Wir Erziehungsfanatiker

Mamablog

Wer machts am besten? Mütter und ihre Babys beim Spiel im Park. Foto: Getty

Egal, wie die Erziehungsfrage lautet, es gibt bestimmt eine Antwort in Buchform. Wir können nachlesen, wie wir unseren Kindern besser zuhören oder mit ihnen reden sollen, was man gegen Tobsuchtsanfälle tun und weshalb man sie eben nicht so nennen sollte. Und wer nicht lesen will, kann genauso gut zuhören. In einem Erziehungskurs zum Beispiel. Die landauf, landab angebotenen Programme heissen Triple P, Step oder Pekip, sie mögen sich inhaltlich unterscheiden, haben aber immer dasselbe Endziel: uns in der Erziehung unserer Kinder zu unterstützen.

Und offenbar glauben wir, diese Unterstützung tatsächlich nötig zu haben. Denn die Erziehung ist ein Minenfeld. Ein falscher Schritt und die Kindheit ist verpfuscht. Könnte man zumindest meinen, wenn man sich die vielen Ratgeber und Elternkurse anschaut. Und die Reaktionen einiger Mitmenschen beobachtet, die Müttern und Vätern schnell totales Versagen vorwerfen, wenn das Kind sich mal nicht so benimmt, wie es sollte. Oder wenn wieder einmal eine neue Studie publiziert wird, die der heutigen Jugend in den verschiedensten Bereichen schlechte Noten gibt.

Nicht verwunderlich also, dass wir solche Angst haben, erziehungstechnisch zu versagen. Was hingegen überrascht, ist die Tatsache, dass wir uns gegenüber anderen gleichzeitig gerne als die Erziehungsexperten schlechthin aufspielen. Mit Vorliebe gegenüber Andersdenkenden, sprich Anderserziehenden: Die Nachbarin steckt ihr Kleinkind mal um 11 Uhr, mal um 13 Uhr ins Bett? Das Kind wird ja nie seinen Rhythmus finden! Die Bekannten zwingen ihr Kind dazu, seinen Teller leer zu essen? Du meine Güte, die Essstörung ist vorprogrammiert! Nein, wir würden das nie so handhaben. Wir wissen es schliesslich besser.

«Wer Mutter oder Vater wird, hat das Gefühl, dadurch auch zu einem Erziehungsexperten zu werden», sagte mir eine Freundin kürzlich in einem Gespräch. «Besonders diejenigen, die früher nie in irgendeinem Bereich als Experten gegolten haben, wissen nun plötzlich über alles am besten Bescheid.» Und wo es zu viele Experten gebe, eskaliere die Diskussion schnell einmal.

Tatsächlich fühlen wir uns sofort angegriffen, wenn jemand eine andere Erziehungsmethode wählt und dies auch kundtut. Weil er damit unsere eigene Methode indirekt als falsch oder zumindest weniger erfolgreich darstellt. Dass es die eine richtige Methode vermutlich gar nicht gibt, weil schliesslich jedes Kind, jede Familie anders tickt, geht dabei vergessen.

Vermutlich würde es uns allen guttun, einfach mal ein bisschen weniger über die Erziehung nachzudenken. Natürlich lässt sich das Thema nicht ganz wegschieben, Eltern müssen nun mal erziehen. Aber müssen wir die Erziehung deswegen gleich über alles andere stellen?

Unsere Kinder missraten nicht, bloss weil wir einmal etwas zu streng oder zu wenig konsequent sind oder für ein Problem nicht umgehend eine Lösung parat haben. Und es schadet weder dem Nachwuchs noch uns, sich auch mit Familien zu umgeben, die an andere Erziehungsgrundsätze glauben. Im Gegenteil, wir Eltern verlieren dadurch womöglich etwas von unserer Engstirnigkeit in Sachen Erziehungsfragen. Und die Kinder lernen ganz nebenbei, dass in unterschiedlichen Umgebungen nun mal unterschiedliche Verhaltensweisen erwünscht sind.

Als tolerante, weltoffene Menschen haben wir doch auch kein Problem damit, wenn unsere Freunde an einen anderen Gott glauben. Wieso also werden wir bloss so fanatisch, wenn es um die verschiedenen Erziehungsglaubensrichtungen geht? Was denken Sie?

Erziehungsstil als Dogma. Dieses Youtube-Video bringt das Thema witzig auf den Punkt.

 

87 Kommentare zu «Wir Erziehungsfanatiker»

  • Jänu sagt:

    Wir? Also ich kenne in meiner (grossen) Umgebung und Bekanntschaft keine/n einzige/n der/die mit diesem Wir gemeint sein könnte.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Ich erziehe meine Kinder nicht, sondern lebe ihnen Werte vor und bis jetzt bin ich damit sehr gut gefahren. Ich habe wunderbare und liebe Kinder, die in meinem ganzem Umfeld nur gelobt werden, obwohl ich alleinerziehend bin, seit die Kinder klein sind und nur sporadisch mit ihrem Vater Kontakt haben. Aus Büchern und Heften habe ich nur Tipps für gewisse Situationen entnommen und diejenigen die ich am passendsten fand ausprobiert. Ich glaube nicht, dass man Kinder mit einer einzigen Methode erziehen kann oder soll.

  • Karin keller sagt:

    Nach dem Lesen aller Kommetare: da sind sie wieder, due guten tipps! Die Botschaft des Artikels wurde aber schnell verdrängt….;-)

    • Diana sagt:

      Da haben Sie aber recht 🙂
      In diesen Similac-Werbung-Filmchen passiert mal wieder das, was mich am meistens nervt: die stetige Vergleicherei unter Eltern und diese ‚ich mach’s doch besser‘-Ansprüche.
      Wie es so schön in dem Gedicht was wir bei der Trauung in der Hand gedrückt bekamne heisst: ‚Wenn wir vollkomen wären, hätten wir einnader nicht nötig‘. Ich bin nicht perfekt, mache Fehler, somit werden meine Kinder auch sicherlich nicht perfekt sein, und das ist eine geniale Sache. Denn perfekt ist langweilig und am Ende auch noch einsam, nicht wahr?
      Wie gut und schön dass jeder anders erzieht!

