Kalter Online-Entzug

Mamablog

Sorry – kein Empfang! Doch dieser Jugendliche schätzt es sichtlich, offline zu sein. (Foto: Bilal Kamoon/Flickr)

Sie kann ihren mutigen Schritt selbst noch kaum fassen. Die alleinerziehende Mutter dreier Kinder hat Ferien gebucht. Zu viert. In einem schmucken Ferienhaus auf Korsika. Ein Fussweg führt in zehn Minuten zum Strand. Pinienbäume säumen den Weg. Den kleinen Ort mit Dorfladen, Bistro und Bar erreicht man in zehn Minuten. Die Miete für die zwei Wochen Ferien während der sommerlichen Hochsaison ist angemessen. Nur … meine Freundin verzieht das Gesicht. «Aber was halt auch noch ist …» – «Ja?» Sie macht eine Kunstpause. «Es hat weder Handy- noch Internetempfang.»

Eine simple Botschaft bloss. Eine Information, gleichbedeutend wie die Anzahl Zimmer, die Farbe des Hausdaches oder die Wassertemperatur der angrenzenden Bucht. Es hat weder Handy- noch Internetempfang. Punkt. Dafür einen Festnetzanschluss. Man sei keineswegs von der Welt abgeschnitten.

Dennoch schaue ich meine Kollegin mit grossen Augen an. Ich grinse und weiss natürlich, was sie mir damit sagen will. Das bedeutet mindestens vierzehn Tage lang kein Chatten und Skypen für ihre drei Jungs. Kein Facebook, Instagram, Youtube, WhatsApp für den 16-, 14- und 10-Jährigen. Keine Online-Games. Wo doch vor allem die beiden älteren in ihrer Freizeit kaum mehr was anderes machen. Sie gamen mit anderen gemeinsam im Netz und hängen aus hundert weiteren Gründen täglich während Stunden dort rum.

«Wissen sies schon?», frage ich. Sie nickt. Seit zwei Tagen. Seither habe keiner von ihnen ein Wort mit ihr gewechselt, derart sauer und entsetzt seien sie. Sie glauben, die Mutter habe bewusst weit und breit «nach dem einzigen Scheiss-Öko-Haus» gesucht. Nur um ihnen eins reinzubrennen und die Ferien zu vermiesen.

Das wollte meine Bekannte natürlich nicht. Sie war aber, das gibt sie zu, nicht unerfreut, als sie beim Vertragsabschluss betreffendes Detail erfuhr. Endlich abschalten, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie sah ihre Kinder im Geiste abends vor dem Haus Fussball spielen. Mit Schwemmholz und gefundenen Dingen was basteln. Miteinander ein Brettspiel spielen. Schach, Dame oder zu viert mal wieder eine Pokerrunde. «Das taten wir bis vor zwei Jahren regelmässig und es machte allen enorm viel Spass.» Doch seit die beiden älteren ein Smartphone hätten, seien sie zwar gemeinsam daheim, doch jeder für sich. Zum Glück kochten sie immer mal wieder zusammen. «Das bringt uns näher.»

Nun aber ist der Mutter doch leicht mulmig zumute. Sie ist zwar überzeugt, dass ihnen allen die kommende Zeit guttun werde. Doch sie allein in der ausländischen Pampa mit zwei pubertierenden Jungs und einem störrischen Dritten – und alle in den ersten Tagen auf Online-Entzug? Sie hat Respekt davor und bereut, dass sie ihre ehemals rigiden Handy- und Onlineregeln gegenüber den Kindern hat schleifen lassen. Andererseits hofft sie genau deswegen auf einen Neubeginn. Dass die Kinder in der realen Welt auftauchen, sich wieder an längere Zeiten offline gewöhnen – und sie gar schätzen lernen.

Wie oft und wie lange dürfen Ihre Kinder in den Ferien gamen, chatten und Videos schauen? Gelten besondere Regeln?

Offline statt online: Bei Smartphones ist Südkorea ganz vorne dabei – auch punkto Onlinesucht. Die Regierung in Seoul setzt nun auf spezielle Entwöhnkurse für Schulkinder. Hier werden Teenager auf Smartphone-Entzug gesetzt.

«Look Up» – schau hoch. Der Protagonist ruft im Video dazu auf, die Onlinewelt auch mal sein zu lassen – und die reale Welt nicht zu vergessen. Das Video wurde auf Youtube bereits über 44 Millionen Mal angeklickt.

