Miini Chnöpf schwätzed Schwiizerdütsch

Kinder sprechen so wie ihr Umfeld: Ein Mädchen mit Bäbi (oder doch Puppe?) in einer Berner Kindertagesstätte. (Foto: Keystone/Alessandro della Valle)

Ich gebs zu, ich war schon ziemlich stolz, dass meine Tochter so früh so gut sprechen konnte: Sie machte bereits ganze Sätze, während Gleichaltrige noch mitten in der Subjekt-Infinitiv-Phase feststeckten, und sprach dabei überraschend fehlerfrei. Doch dann kam mein kleines Mädchen eines Tages nach Hause und sagte voller Überzeugung, sie wolle das Spielzeug «zuerscht ha». Ich dachte anfangs, ich hätte mich verhört, aber nein, das «zuerscht» tauchte immer wieder auf. Also korrigierte ich sie, doch ich bekam als Antwort nur ein trotziges «Aber d’Navi seits au so!» zu hören.

Navi, die Heldin meiner Tochter, ist nicht etwa ein Gspänli, sondern eine Kita-Betreuerin. Einfach zu sagen, sie wisse eben nicht, wie das richtig heisse, war also keine Option. Schliesslich wollte ich die junge Frau, die ihren Job grossartig und mit viel Herzblut macht, nicht diskreditieren. Also unternahmen wir stattdessen einen Ausflug in die Sprachenvielfalt und ich erklärte meiner Tochter, dass wir zu Hause Schweizerdeutsch sprechen und es in unserer Sprache «zerscht» heisst, «zuerscht» hingegen sei Hochdeutsch – naja, beinahe wenigstens.

Nach einigen Wiederholungen sind die Ausführungen bei ihr angekommen und mittlerweile rutscht ihr nur noch selten die hässliche, deutsch-helvetische Mischform heraus. Doch die Sprachdiskussionen sind damit keineswegs beendet. Denn seit Neustem schleppt unsere Kleine einen Germanismus nach dem anderen nach Hause: Das Bäbi heisst plötzlich Puppe, die Stäge Treppe, das Bisi Pipi, das Zämesetzli Puzzle. Mal hat sie das deutsche Wort in der Kita aufgeschnappt, ein anderes Mal bei ihrer besten Freundin, die Englisch und Deutsch als Muttersprache hat.

Seither ist es bei uns zum Automatismus geworden, unserer Tochter in Erinnerung zu rufen, dass es für all diese Dinge wunderschöne schweizerdeutsche Wörter gibt. Und dass sie bitte ihrer Muttersprache treu bleiben und diese verwenden soll. Gleichzeitig gab es Momente, in denen ich mich gefragt habe, ob wir da nicht zu einem aussichtslosen Kampf angetreten sind. Denn die Sache wird ja mit der Zeit nicht einfacher, im Gegenteil: Je älter sie wird, desto grösser wird der ausserhäusliche Einfluss auf unser Mädchen werden – sei das nun in Sachen Kleidung, Hobby oder eben Sprache. Und je stärker wir uns zu einer Multikulti-Gesellschaft wandeln – was ich im Übrigen spannend und positiv finde – desto häufiger werden sich auch fremde Begriffe in den Alltagswortschatz unserer Kinder einschleichen.

Natürlich haben die Jugendlichen schon früher Worte aus anderen Sprachen importiert, um sich besonders hip zu fühlen oder sich von den Erwachsenen abzugrenzen. Bei uns war damals Englisch schwer angesagt, und ich muss zugeben, das Wörtchen «cool» hat in meinem Wortschatz überlebt, obwohl ich mir heute manchmal etwas blöd vorkomme, wenn es mir rausrutscht. Dass aber Teenager fast eins zu eins die Sprache einer Ausländergruppe übernehmen, wie das vor einigen Jahren mit dem «Balkan-Slang» passiert ist, das gab es so zuvor meines Wissens noch nicht.

