Schluss mit Job-Klischees!

Ein Gastbeitrag von Helena Trachsel*

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Kommt Ihnen dieses Foto ungewohnt vor? Eine Schreinerin bei der Arbeit. Foto: Michael Courtney

Die Schweiz ist eins der wettbewerbsfähigsten und innovativsten Länder der Welt. In der Rangliste des «Global Competitiveness Report», erstellt vom Weltwirtschaftsforum, belegte sie den internationalen Spitzenplatz. Warum aber sind wir Schweizer nicht ganz so erfolgreich, wenn es um die Gleichstellung von Mann und Frau geht? Im «Gender Gap Report» des Forums sind wir nicht etwa die Nummer eins, sondern landen auf Platz elf. Zahlen und Fakten aus dem Schweizer Alltag bestätigen diesen Kontrast. So verdienen Frauen im Kanton Zürich zum Beispiel im Schnitt 24 Prozent weniger als Männer. Im Finanzsektor, einem der Aushängeschilder der Schweiz, beträgt die Lohndifferenz sogar 32 Prozent. Unter anderem deswegen haben Frauen in der Schweiz auch ein grösseres Armutsrisiko als Männer.

Der Grund für diese Entwicklung ist vielschichtig. Zum einen fehlt der Schweiz ein konsequent verfolgtes Gleichstellungsleitbild. Bis 1985 benötigten Frauen die Erlaubnis des Ehemanns, um ein Bankkonto zu eröffnen oder einen Beruf auszuüben. Das heisst, dass die jungen Frauen von heute teils noch mitbekommen haben, wie ihre Mütter um Erlaubnis fragen mussten, wenn sie arbeiten wollten, und die Väter dazu ihre Unterschrift gaben.

Dieses überholte Bild beeinflusst noch heute unsere Gesellschaft. Es ist noch immer nicht selbstverständlich, dass Männer und Frauen gleichwertig Verantwortung für Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung übernehmen. Selbst im jungen Alter steuert diese Tendenz schon die Berufsträume. So berücksichtigen 75 Prozent aller Frauen bei der Lehrstellensuche nur die elf beliebtesten Berufe. Zudem entsprechen diese oft einer eher traditionellen Frauenrolle, wie zum Beispiel Fachfrau Betreuung, Dentalassistentin oder auch Coiffeuse. Bei Männern hingegen erweitert sich das Spektrum auf 26 Berufe, vom Informatiker bis zum Automobilfachmann. Diese bieten oft auch mehr Aufstiegsmöglichkeiten.

Gerade deshalb ist es wichtig, schon in der Schule mit Jungen und Mädchen über Lebensplanung, Karrierewünsche und Gleichstellung zu sprechen. Wie gestalte ich meinen Beruf und mein Privatleben? Was bedeutet Gleichberechtigung für Jungen und Mädchen in der Schweiz? Für Mädchen muss es ganz selbstverständlich werden, sich selbst als zukünftige Ernährerinnen zu sehen. Wir müssen Mädchen wie auch Jungen beibringen, sich von ihren individuellen Talenten, Wünschen und Stärken leiten zu lassen, Löhne mit gesundem Selbstbewusstsein zu verhandeln und ihre Karriere unabhängig von Geschlechterrollen zu planen. «Ich bin ein Mädchen und möchte Schreinerin werden – ich bin ein Junge und möchte Krankenpfleger werden.» Solche Wünsche sollten ganz natürlich sein.

Für Unternehmen gibt es wiederum sechs konkrete Schritte, um die Gleichstellung zu fördern:

1. Im Bewerbungsstadium. «Was möchten Sie verdienen?» – diese Frage sollte gestrichen werden, da Frauen bei ihr schlechter abschneiden und sich nicht gut genug bewerten. Stattdessen sollte im Bewerbungsgespräch ein transparentes und klares Lohnband angegeben werden, in dem sich die Bewerber positionieren können.

2. In der Ausbildung. Hier gilt es, Erfolgsfaktoren geschlechtsneutral zu analysieren. Welche Berufe sind zukunftsträchtig? Wie stelle ich mir mein Leben vor und was muss ich tun, um es zu verwirklichen?

3. Bei der Karriereerwartung. Hier sollten Unternehmen proaktiv vorgehen und klar vermitteln, dass sie mehr Frauen einstellen und fördern möchten. Sie müssen bereit sein, Transparenz bei Lohn und Beförderung zu schaffen und das konkrete Ziel der Gleichstellung regelmässig zu überprüfen.

4. In der Unternehmenskultur. Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist hier das grosse Thema. Unternehmen sollten von sich aus Flexibilität anbieten. Zu oft muss nach Angeboten wie Teilzeit erst gefragt werden, was unangenehm sein kann.

5. Bei der Förderung. Unternehmen brauchen gemischte Teams bis in die Geschäftsleitung. Um die offensichtliche Lücke von Frauen in Führungspositionen zu schliessen, benötigt es verbindliche, Beurteilungs- oder Bonus-relevante und – je nach Branche – realisierbare Zielvorgaben von mindestens 30 Prozent Frauen auf jeder Hierarchiestufe. Neben der Unterstützung bei der Kinderbetreuung und Angehörigenpflege heisst dies auch, dass es für Männer kein Karrierekiller sein darf, wenn sie eine Zeit lang zu Hause bleiben, um sich um die Familie zu kümmern.

6. Durch Networking. Durch Netzwerke, Mentoring und Coaching können Frauen in ihrer Karriere sinnvoll begleitet und ermutigt werden.

Junge Menschen haben heute ein anderes Verständnis von Erfolg und Karriere. Viele von ihnen wünschen sich mehr Ausgewogenheit im Berufs- und Privatleben. Dieser Umbruch bedeutet eine riesige Chance für unsere Gesellschaft. Wir müssen die nächste Generation dabei unterstützen, Geschlechterrollen zu hinterfragen und neu zu definieren. Um das aber zu verwirklichen, reicht unsere bisherige Herangehensweise nicht aus.

Eine wirkliche Gleichstellung werden wir nur erreichen, wenn wir in allen Bereichen zusammenarbeiten: Politik, Forschung, Industrie, Bildung. Nur dann schaffen wir es, unseren jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, ihren eigenen Lebensweg positiv zu gestalten und sich für den zukünftigen Erfolg der Schweiz einzusetzen – befreit von Geschlechterrollen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA*Helena Trachsel leitet die Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann im Kanton Zürich. Sie ist verheiratet und Mutter von zwei Töchtern.

253 Kommentare zu «Schluss mit Job-Klischees!»

  • Tom Meier sagt:

    Zu Punkt 1: Es braucht keine Lohnbänder usw. sondern man sollte Frauen einfach darauf aufmerksam machen, dass man den angemessen Lohn auf Lohnrechnern im Internet finden, diesen dann verlangen können und Schwups bekommen Frauen den gleichen Lohn wie Männer. Klar nun wird jeder sagen: Aber Frauen unterschätzen sich, usw. Da antworte ich: Dann müssen sie lernen sich richtig einzuschätzen. Ohne das man hinstehen und von seinen Fähigkeiten überzeugt ist, wird weder Mann noch Frau eine Leitungsposition bekommen! Tatsächlich geht es darum, den Selbstwert von Mädchen zu stärken!

  • Louis Odermatt sagt:

    Es gibt doch faktisch keine Benachteiligung der Frau mehr. Aber Frauen haben oft wenig Lust sich in den harten – will sagen – wirklich rentierenden Jobs auszubilden. Wenn ich an der ETH sehe wie die harten Fächer Physik, Ingenieurwissenschaften, Betriebswirschaft, etc. studentinnenmässig belegt sind, dann spricht das einfach eine eigene Sprache.

    • Laki sagt:

      „….die harten Fächer“ ja das ist ja wiedermal eine Klassierung. Ich bin echt stolz, machen unsere Männer diese wirklich harten Jobs und lassen sich dazu an der ETH ausbilden. Ich lach mich futsch…. Ich selber habe eine super Ausbildung und arbeite im Sekretariat. Alle Sekretariatsstellen sind von Frauen besetzt in unserer Firma….. ich frage mich einfach, wieso? Der Job ist erfüllend, die Art wie die Leute (oft Männer) auf dich hinunterschauen, schrecklich. Nein echt, da muss sich noch vieles ändern.

      • Hotel Papa sagt:

        Der Physiker fragt: „Warum funktioniert es?“
        Der Ingenieur fragt: „Wie baut man es?“
        Der Betriebsökonom fragt „Was kostet es?“
        Der Kunstgeschichtler fragt: „Hätten sie da gerne Pommes dazu?“

        Aber da ist selbstverständlich nur das böse Patriarchat daran schuld.

        (Habe übrigens mit einer Phil einserin zsammengearbeitet, die Pfeffer im Arsch hatte und in ihrem völlig nicht Ausbildungstypischen Job sicher mehr verdient hat als ich. Berechtigterweise.)

  • Martin sagt:

    Gleichstellung von Mann und Frau? Eher Bevorzugung von Frauen! Ich gehe auf die Bank. Was sehe ich? Praktisch nur Frauen. Ich gehe einkaufen. Was sehe ich? Praktisch nur Frauen. Ich schaue mir die Tagesschau an. Was sehe ich? Frauen. Eine Sendung über den Bundesrat? Frauen. Ich besuche die Webseite einer Anwaltskanzlei. Was sehe ich? Frauen. Ich muss vor den Richter. Was sitzt da? Eine Frau! Was soll eigentlich der Mist von wegen „Gleichstellung“ usw.? Frauen haben genau so die Chancen oder sogar noch bessere, einen Job zu bekommen als Männer! Mir hängt das zum Hals raus!

    • Laki sagt:

      Die Frauen stehen oft in der Front, sprich am Schalter oder an der Kasse. Wieso bloss. Gleichzeitig sahnen im Backoffice gleich ausgebildete Männer die Kohle ab. Und ja natürlich, die Frauen regieren total die Welt, das denke ich immer vor allem in meiner Branche (Forschung und IT), wo die Frauen zu wenig gefördert werden. Nur weil sie etwas weniger Computergeil sind im Teenie alter und den Anschluss halt verpassen….

      • Martin sagt:

        @Laki: Es gibt genügend Frauen, die Ärzte, Anwältinnen usw. sind und die verdienen genug! Auch in der Politik. Es gibt nun mal Berufe, wo es aus was weiss ich was für Gründen mehr Männer als Frauen oder mehr Frauen als Männer hat. Wie viele männliche Kindergärtner kennen Sie? Wenn man sich überlegt, wie viel Prozent der Männer arbeiten und wie viel Prozent der Frauen, dann ist es logisch, dass es mehr Männer gibt, die bspw. in einem Verwaltungsrat sitzen. Mir geht es einfach auf die Nerven, dass man die Prinzessinnen auch noch im Beruf auf Händen tragen soll. Geht mir nicht in den Kopf.

  • Christine Rüegsegger sagt:

    Frau Trachsel, ich gebe Ihnen recht, dass Gleichberechtigung in der Gesellschaft passieren muss. Dabei stellt sich jedoch die Frage, wo/durch wen ebendiese initiiert wird. Gleichberechtigung kann, wenn sie funktionieren soll, NUR durch die Betroffenen selber passieren (intrinsische Motivation). Das heißt auch Mut haben, harte Diskussionen führen, auch mal Druck aufsetzen und Nein sagen. Da die Betroffenen in diesem Fall über 50% der Bevölkerung ausmachen, ist ein Wandel in diese Richtung durchaus machbar. Outsourcing an Politik, Coaches, etc. greift hier nicht. Selbst ist die Frau! Oder so.

  • Phil Gra sagt:

    Hier wird dauernd vergessen, dass es hier immer um die Gleichberechtigung der Frau und nicht um beide Geschlechter geht. Realistisch gesehen ist es heute fast ausgeschlossen das ein Junge einen typischen Frauenjob wir z.B. Krippenbetreuer macht. Sofort kommt das Missbrachsthema, dito in der Schule im Bereich Unterstufe! Und es wird so weitergehen. Meiner Minung nach sind diese Tatsachen viel einschneidender als die „fehlende Gleichberechtigung“ der Frauen, jede Frau welche wirklich Interesse an einem Männerberuf hat wird einen Weg finden diesen auszuüben. Aber eben echtes Interesse muss sein.

  • Irene feldmann sagt:

    Es ist so. Jeden Beruf für alle. Alles andere ist inkompetent.

  • Pedro sagt:

    Zitat..“Firmen sollten proaktiv vorgehen“….-kann mir endlich mal jemand erklären, was „proaktiv“ heisst? Ich habe noch nie von „antiaktiv“ gehört, meines Wissens geht man entweder aktiv oder passiv vor, aber proaktiv..???..

  • Pierre sagt:

    Frau Trachsel von der so genannten Gleichstellungsstelle des Kantons Zürich: Ich bin alleinstehend und habe keine Unterstützungspflichten und meine Kolleginnen, die alleinstehend sind und keine Unterstützungspflichten haben, leisten BEDEUTEND WENIGER für unser Gemeinwesen: Da ich keinen Militärdienst leisten kann, bezahle ich einen Haufen Ersatzsteuern. Die genannten Damen nicht – und somit haben sie bedeutend mehr Geld in der Tasche, weil nämlich ihr Verdienst so hoch ist wie meiner. Bleiben Sie mir also gefälligst vom Leibe mit Ihren verheuchelten Forderungen!

  • Marcel Elsener sagt:

    3. Der Angestellte, der seine Karrierevorstellung selbst bestimmt, dem Arbeitgeber mitteilt und auch zielstrebig verfolgt, braucht keine Rundumbetreuung. Der Arbeitgeber wird den Arbeitnehmer dann fördern, wenn beider Vorstellungen über die Karriere des letzteren in Einklang gebracht werden können. Üblicherweise bespricht man das schon beim Bewerbungsgespräch. Die Einstellung von mehr Frauen oder Gleichstellung im Betrieb ist kein relevantes Ziel für einen Unternehmer. Er will fähige, motivierte Mitarbeiter, egal welchen Geschlechts.

    • Marcel Elsener sagt:

      4. Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist kein relevantes Ziel für einen Unternehmer, es sei denn, die solcherart privilegierten Mitarbeiter erbringen tatsächlich einen Mehrleistung gegenüber jenen, die eine solche Pamperung nicht benötigen (Kinderlose oder Mitarbeiter, deren Partner sich hauptamtlich um die Kinder kümmert). Nur dann ist der zusätzliche Aufwand aus Sicht des Unternehmers gerechtfertigt. Der Unternehmer wird selbstverständlich den flexibleren Mitarbeiter bevorzugen und/oder ihm mehr bezahlen für seine Flexibilität, weil dieser ihm einen höheren Mehrwert einbringt.

      • Lukas O. Bendel sagt:

        Zu 3+4: Auch hier sei erläuternd angemerkt, dass Frau Trachsel fordert, Unternehmen hätten mehr Frauen einzustellen und zu fördern, ob dies nun im Interesse der Firma sei oder nicht.
        Meines Erachtens bedeutet Gleichstellung gleiche Chancen bei gleicher Qualifikation und gleichem Engagement: Zu beidem gehört die Fähigkeit Schwierigkeiten proaktiv anzugehen und zu meistern.
        Wer aber schon die primär persönlich motivierte Frage nach der Möglichkeit Teilzeit zu arbeiten scheut, wird wohl jeder Konfrontation im geschäftlichen Interesse kategorisch aus dem Weg gehen und lieber die Firma schädigen.

    • Marcel Elsener sagt:

      5. Einmal mehr wird ein Mythos zelebriert, der keine empirische Bestätigung gefunden hat. Gemischte Teams sind dann von Vorteil, wenn die Teammitglieder sich in ihren Fähigkeiten ergänzen und gut zusammenarbeiten. Inwieweit ein weibliches Geschlechtsorgan zwischen den Beinen eine Sonderbefähigung darstellt, erschliesst sich mir nicht. Für den klugen Unternehmer sind nur die fachlichen und sozialen Fähigkeiten, sowie die Motivation der Teammitglieder von Bedeutung und nicht das Geschlecht. Desweiteren muss die Chemie innerhalb des Teams stimmen. Alles andere ist ideologischer Mumpitz.

