Die «gesunde Watsche»

Ein Papablog von Bernhard Odehnal*

Mamablog_Schlagen

«Es geht darum, das Kind in eine blöde Lage zu bringen, die nicht wehtut»: Ein Junge wird von der Mutter bestraft. (Flickr/Morgan Childers)

«Muss Strafe sein?», fragte die seriöse konservative Wiener Tageszeitung «Die Presse» vergangenen Sonntag ihre Leser auf dem Cover. Die Frage bezog sich auf die Erziehung von Kindern, und im Blattinneren gab der Redaktor Wolfgang Greber auf einer halben Seite eine seither heftig diskutierte Antwort. Ja, antwortete der Journalist auf die Frage und fügte gleich hinzu: Wer Strafe nicht vollziehe, werde unglaubwürdig. Was der Autor darunter verstand, führte er in diesem sehr persönlich gehaltenen Essay am Beispiel der Erziehung seines eigenen Sohnes M. aus (der Name des Kindes wurde in der Zeitung voll ausgeschrieben, online aber später anonymisiert). Erst lobt der Vater seinen Dreieinhalbjährigen als «Kristallkind», das nicht nur wandern, schwimmen, etwas lesen könne und englische Kinderserien schaue, sondern seinen Mitmenschen stets ein Lächeln ins Gesicht zaubere.

Dann offenbart der Vater die Konsequenzen, wenn es mit dem Filius einmal nicht so gut läuft. Bei gewaltfrei erzogenen Kindern spürt er «negative Schwingungen» und die Neigung zu Rücksichtslosigkeit. Gewaltfreie Erziehung hält er deshalb für «infantil-romantisch» und einen «militant-pazifistischen Irrglauben». Er selbst würde die «gesunde Watsche» zwar ablehnen, aber das Kind übers Knie legen und am Ohr ziehen – das komme in seiner Erziehung durchaus vor. Die Strafe werde stets nach dem Anzählen – 1, 2, 3 – verhängt. Ohrenziehen? «Nicht fest, aber doch.» Übers-Knie-Legen? «Nur mit leichtem Klopfen; es geht darum, das Kind in eine ‹blöde› Lage zu bringen, die nicht wehtut.»

Der Artikel erschien Sonntagmorgen, und am Nachmittag erlebte Österreich einen Shitstorm im Netz wie schon lange nicht mehr. Vor allem in Journalistenkreisen war die Erregung über den unsensiblen, möglicherweise auch brutalen Kollegen gross. Ein bekannter TV-Moderator schrieb sich gleich seine eigene Erfahrung mit schlagenden Eltern von der Seele, denn der Text in der Presse sei ihm nahegegangen, «ich dachte beim Lesen, es dreht mir den Magen um». Bei der «Presse» hatte man den Artikel offenbar vor der Veröffentlichung nicht gelesen, die Zeitung ist sonst zu Recht stolz auf ihre seriöse Berichterstattung. Jetzt aber musste sich – ganz so wie der Chef der NZZ vor ein paar Wochen nach einem homophoben Kommentar – der Chefredaktor der «Presse» für seinen Redaktor entschuldigen: Gewalt als Ultima Ratio entspreche weder der Blattlinie noch zeitgemässer Pädagogik: «Daher – und das ist eine traurige Premiere – distanzieren wir uns vom Inhalt dieses Artikels.»

Am Nachmittag distanzierte sich dann auf der Website der «Presse» der Autor von seinen Formulierungen: Sie seien in der Eile der Produktion ungeschickt verfasst worden. «Ich halte auch im Namen meiner Frau ausdrücklich fest, dass körperliche Gewalt bei uns zu Hause keinen Platz hat.» Dass diese Distanzierung ganz freiwillig kam, darf bezweifelt werden. Auf Facebook und im Leserforum der «Presse» hatte Greber zuvor seinen Beitrag verteidigt und Kritiker sinngemäss der Hysterie bezichtigt: Sein Sohn entwickle sich herrlich, «machen Sie nicht aus einem Ohrenzieher einen Seelenzerstörer, das läuft so nicht».

Was am Artikel verstört, ist aber nicht nur die Rechtfertigung körperlicher Gewalt. Der Autor beschreibt seine Erziehungsmethoden mit einer Selbstherrlichkeit. Da schreibt ein Vater, der (auch das schreibt er) schon ein Kind kurz vor dessen Geburt verlor und der sich durch das Erlebnis des Verlustes und des Schmerzes offenbar über jeden Zweifel bei der Erziehung des zweiten Kindes erhaben fühlt. Es ist kein Bekenntnis, manchmal überfordert zu sein, manchmal bei der Erziehung die falschen Mittel einzusetzen. Im Gegenteil: Wer zweifelt, macht sich in den Augen des Autors verdächtig, verleugnet die Wirklichkeit. Sein Kind ist ein Kristall, ein «Aquamarin», braucht in den Augen des Vaters aber noch die richtige Fassung. Die bekommt es «mit guten Worten und etwas Gewalt». Denn damit erreiche man stets mehr als nur mit guten Worten.

Nun könnte man als Konsument von Facebook und Internetblogger meinen, der Aufschrei gegen dieses Plädoyer für Erziehung durch Schmerz sei einhellig und eindeutig: Gewalt an Kindern sei, in welcher Forma auch immer, verpönt, kriminell und ausserdem noch sinnlos, weil sie nur Hass und wieder Gewalt erzeuge. Aber das Internet ist nicht die Wirklichkeit. Zwar ist jede Form von Gewalt gegen Kinder in Österreich seit 25 Jahren gesetzlich verboten. Wie es aber in den Familien wirklich aussieht, hat vor kurzem das österreichische Familienministerium erheben lassen. Und siehe da: Ein Drittel der befragten Eltern rechtfertigte den Einsatz von Ohrfeigen, weil sie «oft besser erziehen als viele Worte». Die Hälfte der befragten Kinder machte schon Erfahrung mit leichter physischer und psychischer Gewalt als Bestrafung, etwa dem tagelangen Schweigen der Eltern. 20 Prozent der befragten Kinder erhielten auch kräftige Ohrfeigen, wurden an den Haaren oder den Ohren gezogen.

«Presse»-Autor Greber glaubt jedenfalls nicht, dass Kinder überhaupt ohne Gewalt erzogen werden könnten. Wer im Ernst behaupte, sein Kind noch nie am Ohr gezogen oder ihm sonst einen Körperschmerz zugefügt zu haben, der lüge sich in den Sack, entgegnet er seinen Lesern: «Sorry, oder sieht die Welt durch die rosa Brille.» Das war freilich, bevor er sich von seinem eigenen Text distanzieren musste.

Odehnal*Bernhard Odehnal ist Korrespondent des «Tages-Anzeigers» mit Sitz in Wien. Er ist Vater von zwei Kindern und wurde selbst auch schon einmal fest am Ohr gezogen – allerdings bei einer Pressekonferenz, vom Wiener Bürgermeister. 

462 Kommentare zu «Die «gesunde Watsche»»

  • Hans Weder sagt:

    Gewalt ist uncool, klar. Ausser im Fernsehen, wenn Bruce Willis die bösen Jungs platt macht oder wenn man in Call of Duty die Welt von üblen Terroristen befreit. Aber werden wir mal philosophisch: Angenommen, körperlicher Schmerz bleibt sehr klar in Erinnerung – vielleicht klarer als seelischer Schmerz. Kann es dann nicht sein, dass die Erinnerung an diesen körperlichen Schmerz davor bewahrt, noch viel grösseren, vielleicht lebensbedrohlichen Schmerz zu erfahren oder andere erfahren zu lassen? Wie sieht in diesem Vergleich die moralische Diskussion aus? Ist eine Ohrfeige dann noch immer no go?

  • Subdi sagt:

    Es kann auch mal eine „gesunde“ Watsche geben

    Wenn ein Kind ein anderes Kind schlägt, könnte ich mich zum Beispiel sofort in den Streit einmischen, und versuchen das erste Kind genauso zu schlagen, wie es das zweite geschlagen hat. Anschließend könnte man dann diskutieren, wie es sich anfühlt so geschlagen zu werden. Dabei geht es ja nicht um Strafe, und nicht um das gewaltsame Durchsetzen meines Willens. Dabei geht es um die Verdeutlichung des Fehlverhaltens. Das ist eine Form der Kommunikation. Ich finde sogar, so etwas kann man durchaus als antiautoritäre Erziehung bezeichnen 😉

    • Rabe sagt:

      Finde ich nicht. Es ist zwar absolut richtig, in dem Fall dazwischen zu gehen und das schlagende Kind mit der minimal notwendigen Gewalt vom geschlagenen zu trennen, aber dabei geht darum, Distanz zum Schutz des einen zu schaffen. Danach muss man es auch zur Rede stellen, klar. Aber es nicht nötig, selber zu schlagen, denn das Kind weiss garantiert, dass es etwas gemacht hat, was es selber nicht möchte. Und da sich wohl schon jedes Kind mal weh getan hat, kann es auch nicht darum gehen, wie sich so ein Schlag anfühlt.

  • Diana sagt:

    Gewalt an Kind anwenden? NEIN. Verlieren wir mal die Nerven, vor allem wenn das Kind uns provoziert oder trotzt? Klar, aber da schlage ich doch lieber die Wand oder Tür oder sonst was. Ach, meine rechte Hand hat leider schon Schaden davon getragen, aber es reicht noch zum selber Guetzli backen 🙂
    In der Gewaltspirale rütscht man leider schnell, herauskommen lohnt sich definitiv.
    Plus, es macht einen Unterschied ob es gelegentlich passiert, aus Verzweiflung: ‚Kind, Du überfordest mich!‘ oder eher bewusst, zB als Machtausübung: ‚Hey, du, ich bin der Chef hier!‘
    Gewalt nimmt das Kind persönlich.

  • Hitz sagt:

    Mal ganz abseits der ganzen Diskussion: Was zur Hölle sind eigentlich Kristallkinder? Kann mir das jemand kurz und prägnant erläutern?

    • Carolina sagt:

      Hier wohl: zu schleifende Roh-Edelsteine. So habe ich es jedenfalls verstanden……

      • Hitz sagt:

        Sind sie sicher? Ist das nicht auch wieder so Etwas ähnliches wie hochbegabt oder Indigo-Kind?

      • Carolina sagt:

        Die Indigo-Kinder musste ich gerade googlen …… 🙂 Meine Güte, was es alles gibt……

      • Susi sagt:

        Hey, Carolina, haben Sie nicht auch ein Indigokind? 😉

        Aber eine kleine Geschichte: Eins meiner Au Pair Kinder hatte anscheinend auf so einer Aura-Fotografie eine indigofarbene Aura. Eigentlich distanziere ich mich immer sehr von so Eso-Mist, find ich übel, aber die kleine konnte mir jeweils den Weg sagen, wenn ich mich wieder mal verfahren hatte und wir in einer völlig fremden Gegend waren (jetzt links, jetzt rechts etc.), konnte bei 3 von 4 mal die Schlüsselnummer meines Fitnesskästchens erraten und ähnliches, z.B. wusste sie manchmal am Morgen, was ich geträumt hatte. Schräg, oder?

      • Carolina sagt:

        Nope! Meine Kinder haben alle eine normale Farbe 😉

  • Susi sagt:

    Also, wenn ich die Kommentare hier so lese, beginne ich doch auch mal mit Klapsen, kann man das auch bei 6jährigen noch einführen?

    (Gestern hab ich schliesslich auch zum ersten Mal Pfeffernüsse gebacken dank den Tipps von Lala, Tina und dem Rezept von HP. Dieser Teil ist nicht ironisch gemeint, voll der Ernst und danke nochmals!)

    • Carolina sagt:

      Zu 1) Jein 😉
      Zu 2) Ich bin sehr enttäuscht, Susi! Da hat sich doch endlich mal jemand als Fertigteiguser geoutet, nur um dann umgehend zur anderen Fraktion umzuschwenken ;-(

      • Susi sagt:

        Ja, ich weiss, ich bin mir voll untreu geworden! Aber ich glaube, es gibt gar keinen Pfeffernuss-Fertigteig, das sollte mich entschuldigen. (Und die sind im Fall soooo fein geworden, Sie hätten mich hören sollen, voll im Grössenwahn, so im Sinne von „HA! Da kann jeder Confiseur doch glatt einpacken, wenn ich mit meinen Pfeffernüssen auffahre, HA, ich bin auch eine Guezlibäckerin…“, etc. etc. Mein Mann hat grosse Augen gemacht.

      • Carolina sagt:

        Ich sehe schon, Sie sind voll auf das Perfekte-Hausfrauen-Zeugs reingefallen! 😉

      • Carolina sagt:

        PS: Vielleicht probiere ich die blöden Pfeffernüsse auch mal – da würden bei uns auch alle vom Hocker fallen! 😉

      • Susi sagt:

        Ja, total, ich entdecke mein Alter-Ego, vielleicht beginne ich jetzt dann wie ML unter einem zweiten Namen zu posten. (Bestmom oder so).

        Die Pfeffernüsse geben auch gar nicht viel Arbeit. Um sie zu formen, haben wir die Hände leicht eingeölt (Betty Bossy Internet-Tipp) und man darf sie ja nicht zu lang im Ofen lassen. 10 Min. hätte glaub gereicht. Und ev. das Orangeat weglassen. Hmmmm, feinfein.

      • Carolina sagt:

        My, my, my – Betty Bossi wurde auch noch konsultiert 😉

      • Susi sagt:

        Ah, ja, und ich hab die doppelte Menge Pfeffer genommen, etwas mehr Muskat/Nägelipulver als im Rezept (Tina schreibt, sie macht manchmal auch mehr von irgendwas rein) und dann eine wirklich grosse Prise Salz, das brauchts für mich in Süssigkeiten.

      • Susi sagt:

        Ou, Mist. Ich hab’s wieder getan, ich sollte doch keine solche Schl*ichwerbung machen… (Ja, hab noch ein wenig Recherche gemacht, bin etwas zwanghaft perfektionistisch manchmal.)

    • Lala sagt:

      Gerne, übrigens für nächstes Jahr… Mit Einweghandschuhen geht es noch besser… Ist vor allem bei den Schoggikugeli (bei uns heissen die Myrtakugeln) zu empfehlen.

  • Anna K. sagt:

    ..Es gibt zum Glück verschiedene Arten darauf zu reagieren. Genauso wie der eine seine Frau schlägt, weil ihm etwas nicht passt, so sagt der andere ihr klipp und klar, was ihm nicht passt und geht (ganz oder nur aus der Wohnung raus wie auch immer – tausend Möglichkeiten).

    @Sportpapi: Sie sagen , es sei das Resultat, was zählt: Es bringt aber oft viel mehr, Menschen (Kinder wie Erwachsene, Frauen wie Männer, Mitarbeiter wie Kunden) zum gewollten Verhalten zu motivieren, anstatt zu bestrafen oder zu drohen.
    Und durch Demütigung verursachte seelischen Schäden muss man zum Resultat hinzuzählen.

    • Manni Mann sagt:

      Ach hier sind sie Anna – ja aber so läuft es eben gar nicht ab (bzw. lief – denn wir sind ja schon aus der Phase raus). Wir sind doch keine Idioten, sondern Eltern die viel Menschenkenntnis haben und vor allem unsere Kinder gut kennen. Und ich hab ihnen ja gesagt. Zuerst wurde dem Kind klar gemacht, was verboten ist. Dann wurde „geklappst“ und man kann sehr gut unterscheiden, zwischne Tränen der Unverständnnis und Tränen des Trotzes (auch Kinder üben Gewalt aus und haben Machtallüren). Wir tun dem Kind unrecht, wenn wir es als idealisiertes Engelchen sehen.

      • Anna K. sagt:

        Weder idealisiertes Engelchen noch idealisiertes Teufelchen, welches nur um die Welt gekommen sei, um Eltern zu ärgern.

        Einfach ein Kind. Ein kleiner Mensch mit seinem eigenen Temperament.
        Schwächer als erwachsene Menschen (Eltern, Lehrer, Bekannte), „neu auf dieser Welt“, von den Eltern abhängig, offen zu lernen (von Lernen mit anderen respektvoll umzugehen, bis zu Lernen, dass Schlagen OK ist), leider auch offen für Verletzungen und manchmal leider auch schutzlos ausgeliefert.

    • Sportpapi sagt:

      @Anna: „Es bringt aber oft viel mehr, Menschen (Kinder wie Erwachsene, Frauen wie Männer, Mitarbeiter wie Kunden) zum gewollten Verhalten zu motivieren, anstatt zu bestrafen oder zu drohen. Das stimmt. Ich wüsste niemand, der nicht gerne auf Strafe verzichtet, wenn es auch anders geht. Leider hilft bei Kindern gutes Zureden aber manchmal nichts. Nicht einmal Einsicht kann immer zeitgleich erwartet werden. Dann kommen „Konsequenzen“, wie sie hier fast alle fordern, Grenzen abstecken. Was passiert, wenn man darauf verzichtet, habe ich schon zur Genüge erlebt.

      • Anna K. sagt:

        @ Sportpapi: Ich habe das Gegenteil erlebt, und sehe es bei anderen Familien ebenfalls. Es geht sehr wohl ohne die ollen Strafen. Vielleicht wagen Sie mal den konsequenten Versuch? 2 Wochen ohne Strafen? Wenn es nicht klappt, dann haben Sie es wenigstens probiert. Wenn es klappt, umso schöner! Sie sagen ja, Sie kennen niemanden, der nicht gerne auf Strafen verzichten möchte. Somit möchten auch Sie auf Strafen verzichten. Probieren geht über Studieren. Wagen Sie es! Nur Mut JUST DO IT 🙂
        http://www.familienleben.ch/1-erziehung/2342-erziehung-ohne-strafen-vorbild-sein

      • Anna K. sagt:

        @Sportpapi wenn Sie ja nicht gerne strafen, dann vielleicht, weil sie im Grunde spüren, dass es bessere Alternativen gäbe. Aus Gewohnheit und weil ihre Eltern Sie vielleicht so erzogen haben, glauben Sie strafen zu müssen? Aber es fühlt sich nicht richtig an? Dann wäre das Buch „Das kompetente Kind“ vom grossen Jesper Juul (Familylab) bestimmt sehr inspirierende Lektüre, die beim Experiment helfen kann, und allgemein neue Wege aufzeigt. Viel Vergnügen und geniessen Sie Ihre Kinder!
        http://www.amazon.de/Das-kompetente-Kind-Jesper-Juul/dp/3499614855

      • Sportpapi sagt:

        Doch, Anna, Strafen fühlt sich für mich richtig an, wenn die Kinder sie mit ihrem Verhalten verlangen. Sie können dem aber gerne „logische Folgen“ nennen, wenn das für Sie besser stimmt.

      • Sportpapi sagt:

        Und zu Juul habe ich nur oben im Link gelesen, was er zu sagen hat. Mich hat das nicht gerade dazu verleitet, ein Buch von ihm zu kaufen.

      • Anna K sagt:

        J.Juul bringt es auf den Punkt: „Gewalt ist ein Angriff auf die Integrität des Kindes und schadet dem Selbstgefühl. Dass grobe körperliche Gewalt, Kindesmisshandlung, gesetzlich verboten ist, heisst nicht, dass es nicht andere Formen von Gewalt gibt, die ebenfalls schädlich sind. Wir haben uns nur dazu entschieden, sie unter Strafe zu stellen. ..Synononyme für körperliche Gewalt…“Klaps““Kopfnuss“.., so handelt es sich stets um verharmlosende Umschreibung desselben Vorgangs. Diese können nicht hinwegtäuschen, dass es sich um einen Akt der Gewalt handelt, der dem Selbstgefühl und der Menschen

      • Anna K sagt:

        ..Akt der Gewalt der dem Selbstgefühl und der Menschenwürde BEIDER Seiten Schaden zufügt. … hat jede Form von Gewalt an Kindern dieselben Konsequenzen wie Gewalt an Erwachsenen: Kurzfristig schafft es Angst, Misstrauen und Schuldgefühle, langfristig zeiht sie ein geringes Selbstgefühl, Zorn und neue Gewalt nach sich. … ich bin Menschen begegnet, die von ihren Eltern ein einziges Mal .. geschlagen wurden und den Schmerz darüber niemals überwunden haben..Menschen kennengelernt, die zehn bis zwanzig Mal geschlagen wurden, ohne dass dies nachhaltige Spuren hinterlassen hätte. Vieles deutet ..

      • Anna K sagt:

        ..vieles deutet daraufhin, dass es von grosser Bedeutung ist, ob die Eltern die Verantwortung für die Gewalt übernehmen, oder sie den Kindern aufbürden.“

        Also dem Kind bitte nicht noch die Verantwortung in die Schuhe schieben, wenn einem mal die Hand ausrutscht. Besser: *Es tut mir leid,dass ich dich geschlagen habe.Als ich es tat, dachte ich, dass es deine Schuld war. Aber das stimmt nicht. Es ist meine Schuld, und dafür möchte ich mich gerne ENTSCHULDIGEN“

        Jesper Juul „dein kompetentes Kind“, S.128 ff.

  • Anna K. sagt:

    Ich versuche mich einfach immer in das Kind hineinzuversetzen. Wenn ich erste gerade 2Jahre alt bin und total sauer weil man mir etwas aus der Hand gerissen hat, meine Emotionen noch nicht reflektieren kann, noch nicht gelernt habe „3x tief durchatmen“, was soll es da bringen, wenn mir auch noch einer dieser grossen Menschen eine knallt?! Befürchte einfach, dass wenn man Klapse verharmlost, dann eben auch heftigeres als Gerechtfertigt angeschaut wird.
    und verdammtnochmal es geht wirklich anders, habe es als Kind erlebt und sehe es als Mutter.Ich verstehe jeden, der mal an seine Grenzen kommt..

  • Anna K. sagt:

    Körperstrafen wie Ohrfeigen und Schläge auf den Po sind Gewalt. Hören wir doch auf es schönzureden. Gewalt ist Gewalt und als Erziehungsmassnahme weder wirksam noch akzeptabel. Und auch Kinder haben Rechte! Sie haben das Recht körperlich unversehrt aufzuwachsen!
    Und Gewalt wirkt doch nicht positiv. Kindern lernen am Modell. Kinder brauchen gute Vorbilder. Was lernt Ihr Knd, wenn Sie es schlagen? Es lernt „ich darf jemanden schlagen, wenn mir etwas nicht gefällt“. Wollen wir nicht alle respektvolle Kinder ? Dann müssen wir Ihnen auch Respekt vorleben!

    • Sportpapi sagt:

      Jede Erziehungsmassnahme ist Gewalt. Und jede nicht getroffene, obwohl nötige, ebenso. Hören wir doch auf es schönzureden!

    • Manni Mann sagt:

      Sie haben absolut Recht Anna – ein Schlagen, welches die körperliche Unversehrtheit beeinträchtigt ist verwerflich und immer fehl am Platz. Auf dieses Schlagen trifft alles zu, was hier schon gesagt wurde.
      Wenn wir nun aber von harmlosen Klappsen auf den Po reden, dann ist diese Bezeichnung absolut unverhältnismässig. Jeder der Erfahrung damit hat, weiss das. Wir sollten etwas mehr Unterscheidungsvermögen an den Tag legen. Damit wäre dem Kindeswohl am meisten gedient.

      • Anna K. sagt:

        Danke für Ihre Antwort ManniMann.

        Etwas ist mir nicht klar: Warum ist ein Schlag auf den Po harmlos? Ich persönlich finde einen Klaps auf den Po demütigend. Finden Sie ein Klaps auf den Po sei sinnvoll oder wirksam? Wieso nicht einfach dem Kind erklären warum es etwas nicht darf?

        Ich bin ohne jegliche Gewalt gross geworden- weder Demütigungen, Blossstellungen, Schläge,Klapse, noch Haarereissen oder sonst etwas, was einem körperlich oder seelisch weh tut. Und ich war das, was man ein wohlerzigenes, höfliches, nettes Kind nennt. Es geht durchaus OHNE jegliche Gewalt ein Kind zu erziehen.

      • Sportpapi sagt:

        Hätten wir immer brave, nette, höfliche, anständige Kinder, gäbe es die Diskussion gar nicht…

      • Beat Bannier sagt:

        Da trommelt der 6 jährige im Tram wie blöd mit seinen Füssen auf den Metallkasten. Der Vater:“ Hör bitte auf damit“. Nach 10 Wiederholungen der Bitte und 20 bösen Blicken der genervten Mitfahrer, schnappt er sich gedemütigt eine Zeitung und versteckt sich dahinter. Noch wilder trommelnd geniesst der Junge seinen Sieg. Einer demütigt 20, weil er nicht gedemütigt werden darf?

      • Manni Mann sagt:

        Anna – wie gesagt, es fehlt ihnen die Erfahrung, darum können Sie nicht unterscheiden.
        1. Kleinkinder sind keine Erwachsenen. Frauen sind keine Männer – wir können nicht alle Beziehungen 1:1 übertragen. Z.B. Gewisse Sticheleien die unter Männer zum freundschaftlichen Spass gehören, wären – einer Frau gesagt – wie ein fieser Schlag. Zum anderen hat meine Frau auch nie Lust von mir ausgekitzelt zu werden, dass ich dummes Monster spiele oder ihr zum Spass den Hintern versohle etc. – die Beziehung zu den Kinder ist emotional und physisch anders. Also kann ich es nicht 1:1 vergleichen.

      • Manni Mann sagt:

        2. Ich weiss, was harmlos ist, weil die physische Intensität so harmlos ist, dass sie im Spiel sogar gewünscht ist.
        Und weil ich die Reaktion der Kinder sehe. So ein Klapps war immer die einfachste und humanste Art etwas ins Lot zu bringen. Die Kinder haben daran keine negativen Erinnerungen.
        Hingegen fürchten sie sich davor dass Papi rumschreit, sie emotional demütigt, einen Psychoterror veranstaltet – schlicht: wenn ihr „Fels in der Brandung“ die Nerven verliert und ihnen weder Halt, Sicherheit, noch Orientierung bietet.
        tbc

      • Manni Mann sagt:

        … das sind die wirklichen „Angriffe“ auf die psychische Unversehrtheit der Kinder
        das sind die Erlebnisse, die die geistige Gesunheit der Kinder gefährden.
        Nun, da Papi ein Mensch ist und nicht vollkommen, und Kinder es so an sich haben, die Geduld ihrer Eltern über die Massen zu strapazieren. Ist es leider so, dass es manchmal zu unschönen Szenen kommt, in denen wir uns schuldig machen. Aber dies kann eben auch eine Chance für nachhaltige Erziehung sein. Wenn man nachher das miteinander bespricht und in Ordnung bringt. ….

      • Manni Mann sagt:

        … aber, worauf ich hinaus will. Die phyischen Zeichen (Klappse auf Finger und Po) haben bei den Kindern zu 0% das ausgelöst, was echte physische Misshandlung auslösen würde. Selbst ein ungerechtfertigtes einfaches Schimpfen (das in gewissen Fällen von der Intensität her angebracht wäre) löst in ihnen mehr seelischen Schmerz aus.
        PS Ab etwa 4-5 Jahren habe ich auf diese harmlosen Klappse ganz verzichtet, weil die Kinder eine Reife entwickelt haben, in der ich sie nicht mehr für angebracht oder nützlich halte.

      • Manni Mann sagt:

        Mich stört einfach, dass jegliches Unterscheidungsvermögen fehlt. Körperliche Misshandlung ist ohne Wenn und Aber verwerflich. Aber anstatt jede körperliche Berührung unter Tabu zu stellen, sollte man sich lieber Gedanken machen, wie Kinder verletzt werden, wie man den tiefen inneren Draht zu ihnen verliert, wie sie unter Druck gesetzt werden, emotional nicht aufgefangen werden, in welchen subitlen Formen sich Machtmissbrauch zeigen kann etc.
        Und ich befürchte, dass die welche sich an völlig unreflektierten Tabus festhalten, genau von diesen entscheidenden Dingen keine Ahnung haben.

      • Franz Vontobel sagt:

        Zum anderen hat meine Frau auch nie Lust, dass ich ihr zum Spass den Hintern versohle etc.

        Nicht? Tja, da verpassen sie und ihre Frau aber etwas…. 😀

      • Manni Mann sagt:

        … wenn ich mit den Lehrpersonen meiner Kinder rede, werde ich jedesmal von unserem Erziehungsstil bestätigt.
        Sie sind in Sozialkompetenz überdurchschnittlich.

        @VonTuobel – wissen sie eigentlich, dass ich ihre Einwürfe weder witzig, noch intelligent finde?

