Wenn Kinder den Lebenslauf «ruinieren»

Für Arbeitsgeber ein Unsicherheitsfaktor: Kinder zu verheimlichen, darf keine Lösung sein. (iStock)

Für Arbeitgeber ein Unsicherheitsfaktor: Kinder zu verheimlichen, darf keine Lösung sein. (iStock)

Ein Gastbeitrag von Anonym*
Ich bin kein Thema. Arbeitslose Akademiker gibt es der Statistik nach kaum. Die wenigen Ausnahmen betreffen Absolventen ohne Berufserfahrung oder Personen, welche exotische Studienrichtungen gewählt haben und deren Markt daher verschwindend klein ist. Wer nicht in dieses Segment gehört und gleichwohl keinen Job hat, der hat einen Fehler: Er hat kein Suchtproblem, leidet an einer anderen Krankheit oder ist fachlich unbrauchbar. Nein – er ist eine Mutter.

Nach meinem zweiten Mutterschaftsurlaub wurde ich in eine ungeplante, aber freiwillige – nach einer Reorganisation habe ich das für mich gänzlich uninteressante Alternativangebot ausgeschlagen – Phase der beruflichen Neuorientierung katapultiert. Nicht, dass ich mit zwei Kita-Kindern, Haus und Garten unbedingt noch eine weitere Baustelle gebraucht hätte. Aber sei es drum, nach einer Phase der Konsternation machte ich mich guten Mutes auf, eine neue Herausforderung zu suchen.

Die ersten paar Male, als ich bei Bewerbungsverfahren zu der Betreuungssituation meiner Kinder ausgefragt wurde, musste ich noch schmunzeln. Ich konnte die zumeist älteren Herren am anderen Ende des Tisches scheinbar davon überzeugen, dass ich mich als berufstätige Mutter mit dieser Frage auch schon befasst habe, und sie beruhigen, dass ich meine Kinder während meiner Abwesenheit nicht in den Tiefkühler stecke, sondern in kompetente Hände übergebe. Mit der Zeit und mit der x-ten Absage wegen meines Wunsches, nur 80 Prozent zu arbeiten, ist mir das Schmunzeln aber vergangen. Ein befreundeter Personalfachmann hat mir daraufhin dringend abgeraten, die Kinder im Lebenslauf zu erwähnen. Bei Frauen sei dies ein Unsicherheitsfaktor.

Dass dieselben kleinen Menschen einen Mann zum zuverlässigen und sozialkompetenten Mitarbeiter machen und ihm so einen Vorteil im Bewerbungsprozess verschaffen, ist unbestritten. Ich habe den Rat der Negierung meiner Kinder dann bei einer Bewerbung befolgt, als ich dann aber nach Hause kam und mich meine Kinder mit einem strahlenden «MAMA!!!» fast über den Haufen gerannt haben, wusste ich, dass dies nicht der richtige Weg sein kann. Meine Kinder sind keine Charakterschwäche, die ich verstecken muss.

Nach mehr Bewerbungen, als ich sie bis jetzt in meinem ganzen Leben geschrieben habe, fingen sie an, die nächtlichen Panikattacken. Nicht, weil ich Existenzängste hätte. Die 3000 Franken im Monat für die externe Kinderbetreuung bezahlen zwar auch wir nicht einfach aus der Portokasse. Dies auch deswegen nicht, weil wir als Paar gerade zu viel verdienten, um eine finanzielle Unterstützung des Arbeitgebers zu erhalten. Ein ganz grosser Teil meines Lohnes ging so für die Betreuungskosten drauf, die alte Leier halt. Den Rest haben wir für die Amortisierung unserer Hypothek gebraucht. Auf die Seite legen konnte ich von meinem guten Gehalt nichts.

Die Kinder aus ihrem gewohnten Umfeld herauszureissen, ist keine attraktive Option, zudem tendierten mit der Aufgabe des Betreuungsplatzes meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt gegen null. Wie dem auch sei, um Existenzängste geht es hier nicht, daran leiden wir nicht. Es geht darum, dass ich für meine Kinder nun genau das bin, was ich nie sein wollte: Ein Beispiel dafür, dass es keine Rolle spielt, ob man sich durch eine solide Ausbildung gekämpft und eine überdurchschnittliche Leistung erbracht hat – das alles schützt nicht davor, ohne Job dazustehen.

Natürlich gibt es diese Überfrauen, die in dieser herausfordernden Lebenssituation noch einen Jobwechsel managen. Mein Lebenslauf kann sich auch sehen lassen. Auslandaufenthalte, drei Fremdsprachen, Zusatzprädikate und Ergänzungsstudium – alles brav erledigt. Die Referenzen im Berufsleben sind erstklassig. Nach meinem ersten Mutterschaftsurlaub habe ich tagsüber mein Team geleitet, meine Dissertation in der Nacht fertiggestellt und mein Kind gestillt, zum Amüsement der Professoren auch gleich im Anschluss an die Promotionsfeier. Nach dem zweiten Mutterschaftsurlaub musste ich in temporärer Abwesenheit meines Partners Kinder, Job und Haushalt alleine stemmen – natürlich waren die Kinder und ich die meiste Zeit krank, ohne dass ich aber im Büro gefehlt hätte. Eine Überfrau freilich hätte zu alledem noch die Energie gehabt, Cüpli an Apéros zu schlürfen und sich dabei das Auffangnetz zu erhalten für den Fall, dass eine berufliche Umorientierung notwendig sein sollte.

Zu meinem ersten Beratungsgespräch beim RAV bin ich nur mit dem grössten Widerwillen gegangen. Eine befreundete Anwältin ist rückwärts aus dem Beratungsbüro hinaus, nachdem sie zu einem Arbeitsrechtskurs verpflichtet hätte werden sollen. So schlimm war es bei mir nicht. Die Beraterin nahm meinen offenen Widerwillen stoisch zur Kenntnis. Gleichwohl kam sie nicht um eine gewisse Realsatire herum. So schlug sie mir vor, auf einer Website für hochqualifizierte Stellensuchende nach einem Stage Ausschau zu halten. Ich habe das höflich erledigt und dann doch entschieden, dass mir nach erfolgreichen Jahren in einer Führungsposition ein Praktikum eher nicht hilft, meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Und die Notwendigkeit eines Führerausweises für eine Akademikerin sehe ich auch nach langem Nachdenken nicht, weswegen ich immer noch nicht verstanden habe, dass das RAV diese Angabe braucht. Nach diesen Informationen war das Gespräch denn auch vorüber.

Ich mache dem RAV keinen Vorwurf. Für das RAV bin ich kein Thema, sollte es nicht sein, darf es nicht sein – * weswegen mein Name auch nicht in der Autorinnenzeile steht. Für die Volkswirtschaft jedoch schon, zusammen mit den 50’000 weiteren Akademikerinnen, die zu Hause bleiben und meist nicht in der Arbeitslosenstatistik auftauchen.

359 Kommentare zu «Wenn Kinder den Lebenslauf «ruinieren»»

  • Hans Hegetschweiler sagt:

    Dieser Beitrag macht etwas stutzig. Einerseits will die Autorin eine Führungsposition gehabt haben, andererseits machten Fr. 3’000.- einen grossen Teil ihres Lohnes aus, was auch bei 80 % für eine Führungspostion etwas ungewöhnlich ist. Vielleicht liegen die Probleme bei der Stellensuche nicht nur bei den Kindern sondern auch bei einer etwas zu subjektiven Selbstbeurteilung?

  • elena sagt:

    Eine Überfrau hätte möglicherweise einen Übermann gewählt, also einen, der das gleiche Pensum an Kinderbetreuung übernimmt, wie sie. Soviel zu dem etwas gar oft verwendeten Ausdruck ‚Überfrau‘ im Text. Und: Warum wird einzig der Lohn der Frau für die Kinderbetreuung und Hypothek gerechnet? Die Rechnung versteh ich definitiv nicht – obwohl Mathematikerin. Es ist eine konventionelle Einstellung und Denkweise, die solches zementiert: Ich würde dort starten. Man könnte vollständig davon ausgehen, dass jede/r bspw. die Hälfte der Kinderbetreuung bezahlt? Warum bleibt die Frau stets gratis zu Hause? 2016?

  • Silvan sagt:

    @ Reto: ich habe das aufgebracht, weil viele hier in der Diskussion meinten, dass das finnische System so super sei. Die Einwanderung kann ja auch nachteilig sein. Frag die Briten, nicht umsonst haben 50% die Nase voll. Die Erwebslosenquote ist doch auch für die Sozis ein toller Massstab, ob es wirklich so schlecht läuft und da diese bei uns tief ist, tut es das offenbar nicht.. Also gehe ich mal davon aus, dass die Wirtschaft ihre Leute schon richtig einteilen kann. Ob das alle fair finden ist eine andere Sache. Eine Staatsquote von 59% (wie Finnland) möchte ich auf jedenfall nie erleben.

    • Reto Stadelman sagt:

      Ich habe weiter oben darauf einen etwas längeren Beitrag geschrieben. Ich kann ihr Argument nachvollziehen. Aber die Wachstumszahlen an sich sprechen langfristig gesehen nicht unbedingt für das Schweizer Modell. Eine Wirtschaft die so funktioniert, schafft nicht unbedingt am meisten Wachstum. Und auch die Verteilungsfrage ist da noch lange nicht geklärt. Wie Sie richtig festgestellt haben: Die Briten stimmen genau deswegen über die EU ab…

  • Cecile sagt:

    Vor einem Jahr hätte ich hier auch noch rumgeweint, dass es unmöglich sei als gebildete Mutter ( El. Ing. ETH) eines 2 jährigen Kindes eine Teilzeitstelle zu finden ( 60%).
    Allerdings hatte ich nach 7 Monaten Stellensuche dann plötzlich in einer Woche 2 tolle 60% Stellen gefunden, die wollten mich beide!!
    Die Suche hat sich gelohnt und ich bin froh nicht auf den Rat gehört zu haben eine Stelle mit höherem Pensum zu suchen.
    Mein Kind und dessen Alter brauchte ich in meinem CV nicht zu verschweigen.
    7 Monate suchen ist eigentlich auch nicht besonders lange, andere suchen genau so lange. Wir Akademiker sind einfach verwöhnt und glauben die Traumstelle müsste in 2 Monaten zu finden sein.
    Also nicht aufgeben, klar kommunzieren und weitersuchen!!

    • Cristina sagt:

      Deine Worte muntern mich auf 🙂

      • Cecile sagt:

        Allerdings müsste ich noch erwähnen, ich empfehle die Firmen, die interessant klingen ausfinding zu machen und sich spontan zu bewerben. 100% ausgeschriebene Stellen auf Teilzeit runterzu märten ist schwierig.

  • Reto Stadelman sagt:

    „Ein Beispiel dafür, dass es keine Rolle spielt, ob man sich durch eine solide Ausbildung gekämpft und eine überdurchschnittliche Leistung erbracht hat – das alles schützt nicht davor, ohne Job dazustehen.“
    Das ist etwas, wovon auch Männer ein Liedchen singen können. Mit etwas Pech bringt auch die beste Ausbildung nichts. Das liegt daran, dass es in den letzten Jahren zu einer massiven verschiebung des Gleichgewichts auf dem Stellenmarkt gekommen ist. Und zwar zu Ungunsten aller die arbeiten…

  • Cybot sagt:

    Man kann seine Kinder im Lebenslauf nicht erwähnen. Alternativ kann man versuchen, die Gesellschaft und sämtliche Arbeitgeber zu verändern, um in Zukunft trotz Kindern einen Job zu bekommen. Eine der beiden Alternativen ist halt einfach etwas schwieriger als die andere.

  • Silvan sagt:

    ja Gründe findet man immer warum etwas schlecht sein soll, man muss nur weit genug suchen. Also das mit der Infrastruktur wird ja schon hoch theoretisch, was wenn ein riesen Land wie Russland einfach die Hälfte Ackerland hat, wo liegen da die Kosten? Zum Thema Arbeitslosigkeit streiten sich ja all darüber wie man das misst oder nicht misst. Es ist nun mal der gängiste Massstab und so schlecht wird er kaum sein. Wenn ihr wollt kann man ja auch die Erwerbslosenquote anschauen, um ein besseres Bild zu bekommen. Die liegt mit 5% weit weit unter derer von Finnland. Mütter die einen guten CV haben (und dazu gehört mehr als einfach eine Uni oder FH-Abschluss) finden sicher einen Job, aber vielleicht wollte man die Jobs die einem angeboten ja gar nicht, weil diese unter der Würde lagen.

    • Marcel Zufferey sagt:

      Ich würd’s mal so ausdrücken: Bei Skandinavien und dem ganzen Rest von Kerneuropa haben wir es mit zwei grundsätzlich verschiedenen Gesellschafts- und, im weitesten Sinne, auch Wirtschaftsmodellen zu tun. Beide haben ihre Vor- aber auch Nachteile. Solange man das nicht aus den Augen verliert, kann man ruhig über beide Modelle sprechen.

      • Katharina sagt:

        Erkläre mir Kerneuropa und wo darin Skandinavien ist. Weiter den Unterschied der Wirtschaftsmodelle Skandinaviens mit anderen Westeuropäischen Ländern.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Kerneuropa = Kern-EU. Das skandinavische Modell sozialstaatlicher Fürsorge wird zu einem grossen Teil von der Wirtschaft finanziert, ganz speziell im Bereich der Lohnnebenkosten (aber auch bei den Kapitalgewinn- und Unternehmenssteuern, die, je nach Staat, sehr unterschiedlich ausfallen.).

        Und nun warte ich auf deine Ausführungen zum US-Amerikanischen Modell. Bislang hast Du mir meine Frage auf der vorhergehenden Seite noch nicht beantwortet. Ganz speziell würde mich dabei der private Kinderbetreuungssektor interessieren, der ja enorme Zuwachsraten verzeichnen soll, wie man hört!

  • Franz Vontobel sagt:

    ie haben knapp 3 Mio. weniger Einwohner als in der Schweiz, müssen jedoch mit dieser Anzahl flächenmässig 8x mehr Infrastrukturkosten abdecken.

    Ja, genau, weil die Infrastrukturdichte ja dieselbe ist wie bei uns – nur schon all die unbenutzten Bahnhöfe in Lappland kosten ein Vermögen!

  • Silvan sagt:

    Für alle, die finden, dass Finnland das so toll macht hier ein einfacher Vergleich den hoffentlich alle verstehen: Die Schweiz hatte ein reales BIP Wachstum von 36.2%seit 1.1.1999, Finnland hatte im selben Zeitraum 17.17%. Für die, die jetzt denken ich sei ein völliger Kapitalist, hier noch Zahlen für die Kommunisten unter Euch: die Schweiz hatte vor 10 Jahren eine Arbeitslosigkeit von 3.1% und hat jetzt eine von 3.4%, Finnland hatte vor 10 Jahren 6.4% und jetzt 9.2%. Für alle, die das System so toll finden, die können doch gehen, die verbleibenden werden dankbar sein.
    Viel Glück bei der Jobsuche für alle, die gehen wollen…

    • Widerspenstige sagt:

      Ja wenn so viele Hausfrauen mit einer hier üblichen Grundausbildung ihr Wissen lieber im Sandkasten versenken, kommen die natürlich nicht in einer Arbeitslosenstatistik vor, Silvan. Es dürften über 10% Arbeitslosenrate wie in Finnland sein, wenn sich sämtliche teilzeitarbeitende Hausfrauen bei Aufgabe des Jobs beim RAV melden würden. Das tun sie jedoch höchst selten, ziehen sich einfach zurück und sind somit nicht mehr erfasst. Deshalb sind die Arbeitslosenzahlen zB in Finnland viel höher, da ja auch Frauen im Arbeitsleben erfasst werden. Diese Statistiken sind gerade in der Schweiz äusserst verwässert, um nicht zu sagen, ein falsches Bild vermittelnd.

    • Widerspenstige sagt:

      Nicht zu vergessen die Einwohnerzahlen:
      Finnland 5,5 Mio. bei einer Fläche von 339’000 km2
      Schweiz 8 Mio. bei einer Fläche von 42’000 km2

      Diese Faktoren sind ebenso mit einzubeziehen, wenn Sie schon BIP-Vergleiche der Länder machen.

      P.S. In Finnland wird 2017 der Versuch eines Grundeinkommens eingeführt, weil sie offenbar nach jahrelangen Diskussionen darüber eingesehen haben, dass ihnen der bisherige Lebensstandard abhanden kommen dürfte in naher Zukunft. Sie haben knapp 3 Mio. weniger Einwohner als in der Schweiz, müssen jedoch mit dieser Anzahl flächenmässig 8x mehr Infrastrukturkosten abdecken. In der Schweiz wäre ua ein Versuch besser finanzierbar, aber der Souverän hat die Chance nicht wahrgenommen und sich in Lauerstellung gebracht …

    • Reto Stadelman sagt:

      @Silvan
      Mir ist jetzt nicht ganz klar was das mit Finnland zu tun hat…
      In dem Zeitraum zwischen 1999 und 2014 hatte die Schweiz ein Bevölkerungswachstum von 15 Prozent. Finnland hatte eines von nur 5,3 Prozent. Das BIP Wachstum pro Kopf sieht also nicht ganz so rosig aus. Das nur so Nebenbei. Quelle: BFS und Statistia.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Also führen Sie die Zuwächse beim BIP sozusagen ausschliesslich auf die Zuwanderung zurück, Herr Stadelmann? Eine gewagte These..!

      • Reto Stadelman sagt:

        @Zufferey
        Nein das sicher nicht. Ich will damit sagen, dass Finnland die Schweiz im Wirtschaftswachstum übertroffen hätte, wäre seine Bevölkerung auch so stark gewachsen wie in der Schweiz.
        Dabei gehe ich von der Annahme aus, dass das Verhältnis Bevölkerungswachstum / Wirtschaftswachstum gleich bleibt.
        Finnland hätte dann fasst 55% Wirtschaftswachstum gehabt. Umgekehrt hätte die Schweiz, wenn ihre Bevölkerung nur wie die Finnische gewachsen wäre, „nur“ knapp 13% Wirtschaftswachstum gehabt.
        Natürlich ist das eine „Milchbüchlirechnung“. Dennoch dienen die Zahlen von Silvan nicht dazu, Finnland als schlechtes Beispiel zu zeigen. Langfristig gesehen und wissend, dass die Wirtschaft nicht ewig wächst, ist uns Finnland sogar klar voraus.

      • Reto Stadelman sagt:

        @Zufferey
        Finnland würde zwar länger brauchen um so wohlhabend wie die Schweiz zu werden. Aber im Endeffekt wären die Finnen wohlhabender.
        Für mich sieht das nach intelligenterem nachhaltigerem Wachstum aus. Aber das ist nur meine Meinung.

  • Jürg Brandenberger sagt:

    Und falls es in diesem Land immer noch Leute geben sollte die sich wundern oder ärgern weil die MEI angenommen wurde, dann haben sie hier die Antwort! Es ist nicht primär Fremdenhass. Vielleicht ein bisschen, jedenfalls viel weniger als in jedem andern Land auf dieser Welt. Der Grund ist die Ausgrenzung in den sozialen Abstieg. Nicht nur für angelernte Jobs. Die kleine Mehrheit kam von den höheren Berufen! Kapiert? Übrigens der Titel bezüglich Kinder ist schlecht gewählt. Es mag ein Aspekt sein, doch das Problem sitzt tiefer. Gier, Menschenverachtung und eine Gesellschaft die vergessen hat, dass es ein Team braucht um zu gewinnen. Meistens sind die besten und wertvollsten Teamplayer aber diejenigen, welche weniger auffallen. Die Blender sind es jedenfals nicht!

  • Madeleine sagt:

    2 gesunde Kinder, ein Partner, keine Geldsorgen, ein Haus, gute Ausbildung die man bestimmt auch noch später anwenden kann(!) – die Frau tut mir nicht wirklich leid!

  • Jürg Brandenberger sagt:

    Ganz richtig Fridolin! Ich habe reingeschaut, weil ich von meiner Tochter in den USA eine empörte Message erhalten habe. Die Frau beschreibt schlicht ein Armutszeugnis für ein Land, das sich als das Beste der Welt glaubt. Reaktion dümmliche Kommentare und billige Rat-Schläge! Die Schlimmsten die der Personalchefs! Dort klemmt es. Wenn Finnische Frauen arbeiten können, ist es nicht primär weil sie flexibler sind, sondern weil sie eine echte Chance erhalten. Zur Alibiübung RAV kann man nur feststellen, dass die dort angestellten Leute zu 99% ihrer Aufgabe schlicht nicht gewachsen sind! Die RAV sind immer noch auf einem Stand der 1970 Jahren, wo vielleicht eine faule Hilfskraft ohne Ausbildung vermittelt werden musste. Bei jeder höheren Berufsausbildung sind die hoffnungslos überfordert!

  • Cristina sagt:

    Die Story kommt mir sehr bekannt vor. Ich habe ebenfalls Nachwuchs und bin akademisch unterwegs. Bevor ich an Gespräche komme, heisst es jeweils: Kinder, wir wollen keine ständige Fehlzeiten. In den 5 Jahren mit Kind habe ich noch nie gefehlt, da wir sehr gut organisiert sind. In Gesprächen bin ich dann bin Aussagen wie: Trauen Sie sich zu 100% zu arbeiten? Sie müssen verstehen ab einer gewissen Stufe an Verantwortung erwarten wir 120% Einsatz, darum müssen sich Frauen gut überlegen ob sie Karriere oder Kinder wollen.

    Tja, auch ich bin noch auf der Suche. 80% zu arbeiten habe ich schweren Herzens aufgegeben. Auch 100% klappt nicht, oft die Aussage: Wir haben noch eine Kandidatin welche keine anderweitigen Verpflichtungen hat…..

  • Fridolin Luxemburg sagt:

    Warum schreiben plötzlich so viele Männer in diesem Blog? Ich habe zwischendurch da immer wieder reingeschaut. Erst jetzt raffe ich mich auf, hier zu schreiben. Es sind die Kommentare einiger meiner Geschlechtsgenossen, die mich dazu bewegen. Besserwisserisch, arrogant und völlig am Thema vorbei. Haben diese Männer ihre Kinder mitbetreut, einen Teilzeitjob gehabt? Haben diese Männer daran gedacht, dass auch Frauen das Recht haben intelligent zu sein, vielleicht um einiges intelligenter als sie selber. Kaum. Gleiche ich ihre Beiträge mit dem Artikel von Anonym ab, kommt jedenfalls bei mir dieser Eindruck auf. Als Vater von zwei akademisch ausgebildeten Töchtern und fünf Grosskindern weiss ich, wie schwierig es ist, die Kinderbetreuung zu organisieren. Ich bin empört und wütend.

    • Sportpapi sagt:

      @Fridolin: Viele Männer hier sind schon lange hier, und nicht wie Sie plötzlich engagiert, wenn es um ein Spezialthema geht. Und viele arbeiten tatsächlich teilzeit – ich auch. Haben Sie das auch getan? Und was tut es zur Sache?
      Und niemand hat den Frauen das Recht aberkannt, intelligent zu sein, Karriere zu machen. Man wundert sich nur, dass eine Frau den Job hinschmeisst (würde kein Mann tun, wenn er eine Familie versorgt!), nicht bereit ist, vollzeit zu arbeiten (und vermutlich auch nicht so flexibel ist), aber dennoch klare Vorstellungen hat, wie spannend die Anstellung trotzdem sein soll.
      Kinderbetreuung ist eine Sache der Eltern. Weshalb diskutiert sie nicht, dass der Ehemann offenbar viel arbeitet und teilweise noch im Ausland ist? Er könnte sie ja entlasten!

    • Widerspenstige sagt:

      Danke Fridolin Luxemburg für diese träfen Worte. Genau dasselbe fällt mit jeweils auch auf, aber es zieht sich wie eine roter Faden durch den MB, wenn solche Themen kommen. Es ist offensichtlich, dass es sich zum Teil um bezahlte Kommentarschreiber handelt, die sich in sämtlichen Foren so verhalten. Eine Schande, ja, und viele Frauen machen mit. Das heisst nichts anderes, als diese nicht verstanden haben, um was es genau geht bei der Gleichberechtigung.

      Die skandinavischen Länder haben das schon lange begriffen und entsprechend umgesetzt. Darf ich erwähnen, dass es vorwiegend Frauen waren, welche diesen Wechsel dort in die Wege geleitet haben in den letzten 40 Jahren? Ich denke, das ist der springende Punkt und ja, ein Wechsel geht nur in einem Sozialstaat mit weitsichtigen Bewohnern.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Widerspenstige

        naja, mal abwarten wie sich Herr Luxemburg entwickeln wird, was macht Sie denn so sicher dass er bestimmt nicht in die Kategorie der „bezahlten/vortäuschenden“ gehört?

