Wenn aus Freunden Co-Eltern werden

epa03137953 Parents accompanied with their babies attend a movie at the cinema 'The Movies' in Amsterdam, The Netherlands, 09 March 2012. From now on, the cinema offers an special program for parents who want to watch the movies with their babies.  EPA/ROBIN UTRECHT

Ein neues Familienmodell braucht neue Freizeitformen: Eine Frau und ein Mann mit ihrem Baby im Säuglingskino. Foto: Robin Utrecht (Keystone)

«Wir sind uns sympathisch, wir verstehen uns gut – lass uns ein Kind machen!» So ungefähr lautet die Kürzestzusammenfassung hinter dem Phänomen der Co-Elternschaft, das seit ein paar Wochen durch die deutschen Medien geistert. Dabei tun sich Männer und Frauen zusammen, um (oft mittels künstlicher Befruchtung) gemeinsam ein Kind zu zeugen. Nicht aus Liebe allerdings, sondern alleine aus dem tiefen Wunsch heraus, Nachwuchs zu bekommen. 

Ein solcher Co-Vater ist Jochen König. Der Autor schreibt regelmässig Beiträge in der «Zeit» über sein Leben als Vater von mittlerweile zwei Kindern. Seine erste Tochter hat er mit seiner damaligen Partnerin in einer klassischen Beziehung bekommen. Das zweite Töchterchen ist das Ergebnis einer Co-Elternschaft, die Jochen gemeinsam mit zwei Frauen eingegangen ist.

Das Co-Eltern-Trio zieht nach acht Monaten mit Baby eine positive Bilanz. Die Kleine habe in den letzten Monaten zu allen dreien eine enge Bindung aufgebaut. «Meistens ist ein Elternteil für sie da, der nicht schon seit Tagen unausgeschlafen und ohne Kontakt zur Welt ausserhalb des Babykosmos auf dem Zahnfleisch geht, sondern sich nach freien Tagen wieder riesig auf die Zeit mit ihr freut», beschreibt König die Vorteile.

Experten zeigen sich gegenüber «20 Minuten» nicht überrascht von dem neuen Familienmodell, sehen jedoch diverse Nachteile. Martina Zemp, Oberassistentin für Paar- und Familienpsychologie an der Universität Zürich sagt etwa, dass es für die Entwicklung des Kindes förderlich sei, wenn die Eltern dem Kind eine liebevolle und konstruktive Partnerschaft vorlebten. Das Kind könne dadurch verinnerlichen, wie sich Frau und Mann in einer Partnerschaft gegenseitig unterstützen. Bei Co-Eltern hingegen «sind keine Emotionen im Spiel. Womöglich streiten sie sich nie. Das Kind lernt so weniger, wie man sich bei Konflikten konstruktiv verhält.»

Die Kritik ist sicherlich begründet. Dennoch frage ich mich, ob man so generalisieren darf? So wie es Paare gibt, die ihre Emotionen offen ausleben, heftig streiten, sich aber danach auch wieder überschwänglich versöhnen, gibt es auch welche, die ihre Gefühle hinunterschlucken. Diese leben ihren Kindern auch nicht vor, wie man «sich konstruktiv verhält» bei Konflikten. Andere waren früher vielleicht sehr emotional, haben diese Gefühle innerhalb der Partnerschaft aber mit der Zeit verloren. «Meine Frau und ich leben auch nur noch wie eine platonische Gemeinschaft, seit das letzte Kind auf der Welt ist. Ist ja aber bei vielen Paaren so», schrieb etwa ein Kommentierender auf «20 Minuten».

Psychiater und Paartherapeut Matthias Neuenschwander sieht noch andere Probleme: «Es kann sein, dass sich ein Partner unvorgesehen in den anderen verliebt», sagt er gegenüber der Zeitung. Dieses Risiko besteht auf jeden Fall. Es scheint mir aber nicht grösser als die Gefahr, dass sich jemand in einer festen Partnerschaft in einen anderen verlieben oder vom Vater oder der Mutter des eigenen Kindes entlieben kann. Gefühle sind nun mal nicht berechen- und planbar.

So falsch finde ich die Idee der Co-Elternschaft deshalb gar nicht. Ich bin zwar der Meinung, dass man sich mehr als nur sympathisch finden sollte, um den Schritt zu wagen. Man sollte sich gern haben und mit den Meinungen und Einstellungen des anderen zumindest umgehen können. Also sowas wie besonders gute, vielleicht sogar beste Freunde sein. Schliesslich plant man keine gemeinsame Firma, die jederzeit wieder aufgelöst, weiterverkauft oder von einem Gründer ganz alleine und unabhängig weitergeführt werden soll. Es geht um einen kleinen Menschen. Und das bringt Verpflichtungen und Verantwortungen mit sich, die für den Rest des Lebens andauern.

Wie stehen Sie dem Thema gegenüber? Halten Sie Co-Elternschaft für eine valable Option für Singles, die gerne Eltern werden wollen? Oder gehören Ihrer Meinung nach zur Zeugung eines Kindes zwingend Liebe und Leidenschaft?

84 Kommentare zu «Wenn aus Freunden Co-Eltern werden»

  • Hannes sagt:

    Die Forderung, die beteiligten biologischen Eltern sollten doch „wenigstens“ gemeinsam ins Bett hüpfen, geht davon aus, dass beide nicht homosexuell sind. Die Co-Elternschaft ist aber im Grunde eine Erfindung, die definitiv nicht von Heteros stammt.

  • Lily sagt:

    Meine Eltern haben sich getretnnt, als ich vier war und ab diesem Zeitpunkt eine Co-Elternschaft geführt. Ich habe die Hälfte der Woche bei Mama verbracht, die andere Hälfte bei Papa.
    Ich bin aufgewachsen in zwei Welten, mit zwei Perspektiven aufs Leben, in zwei Regelsystemen…
    „Bei Papa dürfen wir das!“ – „Seh ich aus wie Papa?“ und die Sache war erledigt!
    Ich glaube, dass diese Art des Aufwachsens meine Toleranz gegenüber verschiedenen Lebensentwürfen unterstützt hat und ich war früh sehr selbständig.
    Ich wusste immer: Papa liebt mich, Mama liebt mich – auch wenn ich sie nicht jeden Tag sehe. Liebe geht nicht weg, mein zu Hause ist dort, wo ich sicher bin. Eben in zwei Häusern.
    Und ich wusste immer: Meine Eltern lieben sich, als Menschen, auch wenn sie mal Streit haben, sie respektieren den anderen in seiner Lebensweise.

