Die «Pschschscht»-Eltern

Ein Papablog von Beat Camenzind*

(Flickr/Alexandre Normand) Sometimes we adore the little angels. Sometimes we wish they would have play the devil a little bit and do what their hearths scream for.  … Fine, the latter is of rarer occurence. Still, sometimes it's good to let the angels put on their horns and shake things up. It can't always be easy. ..says the guy who would like quiet and obedient kids.

Wenn «Erlaubt ist, was nicht stört» schon für die Kleinsten gilt. (Flickr/Alexandre Normand)

«Pscht!» klingts in der S-Bahn. Mama versucht ihre Kleinen vom lauten Schäre-Schtei-Papier-Spiel abzuhalten. «Pscht!» zischts quer durchs Café Richtung Spielecke. Papi findet, sein Sohn traktiert die Lego-Duplo zu unsanft. «Pscht!» tönts sogar auf dem Spielplatz. Darth Vaders Kampfgeräusche sind für Mama jetzt etwas zu laut. Und das alles, obwohl niemand reklamiert hat.

In der Schweiz ist es gang und gäbe, die Kinder präventiv ruhigzustellen. «Pschschscht!», wenn immer die Kinder ein wenig laut werden. Und andere Menschen da sind, die sich gestört fühlen könnten. Nun, etwas Rücksicht auf die Mitmenschen ist ok, finde ich. Aber, das sind doch Kinder! Kinder sind spontan, impulsiv, aus ihnen platzt raus, was raus muss. Wie kann man nur schon auf die Idee kommen, Kindern das Lachen, Reden, Spielen zu verbieten? Und das, bevor überhaupt jemand reklamiert?

Und es funktioniert ja auch praktisch nie. Die gemassregelten Kinder sind ja dann kaum wirklich ruhig. Sie halten sich allerhöchstens 20 Sekunden zurück. Sobald sie wieder in ihrem Spiel versunken sind, maulen, lachen, schreien sie weiter. Was sie aber spätestens nach dem dritten «Pscht» wissen: Sie haben Papa und Mama nicht auf ihrer Seite. Denn mit dem «Pschschscht!» drücken die Eltern nicht nur ihr Unwohlsein über die Lautstärke aus. Nein, sie machen den Kleinen klar, dass sie stören und sich gefälligst dem Flüsterton der Erwachsenen anpassen sollen. «Erlaubt ist, was nicht stört», schon für die Kleinsten.

Obwohl: Als meine Frau mit der ersten Tochter schwanger war, glaubte ich noch, ich werde es lieben, das Kindergeschrei. Ich verklärte jegliche Laute von Kleinkindern zu meiner Lieblingsmusik. Wann immer ich damals ein Baby hörte, fragte ich mich, was wohl mit ihm ist. Ich überlegte, ob meine Tochter dann auch so hoch, tief, lang, laut brüllen wird. Verzückt sah ich mich mit der Kleinen auf dem Arm, ihr leise zuredend und sie wiegend. Ich sah mich mit Dreijährigen glücklich Ringelreihe tanzen und lauthals alle Kinderlieder mitsingen.

Doch das war nur eine kurze Phase. Bald war die Tochter da – und ich verdammte laute Kinder trotzdem. Auch ich wechsle ab und an das Zugabteil, wenn ich keine Lust habe, von Kleinkindern zugetextet oder angeschrien zu werden. Ich musste mir eingestehen, dass ich allerhöchstens das Geschrei meiner eigenen Tochter ertrage. Und – bei aller Gelassenheit – manchmal nicht mal das.

Trotzdem ist aus mir kein «Pscht»-Mensch geworden, der in vorauseilendem Gehorsam seine Kinder ruhigstellt. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich jemals dachte, jemand anderes könnte meine Kinder als zu laut empfinden. Lautsein gehört zur Kindheit wie zerrissene Hosen, wild verstrubbelte Haare und ab und zu eine Platzwunde.

Ich würde sogar sagen, wer seine Kinder voreilig zum Stillsein anhält, erzieht sie zu angepassten Duckmäusern. Oder was denken sie über das «Pschschscht?»

BEat_Camenzind_150*Beat Camenzind ist freischaffender Journalist, Musiker und Vater von zwei Töchtern. Er lebt mit seiner Familie im Grossraum Zürich.

90 Kommentare zu «Die «Pschschscht»-Eltern»

  • Alexandra sagt:

    Vor einer Woche traf ich eine Freundin auf dem Zug und habe fröhlich mit ihr geplaudert. Eine ältere Dame meinte: „Pssst!“ und als wir etwas leiser weiterplauderten fühgte sie genervt hinzu: „Es ist 7 Uhr morgens“. Ich werde bald vierzig und fand den Kommentar der Dame ziemlich daneben. Wer sich gestört fühlt soll doch bitte den Platz wechseln. In vielen Zügen gibt es Ruhewagons.

  • sonja sagt:

    @dieter: bin fan von deinem post.

    sonja mit 2 lauten kindern. 😉

  • fabian sagt:

    Wenn Kinder im Zug oder im öffentlichen Raum lärmen dürfen, stellt sich die Frage, ab welchem Alter Menschen dann ruhig sein müssten?

  • kiki sagt:

    Sehr gut beobachtet und formuliert, Herr Camenzind! Als Ausslandschweizerin falle ich auch regelmaessig ins Psst-Muster zurueck, wenn ich mit meinen Kindern auf „Heimurlaub“ bin. Es sind nicht die Reklamationen, sodern die stillen, boesen Blicke, die den Psst-Reflex aktivieren, mit dem auch ich aufgewachsen bin.
    Eine Psst-Kindheit produziert Psst-Erwachsene: ja nicht stoeren, daher lieber nicht kommunizieren (koennte ja als Stoerung empfunden werden), lieber seine Meinung nicht kund tun – man koennte damit ja anecken! Im Zweifelsfalle besser wegschauen, als einen Mitmenschen zu fragen, ob er Hilfe braucht. Es koennte ja stoeren, gefragt zu werden… Also besser Psst!