      • Sportpapi sagt:

        WS: Diesen paranoiden Verdacht der bezahlten Schreiberlinge hören wir doch sonst nur in den Beiträgen aus den USA. Wer soll die denn bezahlen?
        Wie heisst eigentlich eine Gesellschaft, die den Frauen vorschreibt, was sie zu tun und zu lassen hat? Ist es auch patriarchalisch, wenn es die Frauen sind, die solche Regeln fordern? Möchtest du ernsthaft alle Frauen zu ihrem Glück zwingen, ihnen vorschreiben, wie sie zu leben haben? Notfalls mit staatlichem Druck, wobei nur noch diese dum me Direktdemokratie im Wege steht, die ermöglicht, dass die Menschen eine Mitsprache haben bei wichtigen Fragen? Und sie nicht von einer Minderheit „regiert“ werden.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Na ja, werfen wir doch einmal einen ungewohnten und kritischen Blick auf das so viel gepriesene, skandinavische Musterbeispiel sozialstaatlicher Fürsorge- am Besten gleich aus Schwedischer Sicht:

        http://www.vice.com/en_se/read/the-swedish-theory-of-love-or-why-we-swedes-are-so-lonely-234

        Dieser Film hat in Schweden letztes Jahr eine breite Debatte ausgelöst: „The Swedish Theory of Love“. Den Trailer dazu gibt’s auf Vimeo und Youtube.

  • Lianna sagt:

    Wenn Sie sich Kinder gewünscht und welche bekommen haben, dann ist Ihre Karriere nicht ruiniert, sondern bereits erfüllt. Vorausgesetzt, Sie kümmern sich grösstenteils selber um Ihre Kinder und betrachten die Kinderbetreuung nicht als minderwertige Peanut-Aufgabe.
    Glauben Sie mir: diese Aufgabe ist herausfordernd, anstrengend, kreativ…und erfüllend! Mehr als mancher Karriere-Job!
    Dieser Job ist echt!

  • K_rin sagt:

    Ich kann leider so ziemlich das gleiche Lied davon singen, was es heisst, als Akademikerin und Mutter (von nur einem Kind!) auf Stellensuche zu sein.
    Wie viele Männer/Väter werden beim Vorstellungsgespräch gefragt, wie sie „das mit den Kindern“ hinbekommen werden neben der Arbeit? Und erhalten dann als Nebensatz in der freundlichen Absage, dass diese „aber nichts mit dem Kind“ zu tun hat. Sonst noch Fragen?

  • Laila sagt:

    Auch bei Männern kommen 80% – Wünsche nicht überall gut an. Mein Mann hat lange danach gesucht – wurde schliesslich fündig, aber ist der Meinung, dass er viel einfacher eine 100% Stelle bekommen hätte. Und ich bin umgeben von Frauen, die +/- ihre Wunschprozente und -stellen gefunden haben. Nicht immer auf Anhieb, aber mit der Zeit doch dort gelandet, wo man in etwa hinwollte. Nicht unbedingt die grösste erdenkliche Karriere, aber befriedigende Arbeit. Soooooo böse und kinderfeindlich und karriereknickig erlebe ich das Ganze nicht – was natürlich nicht heisst, dass es das nicht geben kann.

  • Sirkka Henriette sagt:

    Wieso suchen die Frauen immer einen Grund, warum etwas nicht möglich ist? Wenn jemand will, kann sie sehr viel bewegen und erreichen. Ich habe aber auch Frauen erlebt, die einen Rückzieher gemacht haben, wenn plötzlich eine Einstiegsmöglichkeit Ihnen angeboten wurde. Plötzlich gibt es viele Gründe, warum sie gerade jetzt nicht arbeiten können. Und dann bald geht das Jammern wieder los. Ich glaube, dass in Wirklichkeit finden viele Frauen es sehr bequem zu Hause, wollen es aber auf keinem Fall zugeben.

    • fabian sagt:

      Widerstände und Hinternisse lasten vor allem Frauen in unserer Gesellschaft halt gerne der Allgemeinheit (oder den Männern) an, wogegen Errungenschaften gerne als individuelle Leistung verkauft werden. Männer wissen von Anfang an schon, dass sie den Finger rausnehmen müssen, wenn sie etwas erreichen wollen. Keine Quoten, keine Vaterschaftsurlaube, kein Sorgerecht, keine automatische Frühpensionierung aufgrund Geschlecht etc. Das ist wohl der Unterschied zwischen den Geschlechtern hier in der Schweiz.

  • Sirkka Henriette sagt:

    Ich will keineswegs Finnland verteidigen und sagen, dass alles dort besser wäre. Wie ich schon sagte, es geht uns SEHR gut in der CH. In finanzieller Hinsicht besonders. Und doch muss ich sagen, dass ich eigentlich nie jemanden in Finnland über die Arbeit jammern höre. Die Arbeit ist einfach ein Teil des Lebens mit oder ohne Kinder. Ich glaube, es gibt sehr wenig Frauen, die freiwillig zu Hause bleiben würden. Auch nicht die, die einen gutverdienenden Ehemann haben. Es kommt mir oft so vor, dass in der Schweiz die Frauen Karriere machen möchten, in Finnland machen sie es. Es läuft alles irgendwie natürlicher. Auch habe ich noch nie von einer Mutter in Finnland gehört, dass sie das Kind als Hindernis für die Karriere betrachtet.

  • Balu sagt:

    Tipp: die 80% sind das problem, nicht die kinder. Daher mit 100% bewerben, 1 jahr durchhalten und dann auf 90% reduzieren und 10% home office machen. an dem tag ist dann hausarbeit angesagt. So leisten sie zwar immer noch 100%, bekommen aber wenigstens 10% mehr lohn.

  • Dani Kobler sagt:

    Ich fasse mal zusammen: Die Autorin hat eine gute Ausbildung, Kinder, sucht einen neuen Job, erwähnt die Kinder und die Diplome im CV, wird zum Vorstellungsgespräch eingeladen, bekommt den Job nicht.
    Also wenn es am CV im allgemeinen, den Diplomen oder den Kindern liegen würde, käme sie gar nicht zum Vorstellungsgespräch.
    Ich würde den oder die Gründe eher beim Bewerbungsgespräch suchen. Oder noch banaler, bei der Lohnvorstellung. Wenn ihre Forderung dort 10k pa über den anderen liegt und sie denen nicht glaubhaft machen können das sie diese 10k mindestens und garantiert wert sind dann wir das nix.
    VW ist ein gutes Auto, Skoda auch, aber ein bisschen günstiger. Welches ist das häufigste Firmenauto in der CH?

    • Fridolin Luxemburg sagt:

      Herr Kobler, fast scheint mir, dass Sie den Beitrag von Anonym nicht ganz verstanden haben. Sind Sie Akademiker? Eher nicht. Vielleicht wissen Sie auch nicht, was eine Dissertation ist. Es geht hier nicht um eine Stelle in einem Geschäft aus dem Detailhandel oder im Büro eines grösseren Handwerksbetriebs. Wie viele (meist männlichen Besserwisser) in diesem Kommentatorenfeld, spielen Sie beruflich wohl in einer weit tieferen Liga als Anonym. Und können so nicht begreifen, um was es hier wirklich geht. Dass Akademikerinnen plötzlich weit schlechtere Chancen haben, wenn sie Mütter werden. Das auch, wenn sie hoch qualifiziert sind. Ist übrigens in unserem Land kein Einzelfall und statistisch belegt. Ein enormer Verlust, wirtschaftlich und menschlich. Eine Schande für ein so reiches Land.

      • Sportpapi sagt:

        @Fridolin: Dani Kobler hat rein logisch argumentiert. Die Frau wurde eingeladen, trotz der Erwähnung der Kinder im Lebenslauf. An dem lag es also offenbar nicht.
        Auch sonst kann ich Ihnen nicht folgen. Die gute Qualifikation der Frau hat ja niemand in Frage gestellt (obwohl beispielsweise eine Dissertation in einigen Fächern praktisch Pflicht ist – aber das wissen Sie natürlich). Aber nun will die Frau ihr Pensum reduzieren und ist nicht bereit, in einem nicht ganz passenden Job nach Reorganisation zu bleiben. Könnte ja sein, dass die potentiellen Arbeitgeber jeweils noch andere, genauso gut qualifizierte Bewerber haben, die flexibler sind?

      • Dani Kobler sagt:

        @ Fridolin Luxemburg: Ich bin Elektro Ing und habe mal eine Diplomarbeit geschrieben, aber was hat das mit dem Artikel oder meinem Kommentar zu tun? Tritt ans Schienbein?
        In unserer Firma haben wir vor 2 Mte grad einen Frau eingestellt, unter 30, Uniabschluss, keine Kinder, Italienerin.
        Ihr Mann (resp Freund) hatte sich auch beworben. Kinder waren kein Thema, aus dem Gespräch hörten wir Engagement und Interesse für den Job heraus, ich kann mich täuschen, aber Kinder würden die beiden wohl gut unter einen Hut bringen.
        Und ja, die Lohnvorstellung hat ein entscheidenden Einfluss, keine Ahnung wo sie arbeiten aber wir müssen jeden Fr zuerst verdienen bevor wir ihn wieder ausgeben und 1500 mehr im Mt sind eine menge Fr.

      • Independent sagt:

        Das – Herr Luxemburg – war eine Anmassung sondergleichen. Vielleicht spielt es ja auch eine Rolle, dass gewisse „Akademiker“ schlichtweg ein wenig weltfremd sind und keinerlei Lebenserfahrung mitbringen welche dem Unternehmen etwas bringt.

  • Küng sagt:

    Das ist genau, was ich jeweils meine ist der Grund, warum Frauen „benachteiligt“ sind. Warum nicht mal über den Schatten springen und die Kinder eben nicht im Lebenslauf erwähnen? Um Ziele zu erreichen muss man Umwege gehen, nicht alles offenlegen und das Spiel mitspielen. Und wenn man drin ist, ist man drin.
    Oder man (oder frau) beharrt auf Prinzipien, was ich eben tatsächlich als Charakterschwäche auslege.

    • Balu sagt:

      Schadet mehr, als es nützt. Beim Vorstellungsgespräch wird man meistens nach dem Privatleben gefragt – und dann?
      Ausserdem: das problem sind meistens die 80%, nicht die kinder.

    • V. sagt:

      @Küng: Da gebe ich Ihnen recht. Leider ist es so, sowohl für Frauen wie auch für Männer. Im Lebenslauf sollte man Kinder, Zivilstand und Alter nicht angeben müssen, und ein Föteli auch nicht senden. Dies, damit sich der Arbeitgeber, so gut es geht, ein möglichst objektives Bild über Ausbildung, Kenntnisse und Berufserfahrung des Bewerbers machen kann. Seit ich selber Leute anstelle, bitte ich Bewerber, einen kurzen CV zum Werdegang und ein ausführliches Motivationsschreiben zu senden. Letzthin stellte ich eine Frau ein, die ich u. a. fragte, ob sie eher zu früh oder knapp vor Abflug am Flughafen erscheine. Sie sagte eher zu früh, weil sie nicht wisse, was alles vor Abflug passieren könnte und sie evt. improvisieren müsste. Das sagt mehr über sie aus als die Frage nach Kindern.

      • Peter sagt:

        Glauben Sie, jemand würde Ihre Frage so beantworten:
        Ich komme lieber knapp vor Abflug an den Flughafen, weil ich weiss, dass nie etwas vor dem Abflug passiert. Ein bisschen naiv Ihre Frage, finden Sie nicht? Fragen Sie lieber, ob jemand z.B. Teamsportler oder Einzelsportler ist, ob jemand lieber mehr Freizeit oder lieber mehr Geld hat, ob jemand lieber einen 8-to-5 Job hat oder Flexibilität und dafür auch mal abends oder am Wochenende arbeiten muss.

  • E.W.Forster sagt:

    ich habe schon auch meine gelegntlichen zweifel an der sinnvollkeit mancher vom rav verlangten vorgaben. beispielsweise werden die personalbüros geflutet mit den unzähligen nachweis-bewerbungen, die eigentlich bloss purer aktionismus sind und keinerlei tatsächliche chancen auf anstellungen beinhalten. es ist jeweils schnell ersichtlich dass es bewerbungen ohne wirkliche motivation für die entsprechende stelle sind. dementsprechend genügt ein kurzer blick darauf und die sofortige zuteilung zur beige der unmittelbaren absagen. trotzdem müssen sie jeweils bearbeitet werden. ständig eigentlich unnötige spreu vom weizen zu trennen ist für die personalabteilungen doch eher mühsam? und sind die ständigen absagen dafür bei den betroffenen stellensuchenden nicht eine zusätzliche quelle des frustes?

  • Sirkka Henriette sagt:

    Meine Freundin hat nicht nur ihre Jungs grossgezogen. In dieser Zeit hat sie auch ihren Studienkredit und den Kredit für ihre Wohnung bis zum letzten Cent zurückbezahlt. Nach der Scheidung bekommt in Finnland die Frau keine finanzielle Unterstützung von Ihrem Mann. Lediglich zahlt der Vater für die Kinder. Es geht uns sehr gut in der Schweiz. Die Frauen wollen Kinder aber nicht 100% arbeiten. Dies ist aber auch hier die Voraussetzung für eine gute Stelle mit Karrieremöglichkeiten. Ich kenne Ausländerinnen in der CH, die gerade aus diesem Grund so eine Stelle bekommen haben. Weill es für sie eine Selbsverständlichkeit ist, trotz Familie, 100% zu arbeiten. Leicht ist es für keine Frau aber fast immer die einzige Möglichkeit.

    • Thomas Staub sagt:

      Finnische Angestelltearbeiteten im Jahr 2010 mit 1679 Stunden, Angestellte in der CH ca 1910. 80% der Unternehmen bieten flexible Zeitmodelle wie z.B Arbeitszeitkonten. Bei hohem Anfall von Arbeit wird mehr gearbeitet. Auffällig ist die hohe Zufriedenheit von Finnen mit ihrer Arbeitsstelle. Hierzu tragen neben den flexiblen Arbeitszeiten auch Rahmenbedingungen wie Vollzeitkinderbetreuung und Angebote wie den „Papamonat“ bei.

    • Zufferey Marcel sagt:

      Klingt phantastisch, Sirkka, wirklich! Alle Fliegen auf einen Schlag- fast zu schön, um wahr zu sein! Eine kurze Recherche im Netz- Finnland kenne ich nun wirklich nicht- und mir wird klar, dass Sie uns hier nur die halbe Geschichte erzählen:

      In Finland sind 68% aller Frauen berufstätig, davon 20% in Teilzeit (2014). Die Gesamtsteuerbelastung ist die Vierthöchste im gesamten OECD-Raum und liegt damit sogar noch vor Schweden!

      Quellen:
      http://www.oecd.org/ctp/consumption/revenue-statistics-and-consumption-tax-trends-2014-finland.pdf

      http://europa.eu/epic/countries/finland/index_en.htm

      Finnland ist ein ziemlich teurer Traum, finde ich!

    • henriette sagt:

      Kürzlich habe ich gelesen, dass bei uns die Mehrzahl der verheirateten Frauen ohne Kinder nur Teilzeit arbeitet.

    • Thomas Staub sagt:

      Liebe Sirkka, Finnland unternimmt auch alles, damit dies möglich ist. Anstelle jeden in die Pfanne zu hauen der nicht 100% arbeiten möchte und kann im Model Schweiz, wäre es doch es doch interessant, sich zu überlegen wieso es in Finnland klappt und hier nicht. Es klagen übrigens fast immer AusländerInnen bei uns in der Schweiz über unsere mittelalterliche Unterstützung von arbeitenden Müttern.

      • fabian sagt:

        Staub, die Schweizer Mütter werden immerhin vom Staat unterstützt. Die Väter warten im 2016 noch auf einen Vaterschaftsurlaub.

      • Sportpapi sagt:

        Lustig. Und die Finnen schauen dann bei uns, wie es klappt, dass die Frauen so viele Wahlfreiheiten haben…

  • Sirkka Henriette sagt:

    In Finnland arbeiten beinahe alle Frauen. Teilzeit zu arbeiten ist dort nicht möglich. Kinder zu haben, arbeiten, Karriere machen geht dort Hand in Hand. Für das Jammern bleibt weder Zeit noch (finanzielle) Möglichkeiten. Meine Freundin war alleinerziehend und hatte drei Jungs unter 10 Jahren als Sie, nach den Bewerbungsgesprächen, an einem Donnerstag von der Firma ein Telefon bekam. Mann fragte sie ob sie bereit wäre, am Sonntag für eine Woche nach N.Y. und Boston zu fliegen. Kein Problem. Sie organisierte die Betreuung für ihre Jungs und ging. Heute ist sie in der Direktion einer grossen Versicherungsfirma tätig. Die Jungs haben alle einen Uniabschluss und sind bestens in das Arbeitsleben eingestiegen.

  • fabian sagt:

    Es gilt noch immer: Fürs Kinderkriegen brauchts keine speziellen Fähigkeiten oder Leistungsausweise.
    Bei dem bei vielen Müttern vorhandenen latenten Männerhass fragt man sich manchmal bloss, wie diese armen Opfer der patriarchalischen Gesellschaft zu ihren Kindern gekommen sind…

    • Balu sagt:

      Sie müssen nicht von sich auf andere schliessen…

      • Cristina sagt:

        Was hat dieses Thema mit Maennerhass zu tun? Das Thema ist unsere Gesellschaft und die erschwerenden Bedingungen fuer Frau und Mann Familienleben und Arbeit in Einklang zu bringen. Flexible Arbeitszeit-Modelle sollten auch für akademische Berufe gelten.

  • Patrik Peter sagt:

    Liebe Anonymus: Mein ehrliches Feedback als langjähriger Abteilungsleiter, kommen Sie mal runter vom hohen Ross. Das ist ja unglaublich weltfremd was Sie da von sich geben. Sie haben tolle Unileistungen erbracht? Schön, ich auch. Ein „Team“ geleitet? Super. 2 Kinder? Wunderbar. Habe ich auch.
    Interessiert mich das als Arbeitgeber? Nö, nicht die Bohne. Mich Interessiert Ihre berufliche Leistung. Wenn Sie so toll wären, wären Sie nicht an die frische Luft gesetzt worden aka „Reorg“

    So, und jetzt setzen wir uns mal vor eine Videokamera, führen mit jemandem flüchtig bekannten ein Vorstellungsgespräch durch. Danach schauen wir uns das Resultat an, Ihnen werden die Augen aufgehen… 😉
    Ich drücke Ihnen ganz fest die Daumen für einen tollen Job und wünsche Ihnen alles gute.

  • Simon Heiter sagt:

    “ So schlug sie mir vor, auf einer Website für hochqualifizierte Stellensuchende nach einem Stage Ausschau zu halten.“
    Willkommen in der Realität. Einmal auf dem falschen Gleis ist es schwer wieder davon runterzukommen.

  • Peter Steiner sagt:

    (2/2) Sie haben beruflich und wohl auch privat schon viel erlebt, sind in einer funktionierenden Partnerschaft und Familie, bewohnen sogar ein Haus, Ihre Zukunft ist trotz Einkommenseinbusse einigermassen gesichert. Seien Sie dankbar. Es gibt Leute, die sind ebenso arbeitslos sind wie Sie, vielleicht ausgesteuert (nächste Station: sozialer Abstieg), und haben vieles von dem verloren, das sie noch besitzen dürfen.

    Ich wünsche Ihnen in Ihrer Lebenssituation viel Lebenssinn. Erschöpfen Sie Ihre Selbstdefinition nicht im Potential, Geld zu verdienen. Abgedroschen aber wahr: Sie bietet auch Möglichkeiten, auch Neues zu entdecken. Alles Gute!

    • Peter Amstutz sagt:

      Für Frauen, die nicht arbeiten gehen, riskieren ein Armutsrisiko in der Zukunft. 50 % der Ehen werden geschieden und wer dann nur zu 100% Mutter gewesen ist, hat den Anschluss an das Arbeitsleben verpasst. Für die Volkswirtschaft ist es eine Katastrophe, wenn gut ausgebildete Frauen nicht arbeiten gehen können, obwohl sie wollen. Und was wird den Kindern vorgelebt? Papis gehen arbeiten. Mamis machen den Haushalt. Willkommen im letzten Jahrtausend.

    • KnutN sagt:

      Herr Steiner ich stimme Ihnen zu. Diese Frau hat wahrlich ein Luxusproblem, um es deutlicher zu sagen. Sie will allerdings dafür auch noch bedauert werden:
      Ooooh jeh. Drum dies.
      Zahlt man Ihr für den „Job“ Mutter und Frau, ist ja immerhin vergleichbar mit jeglichem Manager ( heisst ja FamilienmanagerIn ) einen guten fünfstelligen Betrag fände Sie es völlig adäquat. Ist doch ein Irrsinn, was sich da gesellschaftlich tut. Erzählen sie solche Geschichten mal Kranken, Ausgesteuerten oder einfachen Bürgern, Arbeitnehmerinnen, wie Coiffeuse, Verkäuferin usw. Die lachen diese Frau aus, wenn Sie nicht gleich Ihre Verachtung an den Tag legen. Solche Personen wären nocht nicht einmal mit einem Grundeinkommen ( per se ) befriedigt. Realitätsverlust nennt man das.

      • Irina, Absolventin und noch keine Kinder sagt:

        Eben nicht RealitätsVERLUST, vielmehr ist es die genaue Realität – leider! Sollen sich denn Ihrer Meinung nach alle Akademikerinnen mit dem Schicksal zufrieden geben, nur weil sie nicht ausgesteuert sind oder sonst was? Kann ja wohl nicht wahr sein…

      • Sibylle sagt:

        Die Frau beklagt sich ja nicht darüber, dass sie nicht angemessen verdient. Sie fordert auch keinen Lohn für ihr Mutter sein. Es geht darum, dass man eine bestens qualifizierte Frau nicht einstellt. Und warum das wohl so ist. Während gleichzeitig darüber gejammert wird (von derselben Wirtschaft, welche die Frau nicht einstellt), dass Akademikerinnen, die nicht arbeiten der Wirtschaft nichts bringen.

  • Peter Steiner sagt:

    (1/2) Liebe Frau Anonym – Was ist Ihr Thema: persönlicher Frust, arbeitslose Akademiker, bürokratischer Leerlauf, … ? Ersteres hat möglicherweise mit Ihrer Sichtweise zu tun: Die Welt hat auf niemanden von uns gewartet. Zweites betrifft nicht nur Akademiker, sondern generell falsch Ausgebildete. Drittes muss hingenommen werden (als Juristin dürfte Ihnen das nicht unbekannt sein). Grundsätzlich leben wir in einem Arbeitgebermarkt. Wer zahlt, befiehlt bzw. kann aussuchen.

  • Claudia sagt:

    Und wir wundern uns, dass in der Schweiz nur noch wenige Kinder gezeugt werden und nur wenige Frauen in Führungspositionen sind. Als ich schwanger wurde, war ich CFO von einer Abteilung mit rund 500 Mitarbeitern. Meine Lösung war dazumal auch nicht erwünscht. Eine Mutter mit Kindern hat zu Hause zu bleiben. Dies von Herren, die selber Väter sind und vermutlich eine gut ausgebildete Frau zu Hause haben, die gerne arbeiten würde. Eine Teilzeitstelle zu finden, die meinen Fähigkeiten entsprach, war auch für mich nicht druchsetzbar. Mittlerweile habe ich eine Beratungsfirma im Finanzbereich und kann vielfach flexibel und von zu Hause arbeiten, was für mich und meine Familie einiges an Stress wegnam. Meine Teilzeit-Mitarbeiterinnen sind alles gut ausgebildete Mütter. Nur so geht’s.

  • Peter sagt:

    Die Schilderung wirkt nicht sehr glaubwürdig. Ich kenne viele Akademikerinnen, sogar alleinerziehende, mit Kindern in KITAs. Keine hatte ein Problem, einen passenden Teilzeitjob zu finden.
    Man vermutet daher, dass es bei der schildernden Person noch andere, dem Leser vorenthaltene Gründe für die schwierige Jobsuche gibt (Wohnort fernab der Jobzentren? CV-Lücken? Unrealistische Job-/Gehaltsvorstellungen?).

    Andererseits hat die Konkurrenz auf dem Jobmarkt, auch und gerade für sehr gut Ausgebildete, tatsächlich stark zugenommen. Dies liegt in erster Linie am Personenfreizügigkeitsabkommen mit der EU. Der Arbeitgeber hat heute die freie Wahl hat zwischen der jungen, sehr flexiblen, leistungswilligen und relativ günstigen Uniabsolventin aus Deutschland und der Person aus dem obigen Artikel.

  • Florian Müller sagt:

    Sorry, blöder Titel. Einen Lebens- kann man genauso wenig ruinieren wie einen Bachlauf. Er fliesst weiterhin, vielleicht etwas anders. Ruiniert werden kann höchstens die Vorstellung eines Lebenslaufs, eine zielgerichtete Karriere halt.

  • Joëlle sagt:

    Nicht jammern sondern selbständige Unternehmerin werden!

