Mehr Mut zum Homeoffice!

Lockere Stimmung: Im Homeoffice werden Arbeit und Privatleben nicht scharf getrennt. (iStock)

Wenn Papa telefoniert, muss das Kind leise sein. Der Brecht begreift das ganz gut. Zumindest während der ersten paar Minuten. Dann brüllt er plötzlich «Papa, Pipi machen» oder «Aua, Popo». Spätestens jetzt erkläre ich dem Kunden, dass ich im Homeoffice arbeite. Gestört hat das in über zwei Jahren noch keinen Gesprächspartner. Im Gegenteil: Man redet plötzlich auch über private Themen, die Stimmung wird lockerer.

Mit bis zu drei Wochen am Stück bin ich ein Heavy Homeofficer. Trotz vereinzelter technischer Hürden funktioniert aber nicht nur die Kommunikation mit den Kunden, sondern auch die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen im Hauptquartier.

Mein Nutzen aus dem Homeoffice ist offensichtlich: Ich bin da, wenn die Frau oder das Kind mich brauchen. Ich kriege jeden Entwicklungsschritt mit und muss mir später nicht vorwerfen, des Brechtes Kindheit verpasst zu haben.

Natürlich muss man sich etwas organisieren. In den meisten Fällen ist meine Frau für den Brecht zuständig, während ich konzentriert arbeite. Trotzdem bleibe ich zeitlich flexibel und trenne die Arbeit nicht scharf vom Privatleben. Das bringt auch meinem Arbeitgeber Vorteile: Dringende Mails beantworte ich rasch, und wenn der Brecht lieb spielt, sein Mittagsschläfchen hält oder den Haushalt erledigt, arbeite ich auch mal ein Stündchen ausserhalb der geplanten Arbeitszeit. Trotz körperlicher Abwesenheit bleibe ich für meine Kunden, die Kollegen und die Chefin greifbar.

Umgekehrt kann ich auch mal Hausarbeit einschieben, wenn mich der Job gerade nicht motiviert. So ergeben sich über den Tag verteilt oft mehrere private und berufliche Zeitblöcke. Vereinfacht gesagt: Ich mache öfter das, worauf ich gerade Lust verspüre. Das motiviert zu Höchstleistungen: Meine Fenster sind jetzt sauberer, die Konzepte ausgefeilter.

Ebenfalls ein offensichtlicher Vorteil des Homeoffice ist der eingesparte Arbeitsweg. Die gewonnene Stunde ist viel wert, denn ich kann sie frei für Sinnvolleres nutzen. Das kommt in erster Linie mir und meiner Familie zugute. Aber nicht nur: Wenn ich viel zu tun habe, setze ich die Stunde gerne zum Arbeiten ein und baue Pendenzen ab.

Zahlreiche Familien könnten von flexibleren Arbeitsmodellen, wie eben dem Homeoffice, profitieren – und die Arbeitgeber mit ihnen. Trotzdem sind viele Unternehmen zurückhaltend, selbst wenn die Tätigkeit so was problemlos erlauben würde. Vorgesetzte argumentieren mit Nachteilen der räumlichen Distanz oder fürchten gar, die Mitarbeitenden könnten ihre Freiheiten ausnutzen. Zugegeben, im Homeoffice können Chefs ihre Schäfchen schlechter kontrollieren. Aber Vertrauen wird in der Regel honoriert.

Manchmal sind kleinere, grundsätzlich konservative Arbeitgeber plötzlich doch zu individuellen Lösungen bereit. Dann nämlich, wenn es nicht mehr anders geht. Ich zum Beispiel hätte ohne Homeoffice meine Stelle kündigen müssen.

Schön wäre es, wenn Unternehmen nicht im letzten Moment reagierten, sondern progressiv Experimente wagten. Mein Arbeitgeber und ich haben von Anfang an vereinbart, dass beide Seiten vom geplanten Homeoffice profitieren müssen. Wäre jemand nicht zufrieden, würden wir es abbrechen. So lässt sich das Risiko klein halten.

Unter dem Dach des Experiments könnten Arbeitgeber und Arbeitnehmer nämlich richtig kreativ werden. Konzeptionell ist das Homeoffice ja längst keine Innovation mehr. Warum nicht an einem Tag die Kinder zur Arbeit mitnehmen? Vielleicht spielen sie ja eine Weile zufrieden in der improvisierten Spielecke. Wenn nicht, können die Eltern abwechslungsweise betreuen. Oder der junge Praktikant, der noch nicht sicher ist, ob er auch mal Kinder will. Im Team wird das Modell dann situativ weiterentwickelt oder – falls nicht alle zufrieden sind – nach ein paar Wochen begraben. Was hätte der Arbeitgeber schon zu verlieren?

Und hier noch mal schön zusammengefasst, was ich mir wünsche:

  • dass mehr Unternehmen offen sind fürs Homeoffice und andere flexible Arbeitsmodelle. Experimente vor Reglementen!
  • manchmal (aber wirklich nur manchmal) ein Büro mit Tür statt des Esstischs als Arbeitsplatz.
  • Homeoffice und flexible Modelle in all meinen künftigen Jobs. Ich möchte es nicht mehr missen.
  • etwas weniger Homeoffice als heute. Die Mischung bringt den Spass.

Und für die Schweizer Familienpolitik hätte ich einen Konsensvorschlag parat: Väter kriegen nach der Geburt ihres Kindes entweder zwei Wochen Vaterschaftsurlaub oder dürfen zwei Monate ausnahmslos im Homeoffice arbeiten. Auswählen darf der Arbeitgeber.

78 Kommentare zu «Mehr Mut zum Homeoffice!»

  • Tina sagt:

    Wie genau soll das gehen, Arbeiten und Kinder zu Hause? Der Arbeitstag beträgt 8.4 Stunden (dafür hat man, sagen wir mal von 6 Uhr morgens bis um 23 Uhr abends Zeit). Kinder brauchen 5x am Tag etwas zu essen, müssen ungefähr gleich oft gewickelt werden, waschen, Zähne putzen, anziehen, etc. und sollten idealerweise den Nachmittag draussen auf dem Spielplatz verbringen. Wenn ich Kunden oder Projektpartner anrufen muss, dann muss ich das zwischen 8 und 12 und 13:30 und 16:30 machen. Wie bitte kann man jetzt zwei Kinder im Alter von 3-6 Jahren diese Zeit so beschäftigen, dass ich ein ruhiges Kundengespräch führen kann? Und wie soll ich da auf meine 8.4 Stunden kommen? Home Office ja, aber nur wenn die Kinder in der Krippe sind! Dann schaffe ich vielleicht sogar noch ein, zwei Wäschen nebeher.

