Scheidungskinder sollen an zwei Orten wohnen

Chris Parfitt

Der Europarat empfiehlt nach einer Trennung nicht ein Zuhause für das Kind, sondern zwei. Foto: Chris Parfitt, Flickr.com

Trennt sich ein Elternpaar in der Schweiz, ist nachher meist einer der beiden hauptverantwortlich für die Kinder. Alleinerziehend. Der andere, meist der Vater, wird zum Besuchspapa, der den Nachwuchs nur noch am Wochenende sieht. Womöglich sogar nur jedes zweite Wochenende.

Der Europarat will das nun ändern, weil eine «Eltern-Kind-Trennung unheilbare Auswirkungen auf ihre Beziehung» habe. Er hat deshalb eine Resolution «zur Gleichheit und gemeinsamen elterlichen Verantwortung» verabschiedet, deren Kernpunkt die Verankerung der paritätischen Doppelresidenz in den nationalen Gesetzen ist.

Klingt kompliziert, bedeutet aber nichts anderes, als dass sich Vater und Mutter auch nach der Trennung die elterlichen Pflichten teilen. Und zwar indem die Kinder bei beiden ein Zuhause haben und auch bei beiden ungefähr gleich viel Zeit verbringen.

Väterorganisationen fordern schon länger, dass man vom heute gängigen Residenzmodell wegkommt, bei dem meist die Mutter mit den Kindern zusammenwohnt und der Vater aussen vor bleibt. Der International Council for Shared Parenting (ICSP) wird im Dezember sogar eine ganze Konferenz zum Thema veranstalten. Oliver Hunziker, Präsident des Vereins für elterliche Verantwortung (VEV) Schweiz und Vizepräsident des ICSP, zeigt sich deshalb positiv überrascht, dass der Rat einstimmig für die Resolution gestimmt hat.

Rechtsverbindlich ist der Beschluss des Europarats freilich nicht, er kann vielmehr als Empfehlung gesehen werden. «Er beflügelt unsere Arbeit dennoch enorm», sagt Hunziker.

Die ersten gesetzlichen Hürden auf dem Weg zur Förderung der Doppelresidenz hat die Schweiz eigentlich bereits genommen. «Der Gesetzgeber hat in den letzten drei Jahren das Sorgerecht und das Unterhaltsrecht bereits revidiert und wesentlich ausgewogener als früher formuliert», erklärt Markus Theunert, Präsident von Männer.ch. Die Doppelresidenz werde ausdrücklich als prüfenswerte Option genannt. «Insofern erfüllt die Schweiz bereits einige Forderungen der Resolution. Jetzt müssen die Gerichte und Behörden den politischen Willen einfach umsetzen.» Hunziker ergänzt, dass das neue Unterhaltsrecht, das 2016 in Kraft treten wird, neu die Möglichkeit biete, einen expliziten Antrag auf Prüfung der Möglichkeit einer alternierenden Obhut zu stellen. «Wir erhoffen uns von diesem Antrag eine Veränderung in der Rechtsprechung und der Wahrnehmung.»

Die Forschung zeige, sagen beide einstimmig, dass das Doppelresidenzmodell das Beste für das Kind sei. «Zudem ermöglicht es beiden Eltern sowohl intensiven Kontakt zum Kind als auch die Gelegenheit, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und somit finanziell unabhängig zu werden», sagt Hunziker.

Studien hin oder her, wie funktioniert das Modell in der Realität? Ein Freund von mir, Vater von drei Kindern, lebt es seit einigen Jahren und ist mehr als glücklich damit. «Man hat beides: die Kinder, aber auch seine Freiheit», sagt er. Eine Umfrage der Partnervermittlung «Single mit Kind» (der Mamablog berichtete) bestätigt das: Von den Eltern, die ihre Kinder zu gleichen Teilen bei sich leben haben, sagten 90 Prozent, sie hielten ihr Modell für «okay» oder «das beste überhaupt». Bei den anderen Wohn- und Betreuungsmodellen waren diese Werte deutlich tiefer.

Mein Freund gibt aber auch zu, dass das Ganze mit Kompromissen verbunden sei und nur unter gewissen Umständen funktioniere. «Nur schon logistisch ist es eine Herausforderung, weil man zwei bezahlbare Wohnungen nahe beieinander finden muss – in Zürich keine Selbstverständlichkeit.» Ausserdem funktioniere dieses Lebensmodell nur, wenn man sich im Guten getrennt habe, weil man eben weiterhin eng zusammenarbeite. «Beide Elternteile müssen ganz klar die Kinder im Fokus haben und die eigenen Ansprüche manchmal etwas zurückschrauben», sagt er. Will heissen: ab und zu dem Frieden zuliebe einfach zustimmend nicken, anstatt eine grosse Diskussion loszureissen.

Dass alle Väter über die Resolution des Europarats jubeln, bezweifelt er stark. «80 Prozent der Männer ist es doch nur recht, dass sie sich weniger um die Kinder kümmern müssen als die Mütter.» Anfangs würden zwar alle Väter gross herumposaunen, sie wollten der Kinder zuliebe Teilzeit arbeiten. «Sobald sie aber merken, was für einen Aufwand das bedeutet, vergessen sie den guten Vorsatz sehr schnell wieder.»

Theunert sieht das anders: «Natürlich wird es einzelne Väter geben, die sich von Frau und Kindern trennen wollen. Im Normalfall sagen sie aber nur Ja zur Trennung von der Frau und merken dann, wie das System dazu neigt, fortan auch die Distanz zu den Kindern zu fördern oder gar zu erzwingen.»

133 Kommentare zu «Scheidungskinder sollen an zwei Orten wohnen»

  • Paul sagt:

    Das „Nestmodell“ ist lebbar und je nach Fall auch bezahlbar.
    Ich rede von einem Nestmodell für 7 Kinder, von 2 Vätern, sowie einer Mutter.

    Hier ist das Nest mit 7 Betten in einer Wohnung günstiger als 2xNester mit 7 Betten. Es kommt halt immer darauf an.

  • Peter sagt:

    «80 Prozent der Männer ist es doch nur recht, dass sie sich weniger um die Kinder kümmern müssen als die Mütter.»
    Wer behauptet so einen Schwachsinn? Solche Äußerungen kommen sogar von Vätern, weil sie das vorherrschende Gesellschaftsbild unrefektiert dumm nachplappern. Nur selbst ist man(n) natürlich „besser“.

    Sorgfaltige Studien belegen das Gegenteil! Es gibt einen kleinen Prozentsatz, wo ein Elternteil seinen Nachwuchs von sich ausgehend im Stich lässt. Und das trifft auf Mütter und Väter etwa gleichviel zu.

    Aber es wird den Männern ständig eingeredet, dass sie ihre Kinder gern im Stich lassen und eine Mutter „von Natur aus“ zur Erziehung geeignet ist. Beides ist Blödsinn.

  • Peter sagt:

    Ich habe in 15 Jahren ALLE Umgangsmodelle durchlebt: von kein Kontakt bis zum Wechselmodell. Es gab nie eine Verständigung zw. den Eltern (extremes Konfliktpotential).

    Nur während des ca. 2-3 Jahre andauernden Wechselmodells (vor 14 Jahren) waren die Kids fröhlich und ausgeglichen. Die zeitliche Zuständigkeit war dabei eindeutig geregelt, deshalb funktionierte dies BESTENS auch ohne „Kooperation“.

    Das kriminelle Familiengericht wollte aber nur das Residenzmodell und hat sogar die Kids getrennt (vor 11 Jahren). Ergebnis: unterschiedlich haben die Kids den Kontakt zu verschiedenen Elternteilen abgebrochen.

    FAZIT: Das Wechselmodell ist auch bei hohem Konfliktpotential der beste Kompromiss.

  • werner boss sagt:

    Ja genau und in der nächsten Zeitung wird dann wieder die Zersiedeln, die zu grossen Wohnungen pro Einzelperson, die folglich immer höherer Mieten und zusätzliche Fahrten mit Mehrverkehr, beklagt! Super diese linken Ideologien!

  • Ich berate und unterstütze Väter in schwierigen Lebenssituationen wie zB Trennung, Unterhalt, Besuchsrecht

    • Marie sagt:

      Beraten Sie auch Frauen?
      Der Kindsvater will sein Kind nicht über Nacht zu sich nehmen und droht mir, dass er den Kontakt zu seinem Kind ganz abbricht, wenn ich mehr Betreuungszeit von ihm fordere, als das jetzt der Fall ist (1 Tag / Woche, bei 100 % Pensum, ich 3 Tage / Woche bei 80% Pensum – über Nacht immer bei mir).

      Schon krass, oder, wie sich manche Männer aus der Verantwortung ziehen wollen…

  • baeranderli sagt:

    Ich bin selbst betroffen und seit Oktober wohne ich mit unserem Sohn in einer gemeinsamen Wohnung. Der Vater zwei Häuser hinter uns. Für unseren Sohn ist das gut. Die Idee des Pendelns ansich ist gut. Aber da schliesse ich mich der Meinung anderer hier im Block an, das dies nur funktioniert wenn die Eltern anständig miteinander reden, sich absprechen und organisieren.
    Ist dies nicht der Fall , ist es für das Kind nicht gut zwischen den Stühlen zu sitzen.
    Bei uns ist es leider nicht der Fall , seid Geburt unseres Sohnes.
    Ein ständiges hin und her gezerre, keine Gespräche wie man die Erziehung gestaltet und der kleine weis nicht was richtig ist. Auch eine Eheberatung hat nicht den Effekt gebracht und ich entschied mich nun nach acht Jahren zu gehen , damit unser Sohn das alles nicht mehr ertragen muss und endlich zur Ruhe kommt. Aber leider kann mein Ex Mann keine Ruhe geben und verletzt seine Obhutspflicht. Interessiert sich nicht für das Wohl und Entwicklung seines Kindes. Geht trotz Arbeitslosigkeit nicht mit zu Abklärungen u.s.w. .
    Nun stellt sich die Frage, ob es in dieser Situation richtig ist das Kind ständig hin und her zu schicken.
    Ich bin der Meinung das man dieses Gesetz nicht pauschal umsetzen kann und es individuell entschieden werden muss. Zum wohl des Kindes, auch wenn heisst das es bei einem Elternteil weniger Zeit verbringt.

    • Nick Schaefer sagt:

      Liebe baeranderli
      Sie bestätigen meinen obigen Kommentar:
      Ihnen hat die Situation nicht mehr gepasst. Sie haben sich erkundigt, was Sie bei Beziehungsabbruch erwartet.
      Das Resultat war offensichtlich im Vornherein klar: Sie haben die volle Macht zugesprochen erhalten, das Leben aller anderen Familienmitglieder in ihre Gewalt zu nehmen.
      Nun sind Sie überrascht, dass Ihr Mann sich dabei übergangen fühlt. Sie überlegen sich nun, ihn vollkommen zu entfernen, weil Ihnen dies bequemer kommen würde.

