Gebären in der Natur

Mamablog

Die Sehnsucht nach einer geordneten Natur, in der selbst das Töten sanft erscheint: Henri Rousseaus «Le lion, ayant faim, se jette sur l’antilope» aus den Jahren 1898/1905. (Foto: Reuters)

Körperausscheidungen sind etwas ganz Natürliches. Alle haben sie, ein bisschen da und ein bisschen dort. Trotzdem machen wir das mit uns selbst ab, solange uns Alter und Gesundheit diese Gnade gewähren. Was ich uns allen bis zum letzten Atemzug wünsche. Schon allein, dass ich hier darüber scheibe, stösst die meisten vermutlich ab – ein paar ungewöhnlich gelagerte Gemüter mal ausgenommen.

Gesetzt der Fall, es gäbe nun eine Realityshow, die zeigt, wie Menschen sich versäubern, so ganz natürlich und in der freien Natur. Einfach nur, weils so schön natürlich ist – ich gebe es Ihnen hiermit schriftlich, ich würde meinen Fernseher verschrotten, rein sicherheitshalber. Denn so einen Scheiss (voll natürliches Wort, im Fall) würde ich mir nie und nimmer ansehen, nicht mal beim versehentlichen Vorbeizappen.

Nun sind Kinder keine Körperausscheidungen in diesem Sinne, das ist natürlich wahr. Aber sie kommen auch aus einer Körperöffnung, und die Leute, die sie dort heraus absondern, pressen, drücken, brüllen, bluten, machen sich allenfalls voll. Das gehört dazu, ist aber doch etwas sehr Persönliches, meiner Meinung nach. Auch wenn am Schluss was Schönes dabei rausschaut, kopfvoran: ein neuer Mensch.

Nun hat eine Frau also ein Kind aus sich herausgepresst, wie Milliarden anderer auch. Aber sie hats unter freiem Himmel getan und vor allem: Sie hat es auf Youtube gestellt. Das sei ihr unbenommen. Immerhin wollen das offenbar Millionen von Menschen sehen. Darum plant der US-Sender Lifetime das Ganze nun unter dem Namen «Born in the Wild» seriell zum Drittnatürlichsten nach Fortpflanzung und Ernährung zu machen: zu Geld.

Aber muss ich dabei zusehen? Nein. Damit hat der Drang, sich anderen Menschen in kompromittierenden Lebenslagen zu präsentieren, für mich einen Höhenpunkt erreicht, der sogar mich Reality Junkie vergrätzt. Da gebären Frauen vor laufender Kamera in der freien Natur und wir dürfen zusehen, wie sie in Bachbeten kauern, winseln und brüllen, wie Kühe vor dem Melken? Was bitte soll das werden, wenns fertig ist?

Soll ich durch die demonstrative Natürlichkeit anderer an meine eigene Natürlichkeit erinnert werden? Warum? Und was bitte ist so toll an natürlich? Natürlich heisst in etwa: «Wie von der Natur vorgesehen.» Natürlich heisst also auch: ohne Schmerzmittel, ohne Antibiotika, ohne die Möglichkeit einer PDA, ohne neonatologische Hilfe, ohne Hightech-Milchpulver, falls was mit der Muttermilch nicht stimmt, ohne Babyphone und dafür mit einer Horde weiterer Geschwister, von denen die Überlebenden Krätze, Trichterbrust, Tuberkulose und Würmer haben. Das ist es nämlich, was die Natur in ihrer Reinform parat hat für uns, wenn wir die Geburt überhaupt überleben. Sorry, aber das überzeugt mich nicht.

Die Sehnsucht nach der Natur gehört zwar zu uns und ist quasi natürlicher Teil des Menscheins. Aber sie hat mit der eigentlichen Natur nicht viel mehr gemeinsam als ein Gemälde von Henry Rousseau. Wer daran zweifelt, dem empfehle ich Sean Penns brillanten Film «Into the Wild». Klärt alle Fragen. Denn was wir meinen, wenn wir uns nach mehr Natur sehnen, ist nicht wilde Natur, sondern Klarheit, Einfachheit und Integrität. Und die gibts nicht in einer Reality Show, in der die Wehen-Queen des Dschungels gekrönt wird oder die nächste «Miss Dammbruch natural». Hinter dem Busch hocken da nämlich eh ein Fernsehteam und medizinisches Personal en Masse, nur schon aus versicherungstechnischen Gründen.

Das selbstgedrehte Video «Born in the Wild» wurde fast 25 Millionen Mal angeklickt:

Der Trailer zum Film «Into the Wild»: Ein Gegenentwurf zum idyllischen Naturbild.

124 Kommentare zu «Gebären in der Natur»

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Ob zu Hause, im Geburtshaus, im Spital, in der freien Natur, ob spontan, per Kaiserschnitt oder eine Lotusgeburt: jede werdende Mutter soll selber entscheiden dürfen, wie und wo sie ihr Kind zur Welt bringen will, Hauptsache die Geburt verläuft für die Mutter wie das Baby möglichst reibungslos und unproblematisch. Eine Geburt jedoch ist etwas sehr Persönliches und Intimes und hat vor laufenden TV-Kameras, im Fernsehen und im Internet auf Youtube nichts verloren.

  • Iris Bachmann sagt:

    Dieser Film gehört für mich nicht auf ein Portal wie Youtube, wo er für Kinder frei zugänglich ist, sondern in die Abteilung Geburtsvorbereitung und müsste kostenpflichtig sein

  • Eigentlich sagt Andrea im Artikel alles.
    Natürlich, ist sehr vieles – und vieles davon einfach persönlich.
    Selbstverständlich haben Mensch und Tier früher in der Natur geboren. Naturvölker und Wildtiere machen dies noch immer.
    Jedoch ist natürlich, dass sich Tiere und Menschen, zur Geburt zurückziehen bzw. das Rudel verlassen, um in einem geschützten, verborgenen Ort zu gebären.
    Reallityshows allgemein, sind etwas für Menschen, die nichts mehr mit sich wissen anzufangen, ähnlich dem Stammtisch.

  • Flo sagt:

    Vision – und bald begegnen wir auf unseren Spaziergang auf dem Uetliberg nicht nur den „bösen wölfen“, sondern auch noch mitten im Wald zwischen Tannzapfen und Pilzen gebärenden Frauen!
    Die Idee der Ntrurgeburten wäre vielleicht noch eine Idee die der umtriebige Uto Kulm Wirt Fry irgdnwie zu Geld machen könnte – z.B. eine Geburtsterrasse zum Motto Naturgeburt mit Aussicht auf Zürich oder ins Säuliamt!

    • carol sagt:

      @ eine reizvolle Vision, aber ich fürchte, in der Schweizer Mittelland-„Natur“ herrscht einfach zu viel Publikumsverkehr! Wir wollen doch nicht von glotzenden Spaziergängern mit unerzogenen Hunden, aus dem Gehölz brechenden Bikern, Handyfotografierern; landenen Deltafliegern, Kitesurfern, Kanufahrern usw., gestört werden. Vielleicht fänden sich im Jura einige ruhige Plätzli – dort wo wir nur die Hand ausstrecken müssten nach dem Pilzli auf dem Kuhfladen nebendran. Natur pur!

  • Flo sagt:

    Ja; WAS SOL DAS ? – das muss man in erster Linie die Frauen fragen die sich für solches zur Verfügung stellen – alles andere erübrigt sich dann!

  • Carmela sagt:

    Es kommt doch einfach darauf an, mit welcher Achtung und mit welchem Respekt gegenüber einem Menschen etwas so Intimes gezeigt wird.
    Das Video hat mich sehr berührt. Eindrücklich miterleben zu dürfen, wie ruhig und völlig bei sich diese Frau am Gebären ist.
    Übrigens sind die Komplikationen bei Geburten in Spitälern sehr viel höher als in Geburtshäusern oder bei Hausgeburten.
    Die Gehirnwäsche hat hier bei uns prima funktioniert: wir getrauen uns nicht einmal mehr selber zu denken, geschweige denn zu spüren. Wir tun, was alle tun. Angstgesteuert. Nicht unseren Weg, den vermein tlich richtigen.