        Und so wie sie es sagen, ist es eben genau nicht. Das ist Bla,bla von Leuten, die keine erfolgreiche Erziehungsmethode haben. Wobei die erfolgreichste „Methode“ keine Methode ist, sondern die Persönlichkeit und Sozialkompetenz der Eltern.
        PS Seit Spielgruppe bis zur Schule bekomme wir sehr positives Feedback von Drittpersonen.

      • Franz Vontobel sagt:

        wissen sie eigentlich, dass ich ihre Einwürfe weder witzig, noch intelligent finde?

        Nö, das wusste ich nicht. Aber wussten sie, dass mich das nicht wirklich interessiert? Spannend, nicht?

      • Manni Mann sagt:

        Ja vonT. – ist mir ja auch egal, ich sags nur weil SIE sich bemüssigt sehen, immer noch einen Senf zu dem was ich sage, dazuzugeben.
        Dabei verstehen sie nicht einmal ansatzweise, was ich sage. Bzw. hören einfach nicht zu. Reden z.B. ich würde auf Kadavergehorsam drillen, obwohl ich gerade gesagt habe, meine Kinder dürften mich auch „Tubel“ schimpfen, wenn es berechtigt ist. Und Sozialkompetenz keine Folge von Kadaver-Drill ist.
        Aber sie müssen einfach immer alles schlecht machen, was ich sage. Ich sehe nicht ein, warum sie das machen, wenn ich sie nicht interessiere.

      • Sportpapi sagt:

        Manni, ich glaube nicht, dass es sich lohnt mit jemandem zu diskutieren, der nicht diskutieren möchte. Lassen Sie ihn doch seine Sprüche klopfen. Einfache Lösungen für einfache Menschen.

      • Franz Vontobel sagt:

        Ich sehe nicht ein, warum sie das machen, wenn ich sie nicht interessiere.

        Das ist mir schon klar, Typen wie sie sehen das nie. Schliesslich sind sie ja der Beste, haben alles total im Griff und alle (Lehrer, Nachbarn, …) huldigen ihren überragenden Sozial-, Erziehungs- und Sowiesofähigkeiten.

        Ja, ich halte sie für einen grossen Angeber vor dem Herrn und nehme ihnen nicht einen Bruchteil von dem ab, was sie uns hier vorbeten. Und wenn sie behaupten, ihre Kinder würden aus Respekt vor ihnen keinen heimlichen Unfug treiben, so haben sie keine Kinder od. lügen sich selbst in die Tasche

      • Franz Vontobel sagt:

        Analoges gilt auch für SP.

      • Manni Mann sagt:

        zum Letzten vonT. – sie drehen sich etwas zurecht und hören nicht zu.
        Welcher Angeber redet denn davon, wie er sich manchmal total daneben benimmt? Dass ihn seine Kindern einen Idioten schimpfen dürfen, wenn er es verdient hat? – Das passt nicht zu ihrer oberflächlichen Analyse.
        Zum anderen machen meine Jungs natürlich auch blödsinn, hinter meinem Rücken. ABER ich bekomme tatsächlich sehr positives Feedback von den Lehrkräften. Sie benehmen sich ausser Hauses korrekter als bei uns als Eltern. (Tröstlich weil wir bisweilen als Eltern am Ende sind…. auch davon schrieb ich bereits.)
        ….

      • Sportpapi sagt:

        Weder habe ich eine solche Behauptung aufgestellt. Noch wüsste ich, mit was ich die Bezeichnung Angeber verdient hätte. Sturer Besserwisser würde ich akzeptieren… Aber ich danke trotzdem für dieses „immer einmal mehr“…

      • Manni Mann sagt:

        Das ist ja eben der Sinn der Erziehung. Dass das Kind etwas „von Herzen“ lernt. Und nicht ein heuchlerischer Duckmäuser wird.
        Deshalb sollen sie mir auch Idiot sagen können und ihre Gefühle ungefiltert ausdruck verleihen. Weil dann wird deutlich, was wirklich da ist.
        All diese Dinge erzählte ich jenen, die es interessiert. (Also nicht ihnen). Weil ich glaube, dass Erziehung stehts ein Gesamtkonzept ist und dass man eben nicht eine Frage (Klappse ja oder nein) isoliert betrachten kann.
        Das wollte ich noch sagen. Nun können sie mich wieder frei einen Scharlatan und Idioten schimpfen. Viel Spass.

      • Franz Vontobel sagt:

        Sorry, SP – das war daneben und überreagiert. Nehm‘ ich zurück.

    • Widerspenstige sagt:

      Bin da ganz bei Ihnen Anna K. und ich darf im Nachhinein von mir als vielbeschäftigte dreifache Mutter und Geschäftsfrau sagen, dass es FAST ohne jegliche körperbezogene Strafen ging bis sie selbständig für ihr Tun gerade stehen mussten. Das ist harte Arbeit an sich selber zuerst u ich bin mehr als mir gut getan hätte, an meine Grenzen gestossen, vorallem in der pupertären Phase meiner Kinder. Meine Tochter war die Schlimmste, wogegen meine beiden Söhne geradezu harmlose Jungs sind. Sie hat wohl viel von mir übernommen, was rebellisches Verhalten anbelangt. Aber auch Manni Mann hat recht 😉

      • Lala sagt:

        @ B.Bannier
        Ich glaube eine Watsche im Tram hätte auch für Beschämung bei den mitreisenden geführt. Eine Möglichkeit wäre, beim nächsten Halt auszusteigen und zu Fuss weiter zu gehen. Oft anstrengender im Moment, jedoch sehr viel effektiver als Schlagen, Drohungen aussprechen oder gar mit Liebesentzug zu reagieren.

      • Anna K. sagt:

        @ManniMann Ich verstehe nun glaub, was Sie meinen. Finde natürlich psychisches Leiden genauso schädlich. Habe aber Mühe damit, wenn man so tut, als ob eben ein Klaps, der körperlich kaum weh tut, keinen seelischen Schmerz hinterlässt. Man fühlt sich doch einfach ungerecht behandelt? Man ist ein kleines schwaches Kind, liebt seine Eltern egal was sie tun. Kinder sind loyal. Man ist völlig abhängig von seinen Eltern, könnte ohne sie kaum überleben, und dann nützen sie ihre Position aus und schlagen uns, nur weil wir übermüdet, oder von unseren Emotionen/Trotzanfall übermannt worden sind…

      • Manni Mann sagt:

        Anna – sie haben recht. wenn es ungerechtfertigt ist. Dann ist ein solcher Klapps so schmerzhaft, wie ein strenges oder liebloses Wort (aber eben auch nicht mehr!).
        Aber wenn es eben gerechtfertigt ist – z.B. wenn man vorher beigebracht hat, dass man Essen, Blumenerde etc. nicht rumschmeisst, und dann – nüchtern und nicht gestresst – stets einen Klapps gibt. Dann versteht das, das Kind. Null Problem.
        Wirklich. Ungerechtigkeiten schmerzen. Aber Kinder wissen genau, wann sie zurecht, Konsequenzen einfangen und für diese Konsequenzen sind sie dankbar. Sie spüren, dass sie das brauchen.

      • Franz Vontobel sagt:

        Das Kind lernt also:
        Essen rumschmeissen ist schlecht, weil, es gibt einen Klaps.
        Essen rumschmeissen, wenn mich niemand dabei beobachtet ist kein Problem, weil es gibt keinen Klaps…

      • Manni Mann sagt:

        Dann noch ein Wort zur „blinden Loyalität“ der Kinder. Ich habe mich schon als kleines Kind emotional von meinen Eltern abgeseilt. Viele Menschen können das nicht einmal als Erwachsene, obwohl ihre Eltern einen schädlichen Einfluss auf sie haben.
        Ich erziehe meine Kinder zur Selbstständigkeit. Wenn ich mich daneben benehme, dann sagen mir das meine Kinder ohne scheu. Dann dürfen sie mich auch straffrei einen „Tubel“ schimpfen. Aber dort, wo sie zu ihrem Besten etwas lernen müssen, werde ich das auch – so weit es mir möglich ist – klar durchsetzen.

      • Susi sagt:

        @Franz: Aber das gilt eigentlich für alle Konsequenzen, nicht nur für Klapse.

      • Franz Vontobel sagt:

        @Susi: Nicht unbedingt – wenn ich eine Strafmassnahme benütze, die einen ursächlichen Zusammenhang mit dem Vergehen hat und im besten Falle die Einsicht fördert, dass das sanktionierte Tun „schlecht“ ist.

        Z.B. das herumgeworfene Essen selber aufwischen müssen und im besten Falle einsehen, dass dies mühsam ist. Die erzielte Wirkung tritt sicher nicht sofort und mit 100% ein, die Chancen sind aber sicher höher als beim Klaps (0%).

      • Susi sagt:

        Ja, aber meistens kann man den Schaden ja nicht unbedingt beheben durch die Strafe. Bei mir gibt’s z.B: TV-Verbot, aber das geht ja auch nur, wenn man das Vergehen nachweisen kann.

      • Manni Mann sagt:

        Nein Susi – weil es sonst gar keine Erziehung gäbe. Erziehung wirkt tatsächlich, richtiges Verhalten wird eingeübt und bleibt ein Leben lang ein kostbares Gut.
        Wenn es so abläuft wie bei vonT. dann stimmt die Beziehung zwischen Erzieher und Zögling nicht. Wenn ich nichts von meinem Erzieher halte, dann werde ich mich so verhalten. Vorne Hui – hinten Pfui.
        Aber wenn mein Erzieher ein echtes Vorbild ist für mich, dann wird das nicht geschehen. Dann wird mein Charakter gestärkt und ich werde selbstständig das Richtige tun.

      • Franz Vontobel sagt:

        MM, entweder ist das alles, was sie uns hier auftischen frei erfunden und sie haben keine Kinder oder sie haben ihre zu Kadavergehorsam abgerichtet und verwechseln das mit natürlicher Autorität.
        Anyway, your full of it.

      • Franz Vontobel sagt:

        you’re

      • Susi sagt:

        Also, ein gutes Vorbild bin ich ja leider nicht immer…
        (Mami, jetzt häsch scho wieder Sch****** gseit! Das dörf mer nöd!“)

      • Manni Mann sagt:

        Ha – Susi – ich fluche auch zu viel. Aber ich denke, es liegt eben nicht daran..
        ich denke, es ist besser Fehler zu machen und dann dazu zu stehen. Als den Mr. Right zu mimen.
        Wenn mich die Kinder zurecht weisen und ich die Zurechtweisung annehme. „Ja du hast recht, das sollte man nicht sagen.“
        „Gut dass du mir es sagst…“ etc. dann nützt das vielleicht mehr, als wenn ich nie fluche.

      • Susi sagt:

        ich bezahle immer einen Franken ins proppenvolle Fluchkässeli…
        (meine Schwiegermutter findet meine Flucherei ganz schlimm, jetzt versuche ich mich noch mehr zusammen zu reissen, das war schon recht peinlich, als sie mir das anmerkte)

  • HJF sagt:

    ich bekam als kind regelmässig ein ‚watsche‘. geschadet hat es mir und der beziehung zu meinen eltern auf keinen fall. ich bin grundsätzlich nicht fürs ‚watschen‘ und nehme mir vor, meine kinder ohne sowas zu erziehen. aber ich verabscheue die verteufelung, wenn einem elternteil mal die hand ausrutscht. das kind wird daran nicht sterben. einfach entschuldigen dafür, mit dem kind darüber reden und weiterleben.

    • Anna K. sagt:

      Sind Sie sicher, dass es Ihnen nicht geschadet hat? Vielleicht wären Sie heute noch zufriedener, selbstsicherer, ausgeglichener, einfühlsamer als Sie es schon sind, wenn Sie nicht geschlagen worden wären und stattdessen eine gewaltfreie Kindheit genossen hätten?

      Gewalt/Schläge sind DEMÜTIGUNG. Das ist kein angenehmes Gefühl, keine stärkende Kindheitserfahrung. Demütigungen machen einen Menschen (egal ob alt oder jung) nur beschämt, frustriert und traurig. Solche negativen Gefühle können doch keine sinnvollen Erziehungs-Instrumente sein.

      • Ramona sagt:

        Gewaltfreie Kindheit mit einem ein die Hand ausrutschen gegenüberstellen finde ich ganz schön krass.
        Ich war als Kind ein ganz schöner Teufel. Ich kann mich noch erinnern wie ich innerlich gegrinst habe, wenn ich sie fast in den Wahnsinn getrieben habe. Ganz selten brachte ich sie auch soweit, dass sie mir eine gewatscht hat. Gedemütigt? Ich habe ja ihr gegenüber auch eine „Macht“ ausgeübt und ganz bewusst mit ihr gespielt. Ich habe ein sehr liebevolles zuhause gehabt und meine Mama hat viel Geduld mit uns gehabt, aber zwischendurch passierte es halt mal.

      • Ramona sagt:

        Vielleicht warst du halt ein sehr liebes Kind und du hast deine Eltern nie so zum Wahnsinn getrieben, aber es gibt auch ganz andere Charackteren. Auch jetzt noch bin ein Mensch, welcher zum beispiel sportlich bis an äusserte geht oder ich suche mir auch immer wieder psychische Grenzerfahrungen. Meine Mutter als schwach bezeichnen weil ich sie an ihre Grenzen brachte und sie mir mal ne Ohrfeige gehauen hat? Ich bin eher sehr froh, dass sie bis ich erwachsen wurde viel, viel Geduld und Liebe für mich aufbrauchte egal was für Wege ich einschlug. Da haben aber 100 Prozentig diese Ausrutscher k

      • Ramona sagt:

        keinerlei Auswirkungen auf meine jetztige Verfassung. Du erscheinst mir eher sehr festgefahren auf diesem jegliche Gewalt is böse. Versuche es mal ein bisschen aus verschiedenen Blickwinkeln anzuschauen. Kinder sind nicht alle kleine, heilige Engel und auch nicht aus Porzellan. Ich verherrliche Gewalt hier überhaupt nicht…nur diese Verteufelung falls es mal passiert und dieser grosse Schaden und blabla finde ich übertrieben.

      • Anna K sagt:

        @Ramona Vielleicht musstest du „Teufel“ spielen. Warum war es notwendig sich wie ein Teufel zu benehmen? Vielleicht haben dich deine Eltern sonst nicht richtig wahrgenommen? Vielleicht hatten sie genügend Probleme mit sich und hatten dich nicht mehr richtig gesehen, so dass du ihre Aufmerksamkeit mit lauten Teufeleien auf dich lenken musstest um nicht unterzugehen? Kinder kommen nicht als „Teufel“ oder „Angepasste“ auf die Welt. Beides sind bloss 2 von vielen möglichen Arten, wie Kinder auf ihr Umfeld reagieren. Ich bin so „festgefahren“ gegen Gewalt, weil sie erwiesenermassen schaden kann.

    • C.H. sagt:

      Ich wurde als Kind geschlagen. Als ich älter wurde habe ich auf jede Ohrfeige hin zurückgeschlagen. Die Schläge haben ziemlich schnell aufgehört.
      Grundsätzlich glaube ich, dass sich kluge Menschen mit Worten wehren können. Wer schlägt ist dumm. Ausser man schlägt „nur“ zurück, das finde ich akzeptabel.

  • reisende sagt:

    Also wenn man hier so den Blog liest muss man ja vermuten, dass in CH noch mehr Kinder geschlagen werden als in ö und vielleicht gäbe es hierzulande sogar wenig Aufschrei wenn so ein Artikel hier veröffentlicht werden würde. Wie traurig, die armen Kinder. Wenn Leute so Ideenlos sind, dass nur physische Gewalt als Konsequenz angesehen wird, dann steht es doch wirklich schlimm um die Gesellschaft. Hierzulande wird darüber diskutiert, dass es mehr Anwälte für Tiere geben soll – nur so aus Interesse, alle die hier ohrfeigen als gerechtfertigtes Erziehungsmittel ansehen, schlagen Sie auch Tiere?

  • Diego Braun sagt:

    Eine „gesunde Watsche“ gibt es nicht …und basta! Und wenn der Autor noch anmerkt, dass sein 3-jähriger ein Kristallkind sei,
    dann ist seine Haltung noch befremdlicher. Und vollends unglaubwürdig ist zusätzlich seine Kehrtwende. Werte unseren 3-jährigen auch als Kristallkind und auch wenn ich manchmal zu lauteren Äusserungen neige, ist Schlagen ein absolutes tabu. Ob Ohrfeige oder eine andere Art von Gewalt, meist ist es ein Mangel an Geduld und Willen auf das Kind ein zu gehen.

    • Peter sagt:

      Und genau darum sind Kinder heute solche Rotznasen Herr Braun, weil es keine Konsequenzen mehr gibt. Man soll auf das Kind eingehen? Wife bitte? Neulich gabs in dieser Kolumne einen Artikel zu einem Clip, in welchem ein Kind die Person vor ihm mit Fusstritten traktiert und diverse Leute haben sich verwahrt, dass man das fremde Kind zurechtweist. Es ist diese „Mach es einfach nicht mehr“ Erziehungsweise, die zu den heutigen anstandslosen Kindern führt. Ich habe mittlerweilen keine Scheu mehr, mich zu wehren under sowohl Kinder als auch deren Eltern in die Pflicht zu nehmen.

      • Lala sagt:

        @Peter
        Ich gelte als strenge und sehr konsequente Mutter. Trotzdem verteile ich keine Watschen. Man kann Kinder auch ohne Schläge zu anständigen Mitmenschen erziehen. Für mich gilt, das die Kinder die Konsequenz ihres Handeln aushalten müssen. Mit Essen spielen = Teller weg, im Sandkasten andere hauen = wir gingen heim, heute Teenies… Ohne Licht in der Nacht mit dem Rad, Kind geht zu Fuss, Ufzgi nicht erledigt, kein Ausgang usw.
        Für mich gab es immer einen zentralen Satz „Hilf mir, es selbst zu tun“. Denn Kinder handeln gerne dem Alter entsprechend, eigenverantwortlich.

      • Peter sagt:

        Lala, es funktioniert hoffentlich mit diesem Vorgehen. Aussagen wie „Mangel an Geduld und Willen auf das Kind einzugehen“ sind die Grundlage der verzogenen Kinder. Strike Regeln helfen bei einigen, nicht bei anderen, was dann? Eltern welche „auf ihr Kind eingehen“ sind diejenigen deren Kinder such alles erlauben können und null Respekt für irgendetwas haben. Früher hiess das mal antiautoritär, heute nennt man das wohl „Kindesförderung“

    • Manni Mann sagt:

      ähem Herr Braun – der Autor sagte ja gerade, dass er die „Watsche“ NICHT anwendet.
      sondern „an und für sich“ schmerzlose Klappse auf den Hintern.
      Ich finde es stossend, wie heutige Menschen offenbar NULL Unterscheidungsvermögen haben.

      Meine Jungs lieben es, wenn wir uns bei unseren „Kampf“spielen gegenseiteg den Hintern verklopfen.
      Das ist also nicht schlagen und misshandeln.

  • Reisende sagt:

    2/2 oder würde hier irgendjemand im Blog Gewalt in der Partnerschaft als natürlich und kommt mal vor beurteilen??? Dabei wäre dies doch sogar unter eher „Gleichstarken“ – in jedem Fall immer mehr Gleich als zwischen Kind und Erwachsenem! Das kann ich nicht verstehen. Die Begründung ich bin Erwachsen/Elternteil, deshalb hab ich das sagen und kann durchsetzen wie ich will, das macht einfach keinen Sinn. Wer seinem Kind Gewalt antut, der muss auch Gewaltanwendung von seinem Partner als akzeptabel einstufen. Das würde mich mal interessieren, wieviele da plötzlich noch zustimmen würden.

    • Sportpapi sagt:

      „Wer seinem Kind Gewalt antut, der muss auch Gewaltanwendung von seinem Partner als akzeptabel einstufen.“ Diese Platte haben wir heute schon x-fach gehört. Gibt es irgendwelche klugen Ratgeber, in denen man das liest? Ach ja, die wurden ja auch schon genannt.

      • reisende sagt:

        Sportpappi, dafür braucht man keinen Ratgeber. Die Wahrheit, beim kind es es einfach so bequem weil schwächer und man muss nicht ewig diskutieren. Es wird nicht gleiches mit gleichem bemessen. Wenn ihr partner zum x-ten Mal die Sachen nicht in die geschirrspülmaschine räumt sondern nur den weg zur Spüle schafft schlagen sie wohl auch kaum zu. Noch eher, sie könnten weger häuslicher Gewalt angezeigt werden.

      • Sportpapi sagt:

        @Reisende: Ich glaube, niemand hier schlägt ein Kind wegen Banalitäten. Bekäme eines meiner Kinder von mir eine Ohrfeige, dann für etwas, wofür auch ein Erwachsener eine bekäme. Oder für etwas, wofür Erwachsene intensiv mit der Polizei zu tun bekommen würden.

      • Franz Vontobel sagt:

        SP: Könnten sie uns nicht endlich mal mitteilen, wofür bei ihnen zuhause ihre hochgelobte, kontrolliert eingesetzte Ohrfeige (oder was immer ihre bevorzugte Züchtigungsmethode ist) zum Einsatz kommt?

      • Sportpapi sagt:

        Habe ich doch gerade. Respektlosigkeiten gegenüber den Eltern oder anderen Erwachsenen, die über alle Grenzen hinausgehen (und trotz Verwarnungen), oder gar Schläge. Vandalismus, Diebstahl, Brandstiftung, usw.

      • Hitz sagt:

        Vontobel: Ist es denn nun keine Gewalt, wenn Sie Ihr Kind unter den Arm packen und gegen seinen Willen ins Zimmer spedieren? Diese Diskussion wird doch von völlig idealisierten Menschen- und Verhaltensbildern beherrscht. Und derjenige, der keine Ohrfeigen benutzt, darf sich als besserer Mensch fühlen, obwohl Erziehung per se durch Machtausübung und somit in letzter Konsequenz durch Gewalt erfolgt, ja, erfolgen muss.
        Das ist keine Entschuldigung für rohe Gewalt, aber Macht beruht nun einmal auf Gewalt, auch wenn sich diese nur im „ohni Znacht is Bett“ äussert.

      • Franz Vontobel sagt:

        @SP – OK, Beispiel: Sprössling hat Nachbars Holzschopf abgefackelt. Nun setzt’s dafür… was? Ohrenziehen? Klaps? Richtig Hiebe?
        Und damit ist die Sache dann auch erledigt und hat keine weiteren Konsequenzen?
        Wenn ja, was ist dann die Lektion daraus? Sich bei grobem Unfug nicht erwischen lassen, sonsts gibts Hiebe? Wenn nein, warum dann überhaupt Hiebe?

        Sorry, ich sehe echt das „nutzenbringende“ Anwendungsszenario für Körperstrafen nicht – können sie mir eines schildern?

        Hitz:Nennen wir es Körperstrafe – Gewaltausübung mit dem Ziel, Schmerz/Demütigung zu erzeugen.

      • Reisende sagt:

        1/2 Hallo SP, also, sie schreiben „niemand hier schlägt ein Kind wegen Banalitäten. Bekäme eines meiner Kinder von mir eine Ohrfeige, dann für etwas, wofür auch ein Erwachsener eine bekäme. Oder für etwas, wofür Erwachsene intensiv mit der Polizei zu tun bekommen würden.“ und detaillieren dazu später auf Nachfrage „Respektlosigkeiten gegenüber den Eltern oder anderen Erwachsenen, die über alle Grenzen hinausgehen (und trotz Verwarnungen), oder gar Schläge. Vandalismus, Diebstahl, Brandstiftung, usw.“ So, also die Polizei kommt wenn man Respektlos gegenüber den Eltern ist??

      • Reisende sagt:

        2/2 @SP und sie schlagen Ihre Partnerin wenn Sie Ihnen gegenüber respektlos ist? Sehr interessant. Ich halte das doch für eine SEHR niedrige Schwelle. Haben Sie sich mal damit beschäftigt, was z.B. Gandhi alles Gewaltfrei erreicht hat? Oder die Montagsdemonstrationen in der DDR? Nur so als Bsp. Da haben sich Staaten bewegt und sie können sich gegenüber ein Kind nur mit Gewalt durchsetzen? Armutszeugnis, ehrlich.

  • Reisende sagt:

    1/2 Ich kann nicht verstehen wenn hier auch aufgeführt wird, dass sich Kinder z.B. auch im Sandkasten schubsen etc. Entschuldigung. Dies sind mehr oder minder Gleichaltrige. Wir Erwachsene sind immer ein ungleicher Gegenspieler und jede physische Gewalt ungleich schwerer als von einem Gleichaltrigen ausgeübt. Wir sind zuhause streng erzogen worden und ich kann mich nur an zwei Situationen als Gewaltanwendung erinnern, aber an diese erinnere ich mich noch heute. Das möchte ich nicht meinem Sohn antun. Spielregeln im Zusammensein können auch ohne Gewalt etabliert werden.

  • Pat sagt:

    Der Typ aus dem Artikel – entschuldigt alle – hat doch einen an der Waffel! Kristallkind, wandern, englische Fernsehserien? Das Kind ist dreieinhalb, lese ich richtig? „… es geht darum, das Kind in eine Unangenehme Lage zu bringen.“. Das macht man mit Hunden aber nicht mit Kindern. Es geht nicht darum, dass einem die Hand mal ausrutscht. Auch Eltern verlieren die Nerven. Aber psychischen Druck auszuüben – und ja, genau das ist die Lagen, in der das Kind ist – ist recht übel!

  • Marco sagt:

    Ich habe meinem sechsjährigen Sohn 1x eine Ohrfeige geknallt. 1x. Und ich habe mich danach hundeelende gefühlt und mich bei ihm entschuldigt.
    Ich versuche meinen Sohn zu bestrafen, wenn er (nach Verwarnung) nicht „folgt“. Andererseits kann man halt auch, wenn man viele Sachen etwas gelassener sieht, die ganze Erziehungsarbeit lockerer angehen.

  • Bruno Bänninger sagt:

    Ganz ohne Provokation.
    Einfach Erzählen aus der Zeit meiner Jahrgänge (1930/1935. Wenn der Lehrer uns „Tatzen“ (wer weiss heute noch was das war?) oder eine Kopfnuss oder eine Ohrfeige gab, und wir uns zu Hause beklagten über den bösen Lehrer, wurde gefragt nach dem Grund. Postwendend kam die Antwort: „ja da hat er Recht gehabt, jetzt weisst Du Bescheid“.
    Niemand ging zur Schulpflege, keiner klagte die Lehrer an, kein Kind musste zum Schulpsychologen (den gab es gar nicht!). Und siehe da, wir wurden ohne Schaden gross, erfolgreich und alt. Wunder über Wunder.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Neugierig, wie ich bin: Warum resp. worüber beklagten Sie sich damals als Kind zuhause über den Lehrer?

    • Carolina sagt:

      Natürlich wurden Sie gross – wenn Sie nicht das Pech hatten, in einem Land zu leben, in dem die Buben mit 16 eingezogen wurden und womöglich im Krieg fielen. Natürlich wurden einige aus dieser Generation erfolgreich und viele auch alt. Ihr Standpunkt ist mMn der Gegenpol zum heutigen: erziehen durch Autorität und Gewalt damals gegen unzählige Ratgeber und unzählige psychologischen und pädagogischen ‚Schulen‘ heute, die Eltern bis zu einem gewissen Grad auch die Intuition und Eigenverantwortung abnehmen können. Ich glaube auch, dass wir uns oft das Leben selber zu schwer machen, dass das

      • Carolina sagt:

        /2 ständige Herumschrauben an unser aller Erziehungskompetenz manchmal etwas Obsessives hat. Auf der anderen Seite bin ich der festen Meinung, dass es ein Segen ist, dass das Thema Gewalt in all seinen Formen heutzutage (meistens) ans Tageslicht gebracht wird, dass Kinder mehr Anlaufstellen haben, dass Eltern und Erziehungsberechtigte nicht einfach aufgrund von zugeteilter Autorität alles machen können. Aber wie immer ist die Kunst, einen ‚gesunden‘ Mittelweg zu finden, die schwierigste.