  • Ein Kind aufzuziehen ist vermutlich etwas vom Schwierigsten, und zugleich vom Schönsten im Leben.
    Viel Liebe und eine gute Herz-Betreuung ist sicher etwas vom Wichtigsten für das Kind.

    Als Eltern hat man vielleicht oft das Gefühl, alles alleine zu können oder zu müssen bei Problemen.
    Warum sich nicht auch eingestehen, dass man bei Schwierigkeiten nicht mehr weiter weiss und Unterstützung braucht?
    Es gibt mittlerweile sehr viele gute Fachkräfte, die einfühlsam und individuell beraten.

    Liebe Grüsse

    • tina sagt:

      es geht doch nichtmal um schwierigkeiten. ich las sogar die bedienungsanleitung meines autos und versuche so gut wie möglich zu fahren

      • Carolina sagt:

        Genau wegen solcher Kommentare (Bedienungsanleitung fürs Auto, Hundeerziehung) hat ichliebemeinzuhause wahrscheinlich auch von Herz-Betreuung gesprochen….

      • tina sagt:

        bücher lesen schliesst nicht aus, dass man seine kinder auch liebt, carolina

      • tina sagt:

        was ich nun wirklcih nicht begreife: warum fühlst du dich dermassen auf die zehen getreten, wenn ICH lese?

      • Carolina sagt:

        Tue ich nicht, Tina. Bitte oben schauen!

      • tina sagt:

        weisst du, genau davon handelt der artikel. ich sage „ich lese bücher über kinder. ich lese auch bücher über hunde“. und schon, zagg, wird einem ohne mit der wimper zu zucken vorgeworfen, man stelle kinder und hunde oder gar autos auf eine stufe und behandle alle gleich. wenns nicht so traurig wäre, wärs lustig

      • Bernhard sagt:

        @Tina und Carolina: Ich finde den Kind-/Tiervergleich gar nicht mal so unpassend: Nehmen wir an, ich lege mir einen Hamster zu, weil meine Tochter unbedingt ein Haustier möchte. Ich habe keine Ahnung von diesen Tieren. Soll ich mich jetzt einfach auf meine Tierliebe verlassen und mit ihm so umgehen, wie ich das für richtig halte oder vielleicht doch einen Ratgeber lesen? Könnte dem Hamster etwas passieren, wenn ich ihn nicht „korrekt“ behandle? Vielleicht fühlen sich manche Eltern auch in der Kindererziehung so hilflos? Nur, weil wir selber mal Kinder waren, wissen wir nicht automatisch alles!

      • tina sagt:

        eben wars kein vergleich bernhard, beware.
        aber den rest versuchte ich ja die ganze zeit zu sagen. danke übrigens auch oben für die zustimmung!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Bernhard:

        …und vergessen Sie vor dem Tiereinkauf nicht das aktuelle Heimtierhaltungs-Gesetz zu konsultieren!
        Beeindruckend wie die Haltung der lieben tierischen Mitbewohner per einzuhaltendes Gesetz möglichst tierschadenfrei angestrebt wird- da liesse sich bezüglich Kinder glaub schon noch das eine und andere verbessern, Coaching-System/reguläre Familienbegleitung, Gutschriftensystem für besuchte Weiterbildungen (allenfalls spürbare KK/ÖV-Ermässigungen?!) oä…

  • 13 sagt:

    Ich gestehe, ich bin ein Bücher-Junkie und zudem jemand, der gerne Wissen anhäuft und auch gerne diskutiert. So konnte ich auch vor sogenannten Erziehungsbücher nicht halt machen. Ich habe diverse gelesen, aus verschiedenen Sparten und mir so meine Gedanken gemacht. Die Frage ist nicht, ob man liest, sondern was man daraus macht. Dass man seinen Weg sucht und nicht blind folgt. Bauchmenschen machen das instinktiv, Kopfmenschen wie ich durch stetes Reflektieren und Hinterfragen. Ist nun mal jedem seine Angehensweise. Das Problem sind nicht die Ratgeber oder die Bücher, sondern der heutige

    • 13 sagt:

      Drang nach Individualismus einerseits gepaart mit einem mangelndem Selbstvertrauen andererseits. Jeder will es auf seine Art machen, weder Hilfe noch Ratschläge annehmen, aber zu seinem eigenen Weg zu stehen, ist dann doch zuviel, also sollen die anderen auch nicht mit Inputs kommen, die verunsichern können. Eine allgemeine Diskussion ist also unerwünscht. Schade, denn ich denke dass eine Haltung, die darauf aus ist, sich mal etwas anzuhören, sich darauf einzulassen, auch wenn sie zunächst absurd tönt, und dann zu entscheiden, ob man diesen Weg will oder nicht, jedem etwas bringen kann.

    • Muttis Liebling sagt:

      Bücher sind die Nahrung des Intellekts, aber wie beim Futter gibt es auch da immer mehr Fastfood. Das schmeckt, bestätigt vor allem das Ich und man merkt gar nicht, dass man verblödet, statt zu verfetten.
      Meine Biographie hat es eingerichtet, dass ich zur gleichen Zeit, in welcher meine Kinder um die 2-4 Jahre alt waren, Staatsexamen in Entwicklungsphysiologie und -Psychologie ablegen musste.
      Zu diesen Themen gibt es genügend allgemeinverständliche Sachbücher, so dass man nie auf Ratgeber zurückgreifen muss.

      • Carolina sagt:

        ML, die meisten Menschen werden wohl zwischen ‚allgemeinverständlichen Sachbüchern‘ und Ratgebern keinen Unterschied machen. Wichtig ist für meine Begriffe, dass beide Zeitströmungen unterliegen und dass es auch in der Psychologie nur sehr wenig gibt, was in Stein gemeisselt ist (auch wenn das manche Ihrer Kollegen nur sehr ungern hören)…..