    • urs lehmann sagt:

      Angenommen, eine angehende Mutter möchte zuhause Gebären, aber möglicherweise stehen Komplikationen an. Sie wird wahrscheinlich im Spital gebären, ganz einfach weil im Fall der Fälle Hilfe sofort verfügbar ist. Genauso die Schwangere, die eigentlich lieber im Geburtshaus niederkommen würde.

      Nach diesem Schema werden die meisten Schwangeren, die mit Komplikationen rechnen (müssen), im Spital gebären. Und deshalb ist logischerweise und ganz selbstverständlich der Anteil an Geburten mit Komplikationen im Spital massiv höher als bei jeder andern Form der Geburt.

  • rinagano sagt:

    Was regt ihr euch so auf? Seit wir auf dem Mediendampfer fahren, floriert der Narzismus. Und ich finde eine „öffentliche“ Geburt weit weniger verfehlt als die überhebliche Selbstdarstellung manch eines Mitmenschen, obwohl dies den vermeintlichen Sittlichkeitsregeln besser entsprechen soll.
    PS: ich war bei allen Geburten meiner Kinder mit dabei und bin beeindruckt von der stoischen Ruhe dieser Frau – Chapeau.
    PPS: ironischerweise stören sich m. E. mehr Frauen als Männer an diesem Video. Wieso eigentlich?!?

  • carol sagt:

    das möchte ich den Mamablog-Foristen nicht vorenthalten, da noch niemand darauf hingewiesen hat: die Meergeburt in Anwesenheit von Delphinen auf Hawaii.
    http://www.planetpuna.com/
    Anscheinend nehmen die Delphine mit dem Kind auf dem Geburtsweg Kontakt auf und helfen. Könnte zweifellos eine ausserordentliche Erfahrung sein, falls eine notfallmedizinische Versorgung bereit steht. Wie eine Geburt letztlich verläuft, ist ja nie genau vorauszusehen. Jede Frau, die ich kenne inkl. ich selbst war letztlich doch nicht vorbereitet v.a. nicht auf die ungeheure Intensität der Vorgangs.

    • Adrian Wehrli sagt:

      Nicht vergessen die Berggeburt auf dem Mount Fuji, anscheinend nimmt der Berg Kontakt auf mit den Kind und hilft bei der Geburt. … oder gibts noch blöderes?

      • carol sagt:

        es soll sich aber um eine alte hawaiianische Tradition handeln…:-(

        ich finde ja, die Leute sollen ihren Spass haben, von mir aus auch beim Gebären. Dieses Spezial-Natur-Geburtswesen kann ohnehin nur funktionieren, wenn zeitnah medizinische Hilfe zur Verfügung steht, falls sich Probleme ergeben. In unserer überzivilisierten Wohlstandsgesellschaft besteht ein grosses Verlangen nach „Natur“, weshalb es nicht erstaunt, dass entsprechende Angebote auch in der Geburtshilfe wie Pilze aus dem Boden schiessen. Ich denke, Hebammen und Gynäkologen sollten sich darauf einstellen.

      • Adrian Wehrli sagt:

        … oder alle mal zusammen Pilze rauchen und das ganze etwas vernünftig angehen. Sonst gebären bald alle auf dem Mount Everest und Taufen Ihre Tochter „Nirvana Peperonate Mountenpoo Huxlywux“, hautpsache anders-normal. Ich denke „Normcore“ ist gar kein so schlecher Begriff für unseren Zeitgeist. Möglichst Extrem-Ausgefallen, aber ja nicht anderst extrem-Ausgefallen als die Anderen. Und unbedingt: Alles Dokumentieren und ins Netz spritzen. Am besten dreisprachig. Amen.

  • Pat sagt:

    Also mal ehrlich: Es geht doch nicht um die Geburt in freier Natur sondern um TV-Quoten. Das ist Show-Business. Je Kontroverser das Thema desto besser. Kommt noch dazu, dass praktisch jeder Mensch gerne mal ein wenig Aufmerksamkeit hätte wie ein Star. Wer fühlt sich nicht geschmeichelt dabei? Ich kann dem ganzen weder etwas romantisches, noch wissenschaftliches noch irgendetwas abgewinnen. Nur Ekel, dass es sowenig Talent braucht um eine Show zu kreieren. Der Mutter und dem Kind wünsche ich trotzdem alles Gute.

  • Sonusfaber sagt:

    Drei rhetorische Fragen meinerseits an die Verfasserin des Artikels sowie an jene, die sich dazu geäussert haben: Kennt ihr die Frau, die im „Dschungel“ geboren hat? Kennt ihr die Frauen, die es ihr gleichtun wollen? Kennt ihre ihre Absichten, ihre Gedanken, ihre Gefühle? Es wimmelt nur so von Unterstellungen hier, man zieht über sie her, als wäre sie nicht mal zurechnungsfähig. Ein Recht auf Selbstbestimmung wird ihr nicht mal von ihren Geschlechtsgenossinnen zugestanden. Hey, Leute, immerhin hat diese Frau schon ein paar Kinder auf die Welt gebracht und sie sehen ganz gut, gesund aus …

    • Iris Bachmann sagt:

      Ich unterstelle dieser Frau gar nichts. Ich finde es etwas tolles und immer wieder bewegendes, wenn ein Kind geboren wird. Und gefilmte Geburten gibt es ja ganz viele.
      Aber dieser Film sollte nicht frei zugänglich sein. Youtube ist für Kinder frei zugänglich

  • Markus R sagt:

    Die Antwort warum sowas im TV gezeigt wird ist ganz einfach: Es geht um Einschaltquoten, mehr nicht!

  • Adrian Wehrli sagt:

    Was mich hier schockt, sind die Leute die sich noch empören. Dass es den Reality-show Herstellern ins Hirn geschimmelt hat ist uns seit 15 Jahren klar, und dass Reality TV nur für unterste, Low-End, Schwachstrom TV-Zuschauer zugeschnitten ist, ist auch ein Fakt. Da ist es spannender auf Arte einem kurdischen Esel zuzuschauen der in die Kalahari scheisst.

  • carol sagt:

    „I was in ecstasy every time when I drank from it“ – ??? Ich frag mich ja, was in dem Wasser ist oder ob die gute Frau nicht was eingworfen hat. Diesen exaltierten Typus gibts schon länger. Wir erinnern uns an die stets weiss gekleidete Cris Griscom, die in den Wellen des Ozeans geboren hat und ein edel bebildertes Buch darüber veröffentlichte. Alle waren sehr beeindruckt, während böse Zungen schon damals behaupteten, dass hinter den malerischen Dünen ein gut ausgerüstetes Notfallteam gewartet habe, weil die Griscom nicht mehr die Jüngste war.

    • Susi sagt:

      Auch mich hat’s kurz geschaudert beim Hören dieses Satzes. Solche Leute gibt’s mehr als genug, zum Glück hab ich nicht viel mit ihnen zu tun. Dumm nur, dass der Frau eine so grosse Plattform geboten wird.

    • Susi sagt:

      Aber wahrscheinlich, Carol, sind wir spirituell einfach noch nicht weit genug entwickelt, um das verstehen zu können. Der ausserordentliche Geschmack des Wassers war nämlich das ZEICHEN, dass dort die Geburt stattfinden soll!
      😀

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Mal von Extrembeispielen abgesehen. Haben Sie überhaupt kein Verständnis dafür, dass werdende Mütter ihre Schwangerschaft nicht als Krankheit, nicht als Notfall sehen? Und deshalb keine Lust haben, in einem Spital zu gebären?

