Kinder brauchen keinen Lohn

Ein Gastbeitrag von Liliane Minor*

Shop till you drop: Holländische Jugendliche nach einer erfolgreichen Shopping-Tour. (Flickr/meiburgin)

Shop till you drop: Holländische Jugendliche nach einer erfolgreichen Shopping-Tour. (Flickr/meiburgin)

Psychologe Urs Abt fordert Eltern auf, Kindern über 12 Jahren Jugendlohn statt Sackgeld zu bezahlen. Das sagte er in einem Interview im Tages-Anzeiger vom letzten Dienstag. Die Idee: Die Eltern teilen einfach alle Ausgaben, die sie in einem Jahr für die Kinder tätigen, durch 13 – und zahlen diesen Betrag wie einen Monatslohn aus.

Das klingt, mit Verlaub, etwas gar einfach. Warum Kinder für ihr Dasein Lohn erhalten sollen, ist nicht einzusehen: Kindsein ist zwar streng, aber keine Leistung. Zwar hat Abt mit der Forderung recht, Eltern sollten Kindern nicht einfach Geld auf Verlangen aushändigen, sondern monatlich oder wöchentlich einen fixen Betrag – mit der klaren Abmachung verbunden, was damit zu bezahlen ist. Und natürlich sollte der Nachwuchs mit steigendem Alter mehr Geld und Verantwortung erhalten. Das ist nicht neu, sondern das, was Budgetberater seit je empfehlen.

Der Psychologe fordert jedoch mehr. Nämlich die volle Kompetenz über alle Ausgaben. Nur: Für einen 12-Jährigen kann das eine extreme Überforderung sein. Vor allem dann, wenn die Eltern selbst Mühe haben, sich und dem Kind Grenzen mit dem Geld zu setzen.

Sinn und Zweck des Sackgelds ist es, auch einmal Fehler bei der Einteilung des Geldes machen zu dürfen, ohne dass es riesige Konsequenzen hat. Was aber, wenn sich das Kind wegen einer krassen Fehleinschätzung das Skiabo in den Familienferien nicht mehr leisten kann? Oder den Mitgliederbeitrag für den Sportverein?

Sicher, der Jugendlohn kann viele Diskussionen über Einkäufe ersparen. Bloss: Solche Diskussionen sind nicht nur schlecht. Sie vermitteln dem Kind Werte. Etwa, ob es Kriegsgames kaufen darf. Wie viele Hosen es braucht. Und ob es dafür aufs Essen verzichten soll. Darüber zu reden, zu streiten und zu verhandeln, ist für Jugendliche ebenso wichtig wie die Kompetenz, über ihr Geld bestimmen zu dürfen.

Vor allem aber gibt das Konzept des Jugendlohns keine Antwort auf eine weitere, zentrale Frage: Was ist das für eine Freizeitgestaltung, wenn 13-Jährige Samstag für Samstag durch die Läden ziehen? Wie fantasielos muss das Leben dieser Kinder sein? Wenn Eltern das zulassen, haben sie andere Probleme als nur das Sackgeld.

Wie viel Geld soll ein zwölfjähriges Kind erhalten?

minor150x150*Liliane Minor ist Redaktorin beim «Tages-Anzeiger». Sie hat zwei Kinder und wohnt im Zürcher Unterland.

 

102 Kommentare zu «Kinder brauchen keinen Lohn»

  • Josef Rutz sagt:

    Alle Menschen brauchen das „BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN“ von der Wiege bis zur Bahre, es ist ein „BEDINGUNGSLOSES MENSCHENRECHT“! In der heutigen Zeit der totalen „Fremdversorgung“ ist es die „LUFT UNTER DEN FLÜGEL“ die es dem Menschen erstmals ermöglicht zu leben. Wer lebt, der arbeitet! Danach folgt die „freigewählte Tätigkeit“, die Freude am Leben, Lohn und Ruhm.

  • dres sagt:

    Also unser Dreijähriger hat seinen bei Kinderarbeit erworbenen Lohn an der Börse bereits verzigfacht.

  • Alois Giovanni Matter sagt:

    Intressant als Kind von Swiss/Italo Eltern in den schwierigen 1950 Jahren half ich meinen Eltern mit den kleinen Erloesen,die
    ich erwarb bei meinen kleinen Jobeinsaetzen. Kein Sackgeld jedoch Mithilfe beim Familienbudget und ich bin auesserst gluecklich
    ueber diese Einstellung. Ich hatte bestimmt nicht die besten Schulvoraussetzungen, doch im Leben kommt immer wieder eine
    eine Zeit wo es klickt und man holt dann alles versaeumte wieder auf.
    Wichtig ist im Leben zu wissen, wie man seinen Verdienst einsetzt und alles was man persoenlich bzw eigener Initiative
    realisiert ist grosser Bedeutung.

  • Wale sagt:

    Ich war auch mal ein Kind. Zusammen mit drei Geschwistern bin ich aufgewachsen und wir waren weiss Gott nicht auf Rosen gebettet. Aber mein Herr Papa (Schmid von Beruf!), hatte ein Prinzip: Was nichts kostet ist auch nichts Wert. Wir Kinder hatten jedes ein dem Alter entsprechendes Ämtli. Auf die Jüngeren aufpassen, Kommissionen machen, usw. Dafür gab es aber auch ein bescheidenes Taschengeld. Wenn man mal keine Lust aufs erledigen hatte, oder es gerade mal so vergessen wurde, vergass der Vater Ende der Woche einfach auch das bezahlen. So lernten wir schon in früh, Verantwortung zu übernehmen.

  • Charles-Louis Joris, Visp (CH) sagt:

    Der Tag ist zwar noch fern, da man einem kaum abgenabelten Bebe einen Fünfliber als Begrüssungsgeld auf die Stirne kleben soll. Die Forderung von Herrn Abt ist wieder mal ein Beispiel für publiciitygeilen Psychoquatsch

  • NinaZ sagt:

    „Stimmen Sie ab!“… 20 Franken? 25 Franken? Das kommt doch auf die finanzielle Situation der Familie an. Vergessen Sie nicht, dass es Familien gibt, die an der sog. Armutsgrenze oder in Armut leben. Manchmal habe ich das Gefühl, hier herrscht der Superluxusfamilien-Wahn. Luxusprobleme…!