Die Gründe für die immense Ausbreitung des «Jugo-Deutschs» waren vielfältig, einer war aber bestimmt die grosse Zahl an Einwanderern aus Ex-Jugoslawien. Durchaus denkbar also, dass unsere Kinder analog dazu in den nächsten Jahren immer mehr Begriffe aus dem Hochdeutschen entlehnen werden, erleben wir zurzeit bekanntlich eine deutsche Immigrationswelle. Und je mehr die erwachsenen Schweizer sich an der deutschen Ausdrucksweise stören, desto spannender wird diese für die Jugendlichen. Es ist ja auch zu verlockend, wenn man den Alten schon mit ein paar simplen Sätzen ein schockiertes Kopfschütteln entlocken kann.

Bei meiner erst dreijährigen Tochter liegt der Fall natürlich noch etwas anders. Sie will sich mit den Germanismen nicht von uns Eltern abgrenzen, sondern ganz im Gegenteil bei anderen Menschen, zu denen sie auch aufschaut, dazugehören. In der Kita mag sie das Bäbi also Puppe nennen, zu Hause werden wir die deutschen Begriffe weiterhin korrigieren – beziehungsweise sie darauf hinweisen, dass es in Mundart anders heisst.

Mir ist bewusst, dass die Sprache einem steten Wandel unterliegt und meine Kinder eines Tages anders reden werden, als ich es tue. Dagegen will ich mich gar nicht wehren. Aber solange sie noch so klein sind und relativ unbedarft ihrem Umfeld nachplappern, bin ich nicht bereit, meinen Dialektwortschatz widerstandslos aufzugeben, sondern werde weiterhin dafür kämpfen, wenigstens ein paar verbale Schmuckstücke vererben zu können. Es wäre es doch auch jammerschade, so hübsche regionale Ausdrücke wie «gireizle» oder «ritiseile» einfach durch ein im ganzen deutschen Sprachraum geltendes «schaukle» zu ersetzen.

342 Kommentare zu «Miini Chnöpf schwätzed Schwiizerdütsch»

  • Bitta sagt:

    who cares – mein Sohn meint seit kurzem auch, dass alles „so lange dauert“, reinstes Hochdeutsch, und wieso sollte mich das stören, wo er spätestens im Kindergarten dazu gezwungen wird? Die Kids können sehr wohl unterscheiden, was in der Krippe und was zu Hause gesprochen wird, sie wählen einfach das Wort, das ihnen besser gefällt.

  • Heinz Sommer sagt:

    Keine Ahnung was die Blog-Schreiberin hat. Evtl. sind da persönliche Probleme mit deutschen Staatsbürgern vorhanden!? Die aufgezählten Wörter (Puppe, Treppe, Pipi, Puzzle) wurden schon bei mir im Kindergarten gebraucht – und das ist jetzt auch schon fast 30 Jahre her. Einmal mehr viel Polemik um nichts. Übrigens ist KITA (Kindertagesstätte) auch aus dem deutschen Sprachgebrauch, auf Schweizerdeutsch wäre es eine Krippe. Also wenn schon die Kinder korrigieren, dann bitte auch konsequent.

  • marc de bâle sagt:

    Nein. Das ist der ganz normale Medienwahnsinn, mit dem wir jeden Tag konfrontiert werden. Nach dem Bericht über die Sahelzone flimmert in der Werbung eine Werbung für Chanel No. 5 über den Bildschirm. Nur ein Beispiel. Oder ein Mutti hat gerade die Vorteile von VanishOxiAction für sich entdeckt. Damit muss man leben. Oder der TV-Aschluss ist plombiert.

  • dres sagt:

    Der Gipfel dieser Diskussion: Rechts von diesem Blog hats Mc Donald’s Werbung mit Alain Sutter – Sprachverfall pur… 😉 Ob das Zufall ist? 😉

  • fiona sagt:

    Als Einwanderin , lerne ich Deutsch ( keine Sonntag Spaziergang!) . ich fuhl mich extreme demotiviert aber, zu hören dass eigentlich Schweizer lieber kein Deutsch reden, besser Englisch, wenn man kein Mundart kann. Ernsthaft, spricht man lieber mit mich auf Englisch oder Deutsch, wenn natürlich mein Englisch ist besser als mein Deutsch aber auch als sein Englisch?