    Mit 26 ist eine Co-Elternschaft die einzige Art der Familie, die ich mir vorstellen kann, zu gründen 😉

  • Adrian Wehrli sagt:

    … wenn Mama und Papa einen Kleiderstil haben wie auf dem Bildchen, dann weiss ich schon wieso’s im Bett nicht klappt. Eine Stilberatung, zwei Flaschen Rotwein und die Chose läuft.

  • Peter Martin sagt:

    Ich habe vor ungefähr einem Jahr eine supertolle Frau kennengelernt. Wir kommen extrem gut aus und unternehmen viel, aber zusammen sind wir nicht. Ja, hört sich vielleicht komisch an. Wir sind mehr als nur Freunde aber doch kein Paar. Ausser uns versteht das niemand. Vielleicht klappt’s so gut, weil wir keinen Beziehungsalltag bewältigen müssen. Kürzlich haben wir uns darüber unterhalten, ob wir zusammen einen Hund adoptieren sollen. Das wäre super, denn wenn sie oder ich unterwegs sind, ist für den Hund gesorgt. Mit einem Kind könnte ich mir das ähnlich vorstellen. Wenn sich bei ihr also der Kinderwunsch einstellt und sie keinen Partner findet, würde ich mir das zumindest überlegen.

  • Ewold Maas sagt:

    Ich kann verstehen, dass es Gründe gibt gemeinsam ein Kind aufzuziehen, ohne eine „richtige“ Beziehung zum anderen Elternteil zu wollen. Wobei eine Form von Beziehung geht man damit trotzdem ein. Weniger verstehe ich, wenn die vermeintlich befreundeten Eltern sich nicht mal nahe genug sind, um für die Zeugung gemeinsam ins Bett zu hüpfen. Das finde ich schon sehr schräg.

  • marianne reifers sagt:

    Ich finde es immerhin interessant zu hinterfragen, was in der Luft liegt. Vieles beginnt im Kleinen und versamt sich dann ungefragt. Ich würde eine kirchliche Feier für Co-Eltern vorschlagen, damit sich die Beteiligten ihrer Verantwortung bewusst werden oder vertieft bewusst werden. Damit sie ihr Kind durch das Ritual mit neuen Augen anschauen und ihre Absicht unterstützt wird, ein tragfähiges Bindungsnetz zu knüpfen. Ein Kind ist immer mehr, als was wir mit ihm machen! Ein Kind begleiten, fordert von allen 25 Jahre Aufmerksamkeit. Merke auf!

  • Katharina sagt:

    Aus „Ich war zwölf Monate lang in Elternzeit. Seit ihrer Geburt lebt Fritzi überwiegend bei mir. Fritzi ist regelmäßig bei ihrer Mutter. Die beiden verstehen sich gut und auch ihre Mutter ist wie selbstverständlich „Mama“. Und trotzdem ist die Aufteilung, für die wir uns schon vor Fritzis Geburt gemeinsam entschieden haben, sehr ungewöhnlich.“ auf Zeit Teil 1 wird „hat eine gescheiterte Ehe hinter sich“ auf 20 Minuten.

    Aus „Sie weiß mittlerweile, dass auch bei der Zeugung ihrer Schwester ein Becher beteiligt war und zwei Personen nicht zusammen im Schlafzimmer waren, sondern nacheinander“ auf Zeit Teil 2 wird „Fortpflanzungsmedizin“ auf 20 Minuten und „oft mittels künstlicher Befruchtung“ hier.

    In der Wiederholung auf 20 Minuten betreffend künstlicher Befruchtung riecht das nach Manipulation.

    Aus den inzwischen erschienenen 4 Teilen auf Zeit sehe ich nur, dass diese Konstellation auch für das Kind tragfähig ist. Es geht auch nicht um Singles, sondern eindeutig um zwei Frauen, wo Herr König freundschaftliche Dienste mit Becher und Truthahnbaster anbot.

    • Widerspenstige sagt:

      Katharina, Du hast wohl recht mit Deiner Annahme. Der letzte Satz sagt mir eigentlich genügend, was abgelaufen ist. Du kannst es ja am Besten nachvollziehen und ich sehe darin immer weniger etwas Verwerfliches.

      Der spirituelle Moment, der mir sehr wichtig erscheint bei einer Zeugung eines werdenden Lebens, liegt irgendwo dazwischen. Daran kaue ich noch ziemlich herum, wo genau dieser Zeitpunkt sein könnte, aber wie ich schon einmal beschrieben habe, kümmert sich der werdende Mensch als Zellhaufen nicht um das wo (sich Eltern aussuchen = nein!) und wann (richtiger Zeitpunkt zur Zeugung gibt es nicht), sondern nur um das Eine: das Einnisten und Menschwerden, wenn immer möglich in einem Uterus einer Frau.

      Man bewahre uns vor dem Augenblick, wo im sog. Menschwerdungsprozessor Föten in sterilen warmen, vor sich hin blubbernden Fruchtwassergefässen mit Nahrungszuführung mittels Schlauch (wie anbringen und ab wann wieviel u welche Nahrung scheint noch der Knackpunkt zu sein), Musik-/Stimmenbeschallung und künstlichen Wiegebewegungen vor sich hin gedeihen sollen. Als Ersatz für menschliche Wärme und wiegenden einschlummernden Mutterbewegungen, Atemgeräuschen, Gefühlsadaptionen. Daran wird ja sehr intensiv geforscht und Gnade denjenigen ‚Wissenschaftlern‘, die das erste Retortenbaby ohne Nabelschnur uns als Sensation verkaufen wollen!