    • Marcel Elsener sagt:

      6. Networking ist nichts anderes als das, was bei Männern Seilschaften und Männerbünde genannt und als schlecht hingestellt wird. Wenn hingegen Frauen es tun, erlangt es höhere Weihen. Wenn zwei das gleiche tun, ist es halt noch lange nicht dasselbe. Sexistischer Doppelstandard.

    • Marcel Elsener sagt:

      Fazit: Hier spricht eine staatlich besoldete Funktionärin, die keine Ahnung vom freien Markt und den dort vorherrschenden Bedingungen hat. Für sie sind Selbstverwirklichung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf etc. von grosser Bedeutung. Für den Unternehmer, der von seinen Mitarbeitern gute Leistung verlangt, damit er im Wettbewerb mit den Konkurrenten überhaupt bestehen kann, ist das alles irrelevant. Wenn Frau Trachsel glaubt, mit ihren Wertvorstellungen auf dem Markt bestehen zu können, soll sie selbst ein Unternehmen gründen und es in der Praxis beweisen. Sonst ist das nur Laberei.

  • Marcel Elsener sagt:

    Frau Trachsel bezieht sich auf eine Lohnstudie des Kantons Zürich. Dort wird eine Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen von 9 % ausgewiesen, die (angeblich) auf Diskriminierung zurückzuführen ist. Frau Trachsel erwähnt jedoch diesen Wert nicht sondern den Bruttounterschied von 24 % (genauer 24,96 %). Ein schönes Beispiel, wie man mit aufgebauschten Zahlen Propaganda betreiben kann.

    Desweiteren erwähnt sie den Global Gender Gap Report des WEF. Dieser Report basiert auf einem sexistischen Bewertungsschema und ist demzufolge unbrauchbar.

    Untenstehend nehme ich Stellung zu den 6 Punkten.

    • Marcel Elsener sagt:

      1. Wer von sich aus einen realistischen Lohn fordert, beweist, dass er ein alter Hase in der Branche ist oder sich zumindest mit den Anforderungen der zu besetzenden Stelle näher auseinandergesetzt hat. Über das Netz kann man ungefähre Lohnrichtwerte leicht eruieren. Wer keine Ahnung hat, was er fordern soll, beweist, dass er zu dumm oder zu faul war, sich auf solche Fragen selbstständig vorzubereiten, und dass er alles mundgerecht auf dem Silbertablett serviert bekommen will.

      • Lukas O. Bendel sagt:

        Es ist ja nachgerade ein Wunder, dass Frau Trachsel nicht auch noch – analog zu ihrer Begründung von Forderung 4 – beklagt hat, es sei Frauen unzumutbar, überhaupt einen (höheren) Lohn zu fordern.

    • Marcel Elsener sagt:

      2. Den Unternehmer interessieren bei einem Mitarbeiter primär Leistung und Motivation. Das sind geschlechtsneutrale Faktoren. Wer sich im Beruf selbstverwirklichen will, dem mangelt es in der Regel an Motivation zur Erledigung seines Jobs. Stellen, in denen die Interessen des Arbeitgebers und die Selbstverwirklichungsideen des Angestellten kompatibel sind, sind sehr selten. Jeder, der in der Privatwirtschaft tätig ist, weiss das. Wer sich im Beruf selbstverwirklichen will, sollte sich selbstständig machen und schauen, ob er damit auf dem Markt bestehen kann.

      • Lukas O. Bendel sagt:

        Frau Trachsel hat leider ungenau formuliert: Eigentlich fordert sie in 2 – analog zu ihren anderen 5 Forderungen, die sich ja einzig an die Anderen richten – den jungen Frauen sei die Berufswahl und Stellensuche abzunehmen, da sie für diese viel zu anstrengend und unangenehm ist 😉

  • Lukas O. Bendel sagt:

    @ H. Trachsel:
    Die aus ihren Forderungen abzuleitende Einschätzung der Frauen ist (m.E. zu Unrecht) absolut verächtlich, ja geradezu frauenfeindlich!
    Ich denke Frauen könn(t)en sehr wohl:
    1. ihre Fähigkeiten einschätzen, sich vor dem Vorstellungsgespräch über Lohnbänder informieren und Forderungen stellen
    2. sich auf http://www.lena.ch über Berufe und deren Voraussetzungen informieren
    3. den Job wechseln, wenn ihnen der aktuelle Lohn nicht mehr passt
    4. nach Teilzeitstellen fragen
    5. die Kinderbetreuung vertrauensvoll tw. den Vätern überlassen
    6. berufsbezogene Netzwerke schaffen und Vorbilder finden

    • Christine Rüegsegger sagt:

      100% Zustimmung! Und was dabei wichtig ist: Wenn Menschen in ihrem Leben gewisse Dinge für sich durchsetzen wollen, müssen auch Dissonanzen in Kauf genommen werden. Und da haperts noch gewaltig bei den Frauen.

    • Daniel Ziltener sagt:

      Sehe ich ebenfalls genau so! Mir scheint bei solcherlei Beiträgen immer, sie würden von Frauen geschrieben, die nicht willens sind, sich, genau wie die Männer auch, „den A**** aufzureissen“, Dinge zu fordern und zu netzwerken, sondern stattdessen lauthals nach (am Besten staatlicher) Unterstützung rufen. Netzwerke entstehen nicht durchs Herumjammern, sondern durchs Handeln! Auch ich als Mann kann nicht einfach herumsitzen und dann jammern, nicht das bekommen zu haben, was ich wollte.

  • Matthias Schaerer sagt:

    Wenn http://www.lohnrechner.bfs.admin.ch/ immer noch unterschiedliche Löhne für Männer und Frauen errechnet, ist es für mich klar, dass sich da nie etwas ändert.

    • Timo sagt:

      Ja dieser Lohnrechner ist eine hochtechnologische Maschine die am CERN angeschlossen ist. 1000sende Prozessoren berechnen in Echtzeit die Entwicklung und die Unterschiede der Löhne. Können Sie sich vielleicht auch vorstellen, dass dieser Rechner auch mit den selben Daten gefüttert wird wie sie auch in den ominösen Studien vorliegen?

  • hans sagt:

    Ui, jetzt wird’s aber gefährlich für uns Männer.

    Jetzt werden Frauen sich in Männerberufe wie Müllabfuhr, Dachdecker, Bauarbeiter, Feuerwehr, Mineure, Soldaten, Polizisten etc. pp. drängen und die gefährliche Dreckarbeit machen.

    Mir wird wirklich Angst um das Patriarchat, um das Privileg von uns Männern, im Beruf Unfälle zu erleben (ca. 90%).

    Jetzt wird’s eng.

  • annalu sagt:

    Ich halte es so: Fordere nicht immer von den anderen, sei einfach deiner Tochter ein Vorbild. Gleiche Regeln für alle, egal ob Mann oder Frau. Die Bedingungen heute sind für Frauen, die Kinder und Beruf unter einen Hut kriegen wollen, nicht ganz einfach, aber ich hoffe, meine Tochter wird davon profitieren, dass ich mir das gleiche abverlange wie jeder Mann, der beruflich vorwärts kommen will.

    • Muttis Liebling sagt:

      Was ändert sich in der Gesellschaft (darum geht es hier), wenn Sie ihrer Tochter irgend etwas beibringen? Nichts! Individuelle Lösungen taugen nichts im politischen Kontext.

      • hans sagt:

        Was hat wohl mehr Einfluss? Die Gesellschaft, die Politik oder der ausgeprägte sexuelle Dimorphismus des Menschen?

        http://de.wikipedia.org/wiki/Sexualdimorphismus

        Lass mich mal scharf nachdenken….

      • Muttis Liebling sagt:

        @hans, da sehe ich jetzt keinen Zusammenhang. Nur den, dass es biologisch und sozial notwendige geschlechtsspezifische Differenzierungen gibt.
        Aufgabe der Politik ist es, diese Differenzierung so zu gestalten, dass sie ein Gemeinsames ergeben, welches mehr als sie Summe von Mann + Frau ist und die Bedürfnisse beider erfüllt, gestaltet.

        Diesen Ansatz sehe ich in der Genderdiskussion nicht. Diese will Differenzen kitten, statt produktiv zu gestalten, indem Frauen männliche Merkmale (Karrieregeilheit, Geldgier) kopieren und Männer Frauenbedürfnisse erfüllen, bzw. simulieren (Teilzeit arbeiten).

      • Muttis Liebling sagt:

        2( Das möchte ich noch einmal betonen: Teilzeitarbeit ist von allen dummen Ideen die Dümmste, weil die das Wesen kreativer, erfüllender Arbeit auf den Kopf stellt. Arbeit, welche mich erfüllt, die mich bewegt, gibt meinem Leben ein Gefäss. Diese Arbeit ist eine der beiden Pfeiler meines Daseins.
        Bei Teilzeit ist es umgekehrt, das gibt die Zeit der Arbeit ein Gefäss. Das kann für eine Supermarktkassierin oder einen Lagerarbeiter wünschenswert sein, in einem kreativen Beruf ist es der Tod der Freude an der Arbeit. Denn um diese geht es primär, nicht um das öde Geld.

      • Anna Lu sagt:

        Was sich ändert ? Dass meine männlichen Kollegen den Beweis erhalten, dass es Frauen gibt, die bereit sind, das Gleiche zu leisten und es auch können….das führt gegenseitig zu Respekt und Akzeptanz…Vorurteile verschwinden und gegenseitiges Verständnis entsteht. Und Muttis Liebling…..auch diese Männer haben Töchter zu Hause, denen sie was mitgeben im Leben….checksch ?

    • Hotel Papa sagt:

      Genau dies.
      .
      Es gibt zwei Sorten GleichstellerInnen.
      .
      Die, die laut monieren, was sich alles ändern muss, damit frau endlich emanzipiert sein kann. (Selbstverständlich ändern bei den anderen.) Unsere Shakespeare-Figur und die heutige (gestrige) Bloggerin sind Beispiele.
      .
      Und dann gibt es die, die einfach tun. Emanzipiert, statt Emanze.
      .
      Ist zwar furchtbar altbacken, aber halt trotzdem wahr:
      „Zu Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland.“
      .
      Weil MLs Idee der vom Staat geformten Gesellschaft eben nicht so richtig funktioniert, gibt es sein Paradies ja nicht mehr.

      • Muttis Liebling sagt:

        Was zu Hause beginnt, leuchtet noch einmal kurz auf: Im heimischen Herd, oder in der Müllverbrennungsanlage. Es gab noch nie ein soziales oder gesellschaftliches Problem, welche mit privaten Mitteln auch nur berührt werden konnte. Das wird es auch nie geben.

      • Hotel Papa sagt:

        Und doch lebt in der Gesellschaft das, was der kollektive Wille der sie ausmachenden Individuen ist. Das Überstülpen von oben funktioniert nicht. Hat noch nie funktioniert. Oder ist Despotie.

        Wenn steuern von oben, dann so:

        Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Menschen zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die menschen die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer. (Antoine de Saint-Exupéry zugeschrieben)

      • Muttis Liebling sagt:

        ‚Und doch lebt in der Gesellschaft das, was der kollektive Wille der sie ausmachenden Individuen ist.‘

        Weder gibt es einen kollektiven Willen, noch besteht die Gesellschaft aus Individuen. Da empfehle ich dringendst ein Anfängerlehrbuch der Politologie.
        Da lernt man, dass die Gesellschaft die Summe aller sozialen Beziehungen in einer Bevölkerung ist und das Wahlen nur den kumulierten Individualwillen, niemals aber einen kollektiven Willen ausdrücken, weil es den gar nicht geben kann.
        Gesellschaft ist und Politik entsteht, wenn man sich aus einer Bevölkerung das Individuum herausdenkt.

  • Muttis Liebling sagt:

    Im Umkehrschluss zeigt der Blog und vor allem diese 6 Punkte das Hauptproblem der Bearbeitung aller sozialer und/ oder politischer Probleme in der Schweiz. Es gibt nur Einzelvorschläge (welche regelmässig nicht angewandt werden) ohne Konzeptklammer. Es gibt in CH keine Sozial-, keine Familien-, keine Gesundheitspolitik. Nur ein Sammelsurium von z.T. sich widersprechenden Massnahmen mit willkürlicher Verantwortungsverteilung. Alles so konstruiert, dass es nie funktionieren kann, dafür aber niemand verantwortlich gemacht werden kann, weil die Behörde, welche die rechte Hand steuert,

    • Muttis Liebling sagt:

      2/ weder den Meister der linken Hand noch dessen Strategie kennt.
      Der Gesundheitsminister hat in diesem Jahr ein Institut für Qualitätssicherung und eines für Prävention angeregt, kann auf Nachfrage aber nicht präzisieren, was Qualität im Gesundheitswesen oder Prävention überhaupt ist.
      So auch bezgl. Gleichstellung: Es fehlen 4 einleitende Sätze, in welchen das globale Ziel präzise formuliert ist.
      Besteht eine Fragestellung aus 100 Teilfragen, beantwortet man die Gesamtfrage nicht, indem man die Teilfragen klärt. Die braucht eine eigene Antwort, welche am Anfang stehen muss. Fehlt hier völlig.

  • Bruno Menzi sagt:

    Zitat: „Eine wirkliche Gleichstellung werden wir nur erreichen,…) …wenn Männer dann auch endlich Kinder gebären werden können (Meine Meinung). Warum beklagen Sie sich nicht darüber, dass Frauen keinen Militärpflichtersatz bezahlen müssen wenn sie keinen Dienst in der Armee leisten etc…schon mal über gleiche Pflichten und nicht nur über gleiche Rechte nachgedacht??? Warum gibt es geschlechterspezifische Berufe, Rollen im Leben, Ansprüche etc? Weil Mann und Frau identisch sind? Wieder so ein dämlicher Schreihals, welcher dazu noch Lohn vom Staat bezieht (Kopfschüttel…).

  • Kara sagt:

    Wenn wir weiter für die Leute mehr Geld zahlen die um unseres Geld kümmern als für die Leute die um unsere Kinder und Eltern kümmern wird es nichts ändern. Es braucht nicht mehr Frauen im Männerberufen, es braucht bessere Bedinungen für Frauenberufe. Leider unmöglich in der Schweiz.

  • fgee sagt:

    Ich kann’s nicht mehr hören. Es dürfen schon längst alle den Beruf erlernen, den sie möchten. Ob man dann aber das Geschichts- oder Philosophiestudium aber noch für etwas anderes brauchen kann als für „daheim am Herd“ ist halt eine ganz andere Frage, die viel zu wenig gestellt wird.

    „Arbeits-Markt“ bedeutet: Wenn weniger Frauen eingestellt werden als Männer, obwohl Männer mehr kosten, dann bringen es die Frauen im Durchschnitt scheinbar nicht. Oder die Frauen wollen lieber gar nicht arbeiten. Ist ja auch prakrisch, wenn der Alte „anschaffen“ geht. An beidem sind nicht die Männer schuld.

    • Muttis Liebling sagt:

      Wenn sich heraus stellen würde, dass ein Konzern mit einer Frau an der Spitze 1% mehr Profit abwerfen würde, hätten Männer keine Chance mehr im Bewerb um diese Position.

  • La vie en rose sagt:

    „Für Mädchen muss es ganz selbstverständlich werden, sich selbst als zukünftige Ernährerinnen zu sehen. “
    Solche Äusserungen halte ich für sehr gefährlich. Ich beobachte die Tendenz, dass oftmals Männer von emanzipierten Frauen die Vorstellung haben, dass ihre Partnerinnen die Kinder erziehen, alleine den Haushalt schmeissen und auch das Geld nach Hause bringen. Diese Männer machen es sich derweil ohne grosse berufliche Ambitionen und mit viel Freizeit im „Hotel Partnerin“ bequem.