  • Teilzeitpapi sagt:

    „Wieso also werden wir bloss so fanatisch, wenn es um die verschiedenen Erziehungsglaubensrichtungen geht?“ Wieso werden wir so fanatisch, wenn es um Essen geht? Wenn es um Kaiserschnitte geht? Wenn es um Gewalt geht? Wenn es Pistolen einer mitgenommenen Playmobilfigur im Kindergarten geht? Wenn…? Geht es um Angst? Angst vor Verlust? Vor Tod, Krankheit? Vor Statusverlust (Hilfe, mein Projektkind schafft es nicht ins Gymi)? Vor Leid (mein Projektkind ist unglücklich, das darf nicht sein, heute ist alles lösbar)?

    • Teilzeitpapi sagt:

      Vor Entscheiden mit hoher Unsicherheit, deren Folgen wir gar nicht mehr überblicken können (starb beim Besprühen meines Gemüses mit Pestizid in Südamerika ein Kind, weil es mit besprüht wurde, lebte das Tier auf meinem Teller während seines Ausblutens noch?)? Ist es für den Körper extrem, so wenig Zucker zu sich zu nehmen wie vor 300 Jahren (und die ganze Zeit zuvor) oder heute, bei der es die 500-fache Menge davon ist? Wir fällen Entscheide am Laufmeter, auch wenn wir sie nicht fällen (wollen)? Hoffnungslose Überforderung?

      • Teilzeitpapi sagt:

        Natürlich lebte das Tier noch, ich muss mich präzisieren: War das Tier noch bei Bewusstsein? Hoffnungslose Überforderung. 😀

    • Carolina sagt:

      Ich würde das alles so zusammenfassen: es fällt uns heute sehr, sehr schwer zu akzeptieren, dass Leben immer riskant ist, dass es endlich ist. Und aus den Aengsten, die diese Haltung hervorbringt, wird leicht ein Kontrollzwang bzw -willen, der versucht, die Risiken, Unwägbarkeiten und Gefahren zu minimieren oder, noch idiotischer – abzuschaffen. Da hilft es gar nichts, das wir in regelmässigen Abständen gezeigt bekommen, dass letztlich diese Kontrolle nicht möglich ist. Aber da wir den Tod nicht abschaffen können, versuchen wir im Leben schöner, besser ernährt, faltenfreier und möglichst alt

      • Carolina sagt:

        /2 zu werden, als ob es wirklich darauf ankomme. Ich spreche sehr viel mit alten Menschen und habe daraus für mich die Lektion gezogen: leben wir, machen wir die Dinge, so gut wir können, seien wir uns bewusst, dass wir keine grosse Kontrolle über das Leben und das Leben unserer Kinder haben ausser einem: geben wir ihnen soviel Liebe wie möglich, das macht vieles wieder wett.

      • tina sagt:

        als ich mir einen hund zulegte, habe ich auch bücher gelesen,wie hunde ticken, über erziehungsmethoden.
        selbstverständlich sauge ich auch alle möglichen informationen auf zum thema kinder und deren entwicklung. natürlich, liebe allein reicht.
        aber es gibt auch hintergrundinfos, knowhow. ich ackere mich gerne durch themen, beschaffe mir einblicke, denke darüber nach, und vieles davon ist dann auch abgehakt. warum soll man das nicht tun für die eigenen kinder? weil die mir doch wichtig sind, und ich meinen part so gut wie es geht machen möchte. und deswegen habe ich auch immer austausch gesuch

      • Teilzeitpapi sagt:

        Das ist sicher ein Punkt, aber nur einer unter vielen. Schon über die Kontrolle können wir streiten. Stichworte dazu: Epigenetik, Willenskraft von Hindu-Yogis, Beherrschung des Geistes durch buddhistische Meister, oder Resilienz und wie wir sie beeinflussen können. Andere wiederum kontrollieren z.B. ihre Nahrung komplett selbst (Selbstversorger), wohl eher nicht für die Masse geeignet. Liebe ist schön. Aber packt z.B. manche Liebe Kinder nicht in Watte? Gut? Weniger gut? Nur anders?

      • Carolina sagt:

        TZP: ich glaube, dass die Tendenz (!), Kinder als Projekt, als einzigartig anzusehen, als wären wir die ersten, die Kinder zur Welt gebracht hätten, ganz entscheidend damit zusammenhängt, dass wir uns gleichzeitig überschätzen (wir sind nur ein klitzekleiner Ausschnitt in einer Welt, die zu zweidritteln unsere Sorgen für den völligen Luxus hält) und auch unterschätzen, weil wir meinen, wir könnten die Welt/unsere Kinder/unsere Probleme dadurch besser beherrschen, dass wir Bedienungsanleitungen lesen, sie mit Hunde- und Autohaltung vergleichen. Ehrlich mit uns selber sein hiesse eben auch zu

      • Carolina sagt:

        /2 akzeptieren, dass unsere Kinder wirklich nur geliehen sind, dass wir aber mit Liebe (und damit meine ich nicht einfach Knuddeln und kitschiges Verklären, sondern ein Kind in seiner ureigensten Art zu akzeptieren, ihm Grenzen zu setzen, ihn dann irgendwann fliegen zu lassen) nicht allzu viel falsch machen können. Zuviel? Zuwenig? Anders? Wer will das beurteilen? Und immer, immer ist es im jeweiligen Familienkontext anders als im nächsten – das zu bewerten verbietet sich.

      • tina sagt:

        hey das ist aber sehr frech. ich vergleiche doch kindererziehung nicht mit hunde- oder autohaltung! aber wenn ich mich schon über hundehaltung informiere (oder auch weniger komplexe haustiere, die wir haben) und sogar über das auto, einfach weil es mich interessiert, was es alles zu wissen oder beachten gibt, um meinen part möglichst gut zu machen, wieso zum geier nicht auch über kinder?