  • Cheroma sagt:

    Eine Betrachtungsweise, die etwas zu kurz greift. Kinder sollen als Kinder aufwachsen können, mit allem was dazu gehört: lachen, schreien, herumtollen, dreckeln etc. Dazu gehört aber auch zu lernen, dass jede Situation ein adäquates Verhalten kennt, das nicht immer dem ureigenen kindlichen Bedürfnis entsprechen muss – zum Beispiel im Verkehr. Dies seinen Kindern altersentsprechend von früh an beizubringen, ist die wichtige – und oft lästige – Aufgabe der Eltern. Aus eigener Erfahrung mit drei mittlerweile erwachsenen Kindern weiss ich, dass sich der Aufwand lohnt – und dir Kinder keinesfalls zu Duckmäusern, sondern zu respektvollen und vollwertigen Mitgliedern unserer Gesellschaft heranwachsen…!

  • Nüssli sagt:

    Eine Welt in der Kinder nicht mehr Kinder sein können ist eine kranke Welt. Nein, weder die Eltern noch die Kinder sind krank sondern die Menschen die so schwache Nerven haben, dass es für sie nur auf dem Friedhof still und gesittet genug ist.

  • Dieter Neth sagt:

    Solange hierzulande die Zweitaktmotoren mehr Rechte haben als Kinder brauchen wir doch über die heutige Bünzligesellschaft kein weiteres Wort mehr zu verlieren. Aber auch die Schweiz wurde von freien Menschen aufgebaut, welche als Kinder rumtoben durften. Meine 3 (Mädchen!) verbrachten ganze Nachmittage draussen, mit zwei Würfen Hunden, Mäusen und anderem Getier, Schlamm, Sand und alles mögliche Unkraut. Mir liegt das fröhliche oder auch erschrockene Gekreische noch jetzt im Ohr, ebenso das stundenlange falsche Singen auf unseren Sonntagsausflügen. Hat mich nie gestört, obwohl, ein paarmal brauchte es auch den Arzt. Stören tun mich hier Töffli, Motorräder, Autos, Lastwagen und die sinnlosen motorisierten Gartengeräte unserer Weichei-Gärtner. Aber man muss als Nation schliesslich Prioritäten setzen, damit die Wirtschaft nicht geschädigt wird. Kinder sollen ruhig sein, damit der Sklave ausgeruht an sein Tagewerk gehen kann

  • achjajajajaja sagt:

    Laute Kinder im Zug können sehr stöhren. Am meisten, wenn sie laut heulen, weil ihnen irgendwas nicht passt, aber auch, wenn sie einfach das Volumen ihrer Stimme falsch einschätzen. In beiden Fällen finde ich es angebracht, wenn die Eltern sie beruhigen bzw. darauf aufmerksam machen, dass sie leiser sein sollen. Das heisst nicht, dass man ihnen verbietet, Kinder zu sein. Es geht eher darum, dass sie lernen, sich in verschiedenen Situation angemessen zu verhalten. Man kann als Eltern präventiv ruhige spiele, (& alle Lebensmittel, die man braucht) etc. mitnehmen, um die Kinder im Zug beschäftig aber doch auf einem angemessenen Lärmpegel zu halten…
    Ich finde auch, dass man Kinder nur in Restaurants & Cafés nehmen soll, wenn man damit rechnen kann, dass sie sich dort anständig benehmen werden….
    erziehung ist für Kinder nicht unzumutbar, aber oft sind die Eltern zu bequem dazu…

    • Tom Meier sagt:

      Sie haben keine Kinder, gell? Wissen Sie, das Problem sind die Erwachsenen, die so gestresst sind, dass sie sich ab jedem Muks nerven. In anderen Kulturen hat niemand ein Problem mit lauten Kindern. Scheint ein Schweizer Problem zu sein.
      PS: Ich habe auch keine Kinder. Verteidige / Entschuldige also niemanden.

  • Vanillahex sagt:

    Ach ja Tobias Reich- das
    Mit dem klaps- das
    Nennt sich überforderung

  • Vanillahex sagt:

    @beat- die alte leier von wegen fliegen. Ja, es kommt vor, dass man mal eine nicht optimale kinderreise plant und 7 std damit beschäftigt ist, die kids im schöafmodus zu halten. Vielleicht quengeln sie mal zwischendurch oder herrje- schreien. Man wirds überleben, als eltern wie auch als zuhörer passagier. Das nehm ich in kauf für die etwas andere reise- sei’s um die gasteltern zu besuchen oder um den jungel tu sehen.
    Und es kommt auch mal vor, dass man mit einem unruhigen 4-jährigen und aufmüpfigen 3-jährigen unterwegs ist, zur stosszeit (kreisch!) ich werde nicht tagein tagaus fliesen putzen. Und das perfekte timing gibts nicht immer. So get over it

  • Christoph Gut sagt:

    Es gibt tatsächlich Rentner, die im Zug in den Kinderwaggon einsteigen und sich dann beschweren, dass die Kinder zu laut spielten.
    .
    Es gibt tatsächlich Leute, die in der direkten Nachbarschaft eines Schulhauses Wohneigentum kaufen und sich dann über den Lärm während der Schulpausen beschweren.

    • Doria Gray sagt:

      Es gibt sogar Rentner, die sich an einer schwangeren Frau mit Kleinkind vorbei in den Bus drängeln und dabei das Kleinkind schubsen und sich im Bus über das Geplauder des Kleinkinds beschweren. Viele Leute tragen halt einen Frust mit sich herum und müssen den irgendwo deponieren. Wenn sie neben einem Schulhaus wohnen, haben sie häufiger eine Gelegenheit dazu.

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Unser Zusammenleben funktioniert nach gewissen Regeln, eine davon ist Rücksichtnahme. Diese Regeln den Kindern beizubringen nennt sich Erziehung. Schlecht erzogene Kinder nerven. Das nervöse „Pschschscht“ nützt natürlich nichts, wenn man bei den Kindern erst mit Erziehen anfängt, wenn sie auswärts unangenehm auffallen. Glücklicherweise gibt es heute auch kinderfeindliche Hotels (und verschont mich mit Zuschriften von wegen „Kinder finanzieren Ihre AHV“).