      • Katharina sagt:

        Caro, die Leute lassen sich auch ständig verunsichern und bequemen sich, auf ‚Experten haben gesagt dass‘ sich zu verlassen. Abgesehen davon, dass Expertenmeinungen änder wie Jahreszeiten (also zyklisch) und Mode (also politisch), ist es auch einfach und bequem, dann den Finger auf die Experten zu zeigen, wenn’s schief läuft. Elternliebe ist anders.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Kinder hätten vielleicht Anlaufstellen. Aber a) müssen sie dazu Zugang haben und b) sind Kinder extrem loyal gegenüber ihren Eltern. Sie werden alles unterlassen, was zur Bedrohung ihrer Eltern resp. ihrer Familie führen könnte. Darum ist es viel wichtiger, dass Eltern nicht zu stolz sind, sich Hilfe zu holen. Ehrlichkeit gegenüber sich selbst, manchmal eine sehr harte Sache.

      • Carolina sagt:

        Yep, das meinte ich. Expertokratie, wohin man schaut.
        Auf der anderen Seite muss ich nur an meine Grosseltern denken (im Jahrgang ca 20 Jahre älter als Herr Bänninger) und da muss man einfach sagen: es war eher ein Wunder, wenn wann man alt und erfolgreich wurde, vor allem, wenn man damals in Europa lebte (ausser: Schweiz).

      • Katharina sagt:

        Weisst Du, Caro, die Parallelen zur Zeit vor WW1 heutzutage beängstigen mich. Deshalb bin ich heute wohl keine gute Gesprächspartnerin, da ich den Faden verliere.

      • Carolina sagt:

        Das geht mir ganz ähnlich, Katharina. Aus genau diesem Grund und weil ich durch Herrn Bänninger an wirkliche lebenswichtige Probleme erinnert wurde, an existentielle Probleme, wird es für mich immer schwieriger, die Patentrezepte von Erziehungs’experten‘ und Gurus so ganz ernst zu nehmen. Man nehme sich, was man braucht, aber lasse zwischendurch mal wieder die Realität rein (und wer jetzt sagt, der 1 WK sei lange her: es gibt ja hier einige, die einen slawischen Background haben und von Dingen wissen, die in unserer ach-so-zivilisierten Zeit ja gar nicht hätten geschehen dürfen).

      • Carolina sagt:

        TZP: Wenn Sie sich die Mühe machen, nachzulesen, was ich heute hier geschrieben habe (zugegeben: viel zu viel), werden Sie sehen, dass ich über genau das berichtet habe. Das in-den-Spiegel-schauen und das hassen, was ich darin sah und was ich versucht habe, daraus zu machen. Ich nehme mir jedoch die Freiheit und lasse Zweifel, Bedenken und Skepsis auch gegenüber sogenannten Experten zu – darin scheinen wir uns zu unterscheiden.

      • Carolina sagt:

        TZP, noch eines: Das sich-Hilfe-holen wird vielen Menschen/Eltern dadurch erschwert, dass sie von einer ganzen Armee von angeblich wohlmeinenden und fast-alles-wissenden Experten umgeben sind, die ihnen nicht unbedingt weiterhelfen, sondern die Gefühle der Unzulänglichkeit, die diese Eltern plagen, noch verschärfen. Auch das müsste man mal angehen.

      • Teilzeitpapi sagt:

        @Carolina: Jesper Juul ist kein Guru für mich. Er hat mir aber zahlreiche (Selbst-)Erkenntnisse geschenkt und mich zu neuen Wegen angeregt. Da es bei ihm sowieso mehr um Haltungen denn Methoden geht kann ich auch nichts einfach so in den Alltag übernehmen, nur immer wieder mal auf die Anregungen zurückkommen. Mag sein, dass viele Experten den Brei verderben. Aber die Verantwortung zu schauen, was oder wer einem wirklich hilft/weiterbringt, bleibt bei einem. Expertokratie ist wohl die Folge von Arbeitsteilung und sich unverzichtbar machen.

      • Carolina sagt:

        TZP, verzeihen Sie, aber Sie vermitteln zumindest mir immer das Gefühl, dass Sie den Stein der Weisen haben, auf den Sie immer wieder milde lächelnd hinweisen – ich sehe bei Ihnen keine Zweifel, keine Skepsis und schon gar keine Kritik. So sehr ich Sie dafür respektiere, dass Sie mit allen anständig umgehen, so sehr meine ich: diejenigen, die Hilfe wirklich nötig hätten, werden u.U. davon abgehalten, sie sich zu suchen, wenn sie z.B. im MB eine (auf mich verklärt wirkende) Erziehungsmethode als die einzig richtige vorgestellt bekommen. Wenn ich an meine ‚Notlagen‘ in punkto Erziehung denke,

      • Carolina sagt:

        /2 haben mir immer Menschen geholfen, die mich wieder auf den Boden gebracht haben, die alltagstaugliche Beispiele aufgeführt haben, wie ich Dinge auch anders machen könnte. Philosophische und ethische Exkurse bringen Menschen, die in einer Erziehungskrise sind, nicht unmittelbar weiter, sondern sie verschärfen nur das Gefühl von ‚Ihr da oben‘ und ‚ich da unten‘. Ihr Satz ‚die Verantwortung……‘ wird für einen wirklich Hilfebedürftigen u.U. klingen wie für einen Depressiven ‚reiss Dich mal zusammen‘.

      • Carolina sagt:

        Oh noch etwas: natürlich können Bücher manchen Menschen weiterhelfen! Aber es sollte mMn zur Grundausbildung in Schulen gehören, alles und jedes kritisch zu betrachten, sich das Recht herauszunehmen, manches für sich selber als sinnvoll, anderes als sinnlos zu betrachten. Jeder Experte, absolut jeder, argumentiert immer im Kontext seiner eigenen Erfahrungen, Bedürfnisse und Fähigkeiten – das sollte auch klar gesehen werden.

    • Brunhild Steiner sagt:

      …ahja? Ein paar Jahrgänge jünger, Erzählung aus der Schulzeit meines Paten. Lehrer bekannt als Schlagender und viele Eltern vor Ehrfurcht und falschem Respekt erstarrt, nix mit „war schon angebracht“, bis sich 1 Elternpaar getraute den Lehrer nach einer weiteren „Attacke“ mit darauffolgendem Arztbesuch des Sohnes (Verletzungen an Fingern u Hand) anzuzeigen. Und alle waren dankbar dafür…

    • Katharina sagt:

      Die ‚Früchte‘ von Krieg wirken lange nach und oft spät. Mich schaudert es schon beim Wort Patriotisch. Ein id zwischen i und o unterstreicht dies. Erstaunlich, dass heutzutage wieder vermehrt junge Leute diesem Meme auf den Leim gehen, wenn ich einige seltsame Reisebewegungen anschaue. Groming for war again….

    • mila sagt:

      Da gebe ich Ihnen völlig recht, Carolina: man sollte mit Expertenmeinungen kritisch umgehen (können) – dasjenige daraus entnehmen, was man braucht (bzw. was abseits einfach-eingängiger Allgemein-Wahrheiten vor dem Hintergrund der eigenen Lebenspraxis tatsächlich einleuchtet), und den Rest getrost auf dem Gedanken-Altmüll entsorgen. 😉

  • Katharina sagt:

    Ich halte viel von Montessori und wir haben uns daüfr entschieden, was KiGa, Vor- und Primarschule betrifft. Dann werden wir weitersehen.

    Zum Thema Gewalt: Sei sie nun körperlich oder psychisch, lehne ich sie ab. Ein Kind lernt am besten in Gruppen von Gleichaltrigen und die Dynamik der Gruppe zeigt gegenseitig schnell, wo die Grenzen sind (nämlich beim Gspänli).

    Meine Erfahrung soweit ist: Je mehr ich Grenzen ziehe, umsomehr wollen meine kleinen dagegenlaufen. Also mache ich es nicht, soweit es nicht absolut nötig ist: Also Gefahren, die es noch nicht erkennen kann oder meine Grenzen.

    • Martin Frey sagt:

      Gegenfrage, Katharina. Meinen Sie nicht, dass ein Kind nicht auch Grenzen braucht, um dagegenzulaufen zu können, respektive sich daran zu stossen? Sprich die alte Frage nach dem Huhn und dem Ei…

    • Katharina sagt:

      MF: Einerseits eine Altersfrage. Meine sind im Windelalter, 2 1/2 Jahre. ich lasse daher einiges offen auf mich zukommen. Andererseits sehe ich meine Rolle als Mama so, dass ich ihren Weg begleite, nicht vorschreibe und vorzeige welcher Weg und wohin der führen soll. Das versuche ich mit soviel Liebe zu machen wie ich kann. Den gelegentlichen Schubser weg davon, wo sie abstürzen könnten, mache ich in der Hoffnung, dass sie meine Fürsorge dabei mitbekommen.

    • Katharina sagt:

      Später, so denke ich, werde ich es mit dem, was Sie Grenzen nennen, so halten, dass ich sie herausfordere (im etwas sportlichen Sinn, Challenge), um ihr Talent und ihre Neugierde positiv zu stärken. Vielleicht auch, damit sie ihrer Schwächen bewusst werden.

      Von Grenzen als sozial-normatives Paradigma, wie dies hier besprochen wurde, halte ich wenig. Ein Kulturunterschied, zugegeben. Die Paar zehn Gebote, die sich im StGB widerspiegeln, sind schnell erklärt und einem Primarschüler intuitiv klar.

      • Katharina sagt:

        (Aber hier habe ich meinen Faden verloren, wollte noch etwas hinzufügen, aber die Zeichenbegenzung lenkte mich ab, und jetzt habe ich vergessen was ich sagen wollte).

      • Katharina sagt:

        Ach ja. Mehr als jene Grobmaschigen Grenzen, die sich über Kulturen und Zeiten hinweg bewährt haben, braucht es eigentlich nicht. Ich glaube fest daran und vertraue darauf, dass diese weitmaschigkeit, begleitet mit einem Urvertrauen der Kinder zu ihren Eltern und Fürsorger neue, grossartige Menschen heranwachsen lassen.

  • Teilzeitpapi sagt:

    Eine Faustregel, die Jesper Juul empfiehlt: „Wenn Sie eine Methode für Ihr Kind in Erwägung ziehen, sollten Sie zuerst darüber nachdenken, ob Sie diese auch bei Ihren besten Freunden anwenden würden. Wenn die Antwort ein „Nein“ ist, dann ist es wahrscheinlich auch eine schlechte Idee, diese Methode bei einem Kind einzusetzen. Es sei denn, Sie gehören zu dem Teil der Erwachsenen, die noch nicht erkannt haben, dass Kinder echte Menschen sind.“

    • Teilzeitpapi sagt:

      Übrigens auch interessant, was Jesper Juul zu Belohnen und Bestrafen sagt und schreibt.

      • Lala sagt:

        @ Teilzeitpapi, haben Sie Geschwister? Und wenn ja, haben diese die Mutter auch so gefordert wie Sie?
        Ich habe 5 Kinder, drei im Teeniealter und die könnten unterschiedlicher nicht sein. All die Ratgeber sind ok, wenn man jedoch versucht sich daran zu halten als ob man die Bibel vor sich hätte, verliert man jede Glaubwürdigkeit. Ihre Kinder sind noch jung. Ich darf auch mal flippen, laut werden (solange ich nicht schlage und das Kind nicht mit Worten niedermache). Kinder, wollen uns spüren und sie müssen lernen, dass auch wir an unsere Grenzen kommen können.

      • Lala sagt:

        2.
        Wenn Sie die Ansichten von Jul verinnerlicht haben aus tiefster Überzeugung und Ihre Kinder darauf gut reagieren, sehr gut. Nicht jedes Kind und vor allem sind nicht alle Eltern Jultauglich. Am schwierigsten finde ich Eltern, die sich echt bemühen, und sehr künstlich mit einer pädagogisch korrekten Singsangstimme kommunizieren. Spätestens mit 14 funktioniert dies genau so wenig wie totale Machtausübung oder gar Gewalt. Eltern entspannt euch ein wenig und hört auf euren Bauch. Ich behaupte jetzt mal frech, die allermeisten machen +- einen guten Job.

    • tina sagt:

      ich habe ja mal meinem besten freund dermassen auf der nase herumgetanzt, dass es ihm reichte, und er mir die faust ans kinn hielt (haarscharf abgebremster kinnhaken). ich bin tierisch erschrocken. und habe gemerkt, dass ich einfach massiv grenzen überschritten habe. das ist auf keinen fall anwendbar auf kinder! unter freunden kann man das ja vielleicht mal so.

      • tina sagt:

        eines meiner kinder hatte früher auch kein gefühl dafür, wann er jemandes grenzen überschreitet. auch wenn man es ihm unmissverständlich mitteilte. da wurde ich auch gröber als mir lieb war und es noch korrekt ist. ich habe mich schon entschuldigt, versuchte aber auch ihm klarzumachen, dass es durchaus damit zusammenhängt, dass er einfach meine grenzen missachtet, und wie er erkennen kann, wann das passiert. mit dem anderen kind hatte ich das so nie

      • tina sagt:

        irgendwann war jenes kind selber damit konfrontiert, dass seine grenzen nicht respektiert wurden. und es wars, das fand, da müsse man sich heftiger wehren. man müsse sich doch nicht auf der nase herumtanzen lassen. aber das war ja auch wieder unter einigermassen gleichaltrigen.
        ganz so einfach wie juul tut sind die dinge schon auch wieder nicht

      • Teilzeitpapi sagt:

        Einfach umzusetzen ist vieles nicht, die Macht der Gewohnheiten und Prägungen. Juul sagt aber auch, dass man immer genau hinschauen muss, um was es geht. Das finde ich die grösste Herausforderung. Ich kann Ihnen sagen, ich habe meine Eltern, vor allem meine Mutter, auch zur Verzweiflung getrieben. Hab ihre Grenzen selten respektiert. Nicht weil ich böse war, sondern weil ich sie als Mutter, als Mensch „spüren“ wollte. Sie spielte die gute Mutter und wir alle nach aussen die heile Familie. In den Momenten, in denen sie die Beherrschung verlor fiel die Spielerei weg, wurde sie authentisch.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Das Thema war nicht, dass ich ein böses Kind war. Auch Grenzen war eigentlich nicht das Thema. Es war der Mangel an Authentizität. Ich kooperierte damit in dem ich die Authentizität auf dem Weg suchte, wie ich sie finden konnte. Jedenfalls verstehe ich das rückblickend, nach der Lektüre Juuls und nun selbst in der Elternrolle so.

        Von daher haben Sie Recht. Es ist nicht einfach. Aber es ist die Verantwortung der Eltern, herauszufinden, was nicht gut läuft, wenn etwas nicht gut läuft, und es zu lösen. Sie können dabei die Kinder fragen, manchmal bekommt man erstaunliche Antworten.

      • tina sagt:

        genau teilzeitp.
        ein knapp 3jähriger wird aber niemals ausdrücken können, dass er sich jetzt über grenzen hinwegsetze weil ihm authentizität fehle.
        ich bin recht selbstkritisch, bin authentisch, mache keinen hehl aus meinen fehlern und ich spreche schon mit meinen kindern. imfall. manchmal sinds auch schwierige umstände. aber klar, es ist in meiner verantwortung.

      • tina sagt:

        ich meinte übrigens nicht, dass es gefälligst einfach zu sein hat, sondern mich stört, dass juul sich manchmal so ausdrückt, alsob alles ganz einfach wäre. das ist kontraproduktiv.

      • Carolina sagt:

        🙂 Genau! Das Problem mit diesen angeblich so einleuchtenden Experten ist nämlich, dass sie in dieser Häufung, wie unsere Generation sie erlebt (bei allen Themen!), dazu führen, dass Menschen, die unsicher sind, die eigentlich Hilfe gebrauchen könnten, noch mehr an sich verzweifeln und eben keine Hilfe suchen, weil ja alle um sie herum so schlau und allwissend zu sein scheinen. Kontraproduktiv.

      • tina sagt:

        carolina, ich finde da bücher allerdings harmloser als schul- und andere psychologen oder sonstigen hilfspersonen (von wegen „hilfe holen“). bei büchern ist man weniger ausgeliefert. über bücher kann ich einfach nachdenken und sie weglegen, wenn ich es schwachsinnig finde. bei hilfspersonen muss man sich darauf einlassen, sonst kann man es gleich bleiben lassen. mir haben die bücher von juul und gordon geholfen, auch wenn ich nicht alles gut finde darin. ausserdem sind sie x fach günstiger als hilfs-fachleute

      • tina sagt:

        aber es hapert bei büchern und fachpersonen am gleichen ort, wenns hapert: anstatt die eltern zu bestärken, behandelt man sie herablassend. dabei braucht es keine besonderen fähigkeiten um eltern zu werden, also muss man auch nicht so mit ihnen umgehen, als ob sie nicht gut genug wären und alles ganz einfach wäre, wenn man nur mal so (was auch immer) wäre wie juul oder der schulpsychologe. „holt euch einfach hilfe“ ist genau so eine vereinfachung, wie „man muss nur xy damit yz“ in den ratgebern.

    • Thomas sagt:

      Diese Faustregel gefällt mir, genau so sehe ich es auch. Vielen Dank für den Kommentar!

    • Christoph Bögli sagt:

      Eigentlich eine nette Faustregel, die aber in manchen Situationen an Grenzen stösst. Wenn ein Freund sich unangemessen, gar aggressiv verhält, dann kann man diesem (hoffentlich) kommunizieren, das einem das stört, oder auf Distanz gehen, zur Not auch den Kontakt abbrechen. Kinder sind aber nicht immer für ersteres zugänglich und letzteres ist (hoffentlich) keine Option. Was dann? In Situationen, in der Methoden, die man gegenüber Freunden anwenden würde, nicht mehr funktionieren, versagt auch die Faustregel. PS: Auch unter besten Freunden setzt es schon mal Schläge wenn es zu bunt wird wird..

    • Sportpapi sagt:

      Nun ja, meine besten Freunde verhalten sich andererseits auch nicht, wie Kinder und Jugendliche das teilweise tun.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Sind Sie ein Freund der Reziprozität, Sportpapi? Dann hätten Sie am besten einen Erwachsenen adoptieren sollen. 😉 Persönlich denke ich, dass Kinder schonungslos den Finger auf jede Wunde legen. Sie sind ein Spiegel, dem wir fast nicht entkommen können. Alles, was uns an den Kindern nervt, hat irgendwo auch mit uns zu tun. Und es ist wohl normal, dass manche Bilder im Spiegel verzerrt wirken oder wir nicht verstehen, was uns weshalb da anschaut. Und wir können auch nicht nur schauen, sondern müssen daran arbeiten. Weil es sonst dringlicher werden dürfte.

      • Sportpapi sagt:

        @TZ: Ich habe den Vergleich nicht gebracht, das waren Sie. Zeigt nur, dass es eben nicht passend ist. Unser Umgang mit Kindern ist selbstverständlich anders als mit Erwachsenen.

      • tina sagt:

        stimmt, sportpapi

      • Teilzeitpapi sagt:

        @SP: Ist es nicht ein bisschen viel verlangt, von Kindern das gleiche Verhalten zu verlangen wie von besten Freunden? Wenn ich Sie richtig verstehe ziehen Sie nun den Schluss aus der Tatsache, dass Kinder sich nicht wie Ihre besten Freunde verhalten (können), dass sie auch nicht die Methoden, die Sie bei Ihren besten Freunden anwenden (würden), verdienen. Nach meiner Ethik nicht zulässig. Für welche anderen Menschengruppen, die sich vielleicht nicht wie Ihre besten Freunde verhalten können, würden Sie diese Faustregel auch nicht anwenden? Behinderte? Demente?

      • Sportpapi sagt:

        @Teilzeitpapi: Ich finde solche Faustregeln einfach meist sehr platt. Einfache Lösungen, die gerne rezitiert werden, aber eigentlich nicht weiterhelfen. Würde ich meine Kinder wie meine Erwachsenen Freunde behandeln, ginge es ihnen schlecht.

    • Paul Jenni sagt:

      Wenn Jesper Juul nicht versteht, dass Kinder keine Erwachsene sind, dann sehe ich schwarz.

  • Mark Altheer sagt:

    Ich glaube nicht dass es Kindern schaden kann wenn sie mal eine Ohrfeige bekommen aus dem Afekt heraus. Wichtig ist doch nur dass das Kind versteht warum es eine gekriegt hat. Es sollte nicht passieren. Aber es passiert halt! Ich glaube aber auch, dass regelmässige Gewalt tatsächlich schadet. Vor allem aber darf Gewalt nicht als Erziehungsmittel eingesetzt werden. Andere Frage: Wie ist das mit der emotionalen Gewalt wie Anschreien und Ignorieren? Eben..!!!!

    • Thomas sagt:

      Das heisst, wenn ich Ihr Chef bin und ich wegen Ihrem Verhalten genervt bin, darf ich Ihnen auch eine knallen aus dem Affekt heraus? Ich werde Ihnen natürlich erklären warum ich das gemacht habe, damit Sie es verstehen.

      • Mark Altheer sagt:

        Kennen Sie den Unterschied zwischen Erwachsenen und Kindern??? 😉 Stellen Sie sich bitte nicht so doof an!!!

      • Sascha sagt:

        @Mark Altheer:
        Erklären Sie doch bitte uns, welchen Unterschied Sie meinen der es rechtfertigt, dem Kind bei (subjektivem) Fehlverhalten körperliche Schmerzen zuzufügen, dem Erwachsenen aber nicht. Und wenn das in der Kombination Kind-Erwachsener zulässig ist, darf ihnen dann der 16 jährige Sohn, der ihnen langsam körperlich überlegen ist, auch eine reinhauen wenn sie als Elternteil einen Fehler machen?

      • Thomas sagt:

        Lieber Herr Altheer
        Ich bin enttäuscht von Ihrer Antwort und auch etwas verletzt durch Ihre direkte Art. Ich bin sicher Sie sind sehr kompetent in Erziehungsfragen. Ich kann Ihrer Antwort aber keine neuen Erkenntnisse entnehmen. Können Sie bitte nochmals in ein paar kurzen Worten zusammenfassen, was Sie mich fragen wollten? Ich freue mich auf Ihre Antwort.

    • 13 sagt:

      „Wichtig ist doch nur dass das Kind versteht warum es eine gekriegt hat.“
      Und wie würden Sie das warum beantworten? Es gibt nämlich da zwei ganz unterschiedliche Ansichtsweisen:

      1. Weil das Kind etwas böses getan hat und es damit verdient hat (da glaube ich an einen Schaden, auch wenn es selten ist).

      2. Weil das Elternteil in dem Moment völlig überfordert war, sich gerade nicht zu helfen wusste und darum einen Fehler begangen hat, der nicht hätte geschehen sollen. (wird das dem Kind so erklärt mit einer Entschuldigung, wird eine einmalige Sache die ansonsten gute Beziehung kaum schädigen)

  • Widerspenstige sagt:

    Es ist wohl sinnvoll, wenn die versch. Erziehungstile hier im MB separat mal vorgestellt werden:
    a) Permissiver
    b) Autoritativer
    c) Vernachlässigender
    d) Autoritärer Erziehungsstil
    u deren Folgeschäden daraus wie zB Essstörungen, suizidales Verhalten, Gewaltbereitschaft etc.

    Fazit: Der in der Herkunftsfamilie erfahrene Erziehungsstil wirkt sich nachweislich auf den eigenen Erziehungsstil aus u er wird erworben u ist nicht vererbt. Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Erziehungsstil

    • Teilzeitpapi sagt:

      e) Beziehung nach Jesper Juul. 🙂

      • Anna K. sagt:

        DAAAAAAAAAAAAANKE !

      • Sascha sagt:

        Ich würde Jesper Juul unter Autoritativ einstufen. Authentisch sein und das Kind behandeln, wie man eine Partnerin behandelt. Also nicht hauen oder persönlich herabsetzen sondern das Verhalten kritisieren. Und auch durchaus mal Abstand gewinnen, maximal bis die Grundbedürfnisse rufen (Essen, Aufmerksamkeit etc.).

        Und bezüglich Gewalt in welcher Form auch immer halte ich es mit Isaac Asimov „violence is the last resort of the incompetent“.

  • Mutter von zwei Kindern sagt:

    klare Grenzen zu ziehen und auch Konsequezen anzusagen und dann auch durchzuziehen. Meist reicht dies völlig aus. Kinder merken aber sofort, ob Eltern zu „weich“ oder zu unklar sind und nutzen dies dann auch entsprechend aus. Ich wünsche euch allen einen liebevollen, konsequenten Umgang mit euren Kindern und setzt euren gesunden Menschenverstand ein anstelle von tausen Theorieren.

  • Mutter von zwei Kindern sagt:

    Es braucht gesunden Menschenverstand. Wichtig finde ich, nicht aus Überforderung zu schlagen oder zu schreien. Wenn ich nerventechnisch stark bin, jedoch die Kinder Grenzen testen, habe ich nachher auch kein schlechtes Gewissen, wenn ich mal strenger erziehen musste. Ich habe nur ein schlechtes Gefühl dabei, wenn ich zu gestresst war und nicht adäquat reagiert habe. Das heisst aber nicht, dass ich nicht finde, dass mal ein Klaps ganz bewusst gegeben werden kann, wenn das Kind völlig überreagiert. Dies als äusserste Massnahme. Ansonsten finde ich sinnvoll, klar zu sein im Reden,

  • Mutter von zwei Kindern sagt:

    Ich glaube, es gibt diesbezüglich keine klare Strategie. Kinder suchen Grenzen, testen diese aus und warten die Reaktion ab. Ich kenne Mütter mit Schleudertraumas, da ihre Kinder diese regelmässig „Angumpen“ und sie ihnen solche Dinge nicht abstellen können. Auch habe ich viel und häufig beobachtet, wie Kinder ihre Eltern schlagen (kleinere Kinder bis 6 Jahre) und von den Eltern keine entsprechende Reaktion kam, ausser dass sie dem Kind einen Lutschbonbon (Homöophatie oder Bachblüten) gegeben haben. Ich glaube, es sind alles Momente der Überforderung, von Seiten Eltern, wie auch der Kinder.

  • Richard Meuris sagt:

    Falls ich ein Kind schlagen würde, würde ich mich wohl eher selbst elend fühlen – es wird m.E. bloss Böses mit Bösem vergolten. Da ich nun selber Vater bin, würde ich wohl mit temporärem Bonus-Entzug (z. B. keine Süssigkeiten) als „Strafe“ experimentieren (das wäre Böses mit Gutem zu vergelten). Ferner würde ich mich umso mehr schämen, wenn das Kind dann erwachsen ist und ich es geschlagen hätte (da ich eine sehr grosse, intelligente, anständige Frau habe, könnte es mich dann durchaus in allen Aspekten überragen, was die Situation dann nur noch umso lächerlicher erscheinen liesse).

  • Nora sagt:

    Ich lebe die meiste Zeit des Jahres ausserhalb der Schweiz. Mein Mann wurde als Kind verprügelt, mit Eisenstangen, etc. die Narben sieht man noch heute. So schlimm ist es dort heutzutage nicht mehr. Dennoch sind schläge breit akzeptiert.. Zwischen einem Ohrenziehen / „tschuble“, Ohrfeigen und Kinder Krankenhausreif prügeln liegen jedoch Welten. Auch meine Kinder werden ab und zu „tschubblet“ oder an den Ohren gezogen. Auch einen kleinen Klaps auf den Po gibt es hin und wieder. Das ist aber alles andere als an der Tagesordnung. Ich schäme mich nicht dafür und stehe hinter dieser Methode.

    • Anna K. sagt:

      An alle, die Strafen normal oder sogar gut finden: Warum überhaupt Strafen?

      Strafen Sie Ihren Mann/Frau auch, wenn er einen Fehler macht? Suppe versalzen gibt ne kleine Ohrfeige? Schon wieder hört er viel zu laut Musik- er weiss doch, dass sie das nicht mögen – also kleinen Klaps auf den Po, sonst lernt er es nie?
      Und wie würden Sie sich fühlen, wenn Ihr Chef Sie hin und wieder „tschubblet“, weil Sie schon wieder einen Fehler gemacht haben? Er entschuldigt sich nicht, denn er schämt sich nicht dafür, er steht hinter der Methode.

      • Franz Vontobel sagt:

        Naja, wenn ich meine Arbeit auch bei wiederholter Aufforderung nicht erledige, so wird mich mein Chef vermutlich nicht „tschubblen“ (was immer das ist) aber vermutlich auf die Strasse stellen.
        Und es ist ja nun nicht so, dass im realen Leben keine Strafen existieren, oder?

      • Paul Jenni sagt:

        OK Anna, das bedeutet, Sie sprechen sich für eine Abschaffung der Bestrafung ab? Das kann man machen, Mörder werden dann einfach ermahnt, es nicht wieder zu tun, und wenn man die Steuern nicht bezahlt, jänu, dann hilft sicher ein liebes Bittibätte vom Gemeindepräsidenten. Wer weiss, vielleicht klappt das ja?