      • Carolina sagt:

        Tina, ich habe nicht gesagt, dass Liebe allein reicht. Das sehe ich nicht so. Aber (Erziehungs-)Fehler, die aus Liebe geschehen (nicht: ich habe es ja nur gut gemeint!), sind besser zu überstehen als andere. Und Fehler machen wir alle.
        Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass jemand Erziehungsratgeber liest – bei mir schrillen aber alle Alarmglocken, wenn einer der jeweils gültigen Gurus zum Heiligen mutiert. Und sie schrillen auch ein wenig, wenn jemand Hundeerziehung und die Gebrauchsanleitung für ein Auto im gleichen Atemzug nennt wie einen Erziehungsratgeber.

      • tina sagt:

        ich fasse es nicht. also nochmals langsam für dich: wenn ich SELBST über dinge wie hunde und autos informationen lese, warum sollte ich dann nicht über kinder. da weit unten hund, noch viel weiter unten auto, und ganz weit oben kind. angekommen? nur einfach wörter lesen und den zusammenhang nicht klappt nicht carolina. ist das das sms syndrom? passiert mir hier ständig

      • Bernhard sagt:

        @Tina: Stellen Sie sich vor: Für einmal habe ich Sie verstanden!!!! 😀 Sie haben völlig recht mit Ihrer Einschätzung, die sehr häufig mit der bekannten These: „Für alles braucht man eine Prüfung, nur fürs Kinderkriegen und erziehen nicht!“ einhergeht! Wer sich seiner Sache nicht sicher ist, soll tatsächlich besser (einen) Ratgeber konsultieren, als irgendwie „herumzuwursteln“. Und wer von seiner Strategie überzeugt ist, wird eh nur die Ratgeber lesen, welche die eigene Haltung bestätigen! 😉 Auch hier finde ich es wichtig, dass weder auf die einen noch auf die anderen geschossen wird!

      • Bernhard sagt:

        Etwas ist mir aber noch wichtig: Vergessen wir nicht, dass sich die Welt und mit ihr die Menschen und ihre Technologien entwickeln/verändern. Auf jede Veränderung muss neu reagiert werden. Meine Eltern z.B. haben keinen Erfahrungswert mit neuen Medien, da es diese zu meiner Kindheit noch nicht gab. Viele Dinge, die unsere Kinder erst noch erfahren, kennen wir vielleicht auch nicht. Da ist es doch ganz normal und richtig, entsprechende Inputs bei Experten zu holen. Weil wir selber schlicht nicht abschätzen können, wie nun am besten auf diese neuen Situationen reagiert werden könnte!

      • Carolina sagt:

        Naja, Tina, wahrscheinlich habe ich Sie etwas gar wörtlich genommen, das tut mir leid. Ich fand einfach den Vergleich mit ’sachlichen‘ Gebrauchsanweisungen unangebracht, wenn es um Kinder geht (habe wohl das ’sogar‘ überlesen). Und ja, es ist mir tatsächlich wichtig, dass kein Erziehungsratgeber Herzensbildung und Liebesfähigkeit ersetzen bzw lehren kann. Und deshalb habe ich übrigens auch gesagt: ‚Ich habe überhaupt kein Problem damit, dass jemand Erziehungsratgeber liest‘. Denn natürlich gibt es Probleme, denen man über Bücher auf die Spur kommen kann. Allerdings glaube ich einfach, dass

      • Carolina sagt:

        /2 wir nie vergessen dürfen, dass jede Situation, jedes Kind, jeder Kontext anders ist und dass Erziehung bzw ein-Kind-aufziehen nie ‚optimiert‘ werden kann.

        Bernhard: Das ist ja genau das Dilemma: welchen Experten glauben Sie denn? Denen, die die neuen Medien verteufeln und für unglaublich gefährlich halten? Oder denen, die nur Positives darin sehen? Oder dann denen, die moderate Meinungen vertreten? Das ist doch bei allem so, Ernährung, Erziehung, Bildung etc: sobald der erhobene Zeigefinger ins Spiel kommt und sich ‚Experten‘ aller Couleur in diesem Feld tummeln, müssten wir doch

      • Carolina sagt:

        /3 mittlerweile alle längst darauf gekommen sein, dass hier Partikularinteressen die grösste Rolle spielen, dass wir am besten mit einer gesunden Skepsis auf das Expertentum reagieren sollten bzw dringend lernen müssen, nur die Rosinen rauszupicken, die wir in diesem Moment brauchen.

      • Bernhard sagt:

        @Carolina: Wenn ich mir unsicher wäre, würde ich genau dies machen: Schauen, was die diversen „Experten“ meinen und danach den Weg wählen, mit dem ich mich identifizieren kann! Ich fände es zu billig, bereits im Vorfeld eines Problems darauf zu verweisen, dass es eh keine Rolle spielt, wie ich die Sache zu lösen versuche und ich mir daher keine Gedanken mehr zu machen brauche! Zudem gibt es Bereiche, die kaum einen Interpretationsspielraum zulassen (Bewegungsmangel, Fehlernährung, Zähne nicht putzen, Keinen Sonnenschutz etc.). Da sind sich die „Experten“ (leider) ziemlich einig!

      • Hattori Hanzo sagt:

        „dass kein Erziehungsratgeber Herzensbildung und Liebesfähigkeit ersetzen bzw lehren kann“

        Carolina – sie halten meine Hoffnung an die Menschheit aufrecht. Genau das ist doch der Punkt.

      • Bernhard sagt:

        Ich gehe mal davon aus, dass die überwiegende Mehrheit aller Erziehungsberechtigten ihre Kinder liebt. Und dass diese Eltern ihre Kinder zu deren Wohl zu erziehen glauben. („Ich mache das alles nur zu deinem Wohl. Damit es dir gut geht!“). Und trotzdem gibt es traumatisierte, geschädigte, übergewichtige, labile, depressive, verzogene, freche, gewalttätige etc. Kinder/Jugendliche. Die Frage ist nun: Gibt es die sowieso (egal, welche Methode wir wählen), oder sind gewisse Erziehungsstrategien – trotz aller Liebe und Fürsorge – vielleicht doch nicht so gut? Für mich ist das DIE zentrale Frage!!