      Nun drehen Sie das Ganze einmal um:
      Stellen Sie sich vor, Ihr Mann sagt hier öffentlich: „Also meine Frau, die tut nie was ich will. Sie kommt nie zu den Veranstaltungen, welche ich ihr aufzwinge. Sie kommt nicht zu meinem Anwalt, sie kommt nicht zum Pfarrer, sie kommt nicht zu meiner Kinderpsychiaterin, sie folgt nicht den Vorschriften, welche ihr mein Cousin von der KESB auferlegt, sie folgt nicht einmal den Befehlen ihrer Schwiegermutter. Welche doch zwei Kinder aufgezogen hat, die weiss nun wirklich besser als Sie, wie man mit Kindern umgeht.
      Nie verzichtet sie auf ihr Besuchsrecht, wenn ich mit meiner neuen Freundin und deren Mädchen und unserem Sohn eine bessere Party besuchen könnte, als sie jemals unserem Sohn bieten könnte.
      Nie tut sie, was ich will. Nie zahlt sie mir Geld.
      Obwohl sie weiss, dass ich und der Kleine das Geld von ihr dringend haben wollen.
      Ich überlege mir nun, sie vollkommen aus dem Leben unseres Kindes zu entfernen. Ich bin sicher, die Behörden helfen mir dabei.“

      Kommt Ihnen da auch das Grauen?

      Gehen Sie auf Ihren Mann zu.
      Auch wenn es schmerzt.
      Geben Sie ihm wieder ein klein wenig Sicherheit.
      Vielleicht kann er dann auch wieder etwas davon an Sie zurück geben.

  • Nick Schaefer sagt:

    Die Ursache für die meisten Scheidungen sind ja die Frauen. Das stärkste Indiz dafür ist die Statistik, welche bestätigt, dass 75% der Scheidungen von Frauen eingereicht werden. Meistens ganz klar gegen den Wunsch ihrer Männer, und gegen den Wunsch und zum Schaden für ihre Kinder.

    Warum nur tun dies Frauen und Mütter?
    Der zentrale Grund: Es wird ihnen von unserem menschenrechtswidrigen, kindsmisshandelnden, asozialen, (Un-)Rechtssystem zu einfach gemacht: Es wird zu einfach gemacht, aus Egoismus das Leben von Kind und Partner nachhaltig zu zerstören.
    Vom Staat und vom Expartner erhält frau für ihren Egoismus sehr viel Geld.

    Denn niemand sagt: „Gute Frau, wenn Sie die Scheidung einreichen, dann nehmen wir Ihnen die Kinder weg, und sie müssen ihrem Mann dann noch bis ans Lebensende eine Rente bezahlen.“
    Genau dies aber wird dem Kindsvater mitgeteilt. Womit die Väter genau wissen, dass sie lieber eine Lösung für Eheprobleme suchen sollten. Während die Kindsmutter eben gerade das Gegenteil hört: Je mehr Probleme sie macht, desto mehr Geld und Macht bekommt sie.

    Das Alternierende Betreuungsmodell ist deshalb auf jeden Fall zu begrüssen:
    1. Weil es im Sinne des Kindes ist, zwei starke Bindungen, und zwei Ansprechspersonen zu haben.
    2. Weil es verhindert, dass Frauen (und Anwälte, und Richter) aus niederen Anreizen die falschen Entscheide für sich, für ihr Kind, für ihren Partner, und für unser Land, erzwingen.

    • Amélie sagt:

      „Die Ursache für die meisten Scheidungen sind ja die Frauen. Das stärkste Indiz dafür ist die Statistik, welche bestätigt, dass 75% der Scheidungen von Frauen eingereicht werden.“

      Ihre Logik haut mich um. Wer die Scheidung einreicht, ist also Schuld daran? Ich behaupte, jeder Scheidung liegt eine gescheiterte Beziehung zugrunde, und dafür braucht es immer zwei.

      • baeranderli sagt:

        Man könnte ja auch sagen, dass die Männer es selbst Schuld sind und es nicht begriffen haben für die Ehe etwas zu tun damit die Frauen die Scheidung nicht einreichen. Schliesse es aber auch nicht aus das es genauso Frauen es nicht schaffen. Das hat meiner Meinung nichts mit dem Geschlecht zu tun.
        Es hilft auch nicht auf die Anwälte und Richter zu schimpfen.
        Man sollte das beste daraus machen , zum Wohl der Kinder.

      • Nick Schaefer sagt:

        Für eine gute Bezieung braucht es zwei.
        Um eine Beziehung zu beenden, braucht es nur Eine.

    • Marie sagt:

      Herr Schaefer, Ihrer Logik nach tragne auch die Mütter alleine die Verantwortung für Kinder. Denn bei der Geburt ist es ja eine Sache zwischen Mutter und Kind – was vorher passierte, zählt nicht.

  • Lea sagt:

    Gegenüber dem Modell nur bei einem Elternteil aufzuwachsen, ist das vorgestellte Modell vermutlich oft ein Fortschritt. Jedoch habe ich auch starke Bedenken, ob die Kinder dabei immer mitentscheiden können und ob es realistisch ist, dass beide Eltern in Schulnähe grosse Wohnungen finden und darin wohnen möchten (und nicht beim neuen Partenr im Nachbarkanton). Zwei entfernte Wohnorte halte ich bei Schulkindern nicht für realistisch.

    Viel wichtiger als das Wohnmodell ist meiner Meinung nach jedoch, dass sich die Eltern fair trennen, fair zueinander bleiben und die Kinder mit entscheiden können.
    Was bei meinen Eltern der Fall war.
    Nach der Trennung meiner Eltern, lebte jeweils ein Elternteil in einer neuen gemeinsamen kleinen Wohnung und das andere in der alten Familien Wohnung mit uns. Später als beide neue Partner fanden, entscheiden wir (Eltern und Kinder) uns, dass es das Beste sei, die alte Familien Wohnung aufzulösen und entweder mit dem Vater zu seinem Freund und dessen Kinder zu ziehen (ca. 1,5h ÖV) oder mit der Mutter, ihrerm Freund und seinen Kindern in eine neue Wohnung zu ziehen.
    Da wir die Ferien und Wochenenden oft gemeinsam (bis zu 4 Eltern und bis zu 13 Kinder) oder beim anderen Elternteil verbrachten und selber wählen und wechseln konnten, wo wir leben. War dieses Modell für mich und vermutlich auch für meine Geschwister die beste Lösung (Besser als glücklich Verheiratete Eltern mit festem Wohnsitz). Obwohl die Platzverhältnisse teilweise sehr eng waren, beispielsweise wenn in den Skiferien elf statt wie normalerweise vier Kinder beim Vater und seinem Partner lebten.

  • modyb sagt:

    Wieder ein politisch-motivierten Zwangsunsinn: Dort wo dieses Modell funktioniert, kann es und wird es auch heute umgesetzt. Dort wo nicht, sollen sich Gesetze nicht einmischen.

    • Malena sagt:

      Es ist doch gerade umgekehrt: Gesetze und Gerichte mischen sich erst ein wenn sich die Eltern nicht einigen können (auf welches Modell auch immer). Die Frage ist, was mit dieser Einmischung erreicht werden soll. Es scheint sich die Ansicht durchzusetzen, dass Kinder ein Anrecht auf eine enge Beziehung zu beiden Elternteilen haben sollen, und dass Väter und Mütter die Betreuung gleichberechtigt wahrnehmen sollen.

      • mira sagt:

        Es sind aber oftmals nicht beide Eltern gleich gut geeignet, die Betreuung wahrzunehmen. Sei das aufgrund von Verpflichtungen bei der Arbeit, oder aufgrund des Charakters. Eine 50/50 Aufteilung macht bei vielen Paaren einfach keinen Sinn, da es meist einen Partner gibt, der deutlich besser geeignet ist, die Hauptverantwortung für die Erziehung zu übernehmen. Gleichberechtigung auf Biegen und Brechen durchsetzen zu wollen kann auch zu Lasten der Kinder gehen. Und genau das soll es doch nicht!
        Ich plädiere für individuelle Lösungen, welche jeweils auf die Situation des scheidenden Pärchens angepasst sind. Wie die Betreuung aufgeteilt wird und ob Mama oder Papa mehr übernimmt ist nicht relevant, wichtig ist, dass des für die Kinder stimmt!!

      • Sportpapi sagt:

        mira, dann soll ein Gericht entscheiden, welches Elternteil für die Erziehung besser geeignet ist? Nach was für Kriterien denn bitte? So wie bisher, da einzig die Mutter als geeignet galt, und das Sorgerecht generell immer erhielt, wenn sie nicht gerade schwerst psychisch krank oder ähnlich war?
        Nein, ein Gericht kann und soll nicht entscheiden, welches Elternteil das besser kann. Zumal es sich ja dabei letztlich um einen Obhuts- oder Sorgerechtsentzug handelt. Und dafür braucht es doch einiges mehr, als nur etwas weniger gut geeignet zu sein.

      • mira sagt:

        Sportpapi, in den meisten Fällen sind sich die Paare einig, wo die Kinder wohnen sollen – meist bei der Mutter, manchmal beim Vater. In den Fällen, in denen sich die Eltern nicht einigen können, muss das Gericht entscheiden. Aber auch hier: eine Pflicht 50/50 – Regel einzuführen, wäre sinnlos, da auch hier die Elternpaare total unterschiedlich sind. Oder wollen sie, dass die Kinder einer/m psychisch-kranken Alkoholikerin/psychisch-krankem Alkoholiker zwangsweise hälftig zugesprochen wird, nur damit das 50% Soll erfüllt ist?

      • Sportpapi sagt:

        mira, die Einigung kommt ja meist im Wissen zu stande was passiert, wenn man sich nicht einigt. Ich kann nicht glauben, dass praktisch 100 Prozent der Väter einverstanden sind, dass die Kinder zur Mutter kommen. Und ja, die Eignung mancher Mutter stelle ich durchaus auch in Frage. Die 50:50-Regel heisst nichts anderes, als dass die beiden Eltern immer Eltern bleiben, und sie miteinander in der Verantwortung bleiben, dass sie gemeinsam Lösungen finden müssen. Und es mehr braucht als es ist einfach unbequem, Erziehungsfragen immer diskutieren zu müssen, um ein Elternteil einfach auszuschliessen.

