Solch ein Chlaus kommt mir nicht mehr ins Haus!

Ein Papablog.

Ein Kind spricht zum Samichlaus mit Schmutzli der Chlausgruppe St. Otmar am Montag, 6. Dezember 2010 in St Gallen. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Ob dieser Samichlaus auch ein Improvisationskünstler war? (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

Es war einmal alles in Ordnung. Nicht so dieses Jahr. Aus Rücksicht auf die nähere Bekannt- und Verwandtschaft bestellten wir bei der lokalen Chlausgesellschaft erstmals einen Profi. Der Deal: Für die mittlerweile acht Kinder liefern die Eltern einen Text für alle, ein Bilderbuch für eine Geschichte und das stolze Honorar von rund 150 Franken. Dafür bleibt der Samichlaus eine volle Stunde bei uns, und das am Abend des 6. Dezembers. Wow!

Also langte ich in die Tasten und formulierte für den Chlaus einfache, kurze Sätze mit ebensolchen Regieanweisungen. Zwei A4-Seiten, Schriftgrösse 20, klar strukturiert und verständlich für jedes Kind – aber leider nicht für den Chlaus. Dieser versuchte sich als Improvisationskünstler. Mit dem Resultat, dass keiner der anwesenden Erwachsenen auch nur die geringste Ahnung hatte, was der Mann da eigentlich redete. Die Kinder nickten wohlwollend, wenn sie sich angesprochen fühlten, aber ihre Gedanken waren wohl schon im grossen Jutesack zu Füssen des Schmutzlis.

Ich erkannte meinen Text nicht wieder, nur die Namen der Kinder tönten vertraut, und als der Chlaus meinen Sohn auch noch als Mädchen ansprach, rettete ihn dieser elegant mit dem Satz: «Dänn han ichs glaub falsch verstande …» Kleiner Schmeichler! Gut, noch war das erhoffte Säckli nicht im Trockenen. Sondern beim schwarzen Mann.

Apropos Schmutzli: In meiner Erinnerung kam kaum ein Wort über die Lippen im schwarz geschminkten Gesicht. Er hielt den Sack, die Fitze und die Klappe. Unser Schmutzli 2015 sprach – und seine wenigen Sätze verrieten schon, dass er seinem blassen Kollegen rhetorisch um Bischofsstablängen überlegen wäre.

Aber eben, leider hatte der weisse Bart das Wort. Auch bei der Geschichte, deren Spannungsbogen er bei jedem Umblättern mit einem «Das werden wir jetzt gleich sehen» zu überdehnen drohte. Zum Glück kannten die Kinder die Geschichte schon, sodass sie die chlausschen Variationen locker überhörten.

Die Stunde war schliesslich etwas kürzer als vereinbart. Aber ich denke, das war allen Beteiligten recht: den doch noch beschenkten Kindern, den immer noch verwirrten Eltern und dem Samichlaus. Nur der Schmutzli wäre – und wenn ich mir das nur einbilde – wohl gerne länger geblieben, um ein paar Dinge richtigzustellen, die sein Partner gerade verbockt hatte.

Ich weiss jetzt zumindest, warum sich der Samichlaus so gut verkleidet.

77 Kommentare zu «Solch ein Chlaus kommt mir nicht mehr ins Haus!»

  • Samichlaus sagt:

    Lieber Franz. Siehst du: Als Lehrer hast du es ja auch nicht gerne, wenn dir die Eltern vorschreiben, wie du den Unterricht gestalten sollst … 🙂 Und vergiss nicht, mich für deine Schulklasse 2016 zu bestellen!