      • Bernhard sagt:

        Hat unser Erziehungsverhalten nämlich auch einen negativen Einfluss auf die Kinder, fände ich es begrüssenswert und wichtig, einander sagen zu können: „Du, ich denke, es ist nicht ideal, dass dein 8-jähriger Sohn bereits Horrorfilme (FSK 18) schaut. Oder: „Ich finde es nicht sehr zielführend, wenn du dein Kind zusammenscheisst, wenn es wieder ins Bett gepinkelt hat. Auch wenn du noch so genervt und gestresst bist!“. In solchen Fällen bin ganz klar für „Tipps“, auch wenn die noch do besserwisserisch wirken! Lieber einen kurzen Streit unter Freunden, dafür evtl. ein glücklicheres Kind mehr!

      • Hattori Hanzo sagt:

        Ja Bernhard da haben sie natürlich recht. Nur stellt sich die Frage – ob Leute die dermassen neben der Spur liegen, überhaupt lernfähig sind.
        Das Problem mit der „Dummheit“ ist doch, dass gegen sie kein Kraut gewachsen ist.
        Man kann selbst den besten Ratgeber komplett verkehrt anwenden, weil Menschen eben keine Maschinen sind. Unvergessen bleibt mir die SRF Dok von einem Psychologen-Ehepaar, das ihre Adoptiv-Kinder haarsträubend psychisch missbraucht haben.

      • tina sagt:

        ich glaube nicht, dass intelligenz nötig ist, um kinder gut aufzuziehen.
        und offenbar hat intelligenz mit textverständnis auch nicht viel zu tun. manchmal frage ich mich ernsthaft, wozu intelligenz überhaupt nütze ist 😉

      • tina sagt:

        danke carolina!
        ich lese bücher über verschiedenste themen auf der suche nach dem grundprinzip dahinter. nicht als rezepte. also nicht, wenn a passiert muss ich b machen. sondern eher (als beispiel): wenn ein baby weint, kann ihm etwas fehlen, aber es kann auch sein, dass es einfach etwas loswerden will. so wie man von der arbeit heimkommt und vielleicht ein bisschen jammern möchte. dann geht es nicht darum, dass man möglichst schnell ruhig gestellt wird, sondern dass einen jemand kurz ernst nimmt und etwas zuspruch gibt. es ist die grundhaltung, um die es mir geht. das musste ich erst lesen

      • tina sagt:

        alleine wäre mir der gedanke so vielleicht nicht gekommen.

      • Bernhard sagt:

        @Tina: „ich glaube nicht, dass intelligenz nötig ist, um kinder gut aufzuziehen.“

        Kommt ganz darauf an, wie Sie Intelligenz definieren. Wenn Intelligenz mit Verstand zu tun hat, dann braucht es ihn zwingend für die Erziehung, da sonst der vielbesagte „gesunde Menschenverstand“ fehlt. Und ohne gesunden Menschenverstand passieren eben genau solche Dinge, die man nicht für wahr haben möchte, die aber leider Realität sind! Da ist der kettenrauchende 2-Jährige (Sie erinnern sich?) geradezu harmlos, wurde er doch mit viel Liebe und Zuwendung verhätschelt!

      • Carolina sagt:

        Bernhard, mit dem Ausdruck ‚gesunder Menschenverstand‘ müssen wir wohl vorsichtig sein, denn er steht mMn symbolisch dafür, wie unterschiedlich Menschen sich verhalten, ihre Kinder grossziehen etc. Für den einen ist gM, ab und zu mal einen Klaps zu geben; für den anderen, dem Kind sozusagen den roten Teppich auszurollen. Genau hier fängt ja das Dilemma an: es gibt keinen goldenen Weg, sondern es erfordert den Mut und das Selbstbewusstsein, für sich und seine Familie einen ganz eigenen zu gehen, nämlich den, der für alle ’stimmt‘ – und das kann man kaum aus Erziehungsratgebern lernen. Ich gehe

      • Carolina sagt:

        /2 gehe noch ein wenig weiter und behaupte, dass gerade für die, die Hilfe am dringendsten benötigen würden, die Flut an Ratschlägen und Ratgebern eher noch mehr zur Verwirrung beitragen kann bzw das Gefühl steigern können, unfähig zu sein und inkompetent. Wir alle hier artikulieren, lesen und äussern uns – wir haben gelernt, zu kommunizieren. Aber diejenigen, die sich allein und verlassen fühlen, die dringend Hilfe bräuchten, um ihren eigenen Weg erst einmal zu finden, werden sich eher noch mehr in ihr Schneckenhaus zurückziehen. Was dringend gebraucht würde – das gilt auch für mich und ich

      • Carolina sagt:

        /3 sehe beinahe täglich, wie gut das tun kann – sind Klarheit und Gelassenheit. Das erreichen wir nicht durch immer mehr vermeintliche Anforderungen und Erwartungen an Elternschaft, sondern dadurch, dass wir Menschen vermitteln, wie wichtig allein die Liebe und ein wirkliches Interesse an ihren Kindern ist. Das sind oft schon viel Druck weg – denn, seien wir ehrlich, wir alle kennen genügend Fälle von Leuten, die völlig normale und zufriedene Kinder haben, obwohl sie kaum den entsprechenden Erziehungsratgebern entsprechen.

      • Bernhard sagt:

        @Carolina: „es gibt keinen goldenen Weg, sondern es erfordert den Mut und das Selbstbewusstsein, für sich und seine Familie einen ganz eigenen zu gehen, nämlich den, der für alle ‘stimmt’“

        Das stimmt. Aber es erforfert ebenso Mut u Selbstbewusstsein, hinzuschauen und zu reagieren, wenn man als Aussenstehender das Gefühl hat, hier laufe etwas ganz schön schief! Oftmals sind es die Lehrer, dir als Erste Alarm schlagen, weil alle anderen Regulationsmechanismen (vor lauter „ich will dir nicht in deine Erziehung reinreden!“ u „du machst das schon gut so!“) nicht greifen! Das ist ebenso gefährlich!

