Sollen Kinder beim Gebären zuschauen?

Stolzer Vater: Jamie Oliver mit Nachwuchs. Foto: Getty Images

Stolzer Vater: Jamie Oliver mit Nachwuchs. Foto: Getty Images

«It’s a baby boy!!» Jamie Oliver verkündete vergangene Woche auf Instagram stolz die Geburt seines fünften Kindes. Der englische TV-Koch schwärmte von der tollen, emotionalen Erfahrung sowie von seiner Frau Jools, welche die Geburt hervorragend gemeistert habe. Eine freudige Nachricht, wie sie Eltern täglich tausendfach verkünden und auf sozialen Plattformen teilen. Eigentlich.

Hätten die stolzen Eltern nicht auch noch Folgendes erwähnt: Ganz am Ende der Geburt seien ihre Töchter Poppy (14) und Daisy (12) dazugestossen, schrieb Jamie Oliver. Etwas später postete Jools ein Foto des Neugeborenen mit dem Kommentar: «So stolz auf unsere beiden ältesten Töchter, die die Nabelschnur durchtrennt haben.»

Das schlug ein. Kaum war diese Nachricht online, hagelte es im Netz zahlreiche Kommentare. Und in der englischen Presse erschienen Berichte mit Titeln wie: «Würden Sie Ihre Kinder bei der Geburt zuschauen lassen?», «Gebären auf Jools-Oliver-Art – die Kinder sehen dabei zu» oder: «Brauchen wir Zuschauer während einer qualvollen Geburt?»

Neu zählt sie sieben Personen: Die Familie Oliver. Foto: Getty Images

Eine familiäre Angelegenheit: Jamie und Jools Oliver mit ihren Kindern. Foto: Getty Images

Die Antwort zur letzten Frage liefert die Journalistin der «Eastern Daily Press» gleich mit: Sie bezeichnet die Szenerie als «monströs», schreibt von «Party poppers for the last push» (Die letzte Wehe als Partyknaller) – und fragt bissig, ob es sich bei einer Geburt – dem intimsten Moment im Leben einer Frau – neuerdings um einen «Team Event» oder einen «Zuschauersport» handle.

So übertrieben solche Aussagen klingen mögen: Die Frage, ob oder wann Kinder bei einer Geburt dabei sein sollen, ist durchaus berechtigt. Ich kann mir zwar vorstellen, dass die Töchter von Jamie und Jools Oliver von sich aus unbedingt gegen Ende der Geburt ihres Brüderchens dabei sein wollten – und sie von den Eltern ausreichend darüber aufgeklärt und vorbereitet wurden. Ich gehe auch davon aus, dass das Erlebnis für sie einmalig war, und es für das Zusammengehörigkeitsgefühl der Familie von unermesslichem Wert ist.

Dennoch, eine Geburt ist eine extreme Begebenheit. Für viele von uns Frauen gehört eine natürliche Geburt zum krassesten Erlebnis überhaupt. Die Frau leidet unter grausamsten Schmerzen. Sie schreit, brüllt, flucht, und schwitzt; aus ihrem Körper fliessen Blut, Fruchtwasser, Kot. Solche Szenen und Bilder können Kinder und Jugendliche (wie auch Väter) erschrecken und stark verunsichern. Und man fragt sich: Will man Kinder all dem wirklich aussetzen?

Franziska Summermatter, Leiterin der Hebammenpraxis Zürich gibt sich zurückhaltend, was die Antwort der Frage angeht. Sie sagt, dass man sich ein Beisein der Kinder während der Geburt gut überlegen solle – wegen der Kinder, aber auch wegen der werdenden Mutter. Die Hebamme zweifelt, ob sich die Mutter im Beisein eines Kindes während der Geburt auch richtig gehen lassen könne. Sie erzählt von einer Geburt, bei welcher die 16-jährige Tochter während der ganzen Zeit anwesend war und die Mutter vollkommen kontrolliert wirkte. «Möglich, dass sich die Mutter zurückgenommen hat, um ihre Tochter zu schonen.» Doch ob das sinnvoll ist?

Wollen die Kinder oder Jugendlichen bei einer Geburt dabei sein, so ist gemäss Franziska Summenmatter wichtig, dass diese auch wirklich wissen, worauf sie sich einlassen. Und die Eltern müssten sich in jedem Fall der grossen Verantwortung gewahr sein. Es gelte, die Kinder vor heftigen Szenen und Bildern zu schützen und sie vorgängig altersgemäss darauf vorzubereiten: Den Kindern Bilder von Geburten zeigen sowie dafür sorgen, dass eine eigene Betreuungsperson für die Kinder da sei und diese sich zurückziehen könnten, wenn es ihnen zu viel werde: «Das ist bei Hausgeburten, in den eigenen vier Wänden, jederzeit möglich – im Spital weniger.»

Obschon es einige Blogs und Youtube-Filme im Netz gibt, die eine Geburt in Anwesenheit von Kindern beschreiben und empfehlen: Einen entsprechenden Trend macht Franziska Summermatter nicht aus. Den Wunsch vieler Familien, das Baby in ihrer Mitte gemeinsam und baldmöglichst empfangen zu können, jedoch schon. Dazu eigne sich der Moment direkt nach der Geburt bestens. «Das Baby ist auf der Welt, noch mit der Nabelschnur verbunden – und die Familie tritt ins Zimmer, um es zu bestaunen und sich über das Wunder zu freuen. Das ist sehr schön.»

Was ist Ihre Meinung? Sollen Kinder bei einer Geburt dabei sein dürfen?

115 Kommentare zu «Sollen Kinder beim Gebären zuschauen?»

  • Andreas sagt:

    So wie Frau Braun hier die Geburt beschrieben hat, dürfte man sowas Grauenvolles auch keiner Frau mehr zumuten…

  • Sam Fuller sagt:

    Ich denke Geburt und Tod sind sowohl Mysterien, wie auch naturwissenschaftliche Grossereignisse.

    Diese beide Zugänge dürfen eine Kind in passender Art zugänglich gemacht werden, denn avon kann ein Mensch, egal ob alt oder jung fast nicht genug kriegen.

  • Sam Fuller sagt:

    Kinder bei der Geburt teilhaben lassen, sei traumatisch?
    Kinder an der Geburt teilhaben zu lassen, diene dem Ego der Eltern, egal ob Kochlöffel- oder Cervelat-Promi?
    Kinder bei der Geburt teilhaben zu lassen, sei ein Muss?
    Zum Glück muss ich solche Dinge nicht denken oder glauben.