  • Franz Vontobel sagt:

    „Ich drück doch nicht jedes Jahr die Schulbank (u.a. mit Kinderpsychologen) und übe meine Geschichten ein, um mir dann minutiös vorschreiben zu lassen, was ich tun muss.“

    Da soll’s dir nicht besser gehen, als den Lehrern, Samichlaus… 😀 (v.a., da du ja noch mehr Ferien hast als die! :D)

    Aber grundsätzlich sind unsere Ansichten zum Thema vermutlich gar nicht so weit auseinander…

  • Samichlaus sagt:

    Lieber Franz. Ja, wer zahlt, befiehlt. Da hast du völlig recht. Nur: Wer sich an einen Profi wendet, sollte ihn auch wie einen Profi behandeln. Du gehst ja auch nicht zum Arzt und schreibst ihm Punkt für Punkt, was er tun soll. Und beim Coiffeur sagst du vielleicht, wie du dir in etwa deine Frisur vorstellst. Aber du schreibst ihm nicht von A bis Z vor, wann er wie welchen Schnitt machen muss. Genau so ist es beim Samichlaus. Ich drück doch nicht jedes Jahr die Schulbank (u.a. mit Kinderpsychologen) und übe meine Geschichten ein, um mir dann minutiös vorschreiben zu lassen, was ich tun muss. Ganz klar: Mein Helfer hat bei dieser Feier versagt. Da gibt es kein Pardon. Aber ein kleinwenig muss sich der liebe Raphael schon auch an der eigenen Nase nehmen.

  • Samichlaus sagt:

    Kleiner Nachtrag: Stell dir vor, lieber Raphael: Du schreibst einen Blogartikel über mich (also den richtigen Samichlaus; weil der, der bei dir war, war ja nur einer meiner Helfer). Und ich würde dir Wort für Wort vorschreiben, was du schreiben musst. Das würde dir doch auch nicht gefallen, nicht? Schliesslich bist du Journalist und weisst, wie man so was macht. Samichlaus ist vielleicht kein Beruf. Aber eine Berufung. Und der gute Mann weiss auch ziemlich gut, was er machen muss, um Kinderaugen zum Leuchten zu bringen und Väterherzen zum Schmelzen zu bringen. Nur wenn man ihm alles bis ins letzte Detail vorschreibt, ist er in etwa gleich brüskiert wie ein Journalist, dem man seine Artikel bis ins letzte Komma diktiert.

    • Franz Vontobel sagt:

      Lieber Samichlaus,
      wenn du für deinen Bericht bezahlst (wie der Raphael für den Auftritt deines Helfer-Chlauses), also eine sogenannte Publi-Reportage bestellst, dann wirst du dem Raphael aber auch vorschreiben, was genau da drin stehen soll – im Extremfall bis auf’s Komma.

      • Samichlaus sagt:

        Liebe Franz. Nein, das würde ich nicht. Schliesslich ist er der Profi, wenn es ums Schreiben geht. Ich würde ihm lediglich ein paar Inputs mit auf dem Weg geben. Genau so, wie er mir lediglich ein paar Inputs geben sollte, wenn ich seine Familie besuche. Ich nehme das dann auf und mach was draus 🙂

      • Franz Vontobel sagt:

        Na gut, aber du könntest es. Du bist nämlich der Kunde, der für eine Dienstleistung bezahlt hat (im Gegensatz zu einem journalistischen Artikel).

        Und du weisst ja, in der Schweiz gilt, mehr denn irgendwo sonst: wer zahlt, befiehlt!

  • Monalisa sagt:

    Ich bin totaler Fan von den Kläusen der Sankt Nikolaus Zunft Zürich … Vorgefertigte Sätze finde ich nicht ideal . Sind ja keine Schauspieler … Ein guter Klaus arbeitet mit seinem Schmutzli als Team und bringen auch die Erwachsenen zum nachdenken. Dafür haben sie ein vorgefertigtes Formular wo man Stichwörter zu den Kindern überbringen kann und das Loben / Tadeln ist nicht der Hauptinhalt des Besuches!

