber zeigen Sie mir mal einen Menschen ohne Neurosen. (Ich bin der Meinung, dass sehr viele Paare aufgrund einer Kollusion zusammen sind. Meistens ist man sich dessen einfach nicht bewusst.)

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Susi

        da beginnt es ja schon, wenn man vermutet ins zueinanderpassen-investieren, gehöre einseitiges „ändern“- das läuft doch gegenseitig!

        Aber das wird alles unterschlagen, nein, auf mich wirkt das wirklich sehr unreif. (Also nicht Sie, im Fall! Sondern die Texte/Aussagen).

      • Franz Vontobel sagt:

        Also, ich kenne ganz viele Menschen ohne Neurosen … Ausser, sie wollen jede kleine Eigenheit gleich als „Neurose“ bezeichnen.
        Aber von was sie hier schreiben, das hat doch schon eine andere Dimension. Frauen, die bei ihrem Schlägertyp bleiben – diese Grössenordnung.

      • Susi sagt:

        @BS: „da beginnt es ja schon, wenn man vermutet ins zueinanderpassen-investieren, gehöre einseitiges „ändern“- das läuft doch gegenseitig“

        Nein, es geht Meyer doch genau darum, dass man sich eben gar NICHT ändern muss und es trotzdem passt. (Ich schreibe ja „mindestens einer“, nicht „nur einer“.) In einer Partnerschaft davon ausgehen, dass der andere sich ändern muss, geht m.E. gar nicht.

      • Susi sagt:

        Genauer: Es geht auch nicht, davon auszugehen, dass man sich selbst ändern muss in grundlegenden Fragen! Man kann die Person sein, die man ist, weil man genau so zum anderen passt.

      • Susi sagt:

        @Franz: Nein, das kann eben sehr viel subtiler ablaufen. So, dass es weder für das Umfeld noch für die Betroffenen wirklich spürbar ist. Man merkt nur, dass zwei sich gefunden zu haben scheinen, sich längerfristig aber eher nicht gut tun.

      • Franz Vontobel sagt:

        Wahrscheinlich bewege ich mich in einem zu wenig feinfühligen Umfeld – oder bin selbst ein zu grober Klotz, um Solches zu bemerken 😉

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Susi

        zwar werfe ich dem Herrn ja sein 4 zu 1-Urteil vor, erlaube mir nun aber ähnliches, mit so einer Haltung:
        „Nein, es geht Meyer doch genau darum, dass man sich eben gar NICHT ändern muss und es trotzdem passt. “
        rammt man den Eisberg mit Garantie…,

        eine Partnerschaft ist etwas organisches, da wächst und querschlägt es manchmal und es entsteht eine Dynamik- viele der Prägungen können sich erst über eine gewisse Zeit „entfalten/auswirken“ und über manches ist man dann überrascht.
        Wer sich da auf so eine starre Haltung beruft, der hat von Beginn weg seine grosse Chance verspielt.

      • Susi sagt:

        @BS: Eins habe ich mir vorgenommen, nämlich meinen Mann nicht ändern zu wollen. Natürlich hat er Eigenschaften, die ich nicht toll finde (umgekehrt auch), aber wenn die Grundpfeiler stimmen, nimmt das Unangenehme weniger Gewicht ein. (Echt jetzt? Kompatiblen Sinn für Humor anzüchten?? Gleiche sexuelle Bedürfnisse erarbeiten?)

        Meine Haltung diesbezüglich ist ziemlich starr, ja. Aber ich habe mir dadurch nicht die Grosse Chance von Anfang an verspielt, (eher anmassende Äusserung!), sondern einfach länger gewartet, um einen Mann zu finden, der wirklich passt. (Der Teil mit „gleiche Intelligenz“ war eben furchtbar schwierig!! )

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Susi

        bin mir nicht sicher ob wir vom selben sprechen, es geht nicht um Dinge von denen ich schon weiss dass ich sie geändert haben will, auch nicht um „objektbezogenes“, sondern eher um Sachen welche sich erst aufgrund der Beziehungsdynamik zeigen, entstehen können, öfters mit Herkunftsfamilienhintergrund/Prägungen/Verletzungen als Ursache/Antreiber. Wenn man sich da einfach auf den Standpunkt stellt der andere habe alles zu schlucken und sonst gehe ich, es wäre anmassend mich ändern zu müssen, dann ist das volle Fahrt in Eisberg, da bleibe ich „starr“.

        Bei jeder Mitarbeiterquali gibts den Punkt „Zielvereinbarung“ oder ähnlich, warum nicht auch in einer Beziehung immer wieder mal überprüfen und nachjustieren? Und ja, das kann schmerzen wenn man sich hinter der Fassade erkennt.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        es fällt aber auch niemanden einen Stein aus der Krone wenn man bisschen Demut an den Tag legen, und sich seinen schwierigen Seiten stellt, sich zum konstruktiveren ver-ändert.

        Die Paare welche meine Vorbilder sind gehen eigentlich alle immer wieder durch so Prozesse, ich finde das völlig normal, wie Unkrautjäten im Garten.

      • Brunhild Steiner sagt:

        3/
        aber ich gratuliere Ihnen selbstverständlich zur zum gefischten Intelligenz-Prachtexemplar, das war sicher sehr aufreibend und mühsam, immer diese blöden falschen Fische, die Hoffnung versprachen, an der Angel haben und zurückschmeissen müssen
        😉

      • Susi sagt:

        @Brunhild: Ich bezog mich stets auf das, was in Meyers Interview steht, es geht um die Punkte Humor, Intelligenz, Sexualität, Weltanschauung, Gemütsart. Und in diesen Bereichen glaube ich, dass es sehr schwierig ist bis unmöglich, dass man sich ändert oder dasselbe vom Partner verlangt. Anpassung und Flexibilität sind Tugenden. Aber ich neigte in der Vergangenheit oft dazu, mich zu stark anzupassen und meine eigene Persönlichkeit zu unterdrücken. Zum Glück muss ich das nicht mehr und kann einfach mich selbst sein… (Ich schaute sogar mal Autorennen!)