    Ich kann mir vorstellen, dass Kinder,Jugendliche an einer Geburt teilnehmen . Geht man das achtsam und sorgfältig an und sofern die gebärende Frau das will, warum nicht? (Zu einer guten Vorbereitung gehört, dass bei Geburtskomplikationen die Kinder und der Mann weggehen.) Ich glaube meine Frau und ich wären in der Lage zusammen mit dem Kind herauszufinden ob und wie und das auf eine gute Art zu machen.

  • Sam Fuller sagt:

    Ich war bei beiden Geburten unserer Kinder dabei und es war für mich und meine Frau total passend, extrem schön und irrsinnig beeindruckend.

    Die Idee, dass das bei mir schwierige Gefühle auslösen, abstossende Bilder schaffen könnte, hatte ich nie und das trat auch nicht ein.

    Geschichten von Männern, die damit Mühe haben, quasi: „Hilfe. aus der Vagina kommen ja auch Sekrete und Goofen! Mir ist deswegen der Gluscht vergangen…“

    Das halte ich für arrgoanten Befindklichkeitsfummel. Oder vielleicht ist da ja Klitorisneid? Den müsste man geradezu erfinden für ein solches Verhalten. Tretet solchen Männern gehörig in den Arsch Oder verweigert Sex. Warum ich das empfehle?
    Weil der Mann seinen Penis auch zum brunzen braucht.

    • Melody sagt:

      Hihi… hier musste ich lachen, danke 😉

      Mein Mann war auch dabei und käme nie auf die Idee, nicht dabei zu sein.
      Kann also nur dasselbe empfehlen!

  • Sam Fuller sagt:

    …und Weihnachten können abgeschafft werden. Josef hat alles zugegeben.

  • Sam Fuller sagt:

    Aber hallo? Die Geburt soll ein Wunder sein? Das schmeckt nach Vanillecreme mit Sauerkraut. Die Geburt ist doch kein Wunder! Die Geburt ist viel mehr. Sie ist ein natürlicher Vorgang.

    Ich erkenne durchaus die „wundervollen“ Gefühle die das bei uns auslöst, die Bewunderung für die Frau und das Neugeborene. Das geht mir auch so.

    Aber es ist trotzdem kein Wunder. Nimmt mich ja wunder, wer auf so was kommt.

  • Tina sagt:

    Das geht uns alle sowas von gar nichts an!

  • Benjamin Wokowsky sagt:

    Soll das nicht jeder selber entscheiden können? Wenn wir unsere Mitmenschen für Ihr tun akzeptieren würden, hätten wir schon lange keine Konflikte mehr auf der Welt – und Sie, Frau Braun, wohl auch ein Thema weniger für den Blog.

    • Sportpapi sagt:

      Nicht nur ein Thema weniger. Den ganzen Blog gäbe es nicht, dürfte man nicht über Themen diskutieren, weil alles als Privatsache gesehen wird. Am Schluss kann aber tatsächlich jede/r immer noch tun und lassen, was er/sie möchte.

  • Barbara Beeler sagt:

    @Jane Bissig
    Meine letzte Geburt war schmerzfrei. Die Wehen taten nicht weh. Ich hatte kein schmerzverzerrtes Gesicht. Und ich habe nicht mit Hypno Birthing Kursen oder ähnlichem darauf hingearbeitet. Das gibt es also auch, und zwar erstaunlich häufig. Vielleicht wird von solchen Geburten nicht oft erzählt, weil man es den Müttern nicht glaubt.

    • tina sagt:

      ist ganz bestimmt so. ausserdem sehen meine kinder mein schmerzverzerrtes gesicht auch dann, wenn ich mal wieder mit dem zeh in ein im wege stehendes tischbein knalle beim vorbeigehen

    • Enrico sagt:

      @barbara Beeler
      Die Frau leidet unter grausamsten Schmerzen. Sie schreit, brüllt, flucht, und schwitzt; aus ihrem Körper fliessen Blut, Fruchtwasser, Kot. Solche Szenen und Bilder können Kinder und Jugendliche (wie auch Väter) erschrecken und stark verunsichern.
      Also was jetzt ? Frau Braun beschreibt im Namen aller Frauen das gleiche als absoluten Horror. Als begleitender Vater habe ich die Geburten auch eher wie ihre Schilderung, vorallem die zweite, wahrgenommen. Das darf ich aber als Mann nicht sagen. Vorallem nicht wenn Frau Braun die Richtung vorgibt.

  • filosof sagt:

    Es ist noch garnicht so lange her, da waren auch die Väter von der Geburt ausgeschlossen. Und als es langsam damit anfing, dass Väter dabei waren, ging ebenso ein grosses Geschrei los wie hier. Gohts no? Eine Geburt ist doch etwas Natürliches. Schmerzen und Schreie gehören nunmal zum Menschsein. Wieso vor allem und jedem so zimperlich reagieren?

  • Gansloßer sagt:

    Als wäre die Geburt ein Schlachtfest….geht’s noch!!!
    Meine Kinder waren auch dabei und erzählen Bus heute begeistert von dieser Erfahrung und die jüngste war 2. Das Band das sie mit ihrer Schwester verbindet ist untrennbar.
    Geburt ist Natur.

  • Peter sagt:

    Ich sehe dass viele dagegen sind, aber was der Grund sein sollte verstehe ich immer noch nicht. Der Grund dafür: die Kinder lernen etwas. Der Grund dagegen: Weiss niemand. Kommt mir vor wie die Eltern die die Kinder mit dem Auto zur Schule bringen um sie vor dem bösen Verkehr zu schützen.

  • Andreas sagt:

    Schon die Frage zeigt deutlich, dass offenbar (zu) viele Zeitgenossen die legendären Tassen nicht mehr alle im Schrank haben, oder zumindest nicht der Reihe nach eingeordnet. Sollen Kinder bei der Geburt zusehen??? Ich fass es nicht! Als ob die Kinder heutzutage nicht schon genug kirre wären, sie müssen sich auch noch „das Wunder“ einer stöhnenden, winselnden Mutter inklusive all dem übrigen Brimborium anschauen., von dem selbst die „coolen“ Vatis oft mehr als nur überfordert, wenn nicht gar traumatisiert sind.

    • Helen sagt:

      Was für ein blöder Kommentar!??
      Dort, wo die Kinder heutzutage nicht so „kirre“ sind, findet eine Geburt auch mitten in der Gesellschaft statt.
      Schade, dass eine Geburt heutzutage als ein so schlimmes, traumatisches Ereignis angesehen wird.
      (Es geht auch anders!)

