Her mit den dicken Bäuchen!

Ein Gastbeitrag von Claudia Marinka*

Mamablog

Ob rund, ob oval, ob spitz: Jeder Babybauch ist anders, und jeder ist gut so, wie er ist. Foto: TipsTimes (Flickr.com)

Kürzlich habe ich beim Einkaufen ein Gespräch zweier Frauen mitverfolgt. Nein, nicht zufällig, ich habe extra gelauscht – ein herrliches Amüsement, mal so nebenbei erwähnt. Jedenfalls gratulierte die nicht schwangere Frau (Frau A) ihrer schwangeren Bekannten zu ihrem aktuellen Äusseren. Frau A: «Du siehst toll aus!» Frau B: «Danke! Aber mein Bauch stört mich schon langsam ein wenig.» Frau A: «Ja, das wird nur noch schlimmer, ich sags dir. Aber man sieht dir im Fall auf den ersten Blick gar nicht an, dass du schwanger bist. Du schaust wirklich super aus!»

Wow, so guet! Frau darf also schwanger werden, aber Komplimente kriegt sie nur, wenn man es ihr a) nicht ansieht b) sie auch ausser ihres prallen Bauches nicht zunimmt oder c) ihre überschüssigen Kilos dann aber doch, bitte schön, unter wallender Kleidung versteckt. Dicker Bauch, runder Bauch, spitzer Bauch, ovaler Bauch – da kriegt der Ausspruch «Mein Bauch gehört mir» doch eine völlig neue Bedeutung: Denn ihr Bauch gehört nicht ihr. Er gehört offenbar der Allgemeinheit, die ein Wörtchen mitreden will, wie denn ein schöner Babybauch auszusehen hat. Nämlich invisible. Frau soll sich gefälligst auch während «dieser wundervollsten Zeit» (jede Frau, die ein Kind ausgetragen hat, darf jetzt lachen) dem von Topmodels (und Photoshop) vorgegaukelten Schönheitsideal beugen. So glotzen Frauen ungläubig auf 1.85 Meter lange und Grösse 32 tragende Hochschwangere in Modezeitschriften, die ihr mit Vorzeigebäuchlein und Wespentaille weismachen wollen, das sei normal.

Doch wer schreibt Frau vor, was normal ist? Und warum muss sich Frau ausgerechnet in der Schwangerschaft einem Modediktat unterwerfen, nämlich jenem, dass selbst der Babybauch einer Norm entsprechen muss? Eines vorweg: Ich bin generell so ganz und gar gegen Modediktate, aber – und jetzt kommt das Aber: Ich bin sehr gegen Laissez-faire in der Schwangerschaft, was die eigene Figur angeht – und erst recht nachher («Mütter, bleibt schlank!»). Ich vertrete die Meinung, Frau soll auch mit Kind in shape bleiben. Auch wenn es für die Frau nach den Schwangerschaftskilos durchaus eine etwas grössere Herausforderung sein mag als für den Mann.

Für einige Frauen scheint jedoch Kilos zu verlieren und Muttersein immer noch ein Widerspruch in sich zu sein. Item. Sofort habe ich mich an meine erste Schwangerschaft zurückerinnert und an die Menschen, die mich auf meinen stattlichen Bauch angesprochen haben. Sprüche wie «Bist du sicher, dass es keine Zwillinge gibt?» gehörten schon zum Standard, amüsant waren Dialoge wie dieser: «Oh, jö, wänn isch es dänn sowiit?» (freudig-erregter Augenaufschlag). – Ich: «Im Februar.» (es war Oktober) – «Ahhhaa.» Je nach Lust und Laune hängte ich noch ein «Und nei, äs isch eis» dran.

Hey Mensch, in den Bäuchen ist was drin! Ein heranwachsendes Kind, das seinen Platz einnimmt. Deshalb verdient es ein wachsender Babybauch, mit Wohlwollen begutachtet zu werden. Ein Body-Mass-Index (ein Unding per se) für einen Babybauch ist etwa so abstrus wie eine Diät während der Schwangerschaft. Trotzdem gibt es offenbar eine Norm für Schwangere, die es nicht zu überschreiten gilt.