  • Eduardo sagt:

    Es gibt Eltern, die ihren Kindern für gute Leistungen bei Klassenarbeiten und bei guten Zeugnissen ein üppiges Honorar zahlen. Wie hochmotiviert und damit überlegen derart belohnte Kinder gegenüber anderen Kindern, die nichts bekommen, sind, kann sich ja jeder gut vorstellen. Bevor hier das moralische Gejammer losgeht: Im gesamten restlichen Leben wird gute Leistung im Beruf finanziell honoriert, warum also soll das scheinbare Kinderparadies Schule hier eine Ausnahme machen? Ich habe übrigens von meinen Eltern leider (!) keinerlei Belohnung für gute Klassenarbeiten oder Zeugnisse bekommen.

  • TheSwissMiss sagt:

    Ich denke am besten lernen die Kinder sinnvoll mit Geld umzugehen wenn die Eltern dies vorleben. Wir kaufen keine Dinge auf „pump“, wenn wir für etwas nicht genug Geld haben, dann wird eben gespart und gewartet. Ich habe auch Bekannte die schwören auf den Jugendlohn aber für mich wär das nichts. Mir ist das irgendwie einfach unsympatisch. Meine Kinder bekommen normal Sackgeld und alles was sie so brauchen von mir und wenn sie extra Wünsche haben, dann kann man sich was grösseres entweder auf Geburi oder Weihnachten wünschen oder durch extra Arbeit (zB Rasenmähen) etwas dazuverdienen.

  • John Kipkoech sagt:

    Unser Bub, 16 jährig, hat den Zusammenhang zwischen Leistung/Sackgeld nie begriffen. Deshalb kriegt er auch nichts mehr. Für idiotische Antworten bei „Kannst Du den Kehricht hinunter tragen?“ (Antwort: „wieso ich??) kann es nicht noch Belohnung geben. Er kriegt nur noch auf besonderen Bedarf, Schul-Exkursion, Abi etc.

    • Eni sagt:

      Nun, deshalb frage ich meine Kinder auch nicht, sondern teile ihnen die Aufgaben (Geschirrspüler ausräumen, Wäsche in den Wäschekorb, Abfall rausbringen und mit Hund Gassi gehen) klar mit. Ein freundlicher Tonfall hilft, aber ich gebe meinen Kindern keine Wahl Nein zu sagen, denn auch Erwachsene können nicht Nein sagen, zu Arbeit und Haushalt.

      • alien sagt:

        Ja, das scheint ok. Aber was Du könntest, Eni, ist, noch mehr auf die Neigungen der Kinder abzustellen. Das eine der Kinder staubsaugt und feuchtaufnimmt vielleicht gerne, das andere bündelt Papier und putzt das Katzenklo. Aber tut das jeweils andere ungern. Du kannst das herausfinden und den Kindern ihr bevorzugtes Gebiet auftragen. Dass dann immer noch Hassjobs übrig bleiben, die Du dennoch verteilen musst, ist klar, aber wer zuerst waschen und Bettanziehen darf, der macht danach vielleicht weniger ungern die Küche sauber.

  • bardo jaeger sagt:

    diese mentalität ist nicht von gestern, nein von vorgestern. wenn solche mütter über das sackgeld/jugendlohn von unseren jugendlichen entscheiden, dann gute nacht ! ab 12 sind eben kinder nicht mehr kinder, das zu akzeptieren ist anscheind nicht eine weibliche stärke

  • Kinder brauchen keinen Lohn.
    Stimmt! Selten einen Artikel gelesen, der noch kürzer alles gesagt hat. Den Text habe ich mir erspart deshalb…
    Putzfrauen brauchen übrigens auch keinen Rolls Royce. Und Millionäre brauchen nicht zu kochen. Raumfahrer brauchen keine Garrtenschaufel. Und Kapitäne brauchen keinen Fallschirm.
    Schweizer brauchen hingegen immer wieder ein geradezu offensichtlich klares Thema, das man/frau hinterfragt, durchbohrt, aufkocht und destilliert… Ist uns langweilig, uns Eltern? DANN hätten unsere Kinder nämlich schon einen Lohn verdient. Als Unterhaltungschefs, oder so…

  • alam sagt:

    Ach lasst doch die Kinder noch Kinder sein. Sackgeld ja, aber Verantwortung für seine ganzen Finanzen, nein! Kinder sind nicht einfach kleine Erwachsene. Sie sollen sich überlegen, auf welchen Baum sie klettern, oder entscheiden, ob sie den Nachmittag lieber auf dem Velo verbringen oder an der Werkbank. Shoppen können sie dann noch ein Leben lang. Müssen wir die Kinder unbedingt mit allem anfixen, bis sie sich überhaupt nicht mehr zurechtfinden?

  • Roshan sagt:

    Beim alten Geld lernt frau, zu sparen und nach dem finanziellen Auskommen zu leben.
    Beim neuen Geld lernt frau, wie es zerrinnt und die Verlockungen des Ausleihens Abhängigkeit und Armut erzeugen.

    Dies altersgerecht und Schritt für Schritt unseren kleinen beizubringen, ist essentiell wichtig.

    Aber ein Kind ist kein Lohnempfänger dafür, dass es uns als Eltern ausgewählt hat.

  • Anton Keller sagt:

    Wow! Eine Redakteurin mit gesundem Menschenverstand. Da half wohl, dass sie selbst zwei Kinder erzieht.

  • Edith Habermann sagt:

    Das Beste was Eltern für ihre Kinder tun können, ist auch mal NEIN zu sagen. Ich hatte die liebsten Eltern, die man sich vorstellen kann. Nur haben sie mir nie Nein gesagt. Und darunter hatte ich ein Leben lang zu leiden. Den Zusammenhang habe ich aber erst 25 Jahre später begriffen.

  • Alexa sagt:

    Lia, machen wir auch so. Klappt sehr gut bei uns. Sparen ist groß im Kurs bei unseren Kindern. Im Herbst haben sie sich pro Woche noch was mit Laubwischen dazuverdienen. Beide sparten auf ein Spielzeug und haben mich gefragt ob es ev. möglich wäre nebst ihren Ämtli etc. (nicht im Haushalt) etwas dazuzuverdienen. Das Laubwischen war ihre Idee. Bin ganz Stolz auf sie :). Aber ich denke jeder soll sich das in seiner Familie so einrichten wie es passt.