  • Chill sagt:

    Es steht lediglich, dass die Töchter „die Nabelschnur durchtrennt haben“. Nichts davon dass sie bei der Geburt dabei waren. Dh die ganze Aufregung ist möglicherweise umsonst…

  • Helen sagt:

    Unter gewissen Umständen: GERNE. Wenn ich zuhause gebäre, mein Kind anwesend sein möchte, ich mich dabei gut fühle, wenn eine weitere achtsame Betreuungsperson für das Kind anwesend ist und es in die Schwangerschaft involviert und angemessen und altersgemäß auf die Geburt vorbereitet wurde- dann spricht für mich überhaupt nichts dagegen.
    Ich denke, eine weitere wichtige Voraussetzung ist, dass die Mutter selbstbestimmt gebären möchte und angstfrei auf die Geburt zugeht. Bei einer Standard-Krankenhaus-Geburt würde ich die Anwesenheit von Geschwisterkindern auch nicht befürworten.

  • Steve Jobs sagt:

    Wie verfänglich und verängstigend der Artikel geschrieben ist. So Extrem die Situation dargestellt wird sie nur eben durch die Angst die solche Artikel machen. Eine selbsterfüllende Prophezeiung. Eine Geburt ist was wunderschönes. Viele Endorphine. Das Köpfchen das erste mal Berühren wenn es zum Vorschein kommt um dem kleinen zu zeigen dass jemand auf der anderen Seite wartet. Wir hatten nach einer Normalen Geburt eine Hausgeburt. Beidesmal kein Schreien, kein Blut kein Kot. Ein Plop beim platzen der Fruchtblase. Händchenhalten und Flirten zwischen den Wehen. Die 3 Jährige Tochter war dabei und hat den kleinen begrüsst und sogar die Nabelschnur durchgeschnitten. Auch hier kein Blut und kein Geschrei. Ich weiss nicht wovon hier alle schreiben?

    • Simone sagt:

      Flirten zwischen den Wehen..
      würde mich wundernehmen,
      wie die Frau von Steve Jobs die Situation aus ihrer Sicht darstellt..

  • 13 sagt:

    Sonst heisst es doch immer, dass unsere Kinder immer mehr verweichlicht werden und wir ihnen nichts zumuten und nun soll eine Geburt traumatisch sein? Wenn es das Kind, wobei es ja hier gar nicht Kinder sondern Jugendliche sind, und es für die Mutter stimmt, gibt es keinen Grund ihnen das nicht zu erlauben. Meine Tochter ist 8, die Kinderplanung ist abgeschlossen, würde ich aber noch eins bekommen und sie den Wunsch äussern würde, würde ich sie lassen. Sie weiss, wo das Baby herkommt, hat schon mehrere Geburtsvideo gesehen und ist sonst nicht einfach zu erschüttern. Traumatisch ist eine Geburt erst, wenn etwas schief läuft, aber ein plötzlicher traumatischer Unfall kann ja überall passieren.

  • Lala sagt:

    Warum man das tun sollte ist wohl eher die Frage.
    Frag ich mich übrigens auch bei Männern (ausser die Frau wünscht es).

    • Sportpapi sagt:

      Eben, weil viele Frauen es wünschen. Und viele Väter ebenso. Warum fragen Sie sich das übrigens nur bei Männern, aber nicht bei eigentlich unbeteiligten Frauen (Freundinnen, Schwestern, …)

      • tina sagt:

        der vater meiner kinder wünschte sich das. obwohl es ihm damals ganz mies ging, war es ihm ein grosses anliegen bei den geburten dabeizusein. um mich zu unterstützen wäre es nicht notwendig gewesen, aber ich finde schön, dass er dabei war. es hat mehr mit den kindern zu tun, dass sie wissen, ihr vater war dabei und hat sie als erstes in den armen gehabt, irgendwie so. meine geburten waren gar nicht spektakulär. kein geschrei, nicht viel blut, war schnell vorbei (fast zu schnell)

    • 13 sagt:

      @ Lala
      Weil es die Väter des Kindes sind, die vom ersten Moment an dabei sein wollen? Und weil sie zwar nicht gebären, aber doch sehr wichtige Aufgaben übernehmen können? Gerade bei meiner zweiten Geburt betreute eine Hebamme drei Geburten gleichzeitig. Da war es sehr hilfreich zu wissen, dass immer jemand da ist und dieser auch als Sprachrohr dienen kann, wenn es nötig ist. Ich hätte ihn nicht gezwungen, aber ich war bei jeder Geburt froh drum.

  • aurora sagt:

    Die meisten Jugendlichen sind täglicher Gewalt in den Medien und z.T. im Alltag ausgesetzt und da soll eine Geburt, die ja seit Monaten vorhersehbar und deren Dabeisein ja von ihnen gewollt ist, unerträglich sein und verwerflich sein? Eine Geburt ist DAS Wunder des Lebens, eine unfassbare Freude und ein grosses Glück – mit all dem Schmerz, Blut etc. und ich bin unendlich Dankbar, dass ich einigemale dabei sein durfte 🙂

    • Brunhild Steiner sagt:

      exakt,

      die so-sehr-Besorgten sollten sich besser mal mit den herumgereichten Inhalten der Primarschüler-handys befassen, schätz mal eine Echt-Geburt wird da eher nicht der Knüller des „das musst du dir unbedingt ansehen!“ sein…

      • Sportpapi sagt:

        Ach, da ist doch kein Grund zur Besorgnis. Aber warum man sich und dem Kind diesen Stress antun sollte, das hat bisher noch keine/r erklären können.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Wenn das Kind diesen Wunsch hat, suche ich doch eher, ob es Gründe gibt, diesem nicht nachzukommen, als Gründe dafür. Und wirklich gute dagegen sehe ich nicht.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Lesen Sie den Bericht von Patrick in seinem Link – da finde ich genügend Gründe dagegen.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Bei Patrick handelte es sich um ein Kleinkind, das erstens seine Anwesenheit wohl nicht selber gewählt hatte und zweitens ging es dabei nicht in erster Linie darum, dass das Kind dabei ist, sondern dass es nicht so lange von der Mutter getrennt ist. Das halte ich nicht für den Normalfall. 😉

      • Sportpapi sagt:

        Ich halte es für den Normalfall, dass die Geschwister noch klein sind, und nicht bereits im hohen Teenageralter.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Was für Altersabstände Sie für normal finden, ist hier nicht von Belang. Die Töchter von James Oliver waren im Teenageralter. Mein erstes Posting beinhaltet hier klar: „Wenn das Kind den Wunsch hat…“, was bedeutet, dass ich es dann in Ordnung finde, wenn das Kind den Wunsch selber formulieren kann, was auch beinhaltet, dass es abschätzen weiss, worauf es sich einlässt. Das trifft auf Patricks Tochter klar nicht zu. Dazu kommt eben, dass ich denke, dass sie aus den falschen Gründen dabei war. Meiner Meinung nach.