  • Peter Bachmann sagt:

    Ich bin absolut für Home-Office, praktiziere das auch selber und habe dies schon bei grossen Arbeitgebern u.a. eingeführt, da es mein Job ist neue Bürokonzepte (mit allem was dazugehört) zu entwickeln und umzusetzen. Aber HO funktioniert eben nicht wie auf dem Bild! Genau aus diesem Grund sind die Firmen skeptisch, und dies zurecht. Wenn man/frau im HO arbeitet dann bitte konzentriert und alleine. Natürlich wasche ich auch die Wäsche „nebenbei“ aber das ist wie andere eine Rauchpause machen würden. Sich jedoch vom Kind ablenken lassen geht gar nicht, da leidet über kurz oder lang die Qualität der Arbeit. Ich stimme Ihnen aber zu das der Tag ganz anders eingeteilt wird und ich auch schon bei einem „Durchhänger“ in den Garten ging, um danach doppelt so motiviert weiterzuarbeiten.

  • Jan Holler sagt:

    Ach ich könnte hier noch viel mehr schreiben, denn es kommen noch hinzu: Probetermine für die Aufführungen (es werden immer mehr). Dann werden die Hausaufgaben komplexer. Man freut sich, dass die Kinder kreativ sind und Instrumente spielen: Aber leider braucht der Weg dahin die Begleitung Erwachsener. Vergessen wir nicht die zahlreichen Arztbesuche (Impfen und all die Krankheiten, die Kinder bekommen).

    Und irgendwann, irgendwann nach ein paar Jahren ist der Akku dann leer.

    Kurz: Herr Tannen, Sie haben eigentlich kaum eine eine Ahnung, wovon sie hier schreiben.

    Aber natürlich: Entschuldigen Sie, so war das natürlich nicht gemeint. Ihre Texte sind intelligent und angenehm zu lesen. Alleine dieses dämliche Bild am Anfang des Textes hat mich provoziert.

    • Ich verstehe zwar nicht ganz, was Sie mir beweisen wollen. Aber falls Sie wirklich nur das Bild provoziert hat, werde ich das gerne weiterleiten. Ich finde das Jeanshemd auch nicht sonderlich schick.

    • Lucrecia sagt:

      @Jan
      Au Pair/Nanny?
      In Kleinstadt umziehen, wo die Kinder alles selbstständig machen können?

      Kopf hoch jedenfalls. Hoffentlich wird es bald besser.

      • Jan Holler sagt:

        Der Imperativ in Ihrem Titel „Mehr Mut zum Homeoffice!“ samt folgendem Text ist doch eine klare Aufforderung an Ihr Gegenüber, hier Ihre Leser: Mach Homeoffice und nimm dir an mir(!?) ein Beispiel. – Ich finde, für diese Aufforderung reicht ein oder dieses Beispiel nicht und ausserdem ist es zu wenig den realen Berufsverhältnissen gegenüber gestellt, wie es ja auch in vielen Kommentaren erwidert wird. In 140-Zeichen Twitter kann man verkürzte Thesen aufstellen, in einem redaktionellen Text hätte man Raum und Platz für mehr Hinterfragung des eigenen (Sonder)modells gehabt. Nur schon die Frage, welche Branchen sich für Homeoffice überhaupt eignen, hätte die Perspektive etwas korrigiert.
        PS: Der Gesichtsausdruck des Mannes und des Kindes auf dem Bild ist dämlich.

        @Lucrecia: Vielen Dank.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Jan Holler: Ich verstehe nicht, was die Belastungen und der Zeitbedarf, den mehrere Kinder mit sich bringen, mit Homeoffice oder nicht zu tun haben. Diese Aufgaben hat man als Eltern ja so oder so – oder denken Sie ernsthaft, Herr Tschannen könnte sich im Büro davor verstecken, dass die Kinder Hausaufgaben haben, essen benötigen oder ins Bett müssen? Erledigen die das etwa von selber, wenn er nicht daheim ist? Oder ist es nicht eher so, dass man dann erst recht auf dem Schlauch steht, wenn man abends müde nach Hause kommt und sich noch um all das kümmern muss?

        Kurzum: Es ist rätselhaft, wieso die Elternarbeit härter sein soll, wenn man Homeoffice betreibt. Oder wollen Sie damit andeuten, dass das dann alles brav die Mutter erledigt, wenn der Vater weit weg ins Büro flüchtet?

      • Jan Holler sagt:

        Sie haben ja grundsätzlich Recht, nur wurde in Bild und Text Arbeit, Haushalt und Erziehung zusammen gebracht und das als Modell propagiert. Das fängt schon im ersten Satz (Kind und(!) telefonieren) und die Arbeit kann zurück gestellt werden: „ich bin da, wenn Frau und Kind mich brauchen“.
        Das meine ich. Und ich finde, dass dies eben nicht der Regelfall ist und daher stört mich auch der Imperativ und die grosse Ichbezogenheit im Text, was in persönlichen Wünschen gipfelt. Schlussendlich reichen 2 Wochen Vaterschaftsurlaub gar nirgends hin und haben mit einer Lösung inkl. mehr Teilzeitarbeit für Männer wenig bis nichts zu tun. Die Forderung nach 2 Monaten Homeoffice in Ehren, aber auch das ist keine Lösung für das wahre Problem:
        Familie und Beruf passen heute nicht sehr gut zusammen.

      • Christoph Bögli sagt:

        Das ist schon so, aber gerade dass das Modell nicht der Regelfall ist, hat MT wohl dazu bewogenen, dieses hier zu präsentieren, weils für ihn anscheinend (momentan) gut funktioniert. Dass das eine sehr individuelle Lösung ist und nicht für jeden funktioniert, schreibt er ja selbst. Es ist auch korrekt, dass etwas Vater-/Mutterschaftsurlaub langfristig gesehen eigentlich für die Katz ist, aber andererseits besser als gar nichts.
        Zum Problem: Das ist nicht nur heute so, Familie und Beruf passen nie sonderlich gut zusammen, weil das eine immer Aufmerksamkeit, Energie und Zeit beansprucht, welche für das andere fehlen. Das gilt genau so auch für Hobbies und sonstiges Privatleben. Je mehr man in einen Tag reinpressen will, desto anstrengender wird es. Unweigerlich.