    • Samichlaus sagt:

      Lieber Raphael. Ich kann deinen Ärger verstehen. Auch wenn sie ehrenamtlich arbeiten: Samichlaus & Schmutzli sind Dienstleister und müssen einen guten Job machen. Ich glaube aber, dass du auch einen Teil zum Debakel beigetragen hast. Wenn du den beiden so viel Text mit auf den Weg gibst und die beiden nur zum Ablesen brauchst, raubst du ihnen jede Motivation. Sogar das Büchlein für die Geschichte schreibst du vor. Das grenzt schon ein wenig an Bevormundung. Ich kommentiere bei meinem Besuchen höchstens 3 Dinge, welche die Kinder sehr gut machen (stehen blau in meinem Buch). Und etwas, das die Kinder bis zum nächsten Jahr besser machen müssen (steht rot in meinem Buch). Ich erzähle auch gerne Geschichten aus meinem Leben. Aber bitte meine eigenen.Die habe ich nämlich gut vorbereitet.

  • Rosche sagt:

    Grundsätzlich eine nicht so erfreuliche Geschichte für euch Erwachsenen, wohl mehr peinlich.
    Wir hier bei uns zu Hause, die es nun lesen dürfen, haben uns jedoch herzlich amüsiert über diesen Beitrag. Wir haben es uns vorgestellt und einander vorgemacht, wie es sich wohl abgespielt haben könnte. Es sind auch Tränen geflossen. Vom Lachen natürlich. Allerdings keine Stunde lang, das wär kaum auszuhalten.
    Danke für diese Weihnachtsgeschichte.

    • Raphael Diethelm sagt:

      Gern geschehen. Danke für das erfreuliche Feedback und ein frohes Fest! Und natürlich weitere Tränen vor Lachen!

  • Leonhard Fritze sagt:

    Manchmal frage ich mich, wie weit sich Eltern von der Kindheit entfernt haben. Ein Chlaus im Kinderzimmer bedeutet für das Kind einen Intergritätsverlust. Es bedeutet, dass Chlaus und Co über der elterlichen Macht bzw. Fürsorge stehen. Das Schutzbedürfnis eines Kindes wird unterwandert durch fremde Personen mit dieser Form der Autorität. Sensible Kindes-Naturen können Ansätze von Traumatisierung entwickeln. Wenn auch 150.- Fr für so einen Anlass wohl eher preiswert sind, stellt sich die Frage nach Alternativen. Zum Beispiel am See abends die Schwäne füttern, und dann beim Marroni-Mann einen Schwatz plus Konsumation. Wenngleich Chlaus mit Schmutzli samt Esel eine unvergessliche und märchenhafte Kulisse darstellen, würde ich sie doch nicht in die Stube bestellen.

  • Papperlapapi sagt:

    Was bezweckt man damit, den Kindern vorzuspielen, es gebe im Wald einen alten Mann, der alles sieht und weiss und dann einmal im Jahr vorbeikommt um besserwisserisch und patriarchal zu tadeln und zu loben? Vollkommen überflüssiger Brauch, mit dem ich gar nichts anfangen kann.

  • Cebrat sagt:

    Da lobe ich mir die Chlousezunft Bärn! Es ist ein wundervolles Erlebnis jedes Jahr, der Chlous ist feinfühlig, weltoffen und auf eine sanfte Art humorvoll, und der Schmutzli im Hintergrund ebenso! Da glaube ich selbst sogar Jahr für Jahr wieder an DEN Chlous! Ein riesiges Dankeschön an diese Zunft!!!

  • Chrigu sagt:

    Bei uns kommt seit Jahren der gleiche Chlaus.
    Wir haben eine Seite für jedes Kind (zwischen 7, 9, 11) vorbereitet.
    Er improvisiert seit Jahrend eine perfekte Geschichte aus seinem goldigen Buch. Jedes Wort, jeder Ton, jede Handbewegung sitzt perfekt.
    Aber wie bei allem gibt es halt unterschiedliche Chläuse und unterschiedliche Tage.