    • Malena sagt:

      Ich stimme Sportpapi zu. „Eignung“ ist auch bei verheirateten Paaren kein Kriterium für die Zeugung oder Erziehung von Kindern, es sei denn diese sind klar gefährdet. Und was „Eignung“ ausmacht und ob Papa oder Mama „besser geeignet“ ist, darüber würde man sich nie einig werden. Streng genug, zu streng, fürsorglich, fordernd, die richtige Einstellung, Religion etc. etc.
      Natürlich steht Gleichberechtigung der Eltern nicht über dem Kindswohl. Aber wir schaffen eine bessere Welt für unsere Kinder, wenn wir den Grundsatz der Gleichberechtigung hochhalten.

      • Sportpapi sagt:

        Andererseits wäre es ja wirklich ein Zeichen von Gleichberechtigung, wenn man eine solche Einung nicht am Geschlecht festmachen würde. Aber ich denke nicht, dass mira das im Sinne hatte.

      • Peter sagt:

        Liebe Mira, eine Regelung/Regel soll den Standard und nicht die Ausnahme gestalten. Eine gute Reglung lässt begründete Ausnahmen zu! Dein Gegenargument stützt sich ausschließlich auf (seltene) Ausnahmen.

        Zurzeit landen Kinder häufig beim eher ungeeigneten Elternteil. Aber wer bewertet eigentlich „guter“ oder „schlechter“ Elternteil? Der eine Partner über den anderen, mitten in der Partnertrennungs-Verarbeitungsphase?

        Auch bei verschiedenen Erziehungsstilen ist nicht automatisch der eine geeignet und der andere ungeeignet. Kinder können sich ohne Probleme blitzartig auf verschiedene Stile umstellen. Oder kennst du das nicht aus der Schule: Je nachdem welcher Lehrer den Raum betritt …

  • Nicola sagt:

    Es gäbe ja weniger Trennungen, wenn mehr Männer schon vorher Verantwortung für die Kinder und Erziehung übernehmen würden. Warum dann nach der Trennung plötzlich? Ich denke sehr viele Männer haben da gar kein Interesse daran.
    Die Diskussion orinteiert sich auch wieder nur an der Mittelschicht. Viele Männer haben auch nicht die Möglichkeit, reduziert zu arbeiten und sich auch um die Kinder zu kümmern, und es haben auch nicht alle Familien die Mittel zwei Familienwohnungen zu zahlen.
    Ich denke, die Lösungen müssen individuell bleiben, jede Familie ist anders und die Form des Lebens nach der Trennung muss für alle Familienmitglieder passen. Nicht alle Paare können sich harmonisch trennen, auch wenn’s schön wäre.

    • Sportpapi sagt:

      Ich lese ja immer wieder von Frauen, die sich trennen, weil sie nicht ständig mit ihren Männern über die Erziehung der Kinder diskutieren möchten…
      Die meisten Männer übernehmen sehr wohl Erziehungsverantwortung. Und ich glaube nicht, dass hier die Ursache für Trennungen zu finden ist.

    • Lukas O. Bendel sagt:

      @ Nicola:
      Ich habe als Vater schon vor der Trennung Verantwortung für die Pflege und Erziehung unserer Kinder sowie den Haushalt übernommen. Aber meine Ex-Frau ging fremd, meinte wie ihre Mutter danach den Ehegatten erpressen zu können und hörte dann noch von ihrer Anwältin, sie könne mich „zerstören“.
      Das Finanzielle ist kein Argument, schliesslich verdienten zwei Eltern mit je 60-80% Teilzeit sicher nicht viel weniger als ein 100%-Verdienst! Und kindergerechte Wohnungen benötigen in jedem Fall beide.

  • tststs sagt:

    Sorry, aber dieses Modell ist von so vielen Faktoren abhängig – und vergisst, dass nicht alles so bleibt, wie es im Moment ist – dass man wohl kaum von einer „Lösung“ sondern eher von einem „Glücksfall“ sprechen sollte

  • mira sagt:

    Der Vorschlag, dies zur Regel zu erkläre ist schlicht unrealistisch. In den meisten europäischen Familien reicht das Geld knapp für eine Wohnung. Wie sollen denn da noch zwei Wohnungen mit jeweils Kinderzimmern finanziert werden? Würde das Gesetz werden, was ich nicht glaube, dann hätte das zur Folge, dass vermehrt Kinder in völlig zerstrittenen Ehen aufwachsen, welche aufgrund finanzieller Anforderungen nicht geschieden werden können.

    Ein weiteres Problem ist, dass EU-weit viele Menschen arbeitsbedingt ihre Region oder auch Land verlassen müssen. Ein Pendeln der Kinder wäre hiermit verunmöglicht – oder es gibt noch mehr Arbeitslose.

    Die erwähnten glücklichen Kindern in der Studie, sind wahrscheinlich eine Folge davon, dass sich nur Eltern, welche noch einigermassen miteinander reden/auskommen, überhaupt auf so eine Lösung einigen konnten. Repräsentativ für alle Scheidungskinder ist so eine Studie auf keinen Fall!

    Die negativen Auswirkungen auf die Umwelt dank noch grösserer Zersiedelung wurden ja auch schon erwähnt.

    Als Pflichtvorgabe für mich eine Schnaps-Idee. Als verhandelbare Umsetzungsmöglichkeit finde ich die Idee gut.

    • Widerspenstige sagt:

      Ich nenne sowas einen Rohrkrepierer, Sie nennen es eine Schnapsidee. Wir sind uns einig, mira, und Sie erwähnen Argumente, die hoffentlich in diese Konferenz einfliessen werden von entsprechenden Frauenrechtsgruppen. Es kann nicht genug betont werden diesbezüglich, dass völlig zerstrittene Paare keinen Konsens finden werden (können). Dazu braucht es eine Mediationsstelle in der schwierigsten Trennungsphase, welche Kinder je nach Altersstufe aus dieser Konfliktzone ausnimmt und extern betreuen lässt. Sei das eine 24/7-Kita oder bei Grosseltern.

    • Sportpapi sagt:

      Eigentlich ist es selbstverständlich, dass Eltern auch nach Trennung vollständig gemeinsam in der Verantwortung bleiben. Das heisst nun nicht zwingend, dass die Kinder an zwei Orten wohnen sollen. Sondern dass die Eltern sich die Aufgaben Versorgung und Betreuung fair und korrekt aufteilen (notfalls mit Druck von aussen). Und dass die Kinder freien Zugang zu beiden Elternteilen haben – dazu gibt es das Umzugsverbot.
      @WS: Meinst du, dass die Kinder in dieser schwierigen Phase vollständig extern betreut werden? Tatsächlich ist es ja meist so, dass der Vater den Kontakt verliert, wenn die Mutter nur genügend streitet…

      • Malena sagt:

        Die vollständige externe Betreuung kann ja wohl nur in ganz verfahrenen Ausnahmesituation mit grossem Gefährdungspotenzial (a) die beste Lösung sein. Sonst kann man unterscheiden:
        b) Eltern sind zerstritten, und ein Elternteil oder beide missbrauchen ihre jeweiligen Rechte und Pflichten bezüglich Kinderbetreuung um dem/der Ex eins auszuwischen, z.B. indem sie wichtige Dinge alleine entscheiden oder Abmachungen nicht einhalten, und allenfalls die Kinder gegen den/die Ex aufhetzen.
        c) Eltern sind zerstritten, aber halten sich an die Übergabezeiten und andere Verpflichtungen. Verletzungen und schlechte Gefühle mögen noch da sein, aber die Kinder werden davon bewusst verschont.
        d) Eltern sind sich freundschaftlich verbunden.

        Bei a) und b) sind alle Modelle schwierig umzusetzen und potentiell belastend für die Kinder (alleiniges Sorgerecht und Obhut mit minimalem Besuchsrecht). Bei c) und d) sind alle Modelle einfacher. Der Staat soll nicht vorschreiben, welches Modell ein Elternpaar leben muss, aber er soll Anreize schaffen, dass sich die meisten Paare auf der Basis der Gleichberechtigung einigen, und ihre Kinder nicht für Machtspiele missbrauchen. Dass bei völlig uneinsichtigen Eltern auch ein Obhuts- oder Sorgerechtsentzug möglich sein muss, bestreitet denke ich niemand.

      • Sportpapi sagt:

        „Dass bei völlig uneinsichtigen Eltern auch ein Obhuts- oder Sorgerechtsentzug möglich sein muss, bestreitet denke ich niemand.“
        Schön wäre es, es gäbe auch einmal eine Umteilung des Sorgerechts, wenn der Sorgerechtsinhaber sich nicht an die Regeln hält.

    • Marcel Zufferey sagt:

      Aber in herkömmlichen Fällen- also gemeinsames Sorgerecht mit Obhut bei der Mutter- sind doch auch zwei Wohnungen nötig, oder? Ob nun mit Doppelresidenzmodell oder alleiniger Obhut bei der Mutter ist Hans wie Heiri.

      • Sportpapi sagt:

        Eine Single-Wohnung mit Gästezimmer ist nicht das gleiche wie eine Familienwohnung. Das macht finanziell wohl einiges aus.

      • Lukas O. Bendel sagt:

        @ Sportpapi:
        Auch ein Nur-Besuchspapi benötigt eine kindergerechte Wohnung, und hat er Töchter (insb. im Teeny-Alter) mit separaten Kinderzimmern mit Betten. Denn sonst steht dieser Vater doppelt zum Abschuss frei: Von der Ex als potentieller Päderast und von den (von ihrer Mutter aufgehetzten) Kindern als unwirtlicher Gastgeber!
        @ mira:
        Wenn beide Eltern Teilzeit arbeiten, verdienen sie gemeinsam höchstens wenig weniger als wenn nur einer 100% erwerbstätig ist (die dann für die andere verfügbare Sozialhilfe mal ausgeschlossen).

  • Mischu Grützner sagt:

    Und wer fragt die Kinder wie es ihnen geht? ich war 3 jahre alt, und musste denn ganzen misst miterleben, wie sie aufeinander los gingen.

  • GMG sagt:

    Ich sehe es auch so. Hauptsache die Erwachsenen sind zufrieden. Wer denkt an die Kinder? Die sollten nämlich einfach EIN Zuhause haben und nicht hin und her pendeln müssen. Müsste es nicht umgekehrt sein? Sollen die Eltern doch pendeln.
    Unrealistisch? Vielleicht. Aber wieso sollte es mit den Kindern so realistischer sein?