  • Dominique Perrier sagt:

    Kein Problem mit Dialekt, spreche selbst auch welchen (nicht Schweizerdeutsch). Was ein Kind dann so sprechen wird, ist mir recht egal, vielleicht „Oltener Bahnhofsbüffet“. Es reicht ja schon, dass es von einem Dialektnazi in der Schule nicht verprügelt wird, weil es sich angeblich nicht integriert. Besser also sich anpassen. – Aber am wichtigsten ist, dass unsere Kinder zusätzlich sauberstes Hochdeutsch und Hochfranzösisch beherrschen, damit sie später auch außerhalb einer $VPierten Schweiz eine Chance haben. Kultur ist, zwei sich widerstrebende Gedanken auf einmal ertragen zu können.

    • Mike sagt:

      Dialekt? Kein Schweizerdeutsch? Was? Wie? Gibt’s nicht. Nur die Schweiz hat Dialekte, darum sind sie auch ein so eminent wichtiges Kulturgut, das es notfalls auch zu verteidigen gilt, wenn wir dazu alle zu funktionellen Analphabeten werden, die ihre eigene Schriftsprache nicht beherrschen.

  • daniele di marco sagt:

    Ach, lasst doch biite meinen letzten Beitrag offline und in den Papierkorb damit. Hat einen Schreibfehler drin. Heisst oestereichisch und nicht oesterreichisch. Die Buchstaben sond so klein, dass ich vieles übersehe. Und aussedem kein Beitrag zum Thema. Danke Redaktion.

  • maia sagt:

    Kita-Betreuerin kommt ganz sicher auch nicht aus unserem Dialekt. Dieses schreckliche Wort (Kindertagestätte) wurde aus dem Deutschen importiert. Bleiben Sie doch bei Ihrem (und auch meinem) gliebten Dialekt und da geht ihr Kind schlicht und einfach in die Krippe und später in den Hort.

  • Mike sagt:

    Und früher gab’s zu Hunderttausenden Kinder, deren Eltern zu Hause einen anderen Dialekt redeten als ihre Mitschüler und Lehrer, und darüber hat auch keiner ganze Blogs verfasst. Die Kids konnten dann halt einfach zwei Dialekte und fertig. Ich selber hab damals Hochdeutsch einfach vom TV gelernt und konnte auch problemlos beides. Ein Thema ist das nur, wenn man, wie es momentan dem Zeitgeist entspricht, ständig so tun will, als wäre Hochdeutsch eine Fremdsprache und das helvetische Kulturgut am Aussterben. SVP ahoi.

  • gabi sagt:

    Apropos Kindzgi und Muster der Identifikation für Kleinkinder:

    Hab heute in der U-Bahn festgestellt, dass offenbar doch schon öfters mal männliche Kindergärtner (also Aufsichtspersonen – die Kleinen gibt´s ja sowieso in allen Varianten) anzutreffen sind: Da war gleich eine ganze Kindergartengruppe; so um die 20 Kleine. Dazu eine Kindergärtnerin, so um die 22-27 geschätzt. Und zwei männliche (jahaa!) Kindergärtner gleichen Alters… Beide kurzgeschorenes Haupt und Vollbärte, die bis zur Brust wuchterten. – Ach so: Kindergärtnerin natürlich züchtig mit strengem Kopftuch.

    Is1amischer Kinzgi.

    • Marco Casutt sagt:

      Schreiben Sie aus der Schweiz? Mir ist gerade mal Lausanne als Stadt mit U-Bahn bekannt.

      Bezüglich muslimischen „Kindergärtnern“: Die meisten dürften christlich sein. Selbstverständlich ist beides in Bezug auf die Indoktrinierung (die beliebteste Beschäftigung der Theisten) der Kinder mindestens fragwürdig. Jedoch ist mir unklar, wieso Bärtigen so viel schlimmer sein sollte, ist der Hauptunterschied der abrahmitischen Religionen doch bloss die Bezeichnung des „Allmächtigen“.

      • gabi sagt:

        Bestimmt hätte ich auch meine Liebe mit Nonnen in Ninja-Gewand oder christlichen Mönchsorden. Nähme dann allerdings an, dass sie nicht staatlich gefördert würden (was im Falle islamischer Kindergärten hier tatsächlich so ist).

        Würden sie mit jungen Männern und Frauen mit muslimischem Hintergrund rumspazieren, hätte ich ebensowenig Mühe, wie mit den muslimischen Mamis und Papis in unseren Kindergarten, die KEIN Kopftuch tragen und ich – voll und ganz – als Teil derselben Gesellschaft erlebe, in der auch ich als Secondo angekommern bin.