  • Lia sagt:

    wir alle haben von unseren Eltern Sackgeld erhalten (denke ich mal), und sind keine tiefverschuldeten Taugenichtse geworden. Also scheint das System ja zu funktionieren. Meine Kinder bekommen Taschengeld für Ausgaben wie Süssigkeiten, Comics etc, ich bezahle ihnen das Essen und Kleidung. Klappt hervorragend, auch, weil es Grenzen gibt und sie nicht jedes neue Kleidungsstück bekommen, das sie haben möchten, sondern nur, was nötig ist. Für Hausarbeit zu bezahlen finde ich komplett absurd, es sollte normal sein, dass die Kids im Haus helfen, OHNE Bezahlung, wie wir Erwachsenen auch.

  • Bernhard sagt:

    Ich finde, die Kinder/Jugendlichen sollen bekommen, was sie brauchen, um ein sorgenfreies Leben zu haben. Ohne direkte Gegenleistung. Natürlich vorausgesetzt, die finanziellen Mittel sind vorhanden. Die Idee dahinter: 1. Ist die Kindheit/Jugend viel zu schnell vorbei. 2. ist es mir lieber, die Kinder machen etwas des Sinnes und nicht des Geldes wegen und 3. bin ich im Alter froh, wenn mir keine Kinder bei Hilfestellungen nicht jededmal eine Rechnung schicken, weil sie es so gelernt haben…Wer liebt, der gibt! Aber ich weiss: Wenns ums Geld geht, sind die Meinungen sehr unterschiedlich.

  • diva sagt:

    man könnte – wie ich das noch aus meiner kinderzeit kenne – den kindern bestimmte ämtchen geben, mit denen sie einen batzen verdienen. nicht bei allen ämtchen, aber ein paar spezielle schon… nur dazu müsste «mami» da sein (und nicht mit karriere machen selbstverwirklich beschäftigt sein), um die erfüllung zu einzufordern und auch zu kontrollieren. so putzte ich z.b. jede zweite woche die treppe und das dazugehörende bödeli, als ich älter war bügelte ich die wäsche und lernte so zu verstehen, dass geld bekommen mit arbeit verbunden hat und ich lernte sehr schnell es «vernünftig» auszugeben.

    • tina sagt:

      diva, erwerbstätigkeit steht sowas überhaupt nicht im weg, ich praktiziere etwas ähnliches, wobei es sich nicht um ämtli handelt, sondern um dinge des täglichen alltags, die ich machen kann, oder meine kinder gegen bezahlung. trotzdem müssen sie natürlich auch täglich gewisse dinge erledigen und auch punktuell werden sie um hilfe gebeten ohne dass es bezahlung gibt. gerade weil ich auch erwerbstätig bin, glaube ich, ist es für meine kinder nachvollziehbarer, warum ihre mitarbeit wichtig ist. sie schummeln auch nicht

    • Kathy sagt:

      Echt jetzt Diva, es reicht langsam! Warum muss das Mami zu Hause sein? Warum nicht der Vater? Oder die Krippenleiterin? Nur weil das in den letzten 50 Jahren mal rasch üblich war, muss das doch nicht die einzige richtige Lösung sein. Schön, wenn sie sich das leisten können, die meisten können es nicht! (es geht da um Geld verdienen für das tägliche Leben, nicht um Selbsverwirklichung oder sonst was)
      Hausarbeiten kann man auch am Samstag machen…nur so nebenbei bemerkt.

      • Zähmer sagt:

        Warum greifen Sie Diva persönlich an? Warum greifen Sie nicht die Arbeitgeber an, die so miese Löhne zahlen, und die Politiker, die so hohe Abgaben verlangen, dass man heute im Gegensatz zu früher mit dem Lohn einer Vollzeitarbeitsstelle alleine (oder im Falle einer Familie mit Kindern idealerweise mit zwei Halbtagsstellen) nicht mehr eine Familie ernähren kann? Der ganze medial und politisch gesteuerte Kult um Frauenarbeit, Kinderkrippen und Kindertagesstätten soll doch vom eigentlichen Skandal ablenken, und die Leute fallen auch noch grossenteils darauf rein und spielen brav mit.

    • 13 sagt:

      weil:
      a) ich meinen Kindern nicht beibringen will, dass man nur etwas tut, wenn man eine Gegenleistung bekommt.
      b) es nicht MEINE Aufgabe ist, bei sie (oder auch meine Mann) mir HELFEN, sondern es UNSERE Aufgabe, bei der jeder seinen Teil übernimmt.
      c) Ich meinen Kindern weder beibringen noch vorleben will, dass es die Aufgabe der Mutter ist, zu Hause zu sein und die Familie zu bedienen, während der Mann „sich selbst verwirklicht“
      d) ich meinen Kindern nicht erklären will, warum wir nach der Trennung kein Geld mehr für Taschengeld haben, weil das SozAmt das nicht bezahlt…..

    • Sportpapi sagt:

      Weil meine Mutter während meiner Kindheit neben Jobs und anderen Ausbildungen eine Matur nachholte und dann zwei Hochschulstudien abschloss war es klar, dass zu Hause alle ihren Teil beitragen mussten. Und selbstverständlich nicht gegen Geld. Wäre ein Mami den ganzen Tag zu Hause gewesen, hätte ich wohl mehr Mühe gehabt einzusehen, weshalb ich nehmen Gymi und Nebenjobs (Geld und entsprechend Taschengeld hatten wir auch nicht so viel) auch noch zu Hause hätte helfen sollen…

  • Adrian Humboldt sagt:

    Alles nett und schön, aber ich lasse mir weder von Psychologen noch von sonstigen Allesewissern dreinreden, wann und wie und wieviel Sackgeld/Lohn ich meinen Kindern gebe.

  • jürg. sagt:

    Ich bezweifele den Lerneffekt von Taschengeld oder Jugendlohn, wäre es nicht effizienter Verzicht oder Bescheidenheit zu lernen?

    • Adrian Humboldt sagt:

      Dann sollten sie Ihre Kinder ins Kloster schicken.

      • Henriette sagt:

        Herr Humboldt, sehr bald werden wir erleben, dass Geld nicht das Wichtigste ist, wir sogar mal ganz ohne auskommen müssen. Daher halte ich es für geboten, dem Geld nicht zu viel Bedeutung beizumessen, vor allem bei Kindern die ja von den Eltern versorgt werden, Das Argument des Lernens im Umgang mit Geld kann ich nicht gelten lassen,
        das hat man, oder eben nicht. Die Vorbildfunktion der Eltern ist auch hier prägend, und das ohne Worte!
        Kinder sollten sich überhaupt nicht mit Geld beschäftigen.