  • Jan Holler sagt:

    …und hier geht es weiter. Schulsachen gepackt? Ach, heute ist Zahnarztkontrolle in der Schulzahnklinik? Was, um 11.00? Wie lange geht das, muss doch noch kochen? Ach Mist, vorher noch etwas einkaufen. „Schatz, bring auch Milch mit…“. Nachmittags ist nur eine Stunde Schule für die Jüngere, die ältere hat 2, beide müssen abgeholt werden. Die Jüngere will nachmittags dann zur Freundin gebracht werden, aber erst um 15.00 (jetzt ist 14.15), wir sind in einer verkehrsreichen Stadt. Daddy muss mit. Abgeholt um 17.00! Genau? Ja, genau, nachher muss z’Mami der Freundin weg. Die Ältere will Baden gehen, mit Daddy. Darf Sarah und Janine auch mit? – Ich wollte eigentlich, ich muss noch… Daddy, Du hast es versprochen. O.k., Hausaufgaben gemacht? Ist nicht viel…

  • Jan Holler sagt:

    Und hier die Auflösung, warum Sie in ein paar Jahren, wenn Sie mehr Kinder haben, nicht mehr so locker vom Hocker wie der Typ oben auf dem Bild arbeiten können: Fangen wir am Abend an, Kinder gehen in die erste und zweite Klasse:
    Abends: Die Kinder wollen mit dem Daddy spielen, sind die Hausaufgaben gemacht, das Instrument geübt? Nein, ach müde? (Gezeter). Komm, das schaffen wir(also Kind + Daddy). Dann Essen machen, usw. Kinder ins Bett bringen. Was, es ist schon 21.30? Ich wollte doch noch den IT-Support machen oder den Text schreiben… und die Zeitung wollte ich auch lesen, sonst sieht das blöde aus morgen ein Bündel ungelesener Zeitungen im Altpapier…
    Der andere Morgen: Aufstehen, Kinder wecken, seit dem sie in die Schule gehen, sind sie Spätaufsteher ….

  • Jan Holler sagt:

    Das Bild oben zum Text ist eine grosse Zumutung. Wer wählt so etwas aus? Und der Text selber zielt ganz besonders auf eines ab: Markus Tschannen, der Held aller Teilzeitväter, unser aller Vorbild. Wirklich?
    Ich sage dazu: Machen Sie das einmal ein paar Jahre, sagen wir, bis sie mehr als nur ein Kind haben und die Kinder älter sind. DANN reden wir wieder miteinander und dann bin ich gespannt, ob Sie Ihre Rolle immer noch als Vorbild sehen. Eher sind Sie ziemlich sicher ziemlich ausgebrannt und einfach nur erschöpft. Dann hat es sich mit dem Hochjubeln.
    Ein Kind? Ein Kinderspiel. Zwei Kinder, da fängt es erst an…

    • Sie unterstellen mir da ein paar Dinge. Ich sprach von „individuellen Lösungen“ und verstehe mein Arbeitsmodell als Beispiel, keineswegs als Vorbild. Kann ja schlecht von anderer Leute Arbeitsmodell berichten. Ob ich mit zwei Kindern noch das heutige Modell leben möhte, weiss ich ja selber nicht. Es stimmt für mich in meiner heutigen Situation.

  • Flexwork sagt:

    Hier ist Flexwork mehr als Homeoffice: http://www.axa.ch/flexwork
    Flexwork bietet einen Mehrwert für Mitarbeitende und Unternehmen.

  • Zu zweit ist alles besser sagt:

    Es ist eindeutig eine Insellösung und wir können uns für Herrn Tschannen freuen, das es sein Beruf hergibt. Aber wie viele hier zurecht schreiben, es gibt auch eine Menge anderer Berufe, wo ein Homeoffice undenkbar ist. Mann oder Frau muss auch dafür geschaffen sein. Ich war es nicht. Dafür haben meine Frau und ich unsere Jobs glücklicherweise so umstrukturieren können, das pro Tag immer einer von uns die Kleinen betreut hat. War knapp, aber es ging.

  • Peter Vonlanthen sagt:

    Mich hat in meiner Homeoffice-Zeit eigentlich nur meine liebe Partnerin mit ihrer To-do-Liste gestört („wenn du schon zu Hause bist …“). Ironie off. Als ehemaliger Kaderangestellter eines CH-Grossunternehmens, das Homeoffice fordert und fördert, blicke ich mit gemischten Gefühlen auf dies Zeit zurück. Als Vorgesetzter von Homeoffice-Mitarbeitenden übernimmt man eine gewaltige Verantwortung, dass die Arbeitsleistung der Mitarbeitenden nicht in die eine oder andere Richtung schlägt. Die Versuchung einer 24/7-Erwartungshaltung ist gross, da diese von einem selbst oft Top-Down erwartet wird. Meiner Erfahrung nach wird oft länger, mehr und unter Druck gearbeitet um nicht den Eindruck zu erwecken, man gehe zu Hause zuviel privaten Dingen nach.

    • Homemanagerin sagt:

      Mein Mann macht auch wöchentlich etwa zwei Homeoffice-Tage. Was mich stört: ständige Telefonate ab 7 Uhr, während der Mittagszeit und während dem Nachtessen und der Chef telefoniert dann noch abends um 20 Uhr. Ich organisiere meinen Tag drumherum und habe hoffentlich bald wieder einen Job auswärts (am liebsten 100%). Zum Glück sind unsere Kinder erwachsen, aber da sie unregelmässig arbeiten ist auch das manchmal problematisch.

    • Carolina sagt:

      Ich weiss genau, was Sie meinen! Mein Mann, meine Kinder, ja sogar die Hunde und Katzen schalten, wenn ich von zuhause aus arbeite, in den ‚jetzt-ist–sie-ja-da-Modus um – und ich nehme es ihnen auch nicht übel, geht mir ja ähnlich.
      Bei uns ist seit einiger Zeit mein Mann zuhause, aber er hat schnell durchgesetzt, dass bestimmte Regeln gelten – das funktioniert auch. Aber ich lasse mich viel zu leicht ablenken und meine Kûmmer-Gene springen an, wenn ich daheim bin. Ist also wohl auch eine Persönlichkeitssache…..