  • Lena Wolf sagt:

    Ich denke nicht, dass die Nicht-Erwähnung von Kindern im Lebenslauf eine Verheimlichung darstellt. Der Lebenslauf sollte berufliche Qualifikationen darstellen, Privates gehört hingegen nicht hinein. Ein professioneller Personaler sollte im Vorstellungsgespräch nicht nach diesen Dingen fragen. Falls es dem Arbeitgeber darum geht, entgegenkommend zu sein, was die Vereinbarkeit von Kindern und Beruf angeht, kann diese Frage auch noch nach Stellenzusage geklärt werden.

  • Eduardo sagt:

    Nicht Kinder sind Karrierekiller, sondern Frauenkarrieren (oder, in den allermeisten Fällen: der Zwang zur Vollzeitarbeit von Frauen) sind Kinderkiller. Deshalb kommen nur noch so wenige zur Welt.

    • Muttis Liebling sagt:

      Deshalb hat Frankreich die höchste Geburtlichkeit in Mitteleuropa. Null Punkte.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Wo genau kommen denn diese Kinder in Frankreich zur Welt: In den Banlieues..?

      • Muttis Liebling sagt:

        Mehr in den Dörfern, die Banlieues sind demographisch zu unbedeutend, um eine Statistik zu beeinflussen.

      • henriette sagt:

        Auch gutausgebildete französische Paare haben oft 3 und mehr Kinder.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Ich weiss nicht, wie das heute ist, henriette: Aber als ich Ende der Achzigerjahre 3 Monate in Frankreich war, war das Kindergeld dermassen hoch, dass es Familien gab, die gar nicht- oder kaum mehr gearbeitet haben. Dafür haben sie viele Kinder gehabt! Das habe ich mit eigenen Augen gesehen!

  • Helen sagt:

    Irgendetwas stimmt doch einfach nicht. Ich würde mal behaupten, 80% der Eltern hier möchten ihren Kindern (ob Mädchen oder Junge) eine bestmögliche Ausbildung ermöglichen. Alle sind stolz, wenn die Kinder ins Gymi gehen, studieren, später einen guten Job haben usw.
    Aber sobald es um Kinderbetreuung geht, werden Akademikerinnen nicht mehr eingestellt bzw. viele geben ihren Job auf, damit sie Kinder haben können. Oder verzichten auf Kinder. Das kann doch nicht sein, und wir Frauen sollten uns tatsächlich mal dagegen wehren, sei es mit dem Aufbau eines Netzwerks oder mit dem Mut, selber mehr berufstätige Leute einzustellen, wenn wir in einer solchen Position sind. Ich bin wirklich je länger je mehr der Meinung, dass wir anfangen müssen, uns selber bzw. gegenseitig in dieser Frage zu helfen.

    • Carolina sagt:

      Ich leite seit Jahren eine Praxis und habe vor allem Frauen mit kleinen Kindern eingestellt (das ist übrigens die Schweizer Realität: die meisten Menschen arbeiten nicht bei bösen Banken, sondern in KMU), denen wir Kinderbetreuung und flexible Präsenzzeiten ermöglichen. So leid es mir tut, aber meine Erfahrung (und die meiner Kollegen, denn wir haben durchaus ein Netzwerk) ist ganz sicher nicht nur positiv – unser guter Willen wird wirklich oft getestet.
      Da wird munter unser guter Willen ausgenutzt, einmal getroffene Vereinbarungen nicht eingehalten, dann auch noch hinterrücks der Praxis die ‚Schuld‘ dafür gegeben, dass die zunehmenden Ansprüche nicht erfüllt werden etc.
      Und mit all diesem Mist geht oft genug vergessen, dass wir Geld machen müssen – denn sonst landen

      • Carolina sagt:

        /2 alle auf der Strasse. Ich kann es heute keinem KMU-Chef/Chefin mehr verübeln, wenn er zögert, sich für eine junge Frau zu entscheiden, die unter Umständen eine Familie plant und bei ohnehin sehr teurer Personalplanung/dünner Personaldecke der Firma nur sehr eingeschränkt zur Verfügung steht.
        Eine unangenehme Wahrheit, aber Unternehmen sind eben nicht Wohltätigkeitsunternehmen, sondern müssen (auch) kaufmännisch handeln.

  • Stefan Schrag sagt:

    Die Schweiz ist ganz einfach rückständig! Ich mag mich zu diesem Thema nicht weiter äussern! Schauen Sie in die Skandinavischen Länder, nach Grossbritannien. Dort wird Bildung gefördert und es besteht ein Anreiz(auch für Frauen) eine akademische Karriere anzuvisieren….niemand muss sich um die Betreuung von seinen Kindern sorgen:
    Es existieren Tagesschulen und die Kleinkinderbetreuung ist ebenfalls organisiert. Wie das bezahlt wird? Natürlich über die (im Vergleich zur Schweiz) hohen Steuern. Frage? Was wollen wir? Mehr Steuern bezahlen, dafür sind unsere Kinder (staatlich) betreut.. oder wie bis anhin Millionen von Steuergeldern in die Ausbildung von Akademikern vergeuden, welche dann zu Hause sitzen oder unterqualifizierte Arbeiten annehmen müssen?

    • Rut sagt:

      vielleicht würde das Verbieten von Steueroptimierung (und -flucht) von Institutionellen für die Finanzierung schon ausreichen….

    • Carolina sagt:

      Ja, ja, ja – immer diese angeblichen Idealzustände in anderen Ländern. Zu Skandinavien kann Ihnen Herr Zufferey mehr sagen (DAS Skandinavien gibt es natürlich auch nicht!) und zu England sage ich es Ihnen, weil ich nämlich dort herstamme.
      Das Ganztagsschulensystem (das ich übrigens befürworte) hat hier in der Schweiz nicht genügend Unterstützung, was zu akzeptieren ist – ob das ein Zeichen für Rückständigkeit ist, wage ich zu bezweifeln. Die Betreuung von Kindern sieht in der Regel so aus, dass (ständig wechselnde und oft problematische) Au Pairs und Mädchen/Frauen ohne jegliche Berufsausbildung nach den Kindern schauen (es sei denn, Sie gehören zu den oberen 10.000). Wenn Sie nicht das Glück haben, für eine Firma in der City zu arbeiten, die Kinderbetreuung anbietet,

      • Carolina sagt:

        /2 werden Sie in der Regel auf diesen nie versiegenden Pool aus ‚Betreuuern‘ zurückgreifen, der hiesigen Ansprüchen nie und nimmer genügen würde. Aehnlich wie in Berlin (um Muttis Liebling immer wiederholten Lobgesängen etwas entgegenzusetzen) werden die Kinder von Leuten betreut, die entweder Praktikumsverträge haben (da spart man sich die Sozialleistungen), nur einen geringen Lohn haben und jederzeit auf der Strasse enden können – in England sind die wenigsten ausgebildet, in Deutschland haben diese Erzieher oft 3-jährige Ausbildungen hinter sich, was das Ganze noch schlimmer macht.
        Mal ganz davon abgesehen, dass immer mehr Mütter meiner Generation sich ‚outen‘ in England, die es bereuen, dem Powerfrau-Bild zu entsprechen, das wir mal vor 20 Jahren von

      • Carolina sagt:

        /3 uns selber gezeichnet haben.
        Das ist etwas, das hier in der Schweiz, wenn man es richtig betrachtet, schon funktioniert: wir werden aufgefordert, die Verantwortung für unsere Lebensplanung zu übernehmen – es nimmt uns niemand die Entscheidung ab. Mit allen Auf und Abs, die es in jedem Leben und bei jedem Entwurf geben wird, haben wir viel mehr Freiheit als unsere Mütter und Grossmütter und so sollte jede Frau/jede Familie heute das machen dürfen, was für sie vertretbar ist, ohne dass gerade andere Frauen sie verurteilen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Carolina

        🙂

    • Hans-Jörg Meister sagt:

      Dann verstehe ich Ihre Kommentare hier aber nicht, Carolina. Die Autorin des Artikels versucht ja nichts anderes, als genau diese Verantwortung wahrzunehmen; sie will nicht schmarotzerhaft vom Lohn ihres Mannes leben, sondern arbeiten, und dies augenscheinlich ohne Extrawürste, halt einfach zu 80%. Damit beisst sie in der CH aber offenbar auf Granit und wird in die Zwickmühle gedrängt: Entweder 100%ig verfügbar sein oder als Heimchen am Herd verkümmern, dazwischen gibt’s nichts. Was wäre denn Ihr Lösungsvorschlag und warum stösst Ihnen der hier geschilderte Versuch, eigenverantwortlich zu leben, so sauer auf?

      • Carolina sagt:

        Das halte ich eben für den Irrtum – es gibt sehr wohl noch viel Platz zwischen 100%iger Verfügbarkeit und Heimchen am Herd! Ebenso wie man von einer Akademikerin verlangen kann, ihre Intelligenz dafür einzusetzen, Zwischenlösungen, Ersatzlösungen, neue Gedanken und Ideen zu ersinnen, statt Maximalforderungen hinterherzurennen. Manchmal reicht es auch, die Taktik zu ändern – aber ganz sicher ist eine vor sich hergetragene Anspruchshaltung kontraproduktiv.

      • Hans-Jörg Meister sagt:

        Da gebe ich Ihnen recht. Auch ich arbeite übrigens Teilzeit, genau wie meine Partnerin. Nur halte ich die von der Autorin des Artikels gewünschten 80% eben nicht für eine „Maximalforderung“, die einer „Anspruchshaltung“ entspringt – ich finde Ihre Bissigkeit diesbezüglich ein wenig befremdlich.

      • Sportpapi sagt:

        Der Lösungsvorschlag wäre, sich in den Prozenten zu Verfügung zu stellen, die der Stellenausschreibung entspricht. Und vielleicht später wieder zu optimieren. Was soll diese Versteifung auf 80%?

  • Sunflyer sagt:

    Bevor ich mich in diesen demotivierenden Bewerbungsprozess gestürzt habe, habe ich mich selbständig gemacht. Nun bin ich mein eigener Chef, kann mir meine Zeit einteilen und auch für die Kinder da sein. Da die Betreuungskosten wegfallen, ist mein Verdienst völlig ok. Klar ist es keine klassische Karriere mehr und es fehlen Teamstrukturen. Dafür gibt es eine ganz andere Zufriedenheit, die Gewissheit, alles selbst aufgebaut zu haben, selber verantwortlich zu sein und schlussendlich zu sagen „es ist mein eigenes Geschäft“. Haben Sie den Mut und auch wenn es im ersten Moment nicht klappt, die Welt geht nicht unter und sie lernen immer etwas dazu.

  • Franziska sagt:

    Tut mir leid, aber das ist die Realität in der CH. Mir ihrer Intelligenz hätten Sie diese gesellschaftlichen Realitäten früh erkennen müssen. Für Top-CH-Akademikerinnen gibt es genau vier Wege: 1. Verzicht auf Mutterschaft ( 2. Verzicht auf Berufstätigkeit ) 3. Rechtzeitig in familienfreundlicherem Ausland Karriere suchen und Familie dort aufziehen 4. Downgrading der Ansprüche, sprich: halt anspruchsloseren Job machen als eigentlich möglich und daneben Familie. Diesen Realitäten sollten sich CH-Akademikerinnen frühzeitig stellen, spätestens mit Abschluss Studium. Ich rate CH- Akademikerinnen zu 3., so möglich. Braindrain ist ja kein Thema: CH importiert eh lieber Professoren u.a. von auswärts als eigenen Nachwuchs zu fördern.

    • Simon Affentranger sagt:

      Dieses Lamento ist schon schwierig auszuhalten. Meine Erfahrung ist die, dass sich Mütter freiwillig für tiefere Pensen entscheiden als Väter zu einem Zeitpunkt. Klar haben sie einen grösseren gesellschaftlichen Druck als Männer dies zu tun. Aber wenn sie wollen, können sie ein ausgeglichenes Modell organisieren. Und zwar besonders gut auch in der Schweiz. Zumindest kenne ich ca. 10 gute Beispiele in meinem näheren Umfeld. Die, die wollen, können recht gut. Also hören Sie auf mit Ihren Braindrain-Prognosen. Auch an Unis ringt man ja nach Professorinnen. Dass dabei Strukturen angepasst werden müssen (Quantität an Publikationen), scheint mir aber schon auch klar. Packen wir es an. Wir sind weit weg von einem Zustand, der Ihre Resignation verdient hätte.

      • Simon Affentranger sagt:

        Ergänzung: „zu einem Zeitpunkt, an dem sie dieselbe Verhandlungskraft haben wie ihr Partner“.

    • Hans-Jörg Meister sagt:

      Die Uni ist aber ein Spezialfall, Herr Affentranger. Dort heisst es zwar bei Ausschreibungen blumig, dass bei gleicher Qualifikation Frauen bevorzugt eingestellt werden, aber am Ende gibt dann eben doch die simple Quantität an Publikationen oder die Menge der eingeworbenen Drittmittel den Ausschlag (das wissen Sie ja auch) – d. h. Kinderlose (nicht nur Männer) haben immer schon bessere Karten. Leider werden in der Wissenschaft keine (unbefristeten) Stellenprofile neben / unterhalb der Professur geschaffen, weshalb nicht nur ich (Mann) mich aus dem Betrieb verabschiedet habe: Auch sehr viele brillante CH-Nachwuchsfrauen verlassen die Academia, weil viele ’normale‘ Menschen eben nicht bis 40 ein prekarisiertes Nomadenleben führen möchten.

      • Simon Affentranger sagt:

        Aber Franziskas generalisierende Aussage ist im internationalen Kontext schlicht ein Hohn. Natürlich ist nicht alles so wies sein soll. Auch nicht an der Uni. Aber wir müssen doch endlich beginnen unsere eigenen Möglichkeiten auszuschöpfen, bevor wir uns so doll beschweren. Die Männer sollen gefälligst ihren Arbeitgeber fragen, wenn sie ehrlich reduzieren wollen. Die Frauen sollen dies einfordern, und die Frauen sollen höhere Pensen arbeiten. Dann wird sich auch das System (weiter) ändern.

      • Hans-Jörg Meister sagt:

        Einverstanden, Affentranger. Aber auf die Uni ist das nur bedingt anwendbar. Da wird sich erst etwas ändern, wenn prekäre Nachwuchsstellen schlicht nicht mehr besetzt werden können, weil die potenziellen BewerberInnen nicht mehr mitmachen.

      • Sportpapi sagt:

        Ich kenne Unis, die haben eigene Krippen. Aber natürlich nur für Kinder von weiblichen Mitarbeiterinnen. Denn es geht ja darum, dieses Potential nutzbar zu machen…
        Ich kenne eine junge Professorin mit vier kleinen Kindern, die wöchentlich mit dem Flugzeug ins Heimatland pendelt. Vermutlich wollen allerdings nicht so viele diesen Weg gehen, und der akademische Weg ist sehr schmal, nur ganz wenige kommen oben an.

  • Melanie sagt:

    Wenn es normal wird, (1) dass auch Männer ihre kranken Kinder betreuen, (2) dass auch Männer ihre Kinder in die Kita bringen und am Abend holen, (3) dass auch Männer am Schulnachmittag mithelfen zu basteln, etc. etc. dann wird es wohl kein Nachteil bei der Jobsuche mehr sein. Denn sind wir ehrlich, welcher Arbeitgeber kann auf ein solch grosses Potenzial wie Familienväter und Familienmütter verzichten. Aber „solange sind die Frauen einfach selber Schuld“, weil sie ja das Weggli und den Fünfer wollen. Und übrigens eine interessante Arbeit bedeutet nicht! Karriere sondern einfach eine interessante Arbeit!

    • AnnaB sagt:

      Das erleben vielleicht unsere Grosskinder, leider! Der Wandel ist zu gross. Ganztagesschulen, bezahlbare Kinderbetreuung und Mentalitätsänderung. Falls mein Mann ein oder zwei Mal im Jahr mal früher geht weil ein Kind krank ist, reagieren alle (egal ob Frauen oder Männer) wo ist die Mutter?!?

    • Petra Vonlanthen sagt:

      Also bei uns klappt das:
      – Ideale Lösung, beide könnten teilweise von zu Hause aus arbeiten. Ergibt vielleicht nicht einen 100% Arbeitstag aber besser als nichts und krankes Kind ist betreut
      – Krippe liegt/lag eher auf seinem Arbeitsweg, ich muss in die andere Richtung. Ergo: Er brachte/holte meistens die Kinder.
      – Also Basteln ist definitiv nicht meine Domäne und wenn es geht übernimmt er das sehr gerne. Ich backe dafür den dazugehörenden Kuchen 🙂

      • AnnaB sagt:

        „Ideale Lösung, beide könnten teilweise von zu Hause aus arbeiten“ „Eine Frage des wirklich vorhandenen Willens & Durchsetzungsbemühungen“ nicht alle können von zu Hause arbeiten, nicht alle die Kinder haben und beide arbeiten haben 0815 Bürojobs.

    • Petra Vonlanthen sagt:

      Eine Frage des wirklich vorhandenen Willens & Durchsetzungsbemühungen des (männlichen) Arbeitnehmers. Häufig höre ich Sätze „ich würde gerne weniger aber mein Arbeitgeber…“, „ich habe einmal gefragt aber es hiess nein“ etc.. Wenn die Herren in geschäftlichen Verhandlungen genauso lasch wären, könnten wohl einige Unternehmen einpacken.

      • Melanie sagt:

        @ Petra Vonlanthen
        So würde ich mir das auch vorstellen, gratuliere, das scheint bei ihnen gut zu klappen. Ich würde mir mehr solche Beispiele wie bei Ihnen wünschen. Bei mir persönlich und im näheren Umfeld sieht es leider nach „ich würde ja gerne…..“ aus 🙂

      • Petra Vonlanthen sagt:

        @AnnaB: Wir haben beide keine 0815 Bürojobs und zu Hause arbeiten ist nicht das Normale sondern kann aunahmsweise stattfinden – ein bisschen erkämpft und bewiesen, dass es auch so funktionnieren kann. Die Kinder waren umgekehrt auch schon mit bei der Arbeit oder wir erledigen Sachen am Abend / frühen Morgen.
        Ich finde es eben doch eine Frage des Willens und auch mal dagegenhalten wenn der Chef „Nein“ befindet und ihm/ihr vorschlagen es einmal probehalber anders zu versuchen.
        Aber einverstanden in einer Arbeit, wo strikte Arbeitszeiten herrschen (Schicht, Schalter, Kasse etc.) ist dies schwierig.

      • AnnaB sagt:

        @P.V. Pilot, Stewardess, Krankenschwester, Coach, Fernsehjournalist, Chirurg, Pflegepersonal, Private-Banker, Immobilienhändler, Moderatorin, Koch, Putzfrau, Polizist usw. es gibt Millionen von nicht 0815 Bürojobs, egal was man hier dem „Chef“ sagt, es geht einfach per se nicht Homeoffice.

      • Petra Vonlanthen sagt:

        @AnnaB: Einverstanden, habe genug in der Luftfahrtbranche, im Verkauf & der Hotellerie gearbeitet. Aber für ein reduziertes Pensum einstehen und sich dieses auch gegen ursprünglichen Widerstand erkämpfen, geht auch in diesen Branchen.

      • AnnaB sagt:

        @P.V. alles klar, dann sprechen wir nicht über das Gleiche. Ich habe gar nie vom Reduzieren gesprochen. Eher davon, dass es ein Wandel braucht damit es selbstverständlich wird das beide 100% arbeiten und Kinder haben ohne dass es ein Vermögen kostet (Kinderkrippe/Privatschule mit Ganztagesbetreuung plus Nanny) ansonsten unmöglich, wenn eben die Homeoffice oder in der „Nähe zu arbeiten“ Variante nicht geht.

      • Sportpapi sagt:

        Dieses „ich würde ja gerne, aber…“ höre ich ja vor allem von Müttern, die erklären, weshalb sie nicht oder nur wenigprozentig ausser Haus arbeiten. Tatsache ist, dass sie vielfach nicht wollen, oder nur in einem engen, genau abgesteckten Rahmen.
        @AnnaB: Es reicht, wenn es selbstverständlich ist, dass beide Eltern 100% arbeiten können, wenn sie wollen. Ebenso wie es selbstverständlich sein sollte, dass sie von ihrem doppelten Lohn dann die Betreuungskosten selber tragen…

  • Anh Toàn sagt:

    „Den Rest haben wir für die Amortisierung unserer Hypothek gebraucht. Auf die Seite legen konnte ich von meinem guten Gehalt nichts.“

    Ähm, Hypo amortisieren ist „auf die Seite legen“.

    Ähm, ein Arbeitsplatz mit Führungsverantwortung schliesst 80 Prozent aus. Hat man den Job mal ein paar Jahre, und die Karriere abgeschrieben, kann man nach 80 Prozent fragen, bzw. diese verlangen.

    Als Mann, der keine Kinder wollte, sondern weniger Arbeiten um mehr Zeit für Sport und Hobbies zu haben, habe ich nie von einer Karriereleiter geträumt. Das wäre dann doch etwas gar naiv gewesen.

    Auf Grund dieses Textes hier, würde ich Ihnen garantiert keine Führungsposition geben. Viel zu naiv. Keine Selbstverantwortung. Das System ist verantwortlich, nicht Sie.

    • Anh Toàn sagt:

      Und dann noch Ihre Überheblichkeit:

      Die Chefs sind so doof, die erkennen nicht, wie nützlich ich denen wären, weil ich habe so viele Titel. Zwar kann ich nur 80 Prozent, aber das müssten die erkennen, ist immer noch besser, als mich nicht zu haben. Die sind doof, die merken nicht, wie die Welt sein müsste, dass sie mir gefällt.

      • maria sagt:

        Genau. Und die egpistischen Singles muessen noch die Krippe quersubventionieren und einspringen, wenn mein Kind krank ist und ich zu Hause bleibe.

      • Franz Vontobel sagt:

        Naja, dafür müssen die arbeitenden Elternteile einspringen, wenn die Singles wegen zuviel Feiern wieder mal „krank“ sind und den Mehr-Fluglärm der durchs „Shopping Weekend in NY“ der Singles entsteht, den dürfen sie auch mittragen….

        Sie sind dran!

      • Anh Toàn sagt:

        Wie verhalten sich Arbeitgeber, wenn eine Frau sagt, ihr Partner bleibe zu Hause und betreue die Kinder? Sie sei völlig frei, 100 Prozent und mehr zu arbeiten, am Sonntag Abend ins Flugzeug am Samstag Mittag zurück, kein Problem. Wird sie dann als Frau benachteiligt?

      • Hans-Jörg Meister sagt:

        Es ist schon pathologisch, wenn es als normal gilt, so zu arbeiten, Toan. Unabhängig vom Geschlecht.

      • Anh Toàn sagt:

        @Hans Jörg Meister

        Da haben Sie recht, in meinen Augen.

        Ich kritisiere lediglich, wenn man darin Benachteiligung von Frauen erkennt.

  • Marcel Zufferey sagt:

    1) Ganztagesschulen, Mo – Fr, 07:30 – 16:30 Uhr
    2) Nach 16:30 Uhr Betreuung bis max. 18:30 Uhr möglich

    Ergänzend:

    Eltern können nicht zur Ganztagesschule verpflichtet werden. Wer sie nicht in Anspruch nimmt, kriegt entspr. Kinderzulage(n) und hat ein Anrecht auf Familienabzug bei der Steuererklärung.

    Wer sie in Anspruch nimmt, kriegt a) keine Kinderzulage und hat auch kein Anrecht auf Familienabzug bei den Steuern. Zudem beteiligt er sich, je nach steuerbarem Einkommen, entsprechend an den Kosten. Grundsätzlich kommt aber der Staat für mind. ….. % der Kosten auf.

    Wer sein Kind auch nach 16:30 Uhr noch weiter betreuen lassen will, muss, je nach steuerbarem Haushaltseinkommen, selber dafür aufkommen.

    Der Staat ist für die entspr. Infrastruktur zuständig.

    • Simon Affentranger sagt:

      So ähnlich sieht der Stadt-Zürcher Tagesschulen Pilot aus: https://www.stadt-zuerich.ch/ssd/de/index/volksschule/tagesschule2025.html
      Eine sehr erstrebenswerte Änderung. Die Berufschancen und -anprüche der Autorin wirds allerdings nicht wirklich verändern.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Tagesschulen, die nur bis 15:00 Uhr geöffnet haben, sind m. E. eine ziemlich untaugliche Lösung; eine typisch schweizerische Kompromisslösung!