    • Denis Martin sagt:

      Pourquoi pas? Warum sollte man die Verhältnisse nicht einmal – auf den Kopf stellen. Zugegeben, es kommt auch nichts Besseres heraus. (Etwa wie bei Animals Farm – von George Orwell). Aber in meiner Vorstellung – müsste ein solches Leben für einen Mann – fast paradisisch sein. Und inzwischen höre ich, alleine (oder fast alleine) – zu Hause ‚la vie en rose‘ – von einer begnadeten Künstlerin…

    • fgee sagt:

      Guter Punkt! In den orientalischen Gesellschaften ist das übrigens schon so: da machen die Frauen alles. Wollen wir wirklich da hin?

    • Jan Peterhans sagt:

      Also in anderen Worten: egal wie Frauen es anstellen, sie ziehen immer die den Kürzeren. Oder wie soll Mann Ihren Beitrag interpretieren?

      • La vie en rose sagt:

        Nein. Es gibt viele Männer, die den Kürzeren ziehen und von Frauen regelrecht ausgenommen werden. Es gibt aber im Zuge der Emanzipation je länger je mehr Männer, die dies nun mit Frauen machen, aber nicht nur finanziell sondern auch mit Haus- und Erziehungsarbeit. Es sind nicht selten Männer, die direkt aus dem Hotel Mama aus- und bei der selbständigen Partnerin einchecken.

    • Sepp Manser sagt:

      @La vie en rose: Ein Widerspruch in sich selbst: eine Frau, die freiwillig (oder gehen Sie in solchen Fällen von einer Zwangsheirat aus?) einen Mann wählt, der solche Erwartungen hat, kann ja schon per Definition nicht emanzipiert sein, Punkt.

      • La vie en rose sagt:

        @Sepp Manser: Ich habe weder behauptet, dass Frauen, die solche Männer wählen, emanzipiert sind, noch dass sie auch bei diesen Männern bleiben. Meine Aussagen bezogen sich lediglich auf den oben genannten Satz im Artikel, dass Frauen sich (im Rahmen der Emanzipation) als Ernährerinnen sehen sollten.

  • P.S. sagt:

    Warum wird folgendes immer verschwiegen:
    Norwegen ist eines der Vorzeigeländer von Gender Studies etc. Norwegen ist in der „Gleich“-stellung eines der herausragendsten Beispiele. Nur: In Norwegen hat laut Harald Eia’s Master Studie die Gleichstellung nur dazu geführt, dass Frauen noch mehr Frauen-typische Berufe wählen und Männer Männer-typische. Das obwohl hunderte Millionen investiert wurden, damit das nicht passiert.
    Ausserdem: Frauen verdienen im Durchschnitt 24% weniger als Männer. Aber eine Frau im gleichen Job verdient nach Betrachtung aller (!) Faktoren in etwa gleich viel.

  • Hannes Müller sagt:

    Wenn ich in der Autobahntankstelle nach einem Silikonstift und Beratung verlange, dann ruft die Verkäuferin ihren Kollegen und lässt mich mit ihm alleine, statt zuzuhören und etwas dazuzulernen. Auf dem Papier sind beide gleich qualifiziert.

    Bei Startups (ohne Coiffeusen und Nähstuben) sind 90% Männer. Startups macht man freiwillig. Allerdings braucht man dazu eine Idee, eine Ausbildung, Biss, Verhandlungsfähigkeit, Umgang mit Investoren. Dinge, die eine Frau auch kann, wie die 10 % zeigen, die da mitmachen.

    Aber die Anzahl entsprechend ausgerichteter Frauen ist eben gering.

    • Hannes Müller sagt:

      /2 Für die vermeintlichen Sahnejobs dann eine Quote zu verlangen ist sehr sehr weiblich, im sehr sehr klischeehaften Sinne.

  • Hotel Papa sagt:

    Noch ein Frage an Frau Trachsel: Hätten Sie ihre Töchter in einen Kindergarten geschickt, der allein von einem Kindergärtner betrieben wird?

    • fgee sagt:

      Guter Punkt – und geht noch besser: Es gibt Männer, die Frauenberufe erlernen (z.B. Kleinkindererzieher) und die dann von den Firmen (z.B. Krippen) nicht angestellt werden, weil die Kunden (z.B. Eltern) sonst abwandern.

  • Hannes Müller sagt:

    Bei Nature, der wissenschftlichen Zeitschrift, hat man eine Besinnungspause eingeführt, wenn Leute angeschrieben werden um einen Artikel anzufordern. Die Besinnungspause ist die Frage: Und gibt es noch Frauen, die das auch könnten.
    Frauen gehen nämlich schlicht vergessen, ohne Böswilligkeit und beim besten Willen.

    Firmen sollten das auch so einführen, dann würde die unbewusste Bevorzugung von Männern etwas kompensiert. (Cf Blindspot: Hidden Biases of Good People von Mahzarin R. Banaji,, Anthony G. Greenwald)

  • Tomas sagt:

    Und hier noch der Link in der Wikipedia zu der Schliessung des Gender- Instituts in Oslo.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Harald_Eia

  • Tomas sagt:

    Es besteht eine lineare Beziehung zwischen Wohlstand und dem Gender Gap. Je freier sich die Mädchen in einer Gesellschaft entfalten können, desto eher wählen sie „Frauenberufe“ die ihnen wirklich zusagen und desto weniger haben sie ein Bedürfnis, in die „Männerberufe“ vorzudringen. Zu diesem Thema wurde in Norwegen ein sehr guter Dokumentarfilm gedreht, in dessen Folge das Gleichstellungsinstitut des Landes aufgelöst wurde.

    https://www.youtube.com/watch?v=p5LRdW8xw70

  • Jan sagt:

    Ich finde Geschlechterrollen sehr hilfreich. Das Gleichstellungsbüro gehört abgeschafft.

  • Jane Doe sagt:

    Ich finde es extrem wichtig, dass Mädchen, genauso wie Jungen, einen Beruf wählen mit dem Gedanken, dass dieser Beruf ihnen bis zur Pension ein selbstständiges Leben ermöglichen soll. Mehrere Frauen in meinem Bekanntenkreis haben sich damals als 16-Jährige für eine „Alibi“-Ausbildung quasi als Überbrückung der nächsten 10 Jahre entschieden, bis der Traumprinz kommt, sie heiratet und versorgt. Nur: der Traumprinz kam nie und jetzt mit über 30 Jahren sind sie immer noch in dem Beruf den sie nicht mögen und der sie völlig langweilt und unterfordert. So etwas möchte ich für meine Tochter nicht.

    • Franz Marti sagt:

      Tja, aber leider fordern das gewisse konservative Kreise immer noch. Frau bleibt daheim und kümmert sich Haus&Kind. Da wäre es eigentlich nur konsequent, die Schulpflicht für Mädchen komplett aufzuheben – wenn sie eh nicht arbeiten sollen…. Dann stellen sich auch die Fragen nach Lohngleichheit etc. nicht mehr und unser Leben ist wieder wie früher geordnet und schön!

      • Christoph Bögli sagt:

        Gewisse konservative Kreise fordern allerhand, wenn der Tag lang ist. Solange sie damit nicht effektiv in Gesetze durchdringen kann man das aber zum Glück als das ewiggestrige Geschwätz abtun, das es ist. Ich sehe letztlich nicht, wieso sich junge Frauen davon abhalten lassen sollten, ihre Rechte wahrzunehmen. Im Gegenteil, solche Weltbilder sollten doch eher ein Ansporn sein, es allen zu zeigen..

    • Christoph Bögli sagt:

      Genau. Das ist ein Punkt, den viele zwar nicht gerne hören, aber letztlich zentral ist. Selbst eine völlige Gleichstellung entbindet einem von der Selbstverantwortung, selber das Leben sinnvoll zu planen und die entsprechenden Entscheidungen zu treffen. Im Gegenteil, die Freiheit, die mit der Emanzipation kommt, bringt eben erst recht diese Verantwortung mit sich. Darum ist es auch fatal, wenn junge Frauen (und Männer) leichtfertig ihre Chancen verspielen indem sie naive, kurzsichtige Entscheidungen treffen..

    • Simonja Fe sagt:

      Frau Doe, Sie haben mit ihrem Text den Nagel auf den Kopf getroffen! Meiner Meinung nach ist dies das grösste Probelm, was die Karrierelaufbahn von Männern und Frauen unterscheidet.
      Frauen machen vieles etwas lieblos ohne Feuer, weil Sie sich insgeheim doch einfach nur einen gutsituierten Partner wünschen, der dann alles richtet. Nur bei den meisten Frauen kommt dieser nicht (natürlich ist die Chance in der reichen Schweiz schon da, aber ein hohes Restrisiko bleibt, dass man nie einen reichen Mann findet). Auch in meinem Bekanntenkreis Altersklasse (18-23) ist das genau so!

      • Jane Doe sagt:

        Und selbst wenn der gutsituierte Partner kommt ist es von beiden Seiten absolut naiv, sich völlig abhängig zu machen, da das Leben nun mal leider unvorhergesehene Dinge wie Scheidungen, Krankheiten und Unfälle bringen kann. Deshalb sollen Mädchen einen Beruf lernen, der sie ernährt, und Jungen sollten lernen, dass ein Hemd bügeln und eine Mahlzeit kochen keine Frauensache ist, sondern Dinge des Alltags, die einfach erledigt werden müssen und die zu jedem selbstständigen Erwachsenenleben dazugehören.

      • Sportpapi sagt:

        Ich kenne eigentlich keine Männer, die nicht bügeln und kochen können. Die meisten kochen zudem gut und gerne.

    • Lea sagt:

      Für mich ist (finanzielle) eigenständikgeit und freude an der Arbeit sehr wichtig, weshalb ich Berufswechsel sinnvoll finde. Zuerst machte ich eine Lehre, die Spass machte und danach einen guten Lohn versprach. Als mir nach einigen Berufsjahren klar wurde, dass so mein Rücken kaputt geht und dass der Lohn nur minim steigt, wechselte die Branche zum jetzigen Job, wo der Lohn zwar unanständig hoch ist aber die Arbeitszeiten trotz 50% Stelle so belastend sind, dass ich in einigen Jahren vermutlich zu einem 9to5 Job wechsle.

  • Christoph Bögli sagt:

    Man kann von den Punkten halten was man will, unter dem Strich zählt heute trotzdem primär eines: Was will Frau? Selbst wenn all die realen und imaginären Hürden in der Arbeitswelt beseitigt sind, solange sich Frauen mehrheitlich dafür entscheiden, Coiffeuse, Kindergärtnerin, etc zu werden und die Kinderbetreuung zu übernehmen, wird sich an der Situation gar nichts ändern. Anstatt um den heissen Brei zu reden müsste man jungen Frauen darum doch einfach klar machen: Wenn du guten Lohn und Karrierechancen willst, dann triff die entsprechenden Entscheidungen – oder lebe mit den Konsequenzen..

  • Jörn Knie sagt:

    “ Geschlechterrollen nerven. Sechs konkrete Schritte, um das – endlich! – zu ändern.“

    Genderquatscherinnen nerven. Sie versuchen uns ständig nur ein schlechtes Gewissen einzureden, präsentieren dafür die eigens gefälschten Statistiken und sind ideologisch aufgeblasen bis kurz vorm Platzen.

    „Helena Trachsel leitet die Fachstelle für Gleichstellung von Frau und Mann im Kanton Zürich.“
    Also eine „Spezialistin“, welche Leistungen bewerten will, selbst aber noch nie welche erbracht hat. Sie soll sich mal einen Job ausserhalb Sozial- und Gleichstellungsbereichen suchen und sich dort bewähren.

    • Muttis Liebling sagt:

      ‚Sie soll sich mal einen Job ausserhalb Sozial- und Gleichstellungsbereichen suchen und sich dort bewähren.‘

      Solche Sprüche nerven. Es gibt in der Schweiz zuviel Wirtschaft und zu wenig Soziales. Wir sollten jedem dankbar sein, der nicht in der Wirtschaft Karriere machen will und sich um soziales Zusammenleben bemüht. Leider hat die Autorin mit ihren 6 Punkten nun rein gar nichts Neues oder gar Wirksames anzubieten.
      Gleichstellung bedeutet gerade nicht, dass Frauen Männerkarrieren imitieren, sondern das typische Frauentätigkeiten die gesellschaftliche Anerkennung bekommen, die denen zusteht.

  • Charles Neuer sagt:

    Auch in den Medien wäre Gleichstellung was Schönes. Man liest nämlich prinzipiell immer nur von „Mördern“, „Räubern“ und „Dieben“ (ausser man kann nicht mehr anders und die Mörderin, Räuberin oder Diebin wurde geschnappt und steht vor Gericht). Das mittlerweile so wahnsinnig beliebte „-in“ hat es noch immer nicht in die News-Redaktionen geschafft. Irgendwie seltsam.

  • Muttis Liebling sagt:

    Unternehmen haben die Aufgabe, Waren und Dienstleistungen so ressourcenschonend als möglich herzustellen. Das betrifft auch die Ressource Mensch. Unternehmen unterhalten so wenig Arbeitsplätze als möglich.
    Unternehmen haben keine einzige, ich betone keine, soziale Funktion. Für das Soziale ist der Staat und seine Strukturen, Kantone und Gemeinden zuständig.
    Die 6 Punkte betreffen nur eine absolute Minderheit von Arbeitsplätzen. Viele Frauen arbeiten in hoheitlichen Strukturen (Ämter, Spitäler, usw.), nicht in Unternehmen.

    • Muttis Liebling sagt:

      2/ Ausserdem gehe ich davon aus, dass das Gros der Frauen so wie auch ich als Mann, durch ein Beschäftigungsverhältnis am gesellschaftlichen Reproduktionsprozess, bzw. am sozialen Leben teilnehmen, dazu den Lebensunterhalt verdienen möchten. Aber nur eine Minderheit möchte Karriere machen oder sich im Erfolg baden.

      Aber der Grundfehler der obigen Diskussion ist die Zuständigkeitszuweisung. Wenn wir mehr Gleichheit der Geschlechter wollen, dann regeln das nicht die Frauen selbst und auch nicht Unternehmen, Vereine, Kantone, usw.
      Das regelt ausschliesslich der Staat auf gesetzgeberischer Ebene.

      • Sportpapi sagt:

        „Das regelt ausschliesslich der Staat auf gesetzgeberischer Ebene.“ Das ist doch längst erfolgt…

      • Muttis Liebling sagt:

        @SP, wenn alles geregelt ist, worüber wird hier dann ständig diskutiert? Neben der eher diffusen Diskussion um Karriere, Quote gibt es ja nun mal die Lohnungleichheit. Auch die Stellenpläne der mit bekannten Kantonsspitäler sind so gestrickt, dass man statistisch davon ausgeht, einer Frau für die gleiche Stelle deutlich weniger zu bezahlen. Wie gesagt, statistisch. Ich würde mich nicht wundern, wenn das auch in kantonalen oder Bundesbehörden so der Fall ist.
        Das kann man direkt als Behörde, bzw. kantonaler Betrieb oder indirekt über ein Bundesgesetz mit einem Male gerade rücken.

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Das Gesetz ist da. Diskutiert wird, ob es wirkt.

    • fgee sagt:

      Das ist der Unterschied zwischen Betriebswirtschaft und Volkswirtachaft. Was es nicht besser macht. Eine Antithese: Die Anzahl Menschen eines Landes, die essen wollen, sei konstant. Wenn nun eine Firma die Produktion ins Ausland verlagert, weil es dort billiger ist, dann muss die Volkswirschaft immer noch gleich viele Münder im Inland ernähren – und zusätzlich noch die Arbeiter der ausländischen Fabrik. Für den Einzelnen bleibt also weniger, obwohl die Firma zunächst mehr Gewinn macht. Der Katzenjammer kommt nachher, wenn niemand mehr die Produkte der Firma kaufen kann. Deflation. Da sind wir.

  • Kurt Neuhauser sagt:

    Wie kann das beurteilt werden, dass sich Mädchen „Geschlechterneutral“ entschieden haben bei der Jobsuche? Wenn sie Coiffeur will, ist das allgemein sofort falsch? Aber ein Klischee ist dann wiederlegt, sobald sie sich für einen Beruf entscheident, der einem Männerklischee entspricht? Oder sind die Eltern schuld, wenn der Nachwuschs sich Klischeehaft entscheidet? Dann müsste man direkt im Privaten einmischen und die Familien von Aussen Erziehen. Das verstehe ich nicht genau am Artikel. Oder man meint wohl dass die Gesellschaft die Kinder dazu manipulieren.