    • Christoph Bögli sagt:

      1. Sachen am Bildschirm zu sehen ist immer noch was ganz anderes als diese in echt zu erleben, egal wie super die HD-Grafik sein mag. Da muss man nur mal all jene fragen, die richtige Schusswechsel und Bomben miterleben mussten. Darauf ist man auch nicht vorbereitet wenn man alle Action-Filme der Welt gesehen hat.
      2. Zum („Wunder“ des) Leben(s) gehört auch Sex oder der Tod. Trotzdem leben die meisten ersteres lieber privat aus und vermeiden letzteres. „Wunder“ ist eh so eine etwas esoterisch angehauchte Überhöhung, letztlich ist es vielmehr ein banaler biologischer Vorgang wie z.B. die Verdauung. Und man nimmt ja auch nicht jedesmal die Kinder mit aufs WC um zu zeigen was man da tolles gemacht hat..

      • tina sagt:

        meine güte, diese vergleiche hier. ich finde eine geburt alles andere als banal. klar ist es auch schon vor der geburt ein wunder, aber da sieht man es halt so schlecht. ich bin jedes mal tief berührt wenn ich ein ganze kleines baby sehe oder auch nur schon höre. weil es so ein wunder ist. hat mit esoterik überhaupt nichts zu tun und mit den abfallstoffen der verdauung erst recht nicht. ich finds echt traurig, die gezogenen parallelen zu töten und kacken

      • Christoph Bögli sagt:

        @tina: Das ist wohl letztlich Geschmackssache, aber „Wunder“ gehören für mich in Märli-Bücher und die Kirche, nicht in die Natur/Biologie. Das macht letztere keineswegs weniger interessant und faszinierend, im Gegenteil, gerade dass es keine „Wunder“ braucht macht das Ganze ja so toll. Gilt im übrigen für die Verdauung genau so, welche ein unglaublich komplexer und faszinierender Prozess ist. Abwertend ist daran gar nichts. Und beim Sterben erst recht nicht, denn das gehört unweigerlich als Kehrseite zur Geburt dazu. Aber soviel „Natur“ wollen die meisten dann doch lieber nicht..

      • tina sagt:

        eben. Sie finden es also sehr wohl faszinierend und interessant. dann kann es doch nicht gleichzeitig banal sein.
        ich bin weder spirituell noch religiös, aber wenn das kein wunder ist, was da passiert, zeugung, befruchtung, die ganze entwicklung, dann weiss ich auch nicht….
        ja, es gibt viele interessante und wundersame vorgänge in der natur, die verdauung ist das auch. aber ein geborenes baby als endprodukt einer zeugung mit dem endprodukt der verdauung (das ist nur abfall) zu vergleichen sagt etwas über den vergleichenden aus, meiner ansicht nach.

      • KA sagt:

        @ tina: ich muss da den Herrn Bögli etwas unterstützen. Das ist nicht nur ein Abfallprodukt, das ist ein hochkomplexer Vorgang unsere Verdauung. Neben dem Herz ist es der 2. grosse Motor der uns am leben erhält und eigentlich ein richtiges Wunder, wie wir aus einer Karotte Energie für unseren Körper produzieren 🙂 Viele Dinge in der Natur empfinde ich als Wunder, aber natürlich stimmt das nicht, ist alles physikalisch erklärbar, wir sind oft einfach zu dumm um alles zu verstehen 🙂

      • tina sagt:

        KA: den vorgang der verdauung sieht man aber nicht. was man rauskommen sieht ist bei der geburt das endprodukt der zeugung und bei der verdauung ist es nur abfall.
        auch wenn das alles nachvollziehbar ist (ich arbeite als sekretärin für ärzte), ist es doch ein wunder.
        es ist doch ein unterschied, ob man aus dem dicken schwangeren bauch einen kompletten menschen rauskommen sieht, als scheisse aus dem darm!

      • tina sagt:

        natürlich ist es auch bei einem kalb ein wunder 🙂
        und über den kuhfladen bin ich niemals tiefberührt, auch wenn der verdauungsvorgang auch ein wunder ist. es ist dermassen wundersam, dass ich mich jeweils wundere, warum ich nicht an sowas wie einen gott glaube :). der unterschied liegt darin, was man vom vorgang zu sehen kriegt, und das ist das endprodukt

  • Patrick sagt:

    Eine Geburt ist ein völlig natürlicher Vorgang und so ein riesiges Wunder.

    Unsere Tochter durfte bei der Geburt ihrer Schwester ebenfalls dabei sein.

    Es ist für sie eine außerordentliche Erfahrung gewesen, die sie selbstverständlich geprägt hat.

    Wenn es auch nicht einfach für die große Schwester gewesen ist, so war es für sie keinesfalls traumatisch.

    Im Gegenteil: Sie weiß, wo ihr Geschwisterchen herkommt und liebt es über alles. Außerdem hat sie seitdem immer wieder Hebamme gespielt und schon oft erwähnt, dass sie auch einmal Hebamme werden möchte.

    Die Geburtsgeschichte könnt ihr hier nachlesen: http://freeyourfamily.net/2016/08/oekoeltern-traum-geburt/

    • Sportpapi sagt:

      Freaks. Aber gut, wenigstens absolut konsequent und offensichtlich in allen Lebenslagen. Mir wäre das eindeutig zu kompliziert!

      • KA sagt:

        Habe mit etwas Lebenserfahrung herausgefunden, dass absolute Konsequenz jeglicher Lebensfreude abträglich ist. Da hab ich es lieber mit dem Spruch: keine Regel ohne Ausnahme! und nehme für mich öfters die Ausnahme in Anspruch 🙂
        Und zu viel Konsequenz hat leider oft auch etwas sektiererisches an sich!

      • Patrick sagt:

        Danke für die Blumen! 🙂

    • 13 sagt:

      Sehr spannend, wenn auch etwas speziell. Die Geburt selber schockiert mich nicht, aber die symbiotische Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Sie waren noch nie mehr als zwei Stunden getrennt? Der Vater kann sie nicht beruhigen, weil er nicht stillen kann? Schöne Ausrede, aber in meinen Augen etwas komische Beziehung.