  • Mara sagt:

    Wenn mein Sohn und meine Schwiegertochter sich streiten, und das tun sie oft, ausdauernd und heftig, packt mein 14 jähriger Enkel seine Sachen und kommt zu uns. Irgendwann geht er dann wieder nach Hause, wohlwissend, dass das nicht für lange ist. Wir mischen uns auf keinen Fall in die Konflikte bei den Jungen ein, die müssen da selber schauen, wollen unserem Enkel aber zuhören, was ihn bewegt und wissen, dass für ihn die Fluchtburg bei den Großeltern wichtig ist. Nun bin ich aber zum erklärten Feindbild unserer Jungen geworden, was tue ich jetzt? Mir wäre es bald lieber, die würden sich endlich trennen, dann wären die Fronten wenigstens klarer.

    • Widerspenstige sagt:

      Mara, wieso nur zusehen als Grosseltern, wie sich das Enkelkind zwischen den Fronten aufreibt? Da ist ‚einmischen‘ wie Sie es nennen das Gebot der Stunde, um diesen unzumutbaren Zustand für alle Betroffenen zu beenden. Sich eingeben und mit Fingerspitzengefühl vorgehen in diesem Fall ist mE nicht einmischen, sondern eine verantwortungsvolle Aufgabe als Grosseltern bzw. Mutter. Sie sind ja betroffen, wenn der Enkel zu Ihnen flüchtet und somit auch berechtigt, sich da einzugeben.

    • Carolina sagt:

      Mara, wenn ich Ihnen einen Rat geben darf: seien Sie froh, dass Ihr Enkel diese Fluchtmöglichkeit hat, wenn sich seine Eltern so aufführen.
      Und wenn Sie sich wirklich nicht einmischen, sondern ihm ‚einfach‘ eine sichere Anlaufstelle bieten: halten Sie es aus, dass sie in die Schusslinie der Eltern geraten. Sagen Sie ihnen klipp und klar, dass es hier um den Enkel geht und Sie sich in den Konflikt der Eltern nicht einmischen und auch keine Partei ergreifen.
      Wünsche Ihnen viel Glück! (Meine Geschwister und ich haben in unserer Kindheit auch Grosseltern gehabt, die immer ein offenes Ohr für uns hatten und uns Sicherheit gegeben haben, die wir zu Hause nicht immer hatten – erst später habe ich verstanden, dass sie sich damit auch viele Schwierigkeiten mit Sohn und Schwiegertochter eingehandelt haben, aber für uns war es immens wichtig und richtig so).

  • extraterrestre sagt:

    sowas ähnliches habe ich mir auch gedacht. mir tun die kinder leid, die hin und her pendeln müssen. wenn ich mir das für mich selber vorstelle, ich müsste zwischen 2 wohnungen hin und her, und das 1-2 mal pro woche, was für ein stress! …. sind kinder da so viel flexibler?? andererseits ist das von c.bögli vorgeschlagene modell wohl auch nicht funktionstüchtig, mindestens dann nicht, wenn eine/r der beiden eltern eine neue familie gründet.

    • Malena sagt:

      Tun Ihnen auch die Kinder leid, die zu einem Elternteil keine enge Beziehung leben können weil sie ihren Vater (in selteneren Fällen ihre Mutter) nur jedes 2. Wochenende sehen? Ob man die Stabilität einer fixen Wohnung oder die Stabilität enger Beziehungen höher bewertet, eine Trennung stellt Kinder immer vor hohe Herausforderungen. Lässt sich eigentlich nur dann rechtfertigen, wenn es ohne Trennung noch schlimmer wäre. Beweisen oder generalisieren lässt sich das aber in der Regel nicht.

    • Christoph Bögli sagt:

      Wenn weitere Parameter und veränderte Lebensumstände dazu kommen, etwa neue Partner oder gar weitere Kinder, sind natürlich wieder andere Modelle gefragt. Sowieso, eine Patentlösung gibt es nie, letztlich hängt es von den individuellen Lebensumständen ab, was am besten funktioniert.

      Mit meinem Vorschlag wollte ich darum auch primär eine grundsätzliche Frage aufwerfen: Wieso automatisch davon ausgegangen wird, dass die Kinder mobil sein und die Wohnungen wechseln müssen. Nicht weil das nicht in manchen Fällen die beste Lösung sein kann, sondern halt weil es andere Ansätze im vornerein ausschliesst. Ob die Kinder oder die Eltern hin-und-her ziehen, oder ob man ein klassischeres oder anderes Modell bevorzugt, muss man letztlich in jedem Fall selbst entscheiden. Essentiell dabei ist bloss, dass man gemeinsam zu einer für alle und insbesondere für die Kinder tragbaren Lösung zu versuchen kommt..

  • Tobias Schramm sagt:

    Ich bin selbst ein Scheidungskind. Meine Erfahrung: Wichtiger als alle möglichen Betreuungsmodelle ist die Frage, wie die Eltern nach der Trennung die Kurve kriegen. Meiner Meinung nach gibt es für die Kinder nichts Schlimmeres, als plötzlich zwischen die Fronten zu geraten und sich in der Vermittlerrolle zwischen Papa und Mama wiederzufinden. Den grössten Gefallen, die sich scheidende Eltern ihren Kindern tun können, ist demnach, dass sie in Würde und Anstand auseinandergehen und auch nach der Trennung wie erwachsene Menschen miteinander sprechen können.

    Ich in meinem Falle hatte grosses Glück: Nach einigen schwierigen Jahren unmittelbar nach der Trennung haben es meine Eltern hingekriegt, ein zwar distanziertes, aber freundschaftliches Verhältnis zueinander aufzubauen. Und dafür bin ich ihnen ewig dankbar. Die Frage, bei wem ich wie lange gelebt habe, ist hingegen im Nachhinein betrachtet völlig nebensächlich.

  • Christoph Bögli sagt:

    Wieso werden eigentlich so selbstverständlich die Kinder zum Wohnungs-Pendeln verdonnert während die Eltern, die ja den Schlamassel verursacht haben, quasi den Fünfer und das Weggli bekommen sollen? Naheliegender und auch effizienter wäre doch wenn schon das umgekehrte Modell: Eine „Kinderwohnung“, die alternierend von einem Elternteil betreut wird, während das andere Elternteil jeweils in eine (vorzugsweise gemeinsame) Single-Wohnung zieht.

    Dadurch würde nicht nur den Kinder ein ständiges Hin-und-her und das Leben auf gepackten Taschen erspart, es wäre letztlich auch wesentlich kostengünstiger und ressourcenschonender. Denn das vorgeschlagene Modell bedeutet ja, dass beide Eltern eine Familienwohnung benötigen und damit den Bedarf an Wohnraum exorbitant in die Höhe schrauben. Obwohl der Wohnraum dann 50% der Zeit leer steht. Mal abgesehen davon, dass man sich das in vielen Städten kaum leisten kann, erst recht wenn man nicht Vollzeit arbeitet um effektiv für die Kinder da zu sein..

    • Malena sagt:

      Finde diese Lösung auch sehr sympathisch. Allerdings muss das Ex-Paar dann 1-2 Haushalte gemeinsam führen, das bietet viel Reibungsfläche für Konflikte die man eigentlich vermeiden wollte. Und drei Wohnungen (2 kleine und 1 grosse) sind wohl auch nicht billiger als 2 grosse. Trotzdem: das Prinzip, dass nicht die Kinder den Preis für die Bedürfnisbefriedigung der Eltern zahlen sollen, ist sehr löblich. Kann nur am Egoismus der Eltern scheitern… 😉

      • Christoph Bögli sagt:

        Sicher, in der Praxis ist das wohl heikel weil Scheidungen selten im Guten erfolgen und darum schon so jede Menge Konfliktpotential vorhanden ist. Aber letztlich sollte es ja gerade das Ziel sein, zum Wohle der Kinder etwaige Auseinandersetzungen hinten an zu stellen. Was leider selten gelingt. Meist scheitern ja schon wesentlich einfachere Vereinbarungen punkto Sorgerecht am Egoismus der Eltern..

    • Das sogenannte „Nestmodell“ bei welchem die Kinder in der Wohnung bleiben, klingt zwar verlockend, ist aber in der Praxis nicht umsetzbar. Es ist eine ideale Lösung für die Zeit der Trennung, bis sich die Situation ein wenig geklärt hat. Auf lange Frist ist das Modell aber nicht wirklich lebbar, erstens aus finanziellen Gründen und zweitens auch, weil das Leben der beiden Eltern sich weiter entwickelt. Kommen neue Partner ins Spiel ist das Modell kaum mehr praktikabel.

      • Fritz Blumer sagt:

        Womit wieder klar gestellt wäre, wer hier auf wen Rücksicht nehmen muss: Die Kinder auf die Eltern. Deren Selbstverwirklichung hat natürlich Vorrang…
        Interessant auch, dass wir erfahren, wie begeistert die Eltern (Verursacher) vom 2-Zuhause-Modell sind: Hey, Kinder haben und trotzdem Freiheit, so cool! Die Kinder (Betroffene) scheinen nicht um ihre Meinung gefragt worden zu sein.

    • zentaur sagt:

      Endlich spricht mir jemand direkt aus dem Herzen. Habe genau heute einen Termin beim kesb, wegen wechselmodell und muss sagen das ich das unserem Kind nicht antun will. Doch statt auf die Bedürfnisse der Kinder zu schauen schauen sie was das Gesetz sagt. Danke dein schreiben gibt mir Kraft den morgen durch zu stehen.

  • Marco sagt:

    Meine zwei Kinder (8 & 10) wohnen hauptsächlich bei der Mutter, im gleichen Dorf, ca. 200 Meter von mir entfernt. Wir Eltern haben ein gutes Verhältnis zueinander und sprechen uns jeweils ab, wer wann zu den Kindern schaut. In der Regel sind sie 1 x bis 2 x unter der Woche bei mir und hin und wieder am Wochenende.
    Bei mir und bei ihr haben sie jeweils ein eigenes Kinderzimmer.
    Für mich ist diese Lösung super, ich denke, den Kindern gefällt sie auch. Ich denke, es funktioniert aber nur, wenn man relativ nahe beieinander wohnt, bzw. als Eltern einen vernünftigen Umgang miteinander hat.