        Wahrscheinlich reden wir sogar von ähnlichen Dingen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Susi

        da hab ich grosszügig schon aufs XXL-Bild, das Partneruniversum, erweitert- wobei, die „Gemütsart“… 😉 ich finde ehrlich gesagt nicht dass es Persönlichkeitsstrukturen gibt welche sich nur gegenseitig ausschliessen können und zum Desaster führen. Je diesbezüglich weiter auf der Skala entfernt, desto mehr Wille und Verständnis, Aushalten- und vielleicht mal auch Entgegenkommen, über den eigenen Schatten springen und persönlichkeitstechnisch was ganz fremdes wagen; wäre schon denkbar, das sehe ich jetzt nicht als Ausschlusskriterium.
        Weltanschauungen können wechseln und veränderte Positionen müssen sich dann auch wieder einspielen, was von Beiden Schritte verlangt- obs nun um die handfeste Ernährungsweise oder eher transzendenteres geht.
        Humor der passt, unbedingt! 🙂

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        dann kommt man auch besser mit den weniger passenden klar 😉

        Aber Autorennen gegen die inneren Überzeugungen ansehen, das ist also sehr, sehr kritisch…, da beglücke ich meine Seher immer mit der Treibstoffverbrauch und Luftbelastungsstatistik, plus einem Vortrag über den Sinn von immer schnelleren Wagen, resp dem kompletten Schwachsinn davon… . Und bei den Champagnergirls kippe ich dann den Sicherungskastenschalter!

        (nein, tu ich natürlich nicht, hab mich gewollt verändert)

      • Susi sagt:

        Brunhild? Sie kennen sich mit Autorennen aus??

        Was die Gemütsart angeht, stimme ich Ihnen zu. Das ist eigentlich auch der Punkt, in welchem mein Mann und ich teilweise unterschiedlich sind. Und oft bin ich froh um seine stoische Seite, die mir meistens abgeht.
        Auch die Weltanschauung kann sich während einer Beziehung ändern, stimmt, vor allem, wenn man jung zusammenkommt.

      • Susi sagt:

        Ich war mal mit einem Mann zusammen, bei dem passte kein Punkt der aufgelisteten. Kein einziger, nicht mal annähernd. Trotzdem blieb ich zwei Jahre (!) mit ihm zusammen, eine dicke rosa Brille der Hoffnung tragend, bis ich es endlich schaffte, einen Schlussstrich zu ziehen. Rückblickend waren das beziehungstechnisch die zwei schlimmsten Jahre meines Lebens. Meine Freunde erwähnen das teilweise heute noch. („Läck, wo du damals mittem X zämegsi bisch, soooo schlimm, wie häsch numä chönä!!“ Und ich, ausweichend: „Ja, immerhin hätter schöni Musklä gha, weisch nömä?“)

  • Sportpapi sagt:

    Weshalb bekommt ein konfliktunfähiger Freak für seine Ablassschrift ein solches Forum? Wer ist dieser Typ überhaupt?

    • Muttis Liebling sagt:

      Der Verlag hinter dem Forum generiert Gewinnzuwächse nur noch aus dem Online- Geschäft und das braucht Klickgeneratoren.

      Der besprochene Herr deutet an, dass er, wenn das Buch erwartungsgemäss nicht läuft, als Paartherapeut firmieren wird. Denn dazu braucht es keine Qualifikation, im Gegensatz zum Strassenfeger.

      • Flo sagt:

        . . . . . . . nicht läuft, als Paartherapeut firmieren wird. Denn dazu braucht es keine Qualifikation, im Gegensatz zum Strassenfeger.
        Deshalb wird vermutlich auch geraten mind. 2 x pro Jahr eine Thearpie zu besuchen – Existenz gesichert – die des Therapeuten und eher nicht des Paares!

    • Franz Vontobel sagt:

      SP: Dafür, dass sie keine Ahnung haben, wer der Mann ist („Wer ist dieser Typ überhaupt?“) wissen sie ja eine ganze Menge über ihn („ein konfliktunfähiger Freak“)…

      • Transe Volltrottel sagt:

        Grrrr! Grrrr!

      • Transe Volltrottel sagt:

        Aber Frankie, warum immer der Sportpapi?

        Ich werde langsam eifersüchtig…

      • Sportpapi sagt:

        Danke für den freundlichen Hinweis. Ja, Sie haben recht. Vielleicht ist der Typ ja ganz anders, als er schreibt. Man sollte nicht aus geäusserten Meinungen und Haltungen auf den Menschen schliessen. Und weil er egoistisches Verhalten predigt muss er keineswegs Egoist sein…

      • Franz Vontobel sagt:

        Nunja, sie nannten ihn „konfliktunfähigen Freak“ – nicht „Egoist“.
        Nicht ganz dasselbe, wage ich (als Nicht-Sprach-Virtuose) einfach mal so zu behaupten…

  • Mrs Katana sagt:

    Bei Herrn Meyer wird es an seiner Hochzeit (obwhol ich eher davon ausgehe, dass er nie heiraten wird) wohl so klingen:
    – „Schwören Sie, Ihre Frau in guten wie in schlechten Zeiten…“
    – „Moment, Moment, nein, nur in guten Zeiten!“
    […]

    • stella3 sagt:

      der ist gut!

    • Susi sagt:

      Mrs Katana, das ist eine Fehlinterpretation dessen, was er sagt. Er ist lediglich der Meinung, dass es sich nur dann lohnt, in Beziehungsarbeit zu investieren, wenn man eben grundsätzlich zusammenpasst, wenn ein Fundament besteht. Ansonsten solle die Flinte lieber heute als morgen ins Korn geworfen werden.