      • Sportpapi sagt:

        Ah, Sie haben schon gelesen. Ja, wirklich schräg. Habe auch sonst noch ein paar Beiträge auf der Seite gelesen. Da muss offenbar einfach alles anders sein als normal.

      • Patrick sagt:

        Nun, das Töchterlein war es einfach gewöhnt, ihre Muttermilch auf „Abruf“ zu bekommen. Das ging unter der Geburt plötzlich nicht mehr, was in diesem Fall auch das einzige aber für meine Tochter absolut größte Problem war. Bis zu diesem Tage war sie ein fast ausschließliches „Mamakind“.

      • KA sagt:

        Nun da bekam sie ja gleich mal einen Vorgeschmack auf die Bedeutung des Teilens;). Die nachfolgende Muttermilch war ja dann eh nicht mehr für sie. Aber das hätte man sich vor der Geburt wohl schon ausdenken können, und das Kind entsprechend vorbereiten. Und wie 13 erwähnt, gibt es mir schon zu denken, dass das Mädchen noch nie länger als 2 Stunden ohne Mutter war. Als Vater nie einen ganzen Nachmittag oder Morgen mit dem Kind alleine verbracht?

      • Sportpapi sagt:

        Patrick, Muttermilch auf Abruf und ständige Verfügbarkeit der Mutter finde ich zu viel – weil damit eben die Grenzen der nächsten Verletzt werden. Auch Eltern sind in erster Linie mal selber Menschen mit eigenen Bedürfnissen.
        Und als Vater hätte mich dieses „Mamakind“ ganz enorm gestört, weil ich doch auch Teil dieser kleinen Familie bin. Aber ich sehe mich ja auch nicht als „integrierter Aussenseiter“ (siehe Familienbett), sondern als Vater.
        Und offenbar stand das Kind doch während der Geburt sehr im Zentrum, musste beschäftigt, getröstet, versorgt werden, was auch die Mutter belastete und zu einem Geburtsstopp führte. Was für ein Stress! – und so unnötig.

      • 13 sagt:

        @ Patrick
        Auch wenn das nicht immer der Fall ist, muss ich hier SP zu 100% recht geben. Ich bin eine Befürworterin des Langzeitstillens, praktiziere es selber gerade und Stillen nach Bedarf ist für uns auch selbstverständlich. Wenn ich da bin. Aber das hiess nie, dass der Vater aussen vor war. Im Gegenteil, wir waren vom ersten Moment an zu zweit. Im ersten Jahr war natürlich ich mehrheitlich für die Nahrung zuständig, aber danach geht diese Bedeutung des Stillens ja zurück und es gibt keinen Grund, dass ein Vater und ein Kind nicht eine gemeinsame Alternative finden. Ausser, sie tun es einfach nicht, was dann spätestens in Ausnahmesituationen, wie bei einer Geburt, zum Problem wird.

  • Chris Fogg sagt:

    Eigentlich sollte jede heutige Geburt automatisch live im Internet übertragen werden.

  • Thoio sagt:

    Ich finde es an sich überhaupt nicht schlimm! Es kommt ganz auf die Situation, die Familie, dem Umgang mit Geburt allgemein an.
    Ich würde mir da kein Urteil drüber bilden wollen. Wenn es für die Familie gepasst hat + die Mädchen das so wollten, dann ist es auch richtig + schön so wie es passiert ist. Kinder sind so unterschiedlich stark+wissbegierig,So wie Menschen halt sind. Der eine kann Blut sehen + ohne Probleme mit Ausscheidungen um gehen (Ansich was total natürliches),der nächste erbricht sich oder fällt sogar in Ohnmacht.
    Sowie es in dieser Situation klingt, schien es wohl für die Familie passend gewesen zu sein! Also bitte nicht immer von sich auf andere schließen weil man selbst vielleicht ganz andere Vorstellungen, Wünsche oder vielleicht auch weniger Selbstbewusstsein hat

  • HerzBauchWerk.ch sagt:

    Ehrlich gesagt finde ich sollte das jeder Frau und Familie selbst überlassen sein, wie und wo und in welcher Form geboren werden soll. Ich frage mich vielmehr, weshalb solche Berichte immer wieder zu einer grossen Aufruhr sorgen. Und ich finde es fast schon frech von der Presse von einem „monströsen“ Vorgang zu schreiben. Wer sagt denn, dass eine Geburt monströs sein muss? Ich finde jedenfalls diese Kommentare sehr respektlos.

  • Christoph Bögli sagt:

    Halt die klassische Jamie-Oliver-Vermarktungsmasche, etwas provokative, ach so natürliche Hippness öffentlich zelebrieren und damit den medialen Vervielfältiger in Gang setzen. Ich frage mich bei der Geschichte eher: wie vertragen sich 5 Kinder eigentlich mit dem ganzen Nachhaltigkeits-Image? Es ist ja nicht untypisch, dass es gerade für die selbsternannten Öko-Weltretter-Familien unter 3 Kindern nicht mehr geht. Dabei ist gerade noch mehr Nachwuchs in unseren Hochverbrauchs-Gesellschaft ein fataler Beitrag zur Umweltzerstörung. Etwas Bio und Fairtrade hauen das dann auch nicht mehr raus..

  • Claudia sagt:

    Ja klar doch. Wenn man seinem Kind ein Trauma fürs restliche Leben zufügen will kann man es durchaus am „Wunder der Geburt“ teilhaben lassen.

  • Jane Bissig sagt:

    Das mit der Routine ging mir auch durch den Kopf. Beim fünften Kind flutscht es ja glaubs auch schon schneller und geschmeidiger als das beim ersten Mal der Fall sein kann.

    Ich selber möchte möglichst wenig Leute dabei haben und sicher nicht meine Kinder. Aber so richtig schockiert sein mag ich auch nicht. Die werden sich ja, wie von der Hebamme erwähnt, schon was überlegt, die Kinder gut vorbereitet und sie hoffentlich nicht zwischen den Beinen platziert haben.

    Was aber nervt sind diese Familien mit fünf Kindern, die daraus ihr öffentliches Image ziehen und natürlich auch alle teilhaben lassen müssen daran, wie sie mit Schwangerschaft, Geburt und Stillerei umgehen. So das zelebrieren dieses Über-Eltern-Dings geht mir gehörig auf den Keks. Übrigens auch bei Nicht-Promis.