      • Bernhard sagt:

        @Carolina: Ich finde auch, man sollte die hilfesuchenden Eltern primär unterstützen und nicht noch mehr verunsichern. Für mich persönlich heisst unterstützen aber auch konkrete Hilfestellungen zu geben. Nach dem Motto: „was gäbe es für Möglichkeiten, um aus dieser Sackgasse zu finden?“. Keine Patentrezepte (weil es die nicht gibt!), sondern mögliche Strategien! Und natürlich niemals den betroffenen Menschen das Gefühl geben, sie hätten versagt oder seien wegen der entstandenen Situation minderwertig! Denn es kann uns alle treffen! Obwohl wir immer nur das Beste für unsere Kinder wollen!

  • Hattori Hanzo sagt:

    Ich habe nie einen Ratgeber gelesen. Und bisher auch kaum nörgelnde Eltern erlebt, die uns ihr Konzept aufdrängen wollen.
    Solche Leute würde ich meiden. Übrigens: Wenn Leute an einen (anderen) Gott glauben, ist mir das auch nur so lange egal, solange das ihre Privatsache ist, die nicht ihre Persönlichkeit bestimmt. Wenn sich dieser Glaube in Fanatismus ausdrückt oder missionarischen Charakter hat, stört es mich sehr wohl. Eben genau wie mit Erziehungsfragen oder Essgewohnheiten.

    Erziehung ist zu 90% das Vorbild, das man lebt und der eigene Grips an Menschenkenntnis.

  • Teilzeitpapi sagt:

    These 3: Alles ist im Wandel, heute wahrscheinlicher schneller und mehr. Flexibilität ist gefordert. Wie kann ich da überhaupt noch Halt in Werten finden, die morgen schon out sein können? Einzig sicher ist die Unsicherheit und die ist hoch. Sowie der Zulauf zu Organisationen, welche eine klare Ansage für jeden Lebensbereich haben. Der Rest bleibt auf sich zurück geworfen, entwurzelt von der Vergangenheit. Beispiel Ernährung: Was früher Beilage war ist heute oft Hauptbestandteil und umgekehrt. Was früher in Salz eingelegt und fermentiert wurde wird heute in Zucker und Essig eingelegt.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Einfach nur anders? Besser? Schlechter? Gibt es noch richtig und falsch oder nur noch überall anders? Wessen Studie stimmt? Haben Konsumenten, Patienten und Steuerzahler eigentlich auch eine Lobby und ja, wie sind die Kräfteverhältnisse? Sind Unis unabhängig von Forschungsaufträgen für die Industrie? Warum tauchen soviele Fragen auf, wenn man sich damit beschäftigt, wie man lebt? Nur entspannen und geniessen? Aber wo fängt die Verantwortung für das Bio-Ei an, dessen Erzeugerins „Bruder“ im Alter von einem Tag vergast und in der Biogasanlage entsorgt wurde? Usw.

    • Muttis Liebling sagt:

      @TP, diese Detailfragen muss man sich nicht stellen, erzeugen nur neue Fragen am laufenden Band. Oben ist schon der richtige Ansatz, ein methodologischer. Warum wird ein Blog geschrieben, warum werden Studien erzeugt, warum Meinungen gegeneinander ausgespielt?
      In grauen Vorzeiten ging es tatsächlich mal um Inhalte und Fragen. Jetzt ist es wie beim Kampfsport. Attacke 1 bringt den Gegner aus dem Gleichgewicht, Attacke 2 legt ihn aufs Kreuz. Med. Studien werden verfasst, um Therapien zu verkaufen, Ratgeber, um sich selbst und Folgeprodukte zu verkaufen. Zentral ist das Moment der Verunsicherung.

  • Teilzeitpapi sagt:

    These 2: Wer andere Wege niedermachen muss, der dürfte in den eigenen Überzeugungen wenig gefestigt sein, sondern stark verunsichert. Denn damit weitere Verunsicherungsmöglichkeiten vermieden werden (wenn andere Wege gleich gut oder besser sein könnten, könnte man da was lernen oder müsste es in der lebenslang lernenden Gesellschaft sogar, Hilfe, nicht schon wieder Neues…). Quasi ein Selbstschutzmechanismus. Ganz schlimme Ideologen „wissen“ um ihr schlechtes Angebot/Schwäche, denn sie müssen alle anderen (Minderwertigen) auslöschen um die eigene Überlegenheit zu bestätigen (Totalitarismus).

  • Hermann Gysel sagt:

    Lehrer-Eltern Konferenz, findet in jedem Semester hier statt. Die Lehrerin, zwei Therapeuten (mein Kleiner ist autistisch), und die Schulleiterin sind present. Manchmal rastet mein Sohn aus, und tobt am Boden. Die Experten beraten, was man da machen könne. Viele Theorien werden vorgestellt. Fragt die Leiterin, wie ist das denn zu hause. Tut er auch, meine Antwort, dann nehme ich ihn in meine Arme und gebe ihm einen Kuss. Grosse Befremdung setzt unter den Spezialisten ein. Ich grinse.

  • Widerspenstige sagt:

    Ich bekenne mich schuldig. Ja, ich habe es getan. Und nein, ich bereue es kaum. Was? Ja eben. Keinen Erziehungsratgeber je gelesen zu haben. Es fehlte mir an Zeit dazu und vorallem, an Interesse. Jedes meiner Kinder ist so individuell, dass da kein Erziehungsratgeber mitgekommen wäre. Das Resultat ist ebenso individuell sichtbar. Was würde ich anders machen? Den Jüngsten früher vom PC nehmen u härter durchgreifen. Er ist zwischen die Fronten gekommen, obwohl hochbegabt. Oder gerade deswegen? Er hat nie gelernt, was lernen heisst. Es fiel ihm ja einfach bis zur Matura alles so leicht…

  • Sportpapi sagt:

    Jetzt denken wir also darüber nach, dass wir uns eigentlich nicht so viele Gedanken machen sollten…

    • Teilzeitpapi sagt:

      Scharfsinnig. Wir müssen ja verkopft bleiben, auch wenn wir noch über ein „enterisches Nervensystem“ verfügen. 😉 Die rationale und rationalisierende Gesellschaft. Mit ihren guten und weniger guten Seiten.