  • Pascal sagt:

    Die Geschichte klingt interessant.

    Meine Eltern haben auch immern einen Chlaus bestellt. Ich fand es immer ein schönes Erlebnis. Naja einmal hat der Schmutzli seine Fitze meinem Vater geschenkt, ich weiss jetzt noch nicht warum ;).

    Ich glaube, dass deine Regieanweisungen ebenfalls so am Ziel vorbeigeschossen sind wie der Chlaus.

    Was mich aber am meisten stört ist, dass Raphael Diethelm sich ständig rechtfertig, zu beinahe jedem Kommentar. Warum?

    • Martin Frey sagt:

      „Was mich aber am meisten stört ist, dass Raphael Diethelm sich ständig rechtfertig, zu beinahe jedem Kommentar. Warum?“
      Was stört Sie daran? Er nimmt am Diskurs teil, ist doch ein schöner Zug?

  • Sportpapi sagt:

    Hm. Heute hat also einer mal Pech gehabt mit dem Samichlaus. Kann vorkommen. Morgen vielleicht mal eine unfreundliche Bedienung im Kaffee, übermorgen der Trainingsleiter, der zu spät kommt oder die Musiklehrerin, die zu wenig verständnisvoll ist?

    • Franz Vontobel sagt:

      Ach kommen sie, SP. Als hätten sie zu unfreundlicher Bedienung / verspätetem Trainingsleiter / verständnisloser Musiklehrerin dann nicht die einzig wahre Sicht der Dinge beizutragen… 😉

      • Sportpapi sagt:

        Klar hätte ich die einzig wahre Sicht der Dinge beizutragen. 1. Ausnahme! 2. Macht es erst mal besser.

      • Franz Vontobel sagt:

        „Macht es erst mal besser.“

        Aha. Man darf also nur Dinge kritisieren, die man selber besser kann …

      • Widerspenstige sagt:

        Huch, ich komme ohne Zensi einfach durch….ist das wegen der Wahl des neuen BR aus der Romandie?

        Also dann gäbe es bald nichts mehr zu kritisieren und es wäre Funkstille in den Foren…. 😀

  • Hitz sagt:

    Find ich voll spannend und zum Nachdenken anregend, wenn so ein Blog zu der privaten Beschwerdeecke von Autoren wird. Nicht.

    • Franz Vontobel sagt:

      Und ich finds supi, wenn amerikanische Redewendungen 1:1 ins Deutsche übersetzt werden, wo sie dann so wunderbar funktionieren. Nicht.

  • langjähriger Chaus sagt:

    Als langjähriger Chlaus kann ich da nur folgende Empfehlung geben.

    Unbedingt Feedback an die Gesellschaft geben, ohne Feedback keine Verbesserung.

    Regieanweisungen… ehrlich? Chlausen ist die Kunst sich situationsabhängig und spontan, mit den Stichworten der Eltern, sich in eine vertrauensvolle und entspannte Kommunikation mit dem Kind zu begeben.

    Lob und Kritik sollte sich die Waage halten, der Chlaus ist nicht die jährliche Gelegenheit die Erziehung der Eltern wieder gerade zu biegen.

    Bitte keine sterilen Wohnungen, Weihnachtsschmuck und ein paar Kerzen sollten schon sein.

    Die Kosten von 150.- für 6 Kinder ist echt Preiswert, zudem ist in der Stunde auch die Hin- und Weiterfahrt enthalten, da können aus 60min schnell 30min werden.

  • Chris sagt:

    Unser Chlaus war suuuuper, bin jedem dankbar, wenn er einen ganzen Samstag und Sonntag als Chlaus durch die Gegend wandert. Hab es selber mal gemacht und sitze jetzt lieber zuhause. Sind nicht alle Menschen geborene Schauspieler.