      • Nora sagt:

        Wenn Sie gleich Kinder mit Erwachsenen vergleichen wollen: Wenn ich im Büro voller Wut schreiend auf dem Boden liegen würde, würde mich bestimmt einer in die Psychiatrie schicken…. Wenn ich es regelmässig machen würde, wäre eine Kündigung die logische Folge. Man kann das nicht so einfach miteinander vergleichen! Eines meiner Kinder hat immer „Klemmt“, dann habe ich mall zurückgekniffen, seither hat er es nie mehr gemacht. Es hat, soweit ich das beurteilen kann, keine Schaden davon getragen.
        „Tschuble“ bedeutet in etwa „an den Haaren ziehen“ (warnend, kein schmerzhaftes Reissen).

  • Widerspenstige sagt:

    Da lob ich mir familienergänzende Betreuung so oft und so unterschiedlich wie möglich, damit das Kind früh lernt, mit seinen Trotzreaktionen umzugehen. Mir ist es auch passiert, dass ich einen Klaps auf den Hintern gegeben habe, eins auf die Hände am Tisch, wenn mit dem Essen gespielt wurde wie zB Essenwerfen. Das ist eine Phase, die ziemlich am Geduldsfaden reisst. Was ist in solchen Momenten besser? Ansonsten habe ich es mit altersgerechten Erklärungen gut gemeistert. Ich selber wurde mit harten Schlägen erzogen durch meine Eltern u das habe ich ihnen bis heute nicht verziehen! Ein no-go!!

    • mutter von vier kids sagt:

      das mit dem klaps auf den hintern hats bei uns auch schon gegeben wenn mir der geduldsfaden riss. hinterher red ich immer mit dem betreffenden kind und entschuldige mich da sowas eigentlich nicht das ist was ich will. am tisch mit dem essen spielen kenn ich auch allzugut. bei uns gibts da 2-3 mündliche mahnungen und wenn das nix bringt ist für das kind das essen halt dann vorbei und es gibt erst wieder bei der nächsten mahlzeit was. hat bis jetzt immer funktioniert.

  • Paul Jenni sagt:

    Ich möchte mal eine grundsätzliche Frage in den Raum stellen: Wird ein Kind hinreichend auf das Leben vorbereitet, wenn es das Konzept der Straffe (ohne Gewalt natürlich) nicht frühzeitig lernt und auch als Reaktion auf die eigene (falsche) Handlung versteht?
    Tatsache ist doch, dass unsere ganze Gesellschaft das Konzept der Straffe nutzt: Parkiere ich richtig, bekomme ich kein Lob von der Polizei, parkiere ich aber falsch, bekomme ich einen Strafzettel (so auch bei zu spät zur Arbeit, Steuererklärung falsch, etc). Tun wir dem Kind also einen Gefallen, wenn wir es darauf nicht vorbereiten?

    • Teilzeitpapi sagt:

      Sie bekommen einen Strafzettel, aber weder Peitschenhiebe noch wird Ihnen die Hand abgehackt. Für die einen ein Unterschied, für die anderen anscheinend nicht.

      • Paul Jenni sagt:

        Lesen Sie meinen Kommentar doch ganz und aufmerksam. Besten Dank.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Bitte entschuldigen Sie, dass ich das wichtige zur Diskussion in der Klammer überlesen habe.

      • Josef sagt:

        Wenn Sie Ihr Auto im Halteverbot parken, wird es abgeschleppt. Wenn Sie einen Polizisten beschimpfen, werden Sie abgeführt. Heute räumen Eltern den Unrat ihrer Kinder auf und meinen, sie täten dem Kind etwas Gutes. Eltern lassen sich beschimpfen, und ausser „ich werde gleich böse“ oder „ich bin enttäuscht von Dir“ passiert nichts. Im Gegenteil: sie erhalten Aufmerksamkeit.

        Ich erlebe die hilflosen Blicke der überforderten Eltern, wenn antiautoritär „erzogene“ Kinder in der Öffentlichkeit aufdrehen. Wahrscheinlich müsste man zuerst die Eltern erziehen und ihnen einige Werte vermitteln.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Wie möchten Sie die Eltern erziehen? Und welche Werte vermitteln?

      • Josef sagt:

        Respekt, Höflichkeit, Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Toleranz, Hilfsbereitschaft, Nachhaltigkeit, Ausdauer, Offenheit etc. Dann noch ein paar Gedanken, wie man Gier, Verblendung, Hass, etc. „managen“ kann.

        Gehen Sie mit offenen Augen durch die Welt und achten Sie auf die Dinge, welche Sie ärgern. Und überlegen Sie sich, welche Werte vernachlässigt wurden, die Ihnen wichtig sind. Und dann überlegen Sie sich, wie Sie diese Werte vermitteln. Vermitteln Sie IHRE Werte, dann sind Sie authentisch in der Erziehung, und das spürt das Kind und es wird Ihnen folgen.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Josef, der Tugendhafte. 🙂 Wie vermitteln, gar nicht so einfach. Respekt. MEINE Grenzen setzen und deren Respektierung einfordern. Aber auch die Grenzen des Kindes respektieren? Die Wünsche, Anliegen und Bedürfnisse des Kindes immer respektieren, auch wenn sie nicht immer erfüllt werden? Auch respektvoll bleiben, wenn das Kind provoziert und Grenzen auslotet?

        Authentizität. Gehört dazu auch, nicht so perfekt zu sein, wie manche vorzugeben versuchen? Fehlerhaft, mit Schwächen, verletzlich, auch Kindern gegenüber?

      • Paul Jenni sagt:

        Teilzeitpapi: Sie schreiben ja dauern davon, die Führung zu haben: Ganz im Ernst, wenn ich so Ihre Kommentare lese, dann befürchte ich, dass bei ihnen zu Hause die Kinder die Führung haben (Sie merken es einfach nicht, die Kinder jedoch werden es bald merken). Kinder brauchen erwachsene Eltern, die Orientierung geben. Die gleiche Augenhöhe, die Sie ofenbar anzustreben suchen, ist zum krönenden Abschluss der Pubertät angemessen, vorher halte ich sie nicht für hilfreich.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Herr Jenni, Ihre Sorge um meine Familie in Ehren. Die Augenhöhe gilt natürlich nicht für die Orientierung und das Orientierung geben. Sondern dass unsere Kinder mit all ihren Wünschen, Ideen, Gedanken, Begierden, Ängsten, usw. in Ordnung sind, so wie sie sind. Keiner ihrer Gedanken, usw. ist weniger Wert als meiner, nur weil ich „grösser“ bin. Aber zwischen Wertschätzung eines Wunsches und Befolgung desselben liegt ein Riesenunterschied, sehen Sie das auch so? Ich muss die Wünsche und Ideen der Kinder nicht kleinmachen, um nein sagen zu können.

      • Sportpapi sagt:

        „Ich muss die Wünsche und Ideen der Kinder nicht kleinmachen, um nein sagen zu können.“ Ich auch nicht. Darüber nachdenken, entscheiden, argumentieren. Aber wenn am Schluss sowieso der Papa entscheidet, sollte man auch nicht so tun, als ob es anders wäre.

  • Teilzeitpapi sagt:

    Es gibt wohl zwei Arten von Gewalt in der Kindererziehung (Ausleben von kranken sadistischen Neigungen mal aussen vor gelassen). Einmal die im Affekt und einmal die bewusst eingesetzte, da als gute Erziehungsmethode befunden (oder kulturell so übernommen). In beiden Fällen geht es um Machtdurchsetzung. Im ersten Fall meist aus Überforderung und Ohnmachtsgefühlen heraus, im zweiten als Mittel zur Korrektur/Er-Ziehung. Was das Kind wohl meist lernt: Demütigung. Demut, „dienstwillig“, Gesinnung eines Dienenden.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Das Kind lernt, dass ein Bedürfnis, welches wir Erwachsenen zugestehen und als sehr schützenswert sehen, für es nicht gilt, nämlich das Bedürfnis auf körperliche Integrität. Mag sein, dass die Erinnerung an den Schmerz verblassen oder dieser nicht gross war, aber die Verletzung des Bedürfnisses und die Überschreitung der eigenen Grenzen bleibt. Die erzielte Wirkung: Angst vor Strafe, evtl. auch Belohnung durch negative Aufmerksamkeit (aber vielleicht immerhin Aufmerksamkeit). Aber vermutlich keine Anerkennung, denn gute Führung, die man respektiert, hat sowas nicht nötig.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Warum mal statt zu „korrigieren“ sich fragen, warum ist das Kind „schwierig“? Bin ich zu gestresst? Ist das Kind überfordert oder seine Bedingungen gerade nicht sehr kindergerecht? Drückt es mit dem schwierigen Verhalten aus, dass es ihm nicht gut geht? Will es mehr Freiraum, den es für seine Welteroberung braucht? Wann habe ich zuletzt diesen Freiraum/Eigenverantwortung erweitert? Will es meine Aufmerksamkeit? Schenke ich ihm genügend positive Aufmerksamkeit? Interessiere ich mich für das Kind? Will es meine Führung testen, ob ich genügend belastbar bin, es in die Welt (einzu)führen?

      • Paul Jenni sagt:

        Ich weiss jetzt nicht, ob wir vom selben sprechen. Ich stelle aber mal die Behauptung auf, dass die meisten Kinder weder schwierig sind noch spezielle Hilfe brauchen. Was Kinder aber (von Natur aus) tun ist Grenzen auszutesten. Ähnlich zu meiner Grundsatzfrage unten stelle ich eine weitere Frage in den Raum: Sollen Eltern dem Kind bereits früh aufzeigen, dass es Grenzen gibt, oder soll der 18-jährige überfordert werden, wenn Arbeitgeber, der Staat und die Gesellschaft ihm die Grenzen aufzeigen? Ist ein Kind gut auf das Leben vorbereitet, das glaubt es gäbe keine Grenzen?

      • Teilzeitpapi sagt:

        Ja, natürlich, sie testen Grenzen (und damit Führung, Sicherheit, Orientierung) und verschieben sie, je reifer sie werden. Ich sehe z.B. „schwierige“ Kinder, die von ihren Eltern klein gemacht und gehalten werden. Die eigentlich selbständiger sein möchten (und wohl teilweise auch können), was aber von den Eltern nicht zugelassen wird (ist doch noch zu klein, es geht schneller, wenn ich selber schnell Dir…). Ist ein Kind gut vorbereitet, wenn man es nicht für voll nimmt? (Damit meine ich nicht gleichwertig wie Erwachsene, aber ernst nehmen).

      • Teilzeitpapi sagt:

        Grenzen setzen ist das eine und wird gerne betont. Aber Führung ist doch auch ermutigen, befähigen, begleiten, Raum geben, vorleben. Das A und O sehe ich dabei darin, dass es mir gut geht. Ja, ich bin ein Egoist. Denn nur wenn es mir gut geht kann ich auch gut führen. Bin ich gestresst spüren das die Kinder, überträgt es sich auf sie, sie sind verunsichert und testen entsprechend, ob ich noch für sie da sein kann. Natürlich testen sie einem auch sonst immer wieder mal, auch, ob sie nun mehr Freiraum bekommen (denn sie wachsen ja).

      • Paul Jenni sagt:

        Sehen Sie, und genau da komme ich wieder auf die Vorbereitung fürs Leben zurück: Es gehört auch zum Leben, dass man nicht dauernd und jede „Führung“ austesten muss. Ein Erwachsener, der dauernd die Führung des Vorgesetzten, des Steuerbeamten, des Polizisten und jeder anderen Autorität austestet, ist einer, der einfach jedem auf den Sack geht. Die Reaktion wird dann eine böse, grausame Welt sein, die sich gegen diesen Erwachsenen verschworen hat, der an sich nicht dafür kann, weil er als Kind nie gelernt hat, die Klappe zu halten, wenn es genug ist. Freiräume sind wichtig, Grenzen auch.

      • Paul Jenni sagt:

        Mir ist dabei absolut klar, dass viele der Grenzen, die uns Erwachsenen begegnen, willkürlich sind. Aber auf dem Planet leben 6 Milliarden Menschen, wir werden nie einen Konsens finden, der jedem Einzelnen gerecht wird. Und doch ist das friedliche Zusammenleben nur dann möglich, wenn wir uns an den gesellschaftlichen Konsens halten.
        Und deshalb behaupte ich, dass es Menschen im Leben einfacher haben, die als Kind schon gelernt haben, dass man sich an Regeln und Grenzen halten muss – auch dann wenn man mit der Mehrheit, die diese Regel aufgestellt hat, nicht einig ist.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Guter Punkt, Herr Jenni. Ich meinte nicht dauerndes Austesten. Wenn das vorkommt hat es vielleicht eher eine andere Ursache. Oder was soll ein Kind tun, wenn es nur beachtet wird, wenn es sich „daneben“ benimmt und sonst nicht? Logisch, es lernt, ich bin es nur Wert, beachtet zu werden, wenn ich mich „schwierig“ benehme. Das hat mit Grenzen setzen nicht viel zu tun. Wobei wir hier nur die „aufmüpfigen“ Kinder im Fokus haben. Es gibt dann noch die anderen, die einfach still verkümmern und sich dann selbst wertlos erfahrend vielleicht irgendwann mit 15 suizidieren.

  • Hmpf sagt:

    Ich habe als kind auch mal „Füdlibrätsch“ bekommen. Das war für mich weit weniger schlimm als ignoriert zu werden! Nicht das ich den fudlibrätsch befürworte, gar nicht, aber man vergisst immer wieder dass psychische gewalt noch fast schlimmer sein kann

    • Teilzeitpapi sagt:

      Nicht beachtet zu werden ist schlimmer als wenigstens negativ beachtet zu werden. So hört wenigstens einem jemand mal zu. Man ist immerhin soviel Wert, dass sich jemand um einen kümmert (und wenn es nur das Strafkommando ist), nicht? Vielleicht ist meine Meinung falsch, aber ich denke, dass in vielen Fällen schwieriges Verhalten ein Hilferuf ist. Die Frage ist, ob die Heraneilenden den Querulenten nur strafend oder therapeutisch sein Verhaltensmuster korrigieren oder seine wirklichen Probleme angehen und ihm da helfen wollen.

      • 13 sagt:

        Da haben Sie völlig recht. Ich habe vor Kurzem meine Kinder beobachtet: Sie haben sich gestritten. Der Kleine (3) wollte sich wieder versöhnen, hat sich entschuldigt und gefragt, ob jetzt alles wieder gut ist, Die Grosse (6) ist da etwas nachtragender und schwieg einfach. Er versuchte es noch zweimal, dann nahm er ein Spielzeug und schlug sie damit auf den Kopf. Sie fing an zu schreien und seine Antwort war nur: „Du darfst nicht einfach nicht mit mir sprechen. Du bist doch meine Schwester.“ Nicht, dass ich seine Reaktion gutgeheissen habe, aber es zeigte klar, was er als schlimmer ansah.

  • Franz sagt:

    Ich verstehe diese krasse Abgrenzung zwischen psychischer und physischer Gewalt nicht. Meines erachtens spielen beide in der gleichen Liga. Alle Eltern hier, die sich durch das strikte Ablehnen physischer Gewalt als etwas besseres darstellen – wo ziehen sie die Grenze? Das Kind ins Zimmer einsperren ist bereits eine Form von physischer und psychischer Gewalt. Und wenn sie das Kind wählen lassen zwischen einer (leichten) Ohrfeige und ohne Znacht ins Bett, so würden die meisten Jungs wohl die Ohrfeige vorziehen.

    • Paul Jenni sagt:

      Ich teile diese Ansicht. Viele Eltern empfinden psychische Gewalt (für sich persönlich!) vermutlich als angenehmer, weil sie den Schmerz des Kindes nicht direkt sehen können. Besonders feige finde ich es, wenn die psychische Strafe dann noch getarnt wird mit schöngeredeten Worten wie „aufs Zimmer gehen um runterzukommen“ oder „ins Timeout gehen“. Das Kind wird aufs Zimmer geschickt und damit vom Familienleben ausgeschlossen, so ist es und nicht anders. Das Schönreden verbessert die Situation nur für den bestrafenden Elternteil.

      • Christoph Bögli sagt:

        Psychische Gewalt kann sicherlich auch problematisch sein und gehört entsprechend hinterfragt. Diese aber generell als unangemessen hinzustellen ist aber nicht minder problematisch. Letztlich sind bereits Verbote und Regeln eine Form der Unterdrückung und damit psychische Gewalt, erst recht die Konsequenzen, mit denen Verbote und Regeln durchgesetzt werden und ohne diese das Ganze eh zwecklos ist. Wie man als Eltern also noch irgendwelche Verhaltensmassstäbe aufstellen oder gar durchsetzen will, ohne auf gewisse Formen psychischer Gewalt zurückzugreifen, ist darum eher rätselhaft.

      • Paul Jenni sagt:

        Ihre Meinung teile ich uneingeschränkt Herr Bögli. Ich wehre mich lediglich gegen den Aufschrei (z.B. bei einer Ohrfeige) von Eltern, die von sich grossmundig behaupten, selbst ihre Kinder nie (gar gar nie!) zu bestrafen, sondern sie nur „ins Timeout schicken“ oder so. Das ist einfach verlogen oder zumindest sehr naiv schöngeredet. Persönlich bin ich klar der Ansicht, dass man einem Kind langfristig keinen Gefallen tut, wenn man es nicht an Regeln, Grenzen und auch Strafen gewöhnt. Das Leben als Erwachsene ist voll davon, wer nicht darauf vorbereitet ist, wird es im Leben sehr schwer haben.

  • Frank Bertram sagt:

    Das geht einfach gar nicht….das ist Kapitulation pur…wenn nichts mehr geht, dann wird geschlagen…super! In solchen Situationen trennt man sich kurzzeitig räumlich…atmet durch…aber ich weiss, es ist manchmal sehr schwierig…aber es ist machbar.

  • plop sagt:

    Ja was haben wir doch alle für tolle „Kristallkinder“….

    Mir ist leider die Hand auch schon ausgerutscht, das ist nicht schön, da ist mir vorher das Kind entgleitet. Und das versuche ich nun meist zu verhindern. Aufmerksam bleiben in der Kinderbetreuung, Kinder machen lassen aber „dabeibleiben“. Das reduziert bei mir einiges unnötiges gemotze/genörgel/ wütend werden. Aber ohne Streit ist es glaubs nicht möglich. Muss es denn auch? Weiss nicht. „Kristallkinder“ – an Gedanken über unsere Kinder mangelt es uns jedenfalls nicht. So ist es „heute“ und das wird seinen Zweck haben.

    • mila sagt:

      Sehr schöner Beitrag, @plop.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Wir geben alle unser Bestes. Und man kann sich auch einem Kind gegenüber entschuldigen. Allerdings ist mir vorher das Kind nicht entgleitet, sondern meine Gefühle. Und ich versuche deshalb genügend Aufmerksamkeit in der „Gefühlsbetreuung“. Die Kinder sind wie sie sind und sind so in Ordnung. Und wenn etwas mit den Kindern nicht in Ordnung ist, ist es meine Verantwortung das herauszufinden und bestmöglich zu lösen.

    • mila sagt:

      @Teilzeitpapi: Ich könnte mir vorstellen, dass plop genau dasselbe wie Sie meint: mir ist (das Gespür für) das Kind entgleitet. Deswegen schreibt sie ja, dass es hilft, ‚dabeizubleiben‘.

  • Thomas sagt:

    Wenn das die Werte sind, welche Sie Ihren Kindern vermitteln wollen, tun Sie und Ihre Kinder mir leid! Es gibt andere Methoden als „Körperstrafen und autoritäre Methoden“. Lesen Sie das Buch „Familienkonferenz“ von Thomas Gordon. Die paar Stunden Zeitaufwand zum Lesen lohnen sich, Ihre Kinder sind das wertvollste was sie haben!

    • Josef sagt:

      Lesen Sie das Buch „Gute Autorität: Grundsätze einer zeitgemäßen Erziehung“ von Wolfgang Bergmann, und dort können Sie gut nachlesen, warum Gordon’s Familienkonferenz absoluter Unfug ist. Und warum die Lehrerschaft mit den antiautoritär-verzogenen Prinzen und Prinzessinnen – und den bereits antiautoritär-orientierlosen Eltern – grosse Probleme haben.

      • tina sagt:

        kannst du kurz umreissen, warum es unfug ist? ich finde auch nicht, dass man kinder überfordern soll mit mitsprache. aber man kann auch kleine kinder so einbeziehen, dass sie ihre bedürfnisse und wünsche ins familienleben einbringen können. diese haltung von „jeder darf sagen wie er es sich wünschen würde und wie er sich fühlt“ ist doch der kern, nicht? ich glaube, damit vermittelt man die mitverantwortlichkeit für die atmosphäre in der familie. natürlich sinds schlussendlich aber die eltern, die die verantwortung dafür tragen

      • Josef sagt:

        Mitsprache und Selbstbestimmung ist absolut notwendig, das unterscheidet die „neue“ autoritäre Erziehung von der „alten“ (Unterdrückung des Kinderwillens). Es gibt jedoch Werte und Traditionen, welche gelebt, vermittelt und durchgesetzt werden müssen wie z.B. Respekt, Höflichkeit, Folgsamkeit, Achtsamkeit. Diese hat das Kind nicht in die Wiege gelegt bekommen, sondern muss sie lernen. Es muss aber auch lernen, dass Missachtung der Regeln logische Konsequenzen hat. Die konsequenzfreie und wertbefreite antiautoritäre Erziehung von heute hat versagt, trotz einer Armada von Schultherapeuten.

      • tina sagt:

        aber gordon ist doch auch einer der von logischen konsequenzen spricht? und gegen wertevermittlung spricht in seinen büchern wohl auch nichts. auch nicht gegen natürliche autorität (damit meine ich eine haltung, die verhebet und darum überzeugt).
        was meiner meinung nach nicht klappt (aber auch nicht eine erfindung von gordon ist): wenn jeder sagt wie er sich fühlt, dann kommt man nirgends hin. diese wertfreie ausdrucksweise halte ich für künstlich und eher verwirrend für kinder (ganz zu schweigen von den erwachsenen selber hihi)

    • Thomas sagt:

      Gordon’s Familienkonferenz ist absolut kein Unfug, sondern das Beste was mir und meinen Kindern passieren konnte. Meine Kinder sind auch nicht verzogen. Im Gegenteil, sie sind zufriedene, glückliche, soziale und sogar erfolgreiche Kinder. Und dies auf niemandes Kosten. Ich bin sehr stolz auf sie und freue mich jeden Tag mit ihnen zu diskutieren und mit ihnen zusammen zu sein.

      • Mutter von zwei Kindern sagt:

        Eltern lieben im Grundsatz ihre Kinder und Kinder ihre Eltern. Zudem wollen die Kids in jedem Fall den Eltern gefallen. Es gibt Situationen, die Eltern überfordern (aber auch die Kinder) und je nachdem, wie man reagiert, kann man diese Situationen besser oder schlechter auffangen. Ich finde Gewalt in der Erziehung nicht gut, finde aber schon regelmässiges Anschreiben nicht ok. Trotzdem müsste ich leugnen, wenn ich meine Kinder noch nie an den Haaren gezogen oder ihnen einen Klaps gegeben hätte. Auch werde ich ab und zu laut.

  • Josef sagt:

    Interessant. Man spricht von „Klaps“ und „am Ohr ziehen“, und ehrenamtliche Bedenkenträger kommen mit Prügelstrafen. Als ob die Skala der „physischen Gewalt“ nur ganze Zahlen von 0 bis 1 kennt. Wohin uns die konsequenzfreie, wertefreie und antiautoritäre Erziehungsmethode in den letzten 30 Jahren geführt hat, können wir täglich sehen. Wer nämlich seinen Kindern keine Werte vermitteln und durchsetzen will, der muss traurig zusehen, wie die Kinder die Werte verbindlich vermittelt erhalten: Von Freunden, Werbung, Sekten. Leichte Körperstrafe und autoritäre Methoden müssen enttabuisiert werden.

  • Robert Jassen sagt:

    Der Autor des Artikels hat völlig recht, und es ist schade, dass er nicht den Mut hat, zu seinen Worten zu stehen. Ein Klaps hat noch nie geschadet und genau dieser „infantil-romantische“ und „militant-pazifistische Irrglaube“ (auch bekannt als Antiautoritäre Erziehung) hat unendlich viel Schaden verursacht. Man schaue mal in die Schulen und auf die heutige Jugend: Kein Bock, keine Disziplin, keine Grenzen und enervierte Lehrer, die reihenweise den Job schmeissen. Und diese jungen Leute sind ohne Regeln ja nicht glücklich: Darum suchen sie strenge Regeln (z. B. im radikalen Islam).

  • oberon sagt:

    Ab und an habe ich als Kind auch eine eingefangen, aber ich wusste jedesmal ganz genau das es verdient war. Ich war selten einfach und habe meine Mutter oft zur Weißglut gebracht. Aber ich denke nicht das mich das in irgendeiner weise geschädigt hat.
    Ich unterstütze Gewalt nicht aber wenn ein klapps auf den Po gerechtfertigt ist, wird er nicht schaden. Manchmal reicht es einfach nicht auf drei zu zählen, weg laufen ignorieren oder aufs Zimmer zu bringen. Und wenn ich mich in der heutigen Generation so umsehe denke ich oft, ein klapps hätte einigen Kindern nicht geschadet….

  • sonic sagt:

    (2)und versuchen einen Weg zu finden, damit er in einer ähnlichen Situation nicht mehr ausrastet. Das heisst, ich erkläre ihm ganz genau, wieso etwas nicht geht, oder er etwas nicht darf. Zusätzlich versuche ich ihm bei gewissen Dingen einiges an Mitspracherecht zu gewähren. Wenn er innerhalb von klaren Regeln und Rahmenbedingungen selber entscheiden darf, erübrigen sich Machkämpfe oft.
    Ich wäre sehr interessiert zu hören, wie andere solche Konflikte eben ohne Gewalt bewältigen.

    • sonic sagt:

      Wohin ist der Teil 1 verschwunden?
      Kurz: Was ist die Alternative zu Gewalt? Statt immer und immer wieder zu diskutieren, wo Gewalt anfängt und wo sie aufhört, möchte ich gerne etwas darüber hören, wie man’s denn auch anders machen kann. Konkrete Tipps und Strategien!

  • Michael Schmied sagt:

    Körperliche Sanktionen sind immer Ausdruck von persönlicher Dekompensation. Kinder und Jugendliche, die in einem Abhängigkeitsverhältnis zu den Eltern stehen, können anders sehr einfach und vor allem nachhaltig sanktioniert werden (Einschränkung von Sackgeld, Ausgang, Aktivitäten etc.). Da ist der „Chlapf“ sicher nicht gleich zielführend. Im Gegenteil: Das Vertrauensverhältnis kann nachhaltig gestört werden. Darum: Die Hände besser bei sich behalten!

    • Josef sagt:

      Ob psychische Gewalt, Drohungen und die Einschränkung individueller Unabhängigkeit weniger schädlich sind als ein Klaps auf den Po oder das Ziehen am Ohr, das wage ich zu bezweifeln. Gewalt ist Gewalt, egal ob mit Worten oder Händen. Als Eltern haben wir gegenüber den Kindern die Verantwortung, und aus der können wir uns nicht wegstehlen. Wir haben die natürliche Autorität gegenüber den Kindern, und die müssen wir wahrnehmen. Den Mund fusslig und die Ohren blutig reden funktioniert nämlich ebenso gut oder wenig wie eine Körperstrafe. Der Gesamtkontext ist wichtig.

      • Michael Schmied sagt:

        Aha… Gesamtkontext: Also abwechslungsweise einen Chlapf, dann Psychoterror…? Jetzt ernst: Ob finanzielle Konsequenzen oder sonstige Einschränkungen gerade mit „psychischer Gewalt und Drohungen“ gleichgesetzt werden müssen, bezweifle ich. Und die Wahrnehmung natürlicher Autorität funktioniert sicher nicht mittels Körperstrafe. Von „Mund fusslig und die Ohren blutig reden“ habe ich nichts geschrieben Kurz: Ihr Statement ist weder eine adäquate Antwort auf meine Aussage, noch sagt es etwas aus zur Problemlösung. Aber schön sind Sie dabei…

    • Hotel Papa sagt:

      Jetzt nenn mal eine analoge Massnahme, die bei einem Dreijährigen fruchtet. (Dann sind sie extrem am Grenzen suchen.)