  • dres sagt:

    Die Kommentare lassen ganz tief in die Leute blicken: Auf der einen Seite die unflexiblen Wertkonservativen, auf der anderen Seite die StreberInnen, die unablässig betonen müssen, was für eine ach so qualitativ hochstehende Arbeit sie den ganzen Tag erledigen müssen… Zum Glück gibt es noch eine entspanntere dritte Gruppe… Ich auf jeden Fall geniesse meinen Tag Homeoffice in jeder Hinsicht.

    • Muttis Liebling sagt:

      Es geht ja nur um die Vereinbarkeit von (fremdbestimmter) Arbeit und Kinderbeaufsichtigung. Die Psychologie hat zweifelsfrei nachgewiesen, dass kein Mensch multitaskingfähig ist. Ich kann arbeiten, oder die Kinder beaufsichtigen.

      Meine Berichte schreibe ich auch zu Hause und rechne das als Arbeitszeit ab. Aber die richtige Arbeit ist eher interaktiv, bei einem Gespräch muss ich die Augen sehen, dann verstehe ich alles viel schneller.

      • Carolina sagt:

        Welche Psychologie soll das sein, ML? Mein Mann und ich praktizieren das seit Jahren, nicht immer perfekt, aber bewährt: Kochen und Telefonieren, Berichte verfassen und gleichzeitig auf ominöses Schweigen bzw Schreien der Kinder achten, Im Garten arbeiten und mit den Kindern Hausaufgaben machen etc etc. Aber wenn Sie das natürlich als nicht-richtig-arbeiten qualifizieren……

      • Muttis Liebling sagt:

        Carolina, das ist serielles Intertasking. Es gibt Experimente, in welchen man einer Person eine zweistufige Aufgabe stellt. Dann zeigt sich, dass für das Bewältigen soviel Zeit gebraucht wird, wie beim seriellen Hintereinander Abarbeiten.

        Genau so funktionieren multitaskingfähige Computersysteme. Die gaukeln Multitasking nur vor, indem sie Prozesses seriell in Zeitscheiben behandeln. Aber zum Zeitpunkt x wird immer nur eine Aufgabe abgearbeitet. Es gibt keine Parallelität.

      • Muttis Liebling sagt:

        Nie machen Menschen zu einem Zeitpunkt zwei Dinge gleichzeitig. Nur in einem Zeitraum kann man zwei Dinge machen, indem man von 2 sec. eine das Telefon benutzt und in der nächsten sec. nach dem Kind schaut.

        Würde man das konsequent nacheinander machen, käme der selbe Aufwand dabei heraus. Bei Maschinen hat man das umgesetzt, Prozessoren haben inzwischen 4 oder 8 Kerne und die arbeiten natürlich parallel, wenn man es programmiert.

        Aber wir beide haben nur einen Kern, ein Gehirn. Das arbeitet nicht parallel.

  • Stefan Moser sagt:

    Aaaaaaaaargh – wie kann man nur das bescheuertste aller bescheuerten Bilder zum Thema Homeoffice nehmen? Baby glücklich mit Papa/Mama glücklich vor dem Laptop? VERGESST ES IHR WERBEFOTOGRAFEN UND BILLIGE FOTOAGENTUREN. Babys sabbern auf Tasten, wollen das Smartphone von Papa, schreien rum, wenn man sich konzentrieren muss, wollen runter vom Schoss um das Katzenfutter essen zu gehen, hauen mit den Fäusten auf der Tastatur rum, essen den Vertrag, kotzen aufs Buch, haben Hunger, machen in die Windeln und gehören betreut und nicht geduldet.

    • 13 sagt:

      Danke für den Lacher. Das Bild ist echt etwas zu sehr idyllisch.

      Was ich aber nicht ganz verstehe, ist warum man beim Homeoffice inkl. Kinderbetreuung immer von Babys/Kleinkindern ausgeht. Das ist ganz sicher nicht ganz einfach. Ich kenne mehrere Leute mit Kindergarten-/Schulkinder, die das regelmässig problemlos machen. Ein Freund arbeitet jede Woche zwei Tag zu Hause und betreut seine Kinder (11 und 8), d.h. am Morgen sind diese in der Schule, aber am Nachmittag muss er ihnen etwas zu essen geben und da sein, wenn etwas wäre, aber sie spielen selber. Gerade Unterstufenschüler sind ja in dem Alter, wo man sie nicht den ganzen Nachmittag alleine zu Hause lassen kann, aber die nicht nonstop direkte Betreuung brauchen. Mit meinen älteren Kindern (8 und 5) geht das zwischendurch ganz gut.

    • Ich mache ja hier nicht die Bildredaktion, und habe das Artikelbild entsprechend nicht verbrochen. Trotzdem: Ich habe beim Homeoffice immer mal wieder kurz das Kind auf dem Schoss. Wenn es zum Beispiel gucken will, was der Papa da so macht. Solange es lieb ist, darf es bleiben, wenn es mich ärgert, muss es wieder runter. Meist wird das nach ein paar Minuten langweilig und der Brecht wendet sich seinen Duplo zu.

  • Anh Toàn sagt:

    Ich arbeite von zu Hause, wie auch meine Mitarbeiter, alles ist in der Cloud.

    Schwierig ist, seine Zeit nicht mit dummen Kommentaren zu vergeuden, sondern mit der Arbeit in die Gänge zu kommen. Auch wenn nicht ein Kunde oder ein Mitarbeiter drängt, sondern zum Beispiel bei Akquise, wo der Antrieb aus mir selbst kommen muss. (Das bedeutet Disziplin, nicht Gehorsam wie in Armee)

    Noch schwieriger wohl, wenn kaum in die Gänge gekommen, jemand anderer im Haushalt, vor allem ein kleines Kind, einem wieder aus der Arbeit reisst.

    Ich liebe, keinen Arbeitsweg zu haben, kostet Geld, Zeit und Ökologie, aber manchmal denke ich, wie schön es wäre, morgens wohin zu kommen, wo man nichts anderes als arbeiten kann, und abends nach Hause, wo man nicht arbeiten kann.