    • Christoph Gut sagt:

      @Joerg: Herr Joerg, Sie machen es sich schon sehr einfach. Wer wird Ihnen in ein paar Jahren im Pflegeheim die Windeln wechseln?
      Die Kinder der anderen oder Zugewanderte.
      Letzere wollen die Schweizer nicht (MEI) und erstere sollen möglichst unauffällig von den anderen grossgezogen werden. Aber bitte ja nicht diejenigen stören, die sich später von den Kindern der anderen pflegen lassen.

  • Tobias Reich sagt:

    Ab und zu eine Ohrfeige oder eine auf den Allerwertesten und das Problem ist gelöst. Da brauch ich keine psychilogischen Hilfen und einen Schaden nimmt auch keiner. Dafür wissen die Racker, dass jetzt Ruhe ist. auch wenn es altmodisch ist, die Kinder verstehen

    • alam sagt:

      Was einmal mehr zeigt, dass wer selber als Kind geschlagen worden ist möglicherweise nicht einmal merkt, welchen Schaden er genommen hat, geschweige denn welchen Schaden er den eigenen Kindern zufügt.

    • isolde sagt:

      Damit löst man bloß Ängste aus…schon mal was von Pädagogik und Psychologie gehört!

  • HORN sagt:

    Früher hatten die Eltern die Kinder im Griff. Heute haben die Kinder die Eltern im Griff.

  • Hans Meier sagt:

    ich frage mich, wer hier eigentlich rücksichtlos ist – Wir arbeitende nErwachsene, die nach einem langen Tag auch nur gerne unsere Ruhe im ÖV , Gasthaus oder sonst einem öffentlichen Raum mit vielen Leuten haben möchten und uns auch mal entspannen wollen – oder sichtlich nachlässige Eltern, die ihre flegelhaften Kinder undiszipliniert herumtoben und in voller Lautstärke rumschreien lassen, ohne dabei auf Befindlichen der übrigen Mitanwesenden Rücksicht nehmen zu wollen; wie leider so oft im Supermarkt, Restaurant oder Zug erlebt werden kann. In Zeiten, in der solche Zustände leider immer wie mehr anzutreffen sind, sind Noise-Cancelling Kopfhörer mit entspannender Musik ein wahrer Segen – ohne diese könnte ich es mir heutzutage kaum noch vorstellen, die furchtbare Kakaphonie des Kindergeschreis allenorten auszuhalten. Nur gut gibt es Sennheiser &co…

    • Doria Gray sagt:

      Ein Erwachsener, der wegen ein bisschen Kindergeschrei dermassen gestresst ist, hat ein Problem mit seinem Nervenkostüm und sollte sich überlegen, wie er sein Leben stressfreier gestalten kann. Es darf doch nicht sein, dass man nach der Arbeit dermassen fertig ist, dass einem jeder Muckser völlig aus der Fassung bringt. Schieben Sie also die Schuld nicht auf die Kinder oder Eltern. Reden Sie stattdessen mal mit Ihrem Chef.

      • isolde sagt:

        Ein Reden mit dem Chef….Da muss ich fast lachen…Leider ist unsere Gesellschaft sehr stressanfällig geworden, wir rasen im Dauerschritt in unsere Arbeitswelt umher. Angepasstes Verhalten ist angesagt, damit müssten wir aber unsere Umwelt wieder besser Wahrnehmen können….und das scheint uns gänzlich abhanden gekommen zu sein. Wir sollten uns mehr Zeit nehmen und den anderen Leben lassen.

    • Josef sagt:

      s gibt im Fall auch Eltern die den ganzen Tag gearbeitet haben und dann die Kinder abholen und mit den ÖV nach Hause fahren, Eltern sein und arbeitende Erwachsene geht auch beides zusammen, nur so…

  • Hans Hintermeier sagt:

    @Karen: „Und jetzt sollen die Kinder noch in Zug kein mucks von sich geben da sie ja stören können und wenn sie es doch machen, werden sie sofort aber still von allen als schlecht erzogen abgestempelt, mitgesamt Eltern. Was ist denn los mit unsere Gesellschaft?“.

    Danke für Ihren Beitrag. Erlebe ich genau gleich. Meine Erklärungsansätze: Wir sind so gestresst vom vielen Arbeiten und dem Konkurrenzdruck/Konsumzwang, dass wir jegliche Lebensleichtigkeit verloren haben. Gerade hier könnten wir wieder viel von den Kindern lernen (vielleicht nerven Kinder deshalb einige „Erwachsene“ so, weil sie unbewusst spüren, was sie auch alles verloren haben, wie überangepasst sie eigentlich sind). Siehe mein Beitrag vom 8:39

  • Beat Heusser sagt:

    Ach ja die Toleranz – wie leicht fällt mir das in einem 8-10-Stunden-Flug ? Schon erlebt in der hinteren Sitzreihe, dass ein Schweizer Elternpaar mit immer wieder schreiendem Säugling und zwei circa 3 und 4-jährigen (hyperaktiven) Kleinkindern in den Urlaub nach Thailand geflogen ist. Nur möglich wegen Egoismus der Eltern. Was sollen die lieben Zwerglein in Thailand ? Tempel, Floating Market und Reisfelder betrachten und dazu noch Salzwasser schlucken ? Ist doch nur Tortur. Planschbecken zu Hause oder ins Schwimmbad (Mami vorzugsweise ohne Smartphone) wäre sicher sinnvoller. Quintessenz: das Reisen ist generell viel zu billig geworden und verleitet zu unbedachten und vor allem unnötigen Aktionen.