  • Joli sagt:

    Inder imitieren die sie umgebenden Erwachsenen.
    Wer Kinder erziehen will, muss also darauf achten, was er tut, wie er/sie lebt, spricht, sich verhält…

    Und wer über die Jugendlichen von heute schimpft, schimpft über sich selbst. DAS müssen wir zur Kenntnis nehmen!

    • Teilzeitpapi sagt:

      Ich bin verwirrt. Werden Inder nie erwachsen? Um Kinder zu erziehen muss man auf die Inder schauen? Haben die nun irgendsoeinen superduper Ayurveda-Erziehungsstil entwickelt, den ich noch nicht in den Regalen in meiner Zweitwohnung, die leider nur für die Bibliothek der Erziehungsratgeber nötig wurde (sorry Franz, aber du kennst das Problem anscheinend auch), stehen habe? 😀

  • Anne sagt:

    Meine Erfahrung ist weniger, dass man von andern Müttern angefeindet wird, sondern eher seine Methoden vor den eigenen Müttern und Schwiegermüttern erklären muss. Die meisten der heutigen Eltern mit Kindern wollen einiges anders machen als die Generationen vorher – nur fehlen uns da die Konzepte. Diese Verunsicherung wird dann halt häufig durch das Lesen von Ratgebern zu beheben versucht. Natürlich hilft Gelassenheit, aber auch Gespräche mit andern Eltern. solange sie wertschätzend sind. (wie so oft habe ich aber das Gefühl, ein entspannteres Umfeld als das der Autorin zu erleben)

    • Cybot sagt:

      Das ist doch genau ein Teil der Problems, dieses „Wir machen alles anders und viel besser“. Die Generationen vor uns haben einen Vorteil, nämlich Erfahrung, die wir nicht haben. Wenn man dann hingeht und allem widerspricht, was die Älteren aus eigener Erfahrung sehr gut kennen, muss man sich nicht wundern, wenn es Konflikte gibt. Hör zu und lerne, hinterher kannst du immer noch das machen, was für dich am besten funktioniert.

  • Stevens sagt:

    Manchmal (nicht nur in diesem Artikel) frage ich mich, ob ich im gleichen Land, auf dem gleichen Planeten lebe wie die Autorin. In meinem Umfeld ist dies irgendwie kein Thema. Alle erziehen die Kinder „irgendwie“ und mischen sich nicht ein, werten nicht andere Eltern.
    Aber diesen „Kampf“ um die richtigen Erziehungsmethoden, dieses „Expertentum“ usw. das erlebe ich nicht. Mich dünkt, die Autorin bauscht das ganze Thema doch etwas auf

    • Teilzeitpapi sagt:

      Ich würde sagen, Ihre Erwartungen an einen Blog und evtl. die Medien allgemein sind extrem, wenn nicht sogar fanatisch. 😉 Das Business ist mit dem Internet sehr hart geworden. Schauen Sie sich die Bilder der netten drei Damen rechts an, lesen sie bei ihren Namen von ihren Kindern und haben Sie Verständnis dafür, dass die auch ernährt sein möchten. 🙂

  • Walter Boshalter sagt:

    Als Erziehungsmethoden bewährt haben sich: Dich auf deine Intuition verlassen, Vorbildfunktion wahrnehmen, Gesunden Menschenverstand einsetzen und in seltenen Fällen mal die Eltern fragen wie es mit dir selber als Kind war.

    • Nina sagt:

      Ha! Nur können sich die schon lange nicht mehr an Details erinnern… Auf die weisen Alten hatte ich auch mal gehofft… 😉

  • Martin sagt:

    Bald bekommt meine 18mt Tochter einen Bruder! Waere es ein Maedchen geworden haetten wir uns mit den Eifersuechteleien und Zickenterror befassen muessen. Jetzt frage ich mich, wie ich es meiner Tochter beibringen kann zu teilen, ihren Bruder ebenfalls zu lieben. Sie ist recht wild. Ich waege gerne die Inputs ab. Gelegentlich kommen auch gute Tips fuer die Erziehung. bsp von der Krippe.

    • Michael sagt:

      Woher willst Du das wissen, das es Zickenterror gegeben hätte, wenn es ein Mädchen geworden wäre ? Wer hat Dir das denn eingeflüstert ?? Ich habe zwei Mädchen grossgezogen und da gab es nicht mehr oder weniger Stress untereinander als bei einem Jungspaar. Hier mal um die Barbie – da mal um den Fussball. Und es liegt mit an Deiner Erziehung, wie sich das Verhältnis Deiner Kinder entwickeln wird. Solange Du beide gleichberechtigt behandelst und keinen bevorzugst, hast Du beste Chanchen, das sie sich normal entwickeln. Klar hat man einen Favoriten – aber das darfst Du nie im Leben erkennen lassen

    • 13 sagt:

      Da Sie ja für Inputs und Tipps offen sind: Kommen Sie ein bisschen von den Geschlechterklischees weg, v.a. bei Kleinkindern. Als Kleinkind ist ein neues Geschwisterchen ohne Frage eine grosse Umstellung, aber dass Ihre Tochter auf einen Bruder anders reagieren wird als auf eine Schwester, wage ich dann bei einem 18monatigen Kind doch zu bezweifeln. Und dann der sowieso ultimativste Tipp beim Leben mit Kindern: Keine Pläne, keine Erwartungen, auf sich zukommen lassen und dann reagieren! Alles Gute zu Viert!

      • Martin sagt:

        Meine Annahme beruht auf das bisherige Verhalten, wenn sie mit anderen Kids zusammenkommt. Sie ist wie ein Wirbelwind. Danke, es wird auf jeden Fall super.