      • Reincarnation of XY sagt:

        aber Susi – der Mann hat doch rein gar nichts über Beziehungen zu sagen. Er hat einige aufgegeben und wurde bis dato noch nie in einer Beziehung glücklich, das ist alles.
        Er könnte uns darüber belehren, so in etwa 20 Jahren, wenn er nach x Trennungen, zu der wahren wirklich dauerhaft-glücklichen Beziehung gefunden hat. Dann könnte er uns sein Rezept „durch Trennungen zum Glück verkaufen“.
        Aber so?

      • tina sagt:

        zu dieser schlussfolgerung kann man aber nicht kommen, wenn man nach so kurzer zeit die flinte ins korn geworfen hat. dazu müsste er erstmal beziehungsarbeit investieren und dann sehen, ob sichs lohnt. so weit kams offenbar niemals, sonst hätte er nicht diese beziehung als anlass genommen für das buch

      • Muttis Liebling sagt:

        Eine Fehlinterpretation ist es, Herrn M. überhaupt den Impetus zuzuschreiben, etwas über Beziehungen sagen zu wollen. Er will nur ein Buch verkaufen, d.h. die Karriere als Aktionskünstler läuft nicht. Sonst würde er ja Aktionskunst machen, was so ziemlich das Gegenteil von ein Buch schreiben ist.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Susi

        ich habe das Interview gelesen, vorausgesetzt Sie befinden sich aufselbem Wissenstand wie ich, finde ich dass Sie seine Statements ein bisschen sehr wohlwollend taxieren.

        Mir fehlen da definitiv die Signale dass er zumindest von seiner Seite her seinen möglichen Einsatz gezeigt hat, die paar Worte über „fragen wie der andere die Beziehung gestalten möchte“ sind schöne Farbe, aber keine Substanz.

      • Susi sagt:

        @RoXY: Wer spricht denn hier von einer „wahren, dauerhaft glücklichen Beziehung“? Meyer auf jeden Fall nicht, auch wenn das teilweise so dargestellt wird heute. Aber schreibt vom Ideal einer Beziehung, in welcher die beiden Menschen wirklich zusammenpassen und dadurch auch Schwierigkeiten besser meistern können.
        (Zu erkennen, dass es eine „dauerhaft glückliche Beziehung“ nicht gibt, gehört doch zum Erwachsenwerden!)

      • Susi sagt:

        @tina: Ich finde schon, er habe insofern recht, als dann man relativ bald merkt, ob etwas passt oder nicht, wenn man wirklich ehrlich ist zu sich selbst. (Und das muss nicht mal mit den romantischen Gefühlen zusammenhängen, die kann man ja durchaus für einen unpassenden Partner haben!) Sobald man gemerkt hat, dass es nicht passt, sollte man sich trennen, anstatt zusammenzuziehen, zu heiraten, Kinder in die Welt zu setzen… (Und ja, das hätte er tatsächlich anders handhaben sollen!)

      • Susi sagt:

        @BS: Ob Meyer das in seiner eigenen Ex-Beziehung gehandhabt hat, finde ich schwer zu beurteilen, aber ich sage hier ja mehrmals, dass ich da auch ein grosses „Aber“ parat hätte.
        Die Grundidee fand ich aber eben sehr interessant, als ich das Interview las. Ich fand mich selber darin wieder.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Haben sie das Interview gelesen? Natürlich spricht er von einer erfolgreichen Beziehung, der grossen Liebe, inklusive 2x jährlich … etc.
        Er meint: 4 von 5 sind doof, ich aber nicht.

        Da ist mir Herr Kilmister selig tausendmal lieber, er hatte tausend Frauen, übernahm nie Verantwortung, hat nach eigenem Angaben seinem eigenen Sohn die Freundin ausgespannt… das war sein Way of Life. Wir liebten ihn dafür. Total bescheuert, aber für ihn stimmte es so. Und darum war es ok.
        Aber hier meint einer, er müsse über Beziehungen reden, er wüsste, was 4 von 5 Leuten tun müssen. Obwohl er selbst keine Ahnung von Beziehungen hat, da er bis jetzt ja in keiner glücklich wurde.
        Und Susi – jeder Schwätzer, bringt ein paar wahre und richtige Sätze. Wir müssen schon das Gesamtpacket anschauen.

      • Susi sagt:

        @RoXY: Eben, Sie sagen es ja selbst, er spricht von einer ERFOLGREICHEN Beziehung, nicht von einer „dauerhaft glücklichen“! Das ist doch ein grosser Unterschied.

        Und ja, ich habe das Interview gelesen, sorgfältig sogar, ich zitiere ja ständig draus!

      • Reincarnation of XY sagt:

        Herr Kilmister hatte 1000 erfolgreiche Beziehungen.
        Sorry – aber wir meinen unter einer Beziehung dauerhaft, glücklich. Und er meint das nämlich auch, sonst müsste er nicht darüber schreiben, dass das Grundsetting zueinander passen soll und man 2mal Jährlich in Therapie gehen soll. Dass redet von einer dauerhaften und langjährigen Beziehung. Für einen 12Monatefurz. Brauche ich das alles nicht. Und ob ich das alles brauche nur um aus einem 12 Monate, einen 36 Monatefurz zu machen? Was ist da der unterschied? Denken sie in ihrem Verteidigung-Eifer mal darüber nach.
        Er glaubt nicht, dass langjährige, dauerhafte glückliche Beziehungen möglich sind? Wunderbar – das tun viele nicht, und dann leben sie das konsequent auch aus.

      • tina sagt:

        klar susi, man spürts früh, wenn man ehrlich ist, jedenfalls oft. und ja, viele sollten ehrlicher sein und konsequenter. natürlich.
        aber wenn man schon ein buch darüber schreibt was die anderen falsch machen, erwarte ich ein wenig mehr selber richtig gemacht haben oder fast noch besser: dass man selber einsieht, wo man versagt hat.