        Seh ich kleine Kinder allerdings mit jungen Männern rum

      • gabi sagt:

        laufen, die offenbar exakt die gleiche Haarpracht zu tragen glauben müssen (beide!), wie die Anhänger eines Konvertiten Vogels; einer Tracht, die vor allem darauf hinweist, dass die Hauptbotschaft zu sein hat, dass der Izlam auch über jeder weltlichen Macht steht… Dann schrillt bei mir was.

        Nein: Find ich gar nicht gut.

      • gabi sagt:

        Sollte ganz oben „meine liebe Mühe“ heissen.

        Und ich fänd´s übrigens auch nicht gut, wenn die Kindergärtner durch ihr Outfit deutlich als Hare-Krishna-Anhänger zu identifizieren wären.

        Die gesellschaftspolitische Debatte zum Thema „was wollen wir als „Religion“ anerkennen, ist überfällig!“

        Das Anzahl Anhänger/Fliegenprinzip reicht für mich nicht mehr…

      • Marco Casutt sagt:

        „was im Falle islamischer Kindergärten hier tatsächlich so ist“

        Krass, sowas hätte ich jetzt bloss in einem Gottesstaat erwartet. Ja, da wär ich auch dagegen.

  • daniele di marco sagt:

    https://www.youtube.com/watch?v=UAlanQGYXbc Wenns nicht klappt: youtubesucher: z’nüni näh (Stiller Has)

  • daniele di marco sagt:

    Der ist gut. Ein anderer: Burckhardt (ckdt) geht nach Schottland. In einem Pub kommt ein Schotte auf ihn zu reicht ihm die Hand und sagt „McKenzie“. Burckhardt antwortet „I waiss, I waiss“. (Typ:McKenzie laut lesen)

  • Olivia Moone sagt:

    Die Sprache ist etwas Lebendiges. Das Schweizerdeutsche in dieser Form bewahren zu wollen verwandelt die Sprache in ein museales Relikt. Nur indem sich die Sprache weiterentwickelt, kann sie überleben. Ansonsten gehört sie ins Museum. Ich verstehe jedoch die Irritation. Als Terziera mit Basler Dialekt als Muttersprache überrascht es mich immer wieder dass keine Verkäuferin mehr das Wort „Gugge“ für einen Sack / Tüte / Beutel kennt. Deshalb sage ich jedesmal Gugge und wenn die Verkäuferin mich verdutzt anschaut, denke ich mir, dass diese sicher meint, ICH könne kein Baseldytsch! 😉

    • Hotel Papa sagt:

      Verkäuferin zur Oma an der Kasse: „Wänn si ei gugge drzue?“ Omi: „Nai, so frieh am moorge schmeggt mr die nit.“

    • Hotel Papa sagt:

      Dass sich Sprache weiterentwickelt ist schon klar. Varianten,die auf klarem Unvermögen basieren, wie „zuerscht“ muss man aber wirklich nicht unterstützen.
      Schön finde ich, wenn Leute wie der Urheber des bekannten „‚S bescht wos je hets gits!“ mit den verschiedenen Formen spielen können. Daraus kann neues wachsen.

    • Stefan Studer sagt:

      Ich sehe nirgends im Blog-Artikel die Forderung oder den Anspruch das Schweizerdeutsche museal einzufrieren. Es geht allein darum, dass kleine Kinder Vorbilder brauchen, um eine Sprache korrekt zu erlernen. Wenn niemand Ihnen beibringt wie etwas korrekt heisst, können Sie ihre eigene Muttersprache nie richtig beherrschen. Von Franz Hohler ist doch die Geschichte über einen Mann, der aus Spass allen Dingen andere Namen gegeben hat. Am Schluss dieser tragischen Geschichte verstand niemand mehr, was der Mann seinen Mitmenschen sagen wollte.