    • Widerspenstige sagt:

      Tammy, dann empfehle ich Ihnen aber dringend, zuerst mit Ihren Kindern ein Tier selber zu schlachten und auszunehmen von A-Z, ok? Wenn die Kinder bereits beim Anblick eines am Haken hängenden zappelnden Fisches und das anschliessende an-einen-Stein-schlagen zum Töten als grausam empfinden, dann würde ich dringend vom Anblick einer Geburt abraten. Das wäre sonst doch ein traumatisierendes Erlebnis mit open End … Und ja, wir als sog. zivilisierte Gesellschaft sollten schon wissen, in welcher Familie wieder Höhlenbewohnerrituale durchgeführt werden, denn die Traumaverarbeitungskosten einer Psychoanalyse im Erwachsenenalter übernimmt ja die Allgemeinheit, Tammy.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Jane Bissig

      das zelebrieren bekommen ja nur diejenigen mit, welche die entsprechenden Fütterungsstationen besuchen- mir war bspw nicht bewusst dass „Jamie&Jools“ zelebrierende Promis, selbstdarstellender Koch und Musiker, nah an der Grenze zum Künstlertum ua sein sollen. Dass er kocht und Kinder hat, ja; der ganze Rest, nein.

      • Jane Bissig sagt:

        @Brunhild Steiner: Das stimmt, ich hatte auch keine Ahnung von der Familie vor heute. Aber um das ganze Thema der Über-Eltern und Über-Mütter und Über-Natürlichkeit kommt man doch nur schwer herum.

  • Tammy sagt:

    Meine Kinder werden dabei sein dürfen, wenn sie gerne möchten!
    Warum? 1. Es ist MEINE Geburt und ICH ALLEINE bestimmer wer dabei sein darf und nicht die Gesellschaft die offenbar eine Geburt als etwas grausames und ekliges ansieht!
    2. Wie bereits angesprochen, empfinde ich eine Geburt NICHT grausam und schrecklich, sondern als etwas natürliches, normales und wunderschönes. Ein Kind kann prima mit dem erlebten umgehen, wenn man es altersgerecht und offen darauf vorbereitet.
    Auf jedenfall hat niemand das recht eine Familie zu verurteilen, die eine Geburt genau nach ihren Wünschen gestaltet….egal wo, egal wie und egal mit wem!

    • Widerspenstige sagt:

      Tammy, dann empfehle ich Ihnen aber dringend, zuerst mit Ihren Kindern ein Tier selber zu schlachten und auszunehmen von A-Z, ok? Wenn die Kinder bereits beim Anblick eines am Haken hängenden zappelnden Fisches und das anschliessende an-einen-Stein-schlagen zum Töten als grausam empfinden, dann würde ich dringend vom Anblick einer Geburt abraten. Das wäre sonst doch ein traumatisierendes Erlebnis mit open End … Und ja, wir als sog. zivilisierte Gesellschaft sollten schon wissen, in welcher Familie wieder Höhlenbewohnerrituale durchgeführt werden, denn die Traumaverarbeitungskosten einer Psychoanalyse im Erwachsenenalter übernimmt ja die Allgemeinheit, Tammy.

      • Carolina sagt:

        WS:
        Habe Ihren Post gerade meinem Mann gezeigt: er meint, das alles dürfte als Vorbereitung reichen! Er jedenfalls war nach der ersten Geburt ziemlich schockiert und hält es für besch….., Kinder dabeizuhaben – bei Jamie und Jools ist mittlerweile alles PR, als Rollenmodell taugen sie eher nicht.

      • Carolina sagt:

        Hinter WS ist ein 🙂 abhandengekommen!

      • tina sagt:

        meiner ansicht nach gibt es null, aber sowas von null parallele zwischen einer geburt und schlachten. schlachten als vorbereitung für eine geburt? ich finde das brechreizauslösend. ich meine die gezogene parallele, nicht die vorstellung des schlachtens eines tieres

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Widerspenstige

        „Und ja, wir als sog. zivilisierte Gesellschaft sollten schon wissen, in welcher Familie wieder Höhlenbewohnerrituale durchgeführt werden, denn die Traumaverarbeitungskosten einer Psychoanalyse im Erwachsenenalter übernimmt ja die Allgemeinheit“

        ah, das geht nun aber runter wie Honig :-))

        wobei ich das gerne ausdehnen würde auf ganz allgemeiner Erwerb von Basiswissen bezüglich Fähigkeit das Leben einigermassen sinnvoll zu meistern, was da die Allgemeinheit alles im Nachhinein aufräumen darf, resp Kindergarten/Schule , ist vermutlich um einiges höher als Therapieaufwendungen von „Geburtstraumatisierten Geschwister“…

      • KA sagt:

        @ tina, ja, habe ich mir auch gedacht, was hat das mit Schlachten zu tun? Wenn schon könnte man bei der Geburt eines Kalbes zusehen. Obwohl mein Kollege ist Bauer, vor der Geburt meinte er grossnäsig, das sei keine Sache, er habe schon bei einigen Geburten geholfen, nachher war er dann doch der Meinung, das sei schon ein bisschen anders 😉

      • tina sagt:

        im übrigen haben wohl personen, bei alles immer hübsch im grünen bereich lief, als erwachsene schwerer zu kämpfen wenn sie mit widrigkeiten des lebens klarkommen müssen. von wegen traumatisierte jugendliche und die gesellschaft muss es dann zahlen

      • Jane Bissig sagt:

        Finde der Vergleich von einer Geburt und einer Tötung passt nicht. Ist doch so ungefähr das Gegenteil. Obwohl ich natürlich verstehe, was Sie sagen wollen.

      • Carolina sagt:

        Jane B: Sind drastisch, die Vergleiche, aber mit ein bisschen weniger Empörungsreflexen kann man ja wie Sie verstehen, wie WS sie meinte, oder? Danke dafür!

      • tina sagt:

        mit empörungsreflex hat das ebensowenig zu tun wie der vergleich mit einer geburt.

      • Widerspenstige sagt:

        Anscheinend bin ich zu abstrakt geworden und deshalb ein Nachschub: wie Carolina als Fachfrau der Psychotherapiearbeit bereits erkannt hat (zusammen mit ihrem Mann danke schön … hihi), geht es mir ausschliesslich um das bildliche Aufzeigen von Erfahrungswerten in früheren Zeiten, als der Umgang im Alltagsleben rau war. Dann ist man von Kindsbeinen daran gewöhnt, dass im Stall ein Tierkadaver hängt und der Vater gerade die noch warmen Eingeweide in die Küche trägt zum Weiterverarbeiten. Es riecht entsprechend nach Blut und Kuhmist, dass so eine Geburt weniger krass wahrgenommen wird als es unsere Lebensgewohnheiten nun mal ausklammern. Eine direkte Analogie eines Geburterlebnisses mit dem Schlachten von Tieren möchte ich nicht hergestellt haben. Also bitte!