Die Internet-Community reagierte umgehend darauf: «Mein Computer verlässt mich nicht, die Freundin hingegen schon», schreiben Jugendliche. Was sogenannte Youtubers zum Video «Look Up» sonst noch sagen:

74 Kommentare zu «Kalter Online-Entzug»

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Was für ein Tamtam. In den Ferien haben wir besseres zu tunt, als ständig am Pc zu sitzen oder mit dem Smartphone zu spielen. Das unser Ferienhaus WLAN hat, haben wir im letzten Jahr erst nach ca 10 Tagen rausgefunden und das auch nur per Zufall. Und oh Wunder: alle haben überlebt!!!!!!

    Für alle die hier, die sich als unentbehrlich in der Geschäftswelt empfinden, habe ich nur ein müdes Lächeln übrig. Den ganzen Tag während der Arbeitszeit privat im Internet chatten und sich dann so wichtig machen, was für tolle akademische Jobs man macht. Einfach nur lächerlich!

    • Susi sagt:

      „Den ganzen Tag während der Arbeitszeit privat im Internet chatten und sich dann so wichtig machen, was für tolle akademische Jobs man macht.“

      Hab ich auch schon ein paarmal kurz gedacht, auch über mich selbst 🙂 Frau vertrödelt hier schon recht viel Zeit…

  • Markus Schneider sagt:

    Was unerwähnt bleibt: Offenbar handelt es sich um eine Alleinerziehende, die es einfach nicht im Griff hat und vermutlich alle paar Tage neue Saiten aufziehen will. Das werden mal hübsche Bürschlein werden, die Söhne von der.

  • Peter Müller sagt:

    Die heutige Medienpädagogik ist irgendwie oft auf hilfloser Basis aufgebaut. Man hat keine Ahnung also verbietet man es, oder sagt was von Zeitlimitierungen, oder es ist einem völlig egal. Meist ist das ganze noch durch Halbwissen aus Coop-Zeitungsartikeln und ZDF Sendungen mit Dr. M. Spitzer durchsetzt ;).

    Man sollte mit den Kindern die Technik und das Internet schon einmal sehr themenspezifisch und persönlich durchnehmen, aber das können wirklich nur Leute die auch viel Ahnung davon haben, was man von der aktuellen Generation Eltern einfach noch nicht erwarten kann.

    • tina sagt:

      obwohl ich glaube, wir sind ähnlicher meinung und ich über das knowhow verfügen würde: warum soll man mit kindern die technik und das internet themenspezifisch durchnehmen?

      • Peter Müller sagt:

        Teil 1: Das Internet ist heutzutage fast unvermeidbar, weshalb ich es durchaus für wichtig erachte die schnelle Dynamik des Internets näher zu bringen. Was passiert genau wenn ich etwas im Internet mache? Was kann sich daraus entwickeln? Wie muss ich Geschriebenes und Gezeigtes einordnen? Auf häufige Ironie und Polarisierung hinweisen u.v.m.
        Da ein Computer/Smartphone trotz aller Entwicklung noch ein filigranes Werkzeug ist, sollte man etwas technischer die Gefahren erklären, wie leicht persönliche Daten ins Netz gelangen können, auch wenn man es offensichtlich gar nicht wollte.

      • Peter Müller sagt:

        2: Man kann sowas besser erklären wenn man es selber gut kennt und persönliche Beispiele (auch peinliche ;)) einbinden kann. Man muss natürlich kein IT-Profi heranziehen, aber ein Verständnis der Mechanismen mitgeben, darunter auch Technische. Kinder sollen etwas fragen können ohne ein „böses Facebook und was spielst du wieder für blöde Ballerspiele?“ als Antwort zu bekommen. Man soll Fragen locker und ernst nehmen wenn Probleme kommen, sonst endet das schnell in „geheimen Schweigen“ der Kinder.
        Vmtl. sind meine Worte nicht Perfekt noch soll es DIE Methode sein, nur eine mögliche Richtung 🙂

      • tina sagt:

        ja, das sehe ich auch so in die richtung. aber diese art von verständnis haben normale benutzer doch heute, und ich glaube auch dass eltern ihren kindern diese dinge erkären. ich dachte es sei tcp/ip und solche dinge gemeint

  • alam sagt:

    Kürzlich bei einer Freundin: „Mama ich lass das Handy zu Hause, ich will einfach mal in Ruhe shoppen. Falls jemand fragt, sag du hättest es mir weggenommen, weil ich nicht aufgeräumt habe.“

  • Ralf Schrader sagt:

    Es braucht überhaupt keine Regeln im Umgang mit technischen Medien. Sinnvollen Umgang kann man nur selbst lernen, bei den meisten funktioniert das nur durch Probieren. Ich würde nie einen Urlaubsort, nicht mal ein Hotel für eine Übernachtung ohne WLAN wählen, weil das Lesen verschiedener Tageszeitungen im Web genauso zum Morgen gehört, wie das Frühstück. Jeder meiner Verwandten und Freunde weiss, ich möchte nicht angerufen werden, weil das meist stört. Wer etwas von mir will, kann ein Mail schicken, dann antworte ich, wenn es passt. Telefon ist online, Mail ist offline- Kommunikation.