    • 13 sagt:

      „Wer sie in Anspruch nimmt, kriegt a) keine Kinderzulage und hat auch kein Anrecht auf Familienabzug bei den Steuern. Zudem beteiligt er sich, je nach steuerbarem Einkommen, entsprechend an den Kosten. “

      Aha, dann darf ich meine Kinder nackt, ohne Frühstück und ohne krankenversichert zu sein, in diese Ganztagsschule schicken? Denn all das können in Ihrem Beispiel Einverdienerpaare von den Kinderzulagen und der Steuerersparnis bezahlen, während die Berufstätigen diese Kosten zwar auch haben, aber zusätzlich dreifach bezahlen müssen, erstens durch den Wegfall der Kinderzulagen, zweitens durch massiv höhere Steuern (aufgrund mehr Lohn + fehlenden Abzügen) und drittens durch die Schulkosten. Aber der Staat kann sich zurücklehnen und sagen, Sie haben die Wahl.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Nicht hyperventilieren, 13: Das ist lediglich eine Skizze.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Ganztagesstrukturen werden vornehmlich von Besserverdienerhaushalten genutzt, wie der grössten je durchgeführten Studie zur Gleichstellung der Geschlechter in der Schweiz entnommen werden kann (NFP60, Schweiz. Nationalfonds). Zahlen aus Deutschland bestätigen diese Erkenntnis. Ergo müssen entsprechende Haushalte auch (stärker) an den Kosten beteiligt werden. Das ist nur logisch, finde ich. Oder jedenfalls besser, als wenn der obere Mittelstand, der die derzeitige Familienpolitik massgeblich mit prägt, Haushalten mit niedrigem- oder sogar geringem Einkommen weiterhin vorgaukelt, dass auch sie von entsprechenden Ganztagesstrukturen profitieren würden- und ihnen damit einfach eine erhebliche, finanzielle Mehrbelastung beschert!

      • 13 sagt:

        Ich bin ganz ruhig, danke. Aber was Sie „skizzieren“ ist das Vorgaukeln, dass wir einen guten Rahmen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie darstellen und damit die Wahlfreiheit gewährleistet ist, wobei die Wahlfreiheit natürlich nicht wirklich gegeben ist, da es ja eben nur die besserverdienenden sind, die sich diese Wahlfreiheit leisten können, während die anderen in die Röhre schauen, da der Staat ja keinen Handlungsbedarf mehr sieht, denn er hat ja die Infrastruktur gebaut. Wenn bereits heute v.a. Gutverdienende Ganztagesstrukturen benutzen, sollte man sich eher fragen, warum das so ist und wie wir es sicherstellen können, dass sich auch die anderen diese leisten können, als diesen Trend zu verstärken.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Natürlich, alles viiieel zu teuer, darum müssen Ganztagesstrukturen natürlich bezahlbar werden- für alle, nota bene, 13. Dieses gerne vorgebrachte Argument hört man immer wieder. Nur hat es einen entscheidenden Haken:

        Lediglich 21% aller berufstätigen Personen, die regelmässig Kinder (oder Erwachsene) betreuen, würden hierzulande ihr Berufspensum erhöhen, wenn die Betreuungsfrage gelöst wäre. Das stand vor gut einem Jahr in einem Bericht vom Bundesamt für Statistik, welcher, oh Wunder, von den Medien vollkommen ignoriert worden ist. In Deutschland sind es etwas mehr Erwerbstätige, wie einem Bericht der ansonsten politisch völlig unverdächtigen Böckler-Stiftung zu entnehmen ist… Diese Tatsache ist für mich ein ganz gewichtiges Argument gegen flächendeckende Betreungsstrukturen!

      • Sportpapi sagt:

        „Wenn bereits heute v.a. Gutverdienende Ganztagesstrukturen benutzen, sollte man sich eher fragen, warum das so ist und wie wir es sicherstellen können, dass sich auch die anderen diese leisten können, als diesen Trend zu verstärken.“
        Vielleicht wollen sich die anderen dies nicht leisten? Weil der Job, den sie dann statt Kinderbetreuung ausüben müssten, nicht so wahnsinnig spannend ist?
        Es ist ja ein anerkanntes Problem, dass die Kitas, die eigentlich gut wären für fremdsprachige Kinder (aus bildungsfernen Familien, etc.), gerade von diesen nicht genutzt werden, Subventionen hin oder her.

    • maia sagt:

      Sie haben noch vergessen, wieviel mehr Steuern dann bezahlt werden müssen.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Ich würd’s mal so ausdrücken: Gut bis sehr gut verdienende Haushalte sollten durch die Inanspruchnahme von Ganztagesstrukturen finanziell erheblich weniger stark belastet werden, als nach dem heutigen System.

    • Katharina sagt:

      Täusche ich mich oder ist die Schweiz das einzige ‚fortschrittliche‘ Land, wo die Ganztagesschule nicht Usus ist?

      • Zufferey Marcel sagt:

        Das wüsste ich nicht, wenn ich ehrlich sein will.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Wie sieht eigentlich das US-Modell aus, Katharina? Ich meine inkl. privatem Kinder-Betreuungssektor, der ja offenbar sagenhafte Zuwachsraten verzeichnen soll. Für eine Antwort wäre ich Dir ausgesprochen dankbar!

      • Sportpapi sagt:

        Vermutlich weil eine obligatorische Ganztagsschule keineswegs als fortschrittlich gesehen würde? Sind denn die USA bezüglich Schulbildung fortschrittlich? Wieso?

      • Katharina sagt:

        Zum US Modell: Tagesschule. Mittagszeit in der Schule. Nachmittage je nach Alter + die sportlichen Aktivitäten.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Katharina

        dieses US-Tagesschulmodell ist aber nicht flächendeckend überall dasselbe, oder?
        Je nach Einkommen kann man sich eine bessere oder weniger gute leisten, zudem es auch an der Infrastruktur liegt dass ich Vergleiche da schwierig finde. In CH liegen an den meisten Orten die Grundschulen in Gehdistanz, das ist bewusst so gewollt. In US wo viele auf Schulbus angewiesen ist und die Wege zeitlänger macht Mittag zu Hause schon von daher keinen Sinn.
        Was ist mit der angebotenen Essensqualität? Ich weiss von Horteltern das es auch hier hapern kann, die Mensa-menuebilder welche ich von US schon gesehen hab, da ziehe ich Eigenküche oder Lunch vor- aber liegt dann sicher auch am Budget und wohin man die Kinder schicken kann, rsp wohin eben nicht.

  • Francine Berset sagt:

    Kaum Akademiker als Arbeitslose gemeldet? Absolut falsch. Bin gerade in einem Kurs des RAV. 18 Teilnehmer, alle mehr als 1 Jahr ohne Arbeitsstelle. Uni, FH, MBA etc.. Fast alle ausgezeichnete Lebensläufe & Referenzen. In den beiden gleichzeitig laufenden Kursen sieht es ähnlich aus. Teilnehmer zwischen 43 & 54 Jahre alt. Feststellung nach 3 1/2 Monaten: Für „tiefere“ Jobs überqualifiziert, die „richtigen“ Jobs werden meist mit Personal vom Ausland besetzt. Selbst der Leiter des Institutes, welcher politisch sehr weit Links anzusiedeln ist, macht inzwischen die Aussage: „Ist echt schlimm wie sich das in den letzten 2 Jahren entwickelt hat“. Auch Akademiker sind heute nur eine Nummer unter vielen, vielen, sehr vielen Bewerbern. Und mit Kindern wird dies noch schwieriger. Leider!

  • Hans-Jörg Meister sagt:

    Das Einzige, was mich an diesem ansonsten sehr guten und aufrüttelnden Artikel (Schweiz = familienpolitisch in der Steinzeit) stört, ist dieser Satz: „Ein ganz grosser Teil meines Lohnes ging so für die Betreuungskosten drauf“. Warum nur „meines Lohnes“? Warum werden Betreuungskosten nicht routinemässig 50:50 von beiden Elternteilen getragen? Immer wieder liest man hier und anderswo abstruse Berechnungen, wonach sich die Berufstätigkeit für Frauen nicht „lohne“, u. a. weil ein Grossteil des Lohns für die Kita draufgehe. Bitte? Zahlen die Väter etwa nichts? Übrigens erwirbt man durch Berufstätigkeit auch Rentenansprüche und kann eine 3. Säule äufnen…

    • Brunhild Steiner sagt:

      … ehm, nur dass in anderen auf Akademiker, mit und ohne Kindern, ebenfalls nicht das Arbeitsstellenparadies wartet und sie sich nicht nur übergangsfristig sondern langjährig von Praktika zu Praktika hangeln…
      also mit steinzeitlicher CH-erFamilienpolitik hat es nicht so viel zu tun denke ich.

    • Hans-Jörg Meister sagt:

      Aha, und was hat das mit meinem Beitrag zu tun? Klar ist die Situation z. B. in Deutschland auch nicht für alle einfach, aber die hiesigen Verhältnisse sind wirklich unerträglich. Oder halten Sie es für normal und erstrebenswert, dass es in der Schweiz keinen Vaterschaftsurlaub gibt und Familien Betreuungskosten von 3’000.- Franken pro Monat aufbringen müssen (siehe Artikel)? Wer unter diesen Umständen überhaupt noch Kinder kriegt, muss entweder Grossverdiener oder dann schon sehr wagemutig sein. Dieses Risiko ist in Deutschland (Elternzeit!) und den skandinavischen Ländern nun einmal deutlich besser abgefedert.

      • Alpöhi sagt:

        >> die hiesigen Verhältnisse sind wirklich unerträglich

        Es kommt auf die Sichtweise an. Unerträglich sind die Verhältnisse eigentlich nur für Doppelverdiener-Ehepaare (Heiratsstrafe, Steuerprogression, usw. usf.)

        Nach meiner ersten Vorsorgeberatung (Familie mit 1 kleines Kind) rechnete ich noch ein wenig herum und merkte plötzlich, dass Kind Nr.2 die Vorsorgelücke bei der Krankentaggeldversicherung schliesst. Und dass Kind Nr.1-3 die fröhlichste Steueroptimierung sind, die es gibt. Und mit der Steueroptimierung gehen auch andere Aspekte einher: Individuelle Prämienverbilligungn bei der KrK. Niedrigere Tarife bei Kita (brauchen wir nicht) und Musikschule (brauchen wir). Usw. usf.

      • Alpöhi sagt:

        /2
        Die Sache hat nur einen Haken: Wir haben tatsächlich weniger Geld im Portemonnaie als andere Familien. Es reicht nicht für zwei Autos, zweimal Ferien pro Jahr mit dem Flugi und ein freistehende Einfamilienhaus. Aber was soll’s. Wir sind glücklich. Und nebenbei kommt noch ein ökologischer Fussabdruck von 1.4 bis 1.7 heraus – sensationell tief für die Schweiz. Und ohne dass wir „grün“ sind.

      • Hans-Jörg Meister sagt:

        Verstehe Ihre Ausführungen nur bedingt, Alpöhi. Auch wir haben kein Auto, und auf Flugreisen verzichten wir aus ökologischen Gründen. Trotzdem würden uns 2’000.- Krippenkosten empfindlich treffen, trotzdem wären wir froh um mehr Steueroptimierung durch Kinder und trotzdem wäre uns ein Vaterschaftsurlaub sehr willkommen. Werden die familienpolitischen Missstände in der CH (übrigens auch das Fehlen eines PACS; heiraten will ich nicht) aufgewogen durch die paar von Ihnen genannten Zückerli?

      • Laila sagt:

        @Hans-Jörg Meister: ich wohne in der Stadt Bern, arbeite 50%, wir hatten für 2 Kinder rund 800 Fr/Mt für einen Tag Betreuung bezahlt. Wird also noch etwas teurer. Aber trotzdem geht es uns gut. Meine Freundin in D verdient für eine vergleichbare Arbeit wie ich tue ca. 1/4 meines Lohnes. Natürlich bezahlt sie einiges weniger für die Kinderbetreuung – aber sie würde sehr gerne!!! mit mir tauschen. Die Betreuungskosten sind ein paar Jahre sehr teuer – jetzt mit Tagesschule bezahlen wir noch rund 300Fr für einen Tag Betreuung, mit mehr Unterricht wird es immer weniger. Lässt sich auch in Bern leben!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Hans-Jörg Meister

        hat sehr viel damit zu tun:
        dass die Betroffene keine Stelle findet ist nicht auf die steinzeitliche Familienpolitik hierzulande zurückzuführen,
        sonst müssten ja alle kinderlosen Frauen, insbesondere die Männer kein Problem haben eine „adäquate“ Stelle zu finden, dem ist aber nicht so, was sich ua eben an der in Zunahme begriffenen „Generation Praktika“ zeigt.

  • Carolina sagt:

    Dieser Erfahrungsbericht beleuchtet nicht unbedingt ein gesamtgesellschaftliches Problem, auch wenn er natürlich als solcher daherkommt. Wir alle haben keine Ahnung, wie diese Frau auftritt, wenn sie zu Interviews geht; sicher ist, dass sie (wenn man nach ihrem Artikel geht) ein Anspruchsdenken vor sich herträgt, dass mMn naiv ist: die Zeiten, als Akademiker einen 1:1-Job entsprechend ihrer Ausbildung/Studiengangs/Erfahrungen etc automatisch bekommen, sind definitiv vorbei (wenn es sie überhaupt je gab). Einen angebotenen Job auszuschlagen (‚für mich gänzlich uninteressant‘) anstatt ihn als Basis für die Jobsuche zu nehmen und sich dann vielleicht für eine Weile mit in jeder Hinsicht ‚weniger‘ zu begnügen, halte ich für sehr kurzsichtig.
    Es gibt gar keine Beweise

    • Carolina sagt:

      /2 dafür, dass die vielen Absagen etwas mit der Kindersituation zu tun hat; dafür aber viele Hinweise, dass ein gewisses Anspruchsdenken und Eigenüberhöhung vielleicht auf viele Interviewer nicht gerade attraktiv wirken. Das wäre bei jedem Mann exakt gleich und hat mit dem Geschlecht höchstwahrscheinlich nur sehr wenig zu tun.
      Aber eine zur Schau getragene Weggli-und-Füüfer-Mentalität, eine Ganz-oder-Gar-nicht-Haltung würde auch bei den meisten Männern keinen positiven Eindruck auf die potentiellen neuen Arbeitgeber machen.

      • ueli keller sagt:

        Sie beschreiben sehr gut den Eindruck, den ich beim lesen dises Blogs auch erhalten habe. Das ist genau diese „Die-böse-Gesellschaft-ist-schuld“-Leier, die wir doch langsam zur Genüge kennen.

      • ueli keller sagt:

        …und hier noch das fehlende „i“

      • Muttis Liebling sagt:

        Ich nehme an, dass diese Ausdeutung nur in der Schweiz verstanden wird. In Frankreich oder Deutschland gäbe es nur ein Kopfschütteln.

    • Martin Frey sagt:

      Wir könnten ja eine kurze Umfrage starten, auch ohne die Frau und ihr Auftreten in Interviews näher beurteilen zu können. Aber allein aufgrund des Textes, der Tonalität und all dessen, was zwischen den Zeilen herauszulesen ist: wer würde die Autorin anstellen?

    • Hans-Jörg Meister sagt:

      Mag sein, dass es ein Fehler war, das Jobangebot wegen ‚Uninteressantheit‘ auszuschlagen – ich hätte da auch anders entschieden. Aber sorry, wenn der Wunsch nach einer 80%-Stelle mit einigermassen klar geregelter Präsenzzeit bereits von extravagantem „Anspruchsdenken“ zeugt, dann herrschen hier wirklich mittlerweile bizarre Verhältnisse. Wer sich nicht ausbeuten lassen will und gewisse (vernünftige) Vorstellungen bezüglich work-life-balance hat, macht sich noch lange nicht der „Eigenüberhöhung“ schuldig.

      • Carolina sagt:

        Meister, ich habe das als Möglichkeit in den Raum gestellt, denn wir wissen alle nicht, wie die Autorin auftritt, welche emotional-intelligenten Fähigkeiten sie mitbringt etc. Bin sofort bereit zuzugeben, dass es für diese Haltung nur Hin-, keine Beweise gibt. Klar geregelte Präsenzzeiten sind etwas ganz anderes als der Wunsch nach einer 80%-Stelle!
        Aber aufgrund dieser Causa sofort wieder in das Lamento einzustimmen, die Schweiz habe ‚bizarre‘ Verhältnisse, halte ich für völlig abwegig.

      • Carolina sagt:

        Es muss doch wie eine Ohrfeige wirken für, sagen wir mal, Alleinerziehende ohne Universitätsausbildung, wenn sich hier Akademikerinnen darüber beschweren, dass der Arbeitsmarkt nicht auf sie wartet. Die Mehrheit (bitte, Herr Zufferey, Sie kennen die Statistiken besser als ich) der arbeitenden Bevölkerung MUSS arbeiten, nimmt u.U. Jobs an, die in etwa dem angestrebten Rahmen sind und zahlt von diesen Löhnen auch noch für Kinderbetreuung genausoviel wie eine Akademikerin, die expressis verbis auch vom Gehalt ihres Mannes leben könnte – komfortabel.
        Damit will ich das nicht als Modell anpreisen, sondern darauf hinweisen, dass wir zum ersten Mal in der Geschichte einen gesellschaftlichen Wohlstand aufweisen, der es Paaren ermöglicht, ihr Modell zu leben – und erstaunlicherweise

      • Carolina sagt:

        /2 entscheidet sich eine deutliche Mehrheit für das herkömmliche Modell, solange die Kinder noch klein sind: Mann 100%, Frau 40-80%. Alle gezwungen? Alle unemanzipiert? Alle versklavt?
        Nein, denn jedes Paar, das sich anders entscheidet, kann das ohne Probleme tun – denn jeder muss eigenverantwortlich das finden, was für die Familie stimmt. Dass die vorherrschenden Rahmenbedingungen immer auch Verbesserungspotential haben, ist geschenkt. Aber vielleicht sollte man mal hier in dieser Akademikerrunde einen Gedanken oder zwei an die
        Menschen verschwenden, die den Luxus der Wahl nicht haben – auch und gerade in der reichen Schweiz.
        Mir stössen Lamenti wie die der Autorin extrem sauer auf – es ist Klagen auf sehr, sehr hohem Niveau.

      • Hans-Jörg Meister sagt:

        Wenn ich „emotionale Intelligenz“ schon nur höre… Aber gut, Carolina, wir kennen beide die Autorin nicht, von daher kommen wir so nicht weiter. Und OK, Sie finden es „abwegig“, aus diesem Artikel eine Kritik an den Verhältnissen in der CH abzuleiten. Ich sehe das anders und kann aus dem Artikel durchaus nicht auf eine unangebrachte Anspruchshaltung der Autorin schliessen. Sie scheint klare und vernünftige Vorstellungen von der Art und Weise zu haben, wie sie gerne arbeiten möchte – und scheint wertvolle Qualifikationen und Erfahrungswerte mitzubringen. Dass das nicht geschätzt wird und ihr Fragen nach der Betreuung ihrer Kinder gestellt werden, lässt tief blicken. Wir wissen nicht, ob das den Ausschlag gab, aber glauben Sie, dass Männer mit solchen Fragen konfrontiert werden?

      • Hans-Jörg Meister sagt:

        Und ja, die Autorin gehört offenbar der besserverdienenden Schicht an. Das bedeutet aber auch, dass sie keinerlei Kita-Subventionen erhält, wie aus dem Artikel hervorgeht (Ihre Aussage, wonach die nicht-Akademikerin „genausoviel“ für die Kinderbetreuung bezahlt, wäre also tendenziell zu relativieren). Auch die Autorin unterwirft sich dem kapitalistischen Leistungsimperativ; sie „MUSS“ arbeiten, auch wenn sie vom Gehalt ihres Manns leben könnte, vielleicht einfach deshalb, weil sie eine lange Ausbildung durchlaufen hat und diese nicht brachliegen lassen möchte. Sie klagt nicht auf hohem Niveau, sondern beschwert sich zu recht darüber, dass ihre Leistungsbereitschaft nicht honoriert wird bzw. dass die Geschäftswelt nicht einmal zu kleinsten Zugeständnissen (80%!) bereit ist.

      • Hans-Jörg Meister sagt:

        Und ja, wer sich in das „herkömmliche Modell“ begibt, handelt unemanzipiert und fahrlässig. Wer einen Grossteil der Care-Arbeit übernimmt, erleidet massive finanzielle Abhängigkeit und wird grosse Probleme haben, adäquate Rentenansprüche zu erwerben und eine 3. Säule zu äufnen. Wer dagegen den Bezahler markiert, hat nach der (statistisch wahrscheinlichen) Trennung bekanntlich ebenfalls ein grosses Problem… Idealerweise wird in einer Partnerschaft die Verantwortung für Erwerbsarbeit und Care-Arbeit geteilt. Ja, ich kenne Herrn Zuffereys süffisante Hinweise auf die Seltenheit dieses Modells, aber das ändert nichts daran, dass ich es für erstrebenswert halte und befremdet bin, weil es einem in der CH wirklich schwierig gemacht wird, so, nämlich gleichberechtigt und paritätisch, zu leben.

      • Carolina sagt:

        Sie richten wirklich mit der grossen Kelle an, nicht wahr, Herr Meister?
        ‚Bizarr‘, ‚Vorsintflut‘, ‚unerträglich‘, ’süffisant‘, ‚pathologisch‘ ………
        Was soll ich darauf entgegnen? Ich würde jede einzelne Ihrer dogmatischen Einlassungen für genau das halten: dogmatisch. Ohne Rücksicht darauf, dass es eben nicht eine Struktur für alle gibt (geben darf!), dass Interviewer auch Menschen sind; dass tatsächlich hier etwas ganz anderes eine Rolle spielen könnte als eine in sich perfekt aussehende Bewerbung; dass mangelnde Flexibilität und Sich-Einlassen auf anderes praktisch aus jedem Satz sprechen…….. Ohne ‚das System‘ für perfekt zu halten, bin ich tatsächlich der Meinung, dass es gut neben dem der angeblich tollen skandinavischen, deutschen und englischen bestehen kann.

      • Hans-Jörg Meister sagt:

        Schön dass Sie so „zen“ sind. Ich finde es jedenfalls pervers und durchgeknallt, dass in unserem Land Ausgaben von 2’000+.- Franken pro Monat für Kinderbetreuung als normal gelten, dass Frauen im Bewerbungsprozess regelmässig mit fertilitätsbezogener Skepsis konfrontiert sind, der sich Männer kaum ausgesetzt sehen, dass Teilzeitmodelle und Homeoffice so unglaublich harzig implementiert werden, und dass gleichberechtigte Lebensentwürfe zusätzlich durch fehlenden Vaterschaftsurlaub und diskriminierende Dienstpflicht ausschliesslich für Männer erschwert werden. Ich entschuldige mich, wenn das frustriert klingt, aber als Mann um die 30 mit Kinderwunsch beobachte ich mit grösster Sorge, wie sich die politischen Prioritäten in Richtung Fremdenhass, Kampfjets und Kühe verschieben.

      • Martin Frey sagt:

        Frage an Sie, Herr Meister: Sollte Ihnen eine qualitativ hochstehende, umsichtige, ganztägige Kinderbetreuung nicht auch 2’000+.- Franken pro Monat wert sein? Gerade als 30-jähriger angehender Vater müssten Sie sich doch überlegen, wem und unter welchen Umständen Sie Ihren Nachwuchs anvertrauen. Zudem gehe ich davon aus, dass auch Ihre Arbeit ihren Preis hat, respektive haben soll, oder irre ich mich?

      • Katharina sagt:

        Abgesehen davon, dass ‚Ferndiagnosen‘ per se unsachlich und unprofessionell sind, eignet sich der Blogtext schon nicht so gut, auf systemische Probleme der Schweiz hinzuweisen. Dazu ist der Text viel zu persönlich und von Emotionen geprägt.

        Aber immer schön auf sua culpa machen, damit JA NICHT die Idee reifen kann, dass so einiges am System tatsächlich fault.

        Und vorhersehbar noch mit etwas Ressentiment gegen die Gebildeten vermischt.

      • Katharina sagt:

        MF: die Frage ist aber, warum der breakdown der Kosten pro Kind einen so hohen Preis ergibt.

        In meiner Stadt, mit einem höheren Lebenskostenindex als Zürich, sehe ich solche Preise nur in exklusiven Establishments. Aber auch da (e.g. Montessori Preschool) kostet das 20’000 USD p.a. das ist weitaus weniger als 24’000 CHF.

      • Hans-Jörg Meister sagt:

        Guter Punkt, Herr Frey. Ich sage nicht, dass diese Betreuungsleistung gratis sein soll, und sie hat in der CH tatsächlich (gerade auch im Vergleich mit Deutschland) eine hohe Qualität. Ich würde mich aber über höhere Subventionen und ausgeweitete steuerliche Abzugsmöglichkeiten freuen, zumal ich in einem absoluten Hochsteuerkanton (Bern) lebe. Zudem finde ich es problematisch und alarmierend, dass man auf Bundesebene momentan alles andere als zukunftsträchtige Investitionen in Betracht zieht: Die ergrauten Parlamentarier lehnen den Vaterschaftsurlaub ab, machen aber den Bauern ein Steuergeschenk von 400 Millionen, buttern fröhlich Geld in die überflüssige Armee, hofieren die Autofahrer (NAF) und die Heuschrecken (UStr III), während Bildung und Familien leer ausgehen.