  • Karen sagt:

    Meine Erlebnisse in Zug in letzten zwei Jahren:
    Ich, hochschwanger in S-Bahn: eine Frau überholt mich um letzten platz zu bekommen.
    Ich, mit einem schlafendem kranken Kleinkind (9 kg) in Arm ohne Kinderwagen da es Stosszeit ist und wir mit S-bahn ins Permanence fahren müssen: kein platzt frei, kein Mensch steht auf.
    Ich, mit Baby am Bauch im Tragesack: eine Frau rennt am Bahnhof zu ihrem Zug und schlägt das Baby mit der Tasche so dass Baby aufwacht und anfängt zu schreien: keine Reaktion von der Frau oder beobachtenden Menschen.
    Ich, jede Morgen und Abend drei Tage die Woche am Zürich HB: viele steigen ein bevor andere ausgestiegen sind.
    Und dass sind nicht nur ein paar wenige schlecht erzogene Menschen. In diesen Beispielen waren mindestens 20-30 Leute dabei. Das regt auf und nicht das Geschrei eines Baby oder lautes plappern eines Kleinkindes. Die Kindern wurden schon Strassen weggenommen für Autos, Parks weggenommen für verdichtetes Bauen und Wohnen, Rasen weggenommen für schönen Landschaftbild („Fussball spielen am Rasen verboten“), die Spielplätze sucht man ausserhalb das Grossen Städten vergebens da zu teuer, die existierenden Spielplätze werden von Landschaftsarchitekten geplant die keine Kinder haben, und meisten trauen sich sowieso nicht in Zürich mit Kleinkind ins Restaurant (in Italien oder Spanien dagegen schon). Und jetzt sollen die Kinder noch in Zug kein mucks von sich geben da sie ja stören können und wenn sie es doch machen, werden sie sofort aber still von allen als schlecht erzogen abgestempelt, mitgesamt Eltern. Was ist denn los mit unsere Gesellschaft? Warum sind wir so intolerant geworden?

    • Toni Dubs sagt:

      Gute Beispiele, Danke. Aber gleich nachgefuegt: Beispiele wofuer? Aus meiner Sicht fuer eine schlechte Kinderstube, in der man diesen Exemplaren nicht beigebracht hat, sich in Gegenwart anderer angemessen ruecksichtsvoll oder gar hilfsbereit zu benehmen.
      Und fuer mich ist da ein „psch“ (idealerweise ergaenzt mit Erklaerung sofern sie schon alt genug sind) in den dafuer passenden Situationen Teil der Erziehung, den Kindern genau diese Ruecksicht allmaehlich beizubringen. Ob es bessere Wege gibt? Das kann man dikutieren. Ob es besser ist, die Kleinen immer und ueberall einfach machen zu lassen? Nein, ist es nicht, es kommen die Exemplare (+ weitere Varianten) heraus, die Sie beschrieben.

    • Dieter Neth sagt:

      Schauen Sie. Ich für meinen Teil gebe dieser Gesellschaft meine imaginären Mittelfinger und bin froh, nicht zu so einem sauertöpfischen traurigen Tropf geworden zu sein. Ignorieren sie doch solche Motzerlein einfach. Meine Ignorierliste ist ziemlich lang geworden, aber damit lebt es sich ganz angenehm. Das ständige Dauergemotze gewisser Zeitgenossen ist für mich wie Hundegebell. Regt ein wenig auf, hört aber auch wieder auf. Ich diskutiere ja auch nicht mit meinem Hund. Aber von nichts kommt nichts. Unsere hohe Selbstmordrate haben wir uns redlich verdient.

    • Lukas sagt:

      Super Post Karen! Und bei dieser „Kinderfreundlichkeit“ wundern wir uns noch, warum wir in der Schweiz einen Geburtenrückgang haben.

  • Estrella sagt:

    Ich sag auch nur pscht wegen dem ewig genervten umfeld. Mich selber stören andere kinder, die rumzicken, schreien, toben, kein bisschen. Auch im tram nicht. Was sich die leute immer aufregen im tram/ zug,
    Unglaublich! Dann fahr doch auto/ geh zu fuss:) ich finds immer ne super gratis show,
    Seiens kinder, geschäftsleute, döner kids.
    Toleranz ja, aber bitte auch den kids gegenüber

  • Susanne sagt:

    Ich lebe in Italien. Dort sagen die Eltern nicht schsch… sondern schreien: „stai ziitoo!!!

  • mimi sagt:

    Es gibt Zeiten und Orte, wo Kinder wunderbar laut sein können und sollen. Ansonsten lobe ich mir ein herzhaftes PSCHT

    • ClBr sagt:

      Danke Mimi, genau das denke ich auch! Auf dem Spielplatz: austoben. Im Bus oder Tram: hinsetzen und in moderater Lautstärke reden. An den Stangen rumturnen, mir den Rucksack ins Nasenbein hauen und die Ohre taubschreien, oder mit dem Trotti durch die Gänge „Jagis“ spielen: bitte nicht! Drum finde ich PSCHT manchmal sehr angebracht (und bin den Eltern dankbar dafür).

  • cyan jaeger sagt:

    Also mir ist noch nie aufgefallen, wenn meine Tochter zu laut war – liegt wohl daran, dass ich meistens mit ihr im Spiel drin und wir beide wohl nicht allzu leise waren.
    Aber die ständigen Beurteilungen von Aussen was richtig und falsch ist, geht manchmal so stark auf die Nerven, dass auch der Erwachsene am liebsten Schreien will. Mir persönlich ist ein lautes aber zufriedenes Kind lieber als das wohlwollende Nicken von Erwachsenen.

  • Heinz sagt:

    Was für ein Blödsinn. Ich beschwere mich nicht über schreiende Kinder – aber nur weil ich von den Eltern erwarte das sie das Kind zum schweigen bringen.

  • Maria Sah sagt:

    Ach ja, ich kenne das aus eigener leidvoller Erfahrung. Ich hatte natürlich still zu sein, selbst wenn die Erwachsenen selber einen ohrenbetäubenden Lärm verursachten. Es war nicht wichtig, wenn ich kaum atmen konnte, wenn nur die Raucher in ihrer Sucht nicht gestört wurden. Ich durfte mich nicht zurückziehen, denn bestimmt wurde ich schon nach kurzer Zeit gesucht. Privatsphäre war ohnehin höchstens mit der Lupe zu finden, denn es konnte jederzeit ein Erwachsener in mein Zimmer hineinplatzen, Ordnung verlangen, oder schlimmer noch, hinter meinem Rücken einfach Ordnung machen. Mir blieb nichts anderes übrig, als nach solchen Einbrüchen alles wieder hervorzuzerren, damit ich meine Orientierung wieder hatte.
    Die Erwachsenen interessierten sich nur für die äussere Form, aber es entging ihnen, was die Probleme gewesen wären und was ich gebraucht hätte.
    Nein, es greift viel zu kurz und ist wiederum ein „nicht ernst nehmen“ und ein „nicht höre/sehen wollen“, wenn diese Dinge einfach als Erziehung abgetan werden. Es kann ja wohl nicht sein, dass Eltern ihre Kinder in die Depression oder in den Selbstmord treiben wollen.
    Nun, ich bin ja noch da und aus mir ist kein Verbrecher geworden.
    Ich hatte daher die Gelegenheit zu erkennen, dass all die Wirkungen ihrer Taten keine Absicht gewesen waren. Sie wussten es einfach nicht besser.
    Dieser Erkenntnisprozess dauerte …. über 20 Jahre und war wohl nur möglich, weil es mir gelang ein besseres Umfeld zu finden, wo ich meine Stärken voll ausspielen kann und weniger an irgendwelchen Normen gemessen werde.