      • Susi sagt:

        @SP, doch, wie gesagt, das habe ich. Frauen, die in Geburtshäusern oder zuhause gebären, ok.
        Aber für eine Esoterik-Geburt irgendwo im Regenwald, nein, da habe ich NULL Verständnis. Ich verstehe echt nicht, wie eine Mutter das Leben ihres Kindes bewusst aufs Spiel setzten kann.
        Ich habe mein totes Baby auf dem Arm gehalten und beerdigen müssen. Zum Glück spielte keine Fahrlässigkeit meinerseits beim Tod meines Kindes mit, aber ich kann Ihnen nur sagen, dass ich sowas niemanden wünsche und kein Verständnis habe, dass werdende Mütter nicht in erster Linie sicherheitsmotiviert sind.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Ich denke, die Schweizer Frauen (und wohl auch die meisten anderen auf dieser Welt) handeln sehr vernünftig und risikobewusst. Eine Geburt im Urwald erscheint mir da ähnlich wie im Wasserbad. Nur gewählt, wenn daneben die Notfallabsicherung bereit steht.

      • tina sagt:

        susi, aufgrund deine lebenserfahrung die du machen musstest ist deine haltung mehr als nur verständlich. ich bin mir aber recht sicher, dass du nicht zum überbehüten neigst, und in anderen dingen dir andere eltern fahrlässigkeit unterstellen könnten, bei denen du der ansicht bist, das risiko sei vertretbar.
        ich habe den film nur so durchgespult und hatte nicht den eindruck von dschungel sondern eines idyllischen, bekannten flüsschens vermutlich nicht weit ab von der zivilisation.
        ich habe ambulante geburt im spital geplant der nur 1km weit weg ist, und wäre fast zu spät dort angekommen

      • Susi sagt:

        tina, du hast völlig recht, mir wurde auch schon Fahrlässigkeit unterstellt und ich konnte den Grund nur teilweise nachvollziehen. Meine Haltung zum Gebären war allerdings schon bei der ersten Geburt sehr klar; ich wollte die medizinische Absicherung in unmittelbarer Nähe wissen.

        Ich habe jetzt nochmals in den Film reingeschaut: Die Frau spricht am Anfang von einer Geburt im Regenwald.
        Das Haus sieht aber sehr modern und gepflegt aus, und ja, vielleicht gibt es in der Nähe eine Klinik. Aber wie du sagst, manchmal geht es sehr schnell.

      • tina sagt:

        ja genau, manche dinge passieren super schnell, nicht nur geburten. die geburt ist ja nur der anfang, danach kann das ganze leben lang so vieles schnell gehen. wenn man sich komplett in watte packt kann man vermutlich 99% der risiken vermeiden, mit der folge, dass man risiken gar nicht mehr einschätzen kann. manche präventive dinge habe ich nur unternommen, weil ich wusste, ich würde die kritik nicht ertragen, fahrlässig gehandelt zu haben, wenns tatsächlich schief geht

      • Iris Bachmann sagt:

        Das ganze Esotherische hätte es für mich nicht gebraucht. Die ganze Einleitung habe ich auch übersprungen.

  • Iris Bachmann sagt:

    Ich habe schwer gerungen, bevor ich die Starttaste drückte. Neugier, Sensationsgeilheit, Muttergefühle und der Respekt vor der Privatsphäre dieser Frau wechselten sich ab. Schliesslich siegte die Neugier. Und wenn da allenfalls ein neues Reality-Problem auf uns zu kommen sollte, dann will ich auch objektiv mitreden können.
    Die Botschaft, welche dieser Film für mich ausstrahlt, ist der Beweis, wie wunderbar eine Geburt funktioniert. Es braucht eigentlich keine Medizin, kein Spital. Es braucht nur das Vertrauen in Mutter Natur.
    Und wie nennt man Filme, welche Geschlechtsteile präsentieren?

    • Adrian Wehrli sagt:

      Nicht Neugier, Voyeurismus. Und nein, die Botschaft ist: Schau her du Gaffer, lab dich an der Glotze am vermeintlich spannendne Leben der Anderen.

      • Iris Bachmann sagt:

        Nein, sorry, ihre Antwort trifft es nicht. Ich habe den Film auch im Zeitraffer geschaut. Aber als Mutter, die selber schon mal geboren hat, sehe ich diesen Film irgendwie anders. Toll, was Mutter Natur kann. Es braucht keine Wahnsinnsmedizin sondern Vertrauen ins uns selber. Und genau das sehe ich mit diesem Film.
        Trotzdem sollte er nicht frei zugänglich sein. Genau wie ich gefragt habe, wie man solche Filme nenne, so hat er Ähnlichkeit mit Pornographie.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Interessant, dass Neugier und Sensationsgeilheit beim inneren Ringen siegten. Manchmal frage ich mich, um was es da geht. Den Kick des Grenzenverschiebens? So wie manche Leute sich Tötungs-/Enthauptungsvideos anschauen (im Wissen, dass sowas gezeigt wird) und danach nicht schlafen können? Der Mensch bleibt ein oft widersprüchliches, komplexes Wesen…

      • carol sagt:

        nach dem Intro hab ich das Filmchen per Vorspultaste in 2 Minuten angesehen. Genau so zum Gähnen wie diese endlosen Amateur-Filme von Sophies oder Lucas Kindergeburtstag, die man sich aus Höflichkeit ansieht – bloss dass am Ende ein Baby aus Mamis Bauch purzelt. Ich kann ehrlich gesagt nicht verstehen, wie 25 Mio Zuschauer sich das in ganzer Länge anschauen mochten. Ebensowenig wieso die Frau das ins Internet gestellt hat oder nicht wenigstens ihre Blösse etwas bedeckt hat. Möglicherweise eine Form von Exhibitionismus im spirituellen Mänteli.

  • Pascal Sutter sagt:

    Oh mein Gott! What has been seen cannot be unseen… Wer seine Geburt auf YouTube stellt hat jegliche Würde verloren.

  • 13 sagt:

    Es stellt sich für mich etwas die Frage, was hier eigentlich kritisiert wird: Das Gebären in „freier Wildbahn“ oder die mediale Inszenierung? Wenn zweites bin ich völlig Ihrer Meinung, Frau Fischer. Beim ersten muss ich sagen, dass es wohl jede für sich wissen muss. Ich würde es nicht tun, auf der anderen Seite bringen weltweit wohl mehr Frauen ihre Kinder draussen oder zu Hause auf die Welt als vor blinkenden Maschinen. Daher jedem das seine!

    • Martin Frey sagt:

      Bin überzeugt dass Fr. Fischer primär die mediale Inszenierung im Auge hatte. Bezüglich der Geburt à la nature kann man sicher argumentieren, dass wohl ein beträchtlicher Teil der Frauen dieser Welt ohne grosse medizinische Errungenschaften unter einfachen Bedingungen gebären. Weil sie so gebären müssen. Alles verbunden mit hoher Mortalität und Morbidität. Daran ist nichts romantisch. Konservativ geschätzt 99% dieser Frauen würden wohl anders gebären wenn sie die Möglichkeiten dazu hätten.

      • 13 sagt:

        @ M.F.
        Oh die schöne westliche Überlegenheit. Sie glauben wirklich, dass 99% der Frauen in Südamerika, Afrika oder den muslimischen Ländern lieber in ein Spital kommen würden, das ganz alleine, höchstens der Mann dabei, der aber in ihrer Kultur eigentlich gar nicht dabei sein sollte, und sich durch einen wenn möglich noch männlichen Arzt entbinden lassen würde, anstatt zu Hause, wie alle Frauen in der Familie mit den Familienmitgliedern und einer Geburtshelferin. Aber klar doch.

      • 13 sagt:

        Die höhere Mortabilität hat nicht zwangsläufig mit der Geburt selber zu tun, sondern es gibt Tausende Faktoren: Ernährung/Gesundheit der Mutter, Alter, Reinigungsmöglichkeiten oder schlicht und einfach damit, dass Kinder, die nicht überlebensfähig sind, trotzdem geboren und nicht vorher abgetrieben werden. Dazu noch fehlende Alternativen, wenn der Bedarf besteht, was meistens vorher angeschaut wird! Besteht er aber nicht, würde ich sagen, dass bei uns eine Geburt ausserhalb des Spitals gleich sicher ist wie im Spital. Das bestätigen einige Statistiken.