Bauchumfang X liegt noch voll drin, Bauchumfang XY ist bereits fragwürdig. Bauchumfang 0 hingegen ist erstrebenswert, weil er wahrscheinlich impliziert: Bei mir gehts genau so weiter wie bis anhin, ich verändere mich nicht. Dabei verändert sich jede Frau mit einem Kind, unabhängig von der Grösse ihres Bauchumfanges. Und das ist auch gut so; denn ein Schwangerschaftsbauch soll gedeihen, wie er will – fernab von Schönheitsidealen, Modediktaten oder den Argusaugen anderer Menschen.

Oder was ist Ihre Meinung?

marinka* Claudia Marinka arbeitet als freie Journalistin mit Schwerpunkt Gesellschaftsfragen und hat bei verschiedenen Medien in den Ressorts Nachrichten, Gesellschaft und People gearbeitet. Die zweifache Mutter lebt mit Tochter, Sohn und Mann in der Nähe von Zürich.

61 Kommentare zu «Her mit den dicken Bäuchen!»

  • Gregor sagt:

    Ein schwangerer Bauch ist nicht schön, und er hindert bei vielem. Da kann man nun so viel und so lange schönreden, wie man will. Man trage ihn also mit Fassung und Haltung, man erleichtere der Schwangeren den Alltag, wo möglich, und man verschone sie mit blöden Kommentaren. Und sie sich selbst auch.

    Und dass man 27 oder 39 kg zunimmt in der Schwangerschaft, ist keine Naturgewalt und kein Naturgesetz, sondern schlicht und ergreifend Fehlverhalten der Schwangeren.

    • Bernerin sagt:

      Dito. Ausgewogener Essplan vom Arzt erstellen lassen und so lang wie möglich Sport machen. Wer den Gelüsten nach Kalorienreichem nicht widerstehen kann, hat auch sonst mangelnde Disziplin.

      • Eva sagt:

        Und wer in dieser Zeit halt keine Lust auf Sport hat und essen will was er will nimmt halt etwas mehr zu – NA UND?!

  • Thorsten Juhl sagt:

    „Denn ihr Bauch gehört nicht ihr. Er gehört offenbar der Allgemeinheit, die ein Wörtchen mitreden will, wie denn ein schöner Babybauch auszusehen hat. Nämlich invisible. Frau soll sich gefälligst auch während «dieser wundervollsten Zeit» (jede Frau, die ein Kind ausgetragen hat, darf jetzt lachen) dem von Topmodels (und Photoshop) vorgegaukelten Schönheitsideal beugen“

    wirklich? Welche idiotische Allgemenheit hat denn jetzt das Ihnen erzählt? Ihre Frauenzeitschriften oder Ihre tollen Freundinnen?
    Ist ja peinlich.

  • Zulauf Christine sagt:

    Ein Kind braucht Platz. Im Bauch – in den Herzen – im Kinderzimmer – in der Natur – in der Gesellschaft. Ja, die Kinder sind Menschen, wie du und ich.

  • maria sagt:

    also die einzige die glaube ich wirklich ein problem mit ihrem körper vor, während und nach der schwangerschaft hatte, sind sie, liebe frau marinka. tönt mir alles ziemlich nach essstörung…
    in jedem artikel von ihnen die gleiche leier.

    • Sarah sagt:

      In mir kamen die ähnlichen Gedanken wie bei maria auf. Frau Marinka hat sich in einem anderen Mamablog sehr herablassend über Mütter mit zu vielen Kilos geäussert. Ihre Texte zeugen jeweils von einer ziemlichen Oberflächlichkeit – aber ich glaube, die Autorin kommt dieser Oberflächlichkeit gerade in diesem Text selber auf die Spur, so warte ich gespannt auf den nächsten Mamablog von Frau Marinka….