    • Ralf Schrader sagt:

      Wenn ich nicht möchte, dass meine Kinder rauchen oder Drogen nehmen, dann sage ich das nicht, dann ermuntere ich sie zu Sport oder anderen faszinierenden Freizeitbeschäftigungen. Wenn es Freude macht, kommen Drogen nicht mehr in Frage, weil die den Spass an der Alternative stören. Reglementierungen sind kontraproduktiv.
      Das Internet ist vergleichbar mit der Erfindung der Dampfmaschine oder des Rades, die 3. technologische Revolution der Menschheit. Daran muss man teilhaben, ohne Schaden zu nehmen. Das ist die Kunst. Nebenwirkungen sind vorprogrammiert, damit muss man umgehen können.

      • Carolina sagt:

        Da stimme ich Ihnen heute mal völlig zu, ML. Vor allem Ihren letzten Absatz halte ich für richtig.

        Und deshalb, Frau K, würde ich Ihrer Kollegin sagen, dass der Versuch, völlig technologiefrei die Ferien zu verbringen, den Versuch wert ist – egal, wie er nun im Detail ausgeht, er wird dazu beitragen, dass auch die pubertierenden Jungs eindrücklich vor Augen geführt bekommen, dass es eine Kunst ist, das richtige Mass zu finden und spätestens dann, wenn sich Suchtpotential abzeichnet, eine Grenze überschritten ist. Bin auch gespannt, wie das funktioniert.

      • tina sagt:

        wir reden über teenager? doch, ich finde man sollte drogen thematisieren. sie werden eh irgendwie damit konfrontiert, und ich möchte, dass ihnen ein paar dinge ganz bewusst sind. und man kann auch andere süchte thematisieren, beispielsweise reden wir schon darüber, wann bildschirmälä zuviel ist und warum. ich sage sehr deutlich und auch oft, was ich gut finde (eben dass sie so oft lachen beim gamen und miteinander spielen). auch dass sie facebook kaum nutzen, ich als teenie hätte mich da nicht so zurückgehalten. mit thematisieren meine ich keine vorträge halten übrigens

      • Ralf Schrader sagt:

        Bei allen wirklichen Fragestellungen sind wir doch immer einer Meinung, Carolina. Darauf gründet unsere Hassliebe.

      • Ralf Schrader sagt:

        @tina, wie will jemand Drogen thematisieren, der Drogen nicht kennt? Das Gemeine ist doch, dass der Lustgewinn solange überwiegt, bis die Verluste irreversibel sind. Thematisieren und Aufklären nützt da gar nichts, nur der frühe Aufbau von kompromisslosen Alternativen. Selbst da hat es Schwierigkeiten, wer Rockstar werden will, kommt ohne Drogen genauso wenig hin, wie ein Weltklassesportler ohne Doping. Das geht nicht.
        Leistungsgrenzen zu überschreiten geht ohne Chemie nicht mehr, deshalb kann Prävention nur bedeuten, beizubringen, Leistungsgrenzen nicht überschreiten zu wollen.

      • tina sagt:

        lustgewinn, gutes stichwort. und, sind wir alle dermassen dem lustgewinn verfallen, dass nichts mehr zu retten ist? eben. gerade über lustgewinn kann man sehr gut sprechen mit teenagern, selbst mit jenen die noch keine drogen genommen haben und vielleicht nie werden.

      • Franz Vontobel sagt:

        ML spricht über Drogenprohibition, hihi! 😀

      • Franz Vontobel sagt:

        ups, -prävention, latürnich!

    • Paul Moser sagt:

      Natürlich braucht das Leben und Zusammenleben Regeln – ohne diesen haben wir bald das totale Chaos. Und weil es neue Medien und neue technische Möglichkeiten gibt, braucht es auch neue Regeln, wie man diese braucht resp. eben nicht brauch und brauchen sollt. Zum Stichwort „Umgang“ können darum ebenso auch Regeln zählen – nicht alles, was „Umgang“ angeht, lässt sich einfach mit „Selbsterfahrung“ realisieren.

  • Lena sagt:

    Scheint als währe hier die kreativität der Jugendlichen gefragt. Ich bin gespannt, welchen Weg sie wählen!
    Ich fand ein elterliches „geht leider nicht“ jeweils als ansporn, zu beweisen, dass es eben doch geht. Was mir beruflich sehr viel brachte.