    • Teeniemutter sagt:

      Ja, das finde ich auch schon, und ausserdem finde ich die Teamarbeit im direkten Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen sehr bereichernd. Die gemeinsamen Mittagessen, ab und zu eine Kaffeepause mit Klatsch und Tratsch: auch dies würde mir beim allzu grossen Homeoffice-Anteil fehlen.

  • Meritxell sagt:

    Warum alle so negativ? Neid? Ich konnte auch 3 Jahre Homeoffice machen, und würde es auch sofort wieder machen. Das war die schönste Zeit meines Lebens, ich war viel effizienter als im Grossraumbüro wo man all häneschiss abgelenkt wird. Und mal ehrlich, wieviel Zeit wird in den Büros verplämpert mit unnötigen Sitzungen und zwischenmenschlichen Unstimmigkeiten. Ich liebte meinen Homeoffice Job, leider ging der dann nach Polen.

    • Andrea sagt:

      Sind doch gar nicht alle negativ! Im Gegenteil, ich empfinde die Mehrheit als positiv. Neid? Ich denke wirklich nicht. Es gibt einfach Leute – und ich zähle mich da dazu – die Homeoffice zwar grundsätzlich begrüssenswert finden, aber dem für sich selber nichts abgewinnen können, weil sie einfach nicht der Typ dazu sind. Ich würde den direkten Austausch mit den Kollegen/Mitarbeitern vermissen. Zudem brauche ich eine neutrale Umgebung um konzentriert und effizient zu sein. Und ich mag es auch ganz gerne, mich drei Mal die Woche „bürofein“ zu machen und Jeans und T-Shirt im Schrank zu lassen. Kurz, ich liebe die Trennung meiner beiden Rollen und habe deswegen auch schon ein attraktives Homeoffice-Angebot ausgeschlagen.

  • Pascal sagt:

    Homeoffice. Für mich war das nix – zu schnell war ich abgelenkt und die Kinder fanden es seltsam, wenn ich plötzlich körperlich da aber per Skype irgendwo anderswar. Für mich war es besser, nur 80 % zu arbeiten

  • Muttis Liebling sagt:

    Es gibt sicher eine kleine Menge von Tätigkeiten, welche man auch am häuslichen Schreibtisch erledigen kann, Tendenz abnehmend. In der vielfach angekündigten Industrie 4.0 Welt übernehmen Computer und Roboter alle Nicht- Präsens- Arbeiten. Journalisten z.B. wird es in 20-30 Jahren nicht mehr geben, deren Aufgabe übernehmen Software- Konstrukte.

    Alle administrativen Tätigkeiten werden verschwinden, es bleibt die Pflegerin und der Lehrer. Insofern ist Homeoffice eine Scheinalternative, zumal, wie bemerkt, die Kinder trotzdem in die Fremdbetreuung müssen.

    Die einzige Lösung des Beruf- Kinder Konfliktes ist das serielle Lebensmodell. Kinderbetreuung zwischen 19-25, Berufstätigkeit (100%) zwischen 25 und 70.

    • Zufferey Marcel sagt:

      Na ja, also das Industrie 4.0-Phänomen und der damit offenbar verbundene Stellenabbau von historischen Dimensionen, ist eine These aus dem angelsächsischen Raum (v. a. Oxford University und MIT) und ist von der Öffentlichkeit bislang völlig unkritisch übernommen worden. Etwas mehr unabhängiges Denken, bitte: Die Urangst der Menschen davor, dass ihnen die Maschine alle Arbeit weg nehmen könnte, ist ja alles andere, als neu: Schon Victor Hugo hat in seinem Roman „Das Teufelsschiff“ die Ängste vor dem mechanistischen Fortschritt literarisch verarbeitet. Später kamen dann die Maschinenstürmer hinzu und in den Siebzigern entstanden auf der Basis dieser Urangst verschiedene filmische Dystopien. Quizfrage: Hat es in den letzten 150 Jahren mehr oder weniger Arbeit gegeben?

      • Muttis Liebling sagt:

        Das sage ich doch, die Arbeit wird den Menschen nie ausgehen. Im Gegenteil, es wird immer zu wenig Arbeitskräfte geben. Wie Goethe schon anlässlich seiner Italien- Reise schrieb:

        Es kommt der Tag, da jeder jeden Menschens Pfleger sein wird/ muss.

        Es verschwindet nur der materiell wertschöpfende Lohnarbeiter. Den ersetzen Maschinen und Maschinen müssen den pflegenden, erziehenden, bildenden Menschen finanzieren.

        Ohne Homeoffice, das bleibt ein kurzlebiger Artefakt kurz vor der grossen Wende menschlicher Wertschöpfung. In ein paar Jahren ist das Wort aus den Lexika verschwunden.

      • Zufferey Marcel sagt:

        https://www.youtube.com/watch?v=5DBc5NpyEoo

        „Roboter“ Kraftwerk, 1978 😉

      • Zufferey Marcel sagt:

        Я твой слуга, я твой работник.

        Sie können ja Russisch, nehme ich an, Mother’s Finest.

      • Muttis Liebling sagt:

        Wenn ich kyrillisch oder Mandarin schreibe, löscht der Admin das jedes Mal. Es könnte ja obszön sein.

        Selbstverständlich spreche ich Moskauer Strassen- Russisch mit leicht weissrussischen Akzent, was in der Ukraine und in anderen abgelösten Sowjetstaaten von Vorteil ist. Als Weissrusse kann man ein Freund sein, als Russe nicht.

      • Muttis Liebling sagt:

        PS: Ihr Zitat hat einen grammatikalischen Fehler.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Offenbar mutet man mir Perversionen nicht zu, ML, item: Das mit dem Russisch ist ein Copy & Paste-Bluff, insofern kann ich nicht einmal beurteilen, ob da etwas grammatikalisch nicht stimmt. Und was die Arbeitswelt und unser aller Zukunft anbelangt: Sie scheinen mir Thomas Morus Thesen viel zu stark verinnerlicht zu haben- oder jene von Marx, der ja sowieso das Meiste von ihm abgekupfert hat 😉

        Die Arbeitswelt fächert sich auf und die zeitlich unbefristete, sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle rückt dabei mehr und mehr in den Hintergrund. Das ist so ziemlich das Einzige, was sich zum jetzigen Zeitpunkt mit einigermassen grosser Sicherheit sagen lässt. Alles andere ist Spekulation.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Man muss immer auch die Gegenseite beleuchten, so zumindest sieht es doch der Pressekodex vor, item: Yahoo hat vor drei Jahren den umgekehrten Weg eingeschlagen, warum genau, liest man hier:

    http://www.sueddeutsche.de/karriere/yahoo-schafft-home-office-ab-plaedoyer-fuer-die-praesenzpflicht-1.1610553

    Das Plädoyer für die Präsenzkultur kommt ausgerechnet von der Süddeutschen- wer hätte das gedacht 😉

  • trudi Frey sagt:

    Zwei Sachen auf einmal kann der Mensch nicht machen, also was soll der Versuch es doch zu tun bringt garnichts.