  • Anna Meier sagt:

    Also 150.- für eine Stunde für 2 Personen mit Kostümierung, Anfahrt etc. würde ich persönlich nicht wirklich als ein „fürstliches Honorar“ bezeichnen. Das war wohl eher die Budgetvariante?

    • Raphael Diethelm sagt:

      Schon möglich. Der vereinbarte Tarif war „zwischen 100 und 150 Franken“. Aber wie schon gesagt: Mir gehts nicht ums Geld, sondern um die Leistung. Und die war schwach.

  • diego sagt:

    Wow… 150 Stutz!!! Sind wir im St. Galler (Hinter-)Oberland wirklich so ab vom Schuss, dass die armen Chläuse nur gerade 20.- für eine 3-Kinder- Familie und eine halbe Stunde verlangen können?
    Ich denke aber eher, dass es bei uns noch mit Ideologie zu tun hat und der schnöde Mammon wirklich gerade mal für die Umtriebe gebraucht wird. Ein Hoch auf die Hinter- pardon – Oberländer Chläuse!

    • Brunhild Steiner sagt:

      @diego

      im Oberländer-Hi nterland sind die Mieten für Vereinslokalitäten und Lagerstätten vermutlich ebenfalls bisschen tiefer, dieser Preis bezieht sich ja längst nicht bloss auf die Präsenz bei den Familien selber…

  • Res Fankhauser sagt:

    Ich leite seit vielen Jahren ein Samichlaus-Team . Ein professionell geschminkter Chlaus besucht bei uns zusammen mit 3 Schmutzli die Familien. Bilder davon auf unserer Homepage. Dieses Jahr waren wir an drei Tagen unterwegs, jeweils 12 Teams. Wir haben insgesamt mehr als 600 Kinder besucht. Der Basispreis für einen Besuch beträgt Fr. 25.– inkl. 1 Kind, jedes weitere Kind plus Fr. 10.–. Reklamationen gab es keine. Wenn ich die Kommentare bezüglich Preis hier lese… bleibt mir nur das Staunen. Der Samichlaus überlegt sich eine Preisanpassung für das nächste Jahr 😉

    • Franz Vontobel sagt:

      Herr Fankhauser, bitte teilen sie dem Samichlaus vor seiner Preisanpassung mit, dass sich in diesem Bl0g vor allem die obere Mittelschicht herumtreibt… nicht alle Familien, die gerne Samichlaus-Besuch hätten, können sagen: Ach, 150 Stutz ist wirklich nicht teuer!

  • Paul Moser sagt:

    Man kann halt nicht alles kaufen.

  • Brunhild Steiner sagt:

    @Ra phael Die thelm

    haben Sie dieses Feedback auch der betroffenen Chlausgesellschaft geliefert?

    Zum Preis, da kann ich mir nur anschliessen, diese Vereinen können sich in der Regel bloss dank Spenden über Wasser halten, Ihre 150.- sind nie kostendeckend.

    • Brunhild Steiner sagt:

      … kann ich mich nur anschliessen und
      diese Vereine,
      rechtschreibetechnisch gäbs vom betreffenden Chlaus wohl einen Verweis…

    • Raphael Diethelm sagt:

      Nein, die betroffene Chlausgesellschaft ist noch nicht informiert. Wird sie aber demnächst. Mir ist bewusst, dass diese Vereine – wie andere auch – ein Nachwuchsproblem haben und froh sind, dass sie überhaupt Chläuse finden. Und wie geschrieben: Unserem Schmutzli gebe ich gerne wieder eine Chance.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Ra phael Diet helm

        danke für die Antwort, vielleicht können Sie Ihre Beschwerde samt Reaktion und weiteren Entwicklungen daraus ebenfalls in einen Bl0g verarbeiten, so als eine Art „Bad Santa 2- so ging es weiter…“ ?