    • Lukas O. Bendel sagt:

      @ Marco:
      Ich gratuliere ihrer Ex-Frau und ihnen dazu, dass sie dies geschafft haben.
      Leider ist dies noch nicht die Regel, denn mind. 3 Parteien müssen dazu auf der Höhe sein:
      > Die Kindsmutter darf nicht der Versuchung verfallen, ihre faktische Allmacht zu missbrauchen um sich am Ex-Partner zu rächen, und sie muss den Kindsvater seine Erziehungsschiene fahren lassen.
      > Der Kindsvater muss sich als verlässlicher und engagierter Vater bzw. Erziehungspartner verhalten, d.h. die VaKi-Zeit vor alles andere stellen und die Kinder in dieser Zeit nicht sinnlos verwöhnen.
      > Die Behörde (Gericht,…

  • Justin Meier sagt:

    Ich bin selber ein scheidungskind dass an zwei orten gleichzeitig gewohnt hat. das schlimmste was passieren konnte, anstatt zwei zuhause fühlte ich mich nirgends mehr zuhause

    • Marie sagt:

      Danke für diesen Hinweis. Selber kein Scheidungskind, hätte ich mir das auch so vorgestellt.
      Welche Tipps würden Sie mir als Mutter eines zukünftigen Scheidungskindes mitgeben?

    • mila sagt:

      Darf ich Sie fragen, ob das grundsätzlich etwas mit den unterschiedlichen Orten zu tun hatte – oder evt. nicht doch eher mit dem (gestörten?) Verhältnis mit bzw. zwischen den Eltern?

      Bei den Paaren, die ich kenne und die die alternierende Obhut praktizieren (selten 50/50, meist 40/60 oder 20/80), funktioniert es für alle Beteiligten – Vater, Mutter, Kind(er) – gut, nicht zuletzt weil auch die Eltern es, trotz Trennung, immer noch fair miteinander halten. Persönlich tendiere ich daher dazu zu sagen: die wichtigste Routine, die ein Kind braucht, ist kontinuierliche Liebe, Aufmerksamkeit und Zuwendung in einem einigermassen harmonischen Umfeld. Ob sich das dann auf zwei oder eine Wohnung bezieht, spielt dann eher weniger eine Rolle.

      • tina sagt:

        weisst du das von den kindern, dass es ihnen gut geht damit? aussagen von kindern sind sowieso schwierig, sie machen ja gerne gute miene und wollen auf keinen fall einen elternteil vor den kopf stossen. kinder sind verschieden, aber ich als kind zum beispiel arrangierte mich einfach mit den gegebenheiten. mir wäre gar keine andere idee gekommen als das, was man mir sagt, so läuft das jetzt. hätte man mich gefragt ob ichg damit ein problem habe, dann hätte ich gesagt, nein, ich habe kein problem, ist alles gut

      • mila sagt:

        Gute Frage. Kleine Kinder zu fragen ist – aus den von Dir geschriebenen Gründen – bestenfalls unzuverlässig. Aber auch bei Teenagern kann das noch der Fall sein (vor allem wenn sie von einer oder beiden Elternseiten kontinuierlich unter Druck gesetzt werden).

        Ich verlasse mich da eher auf den äusseren Eindruck: wie wirkt das Kind generell (eher ausgeglichen, oder eher nervös/zurückgezogen), wie verhält es sich? Gibt es Schwierigkeiten (Verhaltensauffälligkeiten, oder Probleme im Kiga/in der Schule)P Natürlich ist auch so ein Eindruck kein sicherer Gradmesser, und schon gar keine ‚Wissenschaft‘ (vor allem, da man das Kind ja auch nicht im ‚regelmässigen‘ Alltag erlebt, nur bei Besuchen). Aber im Allgemeinen merkt man es schon Babies spürbar an, wenn sie in – sagen wir mal – instabilen oder unharmonischen Verhältnissen leben. Und je älter das Kind, desto ausgeprägter tritt das in der Regel zutage.

      • tina sagt:

        wenn du ein kind nahe miterlebst, kannst du dir eher ein bild machen. aber da musst du also schon sehr nahe sein. zwischen verhaltensauffälligkeiten und „funktioniert für alle gut“ ist ein riesen spektrum, bei dem es noch lange nicht allen gut geht. und verhaltensauffälligkeiten erkennen, wenn du befreundet bist und das kind ab und zu siehst, findest das nicht etwas heikel? abgesehen davon dass manches kind eben gar nicht auffällt wenn es ihm nicht gut geht, und ein anderes fällt auf, obwohl es ihm gut geht

      • mila sagt:

        Sorry, tina: meine Antwort wurde gleich doppelt ‚geschluckt‘. 🙁

    • vaterunser sagt:

      das erstaunt mich bzw. ich habe das so noch nie von einem „scheidungskind“ gehört… können sie sich zu den gründen äussern?

      mein zweieinhalbjähriges kind lebt seit anderthalb jahren auch hälftig bei mir. für diese alltägliche, tragfähige beziehung habe ich lange kämpfen müssen, da die mutter sich noch in der schwangerschaft davon machte. ich war und bin der meinung, dass eine normale bindung für meine tochter wertvoll ist und sie sich an den ortswechsel gewöhnt. ab und zu vermisst das kind die mutter, wofür ich immer verständnis aufbringe. sie kommt gemäss mutter sehr gerne zu mir. dennoch plagen mich ab und zu zweifel, ob die 3 wöchentlichen ortswechsel für das kind zumutbar sind.

      • tina sagt:

        meine söhne wären vorallem im schulalter überfordert gewesen mit hin- und her zügeln von material. es wäre noch mehr liegen geblieben und vergessen gegangen.

    • 13 sagt:

      Denken Sie denn im Nachhinein, es wäre besser gewesen, nur an einem Ort aber dafür nur mit einem Elternteil zu leben?

      Ich kenne in meinem Umfeld zwei Familien mit geteilter Sorge und muss sagen, dass es die einzigen Scheidungskinder sind, bei denen ich nicht das Gefühl hatte, dass sie unter der Scheidung leiden.

      • tina sagt:

        gemeinsames sorgerecht meinst du? das sorgerecht hat mit dem wohnort oder besuchsrecht überhaupt nichts zu tun.

      • 13 sagt:

        @ Tina
        Du hast natürlich Recht: Das war ein Verschreiber und sollte geteilter Obhut heissen….

      • tina sagt:

        wenn die eltern miteinander können ist das natürlich immer viel besser für die kinder. und für ein solches modell muss man ja miteinander können. wenn aber nur schon einer nicht in der lage ist über seinen schatten zu springen und kooperativ zu sein, sehr kooperativ, dann ist das für kinder bestimmt weniger gut, als wenn sie einen festen wohnort haben und den anderen elternteil besuchen, weil das dann weniger konfliktpotential produziert.

      • 13 sagt:

        @ Tina
        Zweiter Versuch! Man kann es auch umgekehrt sehen. Oftmals erlebe ich dieses klassische Prinzip, wo das Kind bei einem wohnt und der andere das Besuchsrecht hat, als Ausrede, sich mit dem Ex auseinandersetzen zu müssen. Wer aber will, dass die Kinder beide Elternteil behalten, sollte da über seinen Schatten springen. Du sagst: „Wo die Eltern miteinander können, ist es das Beste für das Kind.“ Ich sage eher: „Wo die Eltern das Besten für das Kind wollen, müssen sie miteinander können!“

      • tina sagt:

        ja, kann man so fordern, aber was machst du, wenn nur einer nicht kooperiert?

    • Sportpapi sagt:

      Letztlich ist das vermutlich in erster Linie eine Frage des Alters des Kindes und der Distanz der beiden Wohnungen. Bleibt es im gleichen Dorf, so wird das Problem vermutlich überschaubar bleiben.
      Persönlich finde ich es wichtig, dass beide Eltern für die Kinder jederzeit besuchbar sind. Die Papa-Wochenende werden ja dann spätestens für die Jugendlichen auch zur Belastung.

  • Wir leben ja im Vollkaskostaat, wo Eltern sich nach Belieben scheiden lassen, Die Psychotanten-Sozialarbeiter-Industrie hetzen Ehepartner gegeneinander auf, Kinder gegen ihre Eltern, Arbeitnehmer gegen Arbeitgeber und dann stehen diese treuen SP-Wähler händereibend dazwischen und lassen sich ein sorgloses Leben im klimatisierten Büro alimentieren.

    Lebensabschnittspartner zeugen Armutsrisiken und wenn es gerad bequem ist, dann treiben sie diese ab, bevor sie geboren werden. Warum gestehen wir in diesem allgemeinen Chaos nicht einfach den Kindern zu, dass sie sich ihre Lebensabschnittseltern selber aussuchen?

    Wir lassen sie einfach durch die Lande ziehen, wenn sie Hunger haben, stehlen sie halt falls nötig. Oder sie können sich einem Arbeitgeber verdingen. Wir schaffen konsequent das Verbot der Kinderarbeit ab und überlassen es den Kindern, wie und wo sie ihre Zeit verbringen.

    So können dann die Sozio-Psychotanten Hilfswerke gründen, wo sie diesen Kindern für den Winter ein warmes Bett am Schärmen und ein tägliches Süppchen mit Gnadenbrot verschaffen.

    Die Schulen von heute kann man ja sowieso vergessen. Die dienen den sozial- und einwanderungspolitischen Experimenten der Intelligentsja und haben nichts zu tun mit lesen, schreiben, rechnen lernen.

    Und so wären wir zurück im goldenen Mittelalter!

    Anything goes, oder?

  • Reinacarnation of XY sagt:

    Ein guter Ansatz, auf diesen Standard sollte die Gesellschaft hin steuern. Natürlich ist das nicht in jedem Fall praktizierbar, aber nichts ist in jedem Fall praktizierbar.
    Doch wenn das zum Standard wird, dann wird klar, dass Scheidung als radikale Flucht keine Option mehr ist. Dann wird klar: wir werden weiter eine Familie bleiben, es bedeutet, dass meine Freiheit weiterhin „beschränkt“ ist.
    Ich kann ihn/sie nicht einfach wegschicken/verlassen und ein neues Leben beginnen.

  • Heidi K. sagt:

    Conscious uncoupling – scheint mir hier die bessere Lösung. Da werden die Interessen des Kindes berücksichtigt. Für die Kids ändert sich nämlich gar nichts. Niemand muss umziehen. Wenn es die Eltern sogar sehr geschickt anstellen, merken die Kinder von der Trennung nicht mal etwas. Die Erwachsenen können dann ihre Freiheiten leben und sich austoben, aber ohne Kompromisse wird es wohl kaum gehen. Das Wohl der Kinder steht aber stets im Vordergrund.

  • workingMami sagt:

    Als Scheidungskind (Teenage Alter) hatte ich, obwohl beide Elternteile das Sorgerecht hatten, bei einem Elternteil gewohnt. Das hin und her waere fuer mich viel stressiger gewesen als die Stabilitaet ein Heim zu haben. Ich nehme an Kleinkinder sind in dieser Hinsicht ev flexibler. Als Mutter in einer zum Glueck(!!) guten Partnerschaft, wuerde ich aber natuerlich (egoistischer Weise) auch auf die von der Autorin beschriebenen Option hoffen, falls ich in einer Scheidungssituation waere!