  • AnJa sagt:

    Dieser Bericht hat Kopfschütteln bei mir ausgelöst. Als Mutter von zwei Kindern, die mit drei Sprachen aufwachsen kann ich die „Ängste“ von Frau Kuster nicht nachvollziehen. Meine Töchter sind 3 und 7 Jahre alt, sprechen Hochdeutsch mit mir, English mit ihrem Vater und Schweizerdeutsch in der Krippe. Ich möchte hinzufügen, das ich sehr gut Schweizerdeutsch spreche also keine hässliche, deutsch-helvetische MIschform. Als meine erste Tochter zur Welt kam war es für mich klar, das sie so aufwachsen soll wie ich. Ich sehe die Mehrsprachigkeit in der Schweiz als Chance, Korrektur bringt nichts!

    • Dominique Perrier sagt:

      So ein Quatsch. 61% des Alemannischen werden ausserhalb der Schweiz gesprochen, v.a. in Baden-Württemberg und im Elsass Und Schweizerdeutsch als solches gibt es nicht. Vielleicht vier Sorten Berndeutsch, Sensedeutsch, Berner Oberländer Dialekt usw.

  • Rolf Schumacher sagt:

    Katharina. Ich spreche seit 40 Jahren den Bärnerdialekt, Franz Hohler noch länger. Hohler wuchs am Jurasüdfuss auf, ich am Alpennordkamm. Viele Wörter im Totemüggerli sind erfunden, gut erfunden, existieren aber in der Alltagssprache nicht. Scheinbar haben das einige Berner nicht begriffen und einfach Totenmüggerli-Hohler Erfindungen in die Alltagssprache eingewoben. So brauchen wir heute Pseudeoberndeutschwörter, welche unsere 100%ge Bernerurgrossväter nicht verstanden hätten. Liebe Katharina, ds Totemüggerli ist Fantasiesprache, Balkandeutsch aber reale Sprache wie Bronxenglisch auch.

  • Katharina sagt:

    …aber eben…. so sehr ich meine Heimat, die Schweiz, manchmal hasse, und ich weiss, dass Ihr das spürt, so sehr liebe ich sie. Ich habe weiter gesucht nach guten Beispielen der Schweizer Kunst im Dialekt. Es schmerzt mich das zu tun. Ich habe nun einen Weinkrampf und lasse das ganze deshalb so stehen wie es ist. Es hat mich einfach ‚erwadelt‘. Exile ain’t such a fancy thing sometimes.

    • Muttis Liebling sagt:

      Zu Deiner Rührung, Katharina, passen die drei mir jüngst genannten kürzesten Bücher der Weltliteratur:
      1. Das grosse Kochbuch der Sahelzone
      2. Die Geschichte der nordamerikanischen Nationalkultur
      und
      3. Schweizer Heldensagen.
      Aus dem Blickwinkel USA kann man sogar in der Schweiz Spuren einer eigenen Kultur und Sprache erkennen.

      • gabi sagt:

        🙂

        Der war aber ein Bisschen gemein, ML!

        Zu den Spuren einer eignen Kultur und Sprache… Ich find schon. Übrigens schon nur eine gewisse Kultur des Umgangs und des Grundrespekts (hallo; Katharina – machen Sie ruhig mal auf patriotischer!), der Zuverlässigkeit.

        Ein überhaupt nicht zu unterschätzender Teil einer Umgangskultur, die – eben – durchaus eigen ist, wenn ich im Ausland zu vergleichen vermag.

        Und sehr passend zu meinem Eindruck, dass die Schweiz eben tatsächlich eine Willensnation ist. La France c´est une idee? – Na aber die Schweiz dann erst recht.

    • pixel sagt:

      Ich finde diese Offenbarung sehr menschlich und gross. Intuitiv möchte man hier umarmen und trösten.

      Fand ich schön, Katharina.

      • alien sagt:

        Ja. Dass es so ist, erstaunt mich nicht, ehrlich gesagt, sonst würde Katharina schon lang nicht mehr hier posten, so, wie sie immer zusammengestaucht wird.