      • Susi sagt:

        Nun, RoXY, „Eifer“ ist ein grosses Wort, das dichten Sie mir an. Ich beteilige mich hier relativ emotionslos. Aber ja, ich habe schon viel darüber nachgedacht, nämlich sogar unvoreingenommen und in aller Ruhe, als ich gestern in der Badi gemütlich das Interview in der Zeitung las, bevor ich Brauns einseitigen Text gesehen hatte und meine Wahrnehmung davon beeinflusst war.

      • Susi sagt:

        @tina: Ich sehe das halt etwas anders. Man muss nicht immer alles, was man kritisiert, selbst besser machen/können, auch wenn das natürlich der Idealfall wäre 😉

      • Susi sagt:

        Und RoXY: „dauerhaft-glücklich“ und „dauerhaft, glücklich“ ist eben auch nicht das Gleiche, das ist nicht dieselbe Aussage wie oben, die haben Sie jetzt geändert. Eine Beziehung kann dauerhaft UND glücklich sein, aber dadurch ist sie nicht dauerhaft glücklich, die kann auch mal schwierige Phasen haben, trotz des glücklichen Grundgefühls.

      • Reincarnation of XY sagt:

        ok Susi – ich nehme sie so wahr – wollte ihnen nichts andichten
        aber wenn sie das interview so gründlich durchdacht haben, können sie mir doch bestimmt antworten bezüglich: wenn es nicht um langfristig geht – was soll dann das ganze? Dann ist das doch ein Widerspruch in sich selbst. (Siehe all die Worte, die ich nach dem „Eifer“ gesagt habe. Um die ging es ja. Den Eifer nehme ich hiermit offiziell zurück.)

      • Flo sagt:

        es sich nur dann lohnt, in Beziehungsarbeit zu investieren, wenn man eben grundsätzlich zusammenpasst, wenn ein Fundament besteht
        Besteht denn ein gutes Fundament nur dann wenn man zusammen passt? Kann es nicht auch sein das man sich ein gutes Fundament „erarbeiten“/ erschaffen kann wenn man bereit ist sich dem Partner anzupassen oder noch besser mit seinen „Manko’s“ zu leben lernt? Natürlich auf Gegenseitigkeit!

      • Susi sagt:

        @RoXY: Das ist jetzt glaub ein inhaltliches Missverständnis. Natürlich geht es um langfristige Beziehungen. Aber ich habe es so verstanden, dass Sie sagen, es ginge Meyer darum, immer nur Friede, Freude, Eierkuchen zu haben, und ich glaube, dass er das eben nicht sagt. Sondern es geht darum, dass das Grundgefühl stimmt und man dann auch Schwierigkeiten meistern kann. (Ich habe die Aussage„dauerhaft-glücklich“ mit „immer glücklich“ gleichgesetzt.)

      • Susi sagt:

        @Flo: Ich selbst glaube nicht daran, dass eine Beziehung erfüllend sein kann, wenn man es den wichtigsten Bereichen nicht passt. Es geht ja nicht um irgendwelche Macken, sondern um Grundlegendes.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Susi – offenbar ein Missverständnis
        nein, so habe ich ihn nicht verstanden
        er sagt: „es muss grundsätzlich passen, dann lohnt sich auch zu investieren, aber wenn es grundsätzlich nicht passt ist alles vergebliche Liebesmüh“ – das stimmt natürlich und da gebe ich ihnen und ihm recht

        Mein Punkt ist, dass er, bis jetzt nur erlebt hat, dass es für ihn nicht passt. Er hat den Weg zur passenden Beziehung also noch nicht gefunden. Aber masst sich an, er wüsste besser bescheid als 80%, all derer die in einer Beziehung leben und meint sogar er müsste ein Buch darüber schreiben.

      • Susi sagt:

        RoXY, ja, stimmt schon ein wenig. (Langsam beginne ich auch, ihn doof zu finden 🙂 )

      • Reincarnation of XY sagt:

        deshalb liebe ich Sie… (ganz anständig und mit vielen Smileys)

  • Flo sagt:

    Bist du nicht mehr glücklich musst du gehen!
    Ich staune über solch eine, in meinen Augen sehr leichtfetige, verallgemeinerte Aussage.
    Erstens; was heisst glücklich? Wer definiert das und für wie lange?
    Ich denke noch immer, es lohnt sich für eine Bezoiehung zu kämpfen – nicht bis zum Umfallen, aber eine gewisse Zeit ist es wert. Vorausetung man hat sich einmal geliebt, so geliebt das man eine feste Beziehung eingegangen ist.
    In meinem Leben gibt es eine Beziehung von der ich heute denke, es wäre wert und wichtig gewesen dafür zu kämpfen.
    Manchmal habe ich den eindruck das man heute allzu leichtfertig einfach aufgibt – nicht nur bei Beziehungen. Ob man mit dieser Art im Leben umzugehen glücklicher wird bezweifle ich.

    • Alpöhi sagt:

      Zustimm!

      Und dann könnte es ja auch Gründe geben, lieber mit einem kleinen Glück zufrieden zu sein als mit einem grossen Unglück. Beziehung nicht vorschnell wegwerfen. Die Liebe ist keine Konstante und das Zusammenleben auch nicht.

  • SK sagt:

    Freude und Frieden. Meines Erachtens die Kernaussage dieses Herren. Ein langweiliger, nicht-aussagender, Möchtegern von einem Schriftsteller, der seichten aber vermeintlich provokanten Müll von sich gibt. Ja, wir sollten gut unsere Partner wählen, ja vielleicht ist eine Paartherapie nützlich und vermutlich sollten wir uns trennen, wenn es nicht funktioniert. Wow, was für eine grandiose Aussage. Danke Herr…, wie auch immer er heisst. Aber nach 4 Monaten aufgeben, klingt nicht nach Arbeit, klingt nicht nach gut ausgewählt und schon gar nicht nach zwei Mal im Jahr Paartherapie. Das klingt nach Feigheit, nach purem Egoismus, das klingt nach entweder ist es heute auch mit Baby genau so toll wie gestern oder ich verpiss mich, weil überall und jederzeit Freude und Frieden zu finden ist.