      • tina sagt:

        versuch sie mit einzubeziehen. eher eine sonderportion aufmerksamkeit als „wart mal, jetzt ist dein bruder dran“. 18monate abstand sind nicht problematisch, mit älteren kindern ist es heikler

      • 13 sagt:

        @ Tina
        Das kann man nicht pauschalisieren. Wir haben einen 3-Jahres-Abstand und im Nachhinein fand ich das den tollsten Abstand überhaupt. Das grössere Kind ist gross genug, zum mithelfen, aber auch mal zu warten. Und Eifersucht kannten wir kaum. Trotzdem sind sie noch nah genug, um ein super Team zu sein. Aber erstens bezieht sich das nur auf meine Kinder, bei anderen ist das anders und zweitens habe ich (noch) keine Vergleichswerte.

      • tina sagt:

        „heikler“ heisst doch nicht, dass es bei allen gleich läuft 13:). selbstverständlich kann man nicht pauschalisieren!

    • Teilzeitpapi sagt:

      „Jetzt frage ich mich, wie ich es meiner Tochter beibringen kann zu teilen, ihren Bruder ebenfalls zu lieben.“ Wenn Sie das Rezept gefunden haben können Sie es teuer an viele Politiker, Psychologen, usw. verkaufen, die ohnmächtig Leuten gegenüber zu sein scheinen, die uns nicht lieben wollen. Selbst wenn sie sogar vom Sozialstaat unterstützt werden und es ihnen materiell anscheinend besser geht als in ihren Heimatländern. Ich setze meine Hoffnung auf Sie!

    • Hattori Hanzo sagt:

      Martin – lassen sie sich nicht von Ängsten und Klischees leiten. Unsere Kinder sind auch 18 Monate auseinander und sind heute beste Freunde. Das Grössere konnte gar nicht mehr aufhören vor Freude zu jubeln, als das kleinere auf die Welt kam.

      Wichtig ist wohl einfach, dass man es in die Liebe miteinbezieht und ein starkes Wir-Gefühl aufbaut.

    • adlerauge sagt:

      (1/2) Genau dieselbe Situation hier. Bloss keine Ängste haben, Klischees möglichst links liegen lassen und die zwei dann einfach mal machen lassen. Sie werden sich schon finden. Meine Tochter war vom erst Tag an zuckersüss mit ihrem kleinen Bruder (Altersdifferenz knapp 2 Jahre)! Sobald der Kleine sich entsprechend artikulieren konnte, hat er entsprechend positiv auf sie reagiert. Inzwischen (er ist jetzt 1 Jahr alt) braucht’s die eine oder andere Regel für die Grosse, die sich oft aber nicht spezifisch auf die Interaktion mit dem Kleinen beschränkt (z.B. Spielsachen wegnehmen).

    • adlerauge sagt:

      (2/2) Insgesamt ein super Start für die beiden als Geschwister. Ich bin zuversichtlich, dass dies auch künftig grundsätzlich so bleibt. Wie in den allermeisten Beziehungen wird es sicher immer mal ein Auf und Ab geben. Das habe ich mit meinen Geschwistern nicht anders erlebt.

    • Diana sagt:

      Aus den Fehlern meiner Mutter und aus den eigenen gelernt: schauen Sie dass Ihre Frau ab und zu Zeit alleine mit der grosse Tochter verbringt. Und Sie werden als Papa sowieso ab und zu mal Zeit alleine mit ihrem Sohn verbringen wollen, oder? Aber das alles werden Sie wohl vom selber in den nächsten paar Jahre merken.
      Eifersucht und Besitzstreitereien wird es immer unter Geschwistern geben. Ein paar Regeln setzen (zB ‚Keine Gewalt!‘) und bis auf weiteres auf das Baby gut aufpassen, damit es nicht auf dem Köpflein kriegt von der Wirbelwind-Schwester. Jawohl, das gibt’s… Viel Spass in dem Fall!

  • Jana sagt:

    Meine Schwester hat zwei Söhne und hat sehr früh mit der Triple P Methode begonnen. Dann aber zeigte sich – wie oft in sochen Erziehungsratgeberquatsch – dass solche Herangehensweisen gerade dann nichts impetto haben, wenn es wirklich mal kritisch wird: der älter der zwei Jungs stürzte mit dem Fahrrad und lag dann mit Schädelbruch eine Woche im Koma, danach Reha, das ganze Programm. Jetzt geht es ihm wieder gut – zum Glück. Der jüngere reagierte mit Alpträumen und Unruhe – soll man den dann auch auf die stille Treppe setzen? Und „ab ins Bett und Licht aus!“? Da hat sie nicht mehr mitgespielt.

  • Muttis Liebling sagt:

    ‚Die landauf, landab angebotenen Programme … haben aber immer dasselbe Endziel: uns in der Erziehung unserer Kinder zu unterstützen.‘
    Nein, sie haben das Ziel, aus dem herbeigeredeten Minenfeld ‚Erziehung‘ Kapital zu schlagen. Deshalb gibt es eine einfache Regel: Man meidet alles, was kommerziell angeboten wird. Das gilt für Erziehung genauso wie für Gesundheit/ Krankheit, Bildung und, und, und …
    Ob der Ratgeber 5 oder 50 Fr. kostet, er taugt nur zum Fliegen klatschen und Geldabmelken. Um uns Erziehung zu lehren, hatte die Evolution 2 Mill. Jahre Zeit. Das Optimum ist erreicht.

    • Teilzeitpapi sagt:

      „Als tolerante, weltoffene Menschen“ muss diese abgelutschte Floskel nun in jeden Artikel und Blogbeitrag? Quasi das letzte Aufbäumen der „Wir sind ja alle nett“-Bewegung? Toleranz und weltoffene sind beides nicht per se rein positive Eigenschaften. Wer das noch nicht einsieht braucht wohl seinen Kopf nicht mehr und kann sich schon mal freiwillig melden… Toleriert Toleranz Intoleranz: Ergebnis man lese Karl Popper oder lese auch den Nachrichtenteil. Offen für alles aus der Welt: Siehe News.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Muttis Liebling:

      das erreichte Optimum scheint mir nicht überall vor lauter Optimalität zu überfliessen…

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