    • Fistik sagt:

      Katharina…um ihren Weinkrampf zu lösen, singe ich ihnen den Anfang eines ergreifenden Schweizer Liedes : Ga ig zum Müeti über`s Land, de chunnts mir immer z`Sinn…das Guggerzytli a där Wand…wo`s het im Stübli drin….refrain: Kuckkuk…..kuckkuk…holodi holi holi hoo…….kuckkuk…kuckkuk…holodi duli holi hoo .. 😉

  • Katharina sagt:

    Und hier ein Luzernisches Mümpfeli. auch das nicht übersetzbar und genial, was Befindlichkeiten betrifft:

    http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/sinerzyt/64841.sh10198662.html

    (auf ganze Sendung hören klicken)

  • Katharina sagt:

    Hier wird das Bernische in unnachahmlicher Weise gefeiert. Ein Kunstwerk, das in keiner anderen Sprache und keinem anderen Dialekt so machbar wäre:

    http://www.youtube.com/watch?v=bESS6fhJ03s

    • Katharina sagt:

      Dazu der Text:

      S’Totemögerli
      Es bärndütsches Gschichtli

      Gäuit, wemer da grad eso schön binanger sitze, hani däicht,
      chönntech vilicht es bärndütsches Gschichtli verzelle.
      Es isch zwar es bsungers uganteligs Gschichtli, wo aber no
      gar nid eso lang im Mittlere Schattegibeleggtäli passiert isch.

      Der Schöppelimunggi u der Houderebäseler si einischt schpät am
      Abe, wo scho der Schibützu durs Gochlimoos pfoderet het,
      über s Batzmättere Heigisch im Erpfetli zueglüffe u hei nang na
      gschtigelet u gschigöggelet, das me z Gotts Bäri hätt chönne meine, si sige
      nanger scheich. „Na ei so schlöözige Blotzbänggu am Fläre, u i verminggle der s
      Bätzi, dass d Oschterpföteler ghörsch zawanggle!“
      „Drby wärsch froh, hättsch en einzige nuesige Schiggeler uf
      em Lugipfupf!“ U so isch das hin u härgange wie nes Färegschäderli
      amene Milchgröözi, da seit plözlech Houderebäseler zu
      Schöppelimunggi: „Schtill! Was ziberlet dert näbem Tobelöhli z grachtige n
      uuf u aab?“ Schöppelimunggi het gschläfzet wie ne Gitzeler u hets du o gseh.
      Es Totemüggerli! U nid numen eis, nei, zwöi, drü, vier, füüf, es ganzes
      Schoossingong voll si da desumegschläberlet u hei zängpinggerlet u
      globofzgerlet u gschanghangizigerlifisionööggelet, das es eim richtig
      agschnäggelet het. Schöppelimunggi u Houderebäseler hei nang nume
      zuegmutzet u hei ganz hingerbyggelig wöllen abschöberle. Aber
      chuum hei si der Awang ytröölet, gröözet es Totemüggerli: „Heee,
      dir zweee!“ U denen ischs i d Chnöde glöötet wie bschüttigs Chrüzimääl
      dure Chätschäbertrog. Düpfelig u gnütelig si si blybe schtah wie zwöi
      gripseti Mischtschwibeli, u scho isch das Totemügerli was tschigerlisch
      was pfigerlisch binene zueche gsi. Äs het se zersch es Rüngli chyblig u
      gschiferlig aagnöttelet u het se de möög glige gfraget: „Chöit dir is hälfe, ds
      Blindeli der Schtotzgrotzen ueche z graage?“ Wo der Schöppelimunggi das
      Wort „Blindeli“ ghört het, het em fasch wölle ds Härzgätterli zum Hosegschingg
      uspföderle, aber der Houderebäseler het em zueggaschplet: „Du weisch doch,
      das men imene Totemügerli nid darf nei säge!“ U du si si halt mitgschnarpflet.
      „Sooo, dir zweee!“ het ds Totemügerli gseit, wo si zum Blindeli cho si, u die
      angere Totemügerli si ganz rüeiig daaggalzlet u hei numen ugschynig
      ychegschwärzelet. Da hei die beide gwüsst, was es Scheieli Gschlychets
      ds Gloubige choschtet u hei das Blindeli aagroupet, der eint am Schörpfu, der anger
      a de Gängeretalpli. Uuuh, isch das e botterepfloorigi Schtrüpfete gsi! Die zwee hei
      gschwouderet u ghetzpacheret, das si z näbis meh gwüsst hei, wo se der Gürchu
      zwurglet. Daa, z eis Dapf, wo si scho halber der Schtotzgrotzen uecheghaschpaaret
      si, faht sech das Blindeli afah ziirgge u bäärgglet mit schychem Schtimmli:
      „Oooh, wi buuchet mi der Glutz!“ Jetz hets aber im Schöppelimunggi böös im
      Schyssächerli gguugget. Är het das Blindeli la glootsche u isch der Schtotzgrotz
      abdotzeret, wie wenn em der Hurligwaagg mit em Flarzyse der Schtirps vermöcklet
      hätt. „Häb dure, Münggu!“ het em der Houderebäseler na naargräätschet, u de
      het er nüt meh gwüsst. Am angere Morge het ne ds Schtötzgrötzeler Eisi gfunge, chäfu
      u tunggig wien en Öiu, u es isch meh weder e Monet gange, bis er wider het chönne s
      Gräppli im Hotschmägeli bleike. Totemügerli u Blindeli het er keis meh gseh sis Läbe
      lang, aber o der Schöppelimunggi isch vo da a verschwunde gsi. S git Lüt, wo säge, dass
      sider am Schtotzgrotzen es Totemügerli meh desumeschirggelet …