  • Lucy sagt:

    „dass Mann und Frau als Paar nicht vollständig verschmelzen sollen“

    Love one another, but make not a bond of love:
    Let it rather be a moving sea between the shores of your souls.
    Fill each other’s cup but drink not from one cup.
    Give one another of your bread but eat not from the same loaf
    Sing and dance together and be joyous, but let each one of you be alone,
    Even as the strings of a lute are alone though they quiver with the same music.

    Give your hearts, but not into each other’s keeping.
    For only the hand of Life can contain your hearts.
    And stand together yet not too near together:
    For the pillars of the temple stand apart,
    And the oak tree and the cypress grow not in each other’s shadow.

    Khalil Gibran

  • Thurgauer sagt:

    Nun, das Interview mit Thomas Meyer habe ich gelesen. Es ist provokant und soll als AnkündigungsPR für sein Buch „Trennt Euch“ dienen. Wenn er sich schon kurz nach der Geburt des Kindes trennt, tun mir sowohl Kind als auch Partnerin leid. Meyer entpuppt sich als konfliktunfähiges Weichei, der schon bei der Partnerwahl in seiner Intuition vollkommen versagt hat. Natürlich soll man nicht im Streiten ausharren, das schädigt die Kinder. Aber konflikt- und dialogfähig wäre schon zu erwarten. Die heutige Glamourwelt der Filmsternchen und Cervelats Promis macht es vor. Wir sind eine Welt von beziehungsschwachen Singles und Narzissten voll Schein statt Sein. Aber Autoren wie Meyer sind vollkommen überflüssig und wollen ähnlich wie einige HauDrauf Journalisten für Aufsehen sorgen. Just Bullshit.

    • tina sagt:

      finde es auch etwas gar jämmerlich, wenn man nach lumpigen 4 monaten mit gemeinsamem kind merkt, dass es einen nicht glücklich macht und schwupp weg ist. aber damit nicht genug, sondern man macht daraus eine tugend, und versucht kapital daraus zu schlagen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Vielleicht war es auch umgekehrt. Erst war der Gedanke am Buch, dann wurde die Frau dazu gesucht, der ein Kind gemacht und diese dann verlassen.

        Wenn ich mal kurz vor dem Verarmen stehe, amputiere ich mir selbst ein Grosszehe und schreibe ein Buch, wie es sich damit läuft, besser watschelt. Bekommt mit Sicherheit kostenfreie Fremdwerbung der Online – Click- Medien.

      • tina sagt:

        😀 ja, etwa so kommt das rüber mit diesem buch da.
        muss spontan an „shantaram“ denken 😀 aber das ist immerhin auch ein reisebericht

    • vaterunser sagt:

      sitmme zu. allerdings sei dem autor auch ein kränzchen gebunden: eine persönliche niederlage mit einem buch zu läutern und gleichsam zu monetarisieren zeugt von beträchtlicher schlauheit. gut gemacht. sofern der mann seinen alltag mit seinem kind teilt und die mutter das auch akzeptiert, sehe ich in dieser sache nichts verurteilungswertes.

  • Brunhild Steiner sagt:

    „Wir suchen uns nicht aus, in wen wir uns verlieben. Aber wir können uns aussuchen, mit wem wir zusammen sind.“

    Respektive uns vorgängig mit den Basisfaktoren auseinandersetzen welche der Autor andeutet, die ich aber unbedingt um die Punkte „Umgang, Werte der Herkunftsfamilien“, Umgang mit Zeit, Geld, sich selber“ deutlicher ansprechen würde als bloss unter dem Stichwort „Weltanschauung“ abhaken.

    „Stattdessen sollten wir den Menschen, der uns gefällt, genau fragen, was ihm in einer Beziehung wichtig ist. Und uns selbst immer wieder die Frage stellen: «Tut mir das gut?»“ Und wenn wir feststellen es geht in Richtung „tut mir nicht gut“ aktiv werden, einem Garten tut auch sehr vieles nicht gut, doch ein davonlaufender Gärtner bewirkt keine Verbesserungen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      2/
      „Ich fragte: «Wie, jetzt schon?» Mein Bedürfnis war ein Leben in Freude und Frieden, und dieses Bedürfnis ist höher zu gewichten als die sogenannt intakte Familie.“
      Wenn man unter intakter Familie Freude-Frieden-Dauerzustand versteht, hat man zu Vieles nicht verstanden, da wäre aufschlussreich zu wissen ob er seine Vorschläge auch selbst umgesetzt hat, bspw.
      „Ein Therapeut kann jedoch beeinflussen, wie zwei Menschen miteinander umgehen, und ihnen den Rahmen geben, einander richtig zuzuhören.“ Wurde diese Aussenhilfe in Anspruch genommen?

      • Brunhild Steiner sagt:

        3/
        „Wiederholt es sich aber, hat Ihr Partner Sie als Mensch nicht verstanden. Dann passt es eben nicht.
        Sie haben sehr hohe Ansprüche. Ja. Wir reden hier aber auch von einer Angelegenheit, die hohe Ansprüche verdient. Einem Chirurgen halten Sie ja dessen hohe Ansprüche hinsichtlich Sorgfalt im OP auch nicht vor. Letztlich rede ich nur von Respekt gegenüber sich selbst. Wenn man nicht glücklich ist, soll man gehen.“

        Naja, bisschen gnädiger würde schon nicht schaden, und auch hier die Gegenfrage: hat er sich diesen hohen Ansprüchen gemäss verhalten? So als ob jeglicher Mikromm-Fehlgriff zu Schwerstkomplikationen führen könnte? Stelle ich mir ziemlich stressig vor.