  • plop sagt:

    Eine solche Elternschaft muss sicher besser organisiert und rechtlich geregelt sein als eine „klassische“ – und da sehe ich einen Vorteil:
    ohne den gegenseitigen Beziehungsanspruch der Eltern kann so sicher manches gelassener diskutiert und angegangen werden, es bedingt eine gute Kommunikationskultur.

    Zum Thema angrenzend ist das „Input“ von gestern hörenswert: Polyamorie
    Auch da ist die Fähigkeit zur Kommunikation wohl das wichtigste für ein gutes Neben- und Miteinander.

    • Hans Hintermeier sagt:

      Diese Sichtweise ist mir eben zu fest auf die Eltern fixiert, ihre Freiheit, ihr Wohlbefinden. Wenn es grad unbequem/mühsam wird, bringt man sie dem anderen Elter(n)system. Irgendwie tun mir diese Kinder leid, sie haben keine feste Basis/“Nest“, sondern werden immer zwischen zwei verschiedenen Elter(n)systemen hin und hergeschoben, wahrscheinlich auch mit verschiedenen System-Regeln, da wird es höchstwahrscheinlich schwierig Halt finden zu können. Kinder brauche auch eine feste Basis auf deren Grundlage sie ihre Persönlichkeit entwickeln können.

      • plop sagt:

        Optimalerweise hätte solch eine „Familie“ ja eine gemeinsame Wohnung und dann je noch etwas privates (so stell ich mir das vor, oder so fände ich das noch ein ganz gutes System, aber sehr privilegiert…). Weil ich glaube auch, dass ein „Nest“ für Kinder wichtig ist, ich erlebe es jedenfalls so.

        Und Eltern bleibt man ja. Das kann man nicht abstreifen wie ein Kleidungsstück. Das geht diesen „Singles“ ja dann auch so.

      • Alpöhi sagt:

        @plop: Sozusagen eine WG mit getrennten Schlafzimmern. nicht wahr 🙂

      • Hans Hintermeier sagt:

        @plop: Diese Co-Eltern müssten sich aber eigentlich auch ewige Treue versprechen, sonst wird die WG irgendwann ziemlich gross. Angenommen der Herr König lernt wieder eine Frau kennen (er ist ja noch jung) und möchte mir ihr zusammen Kinder, weil die Frau the one and only ist? Ich weiss nicht, ob diese neue Frau lust hat, zu den anderen 2 Frauen zu ziehen und ob sie diese Frauen auch gleich als so tolle Freunde sieht…

  • Stevens sagt:

    Mein Gott, da handelt es sich um ein paar wenige Kinder, welche dieses Modell leben. In der Schweiz wurden letztes Jahr um 85000 Kinder geboren.
    Also ein absolutes Randphänomen. Irrelevant. Promillebereich.

    Wieso muss eigentlich jedes Lebensmodell, welches von ein paar Schnäuzen gelebt wird oder von geschickten Selbstdarstellern wie Herrn König in die Medien getragen wurde, in allen möglichen Medien, Blogs etc… breitgetreten werden?
    Ein „Boom“ oder irgendwie relevant ist das überhaupt nicht.

    Sollen es diejenigen, die es wollen, so machen. Solange das Kindswohl gegeben ist, ist ja alles okay. Und die Grenzen sind ja sowieso fliessend.

    • Hans Hintermeier sagt:

      @Stevens: „Wieso muss eigentlich jedes Lebensmodell, welches von ein paar Schnäuzen gelebt wird oder von geschickten Selbstdarstellern wie Herrn König in die Medien getragen wurde, in allen möglichen Medien, Blogs etc… breitgetreten werden?“
      Es wird eben nicht „jedes Lebensmodell“ in den Medien breitgetreten, sondern nur diejenigen, die politisch korrekt d.h. von den Feministinnen gefördert werden (andere kommen gar nicht, oder sehr sehr selten zur Veröffentlichung).

      • Stevens sagt:

        @Hans: Dies wollte ich mit meinem Kommentar eigentlich nicht sagen.

        Vielmehr, dass wir offenbar einfach nicht mehr einschätzen können, was relevant ist und was nicht.
        Medien und soziale Medien schaukeln sich gegenseitig hoch.
        Und das führt dazu, dass völlig irrelevantes (wie diese „Co-Eltern“) plötzlich so viel Aufmerksamkeit erhascht, dass alle meinen, es sei jetzt relevant…

      • Hans Hintermeier sagt:

        @Stevens: Sorry, wollte Ihnen nicht Worte ins Mund legen. Meiner Beobachtung nach ist die Lobbyarbeit der Feministinnen in Genderthemen halt ein grosser Faktor (wie die gut organisierten Shitstorms jeweils gut beweisen). Selbstverständlich spielen noch andere gewichtige Mechanismen mit, die Sie und Hattori Hanzo treffend beschreiben.

      • tststs sagt:

        Also der grösste Lobbyist hier für Genderthemen sind immer noch Sie, Hr. Hintermeier 😉

      • Hans Hintermeier sagt:

        @ Danke für die Blumen tststs, ich werde noch ganz rot: Bekomme ich von Ihnen den Dr. honoris causa ? 😉

    • Hattori Hanzo sagt:

      @stevens
      Sagte ich bereits. Mit irgendetwas müssen die Unterhaltungs-Blätter/Blogs täglich ihre Seiten füllen. Da ist man froh um jeden Freak der gerne Publicity möchte.
      Wir machen uns alle mitschuldig an dieser unnützen Aufhäufung von Worten in dem wir die Gratiszeitungen in die Hand nehmen, solche Artikel anklicken und auch noch kommentieren.
      Solche Freak-Artikel leben davon, dass es die meisten nicht gut finden. So haben die Leute neben dem Wetter etwas zu reden, das nicht relevant ist.

  • Hans Hintermeier sagt:

    Musste zuerst lachen, dann wurde ich ich jedoch nachdenklich. Kinder als Gadget/Accessoire (must have), leider oft nicht weit hergeholt, für die Kinder eher traurig.