  • Einzelkind sagt:

    Hätte ich Kinder, gäbe es vor deren Volljährigkeit garantiert weder Smartphone noch Tablet noch sonstwas in dieser Richtung. Ich selbst wuchs in den 80er-Jahren ohne TV auf und war deshalb weder Aussenseiter noch habe ich irgendetwas verpasst. Selbst als während der Gymi-Zeit praktisch alle anderen zuhause einen PC hatten, schrieb ich meine Texte nach wie vor auf einer Schreibmaschine. Trotzdem ist aus mir etwas geworden. Warum sollte das heute anders sein?

    • alias sagt:

      Weil es so mühsam ist, Ersatzfarbbänder zu kaufen für die Schreibmaschine?

    • 13 sagt:

      Warum sollte das heute anders sein?

      Weil es heute anders ist. Ganz einfach. Natürlich war es in den 80er leicht ohne Handy und Computer auszukommen, wen doch viele, um nicht zu sagen alle, ohne auskamen. Wurden bei Ihnen die Hausaufgaben per Whats up besprochen? Oder so abgemacht? Wurde eine Internetrecherche für ein Referat vorausgesetzt? Gab es I-Pads in Ihrem Kindergarten? Hat der Sporttrainer oder Ihr Musiklehrer Ihnen die Sachen per E-Mail geschickt? Ich wuchs v.a. in den 90er auf und es war nicht so, erst so Richtung Matur und an der Uni kam es dann langsam auf. Heute ist das normal.

      • alam sagt:

        Gerade diese Beispiele zeigen, dass ein Familiencompi und ein Festnetztelefon genügen würden. Hausaufgaben kann man am Telefon besprechen, abmachen ebenso. Internetrecherche und E-Mail läuft am Familiencompi.

      • 13 sagt:

        „Hausaufgaben kann man am Telefon besprechen, abmachen ebenso.“

        Natürlich kann man. Aber will man, wenn man sich eh schon zwei Stunden mit 5 anderen per Whatsup ausgetauscht hat, noch den einen Kollegen, der keins hat, informieren und das jedes Mal oder sagt man irgendwann, das sei sein Problem? Abmachen auch: Man lädt alle völlig informell ein, wer komme will kann. Denkt man noch an den einen, der es nicht mitbekommt? Bei uns läuft es oft so: Vereinbart, was wir machen wird per WA, wer keins hat, wird am Schluss informiert, hat aber kaum Mitspracherecht, weil er die Diskussion verpasst hat.

      • 13 sagt:

        \2 und ich bin ü30, ich will ja nicht wissen, wie es bei 15/16jährigen ist.

      • tina sagt:

        13: zu meinem erstaunen verzichten meine kinder auf ein handy, sie wollen keins und zwar hartnäckig. ich würds nicht verbieten. die jüngeren sind da noch flexibler als wir alten meinen 🙂

      • alam sagt:

        Ja, ich sehe sie vor mir: Latschen aus dem Schulzimmer, bereits keinen Blick mehr übrig für die anderen, mit denen sie gleich direkt hätten abmachen können, verschwenden Stunden mit WA für ein paar Hausaufgaben, die sie alleine in ein paar Minuten gemacht hätten, beraten, wer welche macht, müssen Lösungen durchgeben. Dann noch abmachen, absagen, verschieben, komme ein bisschen später… Kaum zusammen, müssen sie schon wieder berichten, wo sie mit wem was Obertolles machen, erleben, … oder eben verpassen.

    • Baslerin sagt:

      Das wollten meine Eltern auch durchsetzen. Und wozu führte es? Mein Bruder und ich haben unser Sackgeld gespart und uns heimlich ein Handy mit Prepay-Karte gekauft… Verbote sind nicht immer die Lösung!

  • Reto sagt:

    Das Problem ist wahrscheinlich schon das mit dem „schleifen lassen“ der Nutzungsregeln.

    Wir haben noch kleine Kinder (8,8,6 und 4). Trotzdem habe ich den Wunsch, dass unsere Kinder nicht solche Junkies werden. Auch deshalb, weil ich aus eigener Erfahrung weiss, wie abhängig die Gamerei machen kann, wenn die Eltern sich dessen nicht so recht bewusst sind, was ihre Kinder machen.

    Viele Bekannte mit Teenagern verzweifeln, weil ihre Kids nur noch eines im Kopf haben und da würden solche Ferien vielleicht mal nicht schaden.

    Viel zu kurz, das Kommentarfeld, gopf ;o)

  • Sascha sagt:

    Frau Braun, dürften wir um eine Berichterstattung bitten, wenn die Ferien vorüber sind? Bin sehr gespannt!