      • Brunhild Steiner sagt:

        4/
        „Ich verstehe diese pseudoheroische Idee des Aushaltens nicht. Noch nie hat jemand etwas davon gewonnen.“

        Fragt sich halt ob das pseudoheroisch ist, oder einfach- das wird er wohl nicht gerne hören, konflikt/beziehungs/aushaltungsfähig, das Urteil von 4 destruktiven Beziehungen auf 1 „okay“ empfinde ich zu schwarzgemalt.

      • Brunhild Steiner sagt:

        5/
        „Ich muss auch nicht in einer 20-jährigen Partnerschaft gelebt haben, um festzustellen, dass andere leiden und damit aufhören sollten. Ich behaupte auch nicht, zu wissen, wie man die perfekte Beziehung führt. Ich sage lediglich: Hört auf, schlechte Beziehungen zu führen.“

        Aber er müsste in einer 20-jährigen Partnerschaft gelebt haben, um festzustellen dass sich durchbeissen sehr wohl lohnen kann, dass das überhaupt keine Sackgasse ist, es immer (oder oft) Hoffnung gibt. Oder um auf den Garten zurückzukommen, da ist ebenfalls nicht immer alles Freude und Frieden, da kriegt man Kreuzschmerzen, dreckige Finger und schwitzt wenn man sich für die Ernte einsetzen will.

      • Carolina sagt:

        Brunhild: Danke!

    • Flo sagt:

      „Wir suchen uns nicht aus, in wen wir uns verlieben. Aber wir können uns aussuchen, mit wem wir zusammen sind.“
      Danke für diese Worte. Das genau ist die Krux und der Spagat den wir als denkende und fühlende Menschen zu lösen haben. Ist schwierig und manchmal irren wir uns, können/sollten aber immer daraus lernen.

      • Anh Toàn sagt:

        Ich bin mir nicht so sicher, dass wir uns nicht aussuchen, in wen wir uns verlieben, wir kennen uns selber zu wenig um zu merken, dass wir es tun und unsere Kriterien dafür zu kennen. Ich bin ein Anhänger der „Liebe ist Entscheidungssache Theorie“: Als Teenie war man verliebt, war es erfolgslos, stellte man fest, dass die ohnehin eine blöde Kuh ist, oder nicht so hübsch wie man mal meinte, und hat sich in die nächste verliebt.

        Diese romantischen Verklärungen mit dem Pfeil Amors, dieser unerklärbaren und unwiderstehbaren Anziehung wegen irgend chemischen Signalen und so, ist doch Märchenkram:

        Man sucht sich eine und sagt, Dich werde ich lieben, lässt sie einen, geht es los,

      • Reincarnation of XY sagt:

        Anh Toin – da bin ich für einmal 100% auf ihrer Seite.

  • Gundel sagt:

    Ist doch super! Er kommt damit 2mal in der Zeitung. Man nehme ein wahren Kern, eine Extremposition, eine Selbstinszenierung, Viola ! Schon geniesst er die Aufmerksamkeit der Presse, die um jeden Freak dankbar ist.

  • Malena sagt:

    Ist auch eine Frage der Perspektive: wenn ich oder eine gute Freundin sich trennt ist das wohlüberlegt, das Beste, sicher nicht leichtfertig – wenn der Meyer oder mein Ex sich trennt ist das egoistisch.
    Bei offensichtlich unpassenden Beziehungen muss man sich natürlich auch ohne Therapie und ganz viel Arbeit trennen dürfen. „Den richtigen Partner auswählen“ kommt aber idealerweise chronologisch vor „Kinder zeugen“…

    • Gundel sagt:

      Iwo, der Aktionskünstler musste das so machen, um uns zu zeigen, dass es keine Situation gibt, die es rechtfertigt sich nicht zu trennen. Nur so geniesst er unsere Aufmerksamkeit.

    • 13 sagt:

      Könnte dies daran liegen, dass man bei sich selber oder der guten Freundin beim Prozess dabei war und mitbekommen hat, wie dieser Wunsch langsam reifte, wie oft sie sich Gedanken gemacht hat, wieviel sie abgewogen hat etc. etc. während man dies bei anderen nicht sieht? Wer jemanden lange begleitet, dem ist klar, dass es nicht leichtfertig war. Wer davon überrascht wird, der hat ein anderes Gefühl davon. Grundsätzlich müsste man aber zumindest den Partner in diesen Prozess einbeziehen.

      • Malena sagt:

        Ja, seh ich auch so. Und natürlich auch an der Selbstgerechtigkeit, mit der wir alle mehr oder weniger unterwegs sind. Klar gibt es auch leichtfertige Trennungen. Man kann ja nicht für jede Ferienromanze ein Trennungsdrama abspielen. An welchem Punkt und unter welchen Bedingungen muss eine Trennung wohl überlegt sein, wann ist Leichtfertigkeit verwerflich? Wenn Kinder im Spiel sind?

  • Muttis Liebling sagt:

    Die letzte Frage in dem Interview lautet: Was macht Sie eigentlich zum Beziehungsexperten? Wenn man die Antwort darauf gelesen hat, kann man sich den Rest sparen. (Ich lese alle Artikel und Bücher so. Nach dem ersten Absatz (Kapitel), den letzten, dann den vorletzten, bis nichts mehr zu erwarten ist. Dann reicht meist weniger als die Hälfte des Textes.).

    Der Mann nennt sich Autor und Aktionskünstler und will ein Buch verkaufen. Für dieses Ziel sind konservative Kernaussagen nicht förderlich, also muss etwas Provokantes im Titel her. Sonst liest das kein Mensch.