      • Susi sagt:

        Um mal eine mögliche Folge von schlecht ausgestatteter geburtshilflicher Versorgung zu nennen: Es gibt in Entwicklungsländern sehr viele Frauen mit rektovaginalen Fisteln, die durch überlange, schwere Geburten entstanden sind. Eine solche Fistel ist eine Verbindung zwischen Enddarm und Vagina, wodurch Fäkalien in die Vagina geraten. Die Frauen haben für den Rest ihres Lebens grösste Beschwerden und werden von ihrer Familie verstossen.
        Ja, diese Frauen wären für andere Möglichkeiten als irgendwo hinter einem Gebüsch gebären zu müssen sicherlich dankbar gewesen.

      • Martin Frey sagt:

        Es gibt keine Statistiken die das bestätigen, im Ggt. Ich möchte mich aber nicht weiter zum Thema Hausgeburten u.ä äussern, denn da geht es mehr auch um Weltanschauungen als um Fakten. Meine Aeusserungen zum Thema moderne Medizin haben mit den Realitäten und den fehlenden Wahlmöglichkeiten zu tun, und sind sicher nicht Ausdruck eines etwaigen westlichen Dünkels. Analog dazu nur der Hinweis, dass die oft bizarr anmutenden Impfdiskussionen in armen 3. Welt-Ländern (ausserhalb islamist. Einflussbereiche) nicht geführt werden. Die dort lebenden Menschen sind einfach nur froh um Zugang zu Medizin.

      • 13 sagt:

        @ Susi
        Ja, dies läuft bei mir unter „Alternativen, wenn Bedarf besteht“, gilt natürlich auch für die Nachkontrolle und sonstige medizinische Eingriffe, daneben gibt es auch noch viele (eigentlich die meisten), die keine solchen Schwierigkeiten haben.
        Ich bin einfach der Meinung, wie sollten dankbar sein, eine Wahlmöglichkeit zu haben anstatt nur für die medizinische Versorgung. Ich glaube in der Schweiz ist jeder dankbar, dass er die Möglichkeit hat, zum Arzt zu gehen, wenn der Bedarf besteht. Den Bedarf sehen aber die einen beim kleinen Schnitt,die anderen bei Bettlägerigkeit, jede ist anders

      • 13 sagt:

        Eben, M.F. Das sage ich doch. Wenn wir für uns eine Wahl treffen, gehen wir von anderen Umständen aus. Die meisten Impfgegner, die ich kenne (ich selber bin eine Befürworterin des Impfens), würde impfen lassen, wenn sie woanders leben würden, halten es aber bei uns aufgrund der Hygiene und medizinischen Möglichkeiten für unnötig. Ich wollte mit meinem Satz nur andeuten, dass nicht alle „unnormal“ sind, die ausserhalb des Spitals gebären, nur weil ich selber es auch nicht unbedingt tun würde.

  • Martin Frey sagt:

    Gelungener Artikel zu einem widerlichen Thema. Das Gieren nach ein paar Sekunden Aufmerksamkeit und Möchtegernprominenz meine ich, nicht die Geburt. Dieser abstossende Beitrag ist lediglich ein Symptom dafür, wie degeneriert gewisse Mitmenschen mittlerweile bei ihrem Streben nach einem kleinen bisschen Ruhm geworden sind. Wohlstandsdekadenz nennt man das wohl. Und jeder, der das anklickt, ist selber schuld, mehr noch, macht sich zum Mittäter. Erinnert mich etwas an den Film Untraceable aus dem 2008. Die Frage nach einem Sinn muss man nicht stellen, es wird uns lediglich ein Spiegel vorgehalten

  • Teilzeitpapi sagt:

    Was bitte soll das werden, wenns fertig ist?

    Die Antwort geben Sie ja selbst schon, Frau Fischer. Stoff für einen Mamablog-Beitrag. Schön, wenn es Ihnen hilft, die Grenzen Ihrer Reality Junkiness auszuloten, mich interessiert beides eigentlich nicht, daher ein langweiliger Beitrag. Natürlich leben wir in einer sehr freien Gesellschaft, sowohl was Narzissmus, Exhibitionismus wie auch sich darüber aufregen anbelangt. Die Vertiefung der Sehnsucht nach der Natur, Wildheit/Gefahr und oder vs. Einfachheit wäre interessanter gewesen.

  • Mario Basler sagt:

    Freue mich schon auf die zahlreichen Naturgeburten auf dem Sonntagsspaziergang im Allschwiler Wald und an der Birs.
    Habe bisher Public Viewing immer im Zusammenhang mit Fussball gesehen, aber jetzt bekommt es eine ganz neue Definition, wenn Frauen z.B. im Kannenfeldpark unter tosendem Applaus und zwischen Bier- & Bratwurstständen ihre Kinder gebären!
    Steht sowas denn nicht unter Strafe? Wenn ich einem natürlichen Bedürfnis nachgehe und öffentlich uriniere, werde ich gebüsst. Gebären straf- und bussfrei? Oder stehen gleich die Banker daneben und überreichen der Mutter das Sparkässeli?

  • Dédé sagt:

    Ich wäre grundsätzlich gleicher Meinung wie die Autorin. Trotzdem würde ich es nicht wagen, alle, die anders denken, gleich als „ungewöhnlich gelagerte Gemüter“ zu bezeichnen…

  • Sportpapi sagt:

    Ich weiss gar nicht, was es da zu diskutieren gibt. Wir sind nicht beteiligt. Wir müssen es nicht schauen. Wir müssen es nicht mitfinanzieren. Wer das sieht, wird wohl keinen Schaden davon tragen… Aber es geht in diesem Bl og halt ebenso um Quote wie bei der Sendung, die zur Diskussion steht.
    Etwas irritiert hat mich allerdings die Argumentation. Das Problem ist also, dass das irgendwie eklig, schmudelig ist? Wirklich?

    • Susi sagt:

      Nein, das Problem ist doch, dass durch eine solche Publizierung viele Frauen auf die Idee kommen, irgendwo im Regenwald gebären zu wollen und damit unter Umständen sich und/oder ihr Kind gefährden.

      • Sportpapi sagt:

        Ernsthaft? Und was meinen Sie, wie viele der paar Millionen, die das Video gesehen haben, werden das wohl tun? Ganz ohne medizinische Absicherung? Andererseits: Wie viele hinterfragen vielleicht ihre Vorstellungen von Geburt und trauen sich eine natürliche Geburt, vielleicht im Geburtshaus, wieder eher zu?

      • 13 sagt:

        Dass das Gebären in einem Spital weniger Risiken mit sich bringt, als an einem Ort, wo die Gebärende sich gut fühlt, ist aber Ihre Interpretation/Ansicht und nicht mit einem Fakt zu vergleichen. Ich kenne da etliche, die Ihnen widersprechen würden. Statistisch gesehen gibt es bei Hausgeburten zum Beispiel weniger Komplikationen als im Spital.

      • Susi sagt:

        Ich kenne leider mehr als eine Mutter, die eine solche Ego-Geburt durchgezogen haben und dann das Nachsehen hatten. Die eine kam glimpflich davon, sie hatte sehr viel Glück. Bei der zweiten erlitt das Kind bleibende Schäden, weil der benötigte Notkaiserschnitt nicht sofort durchgeführt werden konnte und sie noch durch die halbe Stadt transportiert werden musste. Bei der dritten starb das Kind einige Stunden nach der Geburt, weil ein Herzfehler nicht erkannt wurde.

        Beide Kinder hätten keine Schäden bzw. hätten überlebt, wenn die Geburt in einem Spital stattgefunden hätte.

      • Susi sagt:

        Aber offenbar gibt es genug Frauen, die einfach in einem Geburtshaus oder zuhause gebären wollen (was ja wohl etwas EXTREM anderes ist, als irgendwo im Dschungel, nicht…?).

        Eine Dschungelgeburt soll aber nicht noch propagiert werden, indem solche Filme verbreitet werden und eine Reality Soap entsteht. Wäre das Kind gestorben oder wären Komplikationen entstanden, hätte diese Mutter das Filmli wohl kaum publiziert.