    • Martin sagt:

      Bei aller Bescheidenheit muss man trotzdem lernen wie man mit dem Geld umgeht. Es ist auch kein Drama wenn sich ein Jugendlicher dann die Skiferien nicht leisten kann. Er lernt dann Entscheidungen zu treffen. Ich Verzichtete als Lehrling auf Skiferien weil mir andere Dinge wichtiger waren.

    • jürg. sagt:

      ja, genau, typischerweise fangen die Probleme an wenn die Jugendlichen von Zuhause ausziehen.
      .
      Bringen Sie den Kindern bei verschiedene Konten anzulegen – z.B. für Sparen, Ausgeben, Investieren und gute Taten.

      Wenn Eltern ihren Kindern beibringen wollen, dass sie sparen sollen, müssen sie selbst dieses Verhalten demonstrieren.
      Kinder sollten in die finanziellen Verhältnisse der Eltern einbezogen werden.

  • Henriette sagt:

    Warum sollten Kinder nicht schrittweise an Aufgaben des täglichen Zusammenlebens herangeführt werden, ohne Bezahlung?
    Bei jeder Aufgabe die Hand aufhalten und zu fragen: was bekomme ich dafür?, halte ich für problematisch.
    Helfen aus Freude, das sollte wieder vermittelt werden!

    • hermann sagt:

      Ich bin auch ihrer Meinung. Vom Kind kann man erwarten, dass es seinen Beitrag zur taeglichen Arbeit im Familienrahmen ebenso unbezahlt macht wie die Eltern. Wenn unser 12 Jaehriger Geld braucht, hilft er im Garten mit, wo er 10 Franken pro Stunde bekommt. Da wir einen grossen Obst- und Gemuesegarten haben, ist er bereits Spezialist fuer viele Baumprobleme geworden. Er weiss auch schon, wie man Baeume pflanzt, schneidet, duengt etc. So bekommt er auch eine nuetzliche Nebenausbildung.

  • Georg sagt:

    Es überrascht mich nicht, dass hier kaum jemand drauf hinweist, dass es Geld nur für Gegenleistungen gibt. Auch Sackgeld oder Jugendlohn oder wie das auch immer heissen soll. Oder hat es hier viele Schreiber, die ihre monatlichen Bezüge fürs Nichtstun erhalten? Gegenleistungen fürs Sackgeld können darin bestehen, dass der Empfänger altersgerechte Aufgaben innerhalb der Familie zuverlässig und ordentlich ausführt. Es gibt KEINEN Grund, einem Kind oder Jugendlichen Geld „einfach so“ zu geben.

    • Patricia sagt:

      Doch, natürlich gibt es einen Grund, Kindern und Jugendlichen Geld „einfach so“ und ohne Gegenleistung zu geben: Man stellt sie damit ruhig. Vermeintlich.

    • 13 sagt:

      Nein, ich erhalte meinen Lohn fürs arbeiten und die Hauptaufgabe der Kinder sehe ich in der Erfüllung ihrer Schulpflichten. Darum gibt es bei uns auch kein Taschengeld für Vorschulkinder und dann in der Schule mit jedem Jahr, wo die Anforderungen steigen, gibt es auch mehr. Ich habe nichts gegen Neben- oder Ferienjobs, habe ab 14 auch regelmässig dazuverdient, zuerst mit Babysitten, später anders und Hilfe im Haushalt gehörte eh dazu, aber die Kinder sollen sich zuerst auf ihre Hauptaufgabe konzentrieren können und diese sollte keinesfalls als Nichtstun abgetan, sondern geschätzt werden.

      • Patricia sagt:

        Auch eine strenge Schule („auswärtige Arbeitsstelle“ der Kinder) erlaubt die Übernahme von „Amtli“ im Haushalt. Das machen die Erwachsenen schliesslich auch – auswärts arbeiten und den Haushalt besorgen. Ferienjobs sind eine andere Sache. Leider geben viele Eltern auf, wenn der Nachwuchs nicht helfen will.

        Übrigens sehe ich die Schulpflicht nicht als Pflicht, sondern als Recht und feine Sache. Das soll man den Schülern so vermitteln.

      • 13 sagt:

        @ Patricia
        Ich habe nichts gegen Ämtli, bereits meine Kleinkinder machen mit, insofern sie das können. Aber ich sehe es auch ganz ein, dass ich mein Kind dazu bezahlen soll, höchstens bei eher aussergewöhnlichen Arbeiten zusätzlich zum Ämtli (Fenster putzen, Garage ausräumen etc.). Wir leben in diesem Haushalt zusammen, wir wollen es da alle schön haben und darum helfen alle mit. Gibt es dafür eine Gegenleistung, dann wirkt das so, als sei das eigentlich meine Aufgabe, die sie mir abnehmen. Das stimmt für mich so nicht.

      • 13 sagt:

        Die Schule ist natürlich etwas tolles und sollte positiv vermittelt werden. Aber nur ein Recht ist es nicht, sonst müssten sie nur dann hingehen, wenn sie wollen, nur diese Fächer besuchen, die ihnen gefallen und nur dann Hausaufgaben machen. wann sie Lust dazu haben. Den Kindern muss in der Schule nicht alles gefallen, sie dürfen etwas einfach nur blöd finden, und mal keinen Bock haben, aber sie müssen lernen, dass man das trotzdem tun muss, es halt dazu gehört, auch mal etwas zu lernen/erledigen, was man nicht mag und wo man den Sinn nicht sieht. Sie zu bestehen ist nun mal ihre Aufgabe.

      • 13 sagt:

        Ups, ich stelle gerade fest, dass oben im Beitrag um 11.18 ein „nicht“ fehlt…ich sehe es auch nicht ganz ein, dass ich mein Kind dazu bezahlen soll,….

    • tina sagt:

      georg, ich halte eine mischung für nicht verkehrt: meine kinder haben die möglichkeit durch mitarbeit zusätzlich zum taschengeld zu verdienen. gewisse dinge müssen sie auch ohne bezahlung machen natürlich, aber da wo ich froh bin, wenn sie mir etwas abnehmen, gebe ich ihnen gern etwas. kinder sind ganz verschieden, aber meine haben dank taschengeld schon gelernt, dass man durch verzicht sich etwas grösseres zusammensparen kann, und wenn man alles gleich verpülvert, durststrecken durchstehen muss. das finde ich sinnvoll

      • Reto B. sagt:

        Voll bei ihnen. Ich finde ein Grundgehalt für Schulkinder okay, das durch Arbeit etwas aufgebessert werden kann bis zu einem Maximalgehalt (es gibt auch im Job nicht unbegrenzt Überstundenmöglichkeiten).