  • Celina Fuchs sagt:

    Wir erleben hier wieder die klassische Diskussion, dass immer Aussenstehende definieren, was ein „schlecht erzogenes“ und „gut erzogenes“ Kind ist. Und der Meinung sind, für jede erdenkliche Situation und Minute gibt es eine Todo-Checkliste, was Eltern zu tun haben und das ja dann immer und sofort wirkt. Das ist einfach nicht realistisch.
    Und zudem liegt die Spanne von „kleinen Kindern“ immer sehr weit auseinander. Von einem zweijährigen können sie nun mal nicht das gleiche erwarten wie von einem sechsjährigen. Da liegen Welten dazwischen.

  • Franziska sagt:

    Kinder, die nicht lernten zur richtigen Zeit ruhig zu sein – wurden in den guten alten Zeiten samt Eltern von Viechern gefressen oder vom Feind erschlagen. Bei gewissen Kindern, resp. Eltern, ist Zugfahrerin versucht, sie in die gute alte Zeit zurückzuwünschen … Ironie aus.

  • Gerhard Engler sagt:

    Meine drei Kinder sind jetzt 12 bis 18 Jahre alt. Das Geschrei hat daher deutlich abgenommen. Wenn ich jetzt andere Kinder im Restaurant oder im Nachbarsgarten schreiben höre, dann muss ich schadenfreudig lächeln. Ich habe diese Probleme hinter mir, jetzt kann sich die nächste Elterngeneration damit rumschlagen.

  • Albert Muri sagt:

    Das Thema bewegt sich zwischen vier Parametern: gut erzogene und missratene Kinder auf der einen, tolerante und intolerante Erwachsene auf der anderen Seite.
    Wenn in diesem Rahmen also die Eltern versagen (Kinder besitzen klar keine adäquaten Verhaltenmuster für die vorliegende Situation und die Eltern gleichen das auch nicht mit alternativen stillen Beschäftigungen wie Malbuch oder, herrje, Ipad, aus), ist der Protest der Opfer absolut in Ordnung.
    Warum sollen sie sich freiwillig in akustische Geiselhaft für etwas begeben, was sie nicht zu verantworten haben?

    • Albert Muri sagt:

      Interessant ist es aber schon, wenn sich die Eltern mit „Pschscht“ im Grunde selber rügen…

    • Martin Schwarz sagt:

      Zitat: „Kinder besitzen klar keine adäquaten Verhaltenmuster für die vorliegende Situation“.

      Bei allem Respekt: ich bin froh, nicht Ihr Kind zu sein.

  • zimy sagt:

    Ich bin für das an die Situation angepasste pschten. Auch sehr kleine Kinder können und sollten schon lernen, dass man eben manchmal nicht das machen kann, was man gerade will. Und wenn die Zeit der Einschränkung die der Freiheit nicht überwiegt, ist das kein Problem. Mit dem Eingreifen Warten, bis jemand was sagt, geht gar nicht. Es gibt eben auch non-verbale Kommunikation, die deutlich ist. Im Familienabteil im Zug oder auf dem Spielplatz ignoriere ich die (selber schuld), im Restaurant oder im Tram eben nicht.

  • Tom Steffen sagt:

    Ist alles eine Frage des Masses. Es ist durchaus angebracht, dass man den Kinden zwischendurch einmal mitteilt, dass sie mit ihrem Lärm andere Leute stören können. Das erhöht schliesslich auch das soziale Bewusstsein. Wer seine Kinder stur rumlärmen lässt und verlangt, dass alle Leute das gutfinden sollen, ist einfach nur asozial.

  • Pico sagt:

    Klar sollte man etwas abwägen und nicht generell und überall „pschschten“, aber im Zweifelsfall sollte doch das Wohl der Allgemeinheit (auf Ruhe zu haben) über demjenigen des Kindes (auf Lärm zu machen) stehen. Regeln ein- und umzusetzen hat noch nie geschadet. – Ich sehe im Geschäft dann regelmässig das Resultat, wenn’s nicht geklappt hat, man hat es dann mit Lernenden zu tun, welche als kleine Prinzessinnen und Prinzen
    über die Etagen wandeln und einen mit Rehaugen anschauen, wenn man ihnen mal sagt, „wo der Hammer hängt“.

    • Hattori Hanzo sagt:

      Noch etwas weiter gedacht, dient es sogar vor allem dem Wohl des Kindes. Kein Mensch der pausenlos nur tun kann, was er will, ohne das geringste Gespür für die anderen, ist wirklich glücklich.

  • Peter sagt:

    „Kinder, denen man psst sagt werden zu Duckmäusen“… Naja… Mir scheint, dass Menschen, die sich ausschliesslich um ihr momentanes Wohlbefinden scheren, dem Mainstream angepasster sind als solche, die hin und wieder etwas Rücksicht walten lassen. Natürlich ist die absolute Ruhe im ÖV nicht die wichtigste Aufgabe der Eltern, aber so ein klitzekleines Bisschen könnten die Mitmenschen ausserhalb der Kernfamilie durchaus auch im Hinterkopf herumgeistern.