  • zoralana sagt:

    Tja. Ich kann nur sagen, dass wir über all die Jahre mit dem Santiglaus aus unserer katholischen Kirchgemeinde absolut gut gefahren sind. Herzlich, spontan und gut gekleidet. Auch die beiden Schmutzlis. Das Ganze kostete ein Trinkgeld (neben den Kirchensteuern).

  • marusca sagt:

    Na, und wenn schon: wenn man (neben den legendären Kindergeburtstagen der Neuzeit) auch noch den Chlausabend mit geladenen Gästen und sonstigem Brimborium zum unvergesslichen Event machen will, ist das anschliessende Gejammer über den Preis wohl müssig. Im Übrigen kann ich mir kaum vorstellen, dass der Niggi Näggi so unfähig gewesen sein soll, wie es hier lautstark dargestellt wird. Und wenn, haben es die Sprösslinge (samt Entourage) schon längst und sogar ohne mögliche Entstehung von Ekzemen oder sonstigen Allergien bravourös verkraftet – bestimmt!

  • stella sagt:

    Wir haben das Gegenteil erlebt. Das erste Mal einen Chlaus von der Nikolausgesellschaft in Bülach angeheuert. Das war ein super Chlaus! Meine Kinder sind schon etwas grösser( 10,12,14) und eigentlich dem Chlausalter entwachsen. Er lobte und tadelte im richtigen Ton( angesichts der Pubertät beim Grossen ein Wunder) ich habe meinem Mann gesagt, schade, dass wir das nicht schon früher gemacht haben!

  • tststs sagt:

    1. Muss ich mich meinen Vorkommentierenden anschliessen: 150 Stutz ist wirklich nicht teuer…
    2. Nähme mich schon wunder, wieso denn nicht auf den bewährten Chlaus zurückgegriffen wurde…

    • Reincarnation of XY sagt:

      Volle Übereinstimmung. Ein Armutszeugnis hier von „teuer“ zu sprechen.

      Ich ärgere mich zwar auch über schlechte Dienstleistungen. Aber noch ärgerlicher sind Konsumenten, die alles möglichst gratis wollen, als ob sie selbst gerne gratis arbeiten würden.

      • Raphael Diethelm sagt:

        Wer spricht hier von „teuer“? Ich habe es bloss ein stolzes Honorar genannt, vor allem rückblickend. Für einen anständigen Samichlaus zahle ich gerne 150 Franken.

  • Mike Müller sagt:

    Was soll diese Geiz ist Geil Mentatlität der Eltern? Für 2 Leute inkl. Anfahrt, Kostüme usw. da verrechnet heute jeder schlechter Handwerker schon mehr für die Anfahrtspauschale. Ich kann den Mann auch verstehen, wenn er nicht alle vorgegebenen Texte der nörgelnden Eltern auswendig kennt… für diesen miesen Stundenlohn kann man auch keine Wunder erwarten.

    • Franz Vontobel sagt:

      Nur ist Chlaus-Sein in einer Samichlaus-Gesellschaft weder ein Broterwerb noch eine Tätigkeit, die Profit abwerfen muss, sondern ein ehrenamtlicher Einsatz – ich weiss, ein seltsames Konzept in unseren profitmaximierenden Zeiten. Viele Samichlaus-Gesellschaften machen Familienbesuche sogar gratis bzw. gegen freiwilligen Unkostenbeitrag.
      Wenn ich also 150.- Franken löhne, und dafür Bad Santa geliefert bekomme, würd‘ ich mich schon auch etwas fragen…

      • Martin Frey sagt:

        Richtige Anmerkung, Hr. Vontobel. In der Regel wird einfach ein Entgelt für Spesen u.ä erwartet, der Rest ist freiwillige ehrenamtliche Tätigkeit.

      • Sportpapi sagt:

        Nur bemisst sich das erwartete freiwillige Entgelt üblicherweise an der Anzahl Kinder. Und da passen dann die 150 Franken wohl ziemlich gut.
        Es ist ja auch nicht so, dass letztlich nur zwei Personen mit dem Chlausbesuch zu tun haben. Da ist ein ganzes Team im Hintergrund, das mitarbeitet.