      Ich sags mal so: Aus Hilflosigkeit keine Grenzen gesetz schadet im Endeffekt wohl mehr, als (aus ebensolcher Hilflosigkeit), die Grenze mit einem Chlapf markiert.

      • mila sagt:

        Eni hat einmal eine solche Massnahme beschrieben: bei einem tobenden bzw. schlagenden Kind in die Knie gehen und die Händchen festhalten, dabei dem Kind bestimmt, aber ruhig zureden. Damit kann es weder sich noch andere (weiter) verletzen, gleichzeitig begegnet man ihm auf Augenhöhe, statt von oben herab. Plus kriegt es so die volle Aufmerksamkeit des Elternteils (die es in der Regel sucht).

        Ich kann nicht sagen, ob es in der Praxis funktioniert. Aber ich hätte es in jedem Fall ausprobiert.

      • Widerspenstige sagt:

        mila, das funktioniert sogar sehr gut u ist effizienter als alles, was ich versuchte. Natürlich in die Knie gehen u auf Augenhöhe, mit festem Blickkontakt zum täubelnden Kind, so ruhig es geht, aber bestimmt sagen, was Sache ist und dabei seine Hände festhalten. Tobt es in einem öffentlichen Raum trotzdem weiter, dann unter den Arm nehmen u sofort dem Ausgang zugehen. Aber bitte nicht ins Auto setzen u wieder zurückkehren ohne Kind AUSSER das Auto ist Nahe beim Ausgang sozusagen in Augenkontakt parkiert! Es beruhigt sich schneller, wenn dann gesagt wird: ‚Ich gehe jetzt schnell bezahlen!‘

      • Teilzeitpapi sagt:

        Die Frage ist, sucht der Dreijährige Grenzen und/oder Selbständigkeit. Ich habe mir halt mehr Zeit genommen für das Anziehen und sie machen lassen statt sie abzufertigen, mit Tobsuchtsanfall weil sie nicht selbst dürfen. Oder dann erklärt, dass es eine Ausnahme ist, weil wir nachher noch dorthin müssen, usw. Bei Protest, weil sie dies oder jenes nicht haben dürfen, im Idealfall Verständnis für den Frust gezeigt, beim Nein geblieben, in der Nähe geblieben und gesagt, dass ich ihnen gerne wieder zuhöre und für sie da bin, wenn sie wieder normal mit mir reden können.

  • Markus sagt:

    Ich wurde auch zwischen durch geschlagen und nur weil ich die grenzen überschritt. Ich bin jetzt selber Vater von 2 Kinder und habe sie noch nie geschlagen wie ich wurde. Aber ein Ohrenziehen oder am „gräni Haar“ gezogen oder einen klaps auf dem Po schadet niemand. Wir sollten unsere Kinder nicht mit Samet Handschuhe anfassen. Ich bin absolut gegen gewalt. Viel schlimmer sind die Kinder in den Kriegsregionen drann, betreff physischer und psychischer belstungen…als mal ein kleiner klsps oder Ohren ziehen. Ich lebe noch und bin auch nicht gewaltätig….

    • Lili sagt:

      Wenn du wirklich gegen Gewalt bist, dann würdest d nicht an Ohren ziehen,oder an Haaren oder ein Klaps geben.

  • Ricci sagt:

    Es gibt einen riesigen Unterschied zwischen verprügeln, einem Klaps und anschreien. Jeder weiss, dass eigentlich alles zusammen schlecht ist. Aber was macht ihr, wenn man dem Kind schon tausend Mal das Selbe gesagt hat und es einfach immer weiter die Grenzen testen will, provoziert und weiter macht? Wenn ein Klaps oder mal ausschimpfen „hilft“, dass es versteht, dass nun die Grenze wiederholt überschritten wurde, dann ist das immer noch besser als wenn man wochenlang eine schlechte Stimmung hat. Verprügeln hingegen geht natürlich gar nicht.

    • Lili sagt:

      Du hast deine Kinder beigebracht, das die durch ein Klaps oder anschreien aufhören, aber das ist nicht die Lösung. Das ein Teufelskreis und du als erwachsener, kannst etwas änders, wenn du mal ein anderen Weg gehst.

      • Peter sagt:

        @Lili: Das beantwortet die Frage von Ricci nicht: Was tun, wenn das Kind auf das liebe Zureden einfach weitermacht?

      • Kathy sagt:

        Konsequezen die möglichst im direkten Zusammenhang mit dem Verhalten stehen:
        – bevor du dein Zimmer nicht aufgeräumt hast, gehst du nicht raus
        – wenn ihr nicht aufhört zu streiten im Auto, dann gehen wir halt zu Fuss
        etc

        Wenn es keine „nahe“ Strafe gibt, dann halt „kein Dessert heute“, am Samstag nicht „abmachen“ etc.

  • mutter von vier kids sagt:

    ich geh mit meinen kindern ins schwimmen (das machen viele heute nicht mehr da man da ja zeit für braucht und mitgehn müsste)da ich wichtig finde das sie schwimmen können. sie gehn ins karate und in die pfadi und natürlich zur schule, kindergarten und spielgruppe ausserdem haben wir nachbarskinder im selben alter und ich finde das ist genug.

    • tina sagt:

      ist es. und andere gehen eben noch in eine kita. und das ist auch nicht schlimmer als in die pfadi oder in die schule zu gehen

  • G. May sagt:

    Gewalt als Ultima Ratio entspreche weder der Blattlinie noch zeitgemässer Pädagogik – eine eigene Meinung hat man nicht, diese richtet sich nach der zeitgemässen Meinung, heute so, morgen anders… bedenkliche Vorbildfunktion eine solche Haltung.

  • Lili sagt:

    Indem die Eltern körperlicher oder Psychen Gewalt anwenden, lernt das Kind in keine Hinsicht, das er etwas falsches hingemacht, und macht es wieder.ich habe selber ein Sohn,10 Jahre, und er hat mich auch sehr wütend mal gemacht, und ich habe ihm dann qngeschriehen oder vielleicht am Arm festgehalten. Und dafür habe ich mich sehr geschämt, denn ich hatte einen stressigen Tag oder keine gute Laune, und habe überreagiert. Denn die Kinder verhalten sich nicht richtig, weil sie oft unsere Aufmerksamkeit wolle das ist meistens der Fall oder einfach noch Unwissen sind. Bei mir kommt es nicht mehr vor

  • Lili sagt:

    Also ich finde es sehr komisch,das hier alle sich rechtfertigen, das mal ein Klaps oder am Ohrenziehen in Ordnung ist. Das ist auch Gewalt, und Gewalt ist das schlimmste, was man ein Kind antuen kann. Ein Kind anschreien und schickanieren, bestrafen, ist auch Gewalt. Es kann sein, das man als Eltern, mal es macht, weil man rot sieht, aber es ist nicht richtig, und das sollte jeden klar sein. Man soll sich für so eine Tat nicht rechtfertigen, und es wieder machen. Sondern man soll sich dafür schämen und sich Gedanken machen, warum man es gemacht hat.

  • Aka sagt:

    Ich habe als Kind zu Hause und in der Schule selten, aber ab und zu, eine Ohrfeige gefasst. So what? Wir wurden nicht misshandelt aber Respektlosigkeit wurde sofort geahndet. Grenzen wurden gesetzt und dann respektiert. Heute läuft zu viel unter „ anything goes“.

  • 13 sagt:

    Es gibt nur einen Unterschied zwischen Klapsen/Ohrenziehen und Schlägen/Misshandlungen und das ist die Frage der körperlichen Schädigung. Ja, ein Kind wird durch einen Klaps nicht körperlich geschädigt. Die psychische Komponente ist genau gleich und im Gegensatz zu vielen Kommentaren gibt es Herr Greber zumindest zu, dass es einzig darum geht, ein Kind „in die blöde Lage zu bringen“ oder unverschnörkelt gesagt, es zu demütigen. Jeder, der eine Füdliklaps befürwortet, sollte sich gut überlegen, ob das wirklich ein Umgang ist, den man mit den Kindern will. Ich wurde als Kind auch „geklapst“ und

    • 13 sagt:

      zwischendurch mehr und kann mich an irgendwelchen körperlichen Schmerz nicht erinnern. An die Demütigung und das Gefühl der Machtlosigkeit, der Ausgeliefertsein schon und das ist ganz bestimmt nicht etwas, das ich mir für meine Kinder wünsche. Da ich den Grundsatz vertrete: „Was Du nicht willst, dass Dir angetan wird, das tue anderen nicht an“ und ich es nicht tolerieren würde, von meinem Mann oder meinen Kindern im Streit geschlagen oder gedemütigt zu werden, käme ich auch nicht auf die Idee, es bei meinen Kindern anzuwenden. Erwachsene sollten sich immer der Vorbildfunktion bewusst sein.

      • Susi sagt:

        Stimme Ihnen 100% zu, 13. Jemanden bewusst zu demütigen ist einfach nur fies.
        Ich selbst wurde übrigens sowohl „geklapst“ als auch geschlagen und erinnere mich an die Angst und vor allem auch an den Schmerz, den eine deftige Ohrfeige auslösen kann, so, dass man für ein paar Sekunden nichts mehr hört. Weder die Angst noch den Schmerz würde ich einem Kind zumuten wollen, egal, wie es sich verhält.

      • Sportpapi sagt:

        Völlig richtig, 13. Aber gerade weil die Wirkung nicht auf körperliche Ebene ansetzt (ausser es geht wirklich um Prügel), ist auch die Abgrenzung von körperlichen zu anderen Strafen grundsätzlich unsinnig. Es geht darum, welche Handlung welche erwünschte oder weniger erwünschte Wirkung erzielt (und hier darf man dann gerne sehr kritisch hinschauen), bzw. welche Wirksamkeit hat.

      • Carolina sagt:

        Nochmal: wenn Sie die psychische Komponente erwähnen, 13, müssen Sie sich auch darüber im klaren sein, dass es noch andere Formen der ‚Bestrafung‘ gibt, die zwar nicht körperlich sind, aber trotzdem ein Kind völlig hilflos und gedemütigt zurücklassen. Ein zeitnaher Klaps, wie von manchen oben geschildert, ist zwar nicht meine Methode und ich lehne sie ab, kann für meine Begriffe bei entsprechender Offenheit eine klarere und ‚bessere‘ Sache sein als tagelanges Schweigen, Nichtbeachtung oder Anschreien. Kann, wohlbemerkt! Der Umgang mit seinen eigenen Erziehungsmethoden oder, sagen wir, eine

      • mila sagt:

        @13: Eins tritt in den meisten Kommentaren deutlich hervor: Klapse erfolgen aus einem Ohnmachtsgefühl der Eltern heraus, sie wissen sich in diesem Moment nicht anders zu helfen. Das ist einerseits menschlich, andererseits stellt sich aber, wie ich meine berechtigterweise, die Frage, ob es nicht auch anders geht, bzw. welche nicht-körperlichen Sanktionsmassnahmen funktionieren (ohne dass dabei wiederum schädliche psychische Gewalt angewendet wird).

        Für Eltern würde es sich sicher lohnen, sich vorgängig mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Bevor man in die erste Ohnmachtssituation kommt.

      • Carolina sagt:

        /2 eine gewisse Ehrlichkeit mit sich selber (die übrigens oft erst in der Praxis dann erforderlich wird) wären natürlich wünschenswert. Ich kann mich gut erinnern, wie entsetzt ich war, dass ich bei einem meiner Kinder, die manchmal wirklich schwierig war, anfing, mit dem verhassten Schweigen meiner Mutter zu reagieren – es hat viel Ehrlichkeit gebraucht, mir das abzugewöhnen bzw anders damit umzugehen als meine Mutter das tat. Ein Shitstorm wie oben geschildert ist für mich immer eine Farce – Maximalforderungen bzw -wünsche werden zur Norm erhoben, ohne dass man sie selber einhalten könnte.

      • 13 sagt:

        @ Sp / Caro
        Da bin ich mit Ihnen völlig einig. Andere Strafen sind nicht zwangsläufig besser, weil sie nicht körperlich sind. Es gibt gute Gründe, warum Strafen im Allgemeinen abzulehnen sind. Was nicht heisst, dass keine Grenzen gesetzt werden können und sollen. Ich versuche es so handzuhaben, dass ich eine Konsequenz ausspreche, die das Kind vor die Wahl stellt, entweder diese anzunehmen oder das nicht tolerierte Verhalten zu lassen. Bsp. „Hör mal, mir ist das hier einfach zu laut. Wenn Du herumschreien willst, dann tu das bitte in deinem Zimmer. Oder bleib hier und sei etwas leiser.“

      • Susi sagt:

        @Carolina: Bestrafungen wie tagelanges Anschweigen sind der absolute Horror und aus meiner Sicht auch viel übler als Klapse. Aber trotzdem finde ich Klapse mehr als überflüssig, auch wenn ich es verstehe, dass sowas mal passieren kann, die Impulse dazu spüre ich durchaus auch immer mal wieder 🙂

      • 13 sagt:

        @ mila
        Ja, es wäre „schön“ wenn es so wäre. Wenn die meisten es als etwas qualifizieren würden, dass aus dem Gefühl der Machtlosigkeit entstanden ist und es eigentlich ein Fehler ist. Dann wäre sich auch jeder bewusst, dass versucht werden muss, es zu vermeiden und v.a. dass die Schuld dafür bei den Erwachsenen liegt. Ich lese hier, wie auch im Artikel aber vieles anders: Eine Rechtfertigung, es hat niemanden geschadet, es muss sein und das Kind hat es verdient. Das ist keine Ohnmacht, sondern eine Erziehungsmethode, welche durchaus vorgängig überlegt und befürwortet wird.

      • Carolina sagt:

        Ich glaube, dass wir alle gewisse Dinge nicht planen können. Hoffen, erwarten, sich vornehmen, ja. Ich bin erst mit der Geburt von meinen Kindern mit Themen und Dingen konfrontiert worden, die ich vorher wirklich nie für möglich gehalten hätte: dass ich auf ein kleines Wesen aggressiv reagieren konnte, wo ich das doch meiner Mutter immer vorgeworfen hatte; dass ich ein kleines Mädchen anschreien konnte und mich so dermassen furchtbar danach fühlen konnte….. das war völlig neu für mich, weil ich, klingt kitschig, ist aber so, zum ersten Mal in meine eigenen Abgründe schauen musste und so

      • Carolina sagt:

        /2 erstmal gewisse Dinge bearbeiten musste, um zu der Mutter zu werden, die ich sein wollte. Weil ich als Kind selber so unter dem Verhalten meiner Mutter gelitten hatte, musste ich das tun, denn ich wollte das auf keinen Fall weitergeben. Das sind alles kleine Schritte, die aber ganz langsam dazu führten, dass ich offener mit den Kindern umgehen konnte, dass ich zu meinen Erziehungsmethoden stehen lernte oder mich auch mal entschuldigen konnte. Man ist nie perfekt, aber authentisch zu sein und bemüht, nicht immer wieder in dieselben Fallen zu tappen, ist wenigstens etwas.

      • mila sagt:

        @13: Sie haben recht, im Originalbeitrag, der hier diskutiert wird, und auch in einigen Kommentaren erscheinen Klapse, Ohrenziehen etc. als reflektierte Erziehungsmethode. Dies würde ich für mich persönlich strikt ablehnen. Aber ob mir, trotz Reflexion, als Mutter der Klaps als (letzte) Ohnmachtsgeste nicht doch mal ausgerutscht wäre, kann ich nicht sagen.

        @Carolina: Mein Eindruck ist, dass viele, aber längst nicht alle Eltern ihre Erziehungsmethoden so bewusst reflektieren wie beispielsweise Sie. Vielfach wird das übernommen, was man von seinen Eltern kennt – so eben auch der Klaps.

      • mila sagt:

        Gerade wenn man der Meinung ist, der gelegentliche (verdiente) Klaps hätte einem selbst nicht geschadet. Aber Sie sagen es ja auch: es ginge auch anders. Dafür müsste man sich jedoch erst mal damit auseinandersetzen, statt sich im Zweifelsfall auf den Standpunkt zurückzuziehen, dass der Klaps ja nicht schadet. Das ist mir persönlich zu einfach gedacht (respektive gemacht).

      • Carolina sagt:

        Klar ist es einfach. Aber ich habe nur deshalb etwas bei mir geändert bzw fing an, diese Dinge zu reflektieren, weil der Schmerz als Kind wirklich so gross war, weil ich mir immer geschworen hatte, nicht so zu werden wie meine Mutter. Und dann bin ich selber Mutter geworden und – unvorstellbarerweise – musste ich feststellen, dass ich diese Psychoterrormethoden selber in mir hatte und in Gefahr war, sie anzunehmen.
        Ich nehme mal an, hätten meine Geschwister und ich nur hier und da mal einen Klaps bekommen, wären wir vielleicht heute auch die, die sagen würden, hat uns nicht geschadet. Ich will

      • Carolina sagt:

        /2 damit eigentlich nur sagen, dass wir manchmal – in diesem Fall durch Kinder – an Grenzen stossen, von denen wir vorher nicht mal eine Ahnung hatten. Dann kann man sich durchwursteln oder, wenn ‚der Schmerz gross genug ist‘, etwas ändern. Ich beneide Menschen, die wie selbstverständlich diese Phasen souverän durchlaufen, reflektierend und selbstsicher – es ist wohl das grösste Geschenk, dass uns Eltern mitgeben können, dieses Vertrauen, das wir recht sind, wie wir sind und es auch richtig machen werden. Bei mir war das nicht so und ich hatte das Glück, das zu verändern.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Und das Kind nimmt dann die Wahl selbstverständilch immer an und handelt entsprechend? Und wenn nicht? Bei Ihnen tönt immer alles so einfach.

      • Franz Vontobel sagt:

        @SP – und bei ihnen? Nach der Watsche oder dem Ohrenziehen ist alles im Butter und die Kinder spuren sofort wieder?

      • Sportpapi sagt:

        Hm, Vontobel, Sie weichen schon den ganzen Tag aus und kommentieren nur das Verhalten anderer, ohne eigene Erfahrungen einzubringen. Klar ist jedenfalls: Würde es immer gelingen, rein über Kommunikation und Alternativen geben die Kinder zum gewünschten Verhalten zu bringen, gäbe es wohl für niemanden, der hier diskutiert, Grund für weitere Massnahmen.

      • Bernhard sagt:

        „@13: Und das Kind nimmt dann die Wahl selbstverständilch immer an und handelt entsprechend? Und wenn nicht? Bei Ihnen tönt immer alles so einfach.“
        @SP: Ich denke, dass es für jemanden, der ein anderes Erziehungsmodell vertritt, völlig unvorstellbar ist, dass man mit dem von 13 beschriebenen Stil Erfolg haben könnte. Ich vertrete jedoch die gleiche Ansicht wie 13 und kann bestätigen, dass es – zumindest bis jetzt – wirklich problemlos funktioniert. Aber es bedingt eine Vorarbeit, ohne die diese Methode nicht funktioniert. Und man muss stets nach diesen Werten handeln.

      • Sportpapi sagt:

        @Bernhard: Sie sehen das falsch. Ich vertrete keineswegs ein anderes Erziehungsmodell. Nur klappt es nicht immer, mit drei Jungs, die durchaus auch mal Lust haben, die Eltern zu ärgern. Ich bin also nur erstaunt, wie problemlos das bei anderen offenbar gehen soll. Und dann sehe ich hin und wieder Kinder von Eltern, die auch solches erzählen, und wundere ich gerade noch einmal, weil alles nicht zusammenpasst. Wie zuletzt, als ich im Turnen, das ich leite, mitbekommen habe, wie ein Kind in seinem Ärger die Mutter gesch lagen hat. Wo sie andererseits allen verkündet, selber Solches nie zu tun.

      • Bernhard sagt:

        Ich sehe meine Tochter – soweit möglich – als gleichberechtigtes Individuum. Ich nehme ihre Bedürfnisse, Wünsche und Ängste ernst. Ich gebe ihr Mitbestimmungsrecht, wodurch ich sie auch in die Pflicht nehmen kann (Nur wer Rechte hat, kann Pflichten ohne Murren übernehmen!). Weil ich Ihre Gefühle und Bedürfnisse respektiere, macht sie das Gleiche mit meinen. Es reicht folglich aus, wenn ich ihr erkläre, warum ich etwas nicht wolle oder warum sie etwas tun solle. Es ist ein Geben und Nehmen. Beidseitig. Bislang funktioniert es wunderbar. Mal schauen, wie lange noch… 😉

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Nein, immer ganz mühelos geht es nicht. Bei uns wird auch mal getrotzt, getobt und auch geschrien. Der Unterschied für mich liegt a) darin, dass die Kinder es gut verstehen, warum das eine oder andere zum Zuge kommt, was bei zusammenhangslosen Strafen kaum je der Fall ist und hauen ist immer zusammenhangslos, ausser das Kind hat jemanden gehauen, aber da ist es dann widersprüchlich mit dem Verhalten, das man ablehnt, zu kontern und b) darin, dass ich zu 100% dahinter stehen kann, es authentisch rüberbringe und auch durchsetzen kann, d.h. das Kind ins Zimmer führen, wenn es nicht aufhört.

      • Franz Vontobel sagt:

        @SP – wenn sie sich etwas Mühe geben würden und nicht nur das lesen (und verstehen) was sie wollen… aber, na gut, extra für sie nochmals:
        kurzfristige Wirkung: ins Zimmer stellen, erst wieder rauskommen, wenn fähig zur Kommunikation
        Längerfristige Wirkung: Entzug von Privilegien (kein Vorlesen, keine Filme, kein Spielen mit dem iPad)

        Ist halt alles auch mühsam und verlangt einen gewissen Einsatz, Ohrfeigen sind schon schneller verteilt…

      • Sportpapi sagt:

        Tönt gut. Vielleicht ist es mit Mädchen – gerade in dem Alter – auch einfacher?

      • 13 sagt:

        Und auch wenn Sie das vermutlich wieder als ideologisch halten werden, es gibt zur Zeit ein gutes Mittel, welches sehr gut für alle funktioniert: Die Kinder daran erinnern, dass wir ein gemeinsames Ziel haben, nämlich eine schöne Zeit zusammen zu verbringen. Selbst mein dreijähriger sagt immer mal wieder: „Wollen wir den schönen Tag behalten?“ und gibt mir die Hand als Abmachung. Dann muss jeder etwas ändern. Das funktioniert nämlich nur, wenn alle mitmachen. Kind hört auf herumzuschreien, Mami hört auf zu schimpfen als Bsp. Und dieses Ziel rückt in den Vordergrund, scheint logisch zu sein.

      • Bernhard sagt:

        @SP: Ich glaube schon, dass sich unsere Modelle insofern unterscheiden, als dass Sie (korrigieren Sie mich bitte, wenn ich falsch liege) ihren Kindern klar aufzeigen, wer der Boss ist und wer das Sagen hat! Das ist bei mir eben anders. Ich bin nicht der Boss, sondern einfach der Vater (Ich könnte genauso gut ihr Freund sein…).

      • Sportpapi sagt:

        Ach Vontobel. Noch einmal: Ich kann mir niemanden hier vorstellen, der die von Ihnen genannten banalen Methoden nicht regelmässig und in erster Linie anwenden würde. Gerade für „Vergehen“, die ja meist mehr störend als wirklich grenzüberschreitend sind.
        Aber gell, das Zimmer bitte dann nicht abschliessen!
        Aber jetzt gerne noch einmal: Würde ich meine Kinder fragen, ob sie lieber so einen Privilegienenzug oder einen kleinen Klapps hätten, was meinen Sie, was würden sie wählen?

      • 13 sagt:

        @ SP
        „Vielleicht ist es mit Mädchen – gerade in dem Alter – auch einfacher?“
        Ich weiss jetzt nicht, ob es an mich gerichtet war, aber ich musste gerade lachen. Sie wissen, wie ungern ich in die Geschlechterfalle gerate, aber kann von meinen Kindern sagen: Ich halte Mädchen für emotional viel anstrengender. Sie sind selber sehr empfindlich, andererseits aber gerne beleidigend. Ok, mein Sohn ist kleiner, aber er kann mich nie so sehr auf die Palme bringen wie meine Tochter. Vielleicht ist es aber auch so ein Mutter-Tochter und Mamisöhnchen-Ding, wer weiss.

      • Sportpapi sagt:

        @13: War nicht an Sie speziell gerichtet. Entspricht aber meiner Erfahrung mit Kindern. Und gilt übrigens auch mit als Grund, weshalb Mädchen in der Schule erfolgreicher sind – angepassteres, angemesseneres Verhalten.

      • mila sagt:

        @Bernhard: Auch wenn ich Ihnen in Ihren Ausführungen gerne folge, scheint es mir doch wichtig, dass Eltern sich als Eltern und damit als Autoritätspersonen mit Vorbildfunktion begreifen. Dies wird u.U. genau dann wichtig, wenn es irgendwann schwierig(er) mit Ihrer Tochter werden sollte – nicht, dass ich Ihnen das wünschen würde. Dies sage ich als ehemals schwierige (Teenager-)Tochter, die in ihren ‚heftigeren‘ Phasen Eltern brauchte, keine Freunde.

        Wir können nun natürlich darüber diskutieren, was Autorität bedeutet. Man macht jedoch einen Fehler, wenn man den Begriff per se von sich weist.

      • Bernhard sagt:

        @SP: Stimmt, das hängt ganz bestimmt damit zusammen, dass es a) ein Mädchen, b) ein Einzelkind und c) noch in einem pflegeleichteren Alter ist. Deshalb bin ich ja auch so gespannt, wie lange das noch so problemlos läuft und ob ich irgendwann doch dem Versuch erlege, folgendem Spruch zu bringen: „Solange du die Füsse unter meinem Tisch hast…“ 😀

      • Sportpapi sagt:

        @Bernhard: Jein: Wir Eltern sind die Bosse, die abschliessend entscheiden. Andererseits haben unsere Kinder altersgerecht und ihrem Verhalten (Übernahme von Verantwortung) entsprechend sehr viele Mitspracherechte und Freiheiten. Die aber letztlich von uns eingeräumt werden, und nicht einfach da sind.
        Wäre es anders, also die Kinder in jeglicher Hinsicht gleichberechtigte Partner, würden wir ja nicht mehr erziehen. Wir hoffen aber sehr, dass sie dann einmal als selbstständige, mündige junge Erwachsene unser Haus verlassen.

      • Franz Vontobel sagt:

        SP: Na ja, ich würd‘ mich ja auch für den Klaps entscheiden, wenn die Sache damit gegessen wäre und ich weitermachen kann… zeigt doch auch gleich, welche Strafe wirksamer und abschreckender ist, nicht?

        Also, kehren wir doch den Spiess um: für was werden ihre Jungs von ihnen gehauen? Haben sie ja auch noch nie gesagt…

      • Sportpapi sagt:

        @Bernhard: Den Spruch, den ich durchaus berechtigt finde, habe ich zu Hause häufig gehört. Und mich deshalb früh finanziell unabhängig gemacht, und bin auch relativ früh ausgezogen. Und schon änderte sich das Verhältnis, da man dann wirklich auf Augenhöhe miteinander umgehen konnte. (was eigentlich lustig ist, da mein Vater rund 20cm kleiner ist als ich…)

      • Sportpapi sagt:

        @Vontobel: Wer sagt, dass meine Jungs von mir gehauen werden? Aber ich schliesse es nicht aus. Klar ist aber: Ausschliesslich nach mehrfacher Vorwarnung, und sicher nicht im Affekt.

      • Franz Vontobel sagt:

        Damit weiss ich immer noch nicht, bei welchen Vergehen „körperliche Massnahmen“ (besser?) zum Zuge kommen… nur so wegen ausweichen…

      • Bernhard sagt:

        @SP: Das Spannende ist doch, was genau Erziehung ist. Für mich ist Erziehung das Vermitteln von Grundwerten wie Anstand, Toleranz, Respekt und Verständnis dem Anderen gegenüber. Mehr kann ich nicht machen, weil jegliches Verhalten (und genauso Fehlverhalten) sich daraus ableitet. Also muss ich mit meinem Kind – wenn mir das gut gelingt – nicht gross streiten. Und wenn, dann ähnlich wie in einem Streit mit der Partnerin. Aber das ist lediglich meine persönliche Definition von Erziehung und hat keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit!

