10 Dinge, die man beim Babybesuch lassen soll

Ein Gastbeitrag von Sarah Pfäffli*

Mamablog

Für Mütter gibt es kurz nach der Geburt nichts Schöneres, als für Fotos zu posieren. Foto: iStock

Sie besuchen eine Kollegin, Ihren Sohn, die Nichte, die vor wenigen Tagen ein Baby bekommen hat? Sie sind ein bisschen unsicher, wie man sich bei so einem Wochenbettbesuch richtig verhält? Zu Recht! Denn diese Visiten fallen ja in eine sehr spezielle Zeit für die neuen Eltern.

Hier deshalb die ultimativen Verhaltenstipps, zusammengestellt aus den schrecklichsten Erfahrungsberichten meiner Freundinnen. Gern geschehen!

1. Schauen Sie überraschend vorbei. Im Wochenbett ist man eh immer daheim, da ist es überflüssig, vorher einen Termin abzumachen. So eine Überraschung liebt doch jeder!

2. Tragen Sie vor dem Besuch grosszügig Parfüm auf. In Frischelternwohnungen kann es ein bisschen muffeln. Und die Neugeborenen riechen manchmal auch noch ein bisschen nach Geburt und so. Da tragen Sie mit einem tüchtigen Sprutz Angel etwas Frische ins Haus.

3. Bringen Sie, falls vorhanden, Ihre eigenen Kinder mit. Das bringt Leben in die Bude! Kinder lieben Babys (es sind für sie lebendige Puppen). Es macht auch nichts, falls eines krank ist; Neugeborene sind noch immun gegen allerlei Käfer, und das härtet sie im besten Fall sogar ab.

4. Nehmen Sie der Mutter das Kind so schnell wie möglich ab. Vergeuden Sie keine Zeit mit Händewaschen und Desinfizieren. Die Frau wird nach stundenlangem Herumgetrage froh sein. Zudem hilft das, um späterem Fremdeln vorzubeugen.

5. Fotografieren Sie alles, am besten noch vor Betreten des Zimmers, dieses tolle Ereignis will dokumentiert sein, unbedingt mit Blitz. Auch ist es schön, wenn man später Erinnerungsfotos vom Stillen, Wickeln etc. hat. Und falls Sie mit der Jungfamilie verwandt sind, freut sich natürlich Ihre Facebook-Community über sofort gepostete Bilder und Selfies!

6. Bringen Sie etwas Spektakuläres mit, am besten Bodys mit witzigen Aufdrucken, grosse Plüschtiere, schöne Keramikfiguren zum Aufstellen. Ja nichts zum Essen, kein schnödes Geld oder Gutscheine – die Familie wünscht sich etwas Persönliches, Originelles, Bleibendes.

7. Erteilen Sie Ratschläge, und machen Sie die Eltern sofort auf allfällige Fehler aufmerksam. Beobachten Sie genau, wie sie das Kind halten, anziehen, wickeln, und korrigieren Sie sie wenn nötig. Stellen Sie auch viele Fragen: Wie läuft das Stillen? Schläft es schon durch? Hattest du einen Dammriss? Dies stellt Intimität her und signalisiert, dass Sie sich für die neue Familie interessieren. Gerade wenn Sie vor 30 Jahren Kinder hatten, ist es hilfreich, wenn Sie berichten, wie man das damals gemacht hat. Besonders in Sachen Stillen wird die Mutter froh sein um Ihre Tipps. Über dieses Thema wird sowieso viel zu wenig diskutiert. (Falls sie nicht stillt: Ermuntern Sie sie, es noch einmal zu versuchen.)

8. Erzählen Sie von sich. Neugeborene sind Langweiler, sie schlafen praktisch nur. Da freuen sich die Eltern über etwas Abwechslung. Schildern Sie detailliert Ihre eigenen Geburtserlebnisse, das verbindet! Oder erzählen Sie Anekdoten aus Ihrem Arbeitsalltag, haben die Jungeltern doch selber momentan keinen. Es ist auch der richtige Moment, um einmal all die grossen Fragen des Lebens anzusprechen – schliesslich haben Sie jetzt endlich einmal Zeit dafür!

9. Sagen Sie Ihre ehrliche Meinung zum Namen. Die Eltern haben viel Energie in die Namenswahl gesteckt, da möchten sie nun auch wissen, was Freunde und Verwandte darüber denken. Schlagen Sie alternative Aussprachemöglichkeiten vor, und berichten Sie, wen Sie sonst noch alles kennen, der diesen Namen gewählt hat oder trägt. (Wenns ganz schlimm ist: Vielleicht ändern sie ihn ja noch.)

10. Rechnen Sie genügend Zeit ein. Der Babyalltag ist dröge. Bleiben Sie deshalb mindestens 2 Stunden, alles darunter könnte als Beleidigung aufgefasst werden. Ignorieren Sie Zeichen, die man boshafterweise als abwimmelnd empfinden könnte, z. B. ein wiederholtes, betontes «So!». Wenn sich die Mama für längere Zeit in ein anderes Zimmer begibt, um zu stillen, bleiben Sie einfach, bis sie wiederkommt; es wäre unhöflich, unterdessen einfach zu verschwinden.