  • Stefan sagt:

    „Unsere modernen Familienzusammenkünfte, bei denen jeder still ums Feuer sitzt, seinen Kopf in seinem eigenen Lieblingsbuch vergraben, ist die natürliche Folge davon, dass in der Schule nicht mehr gelehrt wird miteinander zu sprechen.“

    Joah. Klingt vertraut, ne? Ist aber leider ein Zitat von 1907 aus dem ‚Journal of Education‘, Vol 29. Früher war das Lieblingsbuch bähbäh, heute halt das Mobile, während das Buch nun plötzlich zum erstrebenswerten Kulturgut geworden ist.

    Schon lange nicht mehr so technikfeindliche Kommentare gelesen. Ich will auch nicht ohne Netz Ferien machen, danke.

    • 13 sagt:

      Sehr schöner Einwand. Und das Kaminfeuer macht mit dem E-Book-Reader genauso Spass.;-) Danke!

    • Carolina sagt:

      Was Sie sagen, unterschreibe ich, Stefan. Irgendwie scheint sich die Moderne immer zwischen Verteufelung (vielleicht auch Aengsten) und Verherrlichung abzuspielen – das war wahrscheinlich in jeder Generation so. Da nun mal aber die Erfindungen gemacht sind, Kindergärten, Schulen, Büros, Handel und Industrie auf die neuen Technologien umgestellt sind und auch aus dem Privatleben der meisten nicht einfach wegzudiskutieren sind, hilft es nichts: wir müssen damit leben lernen und für meine Begriffe geht das besser, wenn man sich an den grösseren Möglichkeiten erfreut, den Mehrnutzen auch nutzt,

      • Carolina sagt:

        /2 aber gleichzeitig auch lernt, das für jeden richtige und vernünftige Mass zu finden. Non-stop am PC zu hocken kann genauso wenig vernünftig sein wie beharrliches Ignorieren der neuen Technologien.

  • 13 sagt:

    Ich gehöre zu denen, die beruflich tatsächlich daran angewiesen sind, eigentlich immer erreichbar zu sein und zwra nicht nur per Telefon, sondern auch per E-Mail: Kurze Fristen, die wenn man eine verpasst, grosse Haftpflichtprozesse mit sich ziehen könnten und gerade in Bereichen, wo die Gesundheit anderer Menschen gefährdet ist, ist manchmal halt schnelles Handeln ein Muss. Dazu kommt ganz einfach der Wettbewerb dazu. Ist man 3 Wochen abwesend, sucht man sich einen anderen, der erreichbar ist und es gibt genügend. Trotzdem versuche ich richtig Ferien zu machen. Was halt heisst, dass ich 1-2

    • 13 sagt:

      Mal am Tag bewusst hingehe, Mail lese und beantworte, evtl. Anrufe tätigen, sofern das notwendig ist und dann alles wieder abstelle. Ich habe ein zusätzliches Ferienhandy für privat ohne Internetanschluss, wo nicht einmal mein Büro, geschweige denn andere, die Nummer haben, sondern nur Familie und ganz enge Freunde, mit denen ich da sprechen will. Und das ist das, was ich meinen noch kleinen Kindern vorleben will. Ja, die Arbeit ist wichtig, aber man muss gut unterscheiden zwischen Arbeits- und Privatzeit. Für Privat bleibt der Computer in den Ferien ganz aus.

      • tina sagt:

        ich finde eben nicht, dass man privat und arbeit trennen muss. ich weiss genau, wieviel arbeit ich ertrage, wenn ich die schwelle überschreite, da ich die zeichen genügend kenne. die familie hatte immer oberste priorität. ich sage meinen kindern: ich arbeite gern so viel ich kann, wir können das geld brauchen, aber wann immer es zuviel ist, schraube ich sofort runter. ich fühle mich trotzdem nicht versklavt. ausserhalb der präsenzzeiten arbeite ich genau dann, wenn es mir danach ist

      • tina sagt:

        ich nehme fast doppelt soviel ferien wie bezahlt sind (jahresarbeitszeit, ich kompensiere das durch mehrarbeit ausserhalb der ferien), aber warum soll ich nicht auch in den ferien arbeiten? warum nicht mit sicht aufs meer? ist doch schön. darum bin ich froh um die elektronischen hilfsmittel. ich mag es auch, mich mit anderen zu unterhalten und herumzusurfen, suche mir auch gern in den ferien infos. ich finde ich nutze all die möglichkeiten. e-medien nicht zu nutzen ist wie wanderferien machen. kann man, muss man aber nicht

      • tina sagt:

        ich verschicke auch gern die fotos (digital!) direkt aus den ferien. mein interesse ists nicht, in einem abgelegenen haus ferien zu machen, wo wir nur die familie rundherum haben. ich möchte leute um mich, und die kinder sollen auch gelegenheit haben, bekanntschaften zu machen. jedem das seine, aber ich finde es nicht erstrebenswert sich zu langweilen

      • 13 sagt:

        Ich verstehe, was Sie meinen und kann es zum grössten Teil unterschrieben,. Ich bin in einer ähnlichen Lage wie Sie, habe einen tollen Job, der mich fordert und so manche Tage wird es spät, bis ich das Büro verlasse. Allerdings fehlt mir bei Ihrer Schilderung die Sache mit den Kindern. Meine Kinder müssen aufgrund meines Jobs oft auf mich verzichten. Es geht ihnen gut, sie werden mehrheitlich von einem Elternteil betreut, aber die Tatsache ist, ich bin viel berufsbedingt weg. Darum ist es mir wichtig, ihnen zu signalisieren, dass ich, wenn ich da bin, auch wirklich da bin und eben nicht noch

      • tina sagt:

        13, meine kinder müssen nie auf mich verzichten. das erwähnte ich schon: familie hatte immer oberste priorität. inzwischen brauchen mich meine teenager einfach nicht mehr ständig und sofort, also können nun auch mal andere dinge priorität haben. aber wenn sie mich brauchen, bin ich da, und wenn sich herausstellt dass pensum kürzen nötig ist, dann mache ich das. während den ferien haben meine jungs viele aktivitäten ohne mich vor, auch da fehle ich ihnen nicht. bin aber da. und wir unternehmen immer noch viel zusammen. mein job ist übrigens nicht sooo toll 😉

      • tina sagt:

        ich bin einfach froh, habe ich einen job, den ich mir so einrichten kann, dass ich auch von zuhause oder in den ferien etwas machen kann. so habe ich viele fliegen mit einer klatsche. im grunde geht es beim arbeiten immer noch nur ums geld verdienen, wir leben nicht weit über der armutsgrenze (ich kann aber gut mit wenig geld – immerhin gehen wir mindestens einmal im jahr in die ferien und ich habe ein auto).
        ausserdem war ich vor diesem schlechteren job in der IT branche und habe keine berührungsängste was elektronik betrifft, im gegenteil

      • 13 sagt:

        mit einem Auge auf den Bildschirm schiele, um das neuste Geschäfts-E-Mail abzufangen. MICH würde dieses Mail schon interessieren, aber es geht in dem Augenblick eben nicht um (nur) um mich. Darum wissen Sie, wenn ich sage, ich muss jetzt kurz arbeiten, dass sie mich arbeiten lassen, damit ich möglichst schnell fertig bin und dann wieder ihre Mami bin. Das ist das Zeichen, das ich ihnen geben will. Es hat nichts mit mir oder meiner Arbeit zu tun. So funktioniert das am WE und auch in den Ferien und ich finde es gut, Sind die Kinder mal abwesend, sieht es anders aus.

      • tina sagt:

        sorry fürs dreinschwatzen :). ja manche dinge sind vielleicht komplizierter mit partner als ohne. als die kinder kleiner waren arbeitet ich gar nicht in ihrer anwesenheit, stimmt.

      • 13 sagt:

        @ Tina
        Mit Teenies sieht das anders aus. Ich merke es jetzt schon bei meiner Grossen (6). Sind Freunde da, ist Mami abgemeldet. Beim Kleinen (3) sieht es noch anders aus. Es ändert sich so schnell. Was ich v.a. sagen wollte ist, dass ich die Trennung nicht wegen mir mache. Ich kann meine Kräfte gut einschätzen und weiss, wann es zuviel wird, gleich wie Sie geschrieben haben. Sondern in meinem Fall um den Bedürfnissen meiner Kinder und meines Mannes, der mir ehrlich gesagt diesen Job überhaupt ermöglicht, indem er mir den Rücken freihält und unendlich Verständnis hat, nachzukommen.

  • Lisa sagt:

    Ich bin 20 und verzichte bewusst auf ein Smartphone. Ich arbeite schon im Büro am PC, also schalte ich ihn zuhause oft gar nicht ein. Ich geniesse es, mal nicht erreichbar zu sein, muss leider meine E-mails beruflich min. alle drei Tage checken. (Verlangt wäre täglich, doch die können mich ja nicht dazu zwingen)
    Habe oft mit etwa 3 Jahre jüngeren Teens zu tun und bin schockiert von dem dauernden „Aufs Smartphone starren“.
    Habe das Gefühl, mein Jahrgang war der letzte, welche noch ohne auskam und sich für das Wohl der Welt interessiert und nicht nur für Facebook.

    • Kathy sagt:

      Du bist süss Lisa:) Ähm doch, dein Arbeitgeber kann dich sehr wohl dazu zwingen. Ich zum Beispiel muss meine Mails alle 5 Minuten checken.