    • 13 sagt:

      Ach ja? Würde ich nicht regelmässig zwei Sachen gleichzeitig machen, müsste mein Tag mind. 40 Stunden haben…

  • 13 sagt:

    Ich denke nicht, dass viele Arbeitgeber in Jobs, wo es möglich ist, sich wirklich dagegen sperren. Ich kenne einige Teil-Homeworker, sei es im kaufmännischen Bereich, Informatiker, Ingenieure im Managementbereich, Juristen und sogar Chemiker und Ärzte, die die Berichte zu Hause schreiben. Es ist aber eine Frage der Organisation und des persönlichen Charakters. Daneben wache Kleinkinder zu betreuen ist eher schwer. Bei Schulkindern hingegen sollte das möglich sein. Ich nutze die Möglichkeit gerne, wenn ich mich auf eine spezielle grössere Arbeit konzentrieren muss, gerade weil ich da nicht nur dauernde Telefons, E-Mails etc. abgelenkt werde und wenn es nicht so drauf ankommt, ob etwas um 15.00 Uhr oder um 17.00 Uhr fertig ist, aber so alle 2-3 Wochen ein Tag reicht mir völlig aus.

    • Es gibt einfach grosse Unterschiede von Unternehmen zu Unternehmen und von Chef zu Chef. Ich habe mich auch schon bei Vorezeigeunternehmen beworben und vom künftigen Chef signalisiert erhalten, dass er Homeoffice nicht toleriert.

    • 13 sagt:

      Natürlich gibt es Unterschiede, auch vielleicht branchenabhängig. Und doch sehe ich eine Zunahme. Eine Freundin von mir, hat es vor ca. einem Jahr geschafft, ihrem Vorgesetzten zu erklären, dass sie es sehr schätzt, mit einem 70%-Pensum eine Kaderstelle zu haben, diese könne sie aber nicht ausüben, wenn sie von zu Hause keinen Systemzugriff hätte. Auch wenn dies streng gegen die Politik des Unternehmens (mehrere Hundert Angestellte) ging, bekam sie den Zugriff und arbeitet inzwischen einen Tag pro Woche von zu Hause aus. Vielleicht ist es bei einem Bewerbungsgespräch etwas schwerer, ist man aber etabliert, klappt es oftmals.

      • Genau, man muss halt oft um flexible Modelle kämpfen und vieles klappt, sobald der Arbeitgeber befürchtet, eine geschätzte Mitarbeiterin zu verlieren. Der Trend geht sicher in die richtige Richtung. Und doch kenne ich viele – insbesondere Väter – die gerne mehr Homeoffice machen würden, aber die Chefs wehren sich auf Basis diffuser Ängste.

      • Teeniemutter sagt:

        Nicht nur ist die Möglichkeit zur Heimarbeit von Branche zu Branche verschieden, sie hängt auch davon ab, ob man im Betrieb Lehrlingeausbildet. Dazu sind präsente Lehrmeisterinnen notwendig. Wenn die Mehrheit der Arbeitnehmenden während des grössten Teils der Arbeitszeit nicht am Arbeitsplatz anwesend ist, ist sinnvolle Berufsaufbildung und Praktikantenbetreuung auf der Linie kaum mehr möglich. Dies bedingt nicht allzu kleine Teilzeitpensen und Homeoffice nur im Ausnahmefall.

      • Carolina sagt:

        Mir scheint, auch bei diesem Thema wird völlig ausser Acht gelassen, dass immer noch eine Mehrheit der Arbeitnehmer nicht Anwälte, Informatiker, Ärzte sind, sondern nicht in Kaderbereichen arbeiten. Wenn ich mich bei der Migros als Kassiererin bewerbe oder als kaufmännische Angestellte bei einer KMU, habe ich ganz sicher nie die Verhandlungsmacht, Kinderbeaufsichtigung einzufordern bzw auch nur zu erwähnen! Wie so oft verwechselt die akademische Klasse ihre eigenen Möglichkeiten mit der Realität eines Alltags, den die Mehrheit lebt/leben muss.
        Vielleicht wäre es an diesen Leuten, für diejenigen, die das mangels Verhandlungsmacht nicht können, bessere und flexiblere Modelle anzusprechen (so überhaupt realistisch!).

      • 13 sagt:

        @ Teeniemutter
        „Nicht nur ist die Möglichkeit zur Heimarbeit von Branche zu Branche verschieden, sie hängt auch davon ab, ob man im Betrieb Lehrlingeausbildet. Dazu sind präsente Lehrmeisterinnen notwendig.“
        Das trifft zwar zu, aber es ist ja eher selten, dass jemand alles im Homeoffice macht. Meist sind es auf ein Vollzeitpensum so 1-2 Tage pro Woche und soviel dürfte auch ein Lehrmeister fehlen, v.a. wenn er diese vielleicht noch auf die Schultage des Lehrlings legt.

        @ Carolina
        Ich habe extra geschrieben „in Jobs, wo es möglich ist.“. Mein Mann arbeitet im Service, es ist klar, dass er dem Gast das Essen nicht von zu Hause aus servieren kann und auch Gleitzeit ist eher ungünstig. Im kaufmännischen Bereich muss es auch keine Kaderstelle sein.

  • mascha sagt:

    Für ein effizientes homeoffice braucht man genau so Kinderbetreung wie wenn man ins Büro geht, es ist also die Frage, wieviel es bringt, ausser der Einsparung des Arbeitsweges. Ein homeoffice Tag mag m.E. ab und zu mal gehen, aber ein effizientes Arbeiten ist das auch nur, wenn die Kinder ausser Haus sind bzw. schlafen. Das Bild dazu ist ohnehin Gugus, mit dem Kind auf dem Schoss vor dem Kompi kann man Schwiizergoofe hören aber sicher nicht was schlaues arbeiten.