  • sagichjetzteinfachmalso sagt:

    …also ja…viele Frauen nehmen in der Schwangerschaft nicht nur am Bauch zu. Und ja…auch ich habe mich damit schwer getan,dass schön zu finden,ganz einfach weil es so irre schnell geht und ich meinen Körper neu kennenlernen musste. Ich gehörte zu denen,die 35 kg zugenommen haben und an in Shape bleiben war nicht zu denken.
    Was ich aber immer schön fand war der große Bauch und wie sich wildfremde Menschen für einen freuen. Das ist toll. Und ja….sicher…manche Kommentare waren plump und nicht besonders geistreich. Aber so what. ..es sind nicht alle Menschen Rhetorikmeister

    • sagichjetzteinfachmalso sagt:

      …und noch ein paar Gedanken zur Scheangerschaft und dick und Rund werden….ich fand es eine gute Übing in Demut und Gelassenheit lernen. Mein sonst so perfektes Leben wurde kräftig durcheinander gewirbelt. Ich wurde dick,durfte lange Zeit nur liegen.etc. und?ich habe gelernt,wer die waren Freunde sind,die einen trotzdem noch hübsch finden-oder das netterweise einfach nur sagen. Und vor allem fand ich es eine gute Vorbereitung fürs Alter: wir werden alle nach aktuellen Mainstreamstatus „häßlich“ werden. So what?! Ist doch echt egal

      • Schlumpfine sagt:

        Ich hatte in der Schwangerschaft plötzlich Verständnis für betagte Mitmenschen, die im Schneckentempo die Strasse überqueren. Und ja, das erste Mal in meinem Leben hatte ich mit gesundheitlichen Problemen zu tun, konnte plötzlich nicht mehr so viel leisten wie zuvor. Dies hat mich, wie Sie treffend schreiben, demütig gemacht. Ich bin sowieso der Meinung, dass das Elternsein einen „erdet“. Man hat nur wenig wirklich im Griff, muss innerlich und äusserlich flexibel sein. Manchmal ziemlich unangenehm aber mit insgesamt positiven Auswirkungen auf den Charakter.

  • alam sagt:

    Ich habe Frau Marinka so verstanden: Ich bin sehr dünn. Immer. Ich war sehr schwanger. Immer. Ich habe alles richtig gemacht. Immer. Ihr anderen könnt es nur falsch machen. Ihr seid zu dick, egal ob schwanger oder nicht. Weil ich so toll bin, war ich nie unsicher und wusste immer, wie man schwanger/Mutter/sexy/… und vor allem dünn ist.
    Habe ich etwas falsch verstanden?

  • Studentin sagt:

    Sollte man in dem Fall gar nicht mehr vor die Tür gehen im letzten Trimester? Enge Shirts wären jetzt weniger meins. Kommentare oder ungefragtes Bauchantatschen (später Babyantatschen) würde mich echt auf die Palme bringen ^^‘ das Schlimmste ist aber wenn gefragt wird „Wann ist es so weit?“ und das Kleine ist seit x Monaten draussen.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Studentin:
      „das Schlimmste ist aber wenn gefragt wird “Wann ist es so weit?
      und das Kleine ist seit x Monaten draussen.“

      Tja, das haben wir dann eben davon wenn wir uns das da:
      „und jetzt kommt das Aber: … erst recht nachher (Mütter, bleibt schlank!). Ich vertrete die Meinung,
      Frau soll auch mit Kind in shape bleiben.“
      nicht auf die Fahnen geschrieben haben!
      😉

  • Berner Bürgerin sagt:

    Man könnte es ja auch machen wie zu Omas Zeiten: die Dickste Zeit im Winter planen, schön viel Mantel drum („weil ja eh keiner schön findet“), dann „zur Kur“ und mit dem Baby zurückkommen. Ta taaa! Schauen Sie Frau Nachbarin 😉

  • 13 sagt:

    Doch wer schreibt Frau vor, was normal ist?

    Na Sie, Frau Marinka. Sie sagen ihr, sie solle gefälligst ihren Babybauch in engen Kleidern mit Stolz tragen, egal, wie sie sich fühlt und danach spätestens bei der Entlassung aus der Klinik die alte Figur wieder haben. Und dabei verweisen Sie auch noch vermutlich mit Stolz auf einen anderen genauso unmöglichen Eintrag von Ihnen. Genau diejenigen, die eben anderen versuchen zu sagen, wie sie aussehen und sich fühlen wollen, machen es uns schwer. Uns Müttern, uns Frauen, uns Menschen.