      • Sportpapi sagt:

        @Bernhard: Und wo werden dann Tätigkeiten wie Zimmer aufräumen, sich selbstständig anziehen, nach dem Kindergarten gleich heimkommen, , usw. subsummiert?
        Aber Sie haben schon recht. Aber wenn die Kinder alles von alleine könnten, müssten wir nicht erziehen. Das ist aber nicht so. Und vorleben reicht definitiv nicht immer aus.

      • Bernhard sagt:

        @mila: Da gebe ich Ihnen recht, wenn Sie sagen, dass Kinder in erster Linie Eltern brauchen und keine „Freunde“. Das kommt vor allem dann zum Tragen, wenn Entscheidungen gefällt werden müssen, die ein Freund anders fällen würde (Schlafenszeit, Hausaufgaben, Essen, aufräumen etc.). In den übrigen Fällen versuche mich halt einfach so zu verhalten, wie ich es bei einem guten Freund auch machen würde. Deshalb finde ich es nicht per se schlimm, zum Kind eine Beziehung zu haben, die derjenigen zu einem Freund gleicht!

      • Bernhard sagt:

        @SP: Zimmeraufräumen, Hausaufgaben machen etc. gehört für mich zum „Verständnis haben für die Aufforderung/Haltung des Vaters“. Je grösser dieses Verständnis, desto kleiner das Konfliktpotenzial. Ich weiss nicht, wie viel Kinder ohne unsere Hilfe tatsächlich lernen würden. Aber ich staune immer wieder, was die Kinder sich selbständig aneignen! Aber klar: Wenn die Hilfe verlangt wird, helfe ich!

      • Bernhard sagt:

        @SP: Übrigens habe ich – aufgrund dieser spannenden Diskussion – heute mal speziell darauf geachtet, wie es bei uns so läuft. Als die Kleine mich fragte, ob sie ein Eis dürfe, habe ich geantwortet, dass ich das nicht möchte, weil es bald schon wieder Znacht gäbe. Ihre Reaktion: „ok!“. Als wir wieder daheim waren, offenbarte sie mir, dass sie statt der Reckstange wieder das „Gireitzli“ zwischen der Zimmertür haben möchte. Auch da habe ich ihr meine Verneinung erklärt. Und wieder gab es kein Gemurre. Ich merke also, dass ich doch einige „Neins“ drin habe. Aber sie werden (noch) akzeptiert! 🙂

      • Sportpapi sagt:

        Fies, Bernhard!
        Nicht einmal eine Schaukel darf das arme Kind haben 🙂

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ein gegen aussen angepasstes Verhalten muss aber nicht zwangsläufig mit der Gefühlswelt und dem Verhalten zu Hause zu tun haben. Mein Sohn bekommt in der KITA eindeutig mehr Ärger als meine Tochter im Kindergarten. Er kommt aber müde, jedoch ausgeglichen heim. Sie nimmt sich draussen zusammen, um dann wenn es ihr zuviel wird, es zu Hause rauszulassen. Für die Eltern nicht einfacher.
        Ich staune immer wieder, welche Meinung Sie als Pädagoge von Kindern haben. Sie trauen Ihnen so wenig zu, wenn man sie nicht führt und wünschen sich dann selbständige Erwachsene. Wie soll das gehen?

      • Carolina sagt:

        Bernhard, wenn ich mir so die heutigen Beiträge anschaue, meine ich, dass sich etwas ganz deutlich herauskristallisiert:
        Sie machen es gut, 13, Sportpapi und FV machen es gut, ich mache es gut…. Das Entscheidende scheint mir der gute Wille, aber auch die Einsicht, dass wir alle für unsere Kinder einzigartig (toll) sind. Auch oder gerade weil wir Dinge anders machen als der Nächste – das gehört zu unserem ureigensten Wesen dazu. Und Kinder sind nicht einfach in einen luftleeren Raum hineingeboren, sie haben Eltern, die aus den unterschiedlichsten Gründen so sind, wie sie sind. Und wir alle

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich traue meinen Kindern wahnsinnig viel zu, und überfordere sie gelegentlich auch damit. Sie haben grosse Freiheiten. Aber ich schaue doch auch hin, was sie so tun. Was sie können. Un dkomme nicht auf die Idee, dass sie sich bereits wie Erwachsene verhalten sollten. Dafür haben sie ja noch ein paar Jahre Entwicklungszeit vor sich.

      • Franz Vontobel sagt:

        13, wie kommen sie darauf, dass Sportpaps Pädagoge ist? Er ist doch Turnlehrer… 😀

      • Carolina sagt:

        /2 machen es so gut wie irgendwie möglich und werden ja von unseren Kinder in der Regel geliebt, egal welche Probleme auf dem Weg auftauchen. Es gibt keine einzige Art und Weise, ein Kind zu erziehen – jemand, der mit zusammengebissenen Zähnen verzweifelt versucht, gelassen und ruhig zu erscheinen, weil das irgendein Psychologe sagt, ist nicht glaubwürdig und authentisch. Authentisch sind wir nur, wenn wir unsere Kinder lieben und aus diesem Grunde das Allerbeste für sie wollen – wie das dann letztlich aussieht, ist bei jedem anders.

      • Bernhard sagt:

        @Carolina: Da gebe ich Ihnen recht. Und was ich auch noch wichtig finde: Die Erziehungsmodelle wandeln sich stetig. Was heute Trend ist, kann morgen schon wieder verpönt sein. Solange wir uns aber Gedanken darüber machen und auch mal bereit sind, negative Verhaltensmuster zu hinterfragen (und wenn möglich zu ändern), ist alles im Lot und unsere Kinder gedeihen prächtig!! 🙂

      • Sportpapi sagt:

        @Vontobel: Genauer gesagt Turn- und Sporlehrer, wenn Sie den Unterschied noch kennen. Und verrückt, da steckt sogar noch das Wort Lehrer drin, was an diese altmodische Idee erinnert, dass man den Kindern etwas beibringen könnte, und die Fachpersonen in der Schule nicht einfach nur Lernbegleiter oder Bespasser sind.
        Was ist denn für Sie ein „Pädagoge“?

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Ihre Anerkennung in Ehren – aber ob es alle gut machen, sehen wir dann in ein paar Jahren am Resultat. Für mich ist das das einzige, was schliesslich zählt, auch wenn wir Eltern dafür selbstverständlich nicht alleine verantwortlich sind.

      • Carolina sagt:

        Wir alle kennen doch Familien mit mehreren Kindern, in denen eines ‚vom Weg abkommt‘, die anderen/das andere aber ein ganz normales Erwachsenenleben führen wird – oft ist es von aussen nicht ersichtlich, wie das sein kann. Das kann auch uns zustossen – mit dem Resultat unserer Erziehungsarbeit werden wir leben müssen. Wenn wir unsere Kinder wirklich lieben, ihnen Freiraum zur Entwicklung geben und ab und zu mal in den Spiegel sehen, sind sie mit uns besser bedient als wenn wir sklavisch irgendwelchen Gurus mit Patentrezepten hinterherrennen. Und die Fehlertoleranz auf beiden Seiten ist höher;)

      • Sportpapi sagt:

        Völlig richtig, Caro. Aber wenn ich dann schon neue Konzepte lernen soll, wenn mir die aktuelle Pädagogik um die Ohren „gehauen“ wird, wenn man einfordert, was modern ist, wenn Experten sich zu Wort melden, dann möchte ich doch schon, dass ihre Erkenntnisse nicht auf schöngeistigen Theorien beruhen, sondern irgendwie nicht nur nachvollziehbar, sondern im besten Fall sogar belegbar sind. Und deshalb geht es mir weniger um die schöne Absicht, als um die erzielte Wirkung.

      • Franz Vontobel sagt:

        @SP: „Was ist denn für Sie ein “Pädagoge”?“

        Mhh, gute Frage… jemand, der erkennt, wann er gefrotzelt wird und darauf nicht vorhersehbar wie Pawlows Dobermann reagiert, vielleicht? Ja, ich denke etwas Humor braucht’s vermutlich auch. Sich selbst nicht gar zu wichtig nehmen hilft wohl auch…

      • Sportpapi sagt:

        @Vontobel: Im Moment habe ich gerade wenig Geduld mit dum men Sprüchen gegenüber Sportlehrern. Weil es einige Leute gibt, die das sehr ernst meinen. Obwohl sie selber relativ wenig von der Sache verstehen: http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/region/Ohne-Masterstudium-nicht-in-die-Turnhalle/story/23241657

      • Franz Vontobel sagt:

        Ok, das ist unschön – allerdings nicht ein spezifisches Sportlehrerproblem, dieser Akademisierungswahn.

      • Sportpapi sagt:

        Die Zuspitzung auf die Akademisierung ist eigentlich eine journalistische Fehlleistung. Betroffen sind nämlich auch die universitär ausgebildeten Sportlehrer, also mit Master und Lehrdiplom und damit rund sechs Jahren Ausbildung. Und teilweise schon vielen Jahren Berufserfahrung. Aber es sind halt keine richtigen Lehrer, auf die kann man gut verzichten. Aber jetzt kommen wir ja in ein Nebengleis…

  • mutter von vier kids sagt:

    für uns war klar wenn wir kinder haben, das immer jemand zu hause ist. den ein heim und ein elternpaar das zusammenhält ist fürs kind ein sicheres fundament. meine meinung.

    • Susi sagt:

      Ah, jetzt kommt’s, das Kita-Bashing. Manchem Kind geht’s aber vielleicht in der Krippe, in der es mit Gruppendynamiken Erfahrung sammelt und mit ausgebildeten Kleinkinderziehern/innen zusammen ist vielleicht besser als im trauten „Heim“, wo dem gestressten Mami die Hand ausrutscht. Meine Meinung.

      • mutter von vier kids sagt:

        war ja klar das sowas kommt. wenn sie mich wegen meiner ehrlichkeit nun als gestresst hinstellen ist das ihre sache, sie kennen mich ja nicht aber ich weiss, das ich eine gute mutter bin. ich kenne genug fälle wo kinder abgeschoben werden damit sich die eltern ihren luxus auch weiterhin leisten können und die kinder dann statt mit aufmerksamkeit, mit materiellem zudecken.
        wissen sie, andere kinder sind für kinder wichtig, damit lernen sie das sozialverhalten am besten aber ein gesundes umfeld zuhause ist mindestens genauso wichtig. meine meinung

      • Susi sagt:

        Ja, andere Kinder (wie z.B. die vielen, die es in der Krippe hat) sind für Kinder wichtig.

        Aber schon gut, gegen Schwarzweissdenken (Kita = nur schlecht, Frau zuhause = nur gut) mag ich eigentlich gar nicht ankämpfen, das ist ein Kampf gegen Windmühlen.

      • Sportpapi sagt:

        Genaugenomen war das eigentlich kein Kita-Bashing, sondern ein Eltern-Bashing. Wäre schade, wenn die Diskussion jetzt auf dieses Nebengleis abgleiten würde. Dass verlässliche, präsente Eltern, die zu den Kindern eine enge Bindung haben wichtig sind, das scheint mir nämlich eine gute Aussage. Das kann man aber auch sein, wenn die Kinder ein paar Tage in der Woche in der Kita sind.

      • Susi sagt:

        @SP: Ja, ich hab’s ungenau gesagt, Eltern-die-ihre-Kinder-in-die Kita-ABSCHIEBEN-Bashing. Aber implizit heisst das dennoch, dass Kitas schlecht sind, sonst würde man nicht von „abschieben“ reden, oder?

        Unsere Tochter ging nur einen Tag in die Kita, ich hätte ihr aber sehr gerne zwei gegönnt, wenn es nicht so teuer gewesen wäre.

        Aber Sie haben Recht, die Diskussion muss auch von mir aus nicht auf dieses Nebengleis abdriften. Ich konnte mich einfach nicht zurückhalten, auf so viel Undifferenziertheit zu reagieren.

    • Valentina sagt:

      Wieso wird Fremdbetreung immer per se schlech gestellt? Meine Eltern arbeiteten beide 100% (weil sie mussten) und ich wurde an 3 Tagen fremdbetreut. Für mich war es das beste und ich pflege noch heute den Kontakt zu meinen „Hüettimamis“

      • mutter von vier kids sagt:

        tja soviele menschen wies gibt soviele meinungen gibts halt auch. das wird immer so sein und diskutieren bringt da leider auch nicht viel weil man in der regel den anderen nicht von seiner meinung überzeugen kann. ist genauso wie in der „ARENA“ auf SF. viel gerede aber gebracht hats nix 😉

  • Roger Martin sagt:

    Es ist ein bisschen Einfach, alle Kinder und Eltern über einen Kamm zu schären. So individuell wie die Kinder sind auch die Eltern. Hinzu kommen oftmals auch kulturelle Unterschiede in der Auffassung der Erziehung von Kindern. Ganz ohne, geht es in vielen Fällen nicht, aber übers Knie legen, oder wie oftmals gesehen, mit Gegenständen wie Gürtel oder Ruten, ist nicht mehr zeitgemäss. Und meist sind es die Eltern die zuschlagen, welche selbst so erzogen wurden. Der Entzug von Spielsachen, oder geliebten Aktivitäten, ist weitaus vielversprechender wie Schläge, welche oftmals traumatisieren.

  • mutter von vier kids sagt:

    ich finde daher da wird ein riesen aufriss gemacht aufgrund der nur ehrlichen worte dieses redaktors. wer im glashaus sitzt sollte nicht mit steinen werfen. niemand ist perfekt! und ich rede hier nicht gewalt im sinne von misshandlung und täglichen schlägen gut, sowas verabscheue ich. ich rede von hin und wieder einem klaps auf dem po, das ist ein riesen unterschied. was noch viel wichtiger ist und das vergessen viele, was man sonst für eine bindung zum kind hat, ob man sich zeit nimmt oder es den ganzen tag in die kita abschiebt.

    • margrith sagt:

      es ist kein so riesenunterschied wie sie das Gefühl haben. definitiv!!ein klaps ist auch gewalt. wenn man sich dann auch noch grossartig fühlt damit, dann bräuchte man eig. Hilfe!

      • mutter von vier kids sagt:

        wenn mein kind mal ne watsche kriegt im sinn von klaps auf den po oder etwas fester am arm packen mit intensivem blickkontakt sowie mit worten wie zum beispiel: das es jetzt genug ist! dann war es etwas was gar nicht geht, was absolut daneben ist. klar fühlt man sich danach nicht super, ich glaub da fühlt sich kein elternteil hinterher super, das wäre ja krank wie sie sagen. aber ich rede hier von hand ausgerutscht und nicht von schlägen die ich vorher schon bewusst im kopf mir zurechtgelegt habe falls nix anderes fruchtet. sich hinterher erklären und entschuldigen gehört für mich dazu.

  • mutter von vier kids sagt:

    ich hab vier kinder wobei das vierte noch im bauch ist, aber es ist ja schon da 😉

    mein mann und ich sind gegen gewalt da es nichts schürt als angst wobei auch uns schon die hand ausgerutscht ist in form von ein klaps auf den po. wer ehrlich ist gibt zu das man als eltern manchmal an grenzen kommen kann den kinder funktionieren nicht so wie im tv oder büchern dargestellt wobei jedes kind auch noch individuell ist. es gibt keine schubladen. und so gibt es auch situationen in dehnen kinder einem extrem herausfordern können. natürlich nur im echten leben und nie im tv, ist ja klar.

  • Frosch König sagt:

    Kinder werden geschlagen weil sie körperlich unterlegen sind. Wären sie durch ein Wunder der Natur gleich stark wie die Person die sie schlägt und könnten sie so zurückschlagen, dass dem Peiniger alle Zähne rausfliegen, ginge das Hauen wohl nicht mehr. Ich kann nur hoffen, dass das Kind das Rausschlagen der Zähne des „Erziehers“ im Erwachsenenalter nachholen wird.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Ich kann nur hoffen, dass das Kind sehen wird, dass es aus Überforderung oder mangelndem Respekt/Einfühlungsvermögen geschah. Und dass man nicht nachzutreten braucht, wo es Leuten nicht gut geht oder Mangel haben. Und dass es sein Bestes geben wird wie es die meisten von uns auch versuchen.

  • Thomas sagt:

    Mich machen die Kommentare hier nur traurig. Fast alle rechtfertigen „leichte“ körperliche Strafen. Wie gehen Sie mit Ihrem Kind um, wenn es 16 Jahre alt ist? Dann funktioniert diese Erziehungsmethode nicht mehr so gut. Ich bin froh hatte ich das Buch „Familienkonferenz“ von Thomas Gordon gelesen. Meine Kinder sind jetzt 16 und 18 Jahre alt, meine Frau und ich sind praktisch ohne Strafen durchgekommen und wir haben eine sehr gute Beziehung zu unseren Kinder.

    • Hotel Papa sagt:

      Mit einem 16-Jährigen kann man Argumentieren.

      Ein Dreijähriger Provoziert und sucht Grenzen. Und manche spüren sie erst, wenn man sie ihnen physisch vermittelt.

      Unser Sohn war so. Der konnte vor dich hinstehen und provozieren, und war erst zufrieden, wenn es den Chläpper gab. Ist vielleicht dreimal in seiner Karriere vorgekommen.

      • Markus sagt:

        Genau. Ich habe das auch immer provoziert, hab auch etwa dreimal eine gefangen, und war schon damals erstaunt, wie lange meine Eltern zugewartet haben. Jede war hochverdient und es war eher eine zuwenig als zuviel! 🙂

      • Thomas sagt:

        Wahrscheinlich will der 16-Jährige dann aber nicht mehr mit Ihnen diskutieren. Irgendwann zieht er dann zu Hause aus…

      • Sportpapi sagt:

        @Thomas: Meist sind es eher die Eltern, die dem Jugendlichen androhen, er müsse ausziehen, wenn er sein Verhalten nicht ändert…

      • Martina sagt:

        Ich wurde als Kind selbst geschlagen und sage daher aus eigener Erfahrung: Es ist sehr demütigend, nichts weiter. Ein Kind ist mit einem „Chläpper“ nicht zufrieden, das ist ein Irrtum. Es ist gedemütigt, hilflos, überrascht, aber nicht zufrieden.

        Meinen Fünfjährigen habe ich noch nie geschlagen und habe es auch für die Zukunft nicht vor. Es stimmt, dass Worte manchmal nicht weiterhelfen, bei nicht enden wollenden Provokationen gibt’s bei mir nur eins: ab aufs Zimmer, Türe zu, runterkommen. Damit setze ich Grenzen, und zwar eindeutige, ganz ohne Gewalt.

      • Hotel Papa sagt:

        @Martina:

        Und jetzt geh mal in Dich und frag Dich, was wohl bei einem Kind mehr Verlustängste auslöst: Physische Zurechtwesung oder Verbannung aus den Augen der Eltern.

        Manchmal habe ich das Gefühl, bei desen Diskussionen um Kaisers Bart gehen sämtliche Massstäbe verloren.

      • Thomas sagt:

        Schön wäre, wenn die Kinder in Frieden ausziehen können. Und nicht unter Drohungen. Und dafür legt man die Basis in den ersten 16 Jahren.

      • Peter sagt:

        @Martina: Und wenn der Junge dann mal merkt, dass ja nichts „körperliches“ passiert, wenn er nicht auf sein Zimmer geht?

      • Martina sagt:

        @ Hotel Papi: Kleine Kinder fordern ihren Willen jederzeit, sie müssen lernen, welches Verhalten nicht okay ist. Durch das Wegschicken kommt beim Kind an: Mein Verhalten ist nicht in Ordnung, hier ist eine Grenze erreicht. Durch die Distanz fällt es uns allen leichter, zu uns zu kommen. Ein Trotzanfall ist aber wie ein Krampf, das Kind kann manchmal gar nicht mehr aufhören zu trotzen. Daher gehe ich nach fünf Minuten zu ihm, ich beruhige ihn und wir sprechen darüber. Ich lasse ihn nicht allein. Von „Verbannung“ ist keine Rede.

      • maia sagt:

        @Martina: Die Kind meines Lebenspartners wurde von ihrer Mutter jeweils auch so bestraft. Ich kann Ihnen nur sagen, dass das Kind furchtbare Ängste ausstand und überzeugt war, dass die Mutter es nicht liebt. Es war auch überzeugt, dass es nicht so sein darf, wie es eben ist, – weil wenn doch, dann will die Mutter nichts mehr mit ihm zu tun haben.
        Leider konnte auch der Vater das Kind nicht überzeugen, dass die Mutter es trotzdem liebt.
        Interessant fand ich, dass das Kind immer sicher war, dass der Vater es liebt, obwohl dieser ihm manchmal auf die Finger klopfte.

    • Sina sagt:

      ich hoffe, dass ein 16 jähriger jugendlicher schon die grundregeln, anstand, gewissen, gerechtigkeitssinn und grenzen kennt, und diese nicht erst kennenlernen muss…. mit einem 16 jährigen kann man diskutieren und argumentieren – wenn man es vorher gelernt hat… und nein, das schafft man natürlich nicht mit strafen, aber mit erklärungen und kommunikation, WARUM man als kind bestraft wird, wenn man abermals die grenze überschreitet… .

    • Josef sagt:

      Die Erziehungsmethode ändert je nach Familiensituation und geistiger Reife der Kinder. Ein fünfjähriges Kind kann mit Familienkonferenzen nichts anfangen, sondern braucht verlässliche Werte und verbindliche Regeln, damit es in unserer Welt zurechtkommt und sozialisiert werden kann. Mitsprache ist gut, aber nicht überall. Ein 15jähriges Kind übers Knie zu nehmen ist auch nicht zielführend. Wenn jedoch die Erziehung in frühen Jahren versagt hat, kann man später auch nichts mehr machen. Ausserdem sind Gordons Konferenztheorien in Fachkreisen umstritten bzw. als untauglich abgehakt.

    • maia sagt:

      Ich empfand übrigens die Schläge meiner Eltern nie als demütigend. Ich habe einfach gemerkt, dass sie sich nicht mehr anders zu helfen wussten. Machmal, weil ich über die Stränge schlug, manchmal aber auch einfach, weil sonst in ihrem Leben etwas sie an die Grenzen brachte. Aber grundsätzlich meine ich, wir sollten den Vorsatz fassen, Kinder ohne Schläge zu erziehen. Aber eben auch so weit wie möglich ohne psychische Gewalt. Anderseits, wird es ohne auch wohl kaum je möglich sein.

  • Klicki sagt:

    Es herrscht eine grosse Verwirrung um den Begriff „Gewalt“. Gewalt ist jedes Ausüben von physischer oder psychischer Übermacht. Ein tobendes Kind wegtragen oder ihm einen gefährlichen Gegenstand aus der Hand entwinden ist physische Gewalt, einem Kind drohen „wenn du jetzt nicht kommst gehe ich einfach“ ist psychische Gewalt. Erziehung ist nicht möglich ohne Gewalt. Allerdings gibt es subtilere Formen, die nicht gleich als solche auffallen.

    Die Frage ist also nicht, ob man in der Erziehung Gewalt anwendet, sondern welche Gewalt schädlich ist und Kindsmisshandlung darstellt.

  • Susi sagt:

    Grad so schlimm wie die kalkulierten physischen Grenzüberschreitungen finde ich, dass dieser Journalist sein Kind als „Kristall“ bezeichnet, als „Aquamarin“, der nun eine ordentliche Fassung verpasst bekommt.
    Auf die Gefahr hin, allzu poststrukturalistisch zu tönen, finde ich doch, dass durch solche Bezeichnungen eine Wirklichkeit erschaffen wird, die bei mir kalten Schauer den Rücken runter jagt.

    • mila sagt:

      In der Tat ist mir das auch (negativ) aufgefallen, @Susi. Haben Sie den oben verlinkten Original-Beitrag gelesen? Dort steht zwar nichts von ‚richtiger‘ Fassung drin, diese Äusserung wurde wohl den Facebook-Kommentaren des Autors entnommen (ausser ich hätte es überlesen). Aber der Ausdruck ‚richtige‘ Fassung impliziert – zumindest in meinem Verständnis der Metapher – ein Wissen darum, was aus dem Sohn werden, respektive wie er ‚zurecht‘ geschliffen werden soll. Also mithin mehr, als man unter einer guten Kinderstube versteht – dies zumindest mein subjektiver Eindruck.

    • mila sagt:

      Hat in dieser Vorstellung individuelle Entfaltung einen Platz, oder soll das Kind nach eigenen Vorstellungen ge- bzw. überformt werden? Dies hielte ich für die weit gefährlichere Entwicklung als die Frage, ob es am Ohr gezogen wird oder nicht – ohne damit körperliche Gewaltanwendung klein- oder schönreden zu wollen. Selbst wurde ich als Kind einige wenige Mal durch Klapse etc. (wegen, zugegeben, unmöglichen Benehmens) gemass-regelt und schliesse mich obigen Kommentaren an: es hat weder mir noch der Beziehung zu meinen Eltern geschadet. Aber als Mutter hätte ich versucht, es anders zu machen.

      • Susi sagt:

        Genau das ist es doch, da hat keine individuelle Entfaltung mehr Platz in diesem Bild, Sie bringen die Sache auf den Punkt. Irgendwie wird einem grad eng bei der Vorstellung.

      • Susi sagt:

        ob mir das körperliche Massregeln geschadet hat, weiss ich konkret nicht, ich werde aber traurig, wenn ich daran zurückdenke, d.h. es löst auf jeden Fall sehr negative Gefühle aus.
        Welchen Einfluss es auf die Beziehung zu meinen Eltern gehabt hätte, kann ich auch nicht sagen, da beide sehr früh gestorben sind. Vielleicht relativiert sich sowas, wenn man auch als Erwachsene noch regen Kontakt zu seinen Eltern pflegt, da wird die Beziehung neu geprägt.

      • mila sagt:

        Ich glaube, dass Klapse dann nicht schaden – wenigstens meiner Erfahrung nach – wenn das (Vertrauens-)Verhältnis zu den Eltern intakt ist, und es sich auch wirklich nur um Klapse (nicht Schläge) handelt. Z.B. wusste ich immer, dass ich v.a. meine Mutter an ihre Grenzen getrieben habe (ich hatte wirklich eine unmögliche Phase), bevor es zum Klaps gekommen ist. Und mir war schon als Kind klar, dass es sich dabei um Ohnmachtsgesten (nicht um eine Erziehungsmethode) handelte. Sie hat sich auch jedes Mal entsprechend dafür entschuldigt.

      • mila sagt:

        Eins ist für mich dennoch klar: Klapse als quasi reflektierte Erziehungsmethode wären für mich nicht in Frage gekommen, und als Ohnmachtsgeste(n) hätte ich sie zu vermeiden versucht.

      • Susi sagt:

        Ja, ich habe meine Eltern auch an die Grenzen getrieben mit meinem Verhalten, vor allem als Teenager. Aber bei mir hat sich nie jemand für’s Dreinschlagen entschuldigt, das hätte sicher einiges geändert.

      • mila sagt:

        Das tut mir sehr leid für Sie, Susi. 🙁

        Bei mir war es auch die (frühe) Teenagerphase, die kann sehr schwierig sein – für Eltern wie Kind. Gerade wenn das Kind vorher ‚pflegeleicht‘ war. Ich sags ja nicht gerne, aber ich war z.T. in meinem Adoleszenzfrust wirklich hundsgemein. Dennoch konnte ich mir der Liebe meiner Eltern immer sicher sein, das hat geholfen. Ebenso, dass sie die Klapse eigentlich auch selbst nicht als ok befunden haben. Wäre es anders gewesen, hätte ich damit sicher ein Problem gehabt.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Sind Sie sicher, dass Ihre Mutter nicht versucht hat, es anders zu machen? Und: Haben Sie sich auch mal für Ihr unmögliches Benehmen, dass erst Ursache für die Auseinandersetzung war, entschuldigt? Und: was wäre denn die Alternative, wenn die rotzfreche Tocher auf alle Ermahnungen nicht mehr reagiert: Taschengeldentzug? Ab ins Heim?

      • mila sagt:

        Natürlich habe auch ich mich jedes Mal entschuldigt, weil mir klar war, dass ich als erste die Grenze(n) überschritten habe. Aber das hat mich nicht davon abgehalten, bei einer anderen Gelegenheit wieder ‚auszuticken’… Meine Mutter hat alles versucht: gut zureden, Verständnis zeigen, Konsequenzen androhen (wie Hausarrest), etc. Meistens hat es auch durchaus auf diese Weise geklappt. Ich war einfach zeitweise ein extrem herausfordernder Teenager und wüsste selbst nicht, wie ich als Mutter mit mir umgehen würde. Deswegen sage ich auch, dass ich meinen Eltern nichts nachtrage.