  • Franz Pfister sagt:

    Der Artikel beginnt gut, die Rede ist von Fördern und Fordern beider Geschlechter. Es mündet im Satz „Für Mädchen muss es ganz selbstverständlich werden, sich selbst als zukünftige Ernährerinnen zu sehen.“
    Abgesehen vom einzig wichtigen Punkt 2 beschränken sich die Massnahmen dann aber aufs exklusive Fördern (bevorteilen?) von Frauen ohne eine einzige Forderung zu stellen. Schwach.
    Die Forderung „Du willst etwas (Familie, teure Autos, viele Reisen, …)? Dann sorge dafür, dass du es dir leisten kannst“ wird nur an Männer gestellt wie mir scheint.

    • Franz Pfister sagt:

      Anmerkung: Ich habe von meiner Frau genau das gefordert: „Verdiene genug damit ich a) auch Teilzeit arbeiten kann und etwas von meiner Familie habe“ und b) du im Notfall auch selbst für dich sorgen kannst.
      Im Gegenzug kümmere ich mich auch um die Famile. Fordern und Fördern eben. Sie war nur begeistert davon.
      Ich gebs zu, ich habe immer noch meine Vorurteile, aber wir werden sehen wie sich die Situation nach dem ersten Babyjahr präsentiert, Wer nicht wagt der verändert nichts und jammert ewig.

  • Michael sagt:

    Zitat: „«Was möchten Sie verdienen?» – diese Frage sollte gestrichen werden“ Vielleicht sollte so eine Person keine Arbeit aufnehmen sondern direkt zum Sozialamt. Oder zum Arzt. Kernelemente einer jeden Arbeit in der Schweiz sind: Kundengespräche führen, Reklamationen entgegennehmen, Projekte durch und umsetzen. Das benötigt absolutes Mindestmass an normalem Selbstvertrauen. Ich kann doch keine Person einstellen, die sogar beim elementarsten (dem eigenen Lohn) komplett versagt.

    • Esther sagt:

      Genau aus diesen Gründen und wegen diesen Ansichten ist es wichtig, dass in Entscheidungsgremien ein bestimmter Anteil „nicht-typisch-männlich“ denkender Menschen sitzen. Bewerbungsgespräche von Frauen und Männern verlaufen meist eben nicht gleich, weil nicht die gleichen Prioritäten gesetzt werden von den Kandidaten. Und das gilt es zu berücksichtigen, so sind die Erfolgschancen für eine gute Besetzung viel höher.

      • Michael sagt:

        Liebe Esther, Sie hatten noch nie eine Führungsposition, habe ich recht? Nur so lässt sich ihre etwas weltfremden und sehr theoretischen Zeilen interpretieren. Im richtigen Leben, abseits der Bücher, sieht es dann schon ein wenig anders aus. In meinem Team sitzen 70% Frauen, alles hervorragende Fachspezialistinnen und / oder Kaderfrauen. Ich habe über 100 Bewerbungsgespräche geführt, also mehr als die meisten Theoretiker hier im Forum. An den Gesprächen sind Frauen, wie Männer, zu 90% gleich. Ich kann das grän von der armen armen Frau nicht mehr hören, wir sind im 2014

    • Bernhard sagt:

      @Michael: Ich glaube Ihnen sehr wohl, wenn Sie sagen, dass bei Ihren Gesprächen 90% der Frauen und Männer gleich verhandelten. Aber können Sie sich auch vorstellen, dass es Frauen gibt, die nach mehrjähriger Kinderpause einfach nur froh sind, überhaupt eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten und wirklich erst als Allerletztes noch um den Lohn feilschen wollen? In einer solchen Situation würde ich doch auch nicht zu viel fordern, um den Job auch wirklich zu erhalten! Denn was sind schon 500.- mehr oder weniger, wenn auf der Gegenseite die Null steht? „Lieber den Spatz in der Hand…“

      • Manni Mann sagt:

        Ja Bernhard und jeder Mann, der nach einer längeren Pause, wieder ins Berufsleben einsteigt, hat die selbe Hypothek. Die ist auch nicht falsch. Ein Wiedereinsteiger muss sich erst mal bewähren. Also verdient er weniger. Wenn er sich bewährt, kann er auch Lohn-mässig alle anderen überholen. So einfach und logisch (und auch gerecht) ist das.
        Ich selbst bin der beste Beweis dafür. Ich habe genau das, so erlebt.
        Aber die Jammeri und „jemand anders soll für mich schauen“, die werden das nie erleben.

      • Bernhard sagt:

        @Manni Mann: Richtig! Die Problematik gilt selbstredend auch für den Mann. Ich glaube aber doch, dass es nicht sehr viele Männer gibt, die aus familiären Gründen zu 100% daheim bleiben und nach mehreren Jahren ohne Berufstätigkeit den Wiedereinstieg wagen! Ich schätze mal 1-2%, richtig? Demzufolge betrifft dieses Problem vorwiegend Frauen! Das ist nicht wertend gemeint, sondern soll einfach als zusätzliche Erklärung dienen, warum Frauen für den gleichen Job weniger Lohn erhalten.

      • Timo sagt:

        @ Bernhard: Und wie rechtfertigen Sie dann die jahrelange Absenz der Frauen mit der Leistung und dem Vorsprung der arbeitenden Kollegen? Diese haben vielleicht Weiterbildungen gemacht, Überstunden geschoben, Projekte vorangebracht…ach und dann kommt die Frau Kollegin nach 6 Jahren zurück und steigt an dieser Stelle wieder ein 🙂 Ich hoffe Sie merken selbst, dass an Ihrer Logik etwas nicht stimmen kann. Leistung und Können muss bezahlt werden und nicht die blosse Anwesenheit.

      • Bernhard sagt:

        @Timo: Ich glaube, ich leide an einer Vorstufe von Alzheimer! Habe ich tatsächlich behauptet, die Person, die lange weg war, soll den gleichen Lohn erhalten wie diejenige, die stets am Ball geblieben ist und sich sogar weitergebildet hat? Ich habe eigentlich versucht zu erklären, warum diese Person eben genau NICHT den gleichen Lohn fordert, sondern mit weniger zufrieden ist, wodurch aber das diskutierte Ungleichgewicht niemals wegzubringen ist, da vorwiegend Frauen für längere Zeit „weg bleiben“! Scheinbar ist es mir nicht wirklich gelungen. Ich bitte um Verzeihung!

    • Lea sagt:

      Obwohl ich fast keinen Kundenkontakt habe und keine Führungsposition, finde ich Lohnverhandlungen auch zentral. Weshalb ich mich extra vorbereite und klar sage, weshalb ich einen sehr hohen Lohn wert bin und erwarte, diesen auch zu bekommen. Ich arbeite ja nicht nur, weil ich spass daran habe, sondern vorallem um mit möglichst wenig Arbeit mir ein unabhängiges Leben zu finanzieren. Natürlich spielt die Berufswahl (ich habe wenig Konkurrenten und wir sind unentbehrlich) auch eine wichtige Rolle. Deshalb meine Empfehlung an alle, lernt gesuchte Nischenberufe. Finger weg von FaGe/Be, KV, und co

      • Susi sagt:

        Lea, reine Neugierde, was üben Sie denn für einen Beruf aus?

      • Bernhard sagt:

        @Lea: In Branchen, wo das Lohnband gross ist, bringt verhandeln in der Tat sehr viel. Meine Partnerin hat durch gutes Verhandlungsgeschick als „normale“ KV-Absolventin 25’000.- mehr rausgeholt, als ihr ursprünglich offeriert wurde. Aber wenn die Löhne vorgegeben sind (gerade bei uns Lehrpersonen), bringt verhandeln herzlich wenig. Allerdings herrscht dort dann i.d.R. auch kein Ungleichgewicht zwischen Mann und Frau! 🙂

      • Jan Peterhans sagt:

        @Lea: wenn Sie da mal nicht eines Morgens aufwachen und mit ungläubigem Erstaunen feststellen müssen, dass Sie sehr wohl entberhlich sind

      • Susi sagt:

        @Bernhard: Ja, Verhandeln bringt bei uns nix, da könnte man sich die Zunge fusselig reden; ich hab noch nie um ein Gehalt verhandelt.

        Ihre Partnerin hat 25’000.- rausgeholt, wow, voll cool find ich das!

      • Bernhard sagt:

        @Susi: Es gibt halt immer Pro und Kontra. Ich bin auch froh, nicht immer kämpfen zu müssen und stets das Gefühl zu haben, zu kurz gekommen zu sein. Andererseits ist das bei der Lohnwirksamen MAB bei uns ja so eine Sache: Wie will man die Qualität des Jobs messen? Aufgrund der Durchfallquote? Aufgrund des Feedbacks? Geht ja irgendwie auch nicht so recht! Und wie Sie bei mir ja wissen: Ich wäre der Letzte, der motzen wollte, nachdem mir mein Arbeitgeber mit dem Pensum so sehr entgegengekommen ist! Von daher stimmt’s für mich natürlich genau so, wie es ist.

      • Susi sagt:

        @Bernhard: Ja, für mich stimmt’s auch, bin froh, dass ich nicht verhandeln muss, wer weiss, wie gut ich da wäre…
        🙂

      • Susi sagt:

        Ich hab mir’s jetzt grad vorgestellt, ich würde da wohl voll dem Klischee entsprechen und mich mit einem schlechten Lohn zufrieden geben, so, wie viele Frauen das eben tun. Hab ich ein Glück, dass ich gemäss offizieller Lohnklassen/-stufen bezahlt werde.

      • Bernhard sagt:

        Geht mir genau gleich! Deshalb kann ich mich gut in die Frauen hineinversetzen, die einfach nur froh sind, einen solchen Job zu haben, der sich mit der Familie vereinbaren lässt! Dann auch noch Forderungen zu stellen, wäre für mich schon fast unverschämt! Aber da denkt natürlich jeder und jede anders. Schon klar! 🙂

      • Susi sagt:

        ah, Sie meinen, das ist nicht ein typisches Frauenproblem? Ich bin da immer noch etwas am Grübeln, denn eigentlich bin ich überhaupt nicht der scheue Typ, aber bei Lohnverhandlungen würde ich glaub echt den Kürzeren ziehen. Keine Ahnung, ob das damit zu tun hat, dass ich eine Frau bin.

      • Bernhard sagt:

        @Susi: Ich glaube, es geht primär darum, welche Zugeständnisse der Arbeitgeber neben dem Lohn noch macht. Wenn der AG einem sehr weit entgegenkommt, hat es m.M.n. nichts mit dem Geschlecht, sondern schlicht mit Anstand zu tun, nicht zu gierig zu sein. Steht aber ausschliesslich der Lohn auf der Angebotsseite, kommt’s in der Tat sehr auf Verhandlungswillen und V.-Stärke drauf an. Ob die aber bei den Frauen kleiner sind als bei den Männern, vermag ich nicht zu beurteilen. Bei meiner Partnerin war er Riesig. Quasi Poker hoch drei! Hätte aber genauso gut in die Hose gehen können.

      • Lea sagt:

        @Susi: Ich habe eine Teilzeitstelle in der Wartung und Reparatur von (nicht IT) Systemen, welche extrem hohe Stillstandskosten verursachen. Da ich darin sehr gut bin und weil die Konkurrenz auch zu wenig Fachkräfte hat, kann ich sehr fordernd verhandeln.
        @Bernhard:Gratulation zu deiner Partnerin! Bis jetzt hatte ich tatsächlich meistens Jobs im KMUs, wo viel Platz um Verhandeln vorhanden war. Ich denke aber, dass es sich sogar bei einem fixen Lohnsystem lohnt zu verhandeln, damit Lebenserfahrung und Zusatzaufgaben im Job zu eineren höheren Einstufung führt.

      • Bernhard sagt:

        @Lea: Das stimmt. Je nach Branche kann ein Feilschen um die „korrekte“ Einstufung Sinn machen. Bei mir (als kantonaler Angestellter) käme dies aber einem Verwaltungsverfahren gleich. Und noch vor dem Stellenantritt zu prozessieren, fällt nicht jedem gleich leicht… 😉 Aber ich kenne schon auch Fälle (v.a. bei Kantonswechseln mit schlechterer Einstufung als vorher…), in denen der Prozess erfolgreich war. Bei mir hat’s übrigens auch nicht gestimmt! Hat mich aber nicht gross gekümmert. Dafür gab es dann mit dem neuen Lohnsystem für die „Geprellten“ zusätzliche mehrfache Stufenanstiege! 🙂

  • Timo sagt:

    Es wird eh nie eine Lohngleichheit herrschen. Die Aussage dass Frauen beim Lohn diskriminiert werden halte ich schlicht für unglaubwürdig. Es wird Unterscheide geben aber die liegen nicht am Geschlecht sondern basieren auf anderen Faktoren. Lohnungleichheiten gibt es ja schliesslich auch bei Männern und vielleicht ein völlig neuer Aspekt…das gibt es auch bei Frauen. Für Frauen zählen andere Dinge als Geld. Sie möchten sich eher verwirklichen, suchen einen Job wo sie Arbeit und Familie unter einen Hut bringen möchten. Dafür verzichten sie gerne auf Lohn und beziehen mehr Freizeit.

    • Hermann sagt:

      Festgefahrene Klischees, lieber Timo.

    • Stranger sagt:

      Timo, Du widersprichst hier mit leichter Hand sorgfältigen Studien, weisst Du das? Das kannst Du natürlich schon tun, aber es fördert nicht unbedingt die Bereitschaft beim Leser, Dich ernst zu nehmen.

      • PETE sagt:

        @stranger: ich wette du klemmst dein schnäbbi zwischen die beine und trägst frauen unterwäsche..

      • Timo sagt:

        Sorgfältige Studien wie die vom Gleichstellungsamt beim Kanton ZH?
        Dann definieren Sie doch bitte mal gleiche Arbeit. Wird schon schwierig oder? Vielleicht kann man das machen bei Busfahrern oder bei Fliessbandarbeitern. Wie möchten Sie denn bitte die Arbeiten von einem Leiter Personal von Unternehmen A mit dem Leiter Personal von Unternehmen B vergleichen? Selbst innerhalb eines Unternehmens wird ein Vergleich schwierig. Bei Grossunternehmen sicherlich einfacher, da gewisse Positionen oft mehrfach vorhanden sind. HR Frauen müssten ja extremst frustriert sein, wenn sie jeden Tag diesen Greul

      • Timo sagt:

        Nummer 2) vor Augen haben. Im HR arbeiten deutlich mehr Frauen als Männer. Sie sollten doch schon lange übers Personalcontrolling diese Missstände sehen. Warum braucht es die dubiosen Studien? Diese Studien vergleichen Äpfel mit Birnen (wie so viele Studien). Lohngleichheit herrscht jetzt schon. Die Komponente die zurecht davon unangetastet ist, ist die Verhandlung über den Lohn. Ansonsten bitte alle Löhne offenlegen. Sind Sie auch dafür, dass ältere Menschen mehr verdienen sollten als jüngere? Was ist mit Ungleichheiten zwischen Männern? Müsste dies nicht genereller angeschaut werden?

  • lui casutt sagt:

    gestern im spiegel-online gelesen: in deutschland werden forderungen laut, dass frauen während ihrer menstruation 3 tage freigestellt werden sollen. bezahlt natürlich. jeden monat 3 tage, das macht pro jahr 36 tage. das wären dann bei ‚guter planung‘ gerade mal 7 wochen…
    cheers mate!
    helena trachsel, darf ich um ihre meinung bitten?

    • Aileme sagt:

      Es ist mir schleierhaft, wo sie das so gelesen haben wollen. Auf dem „Festival of Ideas“ der Cambridge Universität hat sich ein Gynäkologieprofessor für diese Sache ausgesprochen, die in einigen asiatischen Ländern tatsächlich existiert. Nun hat der Professor seinen internationalen Bekanntheitsgrad gesteigert und einige Qualitätsmedien konnten darüber berichten, aber in Deutschland fällt vielleicht irgendwo ein Velo lautstark um, Forderungen nach einem Menstruationsurlaub sind jedoch nicht zu vernehmen.