      • tina sagt:

        es ist nicht schwierig, das einkommen in grenzen zu halten – teenies sind von natur aus nicht allzuversessen auf arbeit 😉

    • tststs sagt:

      Sorry, ich finde genau diese Verknüpfung äusserst bedenklich!
      1. Ein Kind/Jugendlicher hilft in der Familie/Haushalt mit, weil er ein Teil dieser Familie ist; das macht er/sie selbstverständlich unentgeltlich, so wie Mama und Papa für ihren Beitrag an die Familie auch nicht bezahlt werden.
      2. Taschengeld erhält das Kind/Jugendliche um eben den Umgang mit Geld, Bedürfnissen und Selbstdisziplin zu erlernen.

      • tina sagt:

        das geht alles gleichzeitig tststs. jeder beteiligt sich am täglichen haushalt ohne bezahlung, diese dinge stehen fest, die müssen laufen. die kinder erhalten ein taschengeld einfach so und die möglichkeit diese durch mehrarbeit aufzubessern. die beträge für mithilfe sind meiner willkür unterworfen, aber diskutierbar. wenn mein sohn findet, 1.50 sei ihm zu wenig um einzukaufen, rechne ich ihm vor, wie reich er werden könnte, wenn er täglich etwas übernehmen würde wie einkaufen, recycling, saugen, brünneli oder gar wc putzen. und dass das schnell unbezahlbar würde für mich.

    • Adrian Humboldt sagt:

      Geld für Gegenleistung? Das war Vorgestern. Schaut, dass die Kinder nicht schon zu früh Sklaven des Geldes werden.

  • miss_t sagt:

    / Alter Wein in neuen Schläuchen?

    • André Dünner sagt:

      Hallo miss_t

      Eigentlich hast Du recht damit. „Schon wieder zuviel Monat am Ende des leeren Portemonnaie? Schöner Mist!“
      Wie man es dreht und wendet „, der Boni wird auch nicht mehr das sein was er mal war. Ziemlicher Mist!“
      Hat einer das Geld versoff… und meint „, so ein Mist! Das letzte Tram ist auch weg, Taxi zahlen geht nicht, Affenkälte,…“

      Miss(t)wahlen ohne Kandidatin … eben Su sagst es.

  • miss_t sagt:

    Herr Abt sagt aber in dem Interview auch: „Um einen vernünftigen Jugendlohn einzuführen, müssen sich Eltern zuerst im Klaren sein, welche Kompetenzen sie ihren Kindern abtreten wollen.“ Es geht natürlich nicht drum, dass das Kind seinen Anteil an den Familienferien zahlt (die heissen ja auch Familien-Ferien), sondern halt seine alltäglichen Ausgaben. Was da dazu gehört und was nicht, muss man halt verhandeln – am besten jedes Jahr neu. Ist übrigens beim Sackgeld auch nicht gross anders: Soll die Mutter dem Kind jetz das Comicheft kaufen, oder läge das nicht auch im Bereich des Sackgelds?

    • tina sagt:

      genau, eigentlich ist das beim taschengeld ja nicht anders. mir widerstrebt dass der jugendlohn so angepriesen wird, als ob ein jugendlicher damit seine kosten decken würde, dabei handelt es sich doch mehr um taschengeld das um den betrag erweitert wird, mit dem auch pflichtausgaben gedeckt werden müssen. so ausgedrückt finde ich es eine gute sache. allerdings frage ich mich, was passiert denn, wenn ein kind die abgemachten dinge nicht bezahlt? wie bus-abi oder mittagessen in der schule und kleider

      • Reto B. sagt:

        Ich glaube, es ist wichtig, nur Dinge hineinzunehmen, deren Verzicht das Kind dann auch verkraftet. Zum Beispiel nicht Essen. Ich erinnere mich, dass mein Bruder sogenannte Spaghettiwochen hatte, wenn er auf etwas sparte (wohnte mit unter 18 schon nicht mehr zuhause). Dass eine Mangelernährung okay ist, sollte nicht Teil des Lerneffektes sein.

      • tina sagt:

        genau, der meinung bin ich auch

      • 13 sagt:

        @ Tina
        Wir hatten das System und bei uns war es tatsächlich so, dass wir die Konsequenzen alleine tragen musste. Kein Busabi bedeutete eben, dass man mit dem Velo zur Schule musste. Kein Essensgeld mehr hiess, man musste früher aufstehen, sich ein Sandwich vorbereiten und dieses essen anstatt mit Freunden in die Mensa zu gehen. Abends gab es ja etwas gesundes, frisches. Und nackt waren wir ja auch nicht gleich, sondern hatten die nicht mehr so schönen Jeans halt etwas länger an. Alles verkraftbar;-)

  • tststs sagt:

    Ich finde, der Wandel von Sackgeld zu Jugendlohn (sind ja eigentlich nur Namen, es geht im Grunde um die Funktion) sollte schleichend von Statten gehen. So wars bei mir (und ich fand das nicht schlecht)
    Bis zum 13. Lebenjahr gab es normales Sackgeld (zuerst pro Woche, später pro Monat, ich habe übrigens 20.- pro Monat angekreuzt)
    Als ich ab dann über Mittag im Gymi war, gab es ein Postkärtli, darauf wurde das Geld fürs Essen und das Sackgeld überwiesen, ab dann musste ich auch Ferienjobs annehmen.
    Mit dem ersten fix Lohn (ab ca. 16) und Alimenten ab 18 musste ich dann auch Miete zahlen.

    • tststs sagt:

      Und der allerallerwichtigste Grundsatz:
      Geld wird erst dann ausgegeben, wenn man es hat! (also kein Kauf auf Pump, kein Sackgeldvorschuss etc.)

      • tina sagt:

        meine kinder haben schon als sie noch relativ klein waren auch mal einen kredit von mir bekommen. sie haben sofort gelernt, dass es überhaupt nicht lustig ist, etwas im nachhinein abzustottern, womöglich wenn man schon gar keinen spass mehr an der anschaffung hat. wenn kredit nicht die regel ist und auch über die aspekte gesprochen wird, finde ich das eigentlich eine wichtige lektion

      • Joerg Hanspeter sagt:

        @tina: Das mit dem Kredit find ich als Erfahrung sehr gut. Am besten wäre ein Kreditkarte mit 20% Zins pro Monat 🙂

      • Reto B. sagt:

        tina, finde ich vor allem gut, dass es jung gemacht wird. Die Fehler sind nämlich die gleichen, später kosten sie einfach mehr.