    • Huonder Max sagt:

      Danke für Ihren Bericht. Genau meine Bedenken. Man kann da Theorien entwickeln, doch entscheidend ist die praktische Erfahrung. Ich glaube allerdings auch, dass man aus Kindern nicht Betreuungsnomaden machen sollte. Kinder sind sehr routineabhängig, darum scheint mir ein Hauptbezugsort wichtig. Was kann den Kinder zugemutet werden, wenn die Ehe für die Partner nicht mehr zumutbar ist? Was ist das kleinere Übel? Unschuldige Opfer einer nicht lebbaren Idealsituation sind die Kinder auf jeden Fall.

  • Konrad sagt:

    Wer behauptet, dass Kinder nicht mit zwei Familien und zwei Wohnungen umgehen können, stellt sich entweder ziemlich blöd oder unterschätzt die Robustheit des Menschen.

    • extraterrestre sagt:

      ich denke, das kommt doch stark aufs kind an, und auch auf die beiden elternteile. ein sensibles kind, das die trennung der eltern verkraften muss, und dann noch zusätzlich entstabilisiert wird, indem es 1-2x pro woche (!) zwischen 2 wohnungen hin- und herpendeln muss, kann durchaus stark darunter leiden und wäre vielleicht besser aufgehoben beim elternteil, der/die den besseren bezug zum kind hat, und auch einfach dort wohnt, permanent. das hat nichts mit blöd stellen zu tun, sondern damit, das kindeswohl ins zentrum zu stellen, und nicht die bequemlichkeit der eltern.

  • Schätzli sagt:

    Für dä Roger 🙂

  • Malena sagt:

    Wenn die Alternative die unheilbare Schädigung der Eltern-Kind Beziehung ist sollten eigentlich alle dafür sein. Praktisch alle getrennten Bekannten in meinem (städtischen) Umfeld haben alternierende Obhut, man könnte es sich anders fast nicht mehr vorstellen. Ja, das Modell ist nicht gratis (grössere Wohnung, Verlust an Flexibilität bezüglich Wohnort). Aber wer sich scheiden lässt und nachher jammert dass es dabei ebenfalls Nachteile gibt und immer noch Kompromisse nötig sind oder auf Ungleichberechtigung der Elternteile besteht zum eigenen Vorteil, sollte sich sowieso mal etwas hinterfragen.

  • Sportpapi sagt:

    «80 Prozent der Männer ist es doch nur recht, dass sie sich weniger um die Kinder kümmern müssen als die Mütter.» Gut haben wir da noch einen anonymen Mann, der eine solche Aussage platzieren kann. Ich könnte nun sagen: „80 Prozent der Mütter ist es doch nur recht, dass Sie nicht für die Versorgung der Familie zuständig sind und sie den Gelderwerb den Männern überlassen können.“ Aber stimmt das denn auch? Und bringt es uns weiter?

    • Malena sagt:

      Fand ich auch komisch, wie unkritisch diese Aussage eines einzelnen Freundes (mit Prozentzahl!) über die Unwilligkeit der Männer zitiert wird. Einerseits glaube ich nicht dass die Zahl auch nur annähernd stimmt, und zweitens geht es auch um Anreize für die Zukunft: wenn gemeinsames Sorgerecht und alternierende Obhut zum Standard werden, wird auch die Einstellung der Männer eine andere sein als in der Vergangenheit, als die Kinder sowieso fast immer der alleine Mutter zugesprochen wurden.

    • Marie sagt:

      Aus persönlicher Erfahrung (alleinerziehend, 80%-Job): Der Kindsvater schaut einen Tag die Woche auf unsere Tochter, wobei er sie nicht bei sich zur Übernachtung will und sie mir jeweils so früh wie möglich zurück bringt (d.h. für mich auch am Papatag kein After-Work-Drink).
      Erst seit der Scheidungstermin fest steht, hat er sich ein erstes Mal um einen zusätzlichen Tag bemüht… Und meine finanziellen Aufwendungen für die Tocher sind höher als seine…

      • Sportpapi sagt:

        Das scheint mir ein schlechter Deal. Weshalb muss er sich um einen zusätzlichen Tag bemühen? Weshalb bekommt er ihn nicht einfach als Verpflichtung? Und: Gelten denn Fremdbetreuungstage nun als Mutter- oder Vatertage?
        Und zuletzt: Wie ware es denn, als ihr noch miteinander gelebt habt? Was war der Deal da?

      • Marie sagt:

        Der Deal war, dass ich erst wieder arbeite, wenn das Kind 1jährig ist. Ich habe meinen jetztigen Job angenommen, als sie 8 Monate alt war, in der Hoffnung, die Beziehung so zu entlasten (Machtausgelich zu schaffen).
        Hat aber nichts genützt, bin dann ausgezogen, als die Tochter gut 1jährig war.
        Jetzt sieht er sich als Superpapa, erzählt anderen, dass er sie gerne über Nacht bei sich hätte (sprich stellt mich als die böse Mutter dar), verhält sich aber nicht so.
        Ausserdem ein vollkommen verzogenes Selbstbild: Er könne seine Tochter nicht über Nacht haben, weil er dann ja nicht durchschlafen könne… (Was ich ja auch nicht kann, aber egal ist).
        Fremdbetreuungstage zähle ich in unserem Fall als Mamatage, da ich sie morgens und abends habe (sprich keine Feierabend habe).

      • Marie sagt:

        Bzgl. der „Verpflichtung“: Meine Tochter – die ich über alles liebe – möchte ich nicht in der Obhut einer Person wissen, die das nur aus Verpflichtung macht und überfordert scheint (mit u.a. mit Selbstmord droht).

      • Sportpapi sagt:

        Hm, der Superpapi mit Selbstmordabsichten, der die Tochter gerne auch über Nacht bei sich hätte, sie aber dann doch nicht will. Ich werde mich hüten, als Aussenstehender da eine Position zu beziehen, denke aber, da wird es noch einigen Verarbeitungsbedarf brauchen.
        Aus meiner Sicht, ohne dass hoffentlich diese Diskussion ernst wird: Ich würde als Vater mich a) bereiterklären, das Kind ganz zu mir zu nehmen, b) würde mich ansonsten dafür einsetzen, dass das Kind regelmässig, und mit zunehmendem Alter auch aus eigenem Antrieb zu mir kommen könnte (also im Dorf bleiben) und c) meinen Anteil Betreuung wahrnehmen, entsprechend auch den finanziellen Vereinbarungen.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Das wäre ja auch der beste Fall, wenn alle so denken würden, wobei es doch etwas schade ist, steht a) vor b) und c). Die Schuld einseitig abzuladen, bringt uns nicht weiter. Ja, es gibt Männer, die sich nicht um das Kind kümmern wollen, denen jedes zweite Wochenende gerade recht kommt oder sogar zuviel ist und auch solche, die das Kind nur zu sich nehmen, um damit der Ex eins auszuwischen. Neuerdings höre ich sogar, wie mit dem Sorgerecht gehandelt wird: „Ich verzichte daraus, wenn ich dafür Fr. 200.00 weniger Alimente bezahlen muss!“ Und dann gibt es Frauen, die die Kinder den Väter vorenthalten oder sie manipulieren oder das Besuchsrecht als Macht missbrauchen. Und beides wird es immer geben. Aber trotzdem müssten wir den allgemeinen Fokus darauf richten, dass beide Elternteile die Hälfte betreuen dürfen und müssen! Und wer das nicht leisten kann, der muss dann Ersatz finden oder den anderen dafür entschädigen. Das würde ein ganz anderes Licht auf die Betreuung und den Unterhalt werfen!

      • Marie sagt:

        @ Sportpapi: Das wäre meines Erachtens die normale Reaktion (ausser, dass a nicht vor b und c stehen sollte).
        Ausgezogen bin ich, mit meiner Tochter, in eine Wohnung in der Nähe des Vaters. Extra, damit ihm der Umgang leicht gemacht wird (dabei ist er mobiler als ich). Aber eben, sich als Superpapi geben oder wirklich einer sein ist nicht dasselbe.

      • Sportpapi sagt:

        @13: a) ist doch der wichtigste Punkt. Damit sind alle Optionen offen. Und wenn b) gegeben ist, dann ist c) schnell geklärt. Also für mich stimmt die Prioritätenliste so, wenn es überhaupt Prioritäten braucht.

      • 13 sagt:

        Ich sehe a) eher als Ausweg, falls das mit der gemeinsamen Betreuung nicht klappen sollte, aus welchem Grund auch immer. Meine Prioritätenliste:
        1. Gemeinsame Obhut/Betreuung
        2. Meine alleinige Obhut/Betreuung
        3. Seine alleinige Obhut/Betreuung
        Das würde bei meinem Mann gleich aussehen, wobei bei ihm natürlich Nr. 2 die alleinige Betreuung durch ihn wäre und Nr. 3 durch mich.

      • Sportpapi sagt:

        @13: gemeinsame Obhut/Betreuung ist gut. Allerdings sollten die Kinder meiner Meinung nach an einem Ort zu Hause sein. Auch aus finanziellen Gründen.

  • Sportpapi sagt:

    Ein solches Modell wird wohl nur in Ausnahmefällen praktikabel sein. Aber es reicht, wenn feststeht, dass beide Eltern ihren Anteil an Betreuung und Finanzierung leisten können und sollen, entsprechend auch den Verhältnissen in der früheren Partnerschaft. Das heisst meines Erachtens üblicherweise, der Vater wohnt weiterhin in der Nähe und hat für die Kinder ein Bett. Mehr kann sich vermutlich kaum jemand leisten.

  • Heulsuse sagt:

    Eine Eltern-Kind-Trennung hat unheilbare Auswirkungen auf ihre Beziehung? Das gilt wohl kaum generell. Ich erziehe seit Jahren meine drei Jugendlichen als Mann allein und ohne jegliche Unterstützung. Dass die Kinder keinen Kontakt mehr zu ihrer Mutter haben und haben wollen, hat mit jahrelangen Misshandlungen zu tun. Ich kann nicht behaupten, dass die Trennung von ihrer Mutter den Kindern geschadet hat, im Gegenteil. Eine Odyssee fand endlich ihr Ende.

  • Fabian Lustenberger sagt:

    Dem Europarat geht es gar nicht um das Wohl der Kinder. Es geht ihm vor allem darum, dass es bei beiden Elternteilen Kinderzimmer geben muss. Somit wird mehr Wohnraum benötigt und die Bauindustrie kann sich freuen. Dies ganz im Gegensatz zur Natur.