      • tina sagt:

        mein vater hat als bub seine kaninchen selber geschlachtet, hätte aber den anblick einer geburt nicht ertragen. das hat einfach nichts miteinander zutun.
        kuhmist ja wohl auch nicht.
        psychoanalyse auch nicht 🙂

      • tina sagt:

        was wohl die psychoanalyse zu leuten sagt, die schlachtung und kot mit geburt vergleichen? 😀 ich kanns mir ausmalen, ein bisschen etwas habe ich von freud und jung ja auch schon mitbekommen…

      • Carolina sagt:

        Tina, Sie kennen uns jetzt alle auch schon ein Weilchen, oder? Vielleicht halten Sie uns zugute, dass die allerwenigsten von uns so krude sind, wie Sie das zu unterstellen scheinen. Es ist eben dann doch reflexartige Empörung, auf jede noch so nichtige (und vielleicht in Ihren Augen falsche) Analogie so scharf zu reagieren.
        Ganz allgemein gilt doch bei diesem Thema, wie bei vielen anderen auch, dass jeder das so machen kann, wie man will und natürlich bringt jeder seine eigenen Erfahrungen, Erwartungen etc mit. Für mich gilt: eine Geburt ist ein völlig natürlicher biologischer Prozess, aber selbstverständlich ist auch eine schwere und blutige Geburt ein körperlicher Eingriff, der gerade bei einem Kind (und z.B. auch so manchem Mann) völlig die Sicht darauf verdeckt, dass

      • tina sagt:

        übrigens: KA, das ist aber echt interessant, das hätte ich jetzt auch nicht erwartet (dass man eine geburt eine babies nicht so gut verträgt, wenn man sich gewohnt ist beim kalben dabeizusein

      • Carolina sagt:

        /2 sorry: verdecken kann, dass dadurch ein neues Leben auf die Welt gekommen ist. Und nicht jeder eignet sich dazu, so abstrahieren zu können. Wenn Eltern es also ihrem Kind zutrauen und es geht gut, wunderbar! Aber ich persönlich finde noch den Aspekt wichtig, dass, wie beim ersten Kind, jedes weitere Kind erstmal in den Genuss von Mutter und Vater kommt – die älteren dürfen früh genug dazukommen.

      • tina sagt:

        carolina, die widerspenstige hat das ja extra so drastisch ausgedrückt, dann verträgts wohl auch eine entsprechende reaktion.
        ausserdem mache ich mir nicht ein bild von einem menschen als ganzes, nur weil ich mich über einen bestimmten thematisierten aspekt fürchterlich aufregte (was ich schon mehrmals hier anmerkte).
        mein einwurf wegen psychoanalyse war ja auch nur eine antwort. die idee psychoanalyse einzubringen kam nicht von mir

      • tina sagt:

        ich würde meine kinder auch nicht dabeihaben wollen. was ich bemängelte waren bestimmte vergleiche hier. und diese meinung will ich auch ausdrücken dürfen ohne bezichtigt zu werden, ich unterliege einem empörungsreflex

      • KA sagt:

        @ Carolina: der Aspekt, dass auch das 2. und 3. Kind am Anfang nur Zeit mit mir verbringen darf, wie ja logischerweise das Erstgeborene, war für mich auch wichtig. Ich genoss die ersten Tage alleine mit dem Neugeborenen!(selbstverständlich Besuch der Familie) Das Erstgeborene hat ja das Privileg, dass man sich ganz auf dieses eine Kind konzentrieren kann, da kommen die nachfolgenden Kinder ja immer zu kurz.

    • Martina Müller sagt:

      Haben Sie sich schon einmal überlegt was so etwas bei Kindern auslösen kann? Das hat mit Natürlichkeit wirklich nichts zu tun

  • Maria sagt:

    Das einzig Perverse an der Sache finde ich, dass sie sofort im Netz ausgebreitet werden muss.

  • Sportpapi sagt:

    Weshalb sollten Sie? Dürfen? Müssen?
    Persönlich hätte ich auch nie Lust gehabt, neben Kinder im Teenageralter noch einmal Säuglinge zu wickeln. Aber das ist ein anderes Thema und muss jede/r selber wissen.

    • Carolina sagt:

      Das würde mich auch total nerven, wenn ich die Kinder im Teenageralter noch wickeln müsste…… 😉

  • Widerspenstige sagt:

    Der erste Reflex ist bei mir: Oh nein! Dann erst lese ich im Artikel, dass es sich um Jools handelt, die Ehefrau von Jamie Oliver und komme ins Grübeln. Dieser Mann zelebriert sein Image als Starkoch, Musiker, verkappter Bohemian mit Hang zum Naturleben so stark in aller Öffentlichkeit mit Liveübertragungen, dass es bereits als Performance eines Künstlerfamilienlebens gesehen werden kann. Das ist nichts für Dummies, nein. Das ist mit grosser Distanz zu sehen und wirklich nichts für Durchschnittsfamilienleben. Diese erfahrene Mutter wird – so hoffe ich doch stark – ihre Töchter gut darauf vorbereitet und sie nicht mit zu blutigen Tatsachen konfrontiert haben. Das ist ein eingespieltes Team und deshalb weniger traumatisierend als gedacht. Dann ein Jein von mir aus.

    • Widerspenstige sagt:

      Was ich einem Jamie Oliver absolut zutraue, ist der Umstand, dass er zusammen mit seinen Töchtern auf einem Bauernhof sich ein Schlachten von Biotieren angesehen hat, damit sie genau wissen, was sie essen. Die sind gut auf solche Ereignisse vorbereitet und deshalb muss diese Inszenierung der Geburt in Anwesenheit seiner ältesten Töchter mit diesem Erfahrungswert gesehen werden. Das scheint mir erwähnenswert zu sein, damit man die Relation zum eigenen Leben sieht. Deshalb mein Nachschub weiter unten. Jetzt hoffe ich sehr, man hat mich verstanden, denn ich finde eine Geburt etwas vom Wundervollsten überhaupt in meinem Leben.

  • Muttis Liebling sagt:

    Es ist nur eine Frage der Zeit, bis in einer sich mit sich selbst langweilenden Gesellschaft eine noch dümmere Idee, als die bisher dümmste auftaucht.