  • Gregor Meyer sagt:

    Herr Camenzind, ich denke, Sie vermischen hier einiges, was nicht zusammengehört. Dass Kinder auf dem Spielplatz toben sollen können, ist selbstverständlich, im selben Masse wie „Pscht“-Eltern an dem Ort unverständlich. Wenn jedoch in der ÖV oder im Café die Eltern zu ihren Kindern schauen und diese auch lärmtechnisch zu Anstand und Rücksichtnahme erziehen wollen, dann finde ich dies vorbildlich. Zum Glück realisieren diese, dass das Benehmen ihres Kindes stören könnte und benötigen, als Erwachsene, nicht erst einen Hinweis der anderen. Diese Art Eltern sind jedoch leider viel zu wenig häufig. Viel öfters scheinen Eltern jedoch das Gefühl zu haben, sie können in Ruhe „käffele“, da ja die „Gemeinschaft“ der restlichen Café-Gästen zusammen auf die Kinder aufpassen wird. Zu Ihrer Info: Nein, tut sie und will sie vor allem nicht.

  • Philippe sagt:

    Ich finde durchaus, dass Kinder genügend aufnahmefähig sind um zu verstehen, wann Sie rumschreien dürfen und wann nicht. Rücksicht nehmen gehört wohl zu den wichtigsten Werten die man seinen Kindern mitgeben sollte.

  • Gerber sagt:

    Verschlossene Kindermünder werden dann später schreien – schlimmstenfalls in sich hinein.

  • Peter Kobelt sagt:

    Nur weil Sie vor Ihren Kindern kapitulieren, müssen dies andere Eltern noch lange nicht. Bereits kleinen Kindern ist eine der Situation angepasste Lautstärke beizubringen. Fällt unter das Thema ‚Respekt‘, welches heutzutage leider sträflich vernachlässigt wird. Sehr zum Nachteil der Gesellschaft. Und zum Nachteil Kinder die auch irgendwann einmal erwachsen werden.

  • Ylene sagt:

    Es gibt zu viele Leute, welche anscheinend das Gefühl haben, sie selber und ihre Sprösslinge seien das Geschenk Gottes an die Menschheit und man solle gefälligst dankbar sein für jeden Furz von ihnen.
    Auch (kleine) Kinder müssen lernen, wann sie eher ruhig sein sollen und wann nicht. Das nennt sich Rücksicht auf die Mitmenschen nehmen. Gehört für mich dazu wie grüssen, für-ältere-aufstehen, bitte-danke-sagen und anständig essen. Und ja, ich schaue darauf, dass meine Kinder im Zug nicht herumschreien oder -rennen und zwar, weil mich das selber auch nervt und es auch nicht ganz ungefährlich ist. Ich denke nicht, dass deswegen meine Kinder Duckmäuser werden. Ich denke stattdessen – welche Überraschung, dass sich meine Kinder dafür mal einer Situation angemessen benehmen können und sie sich später mal Knigge-Kurse, etc. sparen können.

  • Hans Hintermeier sagt:

    Wir fahren auch einen Mittelweg. Wenn wir aber merken, dass gewisse Leute all zu überempfindlich reagieren mit verbitterten/kleinkarierten Blicken (und wir finden, der Radau sei noch in einem angemessenen Rahmen auch vom Setting her) lassen wir die Kinder Kinder sein und stehen zu unseren Kindern, auch Fremden gegenüber. Oft haben diese griesgrämigen Leute nämlich jegliche Freude/Neugierde am Leben verloren und sie stören sich daran, dass es noch (kleine) Menschen gibt, die Freude am Leben empfinden (warum sollten wir und die Kinder uns ihrer grauen Welt anpassen)? Schön ist es auf der Welt zu sein, sagt die Biene zu dem …..

  • Pauline sagt:

    Dazu empfehle ich die Bücher von Jesper Juul. Er findet es auch problematisch, wenn Eltern ihre Kinder nicht deswegen massregeln, weil sie etwas falsch gemacht hätten, sondern nur, weil sie Angst haben, was Unbekannte von sich und ihrer Erziehungskompetenz denken könnten. Er erklärt, wie Kinder unter einem bestimmten Alter sowieso nicht die kognitive Fähigkeiten besitzen, zu erkennen, wieso man sie jetzt anschreit, so dass es sich sogar „kontraproduktiv“ auswirken kann: Das Kleinkind wird vielleicht aus Schock ruhig, aber im Endeffekt hat es nur verstanden, dass „wenn man genervt ist, dann wird man laut“. Gerade das Gegenteil von dem, was man ihm beibringen möchte…

    • Hattori Hanzo sagt:

      Alles vollkommen richtig Pauline, ich könnte jeden Satz unterschreiben. Nur fürchte ich dass sie die falsche Schlussfolgerung ziehen und zu den Eltern gehören, die meinen man könne Kinder erst ab einem bestimmten Alter beibringen ruhig zu sein.
      Sie (oder Juul) skizzieren hier einfach das schlechtest mögliche erzieherische Verhalten: „Angst über das Urteil anderer“ als Motiv und „anschreien“ als Methode.
      Nur davon hat niemand geredet. Es geht darum, dass man Kindern von klein auf beibringt, dass es Situationen gibt, in denen sie lernen müssen ruhig zu sein. Das tut man nicht, aus Angst was andere denken, sondern aus Überzeugung, und wenn man das eben frühzeitig und konsequent vermittelt, kommt es auch nicht zum rumschreien.

  • Martin sagt:

    Ich interpretiere das pscht mal als eine Art Stopp/Achtung/nit e so. Unter diesem Aspekt gibt es in meinem Umfeld zuviele laissez faire Eltern, da wuerde ein gelegentliches pscht helfen. Nicht weil mich das Herumtoben oder Gebruell stoerrt, habe ja selber ein Kind, aber es hat etwas Erzieherisches. Aber dauernd pscht, das muss echt nerven.

  • Gundel sagt:

    Natürlich kann man es übertreiben, aber bei Kindern muss man präventiv pscht machen, eben WEIL sie Kinder sind. Weil es sonst meist nicht mehr lang geht, bis es eskaliert und man sein eigenes Wort nicht mehr versteht.
    Wenn wir Auto fahren und es die Kinder hinten drin lustig haben, dann bleibt es zu 99% nicht beim lustig haben. Das artet schnell dermassen aus, dass die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet ist.
    Immer lauter, immer lustiger, immer vulgärer.
    Zum Glück sind die meisten Eltern vernünftig und wissen, dass es Kindern nicht schadet wenn sie lernen, dass es auch Orte und Situation gibt, wo man ruhig sein soll.
    Oder schieben Sie Herr C. diese Lektion das auf die Lehrerin ab? Soll die das den Kindern beibringen, weil Sie ja so ein cooler kinderfreundlicher Daddy sind?