    • Es muss aber auch nicht jeder Tag aus effizientem Arbeiten bestehen. Wenn ich am Ende 9 Stunden für 5 Stunden Arbeitsleistung aufwende, kann sich das immer noch lohnen, wenn ich dabei auch noch ein Kind betreue. Ob das Rechenbeispiel aufgeht, hängt natürlich vom Kind ab.

  • Martin sagt:

    kommt auf die Taetigkeit an oder? Wenn ich einen Bericht erfassen muesste, ich koennte auch irgendwo bei dem Sonnenschein ins Freie oder Homeoffice machen. Wenn jetzt der Nachwuchs noch ins Spiel kommt, dann sehe ich schwarz fuer wertsteigernde Arbeiten. Wie auch, solange nicht geschlafen wird, will das Kind spielen, gefuettert, Windeln gewechselt usw werden.

    • Ich nutze Mittagsschlaf und selbstständige Spielzeit meines Kindes zum Beantworten von dringenden E-Mails, für kurze Telefonate oder Abklärungen, die keine besondere Konzentration benötigen. Während der Hauptarbeitszeit schaut meine Frau zum Brecht, respektive ich, wenn sie arbeitet.

      • elena sagt:

        Wir hatten drei Kinder. Nehmen Sie mal alle drei auf den Schoss und erledigen Sie dann mal die Telefonate resp. die ‚Arbeit‘. Klar, alle sind sie nicht genau gleich klein, das hiesse dann irgendwie, eines auf dem Schoss, das andere rennt irgendwo rum, das dritte…… Aber ja, für Sie mag es gehen, vor allem da ja Ihre Frau in den meisten Fällen den Brecht betreut. Irgendwie schräg aber für mich nicht gerade das Modell der Zukunft.

      • Dass es das Modell der Zukunft ist, denke ich auch nicht. Und mit 3 Kindern wird’s bestimmt schwieriger als mit einem. Mein Punkt ist: Man sollte sich mehr auf Individuelle Lösungen und Experimente einlassen. Für jemanden ist das Homeoffice die Lösung, für jemand anderen gleitende Arbeitszeiten, ein flexibles Pensum oder ein Betriebshort.

  • Papperlapapi sagt:

    Ich hätte die Möglichkeit Homeoffice zu machen, möchte dies aber nicht. Ich hatte früher eine Stelle, an der ich Pikettdienste zu leisten hatte, mit ständiger Erreichbarkeit und das „Eindringen“ meiner Arbeit in meinen Privatbereich hat mich sehr gestört.
    Heute bin ich froh, besteht wieder eine glasklare Trennung. Wenn ich zuhause bin, bin ich zuhause. Meine Geschäfts-E-Mails werden nicht weitergeleitet, die kann ich ausschliesslich im Geschäft lesen. Auch Telefonanrufe werden nicht weitergeleitet.
    Für mich ist die klare Trennung von (oft belastender) Arbeit und Privatleben Lebensqualität, die ich nicht missen möchte. Da nehme ich den Arbeitsweg auf mich.

  • Stevens sagt:

    Herr Tschanen, könnten sie mal aufklären, was es mit dem „Brecht“ auf sich hat?
    Ihre Texte sind wirklich gut. Aber jedes Mal, wenn man vom „Brecht“ liest, hat man das Gefühl, man könne den Text nicht richtig verstehen, man wisse etwas nicht.

    Wenn es also irgend eine spezielle Bedeutung hat, wäre es gut, davon zu erfahren.
    Wenn es nur ein ulkiger Spitzname ist, dann könnten sie es doch einfach durch „das Kind“, „der Sohn/die Tochter“, „der/die Kleine“ etc… ersetzen.
    Ihre Texte werden dadurch nicht schlechter

    • Danke für das Kompliment. „Der Brecht“ hat keine tiefere Bedeutung. Manche finden es doof, andere freuen sich drüber. Es ist ganz einfach der Spitzname meines Kindes und ich habe bei einem meiner früheren Beiträgen beschlossen, ihn fortan im Mamablog zu verwenden. „Das Kind“ ist auf Dauer etwas unpersönlich und „der/die Kleine“ werden Sie von mir nie lesen. Da habe ich dann doch Prinzipien.

  • Teeniemutter sagt:

    Dieses Modell wird häufig von im Journalismus oder im publizistischen Bereich Beschäftigten gelebt oder propagiert. Dort mag dies gut funktionieren: das Arbeitsgerät und alle Informationen sind zur Verfügung, und gerade wenn man sich mit familiennahen gesellschaftlichen Themen auseinandersetzt, ist auch der Gedankensprung nicht weit. Außerdem hat man meist keine Vorgesetzenfunktion.
    Für die meisten Berufstätigen ist Präsenz am Arbeitsplatz allerdings unumgänglich (siehe oben), allenfalls wäre ein Tag zu Hause zwecks Erledigung von Administrativem o.ä. hilfreich. Für meine Mitarbeiter und meine Teams bin ich als engagierte Chefin gerne vor Ort.
    Das Bild mit Baby und Computer nervt nur noch… bitte einfach nicht mehr verwenden zur Illustration dieses Themas. Danke,

    • Anneliese Meyer sagt:

      Ja, danke. Finde das Bild schon fast eine Frechheit. Bin selber 100% im Home Office und mein Arbeitgeber würde sich schön bei mir bedanken, wenn ich gleichzeitig noch die Kinder betreuen würde. Aber solche Visuals bestätigen halt die allgemeinen Vorurteile vom Home Office. Eine gewisse Flexibilität gibt es einem schon, ich konnte allerdings in all den langen Home Office Jahren nie auf die Krippe verzichten.

      • Roger Leblanc sagt:

        Sorry, da bin ich anderer Meinung. Mein halber home-office Tag pro Woche entspricht sehr wohl der Beschreibung im Text und Bild: dringende e-mails warden sofort erledigt, aber die Kinder werden nicht fremdbetreut, sondern von mir – jetzt wo’s schön wird sind sie z.B. im Garten und wissen, dass sie zu mir kommen können, wenn was ist oder wenn es Zeit ist für den Zvieri. Das ist so mit meinem Arbeitgeber abgemacht. Im Gegenzug verpflichte ich mich, meine Arbeit dann zu erledigen, wenn sie anfällt – und das kann dann gut am Wochenende oder am Abend, nach dem Insbettgehen der Kids sein. Klappt sehr gut und ist für alle Beteiligte ein Gewinn.