      Ob jemand ein Smartphone hat oder Mitglied bei FB oder Twitter ist, hat doch nichts damit zu tun, ob er sich „für das Wohl der Welt interessiert“ oder nicht. Im Gegenteil, über diese Kanäle erreichst du normalerweise mehr Leute um deine Botschaft zu platzieren, als im persönlichen Dialog. Ein bisschen Offenheit anderen und anderem gegenüber wäre wünschenswert, gerade in diesem jungen Alter.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Kathy

        Glaube kaum, dass ein Geschäft einen zwingen kann täglich Mails zu checken. Freitage und Ferien heissen nämlich so, weil man dann frei oder Ferien hat.

      • Widerspenstige sagt:

        Solange es sich nicht um überlebenswichtige Mails handelt, die ein Menschenleben gefährden könnten bei Nichtlesen alle 5 Minuten (unglaublich!) wie von Kathy geschildert, grenzt solches Gebaren an Sklavenhaltungsmethoden des Arbeitgebers. Wer sich daran hält, ist wahrlich selber Schuld. Ich hätte sowas niemals von meinen treusten Mitarbeiterinnen verlangt, auch wenn es manchmal wertvoll für den Gewinn gewesen wäre im eigenen Geschäft. Es gibt also aus meiner langjährigen Geschäftstätigkeit wenige Augenblicke, wo ein regelmässiges Checken der Mails wie erwähnt sinnvoll ist.

      • Joerg Hanspeter sagt:

        @Kathy: Alle 5 Minuten, 24 Stunden? Also entweder Kriegst Du soviel Kohle, dass Du Dich in wenigen Jahren zur Ruhe setzen kannst, oder Du bist wirklich zu bedauern.

  • Arnold Armin sagt:

    Ich gehöre zu denen, welche das Händy kaum benutzen. Also nur im Notfall was dies auch immer heissen mag!
    Anfügen ich noch, dass es genügen Kommunikations Mittel Radio Fernsehen gibt um das Neuste ja nicht zu verpassen!

  • diva sagt:

    wie sollen kinder mit suchtverhalten umgehen, wenn es die eltern nicht mal mehr schaffen? diese wichtigtuerei vieler berufstätiger überall erreichbar sein zu müssen, ist doch krank!

    • Susi sagt:

      Diva, im Artikel geht es um online-Abhängigkeit von Jugendlichen. Um Facebook, Instagramm, Youtube, WhatsApp.

      Und was tun Sie? Sie machen das Problem SCHON WIEDER zum Thema der Berfustätigen! Was ist eigentlich mit Ihnen los? Endet Ihr Horizont dort, wo Sie nicht mehr über berufstätige Mütter ablästern können?

      Falls Sie ein Fake sind: Der Witz ist langsam abgenutzt.

      • Carolina sagt:

        🙂

      • Paul Moser sagt:

        @Susi – Aber es stimmt ja doch – was soll das Gejammer über die Jugendlichen, wenn ihre Eltern genau dieses kranke Verhalten einer Online-Abhängigkeit zeigen? Bekanntlich fällt der Apfel nicht weit vom Stamm.

      • Susi sagt:

        Paul Moser: Und die online-abhängigen Eltern, damit meinen auch Sie berufstätige Mütter?

        Falls nein: Lesen Sie meinen Kommentar nochmals genauer. Er fokussiert nämlich nicht auf ein „Eltern-als-Rollenmodell-Konzept“ oder stellt ein solches gar in Frage, sondern bezieht sich auf Divas eindimensionale Beiträge, die sich wie ein roter Faden durch die Blogs ziehen.

        Falls ja: Da ist mir eine Replik grad ein bitzeli zu blöd, weil sowieso Hopfen und Malz verloren ist.

      • Paul Moser sagt:

        @Susi – Und sie scheinen den einzigen Fokus im Lesen von Kommentaren offenbar darauf zu legen, ob es drin eventuell um „berufstätige Mütter“ gehen könnte. Fazit: Scheuklappen oder gefärbte Brillengläser und da ist dann „Hopfen und Malz“ effektiv verloren.

      • Susi sagt:

        @PM: Nein, tue ich nicht.
        Ist Ihnen Divas diesbezügliche Penetranz noch nie aufgefallen?
        Würden Sie regelmässig – was ja nicht nötig ist, aber dann sollte man sich mit solchen Behauptungen ein wenig zurückhalten – mitlesen, wüssten Sie, dass Divas einziges Thema berufstätige Mütter sind und dass es den meisten Bloggern/innen hier auf die Nerven geht. Darauf habe nun zur Abwechslung mal ich reagiert. Sonst tuen es meist andere.
        Und sehen Sie, das online-Suchtproblem liegt ganz sicher nicht in erster Linie bei den Berufstätigen. Studien zeigen, dass Hausfrauen/Vollzeitmütter am meisten Zeit auf Plattformen wie Facebook und Twitter verbringen. Vielleicht sehen Sie das ja anders. Sie werden von Diva auch nicht konstant auf völlig unsachlicher Basis angegriffen, Sie sind keine berufstätige Mutter.