      Franz Hohler

      • Katharina sagt:

        Falls jemand von Euch hier ein deutsches oder englisches transscript posten mag, wäre ich froh, denn ich verstehe das Gedicht nicht mehr ganz. es sind einfach viele Jahre vergangen seit ich dort war.

      • Hotel Papa sagt:

        Eine Übersetzung ist nicht möglich, da die Geschichte eine Glosse ist. Die Sprache ist nicht real, sondern mokiert sich über den Dialekt und seinen Reichtum an eigenen Worten. Ist vergleichbar mit Lewis Carrols Jabberwocky.
        Man müsste es nachdichten, und eben: es ist in anderer Sprache nicht möglich.

      • gabi sagt:

        Na, dann hoffen wir doch mal, das Heimweh wäre zumindest echt.

        😉

      • alien sagt:

        Nicht schlecht für einen Aargauer, gell….

        Das Teil ist der absolute Klassiker.

      • Beni sagt:

        Hohler kommt aus Olten, das liegt in SO. Auch von Geografie keine Ahnung, pffff!

      • gabi sagt:

        Ich bin prinzipiell dagegen, den Hohler in eine Region zu schubladisieren…

        🙂

  • Nina sagt:

    Jaja. Die Schweiz besteht ja nur aus Deutschschweizern. Und unser einziges Problem die Deutschen. So die Dialektfundamentalisten. Ich hab sowohl in der Deutschschweiz in verschiedenen Kantonen von Ost bis West gelebt, als auch im Welschland und im Tessin. Und verbringe jedes Jahr Ferien im Engadin. Wer auf das Nutzen einer Standardsprache verzichtet, grenzt die anderen schlicht aus, denn sorry, die Idee, dass Fremde (das können übrigens auch Schweizer sein) einfach immer den lokalen Dialekt in Windeseile lernen sollen und können, ist schlicht utopisch.

    • Nina sagt:

      Wenn’s ja bei der Mehrheit der Schweizer schon mit den offiziellen Hochsprachen nicht klappt! Man redet dann einfach Englisch untereinander (Schande!). Oder noch schlimmer: die Romanen in unserem Land sollen doch gefälligst Deutsch lernen, gell? Und zwar Schweizerdeutsch! Welch Arroganz…

      • Katharina sagt:

        Warum soll Englisch als interkulturelles Sprachmedium Schande sein? So halten es die Inder, mit 25 eigenständigen Sprachen, die weit mehr auseinander liegen als die alemannischen Dialekte und das Deutsche (über die andern Sprachen in der Schweiz weiss ich einfach zu wenig).

      • Katharina sagt:

        Warum soll Englisch als interkulturelles Sprachmedium Schande sein? So halten es die Inder, mit 25 eigenständigen Sprachen, die weit mehr auseinander liegen als die Schweizer Dialekte und anverwandte Sprachen.

  • Urs Brauchli sagt:

    Sie finden Multikulti also spannend, aber die damit zwangsläufig einhergehende Sprachvermischung versuchen Sie zu verhindern? Dann heisst «spannend» also so spannend, wie ein Zoobesuch (also nur beobachtend)? Wenn Kulturen zusammenwachsen, nimmt jede Elemente der anderen auf; das ist keine Einbahnstrasse. DAS ist spannend! Und eine Notwendigkeit. Denn nur Gesellschaften in denen alle Mitglieder dieselbe Sprache sprechen, einem das Gesagte also nicht fremd vorkommt, können auch wirklich funktionieren. Ihr Kind und dasjenige der KITA-Betreuerin werden dieser Gesellschaft angehören. Sie weniger.