      • Martin Frey sagt:

        @Susi: Diese Ideen haben viele Frauen ja bereits, ganz ohne Youtube. Und offenbar fühlt sich ein kleiner Teil unserer westlichen Frauen von Dreck, primitiven Bedingungen und mangelnden sanit. Verhältnissen magisch angezogen. Kulturromantik kann man das wohl nennen, oder auch Wohlstandsdekadenz.
        @13: Wenn Sie die moderne Geburtshilfe in all ihren Facetten und ihre Entwicklung nicht schlüssig beurteilen können, sollten Sie sich vielleicht etwas vorsichtiger äussern. Falls ihre „Statistik“ auf Befragung einer Geburtshaus-Hebamme zu dem Thema beziehen, ja dann wird die Ihnen sicher beipflichten.

      • 13 sagt:

        „Beide Kinder hätten keine Schäden bzw. hätten überlebt, wenn die Geburt in einem Spital stattgefunden hätte.“
        Und das haben Sie in Ihrer Kristallkugel gesehen? Sie wissen mit Sicherheit, dass das Kind mit dem Herzfehler (den es ja nicht durch die Geburt hatte) hätte gerettet werden können und dass nach dem Notkaiserschnitt keine Schäden da gewesen wären?
        Ich kenne übrigens ein Kind, das erblindete, weil eine Hebamme im Säuglingszimmer das Fenster offen lies und der Durchzug zu einer schlimmen Entzündung führte. Und eins, das bei einem KS erheblich verletzt wurde.

      • 13 sagt:

        Aber ich verteufle darum nicht die Spitalgeburt (ich hatte ja selber zwei), denn Risiken gibt es überall. Schliesslich hat man die Wahl:
        a) Krankenhaus: schnellere Nothilfe, darum aber die Gefahr, dass sich die Mutter angesichts der Hektik und des klinischen Umfelds nicht entspannen kann und es eher schneller zu einer Komplikation kommt
        b) anderswo: Nothilfe bräuchte länger, aber die Wahrscheinlichkeit, das überhaupt ein Notfall eintritt ist dafür viel kleiner.

        Ich masse mir nicht an für alle zu wissen, was das beste für die Frau und die Situation ist. (ausser dass YouTube es wohl nie ist;-))

      • Susi sagt:

        „Und das haben Sie in Ihrer Kristallkugel gesehen? Sie wissen mit Sicherheit, dass das Kind mit dem Herzfehler (den es ja nicht durch die Geburt hatte) hätte gerettet werden können und dass nach dem Notkaiserschnitt keine Schäden da gewesen wären?“

        In einem Spital wäre das Kind mit dem Herzfehler nach der Geburt untersucht worden, der Herzfehler wäre entdeckt worden. Solche Herzfehler zu beheben sind Routine-Eingriffe, es bedarf aber der dringendsten sofortigen medizinischen Versorgung.
        Das andere Kind erlitt einen Schaden durch den Sauerstoffmangel, den es bei einem sofortigen Notkaiserschnitt nicht gegeben hätte.

        Jede Frau soll es so machen, wie es für sie am besten passt. Aber man soll nicht solche Naturgeburten verherrlichen. Würde ich in meine Kristallkugel schauen, fände ich auch eine Frau toll, die den nur für sie besonderen Geschmack des Quellwassers als „Zeichen“ sieht. Finde ich aber nicht, und das ist meine Meinung.

        Mein Punkt war übrigens lediglich, dass, wenn dieses Konzept als Reality Soap ausgebaut wird, es viele unüberlegte Nachahmungen geben könnte.

      • Martin Frey sagt:

        Wie Sie, 13, darauf kommen dass es in Geburtshäusern weniger zu Komplikationen kommen soll ist mir schlicht schleierhaft, bezeichnenderweise werden dazu nämlich gar keine sauberen Statistiken geführt. Und Geburten die in Geburtshäusern schief laufen kommen dann, oft mit Blaulicht, in der Regel ins Akutspital, leider halt manchmal zu spät. Die Diagnosen erscheinen dann aber in der Spitalstatistik die sauber geführt wird. Und bitte, ein Neugeborenes welches tatsächlich sein Augenlicht verloren haben soll, nur weil eine pflegende das Fenster aufgemacht hat, müssen Sie uns zeigen.

      • 13 sagt:

        @ M.F.
        Nein, ich zeige keine fremden Kinder im Netz, aber ich kenne es. Sie müssen mir nicht glauben, ich weiss ja, dass es wahr ist. Von Geburtshäusern habe ich nie gesprochen. Ich selber habe im Spital geboren und würde wieder dahin gehen, aber ich halte es für ein sehr eingeschränktes Weltbild, denn die Psyche spielt eben auch mit und sogar eine grosse Rolle, diese Erfahrung habe ich selber gemacht. Aber ja Schulmedizin-Anhänger glauben lieber Ärzten als den richtigen Fachleute (erstens Mutter, zweitens Baby, drittens Hebamme), Ist halt eine andere Lebenseinstellung,.

      • Martin Frey sagt:

        Ich habe auch nicht konkrete Angaben zum Neugeborenen erwartet, 13. Aber aus fachlicher Sicht würde mich die Begründung interessieren, sozusagen die Pathogenese wie man Zugluft und Erblindung in einen Kausalzusammenhang bringt. Wenigstens dies könnten Sie bitte kommunizieren. Abgesehen davon finde ich es etwas gewagt, Aerzte in dem Kontext nicht als Fachleute zu bezeichnen, ohne die von Ihnen genannten Personen in ihrer Bedeutung schmälern zu wollen. Nochmals, ich will über verschiedene persönliche Entscheide in dem Kontext nicht urteilen, aber wenn Sie Fakten erwähnen, interessieren sie mich.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Natürlich bewerten Sie. Dass sie 13s Beispiele als unglaubwürdig hinterfragen (wohl zu recht), Susis aber nicht, hilft auch nicht weiter. Und natürlich wird in den Geburtshäusern Statisik geführt, die werden nämlich deutlich mehr beobachtet als die Spitäler.

      • Susi sagt:

        Vielleicht hinterfragt er meine Beispiele nicht, weil sie relativ unspektakulär sind, da so etwas leider nicht allzu selten geschieht.

        Dem Beispiel mit dem Kind, das einen Sauerstoffmangel erlitt, sei noch hinzugefügt, dass durch diesen Geburtsschaden (genau, mit Blaulicht ins Spital, leider zu spät) auch noch die Beziehung zerrüttet wurde, weil der Vater nämlich auf einer Spitalgeburt bestanden hätte, während die Mutter unbedingt ihre Selbsterfahrung mit der „Geburt im harmonischem Umfeld“ durchziehen wollte.
        Furchtbare Geschichte.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Wenn Sie hier von Selbsterfahrung und Ego-Trip sprechen, wo es doch eigentlich daraum geht, dass gesunde Frauen ihre Kinder nicht in einem Spital, der eigentlich für Notfälle gedacht ist, auf die Welt bringen möchten, zeigt dass nur eine sehr einseitige Geisteshaltung. Dass Sie für Ihre Befürchtungen auch gleich passende Beispiel aus Ihrem Umfeld finden ist genauso klar, wie das sich selbstverständlich nur das Gegenteil kenne. Selektive Wahrnehmung.

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi: Zu Susis Bsp. wollte ich mich nicht äussern da es nur Einzelbeispiele sind (auch wenn ich sie dieser oder ähnlichen Form auch kenne) die nur schwer für eine generelle Aussage herangezogen werden können, da Einzelbeispiele nicht viel beweisen. Und wenn es bilaterale Diskussionen mit Kristallkugel u.ä gibt halte ich mich sowieso raus. 13 schätze ich an sich für ihre in aller Regel differenzierten Statements. Hier aber hat sie sich etwas verrannt, meine ich. Und wenn man mir noch irgendwelche etwaige westliche Dünkel unterstellt, die mir völlig fremd sind, muss ich einfach reagieren.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Wenn 13 sich verrannt hat, dann hauen Sie ihr doch mal die Statistik um die Ohren. Wenn aber, was meinem Laien-Stand entspricht, das Risiko im Spital und Geburthaus/Hausgeburt zumindest bei den Frauen vergleichbar ist, die gemäss Vorabklärungen als risikoarm eingestuft werden, dann kommen sofort halt andere Aspekte wie das Wohlbefinden der Frauen, Eltern usw. in den Fokus.
        Zu den Fachleuten: Können die Ärzte alles, was Hebammen können, und noch mehr?