  • Leo Klaus sagt:

    Natuerlich ist es so, dass Vaeter die schon vor der Trennung sich nicht genug Zeit fuer die Kinder nehmen, es nachher auch nicht tun.

    Es gibt aber leider auch Faelle, wo die Kinder als „Scheidungsbeute“ verwendet werden. Leider sind es in den meisten Faellen die Muetter, die absolut alles machen, damit der Vater seine Kinder nie mehr zu sehen bekommt, egal wie das Verhaeltnis zu den Kindern vorher war. Und wie wir’s wissen, belohnen Gerichte solches Verhalten, in dem sie der Mutter die alleinige Obhut erlauben.

    Besser waere es, in einem solchen Fall das ko-operative Verhalten zu belohnen, und die Kinder dem Partner zu geben, der weniger Krach macht.

    • Heulsuse sagt:

      Das kann ich so nicht bestätigen. Aber vielleicht bin ich eine seltene Ausnahme. Meine drei Kinder waren viele Jahre fast ausschliesslich mit mir unterwegs. Wir hatten und haben ein ausgezeichnetes Verhältnis. Nicht so die Kindmutter. Bei der Trennung/Scheidung hat dann das Luzerner Bezirksgericht (Nach der Kinderbefragung) trotz anderslautender Vorschläge des KESB alle drei Kinder in meine Obhut übergeben, wo sie seit Jahren sind und gut gedeihen. Zum Glück hat das Gericht dies so getan, zumal die Kindmutter bis heute keinerlei Verpflichtungen übernimmt, weder persönlich noch finanziell.

      • Sportpapi sagt:

        Weshalb hat die KESB andere Vorschläge gemacht? Weshalb werden die Verpflchtungen der Mutter nicht eingefordert?

      • Heulsuse sagt:

        Die Luzerner KESB hat andere Vorschläge wider besseren Wissens und entgegen dem Kindeswunsch, weil es ihr offensichtlich unvorstellbar war, dass Kinder gut betreut bei ihrem voll berufstätigen Vater aufwachsen können und wollen. Das ging der KESB schlicht gegen den Strich und zog jahrelange Korrespondenz und schliesslich gar ein Gerichtsverfahren nach sich, was aber zu unseren Gunsten ausging.
        Die Verpflichtungen der Kindmutter können darüber hinaus nicht eingefordert werden, da sie sich mittellos gibt und durchgehend krank schreiben lässt. So besteht halt keine echte juristische Handhabe, dagegen vorgehen zu können.

      • 13 sagt:

        War das wirklich die KESB? Die gibt es erst seit dem 1.1.2013, jahrelange Korrespondenz plus Gerichtsverfahren plus Kinder, die seit Jahren bei Ihnen leben, ist da praktisch nicht möglich. Es tönt doch eher nach einer absoluten Laieneinschätzung der ehemaligen Vormundschaftsbehörden.

  • Und als nächstes kommt noch die Vorschrift, was denn beim „Wohnen“ als kindergerecht zu gelten hat. Schliesslich muss man dann auch noch die Putzfrau haben, weil ja beide Eltern Geld verdienen müssen und auch noch die Ganztageskinderversorgung in der Kita. Letztlich heisst das dann, die Kinder haben dann drei Wohnorte und vier Eltern. Sorry, wer zahlt die Rechnung? Da können wir grad so gut in den Kibbuz ziehen wo ein ganzes Dorf die Kinder erzieht!

  • Markus sagt:

    Super Idee. Frage mich nur wie das gehen soll. Nach meiner Trennung musste ich aus dem Dorf wegzeihen. Günstigste Wohnung CHF 1750.- Hätte ich unmöglich bezahlen können nebst den Unterhaltszahlungen. Keine Ahnung wie das andere machen. Idee funktioniert also nur, wenn man genügend Geld hat oder alle irgendwie umziehen. Daran scheint wohl niemand zu denken.

    • maia sagt:

      Wenn sie die Kinder zu gleichen Teilen betreuenn, müssten sie auch keinen Unterhalt mehr zahlen. – Aber es natürlich auch dann noch eine Geldfrage.

      • vaterunser sagt:

        Stimmt leider nicht und genau da liegt das Problem: Auch wenn ich als Vater gleich viel betreue, muss ich der Kindsmutter nicht wenig Unterhalt bezahlen (700 CHF plus kinderzulage), weil diese mit ihrem Pensum kaum über 3000 CHF monatlich verdient und wohl auch kein Interesse hat, mehr zu verdienen, sonst müsste sie ja für ihre unterhaltsanteile noch selber aufkommen.

        so gesehen, ja: nur einkommensstarke väter können sich das wechselmodell leisten. ich bin’s zum glück noch.

      • Marie sagt:

        Einkommensstarke Väter oder Paare, bei denen sich die Mutter nicht aus der finanziellen Verantwortung stiehlt. Das gibt es.

    • Fabian Scherer sagt:

      Fallen mit dem gemeinsamen und halb-halb Sorgerecht nicht auch die Unterhaltszahlungen weg? Dann hätte man auf einen Schlag dieser ganze Betrag für die hälftige Betreuung des Kindes zugute.
      Oh, hoppla, aber dann fällt ja auch der Betrag, den die andere Sorgerechtsperson erhält weg.
      Und das haben viele natürlich nicht so gerne.
      Kein Wunder sträuben sich viele dagegen.
      Ein Schelm wer sich da was denkt…

      • vaterunser sagt:

        @marie: die mütter, die auch geldmässig gleiche anteile leisten, gibts ganz bestimmt. auch ich kenne einige. sie müssten nicht und ihnen gebührt auch grosser respekt.

        nur: die väter, die nicht betreuen möchten, müssen dafür umso mehr unterhalt bezahlen (zu recht!). hingegen müssen die mütter, die weniger betreuen, nicht zwingend sich am finanziellen unterhalt beteiligen. das ist das grosse ungleichgewicht, das der staat so partout nicht ausgleichen möchte. daran hätte ja auch die scheidungsindustrie kaum freude und schauen sie mal, wer hierzulande die gesetze macht: anwälte, mediatoren, feministinnen und feministen ;)…

      • Widerspenstige sagt:

        Wieso sollte der Staat ein Interesse daran haben, sich finanziell auf die Äste hinaus zu lassen, wenn sich die Möglichkeit für Paare bietet, sich zu einigen während einer Beziehung und nicht erst, wenn ein Gesetz bei Trennung dies einfordert?

      • Widerspenstige sagt:

        mutterunser, Sie irren sich gründlich, was Feministinnen anbelangt. Es ist ihnen zu verdanken, dass
        a) Frauen überhaupt eine Ausbildung geniessen und
        b) einen Beruf lernen können/dürfen und
        c) diesen Beruf auch während einer Mutterschaft weiter ausüben würden, wenn das Umfeld/Infrastruktur sie entsprechend bei der Kinderbetreuung unterstützen würde d.h. finanziell unabhängig weiter leben könnten.

        Also solche Unterstellungen lassen Sie besser sein. Der Gesetzgeber ist bürgerlich orientiert – siehe letzte Wahlen! – und Feministinnen werden gerade dadurch sabotiert, dass bürgerliche Kreise und auch sehr viele bürgerliche Frauen Angst haben, sich nun auch finanziell beteiligen zu müssen und wählten Rechts. Das ist bitter für alle Frauenrechtsgruppen, die sich für mehr GleichWERTigkeit eingesetzt haben.

    • 13 sagt:

      Eines wird bei der Alimenten-Diskussion immer wieder vergessen: Es ist jedem selber überlassen, welches Familienmodell er/sie lebt und dieses ist dann in erster Linie wegweisend im Scheidungsfall. Ich würde als Mann nie einem Modell zustimmen, wo die Frau zu Hause bleibt oder nur ein kleines Pensum arbeitet. Umgekehrt aber wäre es für mich selbstverständlich auch meinen Teil an der Betreuung/Haushalt zu leisten. Nur leider stimmt ja dieses Modell für viele Männer in der gelebten Ehe, nur bei einer Scheidung soll die Frau plötzlich Vollzeit und das am liebsten in Kaderposition mit einem Topeinkommen arbeiten. Tja, wie war das mit dem Füfi und dem Weggli? Mein Mann wird niemals Alimente für mich bezahlen müssen, aber dafür kocht er selbstverständlich und ohne Unmut, auch nach einem Papitag, das Abendessen und bringt die Kinder zu Bett, wenn ich es mal nicht vor 21.00 Uhr aus dem Büro schaffe.

      • vaterunser sagt:

        @widerspenstige: das öl im getriebe der scheidungsindustrie ist der konflikt. einverstanden? das fehler ist der system :)!

        trennungen lohnen sich oftmals vor allem für die (sich ungeliebt fühlende) mutter. sie steht nach der trennung oftmals besser da als in der beziehung. nennen sie mich einen verschwörer, aber das ist ziemlich sicher der grund, warum trennungen von müttern ausgehen.

        zu ihrer militanten feminismuslobhudelei: meine mutter ging auch ohne feminismus wenige wochen nach geburt teilzeit arbeiten, nicht weil sie wollte, sondern weil sie
        musste! der berechtigte anspruch des heutigen feminismus ist, müttern karrierechancen nach der geburt einzuräumen, was ich eigentlich richtig finde. aber: leider kommen die wenigsten frauen vor der geburt auf die idee, karriere zu machen. das sollten sie aber. auch männer! arbeiten kann mann und frau immer und zu jeder zeit, sie müssen es nur wollen! ein grundrecht auf einen spannenden job neben der kinderbetreuuen gibts einfach nicht…

      • Martin Waldner sagt:

        @13: Sicher ist für Väter ein berufliches Zurückstecken und viel Zeit mit den Kindern die mit Abstand beste Versicherung gegen eine spätere Ausrangierung zum Zahlvater. ABER: es gibt leider zu viele Fälle in denen Väter trotzdem kaum eine Chance haben. Zum Beispiel wenn es nie eine Beziehung zur Mutter gegeben hat oder die Beziehung schon während der Schwangerschaft oder Stillzeit geendet hat – dann konnte sich der Vater ja nie wirklich beweisen. Aber auch zum Beispiel wenn die Frau unfreiwillig längere Zeit arbeitslos gewesen ist, oder mit irgendwelchen Begründungen (z.B. niedrigerer Lohn)…

  • Huonder Max sagt:

    Sicher besser bei zwei als nur bei einem Elternteil. Doch mein erster Gedanke war, wird aus dem Kind ein heimatloses? Gerade kleine Kinder brauchen Routine und Stabilität. Das scheint mir mit zwei Kinderzimmern und zwei Familien etwas schwierig. Leider redet der Artikel mehrheitlich über die Freiheit der Eltern, über die Kinder ist demgegenüber wenig zu erfahren. Wer hat praktische Erfahrung?