      • Franz Vontobel sagt:

        Sorry, aber wenn der Samichlaus nichts auf die Reihe kriegt, dann sind die 150.- immer noch etwas gar viel, auch wenn ihm im Hintergrund ein ganzes Team geholfen hat, nichts auf die Reihe zu kriegen…

      • Franz Vontobel sagt:

        „Nur bemisst sich das erwartete freiwillige Entgelt üblicherweise an der Anzahl Kinder.“

        Mhh… aber sie wissen schon, was „freiwillig“ bedeutet, oder?

      • Sportpapi sagt:

        Ich weiss, was freiwillig bedeutet. Wissen Sie, was erwartet bedeutet?

      • Franz Vontobel sagt:

        Jup, weiss ich. Und sie?

        Ich habe die widersprüchliche Kombination „erwartetes freiwilliges Entgelt“ ja nicht in die Welt gesetzt…

      • Sportpapi sagt:

        @Vontobel: Ich auch nicht. So steht es – zu recht – auf den Homepages von Chlausgesellschaften. Eine Gabe ist freiwillig, wird aber erwartet. Wer nichts gibt, bekommt bei uns im Dorf einen EZ, quasi als Wink mit dem Zaunpfahl.

      • Widerspenstige sagt:

        Das ist jetzt aber witzig, so eine Formulierung könnte ich meinen Kunden nicht zumuten. Entweder ist eine Dienstleistung freiwillig und demnach gratis erbracht oder es wird ein frei wählender Unkostenbeitrag erwartet. Noch besser bei so einem Zwischending von Ehrenamt und Dienstleistung wäre der Begriff ‚Kollekte‘ ab mind. CHF 50.-/Kind und Text bis zB 10 Zeilen. So wäre es klar definiert und die Freiwilligkeit mit Mindestangabe und offenem Betrag nach oben gegeben.

      • Franz Vontobel sagt:

        „Eine Gabe ist freiwillig, wird aber erwartet. Wer nichts gibt, bekommt bei uns im Dorf einen EZ, quasi als Wink mit dem Zaunpfahl.“

        Haha, grossartig! Freiwilligkeit auf dem Dorfe! 😀

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Genau so ist es ja.
        @Vontobel: Nur weil jemand freiwillig und (fast) ohne Entgelt arbeitet, heisst das nicht, dass er keine Gegenleistung erwartet. Nicht umsonst nennt sich das ja häufig auch Ehrenamt. Aber ja, heute muss man den Leuten manchmal etwas deutlich sagen, was erwartet wird.
        Die „freiwillige“ Entschädigung für die Chläuse wird üblicherweise jedenfalls nicht für einen „Lohn“ verwendet. Sondern für Unkosten und ein schönes Nachtessen im Team. Und sie wird erwartet, zu recht.

      • Franz Vontobel sagt:

        Das geht ja alles in Ordnung. Ich verstehe bloss nicht, warum der Unkostenbeitrag als „freiwillig“ bezeichnet wird, wenn er das in Tat und Wahrheit nicht ist.

        Wie dazumals im Militärdienst: „Freiwillige vor und zwar du!“

      • Franz Vontobel sagt:

        Ja, interessanter Artikel – aber keine Antwort auf die Frage, warum das Entgelt als „freiwillig“ bezeichnet wird, wenn es das gar nicht ist und Nichtzahler sofort mehr oder weniger subtil zum Zahlen genötigt werden?

  • Michi sagt:

    …etwas tolles gab es beim Samichlaus-Auftritt: Das Flötenkonzert mit Gesang der Kinder!

  • marusca sagt:

    Und was ist die Moral von der Geschicht? : Die besten Chläuse sind eben immer die Eltern…..