    • KA sagt:

      Der Artikel ist schon etwas verfänglich geschrieben und dargestellt. Auf dem ersten Foto sind die kleineren Geschwister abgebildet, es waren ja aber die Teenager Töchter dabei, und das am Ende der Geburt. Wenn der Kopf schon draussen ist und alles gut läuft kann man das den Teenagern schon zumuten. Früher (worauf sie ja oft auch gerne hinweisen ;)) mussten in diesem Alter die jungen Frauen wohl auch schon Geburtshilfe leisten.

      • Blog-Redaktion sagt:

        @KA: Im Text ist davon die Rede, dass es sich um die Teenager-Töchter handelt, auch deren Alter ist angegeben. Und die Töchter werden im zweiten Bild auch gezeigt.

      • Muttis Liebling sagt:

        Es gibt einen deutsch- österreichischen Film namens ‚Die Hebamme‘, welcher ein sehr gutes Bild dieses Berufes um 1815 zeichnet. Da wird u.a. auch szenisch erklärt, warum bei der Geburt auch der Vater nicht anwesend sein darf (wovon ich immer noch überzeugt bin).

        Der beschriebene Fall ist, wie WS weiter unten schreibt, unter Selbstvermarktung abzubuchen, trotzdem kann man mal theoretisch die Situation durchspielen. Da finden sich nur mit sehr viel Verklärung Pro-, aber massenhaft Contra- Argumente.

  • Barbara Beeler sagt:

    Es ist immerhin das 5. Kind und wahrscheinlich eine leichte Geburt gewesen. Ich denke nicht, dass die Familie mit einer „schockierenden“ Geburt rechnete. Auch ich hatte leichte Geburten. Und wenn ich Teenager-Töchter hätte, könnte ich mir gut vorstellen, sie bei der Geburt dabei zu haben. Die Bindung zum Geschwister wird eng und das entlastet die Eltern. Außerdem werden sie eigene Geburten eher als natürlichen Vorgang sehen.

    • Jane Bissig sagt:

      Als natürlichen Vorgang vielleicht schon. Ich war aber mit sechzehn, im Rahmen einer Schnupperlehre als Hebamme, bei einer Geburt dabei und habe danach von meinem eigenen Kinderwunsch für eine Zeitlang Abstand genommen. Und es war eine sehr leichte Geburt. Aber das ist ja vielleicht auch kein Nachteil, denn der Wunsch kam dann später wieder und das war wohl besser als eine Teenagerschwangerschaft…

      • tina sagt:

        ich habe viele krankenschwestern im bekanntenkreis und alle sagen, dass man sehr schnell erwachsen wird in diesem beruf. aber man kaut daran.
        bei einer geburt (im gegensatz medizinischen notfällen wie sie krankenschwestern antreffen) finde ich aber schon entscheidend, ob man mit 16 familiären bezug hat oder nicht. du konntest dich sicher besser distanzieren als nicht verwandte. aber andererseits ist eine geburt vielleicht trotzdem besser zu „verdauen“, wenn man emotionaler mit der gebärenden frau verbunden ist als 16jährige

      • Jane Bissig sagt:

        @tina: Ich glaube, wenn das schmerzverzerrte Gesicht zu meiner Mutter gehört hätte, wäre es mir noch stärker in Erinnerung geblieben und hätte mich noch mehr beschäftigt. Denn das war das „traumatische“. Nicht die Körperflüssigkeiten oder Gerüche usw., sondern die Schmerzen, die die Frau hatte. Ich konnte es aber durchaus auch geniessen und der Berufswunsch Hebamme verschwand erst später und aus ganz anderen Gründen.

      • tina sagt:

        wirklich? das ist interessant.
        ja gut, als 16jährige hätte ich ganz bestimmt nicht bei einer geburt meiner eigenen mutter dabei sein wollen 😉

  • Stefan W. sagt:

    Anschlussfrage: Müssen die Kinder konsequenterweise auch bei der Zeugung anwesend sein, damit sie den ganzen Prozess der Menschwerdung live mitverfolgen können?
    Oder darf es doch noch Dinge geben, die Erwachsene ohne Kinder tun (wollen)?

  • Brunhild Steiner sagt:

    Als ob man im Nebenzimmer nichts von „einer sich gehen lassenden Mutter“ mitkriegen würde? Da hätte es bei mir schon ein paar schalldichte Zwischenwände gebraucht… .

    Ansonsten, war für die Betreffende nicht das erste Kind, eine gewisse Routine was die Abläufe betrifft also da, die Kinder schon älter und nicht von Beginn weg dabei- warum nicht;
    gibt wohl wirklich definitiv heftigeres von dem Kinder, unfreiwillig noch dazu!,
    in Familien Zeuge werden müssen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Ist jedenfalls sicher sinnvoller als irgendwelche Geburtsdokus ansehen- solche haben mich äusserst beängstigt und eher verstört als sie zu einem Wunschszenario für meine eigene Zukunft werden zu lassen.
      Aber wenn man als Kind darin handlungsfähig ist und nicht bloss „konsumiert“, dann kann das vermutlich sehr wertvoll sein.

  • Chris Fogg sagt:

    Schlussendlich muss diese Frage jede Familie selber für sich stellen. Aber für mich ist die Antwort ganz klar „Nein! Nein Nein!“ Ich glaube nicht, dass meine Kinder mit dieser Extremsituation und ihre Mutter so zu sehen umgehen hätten können. Schon ich als Mann habe ja fast schon ein halbes Trauma von 3 Geburten davongetragen.. 😉

    • Martina Müller sagt:

      Nein, ich finde, da mutet man Kindern definitiv zu viel zu. Kinder verarbeiten solche Ereignisse ganz anders als Erwachsene und es macht mehr Sinn Kindern nach der Geburt das Baby zu zeigen, wenn die Situation es dann zulässt

  • Flo sagt:

    Sollen Kinder bei der Geburt dabei sein? N E I N!
    Dazu eigne sich der Moment direkt nach der Geburt bestens. «Das Baby ist auf der Welt, noch mit der Nabelschnur verbunden – und die Familie tritt ins Zimmer, um es zu bestaunen und sich über das Wunder zu freuen. Das ist sehr schön.» Das finde ich die wirklich wunderbare und schöne Lösung. alles andere ist nun wirklich nicht notwendig.
    Sind die Kinder grosse genug zu wissen wie ein Kind entsteht, das es 9 Monate im Mutterleib wächst, wo es aus dem Körper austritt – dann wissen sie genug. Kleinere Kinder haben dabei noch weniger zu suchen. Wenn ich nur schon daran denke welche mentale und oft auch körperliche Herausforderung für Väter sein kann – dann ganz dezidiert NEIN!

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