      • Martin Frey sagt:

        Nochmals, ich wollte gar nicht explizit gg. Hausgeburten Stellung beziehen, die Frauen sollen die Wahlfreiheit haben. Es gibt aber keine Statistik die wie 13 behauptet, dass Hausgeburten WENIGER Komplikationen haben. Es gibt aber z. B. Daten aus Holland die zeigen, dass Kinder mit einem geringen Geburtsrisiko, die nur unter der Aufsicht von Hebammen zur Welt kommen, ein mehr als doppelt so hohes Risiko haben, um den Geburtstermin herum zu sterben wie Babys mit einem hohen Geburtsrisiko, deren Entbindung von einem ärztlichen Geburtshelfer geleitet wird. Soviel nur noch zum Thema Fachleute.

      • Martin Frey sagt:

        Einer grossen BMJ-Studie zu dem Thema zufolge werden bis zu 45 Prozent der Erstgebärenden, die sich für eine Geburt außerhalb eines Krankenhauses entschieden, während der Geburt notfallmäßig in eine Klinik verlegt. Bei Mehrgebärenden waren es immerhin neun bis 13 Prozent. In Deutschland wird demnach mehr als jede sechste Frau während der Geburt in die Klinik gebracht. Der Bias in den Statistiken ist also sehr gross. Das Glück der Geburtshäuser und der Mütter die dort gebären ist, dass mehr als 90% der risikoarmen Geburten tatsächlich auch unproblematisch verlaufen.

      • Sportpapi sagt:

        Ich werde mal nachlesen. „Das Glück der Geburtshäuser und der Mütter die dort gebären ist, dass mehr als 90% der risikoarmen Geburten tatsächlich auch unproblematisch verlaufen.“ Was heisst, dass die dortigen Fachleute die Risikoabklärung richtig vorgenommen haben.

      • Susi sagt:

        @SP: Eigentlich ist es umgekehrt, meine Haltung wurde geprägt von den Fällen, von denen ich gehört habe. (anstatt: Ich höre nur von schlimmen Fällen, weil meine Wahrnehmung selektiv ist).

      • Susi sagt:

        Meine Beispiele sind einfach die Geschichten, die schlimm endeten. Ich kenne noch zahlreiche andere Mütter, die unter der Geburt in den Spital transportiert werden mussten für einen Notkaiserschnitt. Von denen rede ich aber hier nicht, weil Mutter und Kind am Ende gesund und wohlbehalten waren.

        Ganz ehrlich, eine Geburt ist doch einfach ein Vorgang, der potentiell lebensbedrohlich ist. Heute sterben aber weniger Mütter/Kinder dabei, dank der besseren medizinischen Versorgung. Wer davon nicht Gebrauch machen will, bei der ist die Wahrscheinlichkeit aber noch immer sehr gross, dass alles gut kommt.
        Ich selbst könnte einfach sehr schlecht damit leben, wenn ich wüsste, dass ich meinem Kind geschadet habe durch die Wahl, auf sofortige medizinische Möglichkeiten zu verzichten. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass so etwas passiert, relativ klein ist. Jedes Baby, das aus so einem Grund Schaden davon trägt oder stirbt, ist eines zu viel.

      • Martin Frey sagt:

        Richtig, Sportpapi. Und wenn die Risikobeurteilung sauber ist und der Wunsch besteht, spricht auch gar nichts dagegen. Wenn Sie sich damit vertieft befassen werden Sie sehen, dass die Daten sehr inkohärent sind. Wie gesagt, es ist ein persönlicher Entscheid, argumentativ soll man einfach bei den Fakten bleiben. Viele Leute verstehen auch nicht, dass auch eine unproblematische Geburt jederzeit in einem Desaster enden kann. Und dies teils innert Minuten. Wobei, bei dem Filmchen gehts ja auch um ein ganz anderes Thema, und weniger um Hausgeburten in einem kontrollierten Setting.

      • Martin Frey sagt:

        Pflichte Susi im letzten Abschnitt 100% bei. Die meisten Leute gehen optimistisch vom Guten aus, und verkennen gerne die Gefahren die es gibt, nur weil sie entweder noch nie etwas davon gehört haben oder weil sie automatisch vom Guten ausgehen. Aber jeder Fall der schief läuft ist eine Tragödie und einer zuviel. Und wenn man so etwas schon erlebt hat vergisst man das nicht. Auch hier gibt es eine Analogie zum Impfen, auf mehreren Ebenen.

      • 13 sagt:

        @ M.F.
        Ich bin kein Mediziner und kenne also den genauen Vorgang nicht. Ich kenne die Mutter des Babys und kann nur das weitergeben, was sie mir gesagt hat: Das Kind war vor diesem Nachmittag kerngesund. Auf die kalte Zugluft regierten viele Babys, die Hebamme wurde daraufhin gefeuert, ihr Kind hatte eine starke Entzündung (von welchem Teil weiss ich nicht) und daraufhin musste festgestellt werden, dass es nichts mehr sah. Dass es eine Folge der Entzündung war, ist die Aussage ihres Arztes, aber vielleicht wissen Sie es besser. Ich nicht, ich könnte nur über die Haftungsfrage plädieren 😉

      • Martin Frey sagt:

        @13: Sehen Sie, das tönt für mich nun plausibler. Es gibt tatsächlich postnatale Entzündungen der Augen, die, wenn verpasst, schnell zu irreversiblen Schäden führen können. Ob und wie eine Zugluft damit kausal zu tun hat ist eine andere Frage und kann whs. niemand von uns beurteilen. Wie auch immer, ich finde, Zugluft hat auf einer Wochenbett- oder Neonatologiestation sowieso nichts verloren.
        Und von Haftungsfragen verstehe ich dafür kaum was 😉 Nichts für ungut, 13.

      • Sportpapi sagt:

        @MF: Hier vorweg die Statistik von „unserem“ Geburtshaus: http://www.geburtshaus-zho.ch/de/sichernatuerlich/statistiken.php

      • Sportpapi sagt:

        Nun zu den Fakten aus Ihrem Link: „Insgesamt fand sich kein signifikanter Unterschied zwischen klinischen und außerklinischen Geburten. Auf 1000 Geburten – egal wo – kamen 4,3 Komplikationen.“ Risiko ist also kein Argument. Verlegungsrate erstaunlich gross, vor allem bei Erstgebärenden (rund 40%. 10% bei Mehrgebärenden). Dies führe ich auf sehr hohes Risikobewusstsein der Betreuenden zurück, die offenbar bei der kleinsten Schwierigkeit eine Spitaleinweisung in die Wege leiten. Kostet das mehr? Eher nicht, wenn man an die generell massiv höheren Spitalkosten denkt.

      • Sportpapi sagt:

        Weiter: „Besser schnitten die außerklinischen Geburten bei den Interventionen ab: Augmentation, Anästhesie, Episiotomie und Sectio wurden seltener eingesetzt. Eine „natürliche Geburt“ fand bei 88% der Hausgeburten und 58% der Geburten in einer Klinik statt.“ Scheint mir nicht unwichtig. Wer in ein Spital eintritt, wird halt auch behandelt. Aber natürlich entspricht dies ja auch der Einstellung der Frauen, die entsprechend gewählt haben. Nach Wohlbefinden der Frauen (und Männer, Kinder) wird nicht gefragt, ist offenbar nicht relevant.

      • Susi sagt:

        @Sp: In Ihrem Geburtshaus sind’s aber auch um die 15% Verlegungen unter der Geburt. Ist doch nicht gerade wenig, wenn man bedenkt, was so ein Transport unter der Geburt bedeutet. Die Zahlen decken sich etwa mit dem, was ich so gehört habe in den letzten 15 Jahren.