      • Martin Frey sagt:

        @Katharina: ich weiss zwar nicht genau um welche Stadt es sich dabei handelt, ein höherer Lebenskostenindex als Zürich haben aber nicht viele Orte 😉 Aber wenn ich sehe, was allein der Kaffee oder der Coiffeur bei uns kostet, dann finde ich halt, dass auch Kinderbetreuung ihren Preis haben muss und soll. Wenn sie qualitativ gut ist. Mühe habe ich dann, wenn der Preis gut ist, die Qualität aber nicht.
        @Meister: Sie weichen gerne mit einem Rundumschlag auf die eidgenössische Politik aus. Ganz abgesehen davon, dass das offtopic, inhaltlich diskutabel bis teils falsch (die 400Mio sind zb. keineswegs Fakt) ist, geht es hier um die Betreuung unserer Kinder. Nochmals, ich verstehe die Diskussion nicht ganz. Wir haben ja mittlerweile teils ein Kita-Ueberangebot. Aber reut Sie das Geld dafür?

      • Hans-Jörg Meister sagt:

        Noch was, Herr Frey: Wenn es denn nur diese 2’000..- Franken wären! Aber das Umfeld für Familien in der CH wird immer schwieriger: In meiner Stadt (Bern) herrscht z. B. Wohnungsnot; die wenigen familientauglichen Bleiben sind exorbitant teuer. Die Steuerlast ist sehr hoch, Kita-Kosten nur bedingt abzugsfähig und das Kita-Gutscheinsystem ein Hohn. Die Krankenkassenprämien steigen von Jahr zu Jahr, und die Arbeitsbedingungen werden immer prekärer. Ich hatte mit meinen knapp 30 Jahren noch nie eine unbefristete Anstellung – in meinem Alter besassen meine Babyboomer-Eltern dagegen ein Haus, und ihre Jobs behielten sie mit stetiger Aufwärtstrajektorie bei Lohn und Status bis zur Pensionierung (natürlich mit prall gefüllter 2. und 3. Säule).

      • Alpöhi sagt:

        Die Höhe der Betreuungskosten hängt auch von der Anzahl Kinder ab… Eine Familie, die drei Kinder fremdbetreuen lässt, begeht finanzielles Harakiri. Das liegt auch daran, dass drei Kinder im betreuungsnotwendigen Alter ein Full-Time-Job sind.

        Kinderbetreuung = Full-Time-Job – warum um Himmels Willen machen das Eltern nicht selber?

      • Alpöhi sagt:

        /2
        Ich weiss schon: Manche Frauen gehen crazy wenn sie nur zu Hause hocken dürfen. Aber wenn man (die Frauen sind mitgemeint) Kinder in die Welt gesetzt hat, dann hat man (die Frauen sind mitgemeint) sich halt eine Aufgabe gegeben, die es auch zu stemmen gilt.

      • Hans-Jörg Meister sagt:

        Viel zu pauschal, Alpöhi – ich kenne genügend Familien, die das mit zwei Teilzeitpensen und drei Kindern gut hinbekommen (z. B. 2x 60%). Und eben, nicht arbeiten sollte gar keine Option sein, für niemanden! Das ergibt ein unglaubliches Klumpenrisiko und massive Probleme bei der Altersvorsorge. Ich war ja durchaus fürs BGE, aber eben…

      • Martin Frey sagt:

        Aus Berner Sicht verstehe ich Ihren Unmut natürlich bestens, Herr Meister. Wobei es wahrscheinlich unnötig ist hervorzuheben, dass die Berner Finanzmisere weitgehend hausgemacht ist. Und ja, es ist sicher richtig, so gut wie die Babyboomer wird es aus verschiedenen Gründen kaum eine Generation mehr haben. Umso mehr sollten wir zu unserer Staatsquote Sorge tragen. Den Gürtel enger zu schnallen ist immer schwieriger als umgekehrt.
        Womit wir wieder beim Ausgangsthema wären. Ich glaube, was viele Leute stört ist die implizite Erwartungshaltung der Autorin aufgrund ihrer Ausbildung, ihres Status als Frau und Akademikerin, dass alles andere ein Selbstläufer zu sein hat. Das dem nicht so ist bedeutet für viele Nichtakademiker ebenso bittere Realität. Nur suchen sie die Schuld nicht woanders.

      • Sportpapi sagt:

        @Meister: Jede/r kann „vernünftige“ Vorstellungen bezüglich work-life-Balance haben und versuchen, die zu leben. Er/sie soll sich einfach nicht beklagen, wenn nicht überall gleich der rote Teppich ausgerollt wird.
        Bizarr würde ich es übrigens finden, wenn einfache Leute mit ihren Steuergeldern noch die Fremdbetreuung der gut ausgebildeten Doppelverdiener subventionieren würden, nur weil die finden, 2000 Franken für Kinderbetreuung sei zu viel (aber natürlich nie vorrechnen, wie man dieses Angebot billiger machen könnte – billigere Löhne?).

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Katharina

        Kitapersonal in CH verdient nicht besonders gut, mit Praktikantenstatus wird versucht die Lohnkosten so tief wie möglich zu halten. Und das liegt nicht nur an innerbetrieblicher Organisation sondern auch an den gestellten Betreuungskosten.

        Kann sich eine Krippenangestellte in Deiner Stadt mit ihrem Lohn selbstständig über Wasser halten, oder ist sie auf einen 2./3.Job angewiesen oder Subventionierung durch Partnerlohn?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Hans-Jörg Meister

        „Und eben, nicht arbeiten sollte gar keine Option sein, für niemanden! Das ergibt ein unglaubliches Klumpenrisiko und massive Probleme bei der Altersvorsorge.“

        Selbstverständlich sollte das Option sein!
        Und „nicht-lohn-arbeiten“ bedeutet nicht „nicht-arbeiten-im-Sinne-sich-fürs-Gemeinwohl-einsetzen“.

  • Jeanclaude sagt:

    Gegenwärtig gross in Mode, dieses Gejammer. Nicht-Akademikerinnen, die auf einen Verdienst angewiesen sind, können sich nicht erlauben, nur „Traumstellen“ angeboten zu erhalten oder angebotene reorganisationsbedingte Alternativen abzulehnen.

    • Anna sagt:

      Nicht-Akademikerinen haben auch nicht Jahre und Ressourcen in ihrer Ausbildung investiert. Es tut mir Leid, dass ich ein Gehirn und Begabungen habe. Oder soll ich vielleicht mit Doktortitel der Bäckerin den Job klauen?

      • maia sagt:

        @Anna: Eine „Nicht-Akademikerin“ hat also weder Gehirn noch Begabung?

      • Tom Walther sagt:

        Ich bin Nicht-Akademiker – habe nach handwerklicher Grundausbildung noch einige Jahre in die weitere Ausbildung gesteckt. Ähnliches gilt für meine Frau – nun haben wir beide je ein kleines Unternehmen und ein paar Arbeitsplätze – auch Teilzeitstellen – geschaffen. Stellen Sie sich vor, Anna, dies alles ohne Doktortitel… War wohl doppeltes Glück für uns bildungsferne Trampel, so ohne Gehirn, Begabung und akademischem Hintergrund. Aber zum Autos flicken und Häuser bauen reichts zum Glück.

      • Alpöhi sagt:

        Streichen Sie in Gedanken einfach „Nicht-Akademikerinnen“ und ersetzen Sie es durch den Begriff „Menschen“. Der Beitrag von JC stimmt dann immer noch.

      • Balu sagt:

        Sie sind echt der meinung, sie könnten einer gelernten bäckerin den job wegnehmen?
        Kann mir nicht vorstellen, dass sie mit ihrer arroganz besonders erfolgreich im job sind.
        Bin übrigens auch akademikerin, aber ich würde lieber mit der bäckerin an eine party gehen…

  • Susanna sagt:

    Liebe anonyme Schreiberin, betrachten Sie es als Kompliment! Sie scheinen nicht in ein träges (usw) System zu passen. Bilden Sie ihr eigenes, kleines. Mir hat ’s fast den Nuggi rausgehauen, als ich vorgerechnet bekam, dass ich als Mann 1/4 Mio mehr verdient hätte in den letzten, besten 15 Jahren. Als Nicht-Maturandin. Etwas eigenes auf die Beine stellen macht Sinn, Sie kennen alle Kriterien, Ressourcen/-fresser. Lösen Sie sich von ALLEN Erwartungen in Ihrem Umfeld, sagen Sie einfach f… you, ich geh jetzt meinen Weg. Tschüss sagen zu Gier Neid und Narzismus.

  • Malena sagt:

    Sehr guter Artikel, spricht mir aus der Seele, obwohl ich einen Job habe. Ich habe mich jedoch auf einen Kompromiss eingestellt und verlange vom Job nicht, was meiner Ausbildung und Erfahrung entspricht, sondern was am besten ins Gesamtsetting passt: Teilzeitarbeit, kurzer Arbeitsweg, unaufgeregter Arbeitgeber, Lohn ok. Aber: Keine Karriere, obwohl ETH-Ingenieur, 5 Sprachen und andere Talente. Eigentlich schade, aber wenn unsere Volkswirtschaft auf Leute wie mich verzichten kann…es hilft, dass mein Mann im selben Boot sitzt. Und die Aussicht auf ein gesamthaft schönes Leben. Weiterhin viel Mut!

    • K.A. Barett sagt:

      Thema auf den Punkt gebracht. Respekt! Das Leben kann nur mit einem gesunden Verhältnis zur Wirklichkeit und einer gehörigen Portion Pragmatismus, ja, sogar Opportunismus, glücklich gelebt werden. Ich gebe zu, der Begriff „Pragmatismus“ weist eine gewisse Verwandtschaft mit jenem des „Zynismus“ auf. Was soll’s. Jeder und jede ist seines eigenen Glückes Schmied. Ein sehr altes, aber noch immer sehr lebensnahes Sprichwort.

    • Sportpapi sagt:

      Malena, was bräuchten Sie denn, dass Sie der Volkswirtschaft von grösserem Nutzen sein würden?
      Ich wundere mich immer wieder darüber, wie man z.B. Ärztinnen mit Gratis-Kinderbetreuung ködern möchte, dabei haben sie einen Arzt geheiratet, der bereits mehr als genug für die Familie verdient, und selber haben sie sich genau so eingerichtet, wie sie es sich wünschen.
      Also, was für Anreize bräuchten Sie? Und könnten Sie die Situation nicht verändern, wenn sie unbedingt wollten?

      • Marema sagt:

        Lieber Sportpapi,
        es gibt auch Ärztinnen, die alleinerziehend sind und auf Kinderbetreuung angewiesen sind. Der Ex-Mann lieber nicht zahlt oder eben nicht auch Arzt ist und sich ein schönes Leben macht. Somit sehr wohl auf Teilzeitstellen (auch schon als Assistentinnen) angewiesen. Das haben die oberen Reihen aber leider noch nicht begriffen und jammern munter weiter über den Ärztemangel.
        Zwar nicht zum Thema, musste aber auch mal gesagt werden, wenn schon das Beispiel erwähnt wird

      • Sportpapi sagt:

        Marema, auch die alleinerziehende Ärztin kann sich die Kinderbetreuung aus dem eigenen Sack leisten. Die wenigen alleinerziehenden Väter arbeiten übrigens nach meinem Wissen auch in der Regel nicht teilzeit.

    • Malena sagt:

      werte „Malena“, hätten sie die güte, unter einem anderen namen zu schreiben? das würde verwechslungen vorbeugen. vielen dank! Malena (das original)

  • Werner Meile sagt:

    Willkommen in der SVP-Schweiz der Pensionärinnen und Pensionäre: Leider erlebe ich es in unserem Betrieb regelmässig, dass Frauen zwischen 30 und 40 nur schon wegen einem möglichen Kinderwunsch nicht eingestellt werden.

  • Daniel Graf sagt:

    Liebe Autorin, Ihr Problem hat mit Kindern oder falschen Geschlecht nichts zu tun. Ihnen fehlt schlicht und ergreifend das berufliche Netzwerk, welches anscheinend nicht aufgebaut und gepflegt wurde – mit zunehmendem Alter und durch den Personenfreizügigkeits-Wettbewerb das Wichtigste überhaupt.

  • same same sagt:

    Super Artikel. Unterschreibe ich sofort, bin in der gleichen Situation und genau aus dem selben Grund aus der Firma „ausgeschieden“. Ich habe aber noch einen Negativ-Punkt mehr im CV: Sie hat „nur“ ein Kind, die könnte ja nochmals schwanger werden…. Obwohl ein zweites genau aus diesem leiden Job-Such-Thema eigentlich keine Option ist. Und an alle die immer wieder schreien, frau solle sich für Kind oder Karriere entscheiden: Ich durfte eine teure Ausbildung geniessen, wofür ich mich mit ca. 16 Jahren entschieden habe, da waren Kinder noch kein Thema. Ich finde, dass ich mich für diese Ausbildung revanchieren sollte und nicht nach ein paar Arbeitsjahren nun einfach zu Hause sitze, zusammen mit meinem Wissen und meiner Erfahrung, die nun niemandem mehr zur Verfügung stehen…

    • Muttis Liebling sagt:

      Falls Frau eine akademische Berufsausbildung anstrebt ist das Studium mit Abstand am besten geeignet, Kinder in die Welt zu setzen und über die Kleinkind- Phase zu betreuen.

      Denn soviel Zeit hat man als Akademiker nie wieder, vorausgesetzt, man nimmt den Beruf ernst.

      • extraterrestre sagt:

        haha, und was, wenn frau dann noch gerade nicht den richtigen mann dazu gefunden hat?? das leben als solches ist nicht planbar.

      • Muttis Liebling sagt:

        Nie ist es leichter, einen Partner zu finden, als zwischen 16 – 19 Jahren. Von den bisher ca. 60 Mrd. Menschen, die je auf der Erde gelebt haben, haben 99.9% vor dem 20 LJ geheiratet und Kinder gezeugt. Da spricht nichts dagegen, dass dies heute unter ungleich besseren Bedingungen auch klappt.

      • Alpöhi sagt:

        ML: Es entspricht einfach nicht mehr dem Zeitgeist. Dieser flüstert uns ins Ohr: „Zuerst die Ausbildung abschliessen. Dann Kinder kriegen (für die du keine Ausbildung hast). Und dann ins Berufsleben einsteigen (wenn deine Ausbildung nichts mehr wert ist).“ – oder so 😉

  • Christina sagt:

    Der Artikel kommt gerade zur rechten Zeit: gestern war hier zu lesen ein Kommentar eines Herrn über die soziale Katastrophe, dass Akademikerinnen keinen Mann finden und keine Kinder kriegen, denn dann fehlten die zukünftigen Rentenbezahler. Jetzt weiss er, warum Akademikerinnen keine Kinder kriegen wollen. Schade für alle, aber im Leben braucht es Entscheidungen.

  • James sagt:

    Ich bin absolut der Meinung, dass wir defintiv noch weit entfernt sind von einer Gesellschaft, welche Frauen und Männer als Gleichwertig erachtet. Jedoch muss ich das Selbstvertrauen dieser Frau loben: Die Kinder werden als einziger Grund für die Absagen gesehen. Ich habe viele Akademiker mit exzellenten Leistungsnachweisen und Berufserfahrung und Fremdsprachen und Zusatzausbildung gesehen, die einfach nur Pfeiffen im Job sind. Das eine verhindert noch lange nicht das andere. Ich würde vielleicht auch mal die eigene Person in Frage stellen

  • 13 sagt:

    Das Problem hier sind nicht die Kinder an sich. Oftmals sind zwei Kinder sogar ein Vorteil, weil im Normalfall die Familienplanung damit abgeschlossen ist, was bei kinderlosen oder im schlimmsten Fall mit einem Kind nicht der Fall ist. Das Problem ist, dass Sie freiwillig auf die angebotene Stelle verzichtet haben. Das führt erstens zu einer Auszeit im Lebenslauf, die das Problem darstellt. Und zweitens zeigt es eben den Stellenwert der Arbeit. Es drückt aus, dass Sie „nicht unbedingt arbeiten müssen“, was kein Arbeitgeber, schon gar nicht für diesen Lohn, mittragen will. Aus einer (unbefriedigenden) Stelle hinaus eine neue suchen ist immer einfacher als aus luftleerem Raum. V.a. weil Sie damit schon beweisen, dass Sie Job und Kind unter einen Hut bringen.

  • Silvan sagt:

    So ganz unbegründet ist die Skepsis der Arbeitgeber wohl auch nicht. Es ist ja Tatsache, dass Kinder häufig krank sind und Mutter oder Vater dann halt nicht im Büro sind, wenn Sie eigentlich sein sollten und sie gerade gebraucht würden (ärgerlich). Dass die Frau die Kinder kriegt und dann auch eher zu Ihnen schaut, ist nun halt einfach mal so. Ich bin mir sicher in 50 Jahren kann man den Mann auch umbauen so dass er die Kinder kriegt und einen näheren Bezug zu den Kleinen hat. Die ewige Leier von der Benachteiligung der Frau kann ich nicht mehr hören. Erst wenn die Militärpflicht, Vaterschaftsurlaub, Rentenalter etc. für alle gleich sind, kann ich das Thema wieder ernst nehmen. Es gibt sicher Branchen die für Mütter Verständnis haben, aber CEO wird man verständlicherweise kaum.

  • dunja sagt:

    Die Schweiz will schlichtweg keine Mütter im Arbeitsleben. Ziehen Sie mit Ihrer Familie nach Deutschland oder in die nordischen Länder und Sie werden als arbeitstätige Mutter anders behandelt werden. Dies war meine Erfahrung und deswegen will ich nicht mehr in die CH zurückkehren. Sollen die Schweizer doch weiterhin das 50er Jahre Hausfrauenmodell pflegen, aber lieber ohne mich und meine Familie… Es ist Zeit, eine Mütterpartei zu gründen und den alten Herren ein bisschen Angst einzujagen…

    • Muttis Liebling sagt:

      Die Autorin hat zusätzlich noch den Fehler gemacht, ein Eigenheim abzuzahlen. Da hat sich der Rettungsanker Mobilität erledigt.

    • extraterrestre sagt:

      ja,dafür ist mir in D ein beispiel bekannt,wo die akademikerin gleich nach der promotion eine befristete stelle angenommen hat,dem arbeitgeber aber verschwieg,dass sie schwanger ist.resultat:arbeitgeber zahlt 1 jahr lohn,ohne je eine arbeitnehmerin zu haben,die die arbeit erledigt.DAS ist fehlende solidarität anderen frauen gegenüber!nach 1 jahr ist er jetzt zusätzlich verpflichtet,5 weitere monate zu zahlen,weil die arbeitnehmerin angeblich keinen krippenplatz gefunden hat.ich als arbeitgeber würde dann auch keine frau mehr einstellen.

      • ZImy sagt:

        Nein. Die anteilige Lohnfortzahlung in der Elternzeit zahlt in Deutschland der Staat, nicht der Arbeitgeber, die finanziellen Ansprüche im Mutterschutz trägt die Krankenversicherung. Der Arbeitgeber kann allfällige Ausgaben, die durch schwangere Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter (Mann UND Frau) in Elternzeit anfallen, beim Familienministerium zurückfordern (das muss er halt machen).

  • K.A. Barett sagt:

    Das Thema „Karriere der Frau“ ist omnipräsent geworden. Das ist ein Symptom für eine hochentwickelte Gesellschaft, als deren Merkmal auch gebildete Frauen zu erkennen sind. Den Preis für die Emanzipation der Frau und deren (versuchte) Gleichstellung mit dem Mann, zahlt, wer hätte das nicht vermutet, die Frau.
    Das „Problem“ Biologie lässt sich mit den besten Vorsätzen auch nicht mit einem weichen Lappen wegwischen, wie verschütteter Kaffee auf dem Parkett des Wohnzimmers. Theoretisch könnte der Staat die Betreuung der Kinder übernehmen; zumindest finanziell, aber die operative Seite privaten Kitas überlassen. Das ist teuer. Die DDR machte das in Eigenregie. Doch in einer privaten Marktwirtschaft? Frankreich ist sehr weit gegangen.
    Die Verfassung der F-Volkswirtschaft spricht dagegen.

    • tina sagt:

      wenn jemand sich ein haus leisten kann, muss man ihm doch nicht die kinderbetreuung finanzieren

      • Muttis Liebling sagt:

        Das Haus ist privater Konsum, Kinder eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die hat ein Staat, welcher Sozialität für sich Anspruch nehmen will, vollständig zu finanzieren.

        Das klappt ja auch in vielen anderen Staaten.

      • Alpöhi sagt:

        ML, hier ist die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung anderer Meinung, wie Abstimmungen zu Familienthemen immer wieder zeigen: Die Mehrheit findet, Kinder seien Privatsache.

      • tina sagt:

        ich finde nicht, dass es sozial ist, leuten die auf einem so hohen finanziellen niveau leben, obwohl nur 1 erwerbstätig ist, die betreuungskosten zu finanzieren

      • Muttis Liebling sagt:

        @Alpöhi, wenn in den nächsten Jahren die Mauer wieder errichtet und die DDR eine zweite Chance bekommt, werde ich Staats- und Parteichef (also Diktator) und führe sofort die direkte Demokratie ein. Dass ist die sicherste Methode, jede Innovation und damit jeden Systemwiderstand im Keim zu ersticken.

      • Muttis Liebling sagt:

        Anders herum, tina, wir streichen den Begriff Betreuungskosten aus dem Wortschatz. Wird ein Kind geboren, übernimmt eine hoheitliche Struktur (Gemeinde, Kanton, Staat, je nachdem) alle Standard- Kosten für dieses Kind. Die der Kleidung, des Bettchens bis hin zum teuersten Studium. Die Eltern bemerken keinerlei finanziellen Konsequenzen.

        Die Kosten von vielleicht 250’000 – 350’000 Franken werden auf die Steuer umgelegt, so dass statistisch doch jeder sich selbst finanziert, nur einer vernünftigen, machbaren Reihenfolge.

        Da beissen natürlich die Kinderlosen in die Tischkante, aber das gönne ich denen vom Herzen.

      • Widerspenstige sagt:

        Wer mehr Steuern, Abgaben etc. für die Gesellschaft leistet, hat natürlich Anrecht auf familienergänzende Betreuung, tina. Diese Steuerzahlenden haben sich ja eben durch höhere Beiträge bereits selber subventioniert. Das wäre ja noch schöner, wenn man zu einer aufwändigen Ausbildung/Studium und dem härteren Arbeitsleben und entsprechender Entlöhnung/Steuerabgabe nicht in den Genuss der somit mitgetragenen Sozialleistungen kommen dürfte. o_o

      • tina sagt:

        die ausbildung hat der steuerzahler bereits bezahlt, und zwar teuer, widerspenstige.
        nein, wer steuern zahlt hat nicht anrecht auf finanzielle leistung, sondern wer ein hohes einkommen hat, der trägt mehr bei indem er steuern zahlt. also genau andersrum

      • Widerspenstige sagt:

        Nochmals durchlesen, was ich geschrieben habe und es kommt Deinem Argument auf halbem Weg entgegen, tina. Klar, zuerst bezahlt die Gesellschaft das Studium über Steuern. Aber nach ein paar Jahren im Arbeitsleben nach einem Studium ist dieses bereits amortisiert/rückbezahlt, da eben höhere Löhne auch höhere Steuerabgaben/AHV/IO/EO bedingen. Der Schnittpunkt ist sehr schnell erreicht und somit eine Subventionierung absolut fair und gerechtfertigt.
        Aber ich kann Dich beruhigen: genau wegen solchen Argumenten wie Deinen kann diese Mittelschicht keine oder kaum subventionierte Kitas bekommen und das ist zu überdenken. Denn so schiesst sich die Unterschicht laufend selber ins Bein, weil sie sämtliche Abstimmungen deswegen bachab schickt, statt diese Mittelschicht arbeiten zu lassen …

      • Ulrich Gassner sagt:

        @ML: Haben Sie sich schon mal einen Umzug nach Nordkorea überlegt? Oder ist es gar so – böser Gedanke – dass Ihnen die Annehmlichkeiten, die Ihnen die rückständig-kapitalistische Schweiz bietet, allzusehr behagen?

      • tina sagt:

        widerspenstige: es ist ja nicht so, dass durch steuern nur krippenplätze subventioniert werden. jeder zahlt mit seinen steuern dinge, die er niemals braucht (opernhaus? stadion?). aber auch deine kinder gehen gratis in die volksschule und du benutzt strassen.