  • Leo Schmidli sagt:

    Wir haben Taschengeld erhalten. Der „Grundbedarf“ wurde von unseren Eltern finanziert, darunter fiel alles, was man haben musste, wie Schulmaterial, Klassenfahrten, Sportverein, Kleidung zu „normalen“ Preisen bei Bedarf (Differenz für Markensachen musste selber gezahlt werden), wenig Süssigkeiten im Haus etc.). Alles an „Luxus“ mussten wir selber zahlen. Aber klar haben die Eltern ab und zu mal ein Auge zugedrückt und uns mal zu etwas eingeladen. Grössere Ausgaben mussten vorher mit den Eltern besprochen werden, aber es war unsere finale Entscheidung. Wir sind sehr gut damit gefahren.

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Ich bin von der Verfasserin etwas enttäuscht, oder macht sie das absichtlich? Bei dem von ihr erwähnten Jugendlohn handelt es sich mitnichten um einen Lohn fürs Kindsein. Der Verfasser wollte lediglicht darauf hinweisen, dass Kinder mit Taschengeld, dass sie einfach auf den Kopf hauen können, eben nicht lernen mit Geld umzugehen. Deshalb sollten sie eben einen höheren Betrag erhalten und damit aber auch bestimmte notwendige Ausgaben bestreiten. @tina: Mein Budget bzw. dasFamilienbudget würde ich sicher nie mit meinen Kindern besprechen, wenigstens nicht im Sinne von Mitsprache.

    • Reto B. sagt:

      Nun, ich finde, dass man dem Kind aber mitteilen könnte, was an Ausgaben für es anfällt: Teil Miete, Essen, Kleider, ÖV Abo, Schulzeug, etc. etc. und dann bleibt am Schluss noch ein bisschen was zur freien Verfügung. Dann kann man abmachen, dass es gewisse Dinge selber kauft. Z.B. Kleider… Und das Budget dementsprechend „erhöht“ wird. Heisst ja nicht, dass das Kind gleich alles wissen muss.

      • Bernhard sagt:

        Reto, können Sie mir einen plausiblen Grund nennen, warum die Kinder nicht wissen dürfen, was die Eltern verdienen? Das macht für mich keinen Sinn. Ich bin für Transparenz. Dann weiss das Kind auch, wo die Probleme liegen bzw. warum etwas geht und etwas eben nicht. Oder noch besser: Das Kind wirkt deeskalierend bei „unvernünftigen“ Budgetentscheidungen wie z.B. übertriebener Geldausgabe fürs Zocken oder die überteuerte Leasingrate für das Prestige-Auto etc. Es gibt ja noch immer Partnerschaften (oder sogar Ehen), wo der/die eine nicht weiss, was der/die andere verdient! So viel zum Vertrauen..

    • tina sagt:

      warum nicht das familienbudget besprechen? es muss ja nicht im sinne von mitsprache sein, aber ich persönlich sehe kein problem darin, wenn meine kinder einwände haben beim budget, diese mit ihnen zu besprechen, im gegenteil. ich habe gründe für mein budget, und ich lege die gerne offen auf den tisch. warum nicht auch etwas ändern, wenn ich gute argumente höre. es geht beim besprechen des budgets um einsicht: wofür muss man welche kosten einrechnen, wo gibt es freiheiten. zu sehen, dass man geld längerfristig verplanen muss und wofür

      • Reto B. sagt:

        Nun, ich kenne einige, die nicht wollen, dass das Kind weiss, wieviel sie verdienen. Sind aber meist die Eltern, die zusammengezählt über 20’000 im Monat haben. Macht es dann schwierig, dem Kind Verzicht zu predigen, wenn es weiss, dass Luxus eigentlich gut möglich wäre.

      • tina sagt:

        ah, das dachte ich mir auch: dass das vermutlich dann schwieriger wird, wenn man ein höheres einkommen hat. in manchen dingen hat man es wirklich einfacher „am unteren ende“

      • Eni sagt:

        @ tina

        Sehr zynisch. Nein, es ist nicht einfach, wenn man am „unterem Ende“ existiert und ende Jahr noch Hausrat/Privathaftpfiche und die Nebenkostenabrechnung ins Haus flattert. Dazu wachsten die Kinder noch ständig und brauchen neue Schuhe und Kleider. Es gibt nämlich auch in der Schweiz tatsächlich noch Menschen, die andere Sorgen haben, als darüber zu grübeln ob man sich nun einen Audi, BMW oder einen Merz kaufen sollte und ob man lieber in die USA fliegt oder nach Australien für Ferien.

  • Renata Rubina Rolischo sagt:

    Dass man flexibel sein, auf Bedürfnisse/Fähigkeiten des eigenen Nachwuchses angepasste Modelle wählen kann, ist logisch. Selbstverständlich sollen die Kinder auch Fehler machen dürfen. Das ist bei beiden Ansätzen möglich.

    Man bekommt den Eindruck, dass der Beitrag zum Jugendlohn mit voller Absicht FALSCH verstanden, ausgelegt wird, nur um zu widersprechen. Es ist eine simple „Zerpflück-Übung“, welche die Zerpflückerin auch nicht ins beste Licht stellt.

    Zum Vorwand, Eltern mit (finanz.) Problemen könnten überfordert sein:
    Je nach Monat können sie dann das Sackgeld nicht leisten. Auch toll…

  • Nikki sagt:

    Zum Glück sind meine Kinder aber gute Sparer, und haben noch den grössten Teil von ihren Geldgeschenken auf dem Konto.
    Wöchentliche „Shoppingtouren“ gäbe es nie bei uns.
    Die Verschuldung der Jungen ist wohl kaum einzig und allein das Resultat von „nicht mit dem Geld umgehen lernen“ sondern vielmehr ein „ich kann auf nichts verzichten“ Problem.Überall wird den Jugendlichen gezeigt, was sie alles haben könnten. Als Eltern sollte man die Kinder besser lehren, auch mal auf etwas zu verzichten, statt immer das noch bessere und grössere als der andere zu haben.