  • plop sagt:

    Ich empfinde es eher so, dass die Frauen ihre Bäuche ziemlich stolz vor sich tragen und gehen Sie im Sommer mal an den See, die Bäuche werden gezeigt. Egal wie gross sie sind. (Also bei uns im „Westen“ jedenfalls schon)

  • Peter Müller sagt:

    Man kann es nun mal drehen, wie man es will: Eine Schwangere sieht allerhöchstens in den Augen des werdenden Vaters attraktiv aus (meist auch aus dessen Sicht nicht, daher die häufigere Untreue während der Schwangerschaft). Da nützt weder Schönreden noch Nichtschönreden etwas, und auch keine Diät oder Fitnessübung.

    • Schlumpfine sagt:

      Ich finde alle schwangeren Frauen faszinierend und wunderschön.

    • tina sagt:

      peter müller, da schliess mal nicht von dir auf andere. aber intelligent erkannt: eine diät nützt in der schwangerschaft herzlich wenig. gratuliere, zwar kann man den petermüller menschlich vergessen, aber er scheint rasend intelligent

  • Widerspenstige sagt:

    Bereits der Titel und das Foto zu einem der einschneidensten Themen eines Frauenlebens sind eine Zumutung für einen meistgelesenen und preisgekrönten Mamablog. Ich erinnere mich mit etwas mehr Wehmut als auch schon an die Anfangszeiten dieses Blogs und wie dieser zu seinen Ehren kam. Nein, es waren nicht nur die Themen, sondern WIE diese uns Kommentatoren schmackhaft gemacht wurden. Ich wäre wohl niemals hängen geblieben hier. Schade, dass das Bewährte immer dem Zeitgeist weichen muss…

    • Lea sagt:

      Das sehe ich genauso, danke für die kluge Bemerkung.

    • Lichtblau sagt:

      Schön, Sie wieder mal hier zu lesen, WS. Das Bewährte (mit Binswanger, Althaus usw.) hatte doch aber ungleich mehr Response – und somit Erfolg? Warum wurde ein so einzigartiges Format dem Zeitgeist (oder wem auch immer) geopfert – wenn das jetzige so viel weniger Interesse generiert? Und somit ja wohl auch ertragsmässig im Vergleich zu früher alt aussehen muss. Fragen über Fragen …

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Widerspenstige:
      wenigstens sind Sie und andere aus früheren Tagen immer wieder mal zu lesen!!!
      🙂
      Hängen Sie also noch weiter ein bisschen mit drin…

    • Muttis Liebling sagt:

      @WS, das ist Konfliktscheu, deshalb werden gehaltvolle, kontrovers diskutierbare Themen gemieden, wenn die nicht schon zu Tode geritten sind.
      Allerdings tragen die Kommentatoren auch ihren Teil dazu bei, wenn bei Missfallen immer sofort auf die Person gegangen wird, anstatt sich aufs Thema zu beschränken. Sachlichkeit vermisse ich hier sehr oft.

      • Lea sagt:

        ML, ich denke schon dass die Autorinnen und Autoren die Verantwortung übernehmen können und sollen für das was sie schreiben. Gerade die Artikel von Frau Marinka gehen stark von ihren eigenen persönlichen Ansichten aus.

    • Widerspenstige sagt:

      Oh, dankeschön für das feedback, das mir zeigt, dass meine Wehmut verstanden wird. 😀
      Die erwähnten beiden Gründerinnen dieses Blogs sind eigene Wege gegangen und bewähren sich dort, Lichtblau. Zwei so starke Persönlichkeiten miteinander am selben Strick ziehen lassen für die Sache ist eine Gratwanderung. Eine gewisse Zeit profitieren Dritte (also wir hier im MB) von dieser ménage à deux, prallen jedoch früher oder später mit Wucht aufeinander. Gut zu sehen beim Eklat im Literaturclub des SRF1, wo Stefan Zweifel mit Elke Heidenreich die Klinge kreuzten. Dort scheint die Sachlage komplex.