  • Vaterunser sagt:

    Ich bin leider unfreiwillig in dieses Modell reingeraten und teile die Bedenken der „Experten“: Die Triangolage Mutter/Vater/Kind ist m.E. zentral ab den ersten Lebensmonaten. Die Kindsmutter hat sich zwar noch vor Geburt mit einem neuen Partner zusammengetan, so dass meine Tochter diese Triangolage erlebt hat, einfach mit dem Stiefvater, der mittlerweile auch wieder ersetzt wurde. Ich bin mir fast sicher, dass dieses ach so progressive Modell zwar für den Moment kindswohlförderlich ist, aber eher abträglich ist für die Bindungsfähigkeit im Erwachsenenleben. Zum Glück habe ich nach langem Kampf eine tragfähige Bindung aufbauen können… Besorgt bin ich alleweil.

  • Dänu sagt:

    Wie wäre es mit Kinder-Sharing? So wie bei Mobility. Das richtige Kind für die gewünschte Zeit, passend zu jedem Anlass.
    Anmelden einfach via Internet und dann beim Kids-Point um die Ecke den kleinen Racker abholen.

    • Reisende sagt:

      wie trefflich. ich finde das auch schrecklich. Kind wird versachlicht. ein Ding was man auch noch gerne hätte. Beim Tierschutz versucht man immer weiter zu gehen, damit Tiere nicht als Sache angesehen werden dürfen (werden ja aber auch noch immer abgegeben wenn auf einmal aufwendig) und hier Baby, kann ja gar nichts sagen (nur so unangenehm brüllen, aber frisch ausgeschlafen kann man ja einiges ertragen), wird der Sammlung hinzugefügt. Wie soll das Model weitergehen, wenn es in die Schule kommt? Natürlich gibt es Scheidungskinder die zügeln müssen zwischen den Betreuungstagen, aber geplant hat das keiner. hier entscheiden es grad die Eltern mal von vorneherein, dass Kind so zu leben hat.

  • Brürrk sagt:

    Warum kommen die kommentare nicht mehr automatisch, wenn man einen Artikel anklickt? Der Artikel lädt sich heute auch nicht schneller als früher, dafür muss man nachher noch einmal laden, um die Kommentare zu sehen… eine verschlimmbesserung…

  • 13 sagt:

    Was ist der Unterschied zwischen Elternschaft und Co-Elternschaft? Ich dachte immer, das Wort „Eltern“ beschreibe eine Beziehung eines Elternteils zu einem Kind (biologisch, rechtlich, sozial) und hat mit der Beziehung der beiden Elternteile untereinander nicht viel zu tun, die läuft parallel. Co-Eltern tönt sehr nach job-sharing, was ok ist, wenn es rein um die Betreuung geht, machen ja auch viele Paare so, nicht ok, wenn es um die Elternschaft an sich, also die emotionale Bindung, geht. Will man nur Mami/Papi für ein paar Stunden die Woche sein, wird man lieber Gotti/Götti, nimmt man die gleiche Verantwortung wahr, wie ein jedes andere Elternteil, sehe ich nichts dabei, ausser, dass das Wort „co“ völlig unnötig ist.

  • tina sagt:

    auch wenn keine erotische liebe zwischen den elternteilen im spiel ist, wird es emotional wenn man zusammen ein kind hat, weil ein kind zu bekommen einen auf die eigene kindheit zurückwirft. emotionen irgendwie präventiv ausgrenzen wird nicht klappen, zum glück 🙂

    • Brunhild Steiner sagt:

      @tina

      „wird es emotional wenn man zusammen ein kind hat,
      weil ein kind zu bekommen einen auf die eigene kindheit zurückwirft. emotionen irgendwie präventiv ausgrenzen wird nicht klappen,“

      und damit ist eigentlich schon alles Wesentliche gesagt!

  • Reincarnation of XY sagt:

    Ich denke es ist reichlich naiv, dass man meint, dass sich Streit vermeiden lässt, wenn man ohne „Liebe“ eine Familie gründet. Leute können auch im Geschäft oder im Verein oder innerhalb einer Partei oder als Nachbarn erbitterte Feinde werden. Eltern können sich mit Lehrern verkrachen. Gute Bekannte in den gemeinsamen Ferien.
    Und das eigene Kind geht nun mal näher als alles andere. Es sei denn man ist emotional so gestört, dass man es eher wie einen Gegenstand sieht, a la Car-Sharing oder so etwas.

  • Erich Müller sagt:

    Diese bigotte Kritik!
    Ob da Modell etwas taugt, ist bestimmt unterschiedlich. Aber jeder, der sich einige Gedanken macht, muss sich bei Scheidungsraten um 50% fragen, was verändert werden soll. Ja ja, Versager seien diese Eltern. Versagt hat das von den Nationalsozialisten propagierte Modell der klassischen Familie mit der Mutter am Herd und dem abwesenden Vater – in der Schweiz ist das nach wie vor das gängige Modell. Da hat das Kind überigens nichts vom Vater. Die Scheidungsraten sind bei 50%. Und 40% der geschiedenen Väter haben keinen Kontakt zu den Kindern. Überigens werden 40% der Kleinkinder körperlich misshandelt, in der Regel von den Eltern. Je jünger desto mehr. Also wirklich ein tolles Modell, das ihr da retten wollt.
    Leute mit neuen Ideen versuchen wenigsten etwas zu verbessern.

    • Hans Hintermeier sagt:

      @Erich: Wow, die N a s i – Keule – ein richtiges Totschlagargument. Wer möchte schon ein N a s i sein? Wenn Sie sich in den Märchen/Mythen der verschiedenen Kulturen umhören, hat es bereits immer die Familie und den liebevollen Vater gegeben. „Die Frau am Herd“ ist hier überhaupt gar nicht gemeint, dass Sie das aber mitprojizieren, sagt viel über Sie aus. Die hohen Scheidungsraten haben euch mit unserem übersteigendem Konsumbewusstsein zu tun und dass wir das eigene Ego zum summum bonum erhoben haben (viele dadurch eigentlich beziehungsunfähig geworden sind) und das wird durch dieses „neue Modell der Co-Eltern“ nicht behoben, im Gegenteil. Nicht immer ist das Moderne auch das Beste. Leider wollen heute viele vor allem um jeden Preis (was ist mit den Kindern?) modern sein (zusätzlich kann man mit dieser politisch korrekten Einstellung auch gut viele Artikel in den Zeitungen verkaufen, ein Schelm wer Böses Denkt)

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Erich Müller
      die „abwesenden Väter“ waren und sind mehr der Industrialisierung und Arbeitsplatzverschiebungen zu verdanken, auf Landwirtschaftsbetrieben war/ist das „gängige Modell“ ein anderes… .