      • mila sagt:

        Es war übrigens nicht so, dass ich rotzfrech war oder dies an der Tagesordnung gewesen wäre. Ich wusste einfach sehr genau, wie ich mein Umfeld zur Weissglut treiben konnte. Wäre ich selber ein Elternteil in so einer Situation, würde ich mir vermutlich professionelle Unterstützung holen – ein, zwei Beratungsstunden bei einem Familientherapeuten können sicher nicht schaden.

      • Teilzeitpapi sagt:

        „Und: Haben Sie sich auch mal für Ihr unmögliches Benehmen, dass erst Ursache für die Auseinandersetzung war, entschuldigt?“

        Hoppla. Vor Gericht heisst das dann mildernde Umstände oder Affekthandlung. Entschuldigung, Sportpapi, irgendwas an Ihnen hat mich total genervt, darum musste ich Sie einfach zusammenschlagen. Würden Sie sowas akzeptieren? Die Ursache für Kontrollverlust liegt immer bei dem, der die Kontrolle inne hat. Und von aussen können andere Menschen einem höchstens im Innersten zerstören (Folter), aber kontrollieren wird schwierig.

      • Teilzeitpapi sagt:

        @SP: „für Ihr unmögliches Benehmen, dass erst Ursache für die Auseinandersetzung war“ Die Abtrennung der Ursache-Wirkung-Ursache-Wirkung-usw.-Kette ist völlig willkürlich. Die Hauptursache der Auseinandersetzung ist nämlich die Zeugung durch Vater und Mutter und die daraus entstehende Verantwortung.

        Eine Alternative wäre zu fragen: Warum machst Du das? Möchtest Du mich provozieren? Was möchtest Du bezwecken? Wie geht es Dir? Fehlt Dir was? Möchtest Du, dass wir in unserer Familie etwas anders machen?

      • mila sagt:

        Hut ab, @TZ, wenn Sie zu den Menschen (Eltern) gehören, die jederzeit gelassen, bedächtig und umsichtig (re)agieren und bei denen man niemals irgendwelche Knöpfe drücken kann (ich kenne solche Menschen nur vom Hörensagen). Gerade in letzterem war ich sehr, sehr gut (was mich heute nicht sonderlich mit Stolz erfüllt, aber ich habe daraus gelernt).

      • Teilzeitpapi sagt:

        Liebe mila, ich gebe mein Bestes wie wohl die meisten anderen hier auch. Es sind Gedankenanregungen, auch für mich selbst, keine Berichte aus meinem Alltag. 😉 Ich arbeite an mir wie viele andere auch. Mal gelingt es besser, mal weniger. Ich bin weder Übervater noch perfekt. Genügt das um mich in Deinen Augen auf den manchmal harten Boden herunterzuholen?

      • mila sagt:

        Haben Sie sich mal überlegt, dass Gedankengänge gepaart mit Erlebnisberichten evt. manchmal anschaulicher – greifbarer – wären? 😉 Sie haben andernorts beispielsweise erwähnt, dass es manchmal gar nicht darum geht, dass ein Kind (insbesondere eben ein Teenager) ‚verstanden‘ respektive ‚aufgefangen‘ werden will, sondern bewusst eine bestimmte Reaktion provozieren möchte. Das fand ich spannend – und kanns bestätigen.

    • mila sagt:

      Ob es mir (immer) gelungen wäre, ist eine andere Frage. Ich hätte mich jedoch intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt, und zwar bevor die Kinder in einem Alter sind, wo erste Sanktionen anfallen. Einen Mangel an entsprechender Ratgeberliteratur gibt es sicher nicht, und auch wenn ich sonst nicht übermässig viel von (allzu viel) Ratgebern halte: in diesem Punkt, in dem ich mir selber unsicher bin, hätte ich mir die Expertise von Fachleuten angehört (bzw. angelesen).

      Ansonsten kann ich nur sagen: es lohnt sich immer wieder mal ein Blick auf Gibrans ‚Eure Kinder sind nicht eure Kinder‘.

  • Martin sagt:

    Gewalt gegen Kinder generell finde ich schlecht. Kinder muss man verteidigen und beschuetzen vor Gewalt. Ich habe bereits meine Neffen verteidigt, werde es auch bei meinem Kind so handhaben.

  • Rémy sagt:

    Meiner Meinung nach ist Erziehung eine Vorbereitung auf das (Erwachsenen-)leben. Und Strafe und Gewalt (zumindest Psychische) gehört zum Leben (oder wie könnte man sonst eine Gefängnisstrafe definieren?!?)
    Ist mir schon bewusst dass ich mit dieser Meinung recht alleine da stehe, wenn ich die Reaktionen von jungen Leuten sehe wenn sie im Tram ohne Billet kontrolliert werden oder von der Polizei angehalten werden weil sie zu schnell gefahren sind: keiner Schuld bewusst und höchst Empört dass man die Frechheit hat, sie zur Rechenschaft ziehen zu wollen.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Machen wir ein kurzes Gedankenexperiment: Angenommen, ab morgen gibt es keine Polizei mehr, aber alles andere läuft weiter (also niemand hungert, kein Stromausfall, etc.). Ein Teil der Bevölkerung wäre gleich ehrlich und respektvoll im Umgang mit den Mitmenschen wie vorher, unterwegs nach Treu und Glauben wie im ZGB. Ein anderer Teil der Bevölkerung würde beginnen mit Diebstahl, Raub, Vergewaltigung, Mord. Ein weiterer Teil der Bevölkerung würde fortfahren oder noch ein bisschen intensiver stehlen, rauben, vergewaltigen und morden.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Angesichts unserer Polizeidichte würde ich übrigens vermuten, dass der Bevölkerungsteil nach Treu und Glauben der grösste ist. So, nach Ihrer Meinung müsste ich unsere Kinder darauf vorbereiten, dass sie in die zweite Gruppe fallen. Dass sie also nur nicht stehlen, rauben, vergewaltigen und morden, weil darauf Strafe steht? Wollen Sie das wirklich?

  • kim kim sagt:

    ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen wie man ein 3 jähriges Kind schlagen kann. Also ich kann es so wie so nicht verstehen aber je kleiner die Kinder desto sinnloser die Aktion. Eltern die ihre Kinder schlagen haben meiner Meinung nach die Kontrolle über sich und ihr Umfeld verloren. Zwischen antiautoritärer Erziehung und Erziehung mit Gewalt gibt es einen weiten Bereich indem sich die elterliche Erziehung bewegen kann und meiner Meinung nach auch soll. Natürlich ist es nicht der einfachste Weg und man muss sich immer wieder selbst reflektieren…

    • Carolina sagt:

      Geht mir genauso, passiert aber oft genug. Und dann noch dieses: meine Eltern haben nie Hand an uns gelegt, wir nie an unsere Kinder. Aber unsere Mutter war eine Meisterin im bestrafenden Schweigen, das alle auf sich bezogen, obwohl es nur sie selber etwas anging. Meine Brüder sagen heute noch, dass eine zeitnahe Bestrafung durch Kopfnuss etc ihnen lieber gewesen wäre als dieses verd….te Schweigen. Und das ist das Problem: was genau ist Gewalt? Für mich habe ich den Schluss gezogen (weil ich auch zu diesem Schweigen neige), dass Gewalt alles ist, was vom Kind als eine unverständliche

      • Carolina sagt:

        /2 Machtdemonstration von geliebten Menschen begriffen wird. Die Kunst ist, dazu stehen zu können, dass man nicht perfekt ist, den Kindern in ruhigeren Zeiten zu erklären, dass sie oft gar nicht gemeint sind – solange man lernfähig ist und sich selber wenigstens ab und zu den Spiegel vorhalten kann, ist nichts verloren.

    • Beat Bannier sagt:

      Oh ja, die Ohrfeige auf eine im Affekt gesagte Frechheit war mir hundert Mal lieber als das wochenlange höchst beleidigte Ignorieren und berechnete Schweigen.

      • Franz Vontobel sagt:

        Yup, weil’s dazwischen ja nichts anderes gibt… wie? Ah, das gilt nur, wenn sie es sagen? Ach so, alles klar.

  • Hansjuerg sagt:

    Meine Söhne, erwachsen / fast erwachsen, habe ich nie – absolut nie – geschlagen. Allerdings frage ich mich heute, ob ich nicht zu streng war. Ein Widerspruch? Nein, Strafen die tagelang oder wochenlang dauern, können sehr brutal sein. Vielleicht wäre da ein Klapps auf den Hintern (nicht auf den Kopf) weniger streng gewesen. Ich weiss es nicht. Was ich aber weiss, ist, dass ich (nocheinmal) grosszügiger wäre, und viel mehr Liebe schenken würde. Derart wie meine Frau sie den Söhnen entgegen brachte. Die beiden tanzen zwar etwas auf Ihrer Nase herum – lieben ihre Mutter aber ausserordentlich..

  • Jimmy sagt:

    Ich habe letzthin im Zoo mit meinen Kindern vor dem Affengehege beobachtet, wie die Affenmutter dem Affenbaby eine „Schubswatschel“ verabreichte. Darauf fragte mich meine Tochter, geht das Affenbaby nun zu den Behörden?

  • marcel sagt:

    Je grösser der Shit-Storm, desto grösser sind die maralische unzulänglichkeiten des einzelnen.

    • marcel sagt:

      Korrekt wäre:
      Je grösser der Shit-Storm, desto grösser sind die moralische unzulänglichkeiten des einzelnen.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Gewalt ist nie gut, weder körperliche, psychische, sexuelle, im Gegenteil! Sie ist Zeichen charakterlicher Schwäche. Egal ob aus Überzeugung, Überforderung, Frust oder als Erziehungsmassnahme: Gewalt jeglicher Art an wehr-, hilf- und schutzlosen Kindern gehört verboten. Wie bitte soll ein Kind lernen, dass es andere, auch Schwächere, nicht hauen soll, wenn es im Gegenzug als Strafe ebenso geschlagen wird? Wie soll es Respekt haben vor Erwachsenen, wenn ihm dieser wichtige Wert von ihnen nicht entgegengebracht wird? Laut werden/schimpfen, am Arm packen ist was anderes als Ohrfeigen/Füdletätsch!

    • Sportpapi sagt:

      @Andrea: Das ist ein Widerspruch in sich. Eltern sind angesichts des Verhaltens der Kinder vielleicht einmal überfordert, ohnmächtig, können die Eskalation nicht stoppen. Und Sie sprechen gleichzeitig von wehr-, hilf- und schutzlosen Kindern?

      • Andrea Mordasini, Bern sagt:

        In Bezug auf (körperliche) Gewalt ja, der sind sie wehr-, hilf- schutzlos ausgeliefert :(. Ein Erwachsener ist immer stärker als ein (kleines) Kind.

      • Sportpapi sagt:

        Und wie reagieren Sie denn, ohne in irgendeiner Form ihre Überlegenheit als Eltern auszuspielen?

    • Josef sagt:

      Erziehung ist Gewalt. Die Kinder müssen Werte, Regeln und Verhaltensweisen lernen, damit sie in der Familie und Gesellschaft funktionieren können. Später können sie die Werte, Regeln und Verhaltensweisen in Frage stellen und wieder ändern. Für das „Basic Set“ sind jedoch die Eltern zuständig, und ohne Zwang = Gewalt geht das nicht. Die Wahl der Gewaltmittel liegt jedoch in der Zuständigkeit der Eltern. Psychischer Druck und Liebesentzug ist genau so schädlich wie Prügeln. Aber von Prügelstrafe spricht hier niemand, sondern von Klaps auf den Po und dem Ziehen am Ohrläppchen.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Hm, nur Zwang? Kein Vorleben, keine Vorbildfunktion, keine Imitation? Was würde denn ohne diesen Zwang aus unseren Kindern werden? Verwöhnte Prinzen? Rabiate Anarchos?

      • Josef sagt:

        Selbstverständlich muss man als Vater/Mutter die Werte vorleben, damit die Kinder sich an etwas festhalten können. Dazu muss man aber erst einmal Werte haben, welche sich Vorzuleben lohnen. Viele Eltern haben ihrerseits keine Werte vorgelebt bekommen und sind darum auch als Eltern der Realität und ihren Kindern hoffnungslos ausgeliefert. Kein Wunder benehmen sich viele Kinder wie verzogene Prinzen und Tyrannen. Weil es ihre Eltern zulassen, und weil sie nichts falsch machen wollen. Angst ist in Erziehungsfragen ein schlechter Ratgeber.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Ja, was jetzt? Geht es nur mit Zwang oder doch auch anders?

        Wertelosigkeit? Das glaube ich nicht. Viele Vorstellungen und viele Werte und noch mehr Desorientierung. Früher war es klar, so und so wird erzogen, die Mehrheit bewegte sich in einer engeren Bandbreite. Heute müssen sich die meisten Eltern ihren Weg in den vielen Vorschlägen und Modellen selbst suchen.

      • Andrea Mordasini, Bern sagt:

        Danke Teilzeitpapi, bin der gleichen Meinung wie Sie! Kinder möglichst gewaltfrei zu erziehen, hat nichts mit laisser-faire und Kuschelpädagogik zu tun, sondern mit Anstand und Respekt gegenüber den den Kindern und Vernunft seitens der Eltern. Warum sind nachwievor so viele der Meinung, dass Kindern solche wichtigen Werte nur durch Zwang und Drill beigebracht werden können? Nachhaltiger und mit längerfristigem Erfolg geschieht dies jedoch mit stetem Vormachen, Vorleben und Vermitteln. Wir als Eltern sind die Vorbilder, uns ahmen die Kinder nach, das Gute wie auch das Schlechte. Es ist an uns!

      • Teilzeitpapi sagt:

        „Warum sind nachwievor so viele der Meinung, dass Kindern solche wichtigen Werte nur durch Zwang und Drill beigebracht werden können?“

        Weil sie als unfertige Halbmenschen gesehen werden, die erst noch in die richtige Länge und Breite gezogen werden müssen. So wie früher die Männer Frauen als Menschen mit weniger Würde gesehen haben (darum kein Stimmrecht, usw.). Wir stehen nun vor der historischen Möglichkeit, auch Kinder als gleichwürdig anzuerkennen. Warnung vor dem Fehlschluss: Kinder gleichwürdig behandeln heisst weder alles erlauben noch gleiche Verantwortung.

      • Sportpapi sagt:

        Halbfertig, gleichwürdig, gleichwertig? Also wie früher, als es hiess „Frauen und Kinder zuerst“?

  • Sportpapi sagt:

    Nun ja, wenn also leichtes Ohrenziehen Gewalt ist, und in meinen Augen Gewalt sich keineswegs nur auf körperliche Übergriffe bezieht (und folglich jegliche Form von Strafen einer Gewaltanwendung gleichkommen), dann lässt sich vermutlich eine gewaltlose Erziehung nur in äussersten Ausnahmefällen umsetzen – dann, wenn die Kinder eigentlich gar keine brauchen. Ich jedenfalls bin froh, wenn ich gar nie irgendwelche Strafen aussprechen muss.

  • Hans Jung sagt:

    … und noch etwas: ich wurde als Kind oft verprügelt, auch von Mitschülern und Lehrern und bin äusserst froh, habe ich diese Verhaltensweise nicht übernommen. Dafür habe ich als mittlerweile älterer Mensch eine Beziehung zu meinen Kindern aufbauen können, die seinesgleichen sucht. Ich glaube dass Prügel so oder so ein Vertrauensverhältnis nachhaltig und vielleicht lebenslänglich zerstören können (ich meine nicht „die Hand ausrutschen“, ist verzeihlich, aber systematische Gewalt)

    • Sportpapi sagt:

      Ich halte „die Hand ausrutschen“ für das Schlimmste für Kinder, weil es die Eltern unberechenbar macht. Und wirklich Vertrauen zerstört.

      • Hans Jung sagt:

        Ja ist korrekt, wie erwähnt, mir ist das einmal passiert, ich will aber hier nicht Eltern, denen die „Hand einmal ausgerutscht“ ist, verurteilen.

      • Franz Vontobel sagt:

        SP und „Kontrollierte Gewalt vs. Handausrutschen“ rerererereloaded…

      • Franz Vontobel sagt:

        Hans Jung, sie verstehen SP nicht ganz korrekt: er findet nur „Handausrutschen“ schlimm – kontrollierten und gezielten Gewalteinsatz befürwortet er.

      • Sportpapi sagt:

        @FV: Sie mögen verzeihen, aber wenn ein Thema hier immer und immer wieder kommt, kann ich nichts dafür. Und Sie werden kaum erwarten, dass ich wie die Fahne im Wind ständig meine Meinung ändere, oder? Und nein, von Gewalt war bei mir nie die Rede. Das ist diese unsägliche Mode, unter Verzicht auf jegliche Differenzierung maximale Betroffenheit, einen maximalen „Aufschrei“ zu produzieren. Und am Schluss haben wir keine Diskussion mehr, sondern nur noch gegenseitige Beschimpfungen und ganz viel Lärm. Aber bitte, wenn Sie nicht anders können, nur zu.

      • Franz Vontobel sagt:

        Jaja, ich weiss, sie mögen’s gar nicht, wenn man das Kind beim Namen nennt… Was ist denn das, was sie da anwenden? Intensiv-Streicheln? Es-tut-mir-mehr-weh-als-dir-Erziehung? Tough Love?

        Welchen Euphemismus hätten’s denn gern?

      • Sportpapi sagt:

        Was wende ich denn an, Vontobel? Davon haben Sie wohl wenig Ahnung.
        Aber Sie dürfen gerne mal Beispiele aus Ihrer Praxis bringen, was Sie zum Beispiel als angemessene Strafe für ein völlig unangemessenes Verhalten Ihrer Kinder sehen.

      • Franz Vontobel sagt:

        Moment, moment, moment! SIE wehren sich gegen den Ausdruck „Gewalt“ – wieso soll ich das für sie definieren???

        und nebenbei: Die juristische Definition von Gewalt ist nach der heutigen Rechtsprechung zu definieren als körperlich wirkender Zwang durch die Entfaltung von Kraft oder durch sonstige physische Einwirkung, die nach ihrer Intensität dazu geeignet ist, die freie Willensentschließung oder Willensbetätigung eines anderen zu beeinträchtigen.

        Ist doch ziemlich genau das, was sie propagieren, oder?

      • Bernhard sagt:

        Also ich muss hier für Sportpapi mal eine Lanze brechen: So, wie ich die Lage einschätze, sagen viele, die „kontrollierte“ Ohrfeigen erhalten haben, dass sie diese verdient hätten. Und dass diese viel weniger schlimm zu ertragen war als eine langanhaltende, evtl. sogar psychische Bestrafung. Daher kann ich nachvollziehen, dass es Eltern gibt, die ihre Kinder – nach reichlicher Vorwarnung natürlich – eine Ohrfeige verpassen. Das Kind wählt diese Strafe quasi selber aus, indem es trotz Verwarnungen weitermacht und genau weiss, dass es beim nächsten mal eine Klatsche absetzt. Ich denke…

      • Sportpapi sagt:

        @FV: Ich habe keine Definition verlangt. Aber wenn Sie mehr wissen möchten, können Sie bei Wiki nachschlagen. Ich habe mir gewünscht, dass Sie Ihre Erfahrungen einbringen. Weil hier ganz viele verkünden, was keineswegs geht, aber nur wenige hinstehen und erklären, wie sie vorgehen. Nicht nur in guten Tagen, wenn die Kinder sich praktisch selber erziehen. Sondern dann, wenn die Eltern einmal richtig gefordert sind. Weil die Kinder mit ihrem Verhalten ganz dringend eine Reaktion hervorrufen (möchten).

      • Bernhard sagt:

        Teil 1 wartet auf Freischaltung…

        Ich denke, das meint Sportpapi mit „kontrolliert“ vs. „ausgerutscht“. Bei der einen Variante muss das Kind immer Angst haben, es könnte geschlagen werden. Weil es nicht abschätzen kann, wann der Zeitpunkt gekommen ist. Dies zerstört das Vertrauensverhältnis. Im zweiten Fall weiss das Kind aber haargenau, wann es drankommt, weil es vorgewarnt wird! Es hat die Konsequenz selber in der Hand – und entscheidet sich eben genau für diese! Das ist schon ein Unterschied! Die Frage bleibt allerdings, ob es erzieherisch tatsächlich etwas bringt. Ich glaube nicht!!

      • Bernhard sagt:

        Das Problem ist halt: Wenn wir erziehen wollen, müssen wir in den Situationen, in denen unsere Kinder ungebührliches Verhalten an den Tag legen, reagieren. Reagieren wir nicht, wird’s schwierig (Bsp. Kind haut Mutter, Kind beleidigt Vater, Kind ignoriert eine Aufforderung). Doch welche Reaktion führt zu welchem Ergebnis? Das ist so schwierig. Und von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Momentan reicht bei mir die Reaktion, dass ich meiner Tochter sage, dass mich ihr Verhalten wütend mache oder verletze. Oder dass ich keine Lust habe mit ihr zu spielen, wenn sie sich so benehme. Dann ist Ruhe.

      • Franz Vontobel sagt:

        @SP – ich weiss schon, worauf sie hinauswollen. Wenn ich meinen Sohn in seinem Wutanfall unter den Arm klemme und ihn in sein Zimmer stelle, so ist das auch eine körperliche Zwangsmassnahme. Da widerspreche ich auch gar nicht.

        Ich habe jedoch noch nie körperliche Strafmassnahmen angewandt, deren einziger Zweck das Zufügen von Schmerz ist.

        Wenn sie den Einsatz „kontrollierter Gewalt“ (ich nenne es weiterhin so, wenn sie mir keinen ihnen passenden Begriff liefern wollen) als Erziehungsinstrument als unabdingbar ansehen, so müsste der konsequenterweise für alle Erzieher erlaubt sein, nicht?

      • Franz Vontobel sagt:

        Also auch für HortnerInnen, LehrerInnen, KindergärtnerInnen, etc…

      • Bernhard sagt:

        Aber was, wenn diese Methoden nicht mehr fruchten? Wenn sie absichtlich verletzt, beleidigt, provoziert? Wenn das ganze Repertoire aufgebraucht ist und sich trotzdem nichts ändert?

        Für mich persönlich hat körperliche Gewalt keinen Platz in meinem Erziehungsstil. Aber ob ich irgendwann einmal an einen Punkt komme, wo ich mir dadurch den nötigen Effekt erhoffe, weiss ich nicht. So ehrlich muss ich sein. Daher kann ich niemanden verurteilen, der körperliche Gewalt als letzte aller möglichen Konsequenzen – oder in Absprache mit dem Kind (wenn du jetzt nicht aufhörst, dann…) anwendet!

      • Franz Vontobel sagt:

        @Bernhard: Und wenn dann irgendwann auch die körperliche Gewalt nicht mehr hilft? Und sich nichts ändert? Wo suchen sie sich dann Zuflucht?

      • Carolina sagt:

        FV: Ich halte Bernhard hier für ehrlicher und alltagstauglicher als die Shitstorm-Auslöser. Eltern, die sich bewusst darüber sind, dass sie fehlbar sein können, die nicht auf alles eine klare Antwort haben, sondern wissen, dass es Situationen geben könnte, die nicht vorausplanbar sind, sind mir lieber als die, die völlig unreflektiert alle verurteilen, die zu ihren Erziehungsmethoden stehen. Viel mehr als den guten Willen und die Relektiertheit, die z.B. Bernhard an den Tag legt, kann man für meine Begriffe als Eltern nicht tun.

      • Bernhard sagt:

        „Und wenn dann irgendwann auch die körperliche Gewalt nicht mehr hilft? Und sich nichts ändert? Wo suchen sie sich dann Zuflucht?“

        Alkohol, Drogen, Mord? Ich weiss es nicht. Die Hoffnung der „Schläger“ ist ja, dass eben nicht weitergeht, sondern endlich endlich aufhört, da vermutlich alles andere versagt hat. Konsequenterweise müsste ich mein Kind – wenn wirklich nichts geholfen hat und ich keine Gewalt anwenden möchte – fremdplatzieren. Oder es einfach machen lassen. Ist das die bessere Option? Was schlagen Sie vor? Das ist ein wirklich spannendes Thema!

      • Franz Vontobel sagt:

        @Bernhard: Genau (Einsatz von Waffen, hätte ich gesagt)!

        Das ist eben die Fehlüberlegung beim Einsatz von Gewalt als Ultima Ratio – dass sie nicht Ultima Ratio bleiben wird und sich ebenso abnutzt wie alle anderen Massnahmen. Und wenn man sich dann plötzlich in der Situation wiederfindet, wo der Teenager-Sohn zurückschlägt, dann wird’s richtig lustig!

        Werden Konflikte nicht irgendwann auf der kommunikativen Ebene gelöst sondern nur nach dem Schema „du machst, was ich will, weil ich dir körperlich überlegen bin“, gibt’s irgendwann ein böses Erwachen.

      • Hitz sagt:

        FV, das ist von Ihnen selber undifferenziert und auch etwas heuchlerisch. Wenn Sie Ihr Kind unter den Arm klemmen und somit den Grössen- und Kräfteunterschied ausnutzend dieses in sein Zimmer spedieren, ist dies auch Gewalt, machen Sie sich da nichts vor. Macht auszuüben beruht in allerletzter Konsequenz immer auf (angedrohter oder implizierter) Gewalt. Es gibt keine machtfreie Erziehung, wenn man ehrlich ist. Und ich habe noch nirgends gelesen, dass SP das Zufügen von Schmerzen gutgeheissen oder propagiert hätte.

      • Kathy sagt:

        @SP: Kontrollierete Gewalt wie du es nennst, fühlt sich viel schlimmer an als „die Hand ausgerutscht“. Meiner Mutter passierte das zweite ab und zu, jedesmal hatte ich es verdient (so lange provoziert, bis sie nicht mehr weiterwusst und verzweifelte und an diesem Punkt habe ich nochmals eins „draufgesetzt“. Wer sich unter Kontrolle hat, der sollte keine Gewalt ausüben sondern auf andere Mittel zurückgreifen. Andere Mittel = klare Konsequenzen (wenn ihr nicht aufhört zu streiten im Auto, dann laufen wir halt -> mein Bruder, Vater und ich haben einige mehrstündige Märsche gemach etc)

      • Bernhard sagt:

        @FV: „Werden Konflikte nicht irgendwann auf der kommunikativen Ebene gelöst sondern nur nach dem Schema “du machst, was ich will, weil ich dir körperlich überlegen bin”, gibt’s irgendwann ein böses Erwachen.“

        Ich frage Sie nochmals: Was machen Sie ganz konkret, wenn die Konflikte nicht auf kommunikativer Ebene gelöst werden können? Wenn Sie Ihr ganzes moralisch vertretbares Repertoir ausgeschöpft haben? Natürlich bin auch ich – wie Sie – davon überzeugt, dass es gar nicht soweit kommt, eben weil wir uns für diese Kommunikationsschiene entschieden haben. Aber was, wenn? Heim? Internat?

      • Franz Vontobel sagt:

        @Bernhard: Nun, solche Fälle sind natürlich nicht komplett auszuschliessen, schliesslich steht auf der anderen Seite des Konflikts auch ein autonomes Wesen, das nur bis zu einem gewissen Grad beeinflussbar ist, je länger je weniger – das liegt in der Natur der Sache.

        Wenn Kommunikation keine Option mehr ist, so ist der Einsatz von Gewalt wohl höchstens noch zur Symptombekämpfung nützlich, lösen wird der auch nichts, im Gegenteil.

        Wenn man an so einem Ort angekommen ist, muss man sich wohl oder übel Hilfe von aussen holen – vielleicht besser, bevor man dort angekommen ist…

    • Papperlapapi sagt:

      @FV: nach dieser Definition gehts nicht ohne Gewaltanwendung. Erziehen geht nicht ohne „Beeinträchtigung der Willensbetätigung“ der Kinder, es darf nicht immer nach deren Willen, sondern muss oft nach meinem Willen gehen (jetzt ist fertig fern geschaut…). nach W. Busch: zwar man zeuget viele Kinder, doch man denket nichts dabei. Aus den Kindern werden Sünder, wenns den Eltern einerlei. Nebenbei: das heisst selbstverständlich nicht, dass körperliche Gewalt sein muss!

    • Bernhard sagt:

      @FV: Das stimmt: Auch Lehrer müssten wieder – wie früher – ihre Schüler und Schülerinnen schlagen dürfen, wenn dies als Erziehungsmittel anerkannt wäre. Damals war es dies. Und ich frage mich ernsthaft, ob mir die Ohrfeigen meines Lehrers geschadet haben, wenn ich mal wieder stinkfrech war…ich habe die Reaktion mit meinem Verhalten provoziert. Ich kannte den „Deal“. Ob ich mit einer anderen Sanktion weniger Mist gemacht hätte, ist eine spannende Frage, aber leider hypothetisch.