      • tina sagt:

        wenn du von schnittpunkten sprichst, hast du das system nicht begriffen. also beide nicht, das der steuern und das der subventionen

      • tina sagt:

        habe auch noch nie gehört dass arbeiten für mittelschichtler verboten worden sei. gehöre übrigens selber inzwischen dazu. und bin erwerbstätig. und zahle steuern.
        krippenplätze müssen einfach im verhältnis zum einkommen stehen, und damit schiesse ich mir bestimmt nicht ins bein. drama ahoi

      • tina sagt:

        ja stimmt. wenn ich so bedenke, jetzt wo ich knappe 5000 einkommen habe monatlich würde es mich mehr schmerzen, 2000 hinzublättern für hort, als 1000 damals als ich ein einkommen von 4000 hatte. weil es so viel geld ist. dabei bleibt unter dem strich ja nicht weniger.
        aber eben. dank dem dass ich damals den hort zahlte, habe ich nun die 5000 statt der knappen 4000 anfangs. und deswegen lohnt sich eben krippe. man braucht sie ja nur ein paar jahre

      • Sportpapi sagt:

        @tina: Die Krippenkosten richten sich doch in erster Linie nach den Krippenkosten, nicht nach dem Einkommen der Eltern… Dass man Familien subventioniert, sollte meiner Meinung nach eher die Ausnahme sein, wenn Unterstützung wirklich nötig ist. Und nicht, wenn eigentlich längst genügend Geld vorhanden ist.

      • tina sagt:

        ja stimmt sportpapi. ausserdem bin ich wirklich sehr daran interessiert dass auch angestellte in horts und krippen einen guten lohn haben (was leider nicht der fall ist)

    • Widerspenstige sagt:

      Das hat was, Mothers Biest. In Ländern mit einer staatlichen Regelung in familienergänzenden Fragen geht die Vereinbarung von Familie und Beruf reibungsloser vor sich als in Helvetien. Eine direkte Demokratie verhindert gezielt eine Gleichberechtigung, wie wir schön an Abstimmungen über Familienpolitik sehen können. Es dürfen zwar Frauen auch wählen seit 1971, aber sie wählen offenbar gegen ihre Interessen. Anders kann ich es mir inzwischen nicht vorstellen, dass da nicht mehr sich solidarisieren.

      • Alpöhi sagt:

        Vor Jahren schon las ich in der Zeitung: Die Schweiz kann es sich (immer noch) leisten, die Frauen am Herd zu lassen. Darum klappt das nicht mit der Integration der Mütter ins Erwerbsleben.

      • Ruth sagt:

        Herr und Frau Schweizer koennen es sich tatsaechlich immer noch mehrheitlich leisten nur von einem Lohn zu leben. Darum dieser Rueckstand in Sachen externer Kinderbetreuung. Und das sag ich als als nicht akademisches Paar mit einem Lohn der gemaess Statistik nicht mal in der Mittelklasse anzusiedeln ist.

      • Muttis Liebling sagt:

        Man muss direkte Demokratie mit Individualismus koppeln. Der durchschnittlich 60- jährige Wähler hat keinen Gewinn an Vaterschaftsurlaub, an Mindestlohnanhebung, an mehr Urlaub. Auch grosse soziale Ziele betreffen immer nur Minderheiten, Mütter, prekär Beschäftigte. Die fallen immer durch.

      • Sportpapi sagt:

        ML: Wenn ich daran denke, dass in meiner Gemeinde seit ich mich erinnern mag noch nie eine Schulabstimmung gescheitert ist, auch wenn sie noch so viel Geld gekostet hat. Obwohl auch da vorwiegend ältere Semester abgestimmt haben, die nicht mehr direkt beteiligt waren. Es stimmt nicht, dass alle nur für ihre eigenen Interessen schauen. Im Gegenteil. Und die Betreuung wurde in den letzten Jahren massiv ausgebaut und von der Gesellschaft mitfinanziert.
        Aber es ist nun mal so, dass hochgradig subventionierte, eventuell sogar obligatorische Betreuung nicht mehrheitsfähig ist. Das ist halt das Dumme an Demokratie, dass die eigene Meinung sich nicht immer durchsetzt. Und nein, WS, die Frauen stimmen nicht gegen ihre Interessen. Die Interessen liegen einfach anders, als du dir erträumst.

  • tina sagt:

    gute ausbildung: dafür braucht man veranlagung, das richtige umfeld, und je weniger von den ersten beiden da ist, desto mehr engagement.
    für die kinder ist das bestimmt kein schlechtes vorbild, vorausgesetzt man hat sich engagiert und hatte nicht nur genügend glück.
    betreuungskosten: immer vom lohn des hauptverdieners abziehen. und die kostenlast immer auf mindestens 20 jahre rechnerisch verteilen. denn fremdbetreuung lohnt sich nur gerade in den jahren nicht, in denen man sie bezahlt. das tönt idiotisch, aber man muss das so sehen: man hat eine gute ausbildung gemacht, das kostete nicht nur einen selbst viel, sondern auch die gesellschaft (jedenfalls bei einem studium). diese ausbildung muss man versuchen zu nutzen, weil so viel investiert wurde.

    • tina sagt:

      also ist aussteigen keine option, aber auch keine jobs, die nichts mit der ausbildung zutun haben (von wegen flughafenjobs).

      • Alpöhi sagt:

        >> keine jobs, die nichts mit der ausbildung zutun haben (von wegen flughafenjobs).

        Komisch: Wenn ein Mann arbeitsloser Akademiker ist und eine Familie zu versorgen hat, dann steht die Frage „wo nehme ich die Kohle her“ im Zentrum. Und Flughafenjobs werden plötzlich zum sicheren Hafen. Mir sind mehrere Beispiele persönlich bekannt.

      • tina sagt:

        offenbar braucht diese frau aber nicht erwerbstätig zu sein um ihren lebensunterhalt zu verdienen, sondern wägt ab. der lebensunterhalt verdient offenbar jemand anders für sie. ja, komisch sowas

  • Chris Stoffer sagt:

    Die Frau wurde zum Interview eingeladen, obwohl sie die Kinder im CV erwähnt hat. Wären die potentiellen Arbeitgeber wirklich so skeptisch und gegen arbeitende Mütter, hätten sie die Autorin gar nicht erst eingeladen. Ich vermute mal da gab es mehr als 10 Bewerber pro Stelle also muss Ihr CV überzeugt haben, mehrmals trotz Kinder. Das Problem scheint mehr im Auftreten der Autorin zu liegen als an den Kinder.

    • tina sagt:

      oder jemand anders hat halt den 6er gewürfelt, und das ist alles. man kann auch 100mal keinen 6er würfeln

  • arbeitende Mutter sagt:

    Es fragt sich was unter „Karriere“ verstanden wird. Ich zum Beispiel hätte einfach gerne die Möglichkeit, eine Arbeit in Teilzeitanstellung zu machen, die mich auch geistig etwas herausfordert. Und dass das auch möglich sein kann, sehe ich an meiner Familie: Es braucht Verständnis, Anpassungsfähigkeit und Respekt von allen Beteiligten. Die externe Kinderbetreuung frisst auch einen guten Teil unseres Familieneinkommens (!), die familien-interne Kinderbetreuung teilen wir uns übers Jahr ziemlich hälftig. So haben wir beide interessante Jobs, beide einen Alltag mit den Kindern und beide einen Ausgleich zu Job bzw. Familie.

    • Sportpapi sagt:

      Vermutlich ist es eher so, dass die externe Kinderbetreuung einen externen Job und damit eine Steigerung des Familieneinkommens ermöglicht…

  • Widerspenstige sagt:

    Da kann ich nur noch den Kopf schütteln und rate folgendes:
    1. Sich vermitteln lassen von einem Headhunterbüro, die haben die entsprechenden Verbindungen und wissen, was Sache ist.
    2. Wenn das keine Option darstellt, rate ich zu einem Networking unter Akademikerinnen, die sich zu einem Verein zusammen schliessen und so sich sämtliche Optionen für ihre Talente offen lassen. Ja, das ist aufwändig und man muss bereit sein, sein Leben anders zu organisieren. Aber wer es satt hat, wie ein rohes Ei auf dem Arbeitsmarkt herumgereicht zu werden, muss selber aktiv werden.
    3. Bewerbungen einfach bei Firmen, Universitäten, öffentlichen Institutionen einreichen, auch wenn keine Stellen offen sind. Es gibt da immer mal Ausnahmen von der Regel.
    4. Sich eine Nanny leisten oder die Spitex anfragen.

    • Ulrich Gassner sagt:

      Ich bin ja heute etwas begriffsstutzig… was soll so ein Verein – wie unter 2. beschreiben – bringen?

  • Käthy Gut sagt:

    Liebe anonyme Gastbeiträgerin
    Irgendwie bin ich jetzt ab ihrem Artikel erleichtert! Denn auch als nicht Akademikerin, steht man vor solchen Problemen, einfach umgekehrt. Da denkt man es fehlt etwas an Ausbildung. Ihr Probelm, so höre ich das aus ihrem Bericht, beruht wohl eher auf einem Wertekonflikt, als denn auf der Tatsache durch die gängigen Begebenheiten, unzufrieden und demotiviert zu sein. – Sie werden ihren Weg schon noch finden, denn nicht’s ist vergebens und was für einen dicken Wissensrucksck sie mitbringen, daraus entsteht mit Sicherheit etwas einzigartiges. Betrachten Sie den ganzen Stress mal von einer anderen Seite, nämlich, was es Ihnen persönlich bringt, gerade weil ihre Kinder unbezahlbar sind und bei weitem mehr Sinn bieten, als etwas zu wollen, was nicht ist.

  • mira bell sagt:

    Vielleicht sollten sich diese Frauen, ob Akademikerinnen oder Nichakademikerinnen mal fragen, ob es nicht besser wäre, sich entweder für Kinder oder für die Karriere zu entscheiden. Die Erfahrung zeigt leider zunehmend, dass beides zusammen aus verschiedenen Gründen nicht besonders gut funktioniert. Aber die Karriere stillt eben das Geltungsbedürfnis und Kinder müssen noch schnell her, bevor die biologische Uhr ausgetickt hat. Shliesslich muss man seinem Umfeld doch noch verklickern, dass man das auch zustande gebracht hat. Und irgendwann sitzen sie dann da, ohne Job, keiner, der ihnen den roten Teppich ausbreitet, denn es hat keiner auf sie gewartet und die Kinder sind plötzlich ein Karrierehindernis. So kommt es, wenn man alles haben will – ausser einem gesunden Menschenverstand.

    • ZImy sagt:

      Ich will mich aber nicht zwischen Kindern und Karriere entscheiden müssen. Die Väter der Kinder müssen das in aller Regel ja auch nicht.
      Gez. unterbeschäftigte Akademikerin mit Kind (das wegen der im Blog beschriebenen Erfahrungen ein Einzelkind bleiben wird).

      • Alpöhi sagt:

        Oh doch. Ich hab mich gegen Karriere und für die Familie entschieden.

      • Sportpapi sagt:

        Der Vater muss das auch. Ausser er hat eine Frau, die ihm entsprechend den Rücken freihält. Es würde auch Männer geben, die das tun würden, nur scheinen die bei erfolgreichen Frauen eher weniger Chancen zu haben…

      • ZImy sagt:

        @Alpöhi, SP: MUSSTET ihr, oder WOLLTET ihr? Das ist meiner Meinung nach ein kleiner Unterschied. Bei uns ist die Kinderbetreuung so organisiert, dass ich auch Vollzeit arbeiten könnte, und sie läuft sehr gut, d. h. das Kind fühlt sich in der externen Betreuung wohl. Trotzdem habe ich vieles im Blog beschriebene auch erlebt. Es ging mir bei meinem Kommentar darum, dass die Entscheidung Kind/Karriere in der Gesellschaft immer noch eher von den Frauen erwartet wird, weniger von den Männern. Und das finde ich unfair. Die Organisation der Betreuung war bei meinen (vielen) Vorstellungsgesprächen immer ein Thema. Studienkollegen, die inzwischen auch Väter sind, bekamen solche Fragen nicht.

      • Sportpapi sagt:

        @Zlmy: In meiner Partnerschaft wollte keine/r Karriere machen. Also ging es nur darum, sich zu organisieren, dass das Einkommen reicht.

      • Alpöhi sagt:

        Zlmy, ich habe mich freiwillig entschieden, weil ich realisierte, dass ich nicht beides haben kann.
        Ich wollte mich also entscheiden bevor ich musste 😉

      • ZImy sagt:

        @ Alpöhi, SP: Na, dann ist ja alles gut. 🙂 Wir haben eben entschieden, dass wir beide arbeiten wollen. Und eigentlich will ich auch keine „Karriere“, sondern einfach eine Arbeit, die meiner Ausbildung entspricht und mich einigermassen geistig fordert. Und bisher habe ich Schwierigkeiten, das zu realisieren, warum auch immer.

    • extraterrestre sagt:

      ein bisschen hart formuliert, aber ich denke ähnlich.ich bin auch akademikerin,auch mein lebenslauf „kann sich sehen lassen“,aber von dem zeitpunkt an,als mein mann und ich kinder wollten,war klar,dass ich mich in erster linie um die kinder kümmere und mein mann „karriere macht“.ich habe mich selbständig gemacht,erst kleines pensum von zu hause aus (ja,ich habe auch nachts gearbeitet, so what),jetzt langsam am ausbauen.ich kann auf die bedürfnisse der kinder eingehen,und empfinde die kinder als bereicherung,nicht als cv-saboteuere,warum auch.ich verstehe den frust der autorin,möchte ihr aber empfehlen,sich ein bisschen zu entspannen und alternativen zur wissenschaftl. „karriere“ nicht primär als „plan-b = schlecht“ anzusehen.

      • ZImy sagt:

        Ich habe für mein Kind auch meine wissenschaftliche Karriere aufgegeben (weil ich es so wollte) und habe mich ein Jahr lang Vollzeit um mein Kind gekümmert. Jetzt aber ist es gross genug, dass es mich nicht mehr rund um die Uhr braucht. Jetzt arbeite ich teilzeit in einer Plan-B-Arbeit, die mir auch einigermasssen Freude macht. Ich würde gerne mehr davon machen, aber dabei kommt mir bisher die beschriebene Kind=Charakterschwäche Problematik immer wieder in die Quere. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich eben mein Kind im Lebenslauf nicht verberge und das wie im Blog beschrieben auch auf keinen Fall will. Also selber schuld? Hm.

      • Sportpapi sagt:

        @Zlmy: Vielleicht rechnen die Arbeitgeber damit, dass Sie beim nächsten Kind wieder ein Jahr pausieren oder ganz aussteigen. Auf jeden Fall ist es vermutlich einfacher, sich innerhalb der Firma weiterzuentwickeln, als sich extern zu bewerben.

    • maurena salzmann sagt:

      Ihr Kommentar beweist wieder mal, dass die Solidarität unter Frauen ein schönes Märchen darstellt. Nie würde ein Mann einem anderem Mann solch einen Kommentar um die Ohren hauen…Biologie als Schicksal? Darüber sollten wir längst hinaus sein!

      • extraterrestre sagt:

        ich verstehe ihren kommentar nicht ganz.mein mann und ich haben abgemacht,dass wenn wir kinder wollen,einer von uns sich prioritär um die kinder kümmert.akademische laufbahn bedeutet u.a. in verschiedenen ländern arbeiten,neue sprachen lernen,ohne grosseltern&nahe verwandten auskommen,etc.da ist es notwendig,dass ein elternteil zu hause bleibt und die familie „managt“.da mein mann eindeutig bessere chancen auf eine erfolgreiche karriere hat als ich,habe ich den „elternjob“ übernommen,man(frau) muss auch realistisch sein.ich weiss nicht,was das mit fehlender solidarität anderen frauen gegenüber zu tun hat,vielleicht mögen sie mir das noch erklären.

      • Widerspenstige sagt:

        Das ist einer der wunden Punkte im System, die einer Überarbeitung bedürfen sprich wer eine akademische Ausbildung abgeschlossen hat und freiwillig auf die entsprechende Erwerbsarbeit und somit Steuerrückzahlung verzichtet, müsste diese Ausgaben der Gesellschaft sonst rückzahlen. So wird es meines Wissens in Schweden gehandhabt und ich finde es inzwischen nicht mehr so daneben.

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Am besten streichen wir dann auch die vielen Studiengänge, die sowieso nur zu brotlosen Jobs führen. Auch wenn sie von Frauen besonders gerne gewählt werden.
        Wir sollten den Frauen dringend mal wieder zeigen, wo es durchzugehen hat. Wie früher…

    • 13 sagt:

      Ich habe beides und dazu einen gesunden Menschenverstand, der mir sagt, dass Kinder eine grosse Bereicherung sind, wenn es um ideelle Werte geht, aber auch Geld kosten. Kinder brauchen etwas zu essen, Kleider, eine Ausbildung und noch einiges mehr. Sich da voll auf jemand anderen zu verlassen, halte ich für naiv. Denn plötzlich sitzt man da, alleine, mit den Kindern, die man unbedingt wollte, und muss ihnen erklären, warum sie nicht mit auf einen Ausflug dürfen, da das Geld dazu fehlt. Würde mein Mann (oder ich) morgen sterben, verschwinden oder was auch immer, so hätte es der andere schwer, wie jeder Alleinerziehende, aber er hätte die Möglichkeit für die Kinder aufzukommen.

      • extraterrestre sagt:

        guter punkt.darum habe ich mich ja selbständig gemacht.ich kann von heute auf morgen mein pensum und klientele ausbauen und die kinder und mich versorgen,sollte mein mann nicht mehr da sein.ABER solange es nicht notwendig ist,verdiene ich uns das notwendige dazu und widme dafür mehr zeit den kindern.wie erwähnt gibt es bei uns die grosseltern/tanten/etc. betreuung nicht,also „muss“ es einer von uns (vater/mutter) tun. wozu hätte ich denn sonst kinder gewollt,und warum soll das so schlecht sein?

      • 13 sagt:

        In meinem Beruf bedeutet Selbständigkeit 80 anstatt 45 Wochenstunden. Es gibt einzelne, die da einfach ein paar wenige Klienten nehmen und weniger arbeiten, wirklich bewähren tut sich das nicht. Und von heute auf morgen aufstocken geht auch nicht.
        Die Frage, warum man sonst Kinder gewollt hat, ist müssig und nervt allmählich. Das müsste ja heissen, dass in den meisten Ländern keine Kinder auf die Welt kommen sollten, da man sich diesen Luxus der Einverdienerfamilie nicht leisten kann. Und Väter sollten auch keine Kinder wollen, denn ein Vollzeitjob und Kinderwunsch verträgt sich ja nicht. Der Grund, warum man Kinder hat, hat nichts mit dem Arbeitspensum zu tun, sondern wird bei allen ähnlich sein, bei manchen Hausfrauen, nicht allen kommt noch dazu, dass sie nicht mehr arbeiten müssen.

      • extraterrestre sagt:

        nein,die frage warum kinder haben nervt nicht und ist auch nicht müssig.vor allem wenn,so wie die autorin beschreibt,die kinder zum sog.karriereverhängnis werden.die frau beschwert sich,weil sie angebl.wegen ihrer kinder keine karriere machen kann.das ist nicht vergleichbar mit den meisten ländern,im gegenteil.mich nervt dass frauen wie die autorin alles haben wollen,und sich dann noch über den staat beschweren,der ihre probleme nicht löst.in den meisten anderen ländern,wenn wir schon beim thema sind,löst der staat keine solchen oder ähnlichen probleme und die leute arbeiten einfach.frau autorin aber sucht es sich ja aus — sie hat ein jobangebot ausgeschlagen.warum sich also beschweren?man kann nicht alles haben,wir dürfen unser leben selber gestalten, entspannt euch also mal ein wenig.

      • extraterrestre sagt:

        und noch etwas:aufstocken in relativ kurzer zeit geht sehr wohl in meinem beruf,tut mir leid,wenn ich da nicht in ihre vorstellung passe.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Obwohl ich es persönlich nicht so toll fände, finde ich auch die Variante mit zwei voll berufstätigen Eltern durchaus ein gangbarer Weg. Nur verdienen die dann hoffentlich genug, um die Betreung solide und auf eigene Kosten zu regeln (eher mit Nanny als mit Kita, wenn noch unregelmässige Arbeitszeiten dazukommen). Bei schlecht verdienenden Eltern greifen ja die Kita-Subventionen.

    • Hans-Jörg Meister sagt:

      Ahja, genau, Karriere stillt nur das „Geltungsbedürfnis“ – in mira bells Welt leben wir ja alle von Zinsen und Zinseszinsen, Dividenden, Mieteinnahmen und Renten. Newsflash: Ich muss (leider) arbeiten, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen und Rentenansprüche zu erwerben, und für meine Partnerin gilt exakt dasselbe. Daran ändert sich (leider) genau gar nichts, falls mal Kinder kommen.

  • martin xanadu sagt:

    Liebe Mutter, vielen Dank für die ehrlichen Worte. Mir ging es genauso, aber dazumal noch ohne Kinder und single! Promoviert an führender Uni, mit langjährigen Arbeitsaufenthalt im Ausland, bestens qualifiziert, Berufsausbildung, mehrsprachig. 500 höfliche Absagen, Dutzende Alibiinterviews. Das RAV: Excelkurse. Diese hatten es auch nicht gebracht, warum wohl:-). Der Arbeitsmarkt in der Schweiz ist geprägt von unsicheren Vorgesetzen, von Filz und undurchsichtigen Beziehungsgeflechten. Von Vorurteilen. Ein kaum zugängliches System für jemand, der kein 0815 Profil vorweisen kann. Das sind Kinder dann nur noch der ideale Absagegrund. Wir haben ja Vertragsfreiheit.

  • Brunhild Steiner sagt:

    „Es geht darum, dass ich für meine Kinder nun genau das bin, was ich nie sein wollte: Ein Beispiel dafür, dass es keine Rolle spielt, ob man sich durch eine solide Ausbildung gekämpft und eine überdurchschnittliche Leistung erbracht hat – das alles schützt nicht davor, ohne Job dazustehen.“

    Richtig ist, dass es hohe und weniger hohe Chancen gibt eine rundum erfüllende Berufsarbeit zu finden.
    Aber entscheidend für die Kinder ist nicht, ob wir das geschafft haben und sich deswegen der Beweis erbracht hätte das sich Einsatz also lohnt,
    sondern wie wir mit Schwierigkeiten umgehen, was wir draus machen wenn die Würfel auf die falsche Seite gefallen sind.
    Wie wir ihnen vorleben, dass geschlossene Türen nicht unser Unglück besiegeln, das ist die grosse Herausforderung.

    • Brunhild Steiner sagt:

      2/
      „…musste ich in temporärer Abwesenheit meines Partners Kinder, Job und Haushalt alleine stemmen – natürlich waren die Kinder und ich die meiste Zeit krank, ohne dass ich aber im Büro gefehlt hätte. Eine Überfrau freilich hätte zu alledem noch die Energie gehabt, …“

      Vielleicht hätte sie das, viel wichtiger als schielen auf die Übermenschen, scheinen mir gute Absprachen- gerade bei längeren Abwesenheiten auch das genaue hinsehen ob das für Beide geht, und dann in der Konsequenz genug Unterstützung für denjenigen an dessen Hals dann das Meiste hängenbleibt.

  • AnnaB sagt:

    Liebe Autorin ich kann ihre Situation verstehen, ich war schon an beiden Seiten des Tisches. Die Kinder müssen gar kein Thema werden wenn sie sich mit ihrem Mann und Umfeld so organisieren, dass die Kinder auf ihren Arbeitseinsatz denselben Einfluss haben wie bei ihrem Mann und suchen sie eine 100% Stelle.

  • Katia sagt:

    „Ein ganz grosser Teil meines Lohnes ging so für die Betreuungskosten drauf“.
    Dieser Satz ärgert mich sehr. Warum ist es der Lohn der FRAU, der für die Betreuungskosten drauf geht? Das heisst doch bloss wieder, dass halt eben die Frau für die Betreuung zuständig ist – entweder macht sie es oder sie zahlt es.

    • Widerspenstige sagt:

      Genau, das ist der Gedankenfehler und ich frage mich dasselbe wie Sie, Katia. Solange Frauen das so handhaben und sich noch schuldig dabei fühlen, wenn sie ihrer Ausbildung entsprechend eine Erwerbsarbeit haben wollen neben Kindern, dann ist keine Lösung in Sicht.

    • Dani sagt:

      Äh nein, das heisst es nicht. Aber diese absurde Rechnung ist konsistent mit der Erfindung der lustigen „Gratisarbeit“, die Frauen angeblich in einem 1-Verdiener-Haushalt machen.

    • Zufferey Marcel sagt:

      In normalen Haushalten geht der Lohn des Haupternährers i.d.R. auch ganz drauf für die Familie… Und Karriere machen die meisten ebenfalls nicht- ausser man versteht darunter Schicht-, Gruppen- und Abteilungsleiter oder Poliere: Genau da enden die meisten Familienväter!

    • Hans-Jörg Meister sagt:

      Volle Zustimmung. Diese 3’000.- Franken für die Kita müssten doch so verstanden werden: 1’500.- Franken vom Vater und 1’500.- Franken von der Mutter. Wer als Frau wirklich ganz allein für die Fremdbetreuung aufkommt und den Vater von diesen Kosten entbindet, begeht doch finanzielles Harakiri.