      Und, Scheidungsraten sind nicht 50% und für Erstehen liegt die Rate noch tiefer. Plus, die Trennungsraten von Konkubinatspaaren, oder dann ganz neu Co-Eltern-Paaren die es vielleicht irgendwann auch nicht mehr so konstruktiv haben, sind da ausgeblendet.

      Ich würde der ersten Tochter des Beispielvaters eigentlich mehr wünschen, er hätte seine Verbesserungsideenenergie in sie und ihre Mutter investiert.

    • Muttis Liebling sagt:

      Würden die Menschen 200 Jahre leben, wäre die Scheidungsrate nahe 100%. Wenn man vergleichen will, muss man auf Ehejahre standardisieren und für grob den Median der Ehedauer (CH 2007 14.5 Jahre, Tendenz steigend) benutzen.

      Die Zahl der Scheidungen bis zum 4. Ehejahr geht kontinuierlich zurück, dafür nimmt die ab 20. Ehejahr ebenso kontinuierlich zu. Das ist nicht so tragisch, denn da sind die Kinder gross.

      • Alpöhi sagt:

        Hypothese. Lediglich warme Luft. Sie können nix davon beweisen, und ich das Gegenteil auch nicht. Also sollten wir es lassen.

      • tststs sagt:

        So abwegig ist das nicht… bin letzhin mal über folgendes Gedankenspiel gestolpert:
        Was heisst eigentlich „bis der Tod uns scheidet“? (Resp. wieviel Jahre sind hier gemeint)
        Und da muss man zum Schluss kommen: Das waren nicht 60 Jahre (mit 20 geheiratet, mit 80 verstorben). Schon früher lag der Durchschnitt deutlich tiefer, da es nicht unüblich war, dass einer der Partner schon in seinen 30ern starb.
        Ergo, hätte man schon früher ein höheres Durchschnittsalter ereicht, hätte es EVTL. auch höhere Scheidungsraten gegeben…

      • tststs sagt:

        Brutal gesagt: Was heute die Scheidung übernimmt, war früher eine Frage von Grippe und Tod im Kindsbett…

      • Reincarnation of XY sagt:

        Sagen wir es mal so: ob es früher anzahlmässig bessere Beziehungen gab als heute, ob die Menschen beziehungs- und liebesfähiger waren als heute, kann niemand wissen. Solche Dinge lassen sich nicht durch Statistiken ausdrücken. Man kann bei solchen Dingen noch nicht einmal auf das gehen, was die Leute sagen.

        Am Ende muss jeder selbst wissen, was er will. Für mein Leben und für die Beziehungen in meiner Familie, interessieren mich keine Statistiken, diese lebe ich nach meinen Überzeugungen.
        Wenn jemand aufgrund der hohen Scheidungsrate zum Punkt kommt, dass er nicht an eine dauernde Liebe glaubt, tut er mir leid. Denn dieser Mensch versteckt sich hinter Statistiken, anstatt sich einfach sich selbst zu stellen. Wir sollten so ehrlich sein und unsere Lebensentwürfe mit uns selbst zu begründen.

      • Widerspenstige sagt:

        ‚Bis dass der Tod uns scheidet…‘ ist eine sehr gefährliche Aussage und ist einzig und allein religiöser Natur sprich eine eigentliche Drohung oder gar Erpressung ganz nüchtern gesehen. Das nehmen einige zu wörtlich und entledigen sich dem Partner/der Partnerin einfach auf brutalste Art und Weise. Fast schon wöchentlich liest sich ein ‚Beziehungsdrama‘ mit Todesfolge meistens für Frauen und Kinder. Ich fordere deshalb eine Streichung dieses Satzes während einer Trauungszeremonie, weil aus einer Zeit stammend, wo man eine kurze Lebensdauer zusammen hatte.

      • Widerspenstige sagt:

        XY, ‚Wenn jemand aufgrund der hohen Scheidungsrate zum Punkt kommt, dass er nicht an eine dauernde Liebe glaubt, tut er mir leid…‘ Diese Tatsache einfach zu negieren, ist mE ebenso naiv, um nicht zu sagen sogar verantwortungslos im Umgang mit seinem Leben. Märchen haben ihren Zauber, an den wir alle allzugerne glauben möchten und sie enden immer mit einem Happy End. Sie hören immer dort auf, wo das reale Leben eigentlich beginnt und das ist nun mal unberechenbarer als s/w-Denkweisen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Widerspenstige
        eben gerade nicht negieren, sondern sich bewusst sein dass man es selbst auch in Händen hat! Das so oft zitierte „auseinandergelebt“ fällt ja nicht unverhofft vom Himmel, da wurden eigene Schritte gegangen welche zum auseinanderleben führen.
        Daher würde ich nicht für die Streichung jenes Versprechens plädieren, sondern zur gründlicheren Vorbereitung auf eine verbindliche Partnerschaft. Ist man sich der Fallstricke bewusst kann man einiges an Risiko minimieren. (Die da wären Muster der Herkunftsfamilie, unbewusste Erwartungen/Verantwortungsdelegation an den Partner, Umgang mit Geld, Zeit, Verwandten usw etc)

      • Reincarnation of XY sagt:

        @WS Märchen? Was soll daran ein märchenglaube sein, wenn ich mein Beziehungsleben nicht nach irgendwelchen Statistiken richte?
        Schauen sie: selbst wenn nur 10% aller Paare gemeinsam alt und glücklich werden, ist es kein Märchen, wenn man das als Paar realisieren will. Wenn man dann noch begreift, dass diese 10% nicht zufällig miteinander glücklich geworden sind (DAS wäre ein Märchen), sondern wenn man sich Gedanken macht, wie Beziehungen funktionieren und wie eben nicht. Dann ist das weiter von einem Märchenglauben entfernt als alles andere.
        Märchenglauben ist viel mehr, wenn Leute meinen bloss weil viele Geschiedene geheiratet haben, dass eine Beziehung ohne Ehe „besser“ funktioniere. Oder dass, weil viele sich Liebende in einem familiären Scherbenhaufen endeten, dass es Familie besser ohne Liebe funktioniert. Das ist ein Märchen. Es gibt entscheidende Faktoren, die eine Beziehung langjährig tragbar machen oder eben in die Untragbarkeit führen.