      • Sportpapi sagt:

        Wie auch immer, die Studienautoren sind meiner Meinung: „Trotz des erhöhten Risikos für Nulliparae plädieren die Studienautoren dafür, gesunde Frauen bei der freien Wahl des Geburtsorts zu unterstützen.“
        Gebären ohne jegliche Begleitung erscheint bei einer Komplikationsrate von einem halben Prozent, auch nach umfangreichen Vorabklärungen, fahrlässig. Das ist klar.

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Richtig. Für mich zeugt das von einem ausgeprägten Sicherheitsdenken der Hebammen, die sich gar nichts leisten können und wollen. Wir haben daneben aber auch ganz viele Frauen wie etwa meine, die in entspannter Atmosphäre und ohne Schwierigkeiten ein Kind auf die Welt bringen, und ein paar Stunden später mit Ehemann und Kind im Familienbett einschlafen. Jedem das seine. Aber mit erhöhtem Risiko muss man offensichtlich nicht argumentieren und Angst machen.

      • Susi sagt:

        In der Statistik steht aber nicht, wie viele der Frauen entspannt und aus reiner Vorsichtsmassnahme überwiesen wurden oder ob da Notfälle dabei waren.

        Es zeigt sich, dass 85% der Frauen gebären konnten, wie sie es wollten, und das ist natürlich schön.
        Aber man kann auch im Spital entspannt gebären. Und je nach Wahl der Klinik ist da auch ein Familienbett zu haben. Vielleicht muss man nicht Angst vor Geburtshäusern machen. Es gibt aber auch keinen Grund, solche Geburten zu verherrlichen.

      • Susi sagt:

        Und eben diese Verherrlichung finde ich bei der im Artikel vorkommenden Geburt eben sehr störend.

    • sugus sagt:

      dem stimme ich total zu! wieso sich derart darüber aufregen? sich für diese frau freuen wäre ja auch eine möglichkeit. und natürlicher wie spital, pda etc ist es alleweil. aso bitte sehr! eine gesunde frau mit einer gesunden schwangerschaft kann gebären! aber die götter in weiss leisten immer wieder ganze arbeit, so dass sich das viele frauen nicht zutrauen. schade auch, von eklig und dergleichen zu sprechen bei einer geburt. ich hätte diesen film sicher nicht auf youtube gestellt, aber hey leute, da gibts also noch eingies empörenderes im internet. cool down und kehrt vor der eigenen haustür

      • Susi sagt:

        „eine gesunde frau mit einer gesunden schwangerschaft kann gebären!“

        Das kann man so nicht wirklich behaupten.

  • Stefan Bisig sagt:

    Seit dem Beginn der Zivilisation mit der neolithischen Revolution vor etwa 10’000 Jahren hat sich der Mensch von der Natur so weit entfernt wie ein heutiger PC vom Abakus; kaum ein moderner Mensch könnte (vielleicht mit Ausnahme von Survival Freaks) auf Dauer in der freien, ungezügelten Natur auf Dauer überleben.
    Wenn mensch so blöd ist und sich vor Millionenpublikum entblösst, ist das Privatsache. Aber wer schützt bitte die Privatsphäre des Neugeborenen? Wie muss es sich fühlen, in ein paar Jahren, wenn jeder Schulkamerad seine Geburt auf dem Handy sehen kann?

    • henriette sagt:

      So weit, denkt MENSCH wohl nicht, dass diese Showgeburt dem Ankömmling eines Tages schwer auf den Schultern lasten könnte. Zeugung in freier Natur – ja, Geburt – nein, und mit Kamerateam schon überhaupt nicht.

    • Sportpapi sagt:

      Sind wir wirklich schon soweit, dass wir das Gefühl haben, ein Kind/Jugendlicher hätte Nachteile, wenn jemand ihn bereits bei der Geburt (!) gesehen hätte, und nicht erst die Fotos 10min später. Wirklich, diese Befürchtungen werden immer extremer!

      • Mario Basler sagt:

        @Sportpapi: Sie scheinen ja sehr exhibitionistisch veranlagt, wenn sie mit allem kein Problem haben, dass die Welt ihnen bei auch sehr intimen Momenten zusehen könnte?! Es gibt aber auch andere Menschen, die das nicht wollen und die sollen das auch so leben dürfen! Das Internet vergisst nie. Der erste Youtube-Geborene wird sicher auch zum Weltstar!

      • Teilzeitpapi sagt:

        Genau. Wir wissen nicht, wie die Zukunft wird. Vielleicht hängt der Status zukünftiger Schüler davon ab, wieviele Leute ihre Geburt auf Youtube mitverfolgt haben. Hey, ich hatte 25 Mio! Mmmh, bei mir waren es nur 20’000… (und damit geklärt, wer der Star ist…)

      • Susi sagt:

        Man sieht nicht nur das Baby herauskommen, sondern auch Brüste und Muschi der Mutter. Wer weiss, wie die Halbwüchsigen Gspänli des dann halbwüchsigen Babys mal damit umgehen werden… („Dini Muetter…“ bekommt nochmals eine neue Facette.)

      • Mario Basler sagt:

        Ja, ungefähr so! Das Kind kann ja nicht darüber entscheiden, ob es seine Geburt im Internet zum Main-Event machen möchte. Spencer Elden nimmts zwar mit Humor, aber das muss nicht für jeden gelten.

      • Stefan Bisig sagt:

        @Sportpapi; Ja, das ist unter Umständen ein Problem! Genau so habe ich auch Mühe mit Eltern, die irgendwelche „lustigen“ Streiche oder Unfälle der „lieben Kleinen“ posten. Die Persönlichkeitsrechte nicht nur der Mütter, auch und vor allem der Kinder sind zu schützen. Da offenbar diejenigen, die dies sollten, nicht tun, muss die Gesellschaft, und also der Staat als Organ der Gesellschaft, diese Aufgabe übernehmen…

      • Mario Basler sagt:

        @Susi: Genau… Mobbing an den Schulen, ja sogar in Kindergärten, wird doch ständig in allen Medien als riesiges Problem dargestellt (was es sicher auch ist, vorallem für die betroffenen Kinder). Genau die Mütter, die ihre Kinder bzw. deren Geburt pubik zelebrieren, sind dann sicher die ersten, welche laut aufschreien wegen dem Mobbing gegen ihre Kinder!
        Ist sicher toll als Kind, wenn man auf dem Pausenplatz zu hören bekommt, dass die halbe Klasse die Geschlechtsteile der Mutter auf Youtube gesehen haben. Wie soll man mit sowas als Kind umgehen? Wissen ja nicht mal viele Erwachsene!

      • Sportpapi sagt:

        Was, Brüste? Das wäre ja ein Skandal, wenn eine Frau ihre Brüste zeigt, und der Sohn Jahrzehnte später damit aufgezogen würde…
        Ernsthaft: Wenn man so rigoros alles verbieten wollte, was irgendwann dereinst peinlich ist, dürfte es keinerlei Bilder von Säuglingen und Kindern mehr geben, die irgendwo veröffentlicht werden. Zum Beispiel zur Illustration in diesem Bl og bei jedem Thema.

      • Sportpapi sagt:

        @Mario Basler: Dann müssen wir also auch sämtliche Nacktbilder von Erwachsenen verbieten, die ja vielleicht dereinst Eltern werden könnten… Und wir müssten alles andere eliminieren, was einem Jugendlichen allenfalls an den Eltern peinlich sein sollte. Was, der Vater arbeitet als Müllmann? 🙂
        Wäre es nicht vielleicht klüger, unsere Kinder mit etwas mehr Selbstvertrauen auszustatten statt sie ständig mit Gefahren zu belästigen, die im Wesentlichen nur in unseren Köpfen stattfinden?

      • Mario Basler sagt:

        @Sportpapi: Wenn ein mündiger Erwachsener Nacktbilder von sich freien Willens ins Netz stellt, braucht man das überhaupt nicht verbieten. Aber der Säugling hat bestimmt nicht im Uterus eine Einverständniserklärung unterzeichnet und rausgeschickt, dass er damit einverstanden ist, bei seiner Geburt gefilmt zu werden und auf Youtube zu erscheinen
        wie hier http://echtlustig.com/dp/71711/ultraschallbild–daumen-hoch
        Die Gefahren sind nicht im wesentlichen in unseren Köpfen. Fragen Sie mal so ein Kind, welches unter den Hänseleien leidet oder litt. Das hat mit Selbstvertrauen rein gar nichts zu tun.