    • Gerber sagt:

      Besser: präventiv die Situation zu verstehen versuchen, als präventiv komische Pscht – Tierlaute von sich zu geben – Komunikation, das Zauberwort.

      • Gundel sagt:

        Ich dachte wir sind Erwachsen und diskutieren um die Sache und nicht um Wortklaubereien. Ich sage nie „pscht“, es wird hier als Synonym gebraucht für „die Kinder zum ruhig(er) sein auffordern“.
        Und es wurde die Behauptung aufgestellt, dass dies grundsätzlich schlecht sei.
        Zudem wurde Unverständnis ausgedrückt, dass Eltern präventiv eingreifen, als bevor die Sache vollkommen aus dem Ruder läuft.

      • Sportpapi sagt:

        Präventiv die Situation verstehen heisst beispielsweise keine längeren Auto- oder Zugfahrten mehr? Nicht ins Restaurant? Da nicht Kindergerecht?

  • Cem sagt:

    ich habe zwei jungs, 6 und 8, keine dezibelmonster aber auch nicht wirklich mucksmäusles…. in der öffentlichkeit, insbesonders in geschlossenen räumen, bin ein klassischer pschter…. es stimmt, es nützt nicht immer… aber schaden tut es auch nicht… ich muss es wissen… ich wurde bis ins tenniealter regelrecht verpschtet…. gehe auf die 50 zu… keine nebenwirkungen….

    und oft sagt der sitznachbar oder die tischnachbarin…“lönd sie nu… sie störet gar nöd…“ und meine vermeintlich, in ihrer kreativität und durchsetzungskraft gehemmten, völlig verpschten jungs, nehmen umgehend mit der verständnisvollen person kontakt auf und laut wird plötzlich kommunikativ, lustig und bereichernd.

  • Sama sagt:

    Ich liebe solche Eltern – denn sie bringen ihren Kindern bei, wie man sich zu verhalten hat – und genau das ist Teil der Erziehung: Lernen sich im menschlichen Umfeld zu bewegen. „Das sind halt Kinder“ ist nichts als eine Ausrede.
    Kreischende und tobende Kinder sind nicht natürlich und ungestüm, sondern haben schlicht und einfach noch nicht gelernt, wie man sich unter seinen Mitmenschen verhält. In einer Tram, in einem (klassischen) Restaurant oder auch nur in der Stille der Natur haben lärmende Kinder nichts zu suchen (Kinder aber sehr wohl, viele Kinder können sich auch richtig verhalten und auf Spiel- udn Sportplätzen etc. dürfen sie natürlich auch lärmen, was die Kehle hergibt).
    Warum niemand sagt, dass es stört? Weil man immer sehr heftig angegiftet wird, sobald man auch nur andeutet, das Kinder stören….

    • Franz Vontobel sagt:

      …in der Stille der Natur haben lärmende Kinder nichts zu suchen…

      Wow! Das hinterlässt mich jetzt tatsächlich etwas sprachlos…

      • Claude Holger sagt:

        Ich habe es schon erlebt, dass mir im Wald eine Herde Rehe entgegengehetzt kam und die Schreie von Kindern, inklusive der Erwachsenen hallten durch den ganzen Wald. Meine Kinder verhalten sich im Wald rücksichtsvoll gegenüber den Waldbewohnern. Wir gehen ruhig durch den Wald und hören dafür allerhand Geräusche der Tiere, welche wir sonst verjagen würden. Laut sein dürfen auch meine Kinder, wissen aber, wo dies angebracht ist und wo nicht.

    • Cybot sagt:

      Im ÖV und im Restaurant stimme ich zu, aber in der Natur? Draussen ist quasi der einzige Ort, an dem Kinder so laut sein dürfen wie sie wollen. Wen das stört, der soll einfach weitergehen, mehr als hundert Meter weit hört man auch das lauteste Kind nicht. Das gleiche gilt für den Spielplatz. Wer dort auf leisen Kindern besteht, hat wirklich einen an der Waffel.

      • Nele sagt:

        Hoffentlich wird die Stille der Natur nicht durch einen brüllenden Hirsch gestört, das wäre ja echt fies!

        Ab welchem Alter muss denn ein Kind lernen sich zu beherrschen? Wie soll mit einem brüllenden Säugling umgegangen werden?

    • Hans Hintermeier sagt:

      @Sama: „In einer Tram, in einem (klassischen) Restaurant oder auch nur in der Stille der Natur haben lärmende Kinder nichts zu suchen (Kinder aber sehr wohl, viele Kinder können sich auch richtig verhalten und auf Spiel- udn Sportplätzen etc. dürfen sie natürlich auch lärmen, was die Kehle hergibt).“

      Kinder sind genauso ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft! Die Welt gehört nicht nur den Erwachsenen! Sicher dürfen sie in ein Tram und dabei auch noch sich selber sein (zu gewissen Graden). Die Kongruenz verlieren sich noch schnell genug in der Anpassungsmaschinerie unserer Gesellschaft, die auf Leistungsdruck basiert. (okay, mit dem Restaurant gebe ich ihnen Recht, wir gehen auch nicht in ein Restaurant mit den Kleinen, man muss es ja auch nicht provozieren, ausserdem ist ein Abend zu zweit auch wiedermal schön!)

    • Thomas sagt:

      Ich schliesse mich der Sprachlosigkeit von Hr. Vontobel an.
      Das traurige dabei: Diese Einstellung ist leider auch bei uns in der Kinderkrippe vorhanden, die wir aus organisatorischen Gründen nicht wechseln können.