      • Carolina sagt:

        Verstehe ich nicht, warum das die Konsequenz sein muss. Es geht gar nicht, dass Erzieherinnen, Kindergärtner und Lehrer körperliche Gewalt ausüben an Kindern – das ist völlig richtigerweise so geregelt. Die Erziehungsgewalt (damit meine ich in meinem Fall KEINE körperliche Gewalt wie Schläge etc) beinhaltet, dass Eltern, ob wir das gut finden oder nicht, ihre eigenen Massnahmen finden müssen – wobei ja diejenigen, die hier mitdiskutieren, in der Regel nicht die sind, die aus purem Sadismus Kinder verprügeln. Wenn ich mein Kind schreiend aus dem Zimmer trage, ist das eine Form von Gewalt, zu

      • Carolina sagt:

        /2 der ich selber stehen kann; wenn ich es tagelang mit Schweigen bestrafe, ist das eine Form von erzieherischer Gewalt, die ich ablehne; dito mit Schlägen. Aber reflektiertes Verhalten bzw Verhalten im Affekt, das danach zu mehr Einsicht verhilft und einen auch mal an die Grenzen dessen bringt, was man je für möglich gehalten hatte, ist wichtig!

      • Franz Vontobel sagt:

        Wenn propagiert wird, dass Erziehung ohne Körperstrafe nicht möglich ist und von den erwähnten Institutionen Erziehungsarbeit verlangt, so müsste man denen logischerweise dieselben Werkzeuge zur Hand geben.

        Interessanterweise sehen allerdings auch die meisten der Körperstrafe-Befürwortern es so, dass nur sie ihr Kind hauen dürfen…

      • Sportpapi sagt:

        @Vontobel: Die genannten Institutionen haben weit drastischere Massnahmen zur Hand. Und das betrifft wohl dann genauso die Kinder, die verwahrlost sind, und zu Hause ständig geprügelt werden, wie die, welche verwahrlost sind, weil sie zu Hause als kleine Prinzen nicht auf den rechten Weg gebracht wurden.

      • Franz Vontobel sagt:

        Wie bitte? Was für „drastische“ Massnahmen hat denn ein Lehrer zur Hand? Das würde mich jetzt aber interessieren…

      • Franz Vontobel sagt:

        Im Ernst? Wissen sie, was es braucht, um einen Schulverweis zu erwirken?

      • Sportpapi sagt:

        @Vontobel: Deshalb heisst es ja letztes Mittel.

  • Martin Frey sagt:

    „Die bekommt es «mit guten Worten und etwas Gewalt». Denn damit erreiche man stets mehr als nur mit guten Worten.“
    Hat der gute Hr. Greber das wirklich so gesagt? Was etwas tiefer blicken lassen würde als all die detaillierten Beschreibungen. Denn dieses Bonmot ist sozusagen historisch besetzt, wurde erst neulich von Putin zweckentfremdet. Das Original stammt ja von einem bekannten Italoamerikaner der 30er Jahren aus Chicago.

  • Hans Jung sagt:

    Ich habe meiner Tochter einmal den Hintern versohlt, am Ende meiner Geduld, nicht mehr wissend, was ich tue. Ich schäme mich noch heute und habe mich auch gebührend entschuldigt dafür. So etwas geht einfach nicht, egal ob nun irgendwelche Grenzen überschritten wurden, egal ob man nur noch „rot“ sieht. Es gibt andere Wege, seinem Frust Einhalt zu gebieten. Dafür habe ich beinahe einem Mann ins Gesicht geschlagen, welcher meinem 10 jährigen Sohn eine Ohrfeige verpasste, weil dieser sich an einem Konzert „ungebührlich“ benahm. Gewalt ist immer ein Zeichen des eigenen Scheiterns.

  • Muttis Liebling sagt:

    Wenn Erziehung ans Leben führen soll, gehört Gewalt dazu. Denn es gibt kein gewaltfreies Leben. Nur über die Dosis kann man reden, aber Gewalt auszuschliessen ist infantil.

    • Martin Frey sagt:

      Allein wenn man schon den Umgang bereits kleinster Kinder untereinander beobachten haben Sie natürlich recht, ML. Insofern wirkt die Diskussion schon etwas abgehoben. Denn bereits im Sandkasten wird geschubst, getreten, gezerrt, gespuckt, geschlagen und gebissen was das Zeug hält. Insofern ist eine dogmatisch-gewaltfreie Erziehung schon sehr realitätsfern, aber natürlich auch davon abhängig wie Gewalt definiert wird.
      Zudem sollte nicht unerwähnt bleiben dass Gewalt das Erziehungsmittel erster Güte für Mio. Kinder weltweit darstellt, und daher auch in der CH zeitweise leider so angewandt wird.

      • Carolina sagt:

        Eben, das ist wohl das grosse Problem und deswegen ist dieser Shitstorm wirklich heuchlerisch: in der Realität gibt es viel mehr Gewalt an Kindern als wir alle wissen wollen! Daher schätze ich Beiträge wie den von Rahel S oben, die davon berichten, dass die meisten Eltern eben nicht fehlerfrei sind bzw über die Reflektionsgabe verfügen, so etwas von vornherein auszuschalten. Und auch Dominik hat Recht damit, dass Fehler verzeihbar sind, wenn man daraus lernen kann – das gilt für Eltern und Kinder.

      • Martin Frey sagt:

        Sehe ich genau so, Carolina. Mir sind da die ehrlichen Beiträge lieber, denn es ist schwer vorstellbar, dass so viele Leute noch nie zu derartigen Mitteln in ihrer Erziehung gegriffen hat, seien sie psychischer oder physischer Natur. Und ob ein angekündigter Klopf auf die Finger oder ein angekündigtes „ich lass Dich hier allein zurück und gehe nach Hause“ (oder vergleichbare, noch sinnfreiere Kreationen) für eine Kinderseele traumatisierender ist wäre noch die Frage.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Ich finde, dass z.B. Gewalt als Ausdruck für eigene Probleme/eigenes Leiden (als Hilferuf nach aussen) von z.B. kleineren Kindern, die ihre Probleme weder intellektuell erfassen noch formulieren können, Rangeleien zwecks Rangordnung und Kräftemessen meistens von Kindern unter sich (wann tut es dem anderen zu weh, wann mir? Wo ist die Grenze), Gewalt zum Selbstschutz (Kinder, die sich wehren) und Gewalt von überlegenen Erwachsenen gegen Kinder nicht in den gleichen Topf gehört.

      • Sportpapi sagt:

        @TZ: Und dann erklären und diskutieren Sie Ihr Anliegen mit Kindern, die das intellektuell gar nicht erfassen können?

      • Teilzeitpapi sagt:

        @SP: Warum? Ich kann auch einfach sagen, was ich will oder nicht will und so meine Grenzen setzen. Ich habe nirgends geschrieben, dass alles diskutiert und erklärt werden muss.

        Ich wollte nur darauf aufmerksam machen, dass Kinder manchmal unwohl ist oder sie leiden, ohne dass sie genau wissen und sagen können weshalb. Welches Kleinkind kommt zu einem und sagt: Du hast so wenig Zeit für mich und wenn Du bei mir bist hörst Du gar nicht richtig zu, sondern tippst im XY herum, ich habe das Gefühl, ich bin Dir gar nicht wichtig und dass Du Dich nicht für mich interessierst?

    • Carlita sagt:

      Genau deshalb sind ja die laminierten Konfliktkärtchen im Kindergarten so wirkungslos. Die Kleinen dürfen sich nicht mehr verprügeln und am Ende haben irgendwie beide verloren. Die natürliche Rangordnung bildet sich nicht heraus und Kräfte bleiben ungemessen.
      Jedoch ist Gewalt sls gezielte Erziehungsmethode fehl am Platz.

      • Teilzeitpapi sagt:

        „Die Kleinen dürfen sich nicht mehr verprügeln“

        Und erleben, wie mit netten Worten und vielleicht guten Absichten gewaltsam unterdrückt wird, was für sie die natürlichste Sache der Welt ist…

  • Rahel S sagt:

    Ja, ich bin gegen Gewalt an Kinder. Trotzdem- meine Wirklichkeit sieht manchmal anders aus. Wenn eines meiner Kinder extrem „toibelet“, mich anschreit und frech ist , wenn trotz wiederholtem zureden/ ermahnen oder anderen Strategien einfach nichts hilft, dann muss ich gestehen, dass ich die Kinder manchmal anschreie, sie manchmal nicht all zu sanft anfasse, mal an den Ohren ziehe… nicht fest, aber trotzdem. Die Kinder wissen warum. Manchmal entschuldige ich mich, manchmal nicht. Schlecht fuehle ich mich immer.

    • Peter Steiner sagt:

      Sie müssen sich nicht schlecht fühlen: Sie tragen die elterliche Verantwortung, sorgen für Ordnung, die Kinder haben zu gehorchen.

    • Dominik sagt:

      Recht wäre, wenn sich auch die Kinder entschuldigten, sonst haben sie ihr Ziel erreicht. Wenn der ehrlich beschriebene Zustand dauernd oder zu häufig ist, läuft was schief. Wenns selten vorkommt, sehen die Kinder, dass die Eltern auch nicht fehlerfrei sind. Das ist gut. Es ist der Job der Kinder, uns zu nerven, damit sie Grenzen erkennen können. Das ist gesund und authentisch. Wenn die Luft wieder rein wird, gibts auch keinen Grund für schlechtes Gewissen. Denn beide Seiten sollten gelernt haben davon.

  • Joe Schweizer sagt:

    Unglaublich wie heuchlerisch und unglaubwürdig unsere Gesellschaft mittlerweile ist. Man brüstet sich damit, wie korrekt man ist. Man empört sich öffentlich über Gewalt an Kindern. Über die ach so unfähigen anderen Eltern. Fordert aber im Gegenzug dann Existenzbedrohende Strafen für jedes Missgeschick und totalkontrolle für jeden.
    Oftmals sind es genau diese Obersozialen welche dann den Erwachsenen die freie Entscheidung über wahrlich Private Dinge entziehen.
    Welches Transportmittel man wählen muss, wo man Einkaufen soll, ja sogar ob und wieviel Fleisch man essen soll….

    • Dominik sagt:

      Sehe ich genauso. Das ist das wirklich gefährliche an dieser Diskussion. Die Meute stürzt sich auf die Ehrlichen und lenkt so von sich selber ab. Entrüstung anstatt Auseinandersetzung; führt garantiert zum Stillstand. Ein Zeichen der Zeit.

    • Franz Vontobel sagt:

      Genau! Und wer ist schuld? Der EU-hörige Bundesrat und die Euroturbos! Und die PFZ, natürlich!

    • Widerspenstige sagt:

      Stopp! Da werden Äpfel mit Birnen verglichen. Es fordern eben genau nicht die differenziert sich verhaltenden Eltern ‚existenzbedrohende Strafen für jedes Missgeschick u Totalkontrolle für jeden…‘, sondern genau diese lehnen das ab! Es sind genau die autoritär Erziehenden mit Prügelstrafen, welche das Höchstmass an Strafen und Gesetzen fordern u eine Totalkontrolle via Kameras etc.! Es gibt da feine Unterschiede in den Erziehungsstilen, welche hier und heute diskutiert werden. Bitte lesen Sie einfach intensiver mit, Joe und Dominik.

      • Dominik sagt:

        Sie fordern mich auf, intensiver zu lesen und zu differenziere, während Sie uns bereits das Ettikett umgehängt haben. Man kann auch etwas grosszügiger mit anderen Meinungen umgehen. Wie Ihre Reaktion zeigt, hat Joe Schweizer voll ins Schwarze getroffen – und das bedeutet lange nicht, dass wir gegen Sie und für Ihre Gegner sind. Meine Meinung steht zuoberst. Es ist allerdings offensichtlich, dass bei Ihnen viel Dampf im Kessel ist. Da vergeht einem gleich die Lust, sich einzulassen. Ich sehe da bei Ihnen jedenfalls gar keine feinen Unterschiede, die man diskutieren könnte.

      • Widerspenstige sagt:

        Gut Dominik, ich hätte besser vorher Ihre heutigen Beiträge lesen sollen u Ihren Namen weglassen bei meiner Konter an Joe, sorry. Welches Etikett meinen Sie genau?

      • Dominik sagt:

        Merci. Wenn Sie im Zusammenhang irgendwelche Typen beschreiben, fühlt man sich natürlich angegriffen. Es ist schon so, dass man immer mehr den Eindruck hat, die Gedankenpolizei sei unterwegs, ob all diesen künstlich korrekten, verurteilenden Posts. Wirklich schwierig wirds mit manchen Kinderlosen, die haben null eigene Erfahrung und manchmal ein Defizit zu kompensieren: „Wir können keine Kinder haben, und die Eltern schimpfen anstatt froh zu sein.“ Ich offeriere dann sogleich einen Bastelsonntagnachmittag und schmunzle, wenn die Kinder dankbar eine halbe Stunde früher zurückgegeben werden…

  • Sina sagt:

    1/2 gewalt ist immer so ein allgemeines wort, ist es schon gewalt, wenn man einem kind auf die finger klopft? einen klaps auf den hinterkopf oder auch aufs füdli? also meiner meinung nach hat das noch nie einem kind geschadet. was aber das wichtigste in dieser situation ist, dem Kind (zumindest danach) erklären, WARUM es soweit kam. ich finde einen klaps (ich spreche jetzt absichtlich nicht von schlagen, weil das für mich zweierlei sind!) weniger schlimm, wie ein kind tagelang -in den augen des kindes grundlos – zu ignorieren! Kinder testen grenzen aus und manchaml muss man ihnen klar machen..

    • Sina sagt:

      2/2 wo diese sind… da gibt es verschiedene möglichkeiten und für mich ist es -wie gesagt – ein himmelweiter unterschied von schlagen = verprügeln oder mal einen klaps. Was für mich gar nicht geht, sind ohrfeigen oder allgm. ins Gesicht schlagen. das gesicht ist am empfindlichsten und privatesten. das finde ich respektlos.
      ganz ehrlich, ich hab auch mal aufs füdli gekriegt und hatte es absolut verdient!! 🙂 habe wegen dessen aber weder eine kaputte beziehung zu meinen eltern, noch sonst einen knacks (ok, vielleicht ein bisschen 😉 ) weil ich ganz genau weiss, warum es soweit gekommen ist!

      • Rahel S sagt:

        Danke Sina- so in etwa sehe ich das auch. Trotzdem fuehle ich mich meist schlecht, wenn zu einem „Klaps“ kommt. Dann frage ich michl, ob es nicht vielleicht doch noch einen anderen Weg gegeben haette, ob ich alle Moeglichkeiten ausgeschoepft habe. Ich hatte als Kind auch ab und zu einen Klaps bekommen- ja die waren allesamt verdient und ich wusste immer, warum es geschah. Aber ich wurde nie wirklich geschlagen. Es gibt wirklich einen Unterschied zwischen einem Klaps und Ohrfeigen, verdreschen, verpruegeln- jedenfalls fuer mich.

      • Sportpapi sagt:

        „Es gibt wirklich einen Unterschied zwischen einem Klaps und Ohrfeigen, verdreschen, verpruegeln.“ Eben. Das geht im Lärm manchmal unter. Wenn Sie nun zurückdenken. Glauben Sie, Sie haben lieber einen „verdienten“ Klapps als Strafe erhalten, als eine andere, vielleicht auch angemessene, aber vielleicht auch länger andauernde? Was meinen Sie, was würden Ihre Kinder wählen? Ich für meinen Teil war in den seltenen Fällen, dass ich einen Klapps erhalten habe (2-3 Mal insgesamt) immer auch froh, dass es damit auch vorbei war. War mehr symbolisch und hätte immer schlimmer kommen können…

      • Peter Pfrunger sagt:

        Bei ihnen hat der Klaps auf den Hinterkopf offensichtlich sämtliche Grossbuchstaben rausgeklopft.
        Wer findet Schläge an den Kopf soll es doch mal im Selbstversuch ausprobieren. Damit die Grössen- und Stärkeverhältnisse stimmen soll mal bei einem Klitschko hinhalten, dann sehen wir weiter.

      • Sportpapi sagt:

        Meinen Sie mich, Pfrunger?
        Offenbar haben Sie es nicht geschafft, ein paar einfache, kurze Stellungnahmen hier zu lesen und korrekt zu erfassen. Geben Sie sich etwas Mühe!

      • Franz Vontobel sagt:

        SP, wer hat in obigen Posts keine Grossbuchstaben verwendet? Geben sie sich selber Mühe!

      • Sportpapi sagt:

        Danke, Vontobel. Diesen Hinweis habe ich gebraucht, so findig war ich nicht. Und lehne mich nun getrost zurück.

  • G. Graf sagt:

    Neben dem pädagogischen gibt es auch noch den medizinischen Aspekt. Ohrfeigen können im schlimmsten Fall zu Gehörlosigkeit, Schädigung des Auges oder zu einer tödlichen Gehirnblutung führen. Bei Kinderärzten sollten immer die Alarmglocken läuten, wenn Eltern ihr Kind wegen „Gehörproblemen“ in die Praxis bringen.

  • mauro sini sagt:

    Nein, nein, nein, NEIN!
    Gewalt ist NIE eine Lösung.
    Gewalt ist IMMER der Anfang einer Gewaltspirale.

    Lassen sie nicht einreden von die sogenannten „mir hat’s auch nicht geschadet“. „Ach, nein? Schauen sie sich selber an, sie Urmensch“, lautet meine Antwort.

    Es ist wahrscheinlich eine Utopie aber vielleicht eines Tages der Mensch wird aufhören ein Tier zu sein.

    (von meine 3 Kinder der einzige der „physischen Gewalt“ gespürt hat leidet heute an MS, Danke an die Mutter dessen Vater sagte „ein Ohrfeige hat niemand geschadet“)

    Nochmals NEIN!

    • Sportpapi sagt:

      MS? Wo ist der Zusammenhang?

      • Claudia Meyer sagt:

        Jetzt reden Sie sich nicht ein, dass MS die Folge von physischer Gewalt ,MS ist eine chronisch-entzündliche Krankheit.
        Ich verurteile Schläge ins Gesicht und Hinterkopf und Drohungen. Ich war ein „Schlüsselkind“ und meine Eltern haben mir oft gedroht, mich ins Heim zu stecken wenn ich Unsinn anstelle, die Wohnung sei Videoüberwacht.

      • Hotel Papa sagt:

        Bingo!

        Solche Verbalinjurien sind viel schlimmer und gehen tiefer als die eine oder andere ausgerutschte Hand.

        (von wegen „Sticks and Stones…“ Ein viel blöderes Sprichwort wurde wohl nie erfunden.)

      • mauro sini sagt:

        seelische Trauma hinterlassen Narben in Hirngewebe… warum nicht als zusätzliche Faktor um ein MS auszulösen… Man weiss nicht wie/warum MS entsteht aber Zuwendung ist wahrscheinlich nicht der Grund.
        Noch, verbale Aggression ist genau so schädlich und eigentlich genauso verboten!.

  • Dominik sagt:

    Gewalt ist genauso abzulehnen wie antiautoritäre Erziehung. Wo ist nun die Grenze von Autorität zu Gewalt? In die Ecke stehen: Ist die Ausgrenzung schon psychische Gewalt? Einen Klaps als Erinnerung an die Regeln? Bei uns müssen die Kinder wissen, WARUM sie etwas nicht dürfen. In der Befolgung der Regeln sind wir konsequent, lassen ausnahmsweise auch mal Fünfe gerade sein. Wir glauben, dass Strafe sein muss, aber ohne das Kind machtlos zu machen. Und auch Eltern dürfen Fehler machen. Darum dünkt mich der obengenannte Shitstorm scheinheilig. So wird das Kind idealisiert, was unrealistisch ist.

    • Franz Vontobel sagt:

      Wer Autorität hat, der braucht keine Gewalt – simple as that.

      • Dominik sagt:

        Ja gut, doch ist Frage, wie man zu Autorität kommt. Meine Kinder sollen meine Autorität aus Überzeugung akzeptieren, nicht aus Angst.

    • Markus Eisenring sagt:

      Lieber Dominik, bin ganz mit Ihnen einverstanden – ausser mit Ihrer Bemerkung zu antiautoritärer Erziehung. Sie setzen diesen Begriff fälschlicherweise gleich mit Laisser-faire oder mit einem vernachlässigenden Erziehungsstil. Der Schotte A.S.Neill, dem die deutsche Übersetzung im Titel den Begriff „antiautoritär“ untergejubelt hat, übertrug konsequent das Prinzip der Gleichheit aller Menschen vor dem Recht – altersangemessen – auf den Umgang mit Kindern. Das entspricht ziemlich genau dem, was Sie von Ihrem eigenen Umgang mit Kindern schreiben. Gewalt hat dabei keinen Platz!

      • Beat Bannier sagt:

        Folgendes Beispiel: Mein damals 2 jähriger Sohn und sein gleichaltriger Freund bissen sich öfters gegenseitig z.T. bis aufs Blut. Die Mütter redeten ihnen jeweils ins Gewissen, was die Situation nicht verbesserte. Als sich die Beisserei in meinem Beisein wiederholte, botschte ich den Beiden die Köpfe aneinander,sie spürten den Schmerz gleichzeitig und weinten beide, seither haben sie sich nie mehr gebissen. Möglicherweise hätte man das Problem auch mit vielen psychotherapie Stunden beheben können.

      • Franz Vontobel sagt:

        Köpfe 2jähriger zusammenschlagen! Da fehlen mir tatsächlich die Worte – was nicht oft vorkommt…

      • Susi sagt:

        Bannier: „Möglicherweise hätte man das Problem auch mit vielen psychotherapie Stunden beheben können.“

        Möglicherweise brauchen diese Kinder dafür dank Ihnen in 20 Jahren viele Psychotherapiestunden…

      • Beat Bannier sagt:

        Die Beiden sind jetzt 23 jährig und mein Sohn ist gesund und munter. er hat ne feste Freundin und studiert im dritten Jahr.
        Haben sie schon mal Kätzchen beobachtet, die sich nicht an das stillsein Gebot der Mutterkatze halten weil ein grosser Vogel in der Luft kreist, da gibts auch Watschen.
        Botschen ist nicht zusammenschlagen, und ein Klaps auf den Hintern ist nicht verprügeln. Geht es auch etwas differenzierter?

      • Susi sagt:

        Oh, jetzt kommt noch ein Beispiel aus dem Tierreich… Stimmt, wenn Katzen mit ihren Jungen diskutieren, bringt das ungleich weniger als eine Pfotenwatsche, stimme vollumfänglich zu.

      • Beat Bannier sagt:

        Eben, Susi, sag ich doch. Wenn Mütter mit ihren 2 jährigen diskutieren, bringt das ungleich weniger als eine Pfotenwatsche.

      • Franz Vontobel sagt:

        …oder eben deren Köpfe zusammenzuhauen. Und nachher noch kurz die Händchen auf die heisse Herdplatte gedrückt und gut ist.

      • Susi sagt:

        Mit meiner Zweijährigen konnte ich ehrlich gesagt sehr wohl diskutieren. Watschen hat sie nicht gekriegt und hielt sich trotzdem an verbal mitgeteilte Regeln. Ist halt immer die Frage, wie man das macht. Zaubermethode „positives Formulieren“. Anstatt: „Du sollst den Nachbarn nicht ins Gärtlein trampeln“ sagt man halt „bleib bitte hier draussen“. Klappt sehr gut. Zweijährige beherrschen die Sprache gut genug, um solche Regeln/Grenzen nachvollziehen zu können.

      • Susi sagt:

        @Franz: Uinei.
        🙂

      • Beat Bannier sagt:

        Ich hab Sie verstanden, Herr Vontobel, Sie und alle Kinder dieser Welt, sind Mutter Theresa und ich bin Torquemada, dazwischen gibt`s gar nichts.

      • Susi sagt:

        Herr Banninger, Sie propagieren hier ein Lernen durch Schmerz, da müssen Sie sich ja wirklich nicht wundern, wenn Franz mit dem Herdplatten-Beispiel auffährt.

      • Martin Frey sagt:

        Jetzt drehen Sie aber kräftig an der Eskalationsschraube, Hr. Vontobel. Was kommt als nächstes im Arsenal? Das brühende Wasser? Die Mikrowelle? Kinder mit dem Gürtel durch die Wohnung treiben? Kommen Sie, nehmen Sie etwas Dampf weg, solche Totschlagargumente helfen ja der Diskussion auch nicht wirklich weiter…

      • Franz Vontobel sagt:

        Doch, doch, dazwischen gibt’s schon was. Nur halten sie sich ganz offensichtlich nicht dort auf. Kann mir echt nicht vorstellen, dass sie hier viel Zuspruch für’s Kleinkinderköpfe zusammen“botschen“ erhalten werden – auch nicht von den „Klaps“-Befürwortern…

      • Beat Bannier sagt:

        Also mein Lehrling bekundet Freude an Watschen. Mit seinen Kollegen zog er öffters zum Nachbarn aus, um ihn so lange zu provozieren bis diesem die Hand ausrutschte. Ein beliebter Trick, sein Taschengeld aufzumöbeln, wie er mir erklärte.

      • Franz Vontobel sagt:

        @MF: Grober Klotz, grober Keil.

      • Beat Bannier sagt:

        Nein, Susi, ich propagiere nicht das lernen durch Schmerz als vielmehr das lehren wie sich Schmerz anfühlt, den man Anderen, meist Schwächeren, zufügt. Der Gewalttätige wird mit der verabreichten Watsch selber zum Opfer und steht momentan mit seinem Opfer auf der gleichenen Ebene. Er lernt was Demütigung und verletzt werden bedeutet am eigenen Körper. Schmerz und Demütigung können Sie nicht verbal erklären.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Wenn ich es nicht besser wüsste würde ich nun sagen, Sie sollen erst einmal selber Kinder haben…
        Ernsthaft, sie erklären dem zweijährigen Mädchen, und es macht dann immer, was es soll? Wobei stimmt, das war bei unseren auch mal so…

      • Franz Vontobel sagt:

        …aaah, jetzt verstehe ich, Herr Bannier! Weil die beiden Kleinkinder sich gegenseitig bis aufs Blut bissen, war es nötig ihnen beizubringen, wie sich Schmerz und Demütigung anfühlt und sie mussten ihre Köpfe zusammen“botschen“.

        Doch, doch, macht sicher Sinn in ihrer Welt… vermute ich…

      • Dominik sagt:

        @M. Eisenring:

        Danke! Habe AS Neill kurz bei Wiki nachgelesen. Interessant. Es scheint so zu sein, also auch bei AS Neill, dass man häufig aus den eigenen Kindheitserfahrungen den eigenen Erziehungsstil herleitet, statt sich zeitgemäss zu verhalten. Das finde ich problematisch. Man sollte sich überlegen, wo Analogien und deren Gefahren vorliegen. Darum bin ich froh, wenn ich meinen Kindern auch elternfreie Freizeit organisieren kann. Da können sie mich/uns etwas relativieren und sind herausgefordert, selber zu denken und sowieso selbständig zu werden. Die Dynamik daraus ist sehr fruchtbar.

      • Beat Bannier sagt:

        Nein, Herr Vontobel, Sie verstehen nicht oder wollen es gar nicht. Sich gegenseitig Beissen bedeutet eben nicht Gleichzeitig. Aber vielleicht wäre es besser gewesen, als Coach aufzutreten und auf Komando beissen zu lassen?
        Die blutenden Biss-Wunden an den Armen schreckten mich aber mehr ab, als die kleinen Beulen am Kopf.
        Sie werden verstehen, wenn ich mich jetzt auf ihre unkonstruktiven Runtermache nicht mehr einlasse.

      • Susi sagt:

        @SP: Meine Tochter ist jetzt bald 6 und ich bin sehr gut durchgekommen mit Erklärungen und ohne Haue in irgendwelcher Form.
        Meine Au Pair Kinder waren 4,7 und 9 Jahre alt (bez. dann 5, 8 und 10), mir wäre nicht im Traum jemals die Hand ausgerutscht…

      • Susi sagt:

        @ Bannier: Sie sprechen 2jährigen die Fähigkeit, Erklärungen zu verstehen, ab, halten sie aber gleichzeitig für empathiefähig? okay, sie sind in der Welt der kognitiven Entwicklung voll zuhause, gell.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.