    Formallogisch ist die Aussage genau so falsch, wie die, dass >50% aller Menschen übergewichtig seien. Solche Extremverteilungen gibt es nicht und wenn man die behauptet, sind die Kriterien fehlerhaft gewählt.

    • Sandra Keller sagt:

      Sie tun mir leid, wenn Sie Bücher so lesen. Man sollte in 1 Leben wenigstens geschafft haben, sich Lieblingsbücher anzulesen. Es geht oft nicht um den Inhalt, sondern um Worte die einem viel bedeuten, oder Satzstellungen, vielleicht ein besonderer Ausdruck oder Konstellation der Protagonisten, oder Nebenfiguren die plötzlich eine tragende Rolle spielen. Sachbücher lesen Sie wohl keine. Da wären Sie arm dran mit Ihrer Methode.

      • Muttis Liebling sagt:

        Bei Sachbüchern funktioniert die Methode am besten. Die haben immer die gleiche Dramaturgie, im letzten Kapitel ist der Inhalt zusammengefasst, im ersten die Fragestellung formuliert.

        Lehrbücher muss man linear lesen und manche Romane auch. Aber nur wenige. Dieses Jahr ist es ‚Unterleuten‘, letztes Jahr war es ‚Unterwerfung‘. Aber das ist selten. Meist lohnt es nicht, ein Buch ganz zu lesen. Ich habe das trotzdem schon mehr als 1000x gemacht.

    • adrian wehrli sagt:

      Ich lese auch nur immer den ersten und letzten Satz von ML Kommentaren, das reicht dann um denselben Narzissmus in grün zu erkennen; weiterscrollen.

    • Alpöhi sagt:

      ML hat recht. In Büchern, die keine Romane sind, reicht es, die Einleitung und die Zusammenfassung zu lesen. Wer dann noch mehr wissen will, darf auch den Rest lesen, aber nötig ist es nicht.

    • Madeleine sagt:

      Muttis Liebling: Dann haben Sie wohl diese Interwievfrage hier verpasst:
      „Sie haben nie mit einer Frau zusammengelebt?“
      Antwort von T. Meyer: „Nur mit der Mutter meines Sohnes. Dass ich lieber allein wohne, war aber schon vorher so.“
      Wenn T. Meyer schon weiss, dass er lieber alleine wohnt, dann wird’s irgendwie schwierig mit der Familienplanung!

  • Susi sagt:

    Brauns Text erscheint mir allzu tendenziös und stellt Meyers Gesamtaussage mit den einseitig ausgewählten Zitaten m.M.n. in ein verfremdetes Licht. Eigentlich geht es Mexer vor allem darum, dass man einen wirklich passenden Partner auswählen sollte, anstatt sich von Gefühlen davontragen zu lassen. (Man passt seiner Ansicht nach zusammen, wenn man „sich in den wesentlichen Aspekten des Lebens ähnlich [ist], also punkto Humor, Intelligenz, Sexualität, Weltanschauung, Gemütsart“.) Passt es nicht, sollte man sich trennen und weiser wählen, anstatt in einer unbefriedigenden Beziehung ausharren. Und da hat er recht, wenn es nicht passt, geht es allen Beteiligten (inkl. den Kindern!) besser, wenn man sich trennt, anstatt tagtäglich im Spannungsfeld zu sitzen.

    • Susi sagt:

      Meyer spricht überhaupt nicht gegen ein Arbeiten an der Beziehung, im Gegenteil, er sagt, jedes Paar sollte zweimal pro Jahr in die Therapie. Voraussetzung, dass die Therapie wirkt, sei aber, dass das Paar auch zusammenpasst. Und da hat er wohl nicht ganz Unrecht.

      • Flo sagt:

        jedes Paar sollte zweimal pro Jahr in die Therapie
        diese Aussage stellt ich allerding in Frage. Man kann auch mit einer Therapie eine Beziehung eher in Gefahr bringen.
        So generell sollte man solche Aussagen nicht tätigen!

    • Susi sagt:

      Mit der Schätzung der „vier von fünf Paaren“, die sich trennen sollten, liegt Meyer auch nicht unrichtig, zumindest was mich betrifft: Vor meinem Mann hatte ich vier „richtige“ Beziehungen; bei allen spürte ich nach spätestens einem Jahr, dass es nicht passte – Gott sei Dank habe ich nicht mehr lange ausgeharrt und gekämpft, nur weil teilweise noch Gefühle da waren!

      • Muttis Liebling sagt:

        Man kann auch sagen, Susi hatte 4 Beziehungsversuche und eine Beziehung. Wenn die nicht scheitert, was wir erst nach ihrem Tod erfahren, war die Erfolgsrate 100%.

        Je nachdem, wie man eine Beziehung definiert, kann man jede Quote behaupten.

    • Selina sagt:

      „Weise auswählen „, da bin ich einverstanden. Nur könnte man auch so weise bei der Familienplanung sein und sich vorher überlegen, ob man mit dem jetzigen Partner ein Kind auf die Welt stellen will. Was der Herr Meyer wohl nicht getan hat.

      • Susi sagt:

        @Selina: Ja, das stimmt. (Offenbar ist er etwas zu spät weise geworden…)

      • Carolina sagt:

        Für meine Begriffe geht es nur darum – und da hat Herr Meyer dann eher seinen eigenen Charakter beleuchtet als wertvolle Hinweise für jedermann (die ja sowieso völlig überflüssig sind, denn es gibt dermassen viele unterschiedliche Konstellationen) gegeben: Er lässt sich auf das Wagnis Kinderhaben ein, stellt aber kurz nach der Geburt fest, dass er die falsche Partnerin gewählt hat – lässt sich also (das interpretiere ich jetzt mal so rein) nicht darauf ein, dass man in einer Beziehung auch an Schwierigkeiten wachsen kann – und proklamiert dieses Verhalten dann auch noch als allgemeingültig.
        Bei jeder Frau, die so handelte, würden wir (mit Recht) Zeter und Mordio schreien, aber ihm wird es als Konsequenz ausgelegt? Ich sehe das eher als Charakterschwäche.