  • Martin sagt:

    Scheidung ist immer traurig. War diesen Monat einige Liegenschaften anschauen, immer wieder wurden die Objekte aufgrund einer Scheidung veraeussert. Was gibt es eigentlich schlimmeres fuer die Kinder.

    • Marie sagt:

      Eltern die sich streiten sind schlimmer.

      • Muttis Liebling sagt:

        Bleibt ja immer noch, sich nicht streiten und nicht scheiden lassen, bis den Kindern nach der Pubertät die Scheidung gleichgültig ist, bzw. die keinen Einfluss mehr auf deren Tag und Leben hat.

      • Kien Long sagt:

        ich pflichte dem bei. Eine Zeit lang hatte ich echt Angst um das Leben meiner Mutter, nach all den Streitereien. Man stelle sich vor, man liegt so im Bett, nebenan geht ploetzlich irgendwann das Gebruelle los. Irgendwann fallen dumpfe Schlaege, danach brechen Moebel/Holz. Unglaubliches Geheule, das durch Mark und Bein geht. Irgendwann wandern die Geraeusche hinueber zur…. Mehr geht nicht.

      • Marie sagt:

        Ja. Geht aber nicht immer. Das Nicht-Streiten. Bzw. nur, wenn sich der eine dem andern „unterwirft“.
        Ausserdem hätte ich niemals gewollt, dass mir meine Mutter mal – direkt oder indirekt – vorwirft, dass sie wegen mir auf eine glückliche Beziehung verzichtet hat. Genausowenig werde ich meine Tochter in diese Situation bringen wollen.

      • Carolina sagt:

        ML, das ist ein völliger Trugschluss, dass den (meisten) Kindern nach der Pubertät die Scheidung der Eltern gleichgültig ist! Vielleicht tun Sie so, als ob, aber die meisten sind schockiert und unglücklich darüber. Da ist wohl eher der Wunsch der Vater des Gedankens……. (nach dem Motto: wir haben jetzt wegen der Kinder diese Pflicht noch durchgezogen, jetzt nichts wie weg).

    • Izz sagt:

      Eine Scheidung ist traurig- ja. Aber ewige Streitereien und die psychischen Verletzungen sind auch traurig. Ich, als Scheidungskind, finde es gut, dass sich meine Eltern trennten. Ich blieb mit meinen Geschwistern beim Vater, da meine Mutter sich von der Familie trennen wollte (halt umgekehrt als viele andere Fälle, aber tut eigentlich wenig zur Sache). Nachdem die Scheidung und alles vorbei war, besuchten wir die Mutter jedes zweite Wochenende. Klar hatten und haben wir keine so enge Bindung zur Mutter wie zum Vater, v.a die Jüngste, die bei der Scheidung noch sehr jung war. Ich glaube, dass wenn sich Eltern scheiden, und beide die Kinder wollen, dieses oben vorgeschlagene Modell gut ist, für die Eltern, aber auch für die Kinder. Klar müssen Abstriche gemacht werden, man sollte in der Nähe wohnen und klar können sich das nicht alle Eltern leisten. Das ist wohl die Schwierigkeit und auch das Ungerechte daran. Kinder können an zwei Orten wohnen. Es ist einfach wichtig, dass wissen sie, wann sie wo sind und das möglichst in einer Regelmässigkeit. Kinder können sich (zumindest bis zu einem gewissen Alter) auch ein Zimmer teilen. Ich glaube Kinder können und wollen auf vieles verzichten, wenn sie dabei zu beiden Elternteilen, die sie ja meistens beide lieben, eine enge Bindung haben können. Kinder sind auch in der Lage sich schnell an neue Situationen zu gewöhnen und zu adaptieren, wenn die Eltern sich Zeit nehmen zu erklären und ehrlich und mitfühlend sind.

  • Roland k. Moser sagt:

    „…Und zwar indem die Kinder bei beiden ein Zuhause haben und auch bei beiden ungefähr gleich viel Zeit verbringen…“
    Und die negativen psychischen Folgen für das Kind interessiert natürlich niemanden, hauptsache, alle sind gleich.

    • GMG sagt:

      Ich sehe es auch so. Hauptsache die Erwachsenen sind zufrieden. Wer denkt an die Kinder? Die sollten nämlich einfach EIN Zuhause haben und nicht hin und her pendeln müssen. Müsste es nicht umgekehrt sein? Sollen die Eltern doch pendeln.
      Unrealistisch? Vielleicht. Aber wieso sollte es mit den Kindern so realistischer sein?

      • Beatrice sagt:

        GMG,

        wer sagt denn dass die kinder so nicht auch zufrieden sein koennen? Meine Kinder (13 und 15 – seit 4 jahren trennungs- resp. scheidungskinder) haben es von anfang an genossen 2 zuhause zu haben. jedes hat naemlich seine vorzuege. sie haben sich nie beschwert und haben es immer als cool betrachtet. auch wenn sie bisweilen ihren kopf etwas mehr einschalten muessen und eigenverantwortung tragen dass alles immer da ist, wo sie eben gerade sind. aber auch wenn mal was vergessen geht, wohnt mein ex mann nur wenige hundert luft-meter weit weg.

        ich find es bloed, wenn man immer pauschalisiert.

      • Roland K. Moser sagt:

        „…Aber wieso sollte es mit den Kindern so realistischer sein?…“
        Die Kinder können sich nicht wehren, also macht man mit Ihnen, was man will, auch die Sozialämter und die KESB. Ich schreibe aus Erfahrung.

    • 13 sagt:

      Haben Sie für die psychischen Folgen auch einen Beleg oder ist das eine dieser „kenn ich nicht, also muss es schlecht sein“-Theorien? Aus der kinderpsychologischen Sicht, die ich zu dem Thema kenne, geht man eher davon aus, dass die Kinder durch die Trennung von einem Elternteil mehr psychische Folgen zu tragen haben, als durch einen Ortswechsel. Babys und Kleinkinder sind eh sehr personenbezogen, Bezugspersonen sind wichtiger als der Umgebungsort. Schulkinder und v.a. Jugendliche sind zwar ortsbezogen, aber orientieren sich immer mehr ausserhalb der eigenen vier Wände. Wenn sie in die gleiche Schule gehen, mit den gleichen Freunden abmachen können, zum gleichen Fussballtraining fahren können, dann ist die Frage, wo sie schlafen sekundär. Ich bin nicht getrennt, aber wir verbringen mehrere Wochen im Jahr in einem anderen Land, die Kinder haben da ein zweites Kinderzimmer, Spielzeuge etc. und wenn sie da sind, sind sie eben da zu Hause. Heimweh ist völlig unbekannt, es ist ja auch ihr daheim, dies im Gegensatz zu anderen Ferien ausserhalb ihres zweiten Zuhauses. Ist hingegen der Papi, wie es manchmal vorkommt, ein paar Tage weg, bin ich täglich mit Trösten beschäftigt.

      • 69-007 sagt:

        Sie schreiben es „Man geht davon aus…“, also weiss man es nicht.

      • 13 sagt:

        Psychologie ist keine exakte Wissenschaft, auch nicht in unserer Zeit, wo wir gerne für alles eine Garantie hätten. „Man geht davon aus“ bedeutet „gemäss neusten Erkenntnissen schadet es den meisten Kindern mehr, wenn sie von einem Elternteil getrennt werden, als wenn sie zwei Kinderzimmer haben.“ Das heisst, dass vielleicht in 100 Jahren etwas anderes propagiert wird und auch, dass es nicht in jedem Einzelfall zutreffen wird, aber trotzdem eine Leitlinie, an der sich die aktuellen Empfehlungen orientieren.

    • Lukas O. Bendel sagt:

      @ Roland k. Moser:
      Dann nennen Sie doch bitte wenigstens eine negative psychische Folge der Co-Elternschaft (nicht von Ex-Ehepaarkonflikten generell!) für das Kind statt das Ihnen Unpässliche schlecht zu reden!
      Im Gegensatz zu Gender-Gleichmacherei bzw. feministischer Mehr-Berechtigung geht es hier um eine echte Gleichberechtigung (bezeichnenderweise kommt einzig von den Männerverbänden die Forderung nach einer grundsätzlich paritätischen Kinderbetreuung, von der man nur einvernehmlich abweichen kann) mit direkten Vorteilen für die betroffenen Kinder.

  • Brunhild Steiner sagt:

    test… und werden die letzten wieder mal die ersten sein wie angekündigt, respektive sollen wir noch hoffen?

    • Brunhild Steiner sagt:

      und warum geht dann das Eigentliche nicht durch?

      • Brunhild Steiner sagt:

        E uro parat: formulieren Sie doch mal bitte paar Vorschläge zur Vorbeugung damit das Risiko von Scherben bisschen gesenkt wird, die Sorge ums Kindswohl beginnt nämlich früher!

      • Gerhard Engler sagt:

        Warum soll hier die Verantwortung auf den Europarat abgeschoben werden? In erster Linie ist doch unser eigenes, vom Volk gewähltes Parlament zuständig. Ausserdem: Wenn die geschiedenen Eltern das wollen, dann kann heute schon ein solches Betreuungsmodell praktiziert werden. Es ist sehr fraglich, ob ein Gericht so etwas in der Praxis gegen den Willen eines Elternteils durchsetzen kann. Soll dann jede Woche die Polizei durchsetzen, dass die Kinder ausgetauscht werden?

      • Muttis Liebling sagt:

        Ja Brunhild, mir fiel beim Lesen als erstes ein, dass es ein Vorschlag von der Qualität des europäischen Umgangs mit den Flüchtlingen ist.

        Es ist ein typische Pseudolösung, welche am falschen Ende ansetzt, die grösste Last dem Kind (dem Flüchtling) zuweist und mehr auf den äusseren Schein der imaginierten Restharmonie, statt langfristiger Konzeptionalität absetzt.

        Mit Kleinkindern mag das unter Idealbedingungen funktionieren, pubertierende Kinder werden den inkonsequenten Halbeltern schnell Mal den Vogel zeigen.

  • Vater mit Kind sagt:

    Wir haben uns nach der Trennung für das Wechselmodell (alternierende Obhut) entschieden. Das funktioniert super. Das Kind ist 2 Abende pro Woche bei mir plus am Wochenende eine Nacht und ein ganzer Tag. Aber man muss sich im Guten getrennt haben und sich zwei Wohnungen mit je einem Kinderzimmer leisten können, die auch noch nahe beieinander liegen.

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