  • KETZER sagt:

    Teilzeit als Standart-Arbeitzzeit, mehrere Jobs, gleichzeitig je nach Lebensphase.
    Emanzipation von Fremd-Lebensmodellen – Wahlfreiheit, Gleichberechtigung für Mütter UND Väter !
    Kinder brauchen Nahrung,Zuwendung,Anleitung.
    Eltern die in die Entwicklung der Kinder investieren, diese betreuen, Verantwortung zeigen achten – nicht mehr ächteten und benachteiligen.
    Sich vorher zu überlegen wie eine Familienphase gestaltet wird ist in der Veantwortung der (künftigen) Eltern.
    Ungewollte Vatererschaften und Nicht-Erziehen, Alleinerziehen ist egoistisch und den Kindern gegenüber verantwortungslos.

    • plop sagt:

      „Familienphase“

      Ein sehr treffendes Wort.

    • Stranger sagt:

      Willst Du ernst genommen werden? Ja, dann ein Gratistipp: Feil mal an Deiner Rechtschreibung (und generell an Deiner Sorgfalt, denn was eine „Vatererschaft“ ist, ist nicht von vorneherein klar…). Denn wer nicht rechtschreiben kann, der kann meist auch nicht denken. Und den nimmt man nicht ernst deswegen.

      • PETE sagt:

        @stranger in casu ketzer: gingen zwei am strand und sahen einen mann auf dem wasser laufen..sagte der eine zum anderen..schau…der kann noch nicht mal schwimmen!

  • Widerspenstige sagt:

    Sehr guter und längst fälliger Artikel hier im Mamablog, danke Helene Trachsel für Ihre Arbeit! Die üblichen Verdächtigen sind auch hier heute am Lammentieren und über das Gleichstellungsbüro am herziehen. Sie kriechen immer dann aus ihren Höhlen und kommen hierher, wenn es um ihre Privilegien geht, die ja verteidigt werden wollen. Wer gibt denn schon freiwillig ab, was so augenscheinlich zum eigenen Vorteil ist. Die Lohngleichheit ist der Dorn im Auge, welcher endlich gezogen werden will! Vorher gibt es keinen Konsens für weitere Abstriche vonseiten Frauen wie Erhöhung Rentenalter etc.

    • Martin Frey sagt:

      Gut gebrüllt, Löwe!

    • Leonardo sagt:

      Widerspenstige: Entweder die Frauen sind grundsätzlich schwach (Ihre Meinung). Dann brauchen die armen Damen viel Hilfe, Institutionen, Quoten und viel Verständnis sowie Verhätschelung. In diesem Fall sollten sie aber auch keine Karriere anstreben.

      ODER

      Frauen sind stark und intelligent (meine Meinung). Dann setzen sie sich durch, nehmen sich ihren Anteil und fällen für sich selbstbestimmt ihre Entscheidungen. Das sind Frauen mit denen ich gerne zusammenarbeite und zusammenlebe.

    • Sportpapi sagt:

      Och WS, wie wärs statt der pauschalen Verunglimpfungen („übliche Verdächtige – wessen?) einmal auf der sachlichen Ebene argumentieren?
      Erzähl doch mal ein bisschen von den Privilegien, die Männer geniessen. Und vergiss dabei die andere Seite nicht.
      Weshalb nimmst du nicht zur Kenntnis, was bezüglich Lohngleichheit längst gezeigt wurde? Weil es dir nicht ins Weltbild passt? Wie wärs mal mit einer differenzierten Analyse?
      Und wer hier spricht sich gegen Lohngleichheit aus, die ja gesetzlich vorgegeben ist? Wer?
      Wie kannst du auf der anderen Seite an längst überholten „Privilegien“ festhalten?

    • Papperlapapi sagt:

      „wer gibt den schon Freiwillig ab was so augenscheinlich zum eigenen Vorteil ist“. Sie ganz offenbar auch nicht, wen ich 2 Sätze weiterhinten lese: die weibliche Bevorteilung bei Rentenalter etc. geben wir aber nicht her…..
      Ich sage: Gut, sprechen wir über die Lohnungleichheit, dann sprechen wir aber gleichzeitig über Rentenalter, Militärdienst, Witwenrente und gleichen überall an.
      Sie sagen: Wir sprechen nur über die Lohngleichheit, über alles andere dann erst wenn es die nicht mehr gibt.
      WER verteidigt da seine Privililegien vehementer.

    • Sepp Manser sagt:

      @Widerspenstige: Selten soviele dummdreiste Widersprüche und abgelutschte Genderklischees auf einem Haufen gesehen oder war das ganze etwa ironisch gemeint?

  • zweistein sagt:

    „In der Rangliste des «Global Competitiveness Report», erstellt vom Weltwirtschaftsforum, belegte sie den internationalen Spitzenplatz.“

    Wenn ich solche Sätze sehe, breche ich die Lektüre ab. Der Vergleichswahn und das Ranglistengetue ist – kein Witz! – eine besonders infame Geisteskrankheit.

  • mengold sagt:

    es gibt den „weiblichen“ mann und die „männliche“ frau, was die geistigen und physischen talente betrifft. insofern soll jede und jeder unabhängig vom genetisch sichtbaren geschlecht eine tätigkeit nach seinen bedürfnissen und stärken wählen können.

    • Hotel Papa sagt:

      Aber das ist es ja gerade:

      In unserer Pluralistischen Gesellschaft können wir wählen. Und die grosse Mehrheit wählt traditionell.

      • Manni Mann sagt:

        richtig HP -wer können wählen und wählen

        mengold – „oh welch Erkenntnis, oh es überkommt mich“

        aber ihnen ist schon bewusst – dass der „weibliche“ Mann stets die Ausnahme ist und die „männliche“ Frau ebenso.
        Mehrheitlich sind Männer männlich und Frauen weiblich. Deshalb wird der Männeranteil von Synchronschwimmern immer unterdurchschnittlich sein.

      • tina sagt:

        ausserdem sind die unterschiede innerhalb der vertreter eines geschlechts grösser als die unterschiede zwischen den geschlechtern.
        interessant jedenfalls: wenn es um mädchenförderung geht dürfen die löten und programmieren. und jungs? betreuung und pflege. das interessiert kaum einen jungen. löten und programmieren interessiert mädchen aber schon

      • Mann sagt:

        zu Manni Mann: Je mehr ich meine weibliche Seite meiner selbst entwickelte auf Kosten meiner Männlichkeit, desto mehr entwickelte meine Frau ihre männliche Seite auf Kosten ihrer Weiblichkeit, und umso schwieriger wurde es in der Beziehung, bis ich kehrt machte.

      • Manni Mann sagt:

        Mann – was immer irgendwelche Theoretiker aus dem Raumschiff Enterprise verkünden,
        folgende Tatsache trifft auf die Mehrheit aller Männer und Frauen zu:
        Frauen stehen auf Männlichkeit
        Männer stehen auf Weiblichkeit

        selbstbewusst und stark sein, ist hingegen Geschlechterunabhängig

    • Mann sagt:

      Mann: Ich stimme Ihnen zu.
      Zu: selbstbewusst und stark sein, da mischt die Gesellschaft tüchtig mit. Da hängt es sehr vom Elternhaus und dann der näheren Umgebung ab, ob ein Kind eine gesunde Selbstbewusstheit entwickeln kann oder nicht.

  • Sportpapi sagt:

    „Für Mädchen muss es ganz selbstverständlich werden, sich selbst als zukünftige Ernährerinnen zu sehen. Wir müssen Mädchen wie auch Jungen beibringen, sich von ihren individuellen Talenten, Wünschen und Stärken leiten zu lassen.“ Ist das nicht widersprüchlich? Offenbar möchten viele Frauen genau diese wenigen Frauenberufe ausüben. Offenbar träumen viele Frauen nicht davon, Ernährerinnen zu werden, sondern Mutter, mit viel Zeit für ihre Kinder. Und jetzt? Müssen wir sie auf den richtigen Weg bringen, weil sie ihre Freiheiten nicht so ausleben, wie von uns gewünscht?

    • mila sagt:

      Auf der anderen Seite wird in diesem Forum mit schöner Regelmässigkeit beklagt, dass Männer von Frauen nach der Scheidung ausgenommen werden… Man kann nicht auf der einen Seite sagen: Frauen, verwirklicht euch ruhig als Mütter (mit Teilzeit- oder Nullarbeitspensum), und im Trennungsfall verlangen, dass diese Frauen prompt in die Selbsternährerinnenrolle wechseln. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin keineswegs für jahrelange Frauenalimente. Aber hier geht doch offensichtlich etwas in der Argumentation nicht auf.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Ich wiederhole gerne: 1) Die Wahlfreiheit der Mütter, in welchem Umfang sie arbeiten/zu Hause bleiben möchten, ist ein Privileg. Eingeräumt – freiwillig – von den Partnern, uind nur möglich, wenn genügend Geld da ist. 2) Diese Absprache (meist dynamisch verstanden, also der Wiedereinstieg der Frau ist geplant) ist grundsätzlich auch gültig nach Trennung. 3) Nach der Trennung gibt es aber einen grösseren Finanzbedarf und – meist für den Mann – weniger Dienstleistungen, die auch Teil des Deals waren. Die Konsequenzen daraus sind so zu ziehen, dass beide Partner ihren Teil leisten.

      • Sportpapi sagt:

        Teil 2)
        Kommt dazu, dass ich es als oberste Aufgabe eines Ex-Paares sehe, in erster Linie einmal ohne staatliche Unterstützung zu funktionieren. Das heisst, es braucht allenfalls gegenseitige Unterstützung, was Kinderbetreuung anbelangt, weil vermutlich insgesamt das Arbeitspensum/EInkommen erhöht werden muss. Und sicher nicht, was offenbar vorkommt, dass die Frau ihr Pensum weiter reduziert, weil sie ja nun alleine Kinder betreuen muss und deshalb nicht mehr arbeitsfähig ist.

      • mila sagt:

        @SP: Damit rennen Sie bei mir nur offene Türen ein. Die Realität sieht aber bisweilen (sehr) anders aus. Partnerschaftliche Kooperation, trotz Trennung, zum Wohl der Kinder wie zum eigenen (und gegenseitigen) Wohl ist eine menschlich grosse Leistung. Respektive, eine Gewissensfrage.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Es sollte aber eine Selbstverständlichkeit sein. Und es darf durchaus mehr Druck in diese Richtung ausgeübt werden.

    • mila sagt:

      Zudem wird die Mutter mit einem ‚typischen‘ weiblichen Beruf in der Regel weniger verdienen als ihr Partner. Damit ist klar, wer langfristig die höheren Kinderalimente beisteuern muss – der Vater. Dies ist eben auch eine Konsequenz des Denkens, dass Frauen nach der Geburt zuhause bleiben sollen ‚dürfen‘. Ich kann persönlich jeden Mann verstehen, der dieses Modell nicht mehr mittragen will. Aber bitte nicht erst nach der Scheidung, sondern auch schon vorher.

      • Manni Mann sagt:

        klar mila – aber der Witz ist, es ist eben oft gerade nicht so.

        Die Frau als Lehrerin oder Pflegefachfrau verdient oft 20-30% mehr, als ihr Mann, der Schreiner, Automech etc.
        UND TROTZDEM wird die Frau reduzieren mit dem Arbeitspensum.
        Aus finanzieller Sicht ein Unding, aber ich sehe es.. wöchentlich, dass die Realität so abläuft. Beide wollen es so. Mama will Zeit mit ihren Kindern und der Mann würde sich in dieser Rolle nicht wohl fühlen.

        Gut ist doch, dass es heute alle anders machen können, die das auch wollen.

      • Paul sagt:

        Liebe Mila, eine Frage: Wann haben Sie Ihren Beruf gewählt? Vor oder nach der Heirat? Und was also soll der Mann „vor der Scheidung“ mittragen, wenn die Frau bei der Heirat schon einen Beruf hat, bei dem man weniger verdient?
        Die Berufswahl ist (zum Glück!) eine Entscheidung, die Mann und Frau individuell fällen. Interessant dabei ist, dass Frauen trotz voller Wahlfreiheit tendentiell schlechter bezahlte Berufe wählen und anschlissend das grosse Wehklagen der Genderforschung anschwillt.

      • mila sagt:

        Ich würde wirklich gerne wissen, wie oft das (statistisch) der Fall ist – mir scheint, der Regelfall ist immer noch, dass Männer mehr verdienen als ihre Frauen, weil diese die Tendenz haben, nach ‚oben‘ zu heiraten. Wenn sie es können.

      • mila sagt:

        @Paul: Heirat/Familienplanung war kein ein Gewichtungsfaktor bei meiner Studienfachwahl. D.h. ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, wie ich mit einem bestimmten Beruf dereinst Familie und Privates am Besten unter einen Hut bringe. Vielmehr habe ich das studiert, wozu ich mich befähigt fühlte und wo meine Interessen lagen. Damit bin ich goldrichtig gefahren, und ich würde auch jedem/r dazu raten, sich beim Ausbildungsentscheid primär auf die Förderung der eigenen Fähigkeiten zu konzentrieren.

        Klar ist, dass viele ‚Frauenberufe‘ mehr Teilzeitpensen ermöglichen als ‚Männerberufe‘.

      • Manni Mann sagt:

        Mila – ich kenne keine Statistiken, ich sehe das in meiner täglichen Berufspraxis. Eine Lehrerin und Pflegefachfrau verdient nicht nur mehr als ein Handwerker, sondern in vielen Fällen auch mehr als ein Projektleiter in einem durchschnittlichen Betrieb.
        Das stereotype Bild stimmt eben oftmals nicht. Junge Familien möchten die Zeit mit ihren Kindern geniessen, und viele Frauen reduzieren, obwohl es aus monetärer Sicht sinnvoller wäre, der Papa würde das tun. Aber beide wollen das nicht. Es gibt Ehen, da funktioniert das nicht, bei anderen funktioniert es aber wunderbar.

      • mila sagt:

        Entsprechend klar ist auch, dass Mädchen/junge Frauen, für die Familienplanung eine zentrale Stellung in der Lebensplanung hat, diese eher ergreifen. Die entscheidende Frage ist am Ende, ob sie sich einen Beruf ausgewählt haben, der ihnen wirklich liegt und den sie lieben – falls nicht, ist die Tendenz zu Kleinstpensen im ungeliebten Job (wenn überhaupt noch gearbeitet wird) sehr gross. Hingegen bleiben Frauen, die einen Beruf gemäss ihren genuinen Fähigkeiten und Neigungen ausgewählt haben, im Regelfall arbeitstechnisch am Ball – auch mit reduziertem Arbeitspensum.

      • mila sagt:

        Als Mann würde ich demnach darauf achten, wie eine Frau vor der Mutterschaft zu ihrem Beruf steht – dies wird die Langzeitperspektive vorzeichnen. Ich kann mir aber natürlich auch sagen, dass es mir egal ist, ob die Frau zum gemeinsamen Einkommen beiträgt oder nicht (Hauptsache, sie ist als Mami glücklich) – aber dann sollte ich mir bewusst sein, dass ich im Scheidungsfall, gemäss geltendem Scheidungsrecht, vor dem 16. Lebensjahr des jüngsten Kindes keine Hebel habe, um eine 100%-Tätigkeit der Ex-Frau zu fordern. Was das finanziell bedeutet, ist klar.

      • mila sagt:

        @Manni Mann: Die meisten gemeinsam entschiedenen Lebens- bzw. Einkommensmodelle funktionieren, solange die Beziehung intakt ist. Infrage gestellt werden sie erst im Scheidungsfall.

      • Paul sagt:

        Prima Mila, dann haben Sie ja alles richtig gemacht. Bleibt die Frage, was Ihr Mann da „mittragen“ soll, wenn die Wahl Ihres Berufes ja bei der Heirat bereits erfolgt ist. Will heissen: Der Mann hat mit der Berufswahl der Frau nicht das Geringste zu tun, also was bitte soll er da „mittragen“? Mittragen kann man nur, wenn man mitreden kann. Wenn man nicht mitreden kann, ist man nicht mitverantwortlich.