      • Sportpapi sagt:

        Ach ja, was waren das für tolle Zeiten, als hier regelmässig der Geschlechterkampf entbrannte und damit Quote geschunden wurde. Und wir (natürlich nicht alle – einige waren auch sehr begeistert…) uns regelmässig über die einseitigen Texte empörten.

      • Widerspenstige sagt:

        Und pünktlich wie eine Schweizer Uhr plazierst Du Deine negativ gefärbte Meinung darüber genau hier, Sportpaps. Ohne diese heftige Auseinandersetzung wegen den gendergefärbten Artikeln wäre das Thema GleichWERTigkeit bald mal unter den Teppich gekehrt worden und die Gleichstellungsbüros abgeschafft. Wie nötig genau solche Genderdiskurse immer noch sind erörtert plausibel gerade wieder heute M.B. drüben. Das war mein ursprüngliches Anliegen, dass ich hier hängen blieb, mehr miteinander diskutieren statt gegeneinander. Das war aber schlecht vereinbar mit Klickquotenzwang 🙄

  • Jänu sagt:

    „In shape“ als resolute Zielvorgabe und sich zugleich über Modediktat und fraugemachten Gruppendruck beschweren? Frau Marinka, Ihre Beiträge führen dazu, dass man Sie nicht mehr lesen möchte. Wenn schon Provokation, dann bitte schön intelligente.

  • Lea sagt:

    Ich habe den Text nun ein 2. Mal gelesen und werde einfach nicht schlau daraus, sorry Frau M. Einerseits kritisieren Sie, dass der Bauch und auch alles andere an einer Schwangeren offenbar gewisse Standards zu erfüllen hat und eine Schwangere nicht mehr schwanger aussehen darf. Andererseits üben Sie aber genau diesen Druck aus wenn Sie im 3. (aus meiner Sicht extrem frauenverachtenden) Abschnitt meinen frau müsse in shape bleiben. Was soll das?

    • Cornelia sagt:

      Diese Frage stelle ich mir wirklich auch. Was für ein Nonsense, dieser Beitrag. Frau Marinka: Haben Sie eine Haltung zu dieser Frage oder sind sie einfach opportunistisch immer gerade anderer Meinung als die Person, der sie gerade zuhören?

    • Andrea Mordasini, Bern sagt:

      Genau dieselben Gedanken gingen mir auch durch den Kopf! Frau Marinka, Sie widersprechen sich einmal mehr…! Nein, Schwangere müssen weder in shape sein noch sich irgendwie sexy kleiden. Das einzige was zählt, dass es den werdenden Mamis und den Bauchbewohnern gut geht, Figur und Kleidung hin oder her! Das ist das Allerwichtigste, alles ist Beilage!

  • Irene feldmann sagt:

    Zur Schwangerschaft gehört ein Bauch, sich füllende brüste, und wer das nicht will, sollte die Finger davon lassen. Keine Verbindung zum Wunder der Natur einen Mensch in sich drin wachsen lassen, der hat auch nicht die Ehrfurcht diesen zu erziehen und aufwachsen zu sehen.

  • maia sagt:

    Liebe Frau Marinka – was heisst „in shape“ bleiben? Und warum ist das so wichtig?

  • Lia sagt:

    es gibt auch das Gegenteil. Ich bin eine dieser 1.83m-Frauen, die nie einen wanhnsinnig grossen Bauch hatten und die im 9. Monat gefragt wurde, ob sie wohl schwanger sei, und der man beim Auftauchen am früheren Arbeitsplatz mit 6monatigem Kind sagte „ui nei, waren Sie schwanger?!“.