    • Hotel Papa sagt:

      Und den Godwin für diese Diskussion gewinnt:

      ERICH MÜLLER

  • Hattori Hanzo sagt:

    Ich erlebe es gerade wieder, wie die nächste junge Familie sich scheiden lässt. Seufz. Und nun also solche, welche gleich von Anfang an „geschieden“ starten wollen, damit dieser Zustand etwas unemotionaler sein soll. Erzeuger und Teilzeit-Betreuungpersonen statt Eltern. Man fragt sich, was in den Köpfen einzelner Mitmenschen vor sich geht.
    Klar, das sind Einzelfälle und werden es immer bleiben. Gut, für die Zeitschriften, die ihre Spalten täglich mit Nichtigkeiten füllen müssen, mehr nicht. Ich denke, auch nicht der Rede wert.

  • ka sagt:

    Also ich verstehe das vor allem als ein Modell für gleichgeschlechtliche Paare. Ist doch auch in dem Fall so, steht doch geschrieben, dass er seine Co-Elternschaft zusammen mit zwei Frauen eingegangen ist. Für diesen spez. Fall finde ich das auch nicht so schlecht, besser als eine Samenspende, hat das Kind zum leiblichen Vater wenigstens eine Beziehung. Das „normale “ Zusammenleben eines Paares bekommt es ja von den zwei Frauen mit, da gibt es bestimmt auch Streitereien und Zärtlichkeit. Für homosexuelle Männer ist es fast die einzige Möglichkeit, zu Kindern zu kommen. Für den Rest der Menschheit wird das wohl kaum eine Option sein.

  • Das klingt ein bisschen nach neuem Gesellschaftsspiel. Mann sucht Kind, Frau sucht Erzeuger, Kind wird zum Spielball. Was passiert, wenn die Beteiligten das Spiel nicht mehr so lustig finden? Und nicht zuletzt stellt sich auch die Frage, ob die finanziellen Verpflichtungen geklärt sind oder ob am Schluss die Allgemeinheit noch zur Kasse gebeten wird. Pro Single Schweiz

  • Cordula sagt:

    Es wäre besser man würde Geld in Ehevorbereitungskurse und praktische Eheauffrischungskurse stecken. Ich habe selber erlebt, dass so ein Kurs einer Beziehung eine ganz neue Tiefe geben kann. Viele Ehen wären noch zu retten, würde unsere Gesellschaft anders damit umgehen. Gerade in Kirchlichen Kreisen boomen solche Kurse. Dort ist die Scheidungsrate auch markant tiefer. Weshalb werden solche Kurse nicht auch ausserkirchlich angeboten?

    • tina sagt:

      eheauffrischungskurs? ernsthaft? sache gits….

      • Brunhild Steiner sagt:

        @tina

        und was spricht dagegen?
        Der eigene Stolz, dass man dies natürlicherweise ganz allein und locker aus sich selber schaffen können sollte, oder dann halt geht?

      • tina sagt:

        brunhild, ich habe nur keine vorstellung, was da vermittelt werden könnte und finde die idee schräg, dass es einen kurs gibt dafür.

      • Alpöhi sagt:

        Im Ehevorbereitungskurs wurden meine Frau und ich uns bewusst, was unsere bis dato unausgesprochenen Erwartungen sind, und was uns am anderen nervt. Das erlebten wir als sehr wertvoll – und haben „ja“ gesagt. Heute, nach fast 20 Jahren, nervt uns immer noch das Gleiche wie damals. Aber weil wir es wussten, können wir auch darüber lachen.

      • Katharina sagt:

        Auffrischungskurs tönt eben nach Fahrschule. Lustig, aber eigentlich als Bild doch passend.

      • tina sagt:

        genau katharina 🙂
        ah das ist lustig alphöhi, danke für den einblick

    • Adrian Wehrli sagt:

      Eheauffrischungskurse? Ehrlich? Hatte man früher, im letzten Jahrtausend nicht gute Freunde, eine Flasche wein zum bereden, udn ab und zu einen Seitensprung zum auffrischen? Und das gibts in Kursen? Meine Güte! Sofort buchen! (Aber bitte dann nicht die trockenen Kirchengurken fürs auffrischen)

  • Zora sagt:

    Sicher besser als wenn ein junges, verliebtes oder auch nicht verliebtes Paar „aus Versehen“ ein Kind bekommt – so wie das noch sehr häufig geschieht und lange praktisch die Regel war… – längst nicht alle Kinder sind Wunschkinder. Und ob eine solche Beziehung förderlich für das Kind ist, falls man sich dann entscheidet („dem Kinde zulieb“), zusammen zu bleiben, naja. Dann lieber Wunschkind und die Eltern sind eben Co-Eltern. Wenn dem Kind später erzählt wird, dass es von den Beteiligten aus vollem Herzen gewünscht ist, ist das sicher mal kein schlechter Start. Und gute Absprachen/Kooperation unter den Eltern, wer wie wann für das Kind zuständig ist, ist ja auch ein wertschätzendes Verhalten, an dem sich viele geschiedene Eltern mit Kindern ein gutes Vorbild nehmen können…

    • Reincarnation of XY sagt:

      und wieso sollten das „Co-Eltern“ einfach so können? Beziehungsfähigkeit und Sozialkompetenz ist eine Charaktersache. Wer zivilisiertes Miteinander nicht einmal mit einem Menschen auf die Wege bringt, für den er mal etwas empfunden hat, warum in aller Welt sollte er ein LEBENSLANGES Projekt in friedlicher Harmonie mit einer anderen Person durchführen können? – Wieso sollte es in so einer Konstellation keinen Streit über Erziehung, Vorbildfunktion, Finanzen, Wohnort, Privatleben mit neuen Beziehungen (ein Teil hat plötzlich Partner mit eigenen Kindern) etc. etc. etc. geben?
      Einfach nicht für 5 Rappen in die Zukunft gedacht. Sondern nur klinisch einen Jetzt-Zustand betrachtet. Genau wegen dieser Kurzsichtigkeit scheitern heute auch so viele Ehen.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Soso, die „Experten“ zeigen sich nicht „überrascht“, das freut mich für sie.
    Mich überrascht ebenfalls nicht, dass hier fröhliches Vermengen verschiedenster Bereiche welche an sich schon genug Artikelstoff bieten würden, herrscht.