    • AnnaB sagt:

      @Katia die Autorin sagt nicht sie bezahle die 3000. Lesen sie es genau: „Die 3000 Franken im Monat für die externe Kinderbetreuung bezahlen zwar auch wir nicht einfach aus der Portokasse. Dies auch deswegen nicht, weil wir als Paar gerade zu viel verdienten, um eine finanzielle Unterstützung des Arbeitgebers zu erhalten. Ein ganz grosser Teil meines Lohnes ging so für die Betreuungskosten drauf“ . Die Kinderbetreuung von 3000 bezahlen sie zusammen, ihr Anteil (keine Aning ob 50/50 oder wie die 3000 aufgeteilt werden) ist ein ganz grosser Teil ihres Lohnes, das sagt die Autorin.

      • Hans-Jörg Meister sagt:

        Dann geht der Artikel in diesem Punkt aber nicht auf, AnnaB. Das „wir“ im ersten Satz suggeriert tatsächlich eine anteilige Bezahlung der Betreuungskosten. Die Aussage, dass „ein ganz grosser Teil MEINES Lohnes“ dabei draufging, weist aber in eine andere Richtung: Hier wird klar impliziert, dass die Autorin die 3000.- Franken allein aufbringt. Wenn es nur 1’500.- wären, dann müsste man daraus schliessen, dass ihr Lohn sehr tief war, was wiederum nicht zu den an anderen Stellen gegebenen Informationen passt. Insoferm ist Katias Lesart des Artikels schon nachvollziehbar.

      • AnnaB sagt:

        @H-J M. mein Fehlverständnis, wohl weil für mich klar ist, dass die Kosten geteilt werden falls beide arbeiten.

  • Alpöhi sagt:

    Tipp: Zahlreiche brotlose Akademiker finden am Flughafen Arbeit und Verdienst, z.B. im Sicherheitsdienst. Nicht gerade die intellektuelle Herausforderung für eine Mänätscherin, aber eine Arbeit die Geld bringt, die einen unter die Leute bringt, und für die es spezifische Fähigkeiten braucht, die man eigentlich in keiner Schule erwerben kann.

  • Meychtri sagt:

    Ich als Kleinbetrieb habe ganz aufgehört, überhaupt Frauen für eine Stelle einzuladen. Ich kann es mir nicht leisten, eine 80% Arbeitskraft einzustellen, deren Abwesenheiten die effektive Arbeitszeit auf 50% runter drückt. Kinder krank hier, Kinder Wehwehchen hier, Streik in der Kinderkrippe, Mutter wegen Kind krank. Mann hat Termine und Frau muss eher weg. Noch 10 Jahren sind wir jetzt ein reiner Männerbetrieb. Es gibt Betriebe, deren Einnahmen so gut sind, dass man einige Angestellte so mittragen kann, aber nicht jeder Betrieb kann das, und die Krankengelder sind kein Ersatz: Die fehlenden Arbeitszeiten und liegengebliebenen Themen mussten andere ausbaden, dies führte bei den Betroffenen zu Missmut und Burnouts. Wir haben ein flexibles Arbeitssystem, aber selbst das reichte nicht.

    • Synn sagt:

      Frage: in Ihrem mittlerweilen reinen Männerbetrieb gibts doch bestimmt auch Väter? Wie reagieren Sie, wenn einer von denen sagt, er müsse zuhause bleiben wenn das Kind krank ist oder die dazugehörige Mutter vertreten, weil diese in ihrem Job einen wichtigen Termin wahrnehmen muss und er ihr auch mal den Rücken freihält bei Terminengpässen?

      Genau da liegt nämlich der Hund begraben: würden viel mehr Elternpaare ein gesundes Selbstverständnis entwickeln, dass der zuhause bleiben kann der gerade besser kann (oder in der Praxis meistens „weniger schlecht“ kann), dann würde es nämlich auch keine Rolle spielen ob man eine Mutter oder einen Vater anstellt. Aber dazu müsste sowohl ein Umdenken auf Arbeitgeber sowei Arbeitnehmer Seite stattfinden.

    • Samira sagt:

      Aha – das heisst also, sie stellen gar keine Frauen mehr ein, auch solche nicht, die keine (kleinen) Kinder haben und vom Alter her auch keine mehr haben werden? Dann vermute ich aber sehr stark, dass das nichts mit dem Muttersein potentieller Kandidatinnen zu tun hat, sondern dass sie grundsätzlich keine Frauen im Team haben möchten?

  • Manu Meier sagt:

    Liebe „anonyme Akademikerin“. Willkommen in der Realität. Diese Realität hat aber weder etwas mit Ihrem Geschlecht, noch mit dem Umstand, dass Sie Mutter von zwei Kindern sind, zu tun. Diese Realität hat etwas damit zu tun, dass sich Arbeitgeber nicht mehr mit 100% Abdeckung des Anforderungsprofils zufriedengeben müssen. Sie können aus einem grossen Herr von Kandidatinnen und Kandidaten aussuchen. Wer weiss, vielleicht muss man in Ihrer Funktion auch nicht deutsch können, Schweizerdeutsch schon gar nicht. Und englisch spricht heute jeder akademisch ausgebildete Europäer. Von dieser Realität, werte „anonyme Akademikerin“, können Ihnen sehr viele Stellensuchende der Kategorie 50+ ein Liedchen singen. Und die meisten davon, ob männlich oder weiblich, bereits ohne (Klein-)Kinderpflichten.

  • Ylene sagt:

    Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass es in dieser Situation wirklich sehr schwer ist, einen neuen Job in einem neuen Unternehmen zu finden. Ich habe nach einer Reorganisation einen Job aufgedrückt bekommen, für den ich überqualifiziert war und der mir inhaltlich auch nicht gepasst hat. (Immerhin hatte ich nach der Reorganisation wenigstens noch einen Job, andere Teil- und Vollzeitler bei uns waren ihren Job los.) Nach 2 Jahre lang innerlichen Durchseuchen und erfolgloser externer Suche habe ich dann intern auf eine wirklich tolle Stelle wechseln können. Aus meinen und anderen ähnlichen Erfahrungen kann ich nur raten, in so einer Situation falls irgendwie möglich im Unternehmen zu bleiben. Bei internen Stellenbesetzungen haben Teilzeitler m. E. die besseren Chancen als extern.

    • Felix Stern sagt:

      Guter Tipp. Kommt bei der anonymen Authorin leider zu spät. Die hat dieses Angebot wegen Hochnäsigkeit ausgeschlagen.

      • Melanie sagt:

        @ Felix Stern
        So so, Hochnäsigkeit, da kennen sie die Autorin aber gut, um sich solche persönlichen Urteile zu erlauben.

      • Felix Stern sagt:

        @Melanie: Ich habe den Artikel gelesen. Man hat der Authorin einen Job angeboten nach der Restrukturiernug, und für den JOb war sich die Authorin zu schade. Das ist Arroganz oder eban auch Hochnäsigkeit. Yelene hat dann eingeräumt, dass man bessere Chancen hat, wenn man sich intern bewirbt (man tut sich auch bei Bewerbungen auf Stellen in anderen Firmen besser, wenn man als Stelleninhaber antritt). Diese Chance hatte die Autorin….und sie hat sie verschenkt und zwar aus Hochnäsigkeit. Dazu braucht man die Person nicht näher zu kennen, dazu reicht es, den Text zu lesen.

  • Mascha sagt:

    Liebe Autorin
    Ich kann Ihre Situation sehr gut nachvollziehen: Studium & Promotion, Weiterbildung…und plötzlich ist man eine Arbeitnehmerin zweiter Klasse, auch wenn man auf dem Lebenslauf alles richtig gemacht hat. Naja, die meisten Schweizer leben halt noch immer mental im Jahr 1965. Ich wurde auch geradeheraus nach Familenplanung gefragt bei Vorstellungsgesprächen und musste über Monate nach dem Mutterschaftsurlaub beweisen, dass es mir nach wie vor Ernst ist mit beruflichem Vürschi-Machen.

    Ich wünsche Ihnen ganz viel Glück für diesen Prozess. Allenfalls würde es helfen, zumindest am Anfang Vollzeit zu arbeiten. Ich mache es selber und merke, dass unter dem Schnitt das die entspanntere Lösung für mich ist als hohe Teilzeitpensen.

  • Karl von Bruck sagt:

    Die Wurzel des Problems wird einmal mehr ausgblendet. Es ist die PFZ, welche den Arbeitsmarkt nicht nur fuer Muetter fast chancenlos macht. Es ist wie beim Obst im Quartierlaedeli. Hats zuviel, wird alles verschmaeht, was nicht perfekt ist; hats zuwenig, wirds auch mit happigen „Moesen“ gekauft. Nebst den Muettern sind auch Unerfahrene und zu Erfahrene, wegen Bagatellen vorbestrafte, Invalide, Alte usw. pp Opfer des mit offenen Grenzen verursachten Ueberangebotes an zu willigen und zu billigen „Fach“kraeften….

  • KA sagt:

    ich bin echt erstaunt, wie wenig Verständnis die Autorin hier von den Kommentatoren erhält. Natürlich liegt es an ihrem forschen Auftreten, an ihren Fähigkeiten, sie ständig nervt, sich selbst zu hoch einschätzt etc..
    Aber es bleibt dabei: es ist eine Diskriminierung, wenn man ständig nach der Organisation der Kinderbetreuung gefragt wird. Kein Mann wird danach gefragt. Und dann wird ihr hier noch vorgeworfen, sie nähme den Alleinerziehenden den Krippenplatz weg!!
    Liebe Autorin, lassen Sie sich nicht unterkriegen! Ich wünsche ihnen eine dicke Haut und viel Glück, irgendwo geht bestimmt wieder eine Türe auf!

    • Ulrich Gassner sagt:

      „Dass dieselben kleinen Menschen einen Mann zum zuverlässigen und sozialkompetenten Mitarbeiter machen und ihm so einen Vorteil im Bewerbungsprozess verschaffen, ist unbestritten.“

      Vielleicht liegt es an skurrilen Sätzen wie diesem, dass der Au.torin nicht ungeteilte Begeisterung entgegenbrandet. Was für ‚kleine Menschen‘? Wie und warum ‚machen‘ sie einen Mann zuverlässig und ’sozialkompetent‘? Und was bitte soll daran ‚unbestritten‘ sein?

      • Franka Ebi sagt:

        Damit sind die Kinder gemeint, Herr Gassner. Und ja, unzählige Studien belegen, dass sich Kinder für Männer karrierefördernd (durchschnittlich höhere Löhne, schnelleres Aufsteigen etc.) auswirken wohingegen sie für Frauen karrierehemmend sind. Das hat damit zu tun, dass der Mann immer noch als (Haupt)Ernährer wahrgenommen wird, während man bei der Frau pauschal davon ausgeht, dass sie ja lediglich „etwas dazuverdient“.

      • Sportpapi sagt:

        @Franke: Und da kommt eine moderne Frau, und wirft alle Vorurteile über den Haufen. Und erklärt, dass sie von ihrem Verdienst gar nichts sparen konnte, weil das Geld für Kinderbetreuung und Amortisation von Hypotheken drauf ging. Ihres, nicht seines…
        Abgesehen davon bekommt sie den Job offensichtlich meist nicht, weil sie 80% arbeiten möchte und vermutlich auch nicht so flexibel ist. Während ihr Mann offenbar auch mal ins Ausland geht, bei Bedarf.

      • Franka Ebi sagt:

        Ich verstehe Ihren Einwurf nicht ganz, Sportpapi. Herr Gassner hat eine Frage zum Text gestellt, die sich auf allgemeine Annahmen in Bezug auf Karrieren von Männern mit Kindern bezog. Darauf habe ich allgemein geantwortet. Wieso ziehen Sie daraufhin das sehr spezifische Beispiel der Autorin heran?

      • Sportpapi sagt:

        @Franka: Mein sehr allgemeiner Kommentar dazu: Ständig wird über die „rückständigen“ Arbeitgeber gelästert, die noch nach alten Modellen funktionieren. Dabei erleben sie täglich, wie die Frauen genau diese alten Modelle einfordern und leben. Nämlich Teilzeitarbeit, weil der Mann ja schon so viel arbeitet, wenig Flexibilität wegen den fixen Betreuungszeiten (und weil der Mann so viel arbeitet…), Abwesenheiten wegen Krankheiten der Kinder (Sache der Mutter), Job nur zum Dazuverdienen (Priorität! – man kündigt sogar, ohne einen neuen Job zu haben, denn auf das Geld ist man nicht angewiesen). usw.

  • nelas sagt:

    Kann die Autorin gut verstehen, es geht mir ähnlich. Während all meinen Ausbildungs- und Studienjahren wurde mir vorgegaukelt, dass Frau alles erreichen kann. Doch es stimmt nicht.. entweder gibts den tollen Beruf, meist 100 %, oder die Kinder und dafür eine unterfordernde Aufgabe im Beruf. Oder aber Frau geht arbeiten und Mann bleibt zuhause.. ich sehne mich nach einem neuen famulientauglichen Modell: 6 h Arbeit pro Tag. Bin sicher, dass bei einem solchen Modell viele Frauen arbeiten gehen würden, viele Menschen gesünder und zufriedener wären und der Arbeitsstress nicht auf die Kinder rübwrschnappen würde. Schade, dass wir noch nicht so weit sind..

    • Sportpapi sagt:

      @nelas: Mit alles ist natürlich nur gemeint, was auch die Männer seit eh und je können. Und nicht zwei Sachen gleichzeitig zu machen. Vereinbarung von Karriere und viel Zeit mit den Kindern geht für mir logischerweise nicht zusammen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Ich wage es gar nicht mehr zu sagen, aber das ganze zig- fach hier wiedergekäute Problem löst sich mit der Aussage ’nicht zwei Sachen gleichzeitig zu machen‘ auf.

        Bei einer Kohorten- Lebenserwartung von 85-90 Jahren gibt es ausreichend Spielraum, Kindererziehung und Beruf in separierten Intervallen ablaufen zu lassen.

  • Stefan W. sagt:

    Ich bin auf der anderen Seite dieses Tischs: Habe als Kleinbetrieb eine Angestellte mit einem kleinen Kind. Etwa zweimal pro Monat muss ich improvisieren, weil sie nicht zur Arbeit kommen kann oder verfrüht weg muss. Und das (logischerweise) meistens ungeplant: Das Kind hat Fieber und kann deswegen nicht in die Tagesbetreuung, oder es bekommt dort Fieber, oder es hat sie die ganze Nacht wach gehalten, oder es gibt sonst ein Problem.
    Ich habe vollstes Verständnis dafür, wenn eine Mutter dann die Arbeit als zweite Priorität betrachtet – habe schliesslich selber Kinder. Aber für mich als Arbeitgeber ist das jedes Mal ziemlich schwierig. Ist es wirklich so unverständlich, dass ich trotz allem Verständnis bei mehreren Bewerberinnen doch lieber die ohne kleine Kinder wähle?

    • AnnaB sagt:

      Dann fragen sie doch mal die Bewerberinnen das nächste mal ob sie auch ein Plan B haben? Sprich nebst Tagesbetreuung auch eine Nanny oder Grossmutter oder Nachbarin usw, dann muss nämlich bei Fieber weder Papa noch Mama nach Hause.

      • Alpöhi sagt:

        Die Tagesbetreuung (Kita) nimmt die Kinder nicht, wenn sie krank sind.

      • AnnaB sagt:

        @ Alpöhi, deshalb und aus eigener Erfahrung sag ich eben man muss auch Plan B haben falls die Kinder krank sind neben der Kita muss mann eine Nanny oder Grosseltern/Nachbarn usw wenn Papa und Mama 100% arbeiten und reisen müssen.

    • 13 sagt:

      Zweimal im Monat? Arbeit als zweite Priorität? Das macht mich wütend, denn genau solche Frauen bringen eben Mütter in Verruf, was dann andere, wie die Autorin, zu spüren bekommen. Sie überlegen sich ja auch, ob eine kinderlose Frau nicht besser wäre. Bei mir, wie auch bei vielen meinen Kolleginnen, sind es vielleicht 2-3 Mal pro Jahr und dann schaut man, dass man es irgendwie kompensieren kann…nacharbeiten, Homeoffice oder was auch möglich ist. So sollte es sein, ein Geben und ein Nehmen.

    • maja sagt:

      Ich nehme an sie müssen auch aus anderen Gründen improvisieren. Es klappt nie immer alles wie es geplant ist.

  • Lucrecia sagt:

    Der Fehler dieser Dame ist eher, dass sie die Lüge geglaubt hat, mehr Titeln und Diplomen würden automatisch die Chance auf einen Job erhöhen. Bei meinem Mann bewerben sich ca. gleich viele Promovierte und Nicht-Promovierte, auch ein paar mit MBA. Wo es im Endeffekt wirklich drauf ankommt, bei gleichwertiger, einschlägiger Erfahrung, ist das Gefühl: Will ich mit der Person arbeiten? Passt sie in mein Team? Kann ich mich auf sie verlassen? Wird sie sich engagieren oder eher ständig reklamieren? Hat sie überrissene Vorstellungen?
    Es gibt durchaus hochgebildete Akademiker, die keiner will. (Je nach Branche, ev. gerade deshalb, weil sie Dr. sind und meinen, sie seien mehr Lohn und Chancen wert.) Ich kenne einen, der deshalb Consulting macht. Vielleicht wäre das eine Lösung?

    • Lucrecia sagt:

      Bei der Umstrukturierung wurde ihr nichts interessantes mehr angeboten. Wieso? Manchmal passiert das eben, weil man mit der akademisch hochkompetenten Person nicht ganz zufrieden war oder sie ständig genervt hat, obwohl/gerade deswegen, weil sie sich selber sehr hochschätzt.

      Zwei Kinder sind ziemlich normal. Gibt es bei diesen Arbeitgebern wirklich keine Mütter?

    • Lucrecia sagt:

      Wenn ich wüsste, dass mein Mitarbeiter viele Überstunden machen wird und auch regelmässig abends und am WE noch Zeit nehmen muss, würde ich N.B. persönlich auch keine Mutter von Kleinkindern nehmen. Ich hätte einerseits Mitleid mit den Kindern und andererseits Bedenken, ob es ohne Krankheitsausfälle und Burnout funktioniert. Deshalb macht die Frage schon Sinn, ob es etwa einen Hausmann, eine Nanny oder eine Grossmutter gibt, die für Entlastung sorgen (Kann die Frau gut oganisieren und delegieren, so dass sie ggf. belastbar ist?). Wenn die Bewerberin gekränkt/defensiv (Körpersprache) auf die Frage reagiert, ist nicht gut. „Wird schon klappen“ ist auch nicht gut genug. (Persönliche Meinung)

      • Alpöhi sagt:

        Die zugewiesene Arbeit muss im vereinbarten Pensum erledigt werden können, mindestens übers Jahr gesehen (damit sind Schwankungen berücksichtigt).

        Ein Mitarbeiter mit vielen Überstunden ist ein Zeichen von doppelter Führungsschwäche:
        – Der Mitarbeiter hat kein funktionierendes Zeitmanagement
        – Der Vorgesetzte nimmt seine Führungsaufgabe nicht wahr

      • Lucrecia sagt:

        Wie schön. Wie realitätsfern.
        Wenn man eine obere Führungsrolle innehat, dann ist nix mit verenbartem Pensum. Man tut einfach, was getan werden muss. Oder kann die Karriere vergessen. Die Dame will, nehme ich an, keine 8500.- CHF/Monat-Stelle sondern eher etwas im 5-stelligem Bereich.
        Und Sie vergessen einen Punkt bei Ihren Hypothesen: Personalmangel, weil die obersten Etagen die Aktionäre am Hals haben. Wenn es bei bester Effizienz und Rationalisierung Arbeit für 10 FTE gibt, und Sie nur 8 FTE bewilligt haben, dann bin ich gespannt, wie Sie das hinkriegen.

      • Alpöhi sagt:

        Nix mit realitätsfern. Wenn ich (oder jmd anders) eine Aufgabe erledigen muss, aber die dazu erforderlichen Ressourcen nicht bekomme, dann kann ich die Aufgabe nicht erfüllen. Dann ist es an mir, die fehlenden Ressourcen zu reklamieren oder das Weite zu suchen.

        Wer keins von beidem macht, macht sich keinen Gefallen.

      • Alpöhi sagt:

        Und zur oberen Führungsrolle: Einverstanden. Aber dort oben können auch Männer Job und Familie nicht vereinbaren. Eins von beidem (meist die Familie) kommt unter die Räder.

  • Moone Olivia sagt:

    Mir war als ich Mitte 30 war klar, dass es mit meinem Topjob in der Pharmaindustrie unmöglich sein würde auch Mutter zu werden. Also habe ich vorher schon gekündigt und mich beruflich so umorientiert, dass ich zwar auf dem Beruf (Informatikerin mit Masterstudium) bleiben kann, aber in ein Unternehmen wechseln kann, wo bereits viele teilzeittätige Mütter arbeiten. Dies ging bei mir mit einer massiven Lohneinbusse einher. Dafür habe ich während dieser Teilzeitphase von 6 Jahren viel mehr Führungserfahrung in Grossprojekten sammeln können als in meinem früheren Job und wurde insgesamt als Manager besser. Wenn nun Sohn in die Schule kommt, kann ich wieder wechseln. Und ja, ich habe mich nur für ein Kind entschieden. Auch wegen meinem Beruf.

    • 13 sagt:

      Ich wünsche Ihnen viel Glück, dass es auch so funktioniert. Meine Erfahrung ist, dass Arbeiten mit Schulkind eher komplizierter als einfacher ist. Zumindest in den ersten Jahren.

    • Lichtblau sagt:

      Schön, wieder mal von Ihnen zu lesen, Olivia Moone.

  • Brunhild Steiner sagt:

    „Ein ganz grosser Teil meines Lohnes ging so für die Betreuungskosten drauf, die alte Leier halt. Den Rest haben wir für die Amortisierung unserer Hypothek gebraucht.“

    Und angenommen die Betreuungskosten würden mit dem väterlichen Lohn bezahlt, und von Ihrem Lohn müssten die sonstigen Lebenshaltungskosten gedeckt werden?

    Ja, es ist eine alte Leier dass die meisten arbeiten um Geld zu verdienen, welches zu einem grossen Teil in die verschiedensten Bereiche abfliesst- und die nicht mal „spatzig“ für Hypothekenabzahlen haben…

  • Stevens sagt:

    Wenn ich den Text lese, lese ich vor allem Frust, Jammern, Resignation. Verständlich.
    Aber die Autorin gerät in eine böse Spirale aus Hoffen, Frust, Jammern, wieder Hoffen, wieder Frust etc… was direkt zur Resignation führt.

    Ich frage mich einfach, ob nicht das ein Ansatz wäre: Eine selbstbewusste Haltung einnehmen und das Thema beim Bewerbungsgespräch bewusst ansprechen – und wenn man merkt, dass seitens Arbeitgeber kein Verständnis da ist, dies auch zu kommunizieren, vielleicht sogar mal ein Gespräch vorzeitig verlassen.
    Mancher Arbeitgeber empfindet es vielleicht als Stärke, wenn Themen aktiv angesprochen werden – und wird es nichts mit dem Job, so bleibt wenigstens ein positives Gefühl, und man gerät weniger in diese Frust-Falle.

    • Mia sagt:

      Eine selbstbewusste Haltung nützt nichts. Ich selbst habe zugesehen, wie immer wieder Männer bevorzugt wurden. (Ich bin berufstätig – genau nach Wunsch – ich schreibe aus der Perspektive eines Teams, das zuschaut, wie ausgewählt wird und das kein Mitspracherecht hat). Man sagt, wenn dann plötzlich ein höheres Pensum anstehe als die 60 oder 80 Prozent, sei ein Mann viel flexibler. So einfach! (aus Sicht der Auswählenden).

      • Stevens sagt:

        @Mia:
        Natürlich ist das so. Aber wenn sie sagen, eine selbstbewusste Haltung nütze nichts, dann sage ich: Jammern nützt auch nichts.

        Und weshalb soll sich auch etwas ändern? Für die Arbeitgeber ist ja alles gut so:
        – Die betroffenen Frauen (wie die Autorin) verschwinden still und heimlich irgendwo im ungewollten Vollzeitmamidasein, im RAV oder wo auch immer.
        – Wenn andere Arbeitnehmer solche Vorgänge beobachten, schauen sie tatenlos zu. Vielleicht reklamieren sie nicht beim Arbeitgeber, aber das wars.

        Blöde Frage, Mia: Weshalb soll ihr Chef was ändern? Haben sie ihm dies mal gesagt?
        Und falls ja: Wieso suchen sie sich nicht einen anderen Job und sagen ihrem Chef am letzten Arbeitstag, dass solche Vorgänge für sie unhaltbar sind?

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Wie würde es denn aussehen, wenn sie im jährlichen Mitarbeitergespräch antönen, bald auch gerne mehr arbeiten zu wollen, wenn der Job entsprechend spannend ist?