  • Peter sagt:

    Im Zug Zürich-Bern sass ich vor Jahren einmal gegenüber von gestressten Eltern, deren kleiner Sohn immer wieder mit einer riesigen Inbrunst „Happy Birthday“ sang, in einer Lautstärke für den ganzen Wagen gut hörbar. Alles „Pscht“ half nichts, auch Ermahnungen und sogar Drohungen des Vaters hatten nur kurzfristig Erfolg. Dann erinnerte ich mich daran, das ich noch einen grossen Apfel in der Tasche hatte, welchen ich mit einem Augenzwinkern der Mutter übergab und auf den Radauknirps deutete, der sich inzwischen von den Eltern losgerissen hatte und im Gang singend hin und her rannte. Danach war für den Rest der Reise Ruhe 🙂 Moral von der Geschichte: manchmal sind einfach kreative Lösungen gefragt.

    • Clara sagt:

      @ Peter: Das seh ich genauso! Solch „Apfel“ Lösungen zeigen schließlich den Kindern, wie man spielerisch und kreativ mit Problemen umgeht… Sicherlich nicht uninteressant für das spätere Leben!

      • Peter Ringger sagt:

        Lustigerweise wohne ich heute genau zwischen dem Pausenplatz eines Schulhauses und dem öffentlichen Spielplatz eines Kindergartens. Beides grenzt direkt an unser Grundstück. Wegen dieser „unattraktiven Lage“ kamen wir zu einem sehr fairen Preis zu unserem Haus. Doch der „Lärm“ stört mich nicht im geringsten, im Gegenteil. Es ist wunderschön zu hören, wie sich vor allem junge Kinder noch so richtig freuen und von Herzen lachen und jauchzen können. Interessant auch, mit welchem Interesse die Kleinen immer wieder meine Gartenarbeit beobachten und fragen, was ich da gerade mache. Viele wollen sogar helfen, was ich nach Rücksprache mit den Eltern auch schon dankend angenommen habe.

  • Thomas Jordi sagt:

    Ich denke, dass die Welt halt nich so schwarz / weiss ist, wie dargestellt. Wer „pscht“ sagt, macht das ja nicht automatisch immer.
    Ein „pscht“ kann durchaus angebracht sein. „Schlimm“ wird es dann, wenn das „pscht“ nicht Situationsgerecht angewendet wird, oder Erwachsene Idioten sich noch auf dem Spielplatz über den Lärm beklagen (der eigene Töff darf aber laut sein…)
    Und da die Welt halt grau ist, sag ich meinen Kindern manchmal „pscht“ und manchmal sage ich den Nörglern halt, dass es später auf dem Friedhof sicherlich ruhig sein wird.

  • Björn sagt:

    Ich bin der Ansicht, dass zumindest in meinem Umfeld den Kindern zu wenig die Grenzen aufgezeigt werden. In unserer Erziehung der beiden Kinder gilt, laut sein und ausgelassen spielen, Grenzen finden alles ist ok, wenn…
    Wenn aus dem laut sein kein quietschen und kreischen wird, wenn man respektvoll und gewaltfrei miteinander umgeht und wenn keine wirkliche Gefahr besteht.
    Wir müssen uns als Eltern oft das sinnfreie gekreische der anderen Kinder anhören und wenn es tätliche Übergriffe auf unsere Kinder gibt, finden das die Eltern dieser Kinder legitim.
    Da sehe ich Grenzen überschritten und Kinder vernachlässigt.

  • Bastian sagt:

    Ich finde solche Eltern Balsam für meine Seele. Natürlich ist es auch Abhängig vom Umfeld. Auf einem Spielplatz oder im Familienwagen eines Intercitys dürfen Kinder natürlich auch laut sein, keine Frage. Aber es gehört für mich schon zum grundlegenden Anstand von Eltern, ihre Kinder darauf hinzuweisen, dass eben nicht überall ein Spielplatz lauert. Gerade in Zügen und vor allem während des Berufsverkehrs finde ich es doch äusserst lästig, wenn man Kinder einfach so machen lässt. Ich reklamiere eigentlich nie. Ich finde es auch für die Eltern nicht optimal, wenn sie vor den Ohren ihrer Kinder auf ihre erzieherischen Defizite hingewiesen werden. Kinder müssen lernen, sich im gesellschaftlichen Umfeld anzupassen. Grausig, wenn sie mal in die Schule gehen und solch basale Anstandsregeln nie mitgekriegt haben.

  • Sportpapi sagt:

    In der Schweiz braucht es viel, bis jemand reklamiert. Viel eher wird stillschweigend das Abteil gewechselt, falls das überhaupt möglich ist. Insofern ist das mit dem präventiv wohl nicht der richtige Ansatz, finde ich. Ausserdem spielen meine Kinder dann nicht Schere, Stein, Papier, sondern Räuber und Poli im ganzen Zug…

    • Tom gyger sagt:

      …und ich hoffe sie gehen dabei verloren.
      Es kann doch nicht sein dass Ihre Kinder andere Leute stören.
      Auch die Freiheit der Kinder hört dort auf wo meine Anfängt – das muss erzogen werden – man nennt das Anstand.
      Bei sich zuhause können Sie dann wieder machen was Sie wollen, wie ich auch.

      • Gerber sagt:

        Kinder sind unsere Zukunft. Wieso sollen Kinder nicht stören dürfen, wenn Eltern es bsplw. mit Pschscht, und andren Widrigkeiten die ganze Zeit tun?

      • Valeria sagt:

        Als regelmässiger Zugfahrer gibt es viele Dinge, die mich stören: Döner essende Jugendliche, Kopfhörer, die so schlecht sind, dass man den Interpreten noch zwei Abteile weiter erraten kann, stinkende Menschen, laut telefonierende Geschäftsmänner („ich bin ja soooo wichtig“…), Nägel lackierende oder feilende Frauen, wenn einem als Hochschwangere im vollen Zug kein Platz angeboten wird (ausser von der alten Dame, die selber gebrechlich genug für den Sitzplatz ist…).

        Spielende Kinder sind als Störenfriede die absolute Ausnahme.

      • Alpöhi sagt:

        @Valeria: Genau! Hinzufügen kann ich nur noch Schulklassen. Und die Seniorenwanderung. Nicht, dass ich etwas gegen die beiden hätte. Im Zug will ich einfach meine Ruhe.

      • Sportpapi sagt:

        @Tom: Sie haben mich falsch verstanden. Weil meine Kinder Räuber und Poli spielen würde, unterbinde ich das. Und hole sie notfalls an den Platz zurück. Und versuche, sie irgendwie still zu bekommen.

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