    Co-Elternschaft, und wer genau regelt Rechte, Pflichten und den ganzen Rest, wieviel Co-Elternschaft würden die Experten denn empfehlen? Je individueller „und freiheitlicher gelebt“, desto komplexer was Halbgeschwister, Stiefgeschwister, Adoptionsgeschwister betrifft.

    Künstliche Befruchtung als Hauptweg zur Co-Elternschaft?
    Kassenübernahme? Fragen der Selektionsdiagnostik auf dem Weg der Selbsterfüllung?

    Co-Elternschaft oder, beim zitierten Beispiel, nicht einfach ein Weg natürlicherweise nicht fortpflanzungsfähigen Konstellationen (natürlicherweise im Sinne von: die Nichtfortplanzungsfähigkeit hat keine medizinischen Ursachen) Kinder zu ermöglichen, ebenfalls mit Fragen nach biologischer Elternschaft/Verwandtschaft.

    • Zufferey Marcel sagt:

      „Co-Elternschaft, und wer genau regelt Rechte, Pflichten und den ganzen Rest …“

      Ganz einfach: PACS, mehr s. Wikipedia.

      Die Kleinfamilie heutiger Prägung ist aus verschiedensten Gründen nicht gerade ein Erfolgsmodell, wie weiter oben auch schon bemerkt wurde.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Zuf ferey Marcel

        so erfolglos sehe ich die traditionellen Familienmodelle nicht.

        Und „ganz einfach“ ist es dann eben nicht da man für die verschiedenen Miteinbezogenen einen PAC aufsetzen müsste, die Beziehung zum eventuell ja durchaus vorhandenen Partner, die Beziehung zum biologischen Kind, die Elternpflichtenaufteilung mit dem Co-Elternteil- eine gefundene Goldgrube für Anwälte wenn man sich auf alle Seiten hin absichern möchte.

        Beim wann ist der gute Mann ein richtig guter Mann wartet noch eine Frage bezüglich Deiner sehr positiven Einschätzung südostasiatischer Länder.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Die bürgerliche Kleinfamilie mit einem Ernährer, Kindern und einer nicht erwerbstätigen Mutter war kein allzu erfolgreiches Familienmodell, wie alleine die hohe Scheidungsrate zeigt. Ansonsten sind wir ja in unseren Breiten erstaunlich traditionell im erweiterten Sinne geblieben 😉 Den PACS sehe ich im Gegensatz zu Ihnen sogar als ausgesprochen viel versprechendes (juristisches) Gerüst für Beziehungen ausserhalb der traditionellen Ehe, wie folgende Entwicklung zeigt:

        http://www.welt.de/vermischtes/article146593618/Kind-nicht-selbst-gezeugt-Trotzdem-ein-Zahlvater.html

        Wenn ich ehrlich sein will, habe ich den Sinn dieser Frage bei den Mannen nicht ganz verstanden, aber das liegt wahrscheinlich an mir.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Marcel Zufferey
        ehm, sind wir nun aufgrund unterschiedlicher Ansicht des „tradi-Modell“ (muss ja nicht grad „kleinbürgerlich“- was auch immer das sein soll, sein) wieder ins „Sie“ gerutscht? Ich bleibe dabei, für eine Familie im Sinne von Vater/Mutter/Kind-er in gemeinsamen Haushalt ist das Ehemodell mit Wahlfreiheit bezüglich Lohn/Haus/Erziehungsarbeitaufteilung ein Favorit.

        Zur Männerfrage, mir war nicht klar ob Du aufgrund Deines festgestellten sehr unverkrampften/natürlichem Umgang bezüglich LGTB in südostasiastischen Ländern, auch sagen wolltest, dass es in jenen Ländern auch einen viel lockeren Umgang mit Rollen an sich gibt.
        Da ich das eher anders wahrnehme, hierarchische Strukturen in Gesellschaft, Familientraditionen welchen nicht einfach verlassen werden können ua, wollte ich wissen an welche Länder konkret Du da denkst, und was diese Freiheit alles beinhaltet.
        Daher auch meine Frage, in welchen jenen Ländern würdest Du denken, dass ich mehr Freiheit zur Entfaltung hätte als hier. Also nicht nur falls ich zu LGTB gehören würde, sondern ganz grundsätzlich als Frau, wenn ich aus Traditionen ausbrechen wollen würde, oder ein Mann.

  • Michu sagt:

    Früher nannte man das Vernunftehe.

    Aber „Co-Elternschaft“ ist wohl hipper.

    • Alpöhi sagt:

      Guter Punkt!

    • Widerspenstige sagt:

      Michu, würde ich kühn mal auch so sehen. Es kann auch hier zu 50% gut gehen oder weniger gut. Wir Menschen sind nun mal unberechenbare Wesen und unsere Gefühlswelt keine Konstante. Ob das mit entsprechenden Charaktereigenschaften kompatibel geregelt werden kann, stelle auch ich in Frage.

      Das Leben in Beziehung zu einem Partner/einer Partnerin ist nun mal eine aufregende Angelegenheit und dürfte sich auch nicht gross ändern. Aber wer es gerne traditionell und/oder religiös hat in seinem Leben, der dürfte sich mit solchen doch eher unkonventionellen Beziehungsmodellen schwer tun. Egal.