    • Felix Stern sagt:

      @Steven: Sie haben zwar dahingehend recht, dass aus dem Artikel viel Frust spricht. Dieser Frust geht aber mE nicht auf fehlendes Selbstvertrauen zurück sondern auf eine Selbstüberschätzung. Man ist sich zu schade für den Prozess und zu eitel für das RAV. Wenn es dann beim Interview nicht klappt, dann wird es an der Kinderfrage gelegen haben oder daran, dass man 80% arbeiten wollte…Die böse Welt, die den lieben Akademikerinnen keine faire Chance bietet…

      • Stevens sagt:

        @Felix:
        Ich kann mir in der Tat vorstellen, dass viele Firmen ganz einfach zu viel Aufwand, Umstände etc… befürchten wenn sie eine Mutter einstellen.
        Der Autorin etwas zu unterstellen finde ich nicht fair.

        Aber eben. Gerade mit den Qualifikationen, die die Autorin offenbar hat, könnte man schon etwas selbstbewusster auftreten.
        Und wenn die Frage zu diesem Thema geht reinen Wein einschenken. „So mach ichs“
        Und eben: Auch mal sagen, dass man in dieser Firma nicht arbeiten möchte, wenn solche Bedingungen herrschen. Mal ein bisschen das Ego des Arbeitgebers ankratzen

      • Hans-Jörg Meister sagt:

        Bei der Autorin scheint es sich um eine promovierte Akademikerin (offenbar Juristin?) mit Führungserfahrung zu halten. Es hat nichts mit Arroganz zu tun, wenn solche Leute die RAV-Besuche als Zumutung empfinden – das ist einfach nur frustrierender Leerlauf für alle Beteiligten. Oder finden Sie es sinnvoll, wenn eine promovierte Ex-Führungskraft ein „Stage“ absolvieren oder ein promovierter Literaturwissenschaftler einen Kurs fürs korrekte Abfassen einer Bewerbung besuchen soll? Das ist im besten Fall Druckpostendienst und im schlechtesten Fall offensichtliche Schikane. Mit der BGE-Abstimmung hätten wir die Chance gehabt, solche Leerläufe loszuwerden, aber tja…

      • Sportpapi sagt:

        Meister, was hätte das BGE hier gebracht? Die Frau hat ja gar keine Geldsorgen. Sie kann also auch auf das Arbeitslosengeld verzichten, wenn die Auflagen dafür zu streng sind.
        Andererseits will sie einen Job und findet keinen. Wäre schön, wenn das RAV hier vielleicht so die entscheidende Hilfe bieten könnte.

      • Felix Stern sagt:

        Führungspositionen findet man nicht beim RAV. Trotzdem ist die EInstllung dem RAV gegenüber ein Zeichen, wie man an die Sache herantritt. Und die Einstellung ist hier von Arroganz geprägt. Und das kann duch den ganzen Prozess duchschimmern. Bewerbungen zu schreiben ist ein Handwerk. Dazu gibt es Tipps. Ein Literaturstudium geht da nicht darauf ein. Natürlich kann man sich hinstellen und glauben, man hat die Weisheit mit Löffeln gefressen. Oder aber, man nimmt Ratschläge auf und versucht, seine Position zu verbessern.

  • dr house sagt:

    worin liegt der sinn, arbeiten zu gehen und das was man verdient für die fremdbetreuung und hypothek zum fenster raus zu werfen? derweil man es verpasst, seine kinder aufwachsen zu sehen, die dann irgendwann da stehen und sagen: «so ich zieh aus!» warum wollen solche frauen unbedingt kinder? ich kann das gemecker echt nicht mehr hören. diese frauen nehmen unteranderem all jenen (primär die wirklich alleinerziehenden) die darauf angewiesen sind, geld zu verdienen noch die arbeitsplätze und krippenplätze weg – das finde ich sehr «assi». ich kenn unzählige alleinerziehende, die keinen krippen- oder hortplatz bekommen oder verlieren und deswegen zum sozialamt müssen. schon mal daran gedacht, liebe «akademikerinnen»?

    • Paul Levi sagt:

      Komisch, dass was Sie bei Frauen kritisieren, ist bei Männer ganz normal. Die sollen 100% Arbeiten und dabei verpassen, die Kinden aufwachsen zu sehen. Lustigerweise ist es sogar karrierefördernd, wenn man zu hause Frau und Kind hat. Solche Einstellungen sind echt vom vorletzten Jahrhundert.
      Ganz daneben ist die Frau als asozial zu diffamieren, wobei sie ja ganz normal eine Arbeitsstelle sucht, wie jeder Mann mit Familie auch tun würde.

      • Alpöhi sagt:

        >> Solche Einstellungen sind echt vom vorletzten Jahrhundert.

        Interedsant ist ja, dass offenbar die meisten Firmen immer noch nach diesem Modell aus dem vorletzten Jahr kutschieren.

        Warum ist das so? Warum funktioniert das noch?

    • Ylene sagt:

      Wie schön, dann werden Sie also auch zu Hause bleiben, weil Kinder brauchen ja Vater und Mutter? Oder müssen das immer nur Mütter? Zudem sind 80% 32-35 Stunden pro Woche, da haben Sie also noch gut Zeit, nochmal was mit den Kindern vor dem Ausziehen zu machen. Und nur weil bspw. ich zu Hause bleibe, heisst noch lange nicht, dass dann eine alleinerziehende Mutter meinen Job kriegt. Überlegen Sie mal zuerst ein bisschen.

    • Mascha sagt:

      Dr. House: Da hat wohl jemand das System nicht begriffen: A) Es gibt auch Akademikerinnen die arbeiten gehen müssen weil keine Erbinnen B) Normalerweise verdient man „zu viel“ für einen subventionierten Krippenplatz, ist also damit nicht in Konkurrenz mit ihren Bekannten und C) mit der unsäglichen Abgabenlast in der CH für Doppelverdiener finanzieren diese bösen Akademikerinnen das Sozamt Ihrer Bekannten. und D) Würden Sie auf eine Karriere verzichten? Jetzt mal ehrlich?

  • Sandra Cattaneo sagt:

    Die abwehrend Haltung gegenüber Akademikerinnen mit Kindern ist absolut unverständlich. In meinem persönlichen Arbeitsumfeld habe ich die Erfahrung gemacht, dass insbesondere teilzeit arbeitende Frauen mit Familie sehr effizientes und speditives Arbeiten gewohnt sind. Selbst kinderlos finde ich die Arbeitsweise dieser Frauen bewundernswert.

  • Annalou sagt:

    Mir gehen verschiedene Gedanken durch den Kopf: Auch wenn es frustrierend ist, dass man so schnell keinen passenden Job findet, sollte man nicht den Fehler machen, dass es an den Chromosomen liegt. Auch gut ausgebildete Männer machen diese Erfahrung. Weiter – aus eigener Erfahrung – denke ich, dass man sich in den Arbeitgeber hineinversetzen soll. Er will eine Fachkraft. Lassen Sie doch das Kinderthema einfach mal aussen vor. Wenn man sich einig ist, kann man später immer noch die Frage zu 80% ansprechen. Ich bin in dieser Frage auf grosse Offenheit gestossen….aber eben, nicht mit der Tür ins Haus fallen….

    • Laurence sagt:

      Sehe das auch so. Ich habe bei Arbeitgeber 1 50 dann 80% gearbeitet. Bei AG 2 80-100-80, bei AG 3 60 und dann 80. Heute 100 und nun mein Mann 80.

  • Karl Hofstetter sagt:

    Es gibt mich tatsächlich! Geschäftsleitungsmitglied und Chefjustitiar – mein Team von Anwälten umfasst 5 Frauen und 5 Männer. 3 der Frauen haben in den letzten 6 Monaten ein Kind bekommen. Alle 3 kommen nach 6 Monaten (nicht 16 Wochen!!!) wieder zurück, vorerst für 60%. Mein CEO hätte mich am liebsten entlassen, als ich ihn vor vollendete Tatsachen gestellt hatte. Die temporären Ersatzlösungen und die neuen Teilzeitmodelle kosten Geld – und schmälern logischerweise den Profit, welcher wiederum die Basis ist für den Bonus des CEO.

    • Alpöhi sagt:

      Kompliment. Und: Es ist eine Investition in die Mitarbeitenden, die sich langfristig auszahlt. So eine Art „Kundenbindung“ oder eben Mitarbeiterbindung: Man/frau hat es gut bei der Arbeit und wird auch als Mensch wertgeschätzt. Wo wollte man auch sonst hin?

      • Stevens sagt:

        @ Alpöhi:
        Auch ich finde das, was Herr Hofstetter macht, toll. Aber ich frage mich halt schon: Ist das so, dass sich das langfristig ausbezahlt?
        Man sagt dies immer. aber ob das wirklich so ist? Keine Ahnung…
        Klar ist es toll, wenn der Arbeitgeber dies macht. Aber wäre es halt nicht doch günstiger für den Arbeitgeber, anderes Personal anzustellen. Bringen diese langjährigen Mitarbeiter wirklich soo viel mehr?

      • Alpöhi sagt:

        Ich sag mal so: Jede Firma hat das Personal, das sie verdient.

      • Alpöhi sagt:

        Wenn’s nicht passt in der Firma, ziehen nämlich die Besten weiter. Und die „hintere Hälfte“ muss bleiben.

      • 13 sagt:

        @ Stevens
        Wenn ich sehe, wieviel Ressourcen bei uns im letzten Jahr aufgrund Mitarbeiterfluktation verloren ging (Suche, Einarbeiten, aber auch Fachwissen etc.) bin ich davon überzeugt, dass es sich auszahlt, wobei es in unserem Fall einfach Pech war, die Arbeitsbedingungen würden stimmen. Gerade bei höheren Stellen ist es eben nicht so, dass man einem neuen Mitarbeiter kurz alles zeigen kann und dann legt er los, sondern es ist ein monatelanger Einarbeitungsprozess. Bei meinem ersten Job im Verkauf hatte ich eine Einarbeitungszeit von 2 Wochen. Beim ersten Job nach dem Uniabschluss 6 Monate und richtig „drin“ war ich nach gut zwei Jahren. Zudem werden diese Frauen wohl irgendwann wieder erhöhen und sind noch da.

      • Stevens sagt:

        @13:
        Was sie schreiben ist alles völlig richtig, ich kenne die Argumente.
        Und dennoch frage ich mich in der Tat, ob sich der Aufwand lohnt.
        Sieht es in der Praxis nicht eher so aus, dass ein Grossteil nach kurzer Zeit trotzdem weg ist?
        Eine andere, bessere Stelle gefunden hat. Das Pensum doch reduziert?
        Der ganze Aufwand also doch „für d Chatz isch“, also dass es halt einfacher wäre, halt jemand neues einzuarbeiten…?

      • 13 sagt:

        Sieht es in der Praxis nicht eher so aus, dass ein Grossteil nach kurzer Zeit trotzdem weg ist?
        Eine andere, bessere Stelle gefunden hat. Das Pensum doch reduziert?

        Warum sollte man sich eine bessere Stelle suchen, wenn man schon eine sehr gute hat, im gewünschten Pensum und bei einem Arbeitgeber, der die Bedürfnisse der Arbeitnehmer wahrnimmt?

      • Stevens sagt:

        @13: Ach, da gibt es hunderte Gründe, zum Beispiel: Mehr Lohn, zweites/drittes/viertes Kind, Koordination zu umständlich, neue Mitarbeiter, mit denen man sich nicht versteht, Todesfall in der Familie, Trennung usw….

        Deshalb frage ich mich wirklich: Lohnt es sich für einen Arbeitgeber wirklich, hier spezielle Anstrengungen vorzunehmen?
        Ehrlich gesagt: Ich bezweifle dies

      • Sportpapi sagt:

        Es gibt doch Vereinbarungen, wenn junge Männer über die RS hinaus angestellt werden oder eine teure Weiterbildung geniessen. Dabei geht es um das „Anbinden“, um Mindestvertragsdauern oder Rückzahlungen.
        Solches wäre in diesen Situationen auch sinnvoll, aber vermutlich nicht zulässig.
        Ausserdem bin ich überzeugt, dass von drei Frauen, die alle versprechen nach der Geburt wieder zurückzukehren, sich dies mindestens eine noch einmal überlegt.

    • Franka Ebi sagt:

      Langfristiges Denken ist leider nicht jedermanns Sache. So wie es scheint auch nicht die Ihres CEO. Denn diese Angestellten, denen man so entgegen kommt, werden sich in den meisten Fällen als sehr loyal und engagiert erweisen. Deshalb Hut ab vor Ihrer Initiative!

    • 13 sagt:

      Herr Hofstetter,
      Daumen hoch, Sie hätte ich gerne als Chef. V.a. darf man halt auch nicht vergessen, dass bei solchen Bedingungen ach gerne mal seitens Arbeitnehmer etwas zurückgegeben wird.

    • Widerspenstige sagt:

      Chapeau, Karl Hofstetter! Zu dieser Erkenntnis müssen CEOs noch kommen in der Schweiz und sollten sich die nordischen Länder als Vorbild diesbezüglich mal näher ansehen. Dort arbeiten auch Kadermitglieder Teilzeit und/oder gehen pünktlich um 16.00 Uhr nach Hause während der staatlich geförderten Elternzeit. Das wissen alle dort und deshalb ist das gar keine Frage des Profits für die Firma, sondern eine Frage der Lebensphilosophie: Wozu sind wir eigentlich auf der Welt? Diese Frage dürfen vermehrt auch auf Teppichetagen gestellt werden, denn nach einem Herzinfarkt kommt das frustrierte Erwachen auf der Intensivstation an den Schläuchen …

      • Stevens sagt:

        @Widerspenstige: Ich weiss nicht, wie oft ich das noch sagen soll, aber: Die nordischen Länder sind nicht die Schweiz.
        Die ticken völlig anders als wir, tut mir leid.
        Die Schweizer möchten einen schwachen Staat, der einem nichts vorschreibt und tiefe Abgaben.
        In den nordischen Länder hingegen ist der Staat relativ stark und verlangt hohe Steuern, schreibt sozusagen das Familienmodell vor.

        Das zu vergleichen ist sowas von sinnlos.

        Und nebenbei: „Dort arbeiten auch Kadermitglieder Teilzeit und/oder gehen pünktlich um 16.00 Uhr nach Hause während der staatlich geförderten Elternzeit. Das wissen alle dort und deshalb ist das gar keine Frage des Profits für die Firma, sondern eine Frage der Lebensphilosophie“
        Ist das nicht etwas gar viel heile Welt…

  • maria sagt:

    Ich sehe nicht ein, warum man Kinder in der Bewerbung erwaehnen sollte. Das gilt fuer Mann und Frau. Das ist Privatsache. In anderen Laendern gibt es keine Angaben zur Familiensituation, Alter, etc.

    • Ka sagt:

      Da bin ich ganz bei Ihnen. Müsste sich der Arbeitgeber ja auch dafür interessieren, ob man pflegebedürftige Eltern, Geschwister hat. Nach meinem Studium war ich dreissig, und wurde bei zahlreichen Bewerbungsgespräche nach meinem Kinderwunsch gefragt. Bei einer ehrlichen Antwort konnte ich mir die Chancen gleich abschminken.

    • Laurence sagt:

      Kinder von Arbeitnehmern (in einem fortschrittlichem Betrieb notabene Mütter und Väter) sind für den Arbeitgeber sehr wohl relevant. Es geht an sich um die Abwesenheiten, die dadurch entstehen können. Im CH-Sozialversicherungssystem mit nicht wenigen arbeitgeberfinanzierten und -organisierten Sozialleistungen sind Dinge wie Alter, Zivilstand, Kinder etc Angaben, die das HR braucht
      Im vorliegenden Fall klemmt es wahrscheinlich nicht an den Kindern, sondern am forschen Auftritt. Tönt für mich nach MLaw, RA, LLM, Dr. Da kriegt der Arbeitgeber schon so ein ungutes Gefühl. Man nimmt ihr wahrscheinlich nicht ab, dass sie die 80% auf „tieferem“ Niveau mit der notwendigen Ruhe und Gelassenheit macht ( wie figura schon beim RAV auch zeigt).

      • Franka Ebi sagt:

        Es ist legitim, wenn das HR gewisse Daten abfragt, NACHDEM ein Jobangebot angenommen wurde. Bis dahin geht es den Arbeitgeber tatsächlich nichts an, ob eine Frau bereits Kinder hat oder in Zukunft Kinder haben möchte. Nicht umsonst darf eine Frau lügen, wenn sie nach einer bestehenden Schwangerschaft gefragt wird. Und weshalb ist die Betreuungssituation überhaupt ein Thema?? Wie die Autorin aufführt, lassen Frauen ihre Kinder ja wohl kaum im Gefrierfach. Ausserdem ist es diskriminierend, wenn einfach pauschal davon ausgegangen wird, dass nur oder fast nur die Mütter sich um die Kinder kümmern. Das mag in der Mehrheit der Fälle den Tatsachen entsprechen, ist der einzelnen Frau gegenüber jedoch total unfair, vorallem wenn ein Jobangebot fast allein von dieser Frage abhängt.

      • Sportpapi sagt:

        @Franka: Es darf nicht gefragt werden, bzw. es darf auf die Frage gelogen werden. Das heisst, der Arbeitgeber muss einfach mal von dem ausgehen, was wie Sie selber sagen in der Regel die Realität ist. Daraus entsteht dann eine gut begründete Diskriminierung.
        Wäre doch viel klüger, man würde die Frage nutzen, um vertrauensfördernd zu beschreiben, wie man die Betreuung im Griff hat. Aber klar, da ist allenfalls eine Nänny (bei hochprozentigen Doppelverdienern) „wertvoller“ als eine Kita-Lösung. Und sicher müsste man auch eine Antwort darauf haben, wie man allenfalls geforderte Flexibilität (nicht nur der Mann muss ins Ausland…) erbringen kann.

      • Marc Peter sagt:

        Alter, Zivilstand, Kinder, Foto hat nichts mit dem zu tun ob man qualifiziert ist fuer die Arbeit oder nicht. Solche Daten führen nur zu Diskriminierung und haben nichts in einem Lebenslauf oder Bewerbungsgespräch zu tun. Ist Zeit in der Schweiz mitzuhalten mit modernen Ländern.

      • Franka Ebi sagt:

        „Vertrauensfördernd“ sollte keine Einbahnstrasse sein. Wenn man mir im Vorstellungsgespräch Fragen stellt, die man mir eigentlich gar nicht stellen darf, finde ich das ziemlich daneben. Auch hat es mit meiner beruflichen Qualifikation überhaupt nichts zu tun, ob ich Kinder möchte oder Kinder habe. Wie gesagt, einem Mann werden diese Fragen ja auch nicht gestellt. In Einzelfällen kann es Sinn machen, diese Fragen zu stellen (zB bei einem Job, der viel Reisetätigkeit erfordert) aber sicherlich nicht pauschal für jeden Job.

      • Felix Stern sagt:

        @Franka: Als Arbeitgeber darf ich fragen, was ich will. Wenn ich angelogen werden, darf ich entlassen, wen ich will. Ich glaube auch nicht, dass die Frage nach den Kindern wirklich zentral war. Aber, wenn man das Schlimmste dahinter vermutet, wird man auch nicht vernünftig antworten. Insgesamt spricht hier sehr viel Frust aus dem Artikel, dass man sich mit all den Fähigkeiten, Ausbildung und Zeugnissen auf so einen Prozess einlassen muss. Tja, entweder wird Prinzessin lernen damit umzugehen oder sie wid keinen Job finden.

      • Sportpapi sagt:

        Bei der Anstellung interessiert nun mal nicht nur die Qualifikation. Noch einmal, ich kann als Arbeitgeber grundsätzlich einfach junge Frauen ausschliessen (was ich natürlich nie sagen würde), wegen schlechter Erfahrungen oder Erwartungen. Oder ich frage nach, und hoffe auf befriedigende Erklärungen. Oder ich halte mich ans Diskriminierungsverbot und nehme die wahrscheinlichen wirtschaftlichen Nachteile in Kauf.

      • 13 sagt:

        @ Laurence
        „Im CH-Sozialversicherungssystem mit nicht wenigen arbeitgeberfinanzierten und -organisierten Sozialleistungen“
        Was gibt es denn für arbeitgeberfinanzierte Sozialleistungen, bei denen Kinder eine Rolle spielen?

        @ Franka
        Bei einem Vorstellungsgespräch geht es um das Verkaufen. Ich für meinen Teil war stets ehrlich und habe das Muttersein aber auch zu meinen Vorteilen benutzt. Ja, ich habe Kinder und habe immer gearbeitet und zwar hochprozentig. Damit zeige ich sofort, dass ich sowohl belastbar, wie auch organisierfähig bin. Und ich habe die Betreuung mehrfach abgesichert, sollte es mal zum Ausfall kommen, bin ich sofort bereit, das nachzuholen oder kompensieren. Ich zeige Einsatz etc. Ausserdem wenn meine Kinder ein Problem sind, dann will ich da doch gar nicht arbeiten.

      • 13 sagt:

        Übrigens würde ich heute, würde ich einen Job suchen, völlig schamlos sofort von mir aus erklären, dass meine Familienplanung abgeschlossen ist und ich mich darum auf neue Dinge konzentrieren kann. Ob sie das fragen dürfen oder nicht, ist mir ziemlich egal, ich wende es zu meinem Vorteil. Als ich noch kinderlos war, aber Kinder wollte, und mir die Frage gestellt wurde, habe ich zurück gefragt, ob sie die Frage ernsthaft stellen oder nur testen wollen, ob ich weiss, dass sie sehr umstritten ist und ob ich mich wage, mich dagegen zu wehren, um meine Durchsetzungskraft zu prüfen. Mein Gegenüber war ziemlich beeindruckt. Ein wirkliche Antwort bekam er nie.

    • Melanie sagt:

      Ich finde auch, dass das Privatsache ist. Aber wenn man vielleicht die Lücke im Arbeitsleben von 2.5 Jahren erklären muss, in der man zwei Kinder bekommen hat, kommt man nicht drum herum die Kinder zu erwähnen.

      • Reiner Zufall sagt:

        @ 13: Familienzulagen werden zumindest für Arbeitnehmende nur vom Arbeitgeber finanziert. Dafür braucht es natürlich Kinder bis 16 Jahre oder Auszubildende bis 25 Jahre.

      • 13 sagt:

        @ Reiner Zufall
        Falsch. Kinderzulagen werden vom Arbeitgeber ausbezahlt, dieser bekommt sie aber von der Ausgleichskasse zurück. Finanziert werden sie daher vom Kanton und nicht vom Arbeitgeber.

      • Karl U. Oesch sagt:

        @13 Stimmt so auch nicht. Die Kinderzulagen werden nicht vom Kanton finanziert, sondern durch die Familienausgleichskasse, die ausschliesslich durch Arbeitgeberbeiträge auf der gesamten Lohnsumme alimentiert wird, das schliesst allerdings Männer wie Frauen ein. Es spielt somit keine Rolle ob der Arbeitnehmer eine Frau oder ein Mann ist.

      • 13 sagt:

        Da das kantonal geregelt ist und die Kantone für die Finanzierung zuständig sind, zähle ich das zu den Einnahmen des Kantons. Aber Sie haben natürlich recht.
        Worauf ich jedoch hinauswollte: Der Arbeitgeber hat keine höheren Kosten für die Kinderzulagen, nur weil er ein Elternteil anstellt.

  • Malena sagt:

    Kann schon sein, dass Frauen in Bewerbungsverfahren besonders kritisch auf mögliche familienbedingte Einschränkungen ihrer Verfügbarkeit für das Unternehmen geprüft werden. Statistisch übernehmen sie ja auch tatsächlich weiterhin den grössten Teil der Kinderbetreuung. In meinem persönlichen Umfeld ist das Bild weniger schwarz/weiss. Von den AkademikerInnen in meinem Bekanntenkreis, die im letzten Jahr ohne Job und auf Stellensuche waren, sind:
    1 teilzeit arbeitende Mutter
    3 teilzeit arbeitende Väter
    2 kinderlose Frauen

  • Carla sagt:

    Liebe Autorin, ich wünsche Ihnen aufrichtig alles Gute bei der Jobsuche. Es gibt sie, die Vorgesetzten die selber Kinder haben und darum gute Akademikermütter unterstützen. Kinder dürfen im Anstellungsprozess kein Ausschlusskriterium sein.

    Mir kommt da auch spontan der Artikel von Monika Bütler „Niemand kann alles haben“ in der Annabelle in den Sinn. Sehr empfehlenswert.

  • Fabian Scherer sagt:

    Nebst all diesen tollen Abschlüssen, Auslandaufenthalten, Zusatzprädikaten und Ergänzungsstudien hat es nicht gereicht nebenbei noch den Führerschein zu machen? „Jo für wa-au? sDrämmli fahrt jo überall-ane…“

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