  • Nikki sagt:

    Ich verstehe die ganze Diskussion um das Geld nicht. Meine Kinder erhalten kein Sackgeld und sicher auch nie Jugendlohn. Trotzdem dürfen/können sie nicht die offene Hand hinhalten wenn sie etwas haben wollen. Dafür reicht unser Geld schlichtweg nicht. (Wir erhalten ergänzend Sozialhilfe)
    Das einzige Geld was meine Kinder haben, ist dasjenige welches sie zum Geburtstag oder zu Weihnachten von Gotte/Götti, Grosi etc. erhalten. Mit dem müssen sie dann Sachen bezahlen, die es von mir nicht gibt. Z.b extra Games (die Buben) oder zusätzliche Kleider (meine Tochter).

    • Eni sagt:

      Finde auch, dass dieses Thema nur auf gut verdienende Eltern ausgerichtet ist. Auch ich muss das Geld gut einteilen, bin aber seit 3.5 Jahren aus der ergänzenden Sozialhilfe raus, was die Situation nicht immer besser macht.

  • 13 sagt:

    Es gibt ja auch Zwischenlösungen. Wir bekamen bis 14 klassisches Taschengeld zur freien Verfügung. Ab da gab es mehr, wobei man dann davon Kleider (mit Ausnahme Jacken und Schuhe), Busabi und Mittagessen in der Schule finanzieren musste. Da spazierte mein Vater mit uns zur Bank und eröffnete mehrere Konten, so dass diese Beträge klar getrennt sind. Wir durften dann frei verfügen, aber es war klar. nimmt man für etwas mehr, fehlt es an anderem Ort. Für Einzahlungen ins Sparkonto gab es noch ein kleines Extra, was natürlich motivierte und ich konnte mir irgendwann den Führerschein damit leisten.

    • 13 sagt:

      \2 Für Sonderwünsche verzichtete ich im Sommer aufs Busabi und fuhr Velo. Da lagen auch zusätzliche Sachen drin, Fixe Ausgaben wie Krankenkasse, etc. sowie jährliche Ausgaben wurden bis zum Auszug von meinem Vater übernommen. Mit langer Ausbildung verdient man eben spät eigenes Geld.

      Ich würde es mit meinen Kindern auch so machen. Da gibt es ein Gefühl für Geld, motiviert zum sparen und man lernt die Einteilung. Aber es findet keine Überforderung statt.

  • Georg sagt:

    „Jugendlohn“ ist ein so dummes Wort wie „erziehungsberechtigt“.

    • Somara sagt:

      Find ich auch. Lohn bekommt man für Arbeit und nicht einfach nur fürs Dasein – ich finde das Wort sogar schädlich, da es impliziert, man bekäme fürs Nichtstun auch noch Geld.
      Im Prinzip ist es eine Art „Fürsorgezahlung durch die Eltern“.

  • Rebecca sagt:

    Auch ich bekam vor 30 Jahren einen grosszügigen Jugendlohn. Genau abgemacht, was davon zu bezahlen ist. Probleme gab es nie – hätte ich keine Geld mehr gehabt, um mir das Zugabo in die Schule zu bezahlen, hätten mir wohl meine Eltern etwas vorgestreckt, das mit dem nächsten Jugendlohn wieder zurückbezahlt hätte werden müssen. Ist aber nie passiert. Hatte bis heute noch nie Schulden, noch nie einen Kredit aufgenommen (ausser Hypothek), noch nie etwas geleast. Ich denke ich habe eine sehr gute Einstellung zum Haushalten mit Geld. Ich werde meinem Sohn ab Oberstufe auch einen Jugendlohn zahlen.

    • Eni sagt:

      Wie grosszügig war denn dieser Jugendlohn? Kann mir vorstellen, dass in einer gut verdienenden Familie dieser Recht üppig ausfallen kann. Was aber, wenn wenn man sich nur gerade so über die Runden kommt. Was wäre denn heute angemesssen als Jugendlohn für Kleider, Schuhe, Kino, Schlittschuhlaufen, Toilettenartikel?

  • Sandra Brunner sagt:

    Das Bild oben zeigt holländische Jugendliche, mit Taschen aus dem Supermarkt Albert Heijn (etwa wie Coop in der Schweiz) und daher höchstens „shop till you drop“ von Esswaren….?

  • Irene feldmann sagt:

    Kinder SOLLTEN lernen mit Geld umzugehen. Wie alles andere im Leben auch. Je natürlicher und bewusster umso klarer wird dann auch das Verständniss und schlussendlich hilft dann auch in der späteren Berufswahl….

  • tina sagt:

    es wird manchmal so dargestellt, dass jugendliche ohne jugendlohn quasi alles erbetteln müssen. meine kinder gaben ihr taschengeld kaum aus, sie haben sehr viel gespart. obwohl ich ihnen nie schleckzeug gekauft habe. süsses gibt es schon, aber kein schleckzeug, eher backe ich selber kuchen, mache schoggicreme selber und glace. ich wollte ein monatstaschengeld einführen, aber meine kinder wollen das nicht. sie sagen, sie beweisen ja dass sie sparen können. inzwischen geben sie auch mal geld aus, aber durchdacht, so dass auch grössere ausgaben gut drinliegen. sie betteln mich nie an

  • Bernhard sagt:

    Wenn den Kindern „jugendlohn“ bezahlt wird, fängt einfach schon viel früher die leidige Diskussion an: „Geht die aktuelle Ausgabe nun aufs Familienbudget oder muss es das Kind selber bezahlen?“. Nehmen wir an, die Familie geht gemeinsam einkaufen. Welche Artikel, die in den Wagen gelegt werden, gehen auf welches Konto? „Normales Essen“ auf Familie, „Extrawünsche“ aufs Kind? Das ist doch absurd! Wir sind eine Familie. Alles gehört allen. Wenn das Geld mal nicht mehr reicht, müssen auch alle verzichten. Beim Jugendlohn hätte das Kind dann noch Geld, während die Eltern klamm sind…

    • Reto B. sagt:

      Tja, wenn Sohnemann und Töchterchen besser sparen können als Mami und Papi, dann kommt es so, ja. Ist aber auch beim Taschengeld so…

      • Reto B. sagt:

        Nun, ich muss noch dazu sagen, dass es wirklich auch Fälle gibt, die unverschuldet klamm sind. Diese bitte ich, sich bei meinem vorigen Post nicht angesprochen zu fühlen.

      • Eni sagt:

        Danke Reto. Fühlte mich nämlich eben sehr betroffen. Auch ich muss mit dem Geld sehr haushalten.