      • Carolina sagt:

        Was würden wir hier jemandem sagen, der allen Paaren dringendst empfehlen würde, unbedingt wegen der Kinder zusammenzubleiben? Ja nicht die Scheidung einzureichen, weil warum-auch-immer?
        Die meisten von uns würden ihm sagen, dass er aufgrund seiner eigenen (ähem, sehr speziellen) Befindlichkeiten auf alle anderen schliesst und das einfach viel zu banal und einfach ist – denn persönliche Erfahrungen und Befindlichkeiten sind genau das: persönlich und individuell. Wenn jemand so wenig über den eigenen Tellerrand hinausschauen kann und die Weite, die er da sieht, scheut, kann ich das nicht ernstnehmen, ganz egal, um welchen Imperativ es geht.

      • Sisifee sagt:

        @ Carolina: Wieso denn? Eine Bekannte von mir hat ihren Mann während der zweiten Schwangerschaft verlassen. Sie hatte ihre Gründe. Und ein Bekannter wurde von seiner Partnerin während der ersten Schwangerschaft verlassen (auch sie hatte leider ihre Gründe, er ging fremd). Beispiel 1: heute, 12 Jahre später, müde aber glücklich in Patchwork-Grossfamilie. Bespiel 2: Kriegen die gemeinsame Kinderbetreuung gut auf die Reihe, er wird sich seinen Fehler nicht so rasch verziehen. Zeter Mordio geschrien hat niemand. Sind aller erwachsene Menschen.

      • Carolina sagt:

        Sisifee, da habe ich mich unklar ausgedrückt:
        Wenn Ihre Bekannten hier schreiben würden, in gekürzter Form, als Werbemassnahme für ein zu erwartendes Buch und im Imperativ mit Schlagzeilen arbeitend, dass Menschen (1 von 5) viel zu lange in angeblich unglücklichen Beziehungen ausharren – dann würde ihnen alles möglich Böse unterstellt! Und sie müssten damit rechnen, denn in dieser verkürzten Form kommt es nun mal so rüber, dass hier einer seinen Befindlichkeiten Allgemeingültigkeit zuweist – was sie nicht haben.
        Ich bin die allerletzte, die derartige Trennungen urteilen würde – ich weiss selber, dass die allerwenigsten sich die Sache einfach machen!
        Aber eben weil es eine solche Vielfalt an Biografien gibt, sind derartige Einfachlösungen einfach nur dumm – wie kann jemand die

      • Carolina sagt:

        /2 Beziehungen, Ehen und Paare, die ihn umgeben, zu 4/5 als unglücklich bzw dysfunktional bezeichnet, hat den völligen Tunnelblick. Das erste, was wir alle ganz dringend lernen müssen, ist, dass man als Aussenstehender (auch wenn man vermeintlich nah dran ist) keine Ahnung von der Dynamik in einer Beziehung hat, keinen Schimmer vom Potential, dass die Betroffenen mitbringen und unter Umständen mobilisieren.
        Ich hätte das in meinen jungen Jahren auch nicht für möglich gehalten, aber viele, viele Beziehungen, die nach aussen nach nicht viel aussehen, sind stabil. Ob Menschen ‚zueinander passen‘, können aussenstehende nur ganz selten beurteilen. Deshalb ist die angedrohte Paartherapie eines Herrn Meyer für mich wirklich eine Drohung!

      • Carolina sagt:

        Sorry, das war ziemlich hingeschludert – das sind ein paar grammatikalische Klopse drin…..

      • Sisifee sagt:

        @ Carolina: Danke für die Präzisierung. So gehe ich mit ihnen einig, die Aussagen sind natürlich viel zu absolut. Ich nehme sie auch nicht ganz so ernst, auch den Imperativ nicht. Er war ja auch mal Werbetexter, da lernt man solches Zeug um Aufmerksamkeit zu generieren.
        Und zum Herrn Meyer in die Paartherapie gehe ich sicher nicht ;-). Ich bin aber gespannt, wie er das Thema über ein paar Hundert Buchseiten abwickelt. Bis jetzt fand ich seine Bücher nicht so schlecht.

      • Carolina sagt:

        Ich habe nur seinen Erstling gelesen, ‚Wolkenbruchs …….‘ und fand ihn wunderbar. War für mich ein echtes Highlight! Aber seit er sich als Lifestyle-Therapeut geriert, habe ich Mühe.
        Und wahrscheinlich wird sich herausstellen, dass er wesentlich durchdachter und differenzierter auf ein paar hundert Seiten argumentiert – aber er wird nun mal nach dem beurteilt, was er in Interviews und Kurzbesprechungen von sich gibt. Als alter Medienprofi weiss er das ja sicher……
        🙂

      • Sisifee sagt:

        @ Carolina: Vielleicht hat er noch gar nicht angefangen mit dem Buch und schreibt jetzt von uns allen ab ;-))

    • Lucy sagt:

      Danke für die Richtigstellung.

      Was wirklich besser ist/gewesen wäre ist manchmal schwer zu sagen.
      Wenn der Vater abhaut, tragen die Kinder langfristige Schäden davon.
      http://www.welt.de/wissenschaft/article157781130/Was-mit-Kindern-passiert-wenn-der-Vater-auszieht.html

      • Sabine sagt:

        Lucy, und wenn die Mutter mit den Kindern abhaut, bzw den Vater rauswirft? Das ist ja erwiesenermassen der häufigere Fall. Leiden da die Kinder auch?

      • Rut sagt:

        @Sabine, wer soll den das erwiesen haben, dass die Mutter häufiger den Vater rauswirft als dass er abhaut?

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