      • mila sagt:

        @Paul: Wenn Ihre Frau ihr Arbeitspensum nach der Geburt stärker reduziert, als dies geplant war, und sie diesen Entscheid akzeptieren, dann tragen sie ihn mit. Sie könnten sehr wohl mitreden, wenn Ihnen das nicht passt, tun es aber – aus sicherlich nachvollziehbaren Gründen – nicht. Solange ihre Beziehung intakt ist, wird das auch nicht zum Problem werden – was aber, wenn sie sich trennen?

        So wie Sie weiter oben sagen, dass man zu seinen Berufsentscheiden stehen und nicht wegen allfällig nachteiliger finanzieller Aspekte jammern sollte, so sollten Sie auch zu diesem Mit-Entscheid stehen.

      • mila sagt:

        Klartext: Sie können dann nicht von heute auf morgen Ihre selbst gewählte und mitgetragene (!) Ernährerrolle an den Nagel hängen, wenn dieses Familienmodell für sie beide zuvor (jahrelang) gestimmt hat. Das derzeit geltende Scheidungsrecht wird es Ihnen auch verunmöglichen, gerade wenn Ihre Frau zuvor nicht oder mit Kleinstpensum zum gemeinsamen Einkommen beigetragen hat.

        Ob das Scheidungsrecht für alle Parteien fair ist, ist eine andere Frage. Hierzu besteht Diskussionsbedarf, z.B. bezüglich der Frage, ab welchem Kindsalter welches Arbeitspensum für die Mutter zumutbar ist.

      • Manni Mann sagt:

        richtig mila – über „Ungerechtigkeit“ wird erst gerufen wenn es kracht.
        Ist bei Männern wie Frauen stets das gleiche. Ich finde das zum gähnen. Erwachsen sein bedeutet Verantwortung zu übernehmen.
        Erwachsen sein bedeutet auch, zu merken, dass es nie einen vollkommenen Weg gibt. Gleich wie ich die Herausforderung es Lebens anpacke. Als Familie / Allein – mit doppelter Karriere/ oder im klassischen Ein-Ernährer Model – what ever, überall gibt es Haken, Stolpersteine, Schattenseiten – und der Jammeri scheitert auf jedem Weg.

      • mila sagt:

        @Manni Mann: Da bin ich ganz bei Ihnen.

      • Sportpapi sagt:

        „Heirat/Familienplanung war kein ein Gewichtungsfaktor bei meiner Studienfachwahl. D.h. ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, wie ich mit einem bestimmten Beruf dereinst Familie und Privates am Besten unter einen Hut bringe.“
        Vielleicht ist das gerade der Unterschied zu vielen Männern (und ich nehme mich da für einmal aus). Bei denen spielt bei der Berufswahl das mögliche EInkommen und damit die Chance, eine Familie zu ernähren, vielfach mit.
        Und Frauen, die gerne Kinder haben, werden wie eh und je Kleinkindererzieherinnen, Kindergärterninnen, Lehrerinnen – bis sie selber Kinder haben.

      • Paul sagt:

        Mila: Sie schreiben oben aber „Zudem wird die Mutter mit einem ‘typischen’ weiblichen Beruf in der Regel weniger verdienen als ihr Partner.“ Wieso also soll der Mann mittragen, dass die Frau sich für einen „typisch weiblichen Beruf“ entschieden hat?

      • Paul sagt:

        Noch was Mila: Frauen brauchen heute (zum Glück!) nicht mehr das Einverständnis des Mannes, um einen Beruf auszuüben. Sie brauchen aber auch nicht das Einverständnis des Mannes, um das Pensum zu reduzieren.

      • mila sagt:

        @Paul, er tut es, indem er sich eine solche Partnerin auswählt und ihr die Möglichkeit gibt, (mehrheitlich) zuhause zu bleiben. Also nicht bei der Berufswahl, sondern im Zusammenleben. Etwas anderes war meinerseits nie gemeint.

        @SP: Sie haben überlesen, dass ich immer für mich selbst verantwortlich sein wollte. Natürlich hätte ich mich damit auch mit Kindern gleichberechtigt beim Familieneinkommen eingebracht – eine Selbstverständlichkeit für mich. Aber da ich mich gegen Kinder entschieden habe, stehe nur noch ich selbst zur Debatte.

      • Paul sagt:

        Mila: Ach so, er tut es, weil er „eine solche Frau“ aussucht… Heissen die typischen Frauenberufe nicht etwa so, weil sie typischerweise mehrheitlich von Frauen ausgeübt werden? Und jetzt wollen sie den Männern in die Schuhe schieben, dass sie entweder die Berufswahl der zukünftigen Frau mittragen oder sonst bitteschön single bleiben sollen (weil es eben schlicht nicht für jeden Mann eine Frau ohne typischem Frauenberuf gibt). Sorry, Sie machen es sich gerade sehr einfach!

      • Paul sagt:

        Mila: „und ihr die Möglichkeit gibt, (mehrheitlich) zuhause zu bleiben“! In welchem Jahrhundert leben Sie? Wie gesagt, die Frau braucht kein Einverständnis des Mannes, um das Pensum zu reduzieren oder gar den Job vollkommen zu kündigen. Sie kann es einfach tun, ohne Rücksprache, und der Mann hat zu blechen. Natürlich könnte der Mann einfach auch kündigen und sagen „so jetzt schauen wir mal“. Nur interessanterweise tun das die Männer in der Regel nicht.

      • mila sagt:

        @13: Eine Rückfrage: Wie leicht ist es für zuvor arbeitstätige Mütter, ihr Pensum nach der Scheidung zu reduzieren – wird das von einem Gericht umstandslos akzeptiert? Danke für Ihr Feedback.

      • mila sagt:

        @Nein, Paul, SIe machen es sich gerade sehr einfach. Die Frau macht, Sie springen? Halten Sie das für eine kooperative, gleich-berechtigte Beziehung?

        Mir käme es nie in den Sinn, weitreichende Entscheide ohne Einwilligung des Partners zu fällen – wenn ich in einer Beziehung bin. So bin ich nun mal. Alles andere an Interpretationen meiner Aussagen entspringt evt. Ihrem eigenen Frust. Frauen sind nicht übermächtig.

      • 13 sagt:

        @ Mila
        Eher schwer, ausser sie kann wirklich nachweisen, dass sie durch die neue Situation keine Möglichkeit mehr hat, diesem Pensum nachzugehen, also wenn sie zum Beispiel im Geschäft des Mannes gearbeitet hat und anderswo nicht diese Flexibilität haben könnte oder er einen Teil der Betreuung übernommen hat, was jetzt aus objektiven Gründen nicht mehr geht. Ist eher die Ausnahme, dass das akzeptiert wird.

      • mila sagt:

        @Merci, 13. Das deckt sich mit meiner Erfahrung.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Was ist gemeint mit „objektiven Gründen“? Sie ist weggezogen, er kann nicht mehr betreuen? Sie will nicht mehr, dass er betreut?

    • Manni Mann sagt:

      natürlich – wir müssen sie missionieren, bekehren, umerziehen, unseren Vorstellungen passend machen –
      was für ein Graus: 80% der Erstklässlerinnen wollten Lehrerin werden. Das darf nicht sein. Wir müssen den Lehrerinnen sagen, dass sie kein Vorbild mehr für die Mädchen sein dürfen. Zudem müssen wir den Müttern sagen, dass sie a) entweder abwesend zu sein haben oder b) unglückliche Mütter sein müssen – so dass ihre Töchter NIE den Traum bekommen, einmal eine glückliche Mami zu sein, die Zeit hat für ihre Kinder

    • mila sagt:

      Hätte ich Töchter, würde ich ihnen das beibringen, was mir meine Mutter beigebracht hat: dass ich jederzeit in der Lage sein muss, mich selbst durchzubringen. Dies würde bedeuten, trotz Kindern nicht den Anschluss an den Arbeitsmarkt zu verlieren (um so auch nie in die Situation zu kommen, nach einer Trennung Sozialhilfe beziehen zu müssen). Und ja, ich halte das für ein gesellschaftliches Problem, nicht nur für eine Privatangelegenheit. Diskutieren wir also darüber, ob wir es uns längerfristig wirklich leisten können, dass Frauen sich nicht als Ernährerinnen betrachten.

      • Paul sagt:

        Dann hat Ihnen Ihre Mutter ja das richtige beigebracht! Und nein, wir sollten es uns nicht leisten, dass Frauen sich nicht als Ernährerinnen betrachten. Aber betrachten müssen sie sich schon selbst.

      • Sportpapi sagt:

        Die meisten Menschen achten heute darauf, sich selber durchbringen zu können. Es ist absolut unüblich, dass sich Frauen vollständig aus dem Arbeitsleben zurückziehen.

  • Fogg sagt:

    Ich finde es immer wieder lustig diese andauernde Feministinnen Diskussionen. Da machen die Alpha-Frauen auf die Frauen extrem Druck sich doch endlich aus diesen alten Rollen lösen zu müssen. Aber die Frauen die ich in meinem Umfeld kenne, die wollen einfach Frau, Ehefrau und Mutter sein. Mit all den Klischees.
    Diese beiden Frauengeschlechter leben irgendwie auf unterschiedlichen Planeten oder am selben Ort aber in einer anderen Dimension.

    • Paul sagt:

      Das ist in der Tat ein interessanter Punkt. Zu meinem grossen Erstaunen wollte meine eigene Frau nach der Geburt unserer Tochter ihr Pensum deutlich stärker reduzieren als geplant, um mehr Zeit als Mutter zu haben. Ich kann versichern, dass diese Planänderung nicht von mir kam – ganz im Gegenteil. Und es ist auch meine Frau, die damit hadert, die Tochter in die Obhut der Grosseltern zu geben, an den Tagen, an denen wir beide arbeiten. Ich habe kein Problem damit – beide Seiten der Grosseltern machen das super! Aber solche Dinge interessieren Genderforscherinnen nicht.

      • Susi sagt:

        @Paul: Natürlich hadert Ihre Frau mit der Fremdbetreuung und nicht Sie. Es sind nämlich auch die Mütter, die dafür, dass sie ihre Kinder fremdbetreuen lassen, kritisiert werden, nicht die Väter.

  • Manni Mann sagt:

    Punkt 5 Ja klar, Quotenregelung – so redete jemand, der von Steuergeldern lebt.
    Ich sage es nochmals: nur das bringt sinnvolle Veränderung – gelebtes Vorbild.
    Kündigen sie ihren sicheren Job in der geschützten Werkstatt steuersubventionierter Arbeit. Wagen sie sich mutig heraus, in die stürmische See des freien Marktes. Wo sich nur der behaupten kann, der Kunden durch Leistung überzeugt und führen sie ein solches Unternehmen, das all die Ideale verwirklicht, von denen sie träumen.

    • Jo sagt:

      Meiner Meinung nach geht die Quotenregelung sowieso am Ziel vorbei. Wenn man Firmen diktiert wen sie einstellen sollen, hat das nichts mehr mit Wettbewerb zu tun. Ich arbeite in einer „Männerdomäne“ und merke wie gut man aufgenommen und auch vorwärts kommt, wenn man will. Ohne Quote!

      • Martin Frey sagt:

        Wahrscheinlich haben es Frauen heutzutage in traditionellen Männerberufen deutlich einfacher als umgekehrt. Versuchen Sie sich mal als Mann als Medizinischer Praxisassistent oder Kita-Betreuer. Oder noch besser, als Hebamme… Viel Vergnügen.

  • Manni Mann sagt:

    Punkt 3 Frauen werden in Unternehmen gefördert. Aber VIELE, VIELE Frauen wollen nicht nur eine 9 Monatige Babypause. Sie wollen ein Leben als Mutter, die Zeit hat für ihre Kinder. Sie sind dabei glücklich. Das ist einfach ein Fakt. DESHALB sind auch Berufe wie Lehrerin oder Pflegefachfrau so gefragt, weil man dort gut verdient (besser als ein Schreiner) und absolut sichere Arbeitsplätze hat, die man (im Wunschkonzert) in jeglichem Teilzeitformat ausüben kann.
    Punkt 4 Leiten sie ein Unternehmen zuerst einmal, bevor sie proklamieren wie viel Wunschkonzert ein Unternehmen bieten solle.

  • Martin Frey sagt:

    Mit vielen Punkten kann man auch aus männlicher Sicht einverstanden sein, auch wenn es aus der Feder der Leiterin der Gleichstellungsfachstelle handelt, die nicht gerade für Gleichberechtigung berühmt ist.
    Nur: Was ich langsam nicht mehr hören kann ist die gebetsmühlenartige undifferenzierte Wiederholung der alten Leier von den Lohndifferenzen um 30%. Diese Zahlen sind schlicht unwahr, weil sie jegliche Korrekturfaktoren gezielt ignorieren.. Dieser sog. Gender Pay Gap wurde bereits einmal vom Institut der deutschen Wirtschaft genauer analysiert, real bewegt er sich bei gerade noch mal 2-7%.

  • Paul sagt:

    „«Was möchten Sie verdienen?» – diese Frage sollte gestrichen werden, da Frauen bei ihr schlechter abschneiden und sich nicht gut genug bewerten.“
    Und genau solche Aussagen, Frau Trachsel, sind der falsche Ansatz! Probleme muss man an der Wurzel packen und nicht Symptome bekämpfen. Und wie Sie ja offensichtlich selbst feststellen, ist die Ursache des Problems, dass Frauen „sich nicht gut genug bewerten.“ Den gerechten Lohn zu FORDERN, ist die nicht die Verantwortung des Unternehmens, sondern die Selbstverantwortung der Bewerberin oder des Bewerbers.

  • Manni Mann sagt:

    sagt eine, die einen typischen Frauenberuf hat: „Leiterin der Fachstelle für Gleichstellung“ …. das sagt wohl schon alles über die Relevanz.
    Sie würden besser einer Frau die ein KMU leitet, das Wort übergeben, anstatt hier aus dem Elfenbeinturm heraus, stereotype Sätzchen von sich geben (und wir bezahlen das auch noch!). Wenn ein Beamter der Wirtschaft sagt, was sie alles zu tun hat, dann ist das nicht gerade glaubwürdig. Wenn hingegen jemand, der ihr Ideal LEBT, dazu etwas sagt, dann ist es wirklich interessant.

    • Manni Mann sagt:

      Punkt 1 ist lächerlich. Wenn Ambitionen gefragt sind, und Mädchen das (angeblich) zu wenig haben, müssen Mädchen das lernen.
      Punkt 2 Zukunftsträchtige Berufe: und dann das Bild einer Schreinerin. Ja genau, das sag ich meinen Buben: lern doch Zimmermann, das hat Zukunft. Und ich kenne kaum einen Zimmermann über 30, weil sich alle umschulen.
      Stereotype Männerberufe, sind oft schlecht bezahlt und körperlich kaum bis 65 durchzuhalten. Karriere macht in diesen Berufen nur, wer ein Unternehmergen besitzt.

    • mila sagt:

      Es wäre in der Tat spannend zu sehen, wie profilierte Vertreterinnen in der Geschäftsleitung/im Verwaltungsrat zu so einem Beitrag Stellung nehmen (würden). Ich denke an Jasmin Staiblin, Monika Ribar, Susanne Ruoff, Nayla Hayek, Petra Jenner – sie alle hätten bestimmt Interessantes zu erzählen.

  • Papperlapapi sagt:

    Schluss mit dem wehleidigen: „Die Welt ist gross und böse und wir Frauen arm und benachteiligt!“ Ich mag es nicht mehr hören. Sobald die Frauen ihre Forderungen nach Gleichberechtigung auch mit dem Anspruch verknüpfen bis 65 arbeiten zu wollen, eine Pflicht zu einem Militär- und Zivildienst zwingend leisten zu wollen, die Witwenrente abschaffen zu wollen, höre ich dem Gejammer wieder zu. Vorher nicht. Ja, es gibt Ungleichheiten zwischen Männchen und Weibchen, die sind aber nicht so einseitig, wie uns die organisierte Frauenlobby gerne glauben lassen möchte.