  • Rémy sagt:

    Sie sind gegen Modediktate, finden aber Frau „sollte“ nach der Schwangerschaft „in shape“ bleiben (oder wieder werden)?!?
    Genau dies ist der Grund für die meisten euer Leiden, liebe Frauen (und liebe Frau Marinka), und den könnt ihr euch selbst zuschreiben: die sprichwörtliche und unanfechtbare weibliche Widersprüchlichkeit in ihrer herrlichen Inkonsequenz.
    Ich höre euch jetzt schon sagen, liebe Damen: „So was zu sagen ist sexistisch, sie phallokratisches Ungeheuer, aber sie haben ja trotzdem ein bisschen recht“ 😉

    • Lia sagt:

      lieber Rémy, das hat nichts mit uns Frauen zu tun, das ist bloss eine Marotte von Frau Marinka: dass sowohl Mutter als auch Kinder möglichst dürr zu sein haben. Dabei übersieht sie völlig, dass ein Grossteil der Frauen, die Mutter werden, schon vor der Geburt keine Topmodelfigur hatten und es auch sonst absolut keine Schande ist, wenn man nachher ein paar Kilo mehr drauf hat als vorher. Wenn man einer Frau nicht mehr ansehen darf, dass sie mal ein Kind bekommen hat, dann ist es auch ok, wenn man ihr die Schwangerschaft nicht ansehen soll.

    • Barbara sagt:

      Rémy Du sprichst mir so aus dem Herz. Echt. Und ich weiss nicht, wie Frau Marinka beim Gespräch der beiden Frauen darauf kommt, dass, Zitat: „Wow, so guet! Frau darf also schwanger werden, aber Komplimente kriegt sie nur, wenn man es ihr a) nicht ansieht b) sie auch ausser ihres prallen Bauches nicht zunimmt oder c) ihre überschüssigen Kilos dann aber doch, bitte schön, unter wallender Kleidung versteckt.“ Es ist die Bewertung von Frau Marinka. Ich glaube, ich hätte mir beim Belauschen des Gesprächs andere Gedanken gemacht. Und Komplimente mache ich einer Schwangeren nicht für a – c.

    • Rémy sagt:

      Hätte ein Mann so einen Widerspruch in einen einzigen Satz gepackt (3. Abschnitt), hätte er sich so sehr ins journalistische Abseits manövriert, dass er nie mehr, von niemanden jemals, wieder ernst genommen worden wäre (geschweige denn jemals wieder publiziert).
      Dass eine Frau so selbstverständlich und ohne Aufschrei so etwas schreiben kann, hat viel mit „Gleichberechtigung“ zu tun.

  • Markus Schneider sagt:

    Alles, wo man estra sagen muss „und das ist gut so“, das ist nicht gut so.

  • KT sagt:

    Also mich hat nie jemand kritisiert wegen meinen Bäuchen, und ich hatte beide Male Riesenkugeln. Da war schon in der 12. Woche nix mehr mit verstecken.
    Was mich aber immer wieder amüsiert hat, waren die höchst unterschiedlichen Einschätzungen, wie weit man sei. Einmal war ich einkaufen, schwanger im 7. Monat. Vor dem Gewürzgestell meint alte Dame Nr. 1: „Also von Ihrer Schwangerschaft sieht man ja fast nichts! Das dauert noch lang, gell??“ – 10 Meter weiter, vor dem Brotgestell, alte Dame Nr. 2: „Ui, das kommt aber demnächst zur Welt, wie’s aussieht!“

  • Lila sagt:

    Irgendwie folgen die Beiträge von Frau Marinka alle dem gleichen Muster: „Andere Frauen sind blöd (ich erkläre, warum, wobei ich betone, dass ich nicht dick/verklemmt/… bin) und hingegen bin ich toll (und erkläre, warum).“

    • Lia sagt:

      danke! Genau dasselbe denke ich mir jedes Mal, und ich verstehe nicht, weshalb diese Un-Frau hier überhaupt Gastauftritte bekommt.

    • Andrea sagt:

      Das lässt sich in der Tat nicht von der Hand weisen. Dieser Beitrag von Frau Marinka weist einmal mehr einen unschönen Unterton von Besserwisserei, Überheblichkeit und Intoleranz auf.

  • Carl sagt:

    „Doch wer schreibt Frau vor, was normal ist?“
    Die Antwort darauf ist ganz einfach: die anderen Frauen. Was hier als gesellschaftlicher Druck dargestellt wird, ist wieder mal nur die Freude am sich gegenseitig mit schnippischen Bemerkungen zu sticheln, so wie es unter Frauen allgemein Sitte zu sein scheint. Und mir kann niemand erzählen, dass diese Fragen nicht mit absicht gestellt werden..