      • Teeniemutter sagt:

        @ Roger Leblanc Dann sind die Kinder aber nicht mehr ganz klein, wenn sie alleine im Garten spielen und nur für das Zviere hereinkommen. Mich würde das Bild auch weniger stören, wenn Primarschulkinder im Hintergrund Hausaufgaben machen oder draussen spielen. Und wenn das so bei Dir mit dem Arbeitgeber abgemacht ist, ist es auch o.k.. Bei Säuglingen und Kleinkinder funktioniert es aber in den seltensten Fällen für längere Zeitabschnitte, darum finde ich es schade, wenn zu diesem Thema immer der gleiche Typ Bild verwendet wird und damit suggeriert wird, dass Betreuung von kleinen Kindern so funktionieren kann.
        Meinen halben Homeoffice-Tag brauche ich übrigens für das Literaturstudium, für welches im Grossraumbüro keine Ruhe ist.

  • Annalou sagt:

    Als selber Heavy Homeofficer bin ich mit allen Punkten einverstanden mit einer Ausnahme: Auch wenn man zu Hause ist, so sollte man eine Kinderbetreuung haben, wie wenn man im Büro wäre. Es ist einfach nicht professionell, mit Kinderlärm im Hintergrund Kundengespräche zu führen und man selber ist nicht konzentriert. Und ich befürchte, dass von Arbeitgebern das Homeoffice vor allem als „Krippe sparen“ angeschaut wird. Das hilft nicht mit, dieses flexible Modell zu promoten.

    • Orbiter sagt:

      @Annalou, Sie bringen es auf den Punkt. Kann ich zu 100% unterschreiben. Wenn man auch noch an einer Telefonkonferenz im Hintergrund bei einem Teilnehmer, noch irgend einen Trickfilm als Tonspur mitbekommt, hat das mit Professionalität nicht mehr viel zu tun. Ganz nach dem Motto: Papa ist am werkeln und die Kleinen ziehen sich Trickfilme rein, damit sie ruhig gestellt sind.

    • ariane sagt:

      Da bin ich einer Meinung. Ich arbeite nur Homeoffice, aber meine Kinder sind in dieser Zeit nicht Zuhause. Arbeiten mit den Kindern geht nicht. Da könnte ich mich gar nicht konzentrieren. Also ich trenne Homeoffice und Privatleben strikt. Muss schliesslich die Arbeit in den mir verfügbaren Stunden erledigen… Genau diese Clichés wie in dieser Story machen den Arbeitgebern doch Angst vor Homeoffice…

      • Angst wollte ich natürlich niemandem machen. Ich trenne Arbeit und Privatleben auch, aber nicht komplett. Beispielsweise unterscheide ich bei Telefonaten: Bei Arbeitskollegen und langjährigen Kundenbeziehungen darf man auch mal ein Kind im Hintergrund hören, solange es nicht stört. Es gibt aber einige Gespräche, für die ich mich in einen geschlossenen Raum zurückziehe. Der Grösste Teil der Arbeit besteht aber (zumindest bei mir) sowieso nicht aus telefonieren. Die Frage bei Telefonaten ist: Will man seinem Gesprächspartner vorgaukeln, man sei im Büro, oder darf er wissen, dass man zu Hause arbeitet? Ich finde, letzteres fördert die Akzeptanz des Homeoffice.

      • ariane sagt:

        Er darf schon wissen dass man Zuhause ist. Ruft mich ein Kunde ausserhalb meiner Arbeitszeiten an, sind die Kinder ja auch da. (Ich arbeite Vormittags wenn die Kinder in der Schule sind und 2 Nachmittage, dann sind sie im Hort, 70%)
        Aber ich muss mich bei meiner Arbeit konzentrieren und die Kinder würden, wären sie Zuhause, immer zu mir kommen und meine Gesellschaft/Unterstützung wollen. So richtig arbeiten, 3h an etwas sitzen, das kann ich nur ohne sie. Egal ob ich in einem Büro irgendwo oder an einem Tisch Zuhause sitze.
        Der Unterschied von Homeoffice zu ins Büro gehen ist für mich nur der Arbeitsweg der entfällt. Die Arbeit mache ich genau gleich, wo, ist egal. Natürlich könnte ich auch Abends arbeiten, aber ich trenne es wirklich strickt. Arbeitszeiten, da arbeite ich. Sonst nicht.

      • ariane sagt:

        Und noch was: ich würde auch den Kindern nicht gerecht werden, würde ich arbeiten wenn sie Zuhause sind. Dann könnte ich mich auch nicht auf die Kinder konzentrieren. Beides ist für mich wichtig: die Arbeit und die Kinder. Aber jedes zu seiner Zeit. So sind sie im Hort besser aufgehoben wenn ich arbeite.

  • dr house sagt:

    ich habe «home-office» gemacht, da gab es diesen begriff noch gar nicht + mich nerven bei dem thema die ewigen klischeebilder von mami bzw. papi mit kind auf dem schoss, telefon am ohr + laptop.
    «home-office» ist nicht einfach ein bisschen «arbeiten-spielen» zu hause! das kann ganz schön knochenarbeit sein + die kunden, die man ggf. anruft würden sich bedanken wir ihr gespräch zig mal von kindergeschrei + dreinreden unterbrochen würde.
    ich war alleinerziehende mutter, doch sowas hätte es bei mir nicht gegeben. erst bat ich kürzlich einen mitarbeiter einer öffentlichen stelle, der homeoffice macht, er soll mich doch anrufen, wenn seine kinder schlafen… man verstand nämlich sein eigenes wort nicht mehr, abgesehen davon, dass er sich nicht auf unser gespräch konzentrieren konnte…

  • Colisa sagt:

    Für Bürojobs mag das ok sein. Es gibt aber noch X andere wichtige Tätigkeiten (Pflegefachkräfte, Strassenbau, Zugführer, Lehrer etc…..) Da erübrigt sich die Diskussion.

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