      • Sportpapi sagt:

        @Mario Basler: Ich kann mir ganz viele Gründe vorstellen, weshalb ein Kind gehänselt wird. Seit jeher. Aber Nacktbilder als Säugling oder ein Film über seine Geburt fallen mir nun nicht gerade als erstes ein. Was sollte denn hier der Anlass sein?

  • Irene feldmann sagt:

    Eine schöne Dokumentation ..Natural Birth, gemischte Gefühle überkommen mich….zum einen so sollte es sein, mit allen Risiken und Vorteilen. Zum andern herrscht heute die Angst und das Bedürfniss für Sicherheit und Kontrolle leider über allem. Das große plus der heutigen Zeit ist schlicht: die Wahl, und so gibts nichts mehr hinzuzufügen….

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Was das soll, ganz einfach, Quote! Publikationen, in welcher Form auch immer, werden heute hauptsächlich in Hinblick auf die Quote gemachte (schreiende Journalisten nicht ausgenommen).

  • Anastasia sagt:

    Also Entschuldigung…auch wenns ein natürlicher Vorgang ist, ein Wunder der Natur, ich finds eklig! Warum muss man dies auf diese Art der Allgemeinheit präsentieren? Das ist doch ein intimer Vorgang den man nicht der Öffentlichkeit unter die Nase binden muss. Ganz ehrlich? Ich finde den Film abstossend. Dieser Exhibitionismus der bei allem und jedem vorherrscht.

  • Daniel Mühlauer sagt:

    Unabhängig davon, ob diese Reality Show nun absurd ist oder nicht: Diese Frau gebärt, und zwar real und mit einer zu achtenden Souveränität. Das Bild, das sie dabei abgibt entspricht so gar nicht demjenigen, welches tagtäglich in Filmen und Serien widergegeben wird. Kein Wunder fürchten sich viele überhaupt noch schwanger zu werden oder aber entscheiden sich für den Kaiserschnitt (ohne medizinische Notwendigkeit).

    • Brigitta Szathmáry sagt:

      Was ist daran souverän?
      Ich würde mich fürchten, so gebären zu müssen!
      Und: am Lebensende will man schmerzfrei, klinisch und clean gehen…“würdig“ abgelichtet und womöglich auf Youtube gestellt.

    • Susi sagt:

      @Daniel Müller: Diese Frau gebärt nicht zum ersten, sondern zum dritten Mal, das ist ein riesiger Unterschied.

    • Leserin sagt:

      @Mühlauer: Sie werden nie in der Situation sein, über Kaiserschnitt oder natürliche Geburt entscheiden zu müssen. Steigen Sie von Ihrem Hohen Ross herunter und zeigen Sie etwas Bescheidenheit und Respekt vor Personen, die sich dieser Herausforderung stellen müssen.

  • Andrea sagt:

    Auch ich hatte den youtube-Film mit der Frau, die im Freien gebärt, schon vor einer Weile geschaut und ich muss sagen, etwas daran hatte mich fasziniert. Was es ist, das mich fasziniert hat, habe ich noch nicht herausgefunden. Persönlich war es für mich immer klar, im Spital zu gebären, ich war froh, zu wissen, dass medizinische Hilfe da wäre, falls nötig. Eine Realityshow zum Thema Gebären in der Natur kommt mir hingegen pervers vor.

    • Martin Frey sagt:

      Entschuldigung, ist es aber nicht auch etwas pervers, so etwas zu schauen?

      • Andrea sagt:

        Vor dem Geburtstermin habe ich auch andere Filme auf youtube geschaut, wo Geburten gezeigt wurden. Es hat mich wunder genommen, wie das dann sein wird. Vielleicht hätte ich ja Hebamme werden sollen! Ist es pervers, einer Geburt in freier Natur zuzuschauen, die auf youtube festgehalten wurde… ich weiss nicht… ich fand es interessant, und ich war mir sicher, dass da ein medizinisches Team im Hintergrund stand, das helfen könnte wenn nötig. Und die Naturkulisse… ich weiss nicht, irgendwie fand ich es eine faszinierende Geburt zum Schauen so! Bei einer Realityshow geht es dann auch ums Geld.

      • Flo sagt:

        absolut!

    • Martin Frey sagt:

      Ist das nicht auch eine Art Realityshow, Andrea? Und geht es bei Youtube nicht auch um Geld?

      • Sandrine sagt:

        Nein, es ist absolut nicht pervers, so etwas zu schauen. Ich fand den Film auch sehr faszinierend. Eine Geburt hat so ein bisschen von ihrem Schrecken verloren.

      • Andrea sagt:

        Ich nehme an, diejenigen, die an einer Realityshow mitmachen, tun das in erster Linie des Geldes wegen. Diese Frau nicht. Es war schön, zu sehen, wie ihre Kinder (ganz verschiedenen Alters) so einfach dabei waren bei den Wehen und bei der Geburt, schwimmen gingen nebenan etc. Und dann die Kleinste, die nach der Geburt sagt, „Baby, here!“ und zeigt zwischen ihre Beine. Wenn es irgenwie ginge, ich hätte gerne meine grösseren Kinder dabei gehabt bei der Geburt, und irgenwie gefällt mir auch die Idee der frischen Luft und von etwas Grünzeug. Einfach das Spital hätte ich noch gerne im Hintergrund!

      • Teilzeitpapi sagt:

        Geld? Nicht für einen Moment „berühmt“ zu sein? Wieviele junge Leute möchten „Stars“ sein wie ihre Vorbilder? Wieviele Mädchen lassen sich für „Modelkarrieren“ in Hinterhalte locken? Z.B. der Fall Lucie oder angeblich oft in Osteuropa, wo die Mädchen oder jungen Frauen in die Fänge von Menschenhändlern geraten.

        Berühmt werden durch Leistung, aussergewöhnliche Talente oder Glück ist schwierig. Die Alternative, „berühmt“ zu werden, indem man sich so verhält, dass andere sich über die überschrittenen Grenzen/Entblössung aufregen können, wahrscheinlich leichter.

  • Francesca sagt:

    Sie haben völlig Recht, Frau Fischer. In jedem Naturvolk ziehen sich die Frauen zurück wenn geboren wird, das ist ein sehr intimer Moment, bei welchem Freundinnen und Hebammen zur Seite stehen, und kein Volksfest. Die Leute tun immer blöder, um ja auf einen Bildschirm zu kommen, wenn nicht in einer Reality Show, dann auf You Tube. Bedenklich.

    • Flo sagt:

      Wobei zu bemerken ist; es gab viel früher auch Frauen die auf dem Feld geboren haben. dies aber nicht weil sie ins Fernsehen oder auf You Tube wollten, sondern weil sie bis zur letzten Minuten auch auf dem Feld arbeiten mussten. Und nicht wenige dieser Kinder wurden danach krank oder starben gar (hohe Kindersterblichkeit früher)

  • Brunhild Steiner sagt:

    „von denen die Überlebenden Krätze, Trichterbrust, Tuberkulose und Würmer haben.“
    🙂 und was hat dieser matteähnliche Fremdkörper,
    auf dem die Dame kauert, eigentlich in der unberührten Natur zu suchen???

  • Susi sagt:

    Danke, Andrea Fischer, für diesen gelungenen Artikel!
    Das Konzept der „natürlichen Geburt in der Wildnis“ als Reality Show birgt auch noch das Gefahrenpotential des Nachahmungseffekts. Je mehr Frauen diese Serie schauen, umso mehr kommen auf die abstruse Idee, auch in freier Wildbahn ohne medizinische Betreuung gebären zu wollen. Ein Selbstverwirklichungskonzept auf Kosten der Babys, die bei allfälligen Komplikationen zu Schaden kommen oder sterben.

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