  • lara sagt:

    Von wegen nicht auf Klischees herumreiten! Dieser Eintrag macht genau das.
    Ich habe zwar zwei Söhne ich würde aber meiner Tochter folgendes raten:
    – Arbeitet an der Front, egal was aber übernehmt Verantwortung. Verantwortung für ein Budget, Mitarbeiter, Aufgaben oder Projekte macht euch wichtig für das Unternehmen. Sekretärinnen, Buchhalterinnen, Personalabteilung etc. fällen keine Entscheidungen sie führen sie nur aus.
    – Nehmt eure Partner bei der Kindererziehung in die Pflicht und gebt ihnen den nötigen Freiraum. Geht nach der Geburt arbeiten, so dass der Vater auch zuhause bleiben kann.

  • Stefan Blatter sagt:

    Bei diesem Artikel bekomme ich den Eindruck dass
    1. Gleichstellung bedeutet, die Frauen gegenüber den Männern besser zu stellen; notfalls durch Schlechterstellung der Männer
    2. Frauen trotz jahrelangen Bemühungen immer noch den falschen Job wählen, also nicht den, den die Gleichstellungsbeauftragten ihnen aufscheatzen wollen
    3. Frauen gefördert werden sollen indem Männer nach hause geschickt werden (!?!)
    Generell vermisse ich die Argumente zu den Behauptungen und Vorschlägen (Unternehmen müssen – warum?), mit denen hier nur so um sich geworfen wird.

  • Susi sagt:

    Zur Statistik, dass Frauen im Schnitt 24% weniger verdienen als Männer, würde mich mal etwas interessieren: Geht es hier darum, dass Frauen für den gleichen Job weniger bezahlt werden, oder darum, dass Frauen schlechter bezahlte Jobs ausüben?
    Wer weiss Bescheid?

    • Leonardo sagt:

      Sie weisen auf einen ganz zentralen Punkt hin. Die hier zitierte Zahl betrifft den gesamten Lohnunterschied. Eben auch die schlechter bezahlten Jobs usw.

      Der nicht erklärbare (diskriminierende…) Unterschied beträgt 8%. Aber auch hier: wenn Männer besser verhandeln, dann müssen Frauen halt dazulernen und nicht jammern.

      • Hans Kans sagt:

        Es ist schon etwas komplizierter lieber Leonardo 😉

      • Timo sagt:

        Ich denke auch, dass die „nicht erklärbaren“ 8% sehr wohl erklärbar sind. Wie Leonardo schon richtig sagte, spielt da die Lohnverhandlung eine grosse Rolle. Jeder egal ob Frau oder Mann wird nach seinem Lohn gefragt und wenn man seinen eigenen Marktwert nicht kennt, dann verdient man halt weniger. Ansonsten bitte alle Löhne offenlegen und schon beim Stelleninserat den Verdienst erwähnen. Weiterhin ist es wirklich schwierig aus der geringen Anzahl Bewerber auf eine Stelle die Bewerber auf „Gleichheit“ zu prüfen, denn die Lebensläufe sind so unterschiedlich. Keiner gleicht dem anderen.

      • Greatsheep sagt:

        Es gibt viele Faktoren. Mein Bruder arbeitet als Paketpöstler. ALLE sind in der gleichen Lohnklasse und trotzdem wurde ein Lohnunterschied festgestellt. Gross herumposaunt: DISKRIMINIERUNG! Die Wahrheit interessierte dann niemand: Pöstler beziehen die Ueberstunden eher als Geldleistung, Pöstlerinnen eher als Freizeit: Frage: Was erscheint auf dem Lohnausweis?
        Wieso gibt es keine Statistik (oder wieso hat man Migros, Coop, Manor etc. das faktisch verboten) zum Verkaufspersonal? Weil man, wie beim Pflegepersonal, feststellen würde, dass Frauen MEHR verdienen. Wieso? Mal überlegen!

      • Ben sagt:

        Bliebe zu ergänzen: diese 8% Unterschied (ob nun die Zahl absolut betrachtet stimmt oder nicht, sei mal dahingestellt) findet man locker auch unter Männern in vergleichbaren Berufen. Ist das auch diskriminierend?

    • Martin Frey sagt:

      LIebe Susi, diese Behauptung handelt von der sog. unbereinigten Lohnlücke. Dabei vergleichen die Statistiker völlig abgekoppelt von Position oder Branche, Ausbildung oder Arbeitsvertrag alle durchschnittlichen Männerlöhne mit allen durchschnittlichen Frauenlöhnen, was natürlich einen riesigen Bias definitionsgemäss mitbedingt. Bei der bereinigte Lohnlücke werden alle Faktoren berücksichtigt, die vergleichbar sind: Branche, Beruf, Qualifikation, Position. Und da sieht es dann natürlich ganz anders aus, was Fr. Trachsel geflissentlich unterschlägt.

    • Greatsheep sagt:

      Also noch einmal: Es gibt Lohnunterschiede, aber die sind nicht wegen Mann oder Frau.
      Dann gibt es die berühmten BEHAUPTETEN Lohnunterschiede. Traue keiner Statistik die du … Und da ist der Hund begraben. Wenn die Genderistas Statistiken erstellen mit „… es wird angenommen..“, „…. Umfragen ergaben ….“, „…beruht auf Erhebung in den 90er-Jahren…“ etc. muss man vorsichtig werden. Auch wenn Unterstellungen erfolgen, dass z.B. Krankenschwester gleichwertig ist wie ein Polizist und ein eventueller Unterschied sogleich als Diskriminierung deklariert wird ist das unseriös.

    • 13 sagt:

      @ Susi
      Beides spielt mit. Ein Teil ist nicht mit anderer Position und Ausbildung erklärbar. ein zweiter Punkt ist nachwievor, dass typische „Frauenberufe“ grundsätzlich schlechter bezahlt werden als typische „Männerberufe“ trotz vergleichbarer Ausbildung und Verantwortung. Vergleichen Sie den GAV beim Bau und den in der Pflege, nur so als Beispiel. Typische Frauenberufe (Pflege, Kinderbetreuung, Coiffeuse/Kosmetik, aber auch Verkauf) sind stets zuunterst, viele handwerkliche Berufe weiter oben, trotz vergleichbarer Lehre.

      • 13 sagt:

        Und das zieht sich bis in die akademische Berufe weiter. Eine Soziologin wird kaum je das Gleiche verdienen wie ein Ingenieur.

      • Paul sagt:

        Und warum ist es Diskriminierung, wenn Frauen sich bei voller Wahlfreiheit wissentlich für einen Beruf entscheiden, bei dem man weniger verdient?
        Wie ich weiter oben schon schrieb: Ich wusste beim Studienbeginn an der ETH schon, dass ich als Ingenieur weniger verdienen werde als ein Banker. Ich habe mich trotzdem (freiwillig) für diesen Beruf entschieden, also gibt es jetzt auch nichts zu jammern von wegen uh mega gemeiner Lohndiskriminierung der technischen Berufe gegenüber der Finanzbranche!

      • Martin Frey sagt:

        Das dürfen Sie trotzdem nicht vergleichen, 13. Erst wenn der Coiffeur 30% mehr verdient als die Coiffeuse im selben Betrieb, mit gleicher Ausbildung und Erfahrung, kann man meines Erachtens von Lohndiskriminierung sprechen. Alles andere ist schlicht Aepfel mit Birnen verglichen. Und das hat noch nie jemanden weiter gebracht, der an Fakten und nicht an Dogmen interessiert ist. Auch ein Soziologe verdient weniger als eine Anwältin, um nur ein anderes Beispiel zu erwähnen.

      • Chris sagt:

        Das stimmt nicht, ich arbeite im Baugewerbe. Meine Freundin arbeitet als Pflegefachfrau. Sie verdient bei 100% Arbeit gleich viel, eher mehr, wie ein Maurer bei ebenfalls 100% und gleicher Anzahl Dienstjahren. Und die Maurer sind am besten gestellt beim GAV, Gärtner, Schreiner, Bodenleger, Elektriker, Dachdecker…..etc verdienen deutlich weniger wie eine Pflegefachfrau. Fazit: zuerst informieren dann schreiben. Was beiden gemein ist: 40jahre bis zur Pension auf diesen Berufen und Ihre Körper sind mit 60 geschunden und mit etwas Pech sterben sie ziemlich schnell nach Erreichen des Pensionsalte

      • Leonardo sagt:

        Martin Frey: Nicht einmal dann. Denn was ist mit der Dauer, die jemand schon im Betrieb ist und seiner ganz persönlichen Leistung? Engagement? Ideen? Kundenbeziehungen? Persönlicher Umsatz. Unmöglich objektiv vergleichbar.

      • Bernhard sagt:

        Es ist ja vergleichbar mit der Frage nach dem Huhn und dem Ei: Sind die Berufe zu „Frauenberufen“ geworden, weil sie unabhängig des Geschlechts per se schlechter bezahlt werden? Oder werden sie schlechter bezahlt, weil fast nur Frauen diese Berufe ausüben wollen? Das macht in meinen Augen einen grossen Unterschied! Denn im Fall eins gibts wohl keine Verbesserungsmöglichkeit. Im Fall zwei aber hätten es die Frauen selber in der Hand, mehr Lohn zu fordern. Das funktioniert aber nur, wenn nicht 20 andere bereit sind, zu den gleichen schlechten Konditionen zu arbeiten! (Angebot und Nachfrage…).

      • Sportpapi sagt:

        @Bernhard: Wo ist der Unterschied? So oder so gibt es offenbar genügend Frauen, die zu dem Lohn arbeiten, und in dem Sinn wenig Druck, die Löhne zu erhöhen.

      • Bernhard sagt:

        @SP: Der Unterschied liegt darin dass beim einen Szenario schlicht nicht mehr Lohn drinliegt, da sonst eine Auslagerung oder Konkurs droht. Im anderen Fall würde mehr drinliegen, es besteht aber kein Bedarf, da genügend Personal zu günstigeren Konditionen zur Verfügung steht!

      • Bernhard sagt:

        @SP: Sie haben aber schon recht: Schlussendlich ändert es nichts an der Tatsache, dass Frauen offenbar mit weniger (Lohn) zufrieden sind als Männer! Ich finde dies ja auch absolut legitim. Nur: Solange dies so ist, werden die Männer mehr verdienen als die Frauen (zumindest in den Berufen, in denen mit Verhandlungsgeschick etwas herauszuholen ist). Es wäre aber wirklich spannend zu beobachten, was z.B. passieren würde, wenn keine Coiffeuse mehr bereit wäre, unter 4’500.- zu arbeiten. Müssten dann die Läden zumachen, wie es im Vorfeld der Mindestlohn-Abstimmung hiess? Ich weiss es nicht!

      • 13 sagt:

        @ Paul
        Bernhard hat es richtig angetönt: Es geht nicht darum, dass die Frauen das wählen, sondern dass diese Berufe ohne wirkliche Begründung schlechter bezahlt werden, weil es typische Frauenberufe sind und es sich so eingespielt hat.
        @ M.F.
        Nein, man kann gut auch zwei verschiedene Berufe vergleichen, solange die Anforderungen für diese vergleichbar sind. Der Anwaltsberuf ist eben gerade kein typischer Frauenberuf und damit hat er nichts mit meiner Aussage zu tun.
        @ Chris
        Ist die Ausbildung denn vergleichbar? Nach altem System brauchte man eine Vorbildung für die Pflege.

      • 13 sagt:

        PS: es ging hier nicht um eine Wertung, sondern um eine Erklärung, wie es zu dem grossen Lohnunterschied kommt. Ob dies geändert werden sollte, ist eine andere Frage und wird politisch immer mal wieder diskutiert.

      • Martin Frey sagt:

        Nein, 13, ich denke nicht dass das seriös ist. Denn es gibt bereits innerhalb Berufsgruppen diverse Einflussfaktoren auf das Gehalt, dass man, wenn man überhaupt eine ernsthafte Aussage machen will, nur gleiches mit gleichem analysieren sollte. Es gibt Ärzte die verdienen das Zehnfache anderer, es gibt Anwälte die verdienen das Zehnfache anderer Anwälte, unabhängig vom Geschlecht. Was wollen Sie daraus folgern? Welche Kriterien wollen Sie denn für branchenübergreifende Vergleiche heranziehen? Reicht da wirklich enfach nur der Blick durch die Genderbrille? Kommen Sie, Sie wissen das besser.

    • Susi sagt:

      Danke allen für die Infos, total interessant, das beantwortet einige Fragen, die für mich nämlich schon seit längerem offen stehen.

  • Leonardo sagt:

    Die Dame muss halt PR betreiben und ihren Job rechtfertigen. Als Vater von zwei Söhnen und einer Tochter bin ich überzeugt, dass die Chancen gerecht verteilt sind, solange bei einer Frau der Ehrgeiz da ist.

    Es gibt immer stärkere und schwächere Menschen. Ich finde es richtig, dass sich (in einer gesetzlichen Bandbreite) der stärkere/fleissigere Mensch durchsetzt. Wenn ein Team mit 100% Männern gut funktioniert – gut. Wenn in einem Unternehmen das Kader aus 80% geeigneten Frauen besteht, die durch Können und nicht durch Quoten Karriere machen: wunderbar.

    Starke Frauen brauchen keine Almosen!

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Leonardo:

      allerdings ist es sehr heikel wenn Sie die höhere Lohnsumme am Prädikat „der fleissigere Mensch“ festmachen. Dass es der „stärkere“ Mensch ist, schon eher- bloss bezieht sich dann die Stärke möglicherweise auch auf den Grad seines Egoismus, Unverhältnismässigkeit und Selbstüberbewertung, welche von den richtigen Menschen (ebenfalls „starken“) gestützt wird…

      • Leonardo sagt:

        Ja und?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Leonardo

        „Ich finde es richtig, dass sich (in einer gesetzlichen Bandbreite) der stärkere/fleissigere Mensch durchsetzt.“

        Nein, ich für meinen Teil finde es nicht richtig dass Sie höhere Lohnsumme offenbar mit „verdient weil bestimmt der Fleissigere“ gleichsetzen.

      • Leonardo sagt:

        Mache ich ja nicht. Sehen sie sich bitte den Kommentar an: „der stärkere/fleissigere Mensch durchsetzt“. Manchmal nützt Fleiss, manchmal Stärke und oft auch Glück. Und meist ist es wohl eine Kombination aus diesen und weiteren Punkten.

        Bei Löhnen ist Fairness nur bedingt realistisch bzw. sehr relativ. Sonst wären Millionengehälter ja gar nicht möglich.

      • Manni Mann sagt:

        Brunhild – es geht nicht um Fleiss und Stärke, sondern um Ambition und Verantwortung

        Ausgangslage: jeder will mehr verdienen – es gibt Jobs in denen man mehr verdient
        Für diese Jobs muss man Fähigkeiten mitbringen, die nicht so breit gestreut sind (sonst wären sie nicht überdurchschnittlich bezahlt: das Gesetz von Angebot und Nachfrage).

        Entweder ist überdurchschnittliches Können gefragt – oder aber: die Ambition Verantwortung zu übernehmen etc.
        Genau das wollen viele nicht. Deshalb bleiben sie da wo sie sind.

      • Jo sagt:

        Eine Pflegefachfrau kann fleissiger sein als ein Manager und verdient trotzdem viel weniger…

      • Paul sagt:

        Richtig Jo, aber: Die Pflegefachfrau hat bereits bei der Berufswahl gewusst, dass sie weniger verdienen wird als ein Manager. Genau wie ich nach der Matur gewusst habe, dass ich weniger verdienen werde, wenn ich Maschinenbau studiere als wenn ich mich für die HSG in St. Gallen entscheide. Ich bin trotzdem Ingenieur geworden und trage nun die Verantwortung selbst für meinen Entscheid. Das Gleiche erwarte ich von der Pflegefachfrau.