  • Philipp Rittermann sagt:

    seit anbeginn der schöpfung ist die tragzeit bei mensch und tier mit einer natürlichen expansion des bauches verbunden. das ist das normalste der welt. nur schon der gedanke, das in zusammenhang mit irgendwelchen body-mass-index-normen…zu setzen, dünkt mich ehrlich gesagt mehr als degeneriert.

  • Hans Müller sagt:

    „Eines vorweg: Ich bin generell so ganz und gar gegen Modediktate…“ Guter Witz, Frau Marinka, ich hab da schon ganz andere Texte von Ihnen gelesen. Im Übrigen muss ich mich auch bei dieser Kolumne wieder fragen, warum man über so eine Lappalie einen Text schreiben muss (ausser Broterwerb, schon klar).

    • A. Kaufmann sagt:

      Sehr geehrter Herr Müller, Sie schreiben mir aus der Seele. Persönlich bin ich schon froh, wenn von den Damen nicht täglich über das Thema ‚Stillen in der Öffentlichkeit‘ berichtet wird. Die Themen rund um den Mama Blog sind leider endlich, bereits multipel abgehandelt und vermutlich auch nicht für Sie und mich als Zielperson ausgerichtet. Ich sehe das Schreiben dann auch mehr als eine Art Therapie für die Verfasserinnen und weniger als geistige Nahrung für die Leserschaft.

      • Anneliese Meyer sagt:

        Vermutlich nicht für Sie als Zielperson ausgerichtet? Vermutlich? 🙂 The clue is in the title, I should say.

      • A. Kaufmann sagt:

        @Anneliese Meyer: Mein Fehler, ich dachte, dass es sich um den Beitrag einer Selbsthilfegruppe für Männer mit Bierbauch handelt.

      • maria sagt:

        liebe herren
        ich frage mich immer, warum männer den „aufgepasst“ mamablog lesen…
        ist eben wirklich für mamas und nicht für papas.
        darum klar wenn ihr euch nicht für die mama themen erwärmen könnt.
        besser was für männer lesen…

      • Lea sagt:

        @Maria: sehe das gar nicht so wie Sie: Ich finds toll dass Papas auch den Blog lesen- ein Zeichen, dass Sie sich für Themen rund um SS, Geburt, Erziehung und allgemein Kinder haben und mit Kindern leben interessieren- also ein Schritt in die richtige Richtung für jede fortschrittliche Mama. Ich finde die Väter Kommentare meistens bereichernd. Es zeigt dass sich viele mit ihrer Vaterrolle auseinandersetzen. Das ist doch positiv! Sehen sie es also locker. Auch nicht jeder Mama Kommentar ist nach meinem Gusto.

      • Rose sagt:

        @Maria….Papa’s sollen also den Blog nicht lesen? Aber Papas sollen dann doch nach dem Kohle verdienen im Haushalt mithelfen und die Kinder betreuen, oder? Frauen möchten Gleichberechtigung. Dann bitte auch gewähren!

      • A. Kaufmann sagt:

        Liebe Maria,
        Ich stelle mir gerade vor, was los wäre, wenn ein Mann dasselbe posten würde. So tolerant, wie Sie uns Männer gerne hätten, scheinen Sie selber nicht wirklich zu sein, oder?

  • alvaro sagt:

    Gilt auch in die andere Richtung: „was Du bist schon im 8. Monat – ist aber ein sehr kleines Bäuchlein.“ Dieser und ähnlich Kommentare sind unnötig verletzend und im Zweifel schweigt frau/man besser.

    • tina sagt:

      das habe ich auch gehört, aber fand das überhaupt nicht verletzend. im grunde kann man sagen was man will, es kann immer falsch aufgefasst werden. es gibt aber auch leute (hier!), die finden es immer noch am mühsamsten, wenn etwas offensichtlich ausgesprochen werden will aber man den leuten ansieht, dass sie es sich verkneifen. aber ebe, vermutlich gibt es ja auch leute, die ignoranz zu schätzen wissen….

      • Lia sagt:

        meistens liegt das Problem nicht bei dem, der etwas sagt, sondern bei dem, der es garantiert falsch versteht.

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