      • Widerspenstige sagt:

        Gebe da Susi 100 Punkte in der Argumentation was die notorischen Nadelstiche in grober verbaler Form einer diva anbelangt. Schade, dass ausgerechnet eine Frau/Mutter, wenn es denn auch tatsächlich eine ist, welche sich diva nennt (Zufall oder eben reine Provokation bereits als Nick) sowas in einem MB regelmässig plazieren muss. Vielleicht braucht sie einfach Reaktionen um der Reaktionen willen. 😀

      • Paul Moser sagt:

        @Susi – Wo bitte habe ich behauptet, dass das süchtige Online-Verhalten der Jugendlichen etwas mit „berufstätigen Müttern“ zu tun habe – wollten *Sie* mir das unterstellen? Was für eine Diskussionskultur? Ich habe deutlich geschrieben, dass es hier um die schlechte Vorbild-Funktion der *Erwachsenen* geht. Wenn diese schon ständig ihren Blick auf die Handies richten, was anders sollten denn die Kinder tun? Sogar ganz kleine Kinder, kaum können sie sitzen, werden heute mit Handeis „unterhalten“ und 4jährige tapen auf Tablets rum, dass man schon fragen muss – aber die einen nennen das „Umgang“.

      • Susi sagt:

        @WS: Danke 😉

        Paul Moser: Ich unterstelle Ihnen gar nichts, versuche Ihnen zu erklären, inwiefern mir Divas Beitrag auf die Nerven geht.
        Ihr Standpunkt zu dem Thema war ja nicht ganz klar. Sie hätten diesen aber darlegen können, wenn Sie auf meine (nicht rhetorische) Frage im 8.40h-Beitrag („Paul Moser: Und die online-abhängigen Eltern, damit meinen auch Sie berufstätige Mütter?“) reagiert hätten. Haben Sie aber nicht, stattdessen nörgelten Sie am Fokus meiner Kommentare rum und platzierten Ihre Brillengläser- und Scheuklappen-Metaphern. Und nun echauffieren Sie sich über eine angebliche Unterstellung. Soviel zu *Ihrer* Diskussionskultur.

      • Paul Moser sagt:

        @Susi – Nörgeln – genau getroffen – Selbsterkenntnis ist immer noch der beste Anfang – dann gute Besserung und EOT.

      • Susi sagt:

        Herr Moser, vielleicht schaffen Sie es mit Ihren Plattitüden ja mal noch auf ein Zuckerbriefli, viel Glück dabei 🙂

        Und einen schönen Nachmittag!

  • Susanne sagt:

    Ich kann dieses Gejammer über die Netzabhängigkeit derKindert nicht mehr hören. Wer lebt es ihnen denn vor? Eltern sind doch auch meist rund um die Uhr erreichbar. Als wir mit unserer damals 14jährigen Tochter vier Wochen Namibia und zwei Jahre später 5 Wochen Australien bereisten, gab es nur höchst selten Empfang. Das war nicht einmal ein Thema. Auch heute, sie ist 20 und Studentin, hat sie kein Internetabo auf dem Handy und überlebt trotzdem! Im Gegenteil, sie will gar nicht dauernd erreichbar sein. Sie war 3 Monate in Vietnam und hatte dort kein Netz. Es geht, lebt es euren Kindern vor!

  • Barbara sagt:

    Wir waren einmal eine Woche auf einem kleinen Schiff in Frankreich – ohne jeden Anschluss. Dazu kamen 7 Tage Dauertegen. Der Ältere hat alles gelesen, was ihm in die Finger kam – auch unsere Bücher! Der Jüngere liest nicht gerne. Er suchte und fand laufend Yazzee-Spielpartner. Ausserdem war ihm so langweilig, dass er uns mehrmals täglich fragte, ob er uns etwas kochen könne – und das dann auch tat. Das Fazit der beiden nach der Reise: Es war cool, sie wollen das wieder machen – aber ohne uns Eltern, wir hätten schon sehr gestört…. 😉

  • tina sagt:

    ich war sehr streng mit bildschirmzeit bis die kinder 12/13 waren. der übergang war kurz, bald durften sie was und wie lange sie wollten, das obere limit liegt bei maximal 2h pro tag. theoretisch. praktisch wirds auch mehr, aber sie haben es lustig, sie hocken nicht ohne kommunikation allein im zimmer und werden aggro, überhaupt nicht. sie lachen und reden miteinander und freunden. und sie starren nicht permanent auf ein gerät. falls es doch mal irgendwie zuviel ist, sage ichs eben, sie lehnen sich nicht auf. gepokert und schachgespielt wird immer noch

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