      • Manni Mann sagt:

        Jo – es ist Angebot und Nachfrage, nicht Mann oder Frau.
        Wenn ich die Manager beneide um ihre Löhne, kann ich ja Manager werden.
        Entweder bin ich dazu nicht in Lage oder mir würde das Manager-Dasein mit allen Vor und Nachteilen nicht gefallen. Und deshalb mache ich das nicht und verdiene weniger.
        Manchmal dachte ich: schön hats ein reformierter Pfarrer 120’000. – / plus wohnen im Pfarrheim / kein rauher Wind der Wirtschaft…. ABER nein danke, das ist nicht mein Ding. Also gönn ich ihm den Schoggi-Job und meckere nicht.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Manni Mann:
        mit der an Tag gelegten Ambition liegen Sie wohl richtig,
        aber ich sehe keinen Bezug zu „Verantwortung“, echte Verantwortung in einer hohen Position, mit dementsprechender Entscheidungskraft, liegt für mich auch in der Herstellung von mehr Lohngerechtigkeit- und davon sehe ich für mein Empfinden viel zu wenig.

      • Manni Mann sagt:

        Brunhild
        Gerechtigkeit ist ein steiles Wort – schwierig darüber zu streiten, weil das je nach Weltsicht, ganz anders empfunden wird

        ich sehe folgendes: je mehr unternehmerisches Geschick gefragt ist, umso höher sind die Löhne. Die Tätigkeiten, welche erlernbar sind und die einfach „abgearbeitet“ werden können, (selbst wenn sie schwierig und anstrengend sind!), sind schlechter bezahlt. Warum? Aus dem einfachen Grund, weil offenbar die Mehrheit der Menschen, dazu neigt solche Tätigkeiten zu verrichten, in denen sie leicht ersetzbar sind.

      • Toni Dubs sagt:

        Manni Manni – “ je mehr unternehmerisches Geschick …“. Sorry, das ist – zumindest teilweise – Unsinn. Selbst der Managerberuf ist erlernbar oder der des Traders in der Bank, und auch da geht es um „abarbeiten“. Die meisten derer, die aus „Normalbuergers“ Sicht ueberrissene Loehne erhalten, haben in erster Linie die Qualifiaktion, im Haifischbecken die staerksten zu sein (das heisst natuerlich nicht, dass es nicht auch Talente gibt, aber das ist ueberall so). Mit fachlicher Kompetenz oder unternehmerischen Geschick im engeren Sinne hat das wenig bis gar nichts zu tun.

      • Hotel Papa sagt:

        Es sind die, die bezüglich der finaziellen Tragweite ihrer Entscheidungen am längsten Hebel sitzen, also die grössten Effekte haben.

        Ob sie diese Hebel erfogreich einsetzen, tut dabei wenig zur Sache.

      • Manni Mann sagt:

        Dubs – natürlich haben sie auch wieder recht – aber diejenigen, welche nur aufgrund (akademischer) Qualifikationen viel verdienen, sitzen auch auf einem Schleudersitz- sobald gespart werden muss, sind das die ersten die fliegen und schadlos durch billigere ersetzt werden.
        Klar: die Löhne der Teppichetagen sind meist jenseits von gut und böse. Und dass die nächste Hierarchiestufe einfach das dreifache verdient, ist ein Witz.
        Aber ich redete von den „normalen“ Löhnen in denen 95% zu Hause sind also zwischen 50’000 – 250’000

  • Jo sagt:

    Liebe Frau Trachsel,
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die nur die Schule, Arbeitswelt und Gesellschaft dafür verantwortlich ist. Ich muss in meiner Umgebung immer mehr feststellen, dass dieser Same schon in der Familie von klein auf gelebt wird. Das kleine Mädchen bekommt eine Puppe oder eine Spiel-Kochecke während der Bub die Lego -Technik zusammenbaut und schon seinen ersten Roboter programmiert, während Mama Vollzeit zuhause ist! Warum behandeln die Eltern die Kinder schon so „Schubladisiert“ und leben nicht das vor, was wir uns für Sie wünschen?

    • Sportpapi sagt:

      Was wünschen „wir“ uns denn für sie? Wenn wir selber beispielsweise glückliche Vollzeitmütter sind? Nebenbei: Unsere Kinder erhalten Spielzeuge, die sie sich wünschen, und nicht die, die wir ihnen unbedingt geben möchten.

      • Jo sagt:

        Wenn es jemandes Traum ist 100% Mama zu sein, dann ist das doch toll!
        Ich sehe einfach oft Mädchen die sich auch für Technik interessieren und begeistern lassen. Wenn die Mami aber Mathe doof findet warum muss man das dann der Tochter in den ersten Schuljahren einimpfen?
        Verstehen Sie mich nicht falsch, dies ist nicht die Regel und doch kommt es zu oft vor.

      • Martin Frey sagt:

        Das mit dem Einimpfen der Rollenmodelle bewegt sich auf dem Niveau der Schlangen- und Spinnenphobie, die wird auch so übertragen. Und sie ist ungefähr gleich doof.

    • 13 sagt:

      Genau richtig, Jo.

      @ Sp
      Das ist falsch. Die Kinder bekommen die Spielsachen, von denen ihnen die Eltern, Gesellschaft und Werbung einredet, dass sie für sie sind. Wenn grosse Plakate hängen und für Lego Friends werden, dass sei super für Mädchen und die Mutter beim Wunsch des Mädchens gleich zur pinkigen Schachtel greift, wird das leicht beeinflussbare Kind da mitmachen. Übrigens, haben Sie nicht hier mal geschrieben, dass Sie Ihren Söhnen nie eine Puppe und einen Schminkkopf kaufen würden?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das würde ich aber auch meinen Töchtern nicht – auch das habe ich geschrieben. Und doch haben meine Söhne eine Puppe. Und das Bett voller Plüschtiere, usw. Spielen möchten sie aber mit Lego, Werkzeugen und Eisenbahnen, obwohl ich ihnen das definitiv nicht vorlebe.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Was denn nun? Das, was sich die Kinder wünschen oder was Sie als richtig empfinden? Weil wenn Sie es nicht tun würden, auch wenn der Wunsch käme, geht das ja nicht auf.
        PS: Sie leben ihren Kindern nicht das Legospielen vor, die klassische Rollenverteilung schon, die schnell mal einen Einfluss hat (ist nicht wertend gemeint, sondern nur als Tatsache).

      • Sportpapi sagt:

        @13: Klar. Und jede andere gelebte Rollenverteilung hat auch einen Vorbildfunktion. Gezeigt wird letztlich immer eine Rolle, nicht dass jede/r jede Rolle einnehmen kann.

  • Sabina Zimmerli sagt:

    Punkt 1: Wie wäre es, wenn man einfach uns Frauen sagen würde, ihr müsst das halt auch tun, statt neue Gesetze zu kreieren? Weder Gesetze noch Unternehmen können etwas dafür, wenn wir Frauen ohne Selbstvertrauen in die Verhandung gehem.

  • Hotel Papa sagt:

    Die Welt und die Menschen sind, wie sie sind. Nicht, wie wir sie gern hätten. Dass Frauen und Männer da, wo sie am meisten Wahlfreiheit haben, sich am stärksten in die typischen Berufe konzentrieren, spricht doch irgendwie Bände.Die verzerrte Selbstwahrnehmung der Genderforscher am Schluss ist zum Schreien.
    Wahlfreiheit: Auf jeden Fall.
    Gleichmacherei auf Biegen und Brechen: Bitte nicht.

    • Hotel Papa sagt:

      Mein G0tt walter, was war jetzt an Harald Eia so schlimm, dass man den Link herauszensieren musste.

      Müsst Ihr halt selbst Suchen: Harad Eia; das Gelichstellungs Paradox auf Youtube.

    • Hotel Papa sagt:

      Die Gender-ForscherInnen täten gut daran, einmal ihren Karl Popper aus dem Regal zu holen.
      .
      Sie stellen Theorien auf (Ich könnte auch böse sein und sagen: Formulieren Wunschvorstellungen) und basteln dann Studien, um diese zu bestätigen.
      .
      Eine robuste Theorie erkennt man daran, dass sie falsifizierungsversuchen widersteht.
      .
      Der Volksmund weiss das und formuliert das so: „Die Ausnahme bestätigt die Regel.“ (Und zwar in deser Form, nicht „Keine Regel ohne Ausname“; diese verliert die Quintessenz der Aussage.)
      Die Quintessenz ist: Die Regel erkennt man daran, dass ./.

    • Hotel Papa sagt:

      2/
      die Ausnahme Ausnahme bleibt. Wird die Ausnahme zur Regel, ist die Regel höchstwahrscheinlich falsch.
      .
      .
      Das ganze Konstrukt Genderwissenschaft steht auf tönernen Füssen. Am Anfang steht ein Axiom:
      „Gender behaviour is all nurture, no nature.“
      .
      Alles, was diesem Axiom widerspricht, wird ausgeblendet.
      .
      Unvoreingenommene Genderwissenschaften könnten spannend sein:
      .
      Was ist angeboren, was ist angelernt?
      Welche angelernten Verhalten können wir ändern?
      Wenn ja, sollen wir? Und warum nicht?
      .
      Dass dahinter auch immer ein politische Agenda tätig wird, ist klar.

      • tststs sagt:

        Ist es möglich, dass Sie den Genderbegriff nicht verstanden haben?

      • Hotel Papa sagt:

        Okay, war gemäss üblicher Verwendung des Begriffs wohl unscharf.

        Man kann aber aus er Sozialen Geschlechterrolle wohl kaum den biologischen Faktor Sex herauslösen. Jedenfalls dann, wenn dieser aufs Verhalten einen Einfluss hat. Was ja in der Lesart dieser ForscherInnen in Abrede gestellt wird.

        Ich bleibe dabei: Mutige Annahme. Jedenfalls dann, wenn man sich der Evidenz fürs Gegenteil nicht stellt.

        Völlig entlarvend diesbezüglich die Abschlussinterviews in Harald Eias Arbeit.

      • tststs sagt:

        „Man kann aber aus er Sozialen Geschlechterrolle wohl kaum den biologischen Faktor Sex herauslösen.“ Man kann schon – wenn man will!!! Resp. es bleibt dann einfach nicht mehr viel übrig… 😉

  • Hans Hintermeier sagt:

    Frau Trachsel. Warum haben Sie denn keinen Job bei der Müllabfuhr/ Kanalreinigung? Gehen Sie doch mit gutem Beispiel voraus und überwinden die Klischees.

    • Brunhild Steiner sagt:

      …liegt wohl an der „Zukunftsträchtigkeit“ dieser Berufsgruppen,
      was mich zum wiederholten mal feststellen lässt dass mich dieses Abwerten bestimmter Berufsgruppen enorm stört.
      Wir sind nicht nur auf motivierten „Karriereplanenden Berufsnachwuchs“ angewiesen, sondern darauf, dass sich in ALLEN Berufen Menschen befinden, welche ihre Aufgaben mit Überzeugung und Einsatz bewältigen, plus auch überall dort, wo die Arbeitstätigkeit nicht an einen Lohn gebunden ist.

      • Hotel Papa sagt:

        *applaus*

      • Hans Hintermeier sagt:

        Danke für die Präziserung. Mich stört es halt eben auch gewaltig, dass die feministische Propaganda allen Frauen einredet,sie seien nichts wert, wenn sie keine Karriere machen und “ nur“ einen normalen Beruf ausüben. Kenne einige Frauen, die das so empfinden.

      • ka sagt:

        @HH: das ist ja bei den Männer genau dasselbe, die glauben ja auch nichts wert zu sein, wenn sie keine Karriere machen. Leider hindert sie das ja auch oft daran, Teilzeit zu arbeiten und sich mehr in der Familie zu engagieren.

      • Hans Hintermeier sagt:

        @ka. Eventuell ist das bei einigen Männern auch so, die Frage ist nur, was ständig (fast schon täglich) in den Medien propagiert wird ( siehe dieser Artikel). Deshalb denke ich, ist der Druck auf die Frauen höher.

    • 13 sagt:

      @ H.H.
      Frau Trachsel übt eine Leitungsfunktion, damit überwindet sie bereits ein Klischee in vielen Firmen, dass Frauen, insbesondere Mütter das nicht könnten. Mich stört es mehr, wenn Frauen, nein bereits Mädchen, eintrichtert wird, das sei nicht möglich. Gestern erneut gehört: „Ich gehe jetzt arbeiten, um meinen Mann bei den Finanzen zu unterstützen.“ Wo ein solches Weltbild noch herumgeistert, kann nicht aufgehört werden, aufzuzeigen, dass Karrieremöglichkeiten bestehen. Ein Zwang ist das nicht.

      • Sportpapi sagt:

        Ist das ein Weltbild? Oer vielleicht einfach passend in genau der Situation, in der sich das Paar allenfalls befindet? Ich „helfe“ ja auch z.B. bei der Wäsche, weil das in unserer Arbeitsteilung nicht als meine Aufgabe definiert wurde.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Sorry, Sie arbeitet bei einer städtischen Genderstelle und nicht in der freien Wirtschaft. Wer sagt das heute noch den Mädchen/ Frauen ? Wo/ in welcher Zeit leben Sie eigentlich? Glauben sie wirklich diese gefakten Genderstufien?

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Nein, hier ein Weltbild: Das Paar ist getrennt und haben keine kleinen Kinder.

        @ H.H.
        Ja, ich glaube an die Studien, sehe die Realität ja jeden Tag. Gerade in den staatlichen „sozialen“ Betrieben, sieht es sonst in den allermeisten Fällen so aus: 80% der Beschäftigten sind Frauen (mehrheitlich im Teilzeitpensum), der Vorsteher ein Mann oder aber eine kinderlose Frau, höchstens noch mal eine, wo die Kinder schon gross sind.

      • Hans Hintermeier sagt:

        @13, hab mir schon gedacht, dass sie in der Sozialindustrie tätig sind. Kenne nur in diesem Bereich blinde Ideologinnen, die den pseudowissenschaflichen Genderquatsch inkl. tendenziösen Erhebungen glauben. Eine Frage: wie viele Frauen haben sich für die Chefposten BEWORBEN, die sie nennen? WOLLTEN oder konnten sie nicht, respektive würden sie von aussen gehindert? Oder wollten sie in einem 60 % Pensum leiten, also den Fünfer und das Weggli? Es ist eben bezeichnend, dass viele Frauen Teilzeit in öffentlichen Verwaltungen arbeiten, weil sie eben einen bequemen Teilzeitjob wollen.

  • Thomas Jordi sagt:

    Schluss mit Klischees, aber dann gleich in Punkt 1 als Empfehlung auf einem herumreiten. Nicht sehr überlegt. Wenn schon muss man den Mädchen die Fähigkeit beibringen, dass sie bei der Frage nach dem Verdienst NICHT mehr schlechter abschneiden, und nicht die Frage abschaffen. Mal schauen, ob mir das bei meinen Töchtern gelingt.

    • Hans Kans sagt:

      Tatsache ist, wenn Männer nach viel Lohn fragen, gelten sie als selbstbewusst. Fragen Frauen nach viel Lohn, gelten sie als arrogant. Es geht hier nicht darum, den Mädchen „trau dich doch und frag nach mehr“ beizubringen. Dazu kommt die geringere Arbeitsmarktelastizität der Frauen, welche auch Einfluss auf Lohnverhandlungen hat. Es gibt noch viele weitere Gründe, weshalb diese Frage unangebracht ist.

    • Tömu sagt:

      @Jordi: Unterschiede, die man nüchtern-wissenschaftlich feststellen kann, sollte man nicht als Klischee abtun. Der krankhafte Versuch der Gleichmacherei ist zum Scheitern verurteilt. Eine korrekte Selbsteinschätzung und -vermarktung mag wichtig sein, aber im konkreten Fall ist schon nicht so ganz klar, was die dümmliche Frage, die es abzuschaffen gilt, überhaupt soll. Es wäre wichtig, Selektionskriterien einzuführen, die nicht am Schluss die selbstverliebten Deppen in die Führungsetagen spült, die für all die Wirtschaftskrisen verantwortlich zeichnen. Dumme Fragen abschaffen hilft dabei.

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