    • Raphael Diethelm sagt:

      Genau! Mit einem Grossvater und einem nahen Bekannten sind wir in den Jahren zuvor sehr gut gefahren. 2016 kommen diese wieder zu Ehren …

      • Lichtblau sagt:

        „Schau mal, Mama, der Samichlaus trägt die gleichen Nike-Turnschuhe wie Onkel Jonas! So cool für einen sooooo alten Mann.“ Die Querverbindung würde nie gemacht und die Freude war immer gross. Schon weil der Samichlaus eben echte Insider-Infos hatte.

  • Caro sagt:

    1. Gemein, diesen Chlaus so anzuprangern. Er wird Schweissausbrüche kriegen, wenn er das liest. Oder vielleicht auch der eine oder andere Kolloge, welcher sich angesprochen fühlt.
    2. Immer die Betonung, wie teuer was ist… 150 Franken für 2 Leute, deren Kostüm auch finanziert werden muss, ist absolut in Ordnung – ja, wenn die Dienstleistung stimmt…
    3. Solche Geschichten passieren jedem mit Familie. Einmal ist es die Kinderkrippe, die etwas macht, das gar nicht geht. Dann die Frau an der Migros Kasse, und eben in jeder normalen Familie mal der gemietete Chlaus. Aber Schwamm drüber und nicht medial aufbauschen… Und ja nicht mit jedem und zu jeder ZEit bis zum 15 Dezember darüber reden.

    • Franka Winter sagt:

      Steht ja kein Name da. Und wer sich als Samichlaus meldet, sollte Texte vorlesen können, das sollte bei 150.- (inkl. Kostüm und Schmutzli) schon drin liegen.

  • Toby Häusler sagt:

    Also wenn die Eltern einem Kind einen nicht geschlechterspezifizierten Namen gibt, kann der Samichlaus auch nichts dafür… 🙂

  • Greatsheep sagt:

    Interessant, auch wir hatten einen „professionellen“ Chlaus einer Gesellschaft. Abgesehen von der massiven Verspätung; die Sprüche waren einfach peinlich. Selbst für die Kinder dannzumal (8 und 6 Jahre). Nach ein paar foppenden und anzüglichen Sprüchen gegenüber meiner Frau, setzten wir der Farce ein Ende und die beiden an die Luft.
    Nie wieder machten wir das und seitdem ist jeglicher Chlaus für uns und auch die Kinder gestorben.

  • Dominik sagt:

    Stolz das Honorar für eine Stunde? Zwei Personen, Verkleidung, Anfahrt? Das ist ein Discount, und damit eben auch die Leistung.

    • Carlita sagt:

      Das sehe ich auch so!

    • Sportpapi sagt:

      Die Homepage, die Buchungssoftware, die Einteilungsperson, die Schminkerin, …
      Und doch bleiben es schliesslich Laien. Männer, die sich zur Verfügung stellen, die sich bemühen, den Familien ein tolles Erlebnis zu bieten.

      • Samichlaus sagt:

        Lieber Raphael. Ich kann deinen Ärger verstehen. Auch wenn sie ehrenamtlich arbeiten: Samichlaus & Schmutzli sind Dienstleister und müssen einen guten Job machen. Ich glaube aber, dass du auch einen Teil zum Debakel beigetragen hast. Wenn du den beiden so viel Text mit auf den Weg gibst und die beiden nur zum Ablesen brauchst, raubst du ihnen jede Motivation. Sogar das Büchlein für die Geschichte schreibst du vor. Das grenzt schon ein wenig an Bevormundung. Ich kommentiere bei meinem Besuchen höchstens 3 Dinge, welche die Kinder sehr gut machen (stehen blau in meinem Buch). Und etwas, das die Kinder bis zum nächsten Jahr besser machen müssen (steht rot in meinem Buch). Ich erzähle auch gerne Geschichten aus meinem Leben. Aber bitte meine eigenen.Die habe ich nämlich sorgfältig vorbereitet

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