  • silvia.h. sagt:

    Ich teile den Blog überhaupt nicht. Meine Eltern haben den „Lohn“ für uns Kinder vor 25 Jahren (!) eingeführt und ich bin ihnen unglaublich dankbar. Es wurde festgelegt, was wir selber bezahlen mussten und dann lernten wir haushalten mit dem, was wir hatten. Fand ich toll und im Gegensatz zu vielen Freunden und Kollegen haben meine Geschwister und ich früh gelernt, dass Geld auch mal zur Neige gehen kann.
    Alle jammern über hoch-verschuldete junge Erwachsene – das ist nun eine Möglichkeit, dies zu verhindern. Ich kann es echt nur empfehlen, werde ich auch so machen mit unseren Kindern.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @silvia.h.
      das funktioniert genauso gut mit Taschengeld,
      Taschengeld bedeutet nämlich nicht dass es nicht an bestimmte Voraussetzungen gebunden ist und bei Ebbe einfach erfolgreich um Nachschub gebettelt werden kann.
      Würden Sie den Hintergrund hoch verschuldeter junger Erwachsener ansehen, wüssten Sie, dass das Problem mehr am nachliefern liegt- egal ob der Posten nun „Taschengeld“ oder „Jugendlohn“ heisst, und diese Menschen nicht gelehrt bekamen, mit dem zufrieden zu sein was man hat oder sich erarbeiten kann!

  • Manuela sagt:

    Ich hab ab 12 das Kindergeld bekommen, dass der Staat zahlt. Davon musste ich alles ausser das Essen zu Hause bezahlen, auch Ferien, schulaustausch etc. Das hat gut geklappt und so werd ich bei meinen Kindern auch machen. Ab 14 hab ich dann am Wochende gejobbt um mir Sprachaufenthalte und so leisten zu können. Hat auch nicht geschadet. Für Hausarbeit hab ich kein Geld bekommen. Ich fand diese Regelung fair und gut.

    • tina sagt:

      ich glaube kaum, dsss du auch zimmermiete, krankenkasse und arztselbstbehalt, steuern, und anteil an familienferien aus dem kindergeld bezahlt hast. und selbst wenn, halte ich das nicht für sinnvoll. sinnvoll finde ich allerdings dass man das eigene budget mit den kindern anschaut. wohin gehen die tausenden von monatslohn? welcher anteil davon muss man zurückstellen für während dem jahr anfallende kosten usw

  • Brunhild Steiner sagt:

    Wir haben beschlossen uns von Experten und Ratgebern nicht mehr verrückt machen zu lassen!
    Wissensvermittlung/erweiterung/ideen-anregungen begrüssen wir
    messen es aber immer an unseren Wertvorstellungen, und besonders auch daran,
    ob es für das jeweilige Kind passend ist.

    Solange es ihnen körperlich bis seelisch gut geht,
    wir und die direktbetroffenen Mitmenschen mit unsren Kindern glücklich sind und keinen Grund zu Klagen haben,
    werden wir wohl einigermassen auf dem richtigen Weg sein.
    Auch ohne Jugendlohn…

  • tina sagt:

    wenn man von zuhause auszieht und plötzlich alles selber zahlen muss, dann hat man eine handfeste posten. wohnungsmiete usw. aber ein 12jähriger oder auch ein 15jähriger hat so unregelmässige posten als pflichten. sportkurs: auf die seite legen, um das einmal jährlich zu zahlen ist sehr viel umsicht verlangt. ich glaube einfach dass man das leichter lernt wenn es dann auch nötig ist. das muss man nicht jahrelang üben. und was ist, wenn er dann den sportkurs nicht zahlen kann, weil er nichts zur seite gelegt hat? dann hätten wir ja doch wieder das hohle hand prinzip.

    • Reto B. sagt:

      Ich habe Sportkurs und Skiabo eigentlich gute Beispiele gefunden… Wenns nicht reicht, dann kann man sich zusammensetzen und Abmachungen treffen. Zum beispiel: Skiabo trotzdem bezahlen, dafür muss das Kind jeden Abend das Geschirr spülen während der Ferien, und/oder es muss einen Kredit bei den Eltern aufnehmen und dann abstottern. Aber ich bin der Meinung, dass man schon eher Sackgeld, als Lohn ausbezahlen soll. Man kann ja den theoretischen „Lohn“ berechnen, und dann Abzüge für Kost, Logis etc. Rest = Sackgeld, wieviel es ist und was damit gekauft werden soll ist Verhandlungssache.

      • tina sagt:

        ich als teenie hätte dann eben auf das skiabo verzichtet und hartnäckige oberätzende diskussionen über meinen lebensmittelkonsum geführt…..ich halte das nicht für anstrebenswert. mir als mutter ist da wichtiger, dass meine kinder ihre sportkurse weitermachen. mir sind übungsfelder für umgang mit geld sehr wichtig, aber ich kann das anders besser (finde ich) als mit jugendlohn, so wie er propagiert wird

      • Reto B. sagt:

        Nun, schlussendlich ist es jedem selber überlassen, was das Kind / der Jugendliche selber berappen muss. Ich würde zum Beispiel essen nicht reinnehmen, da ich nicht will, dass er hungert/sich ungesund ernährt, um ein cooles Gadget zu kaufen. Aber dass vom eigenen Geld nicht nur Luxus, sondern auch tägliche Gebrauchsgegenstände gekauft werden sollen, finde ich eine gute Lehre. Man nehme am besten solche, die dem Kind auch wichtig sind (zum Beispiel Kleider oder so).

      • tina sagt:

        ich sehe, wir sind uns recht einig reto, vielen dank für die vielen feedbacks. leider haben meine kinder kein grosses interesse an kleidern oder anderen ähm praktischen gegenständen. sie würden auch auf velos verzichten, möbel. ihnen wäre total egal nur ein paar kaputte schuhe zu haben. praktische dinge sind mir wichtiger als ihnen. ansonsten finde ich nämlich die variante mit den praktsichen dingen gut.

  • Lucie Boillat sagt:

    Ein treffender Kommentar!
    Ich teile die Meinung der Schreiberin und habe nichts hinzuzufügen!

  • Hollandinfo sagt:

    Das gewählte Bild passt nur bedingt zumThema: „ah“ ist die Abkürzung des holländischen Supermarktes „Albert Hijn“. Die Jugendlichen waren also in einsm Migros-ähnlichen Geschäft.

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