      Einem betroffenen Kind wird es höchstwahrscheinlich besser gehen als bei einer Scheidungsrate von ca. 50% bei konventionellen Beziehungen. Ausserdem dürfte die Dunkelziffer um einiges höher liegen, wenn man die nicht registrierten Beziehungen miteinrechnen würde in diese Statistik. Eine Vernunftpartnerschaft hat sicherlich seinen Reiz und wird bereits in verschiedensten Kulturräumen seit je her gepflegt. Wir sind da etwas im Rückstand hier in Helvetien.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ja klar – ein Kind, dass das Ende einer relativ emotionslosen Eltern-Arbeitsgemeinschaft erlebt, wird wahrscheinlich weniger emotional durchgeschüttelt, als eines das miterleben muss, wie die sich einst liebenden Mami und Papi heillos zerstreiten.
        Fragt sich einfach, ob ein so versachlichtes Kind insgesamt nicht mehr Schaden davonträgt.

        Es gab schon immer Menschen, die glaubten, dass es für die Gesellschaft förderlich sei, wenn man den Menschen entemotionalisiert bzw. entmenschlicht. Ich halte nichts davon. Ich glaube, wir müssen uns weiterentwickeln: unsere Beziehungsfähigkeiten verbessern.

      • Sportpapi sagt:

        Nicht jede Scheidung führt zu endlosen Streitereien.

      • Simone sagt:

        emotionslos wenn man befreundet ist? den gegenseitigen Respekt bewahren, gelingt in Freundschaften oft besser als in langfristigen Beziehungen ~ von dem
        her denke ich, dass von der emotionalen Ebene hier ein solides Modell bestehen kann.

  • Dani sagt:

    Für mich sind die Leute in dieser sogenannten „Co Elternschaft“ riesige Versager. Weil sie haben es einfach verpasst, einen anständigen und passenden Partner zu suchen, und dann schnappt man sich einen Kollegen, mit dem man schon lange gut klar gekommen ist, aber es einfach nie gefunkt hat. Aber auch solche Entscheidungen haben Auswirkungen, und auf die Dauer sind diese Leute einfach nicht für sich geschaffen, weil sonst hätte es gefunkt. ;o)

    • Erich Müller sagt:

      Versager finde ich eher diejenigen, die wegschauen – z.B. wenn die Liebe wegg ist und die Partnerschaft nur noch destruktiv (auch für das Kind). Bei den Scheidungsraten, all den vernachlässigten und missbrauchten Kindern aus solch „anständigen“ Partnerschaften, ist ihr Kommentar ganz schön blauäugig. Und das ist überigens bewiesen (habe ich auch hunderfach erfahren) und nicht einfach eine ideologische Vorstellung, wie es sein sollte.

    • Adrian Wehrli sagt:

      Ich geb Ihnen recht Dani. Und bisher hatten solche Versager auch keine Kinder, und jetzt kriegen die noch Kinder und die Gene breiten sich aus! Graus! Aber etwas nimmt mich ja schon wunder: Also die sind Co-Eltern mit jemanden, und einen anderen vögeln Sie und einen dritten lieben Sie? Dann doch lieber Gummipuppe als Co-Mutter und Hund als Kinderersatz.

  • Muttis Liebling sagt:

    ‚Hoffe nur, dass das Kind wirklich nicht darunter leidet/leiden wird‘

    Nur wenige Jahrzehnte und wir können die Frage beantworten. Ich vermute aber, dass in einer Generationslänge, heute 30 Jahre, niemand mehr über alternative Familienmodelle spricht.

    Das genannte Modell ist ja alles andere als neu. In allen Kulturen, welche sich primär über Kriege genährt und entwickelt haben, junge Männer also massiv dezimiert wurde, gab es die Polygamie (1 leibliche, 3 Co- Mütter). Hätte das Vorteile gebracht, wäre es erhalten geblieben.

    Sie haben recht, wieder mal so ein Selbstvermarkter. Aber da lässt sich noch eins draufsatteln. Mal sehen, wer zuerst drauf kommt.

    • Erich Müller sagt:

      Wenn sie sich die Menschheitsgeschichte anschauen, sind Modelle ausserhalb der Kleinfamilie eindeutig die Regel. Nach wenigen Jahrzehnten lässt sich ihr Fazit so nicht ziehen – im Gegenteil spricht ihre Argumentation eher für flexiblere und unkonventionellere Modelle, wenn man es zu Ende denkt.

  • Hans Hintermeier sagt:

    Da vermarktet sich einer aber gut (Jochen König). Hoffe nur, dass das Kind wirklich nicht darunter leidet/leiden wird (Vater und Mutter nie parallel geniessen zu können im Alltag). Interessant mehr über diesen „neuen Mann“ (wie sein Verlag ihn nennt) zu lesen: …Er wurde Zivi, Student, Sozialpädagoge, prekär beschäftigter Selbstständiger, Arbeitnehmer, Arbeitsloser, Feminist [Aha!]. Dann kam Fritzi. Und alles wurde anders. “ Und eine seiner Lesung betitelt er: „Fritzi und ich. Von der Angst eines Vater, keine gute Mutter zu sein“ (ich bin lieber ein guter Vater, anstatt eine gute Mutter. Meine Frau fände es wohl auch nicht so toll, wenn ich kein Vater mehr sein wollte, sondern eine bessere Mutter!)

    Seine Bücher sind auch gezielt gegen das „bürgerliche Familienkonzept“ gerichtet, haben also wiedermal etwas feministisch Bekehrerisches: „Wie aktuell ist das typische bürgerliche Familienkonzept noch… Es ist Zeit, umzudenken.“

    Alle, die sich über die Werbung für die Seminare von Andrea Schwarz-Barek im Mamablogartikel „Die Frau will kein «Unisex»“ echauffiert haben, müssten jetzt eigentlich dasselbe tun.

  • Flo sagt:

    Komisch, ich schwanke zwischen Ablehnung und Zustimmung!
    Ablehnung weil ich noch dem alten Muster nachtrauere; Mutter/Vter die sich lieben und deshalb ein Kind zusammen haben!
    Zustimmung; weil ich denke es kann noch besser funktionieren weil die Erwartungen an den Anderen realistischer sind und nicht von den Hoch und Tief einer Liebe oder von einer sich veränderten Liebe bestimmt wird.

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