  • Judith Scharfenberger sagt:

    Oder wollten Sie einfach nur mal aller Welt klar machen, was Sie von Deutschen Einwandern in der Schweiz halten? Dass Deutsche in der Schweiz nicht überall willkommen sind, ist mittlerweile allgemein bekannt. Es ist jedoch immer wieder schockierend zu sehen, dass selbst junge, gebildete Menschen keine Skrupel zeigen, derart respektlos und abschätzig über andere Menschen herzuziehen. Das zeigt jedoch nur, wie weit das Phänomen Fremdenhass in der Schweiz bereits verbreitet ist. Eine Einschränkung des Arbeitsmarktes für Einwanderer wäre nur ein weiterer Schritt in diese Richtung.

    • Martin Frey sagt:

      Sich für die eigene Sprache einzusetzen, das hat überhaupt nichts mit Fremdenhass zu tun! Wir haben doch etwas zu vererben, nicht nur abzugeben und/oder zu übernehmen. Sprache hat immer auch mit Kultur und Heimat zu tun, aber nichts mit Rechskonservativismus.

      • Carmen sagt:

        Deswegen ist es ja auch völlig in Ordnung wenn die Kinder schweizerdeutsch im Kindergarten lernen und die Sprache auch zu Hause behalten. Das eine schliesst das andere auf keiner Ebene aus. Dem Kind wird hier aber schon mit harten Mitteln klar gemacht, dass die eine Sprache einen höheren Stellenwert und ein höheres Ansehen hat als die andere. Ich kenne kein anderes Land, welches sich so verhärtet und nicht ansatzweise erkennt, dass man auch von Einwanderung und verschiedenen Kulturen profitieren kann. Wenn das Kind hochdeutsch UND schweizderdeutsch sprechen kann…was gibt es denn besseres?

    • Pedrito sagt:

      He, jetzt macht mal bisschen halblang und entspannt. Aus diesem Artikel eine Ausländerhassgeschichte basteln zu wollen, ist jetzt doch gesucht. Ich war grad in Indien, wo jedefrau und jedermann (ist das gendergerecht genug, die Damen?) neben dem „kolonial aufoktroyierten“ Englisch“ und dem weitherum gemiedenen Hochindisch „Hindi“ (=etwa wie Hochdeutsch) noch etwa drei Sprachen lernt. Oft sprechen die beiden Elternteile sogar unterschiedliche Sprachen, da ist es völlig klar und auch akzeptiert, dass jeder seinem Kind versucht den eigenen „Schnabel“ beizubringen… EASY, sag ich mal, ey!

  • Judith Scharfenberger sagt:

    Ihr Beispiel zeigt auch sehr schön, dass Kinder nicht von Geburt an fremdenfeindlich eingestellt sind sondern diese unzeitgemässe Denkweise erst durch ihre Eltern und die Gesellschaft eingetrichtert bekommen. Wobei sich mir die Frage stellt, was genau Sie mit Ihrem Blogeintrag erreichen möchten. Dass in Zukunft keine Betreuerinnen mehr eingestellt werden dürfen, die kein perfektes Schweizerdeutsch sprechen? Sprich, dass man im Bereich der Kinderbetreuung auf ausländisches Personal verzichtet, um die Zukunft des Schweizerdeutschen und der Schweizer Kultur nicht zu gefährden?

    • Michael Hegner sagt:

      Frau Scharfenberger, nehmen wir einmal an sie haben ein kleines Kind.Nehmen wir auch an,Sie würden sich für Ihr Kind wünschen, dass es schon früh verschiedene Sprachen kennenlernt und möchten es deshalb in einen englischsprachigen Hort schicken. Wählen Sie einen Hort, in dem Schweizer Betreuende mit den Kleinen schlechtes Sekundarschulenglisch reden werden?Oder bevorzugen Sie evtl. doch die native speakers?Wollen Sie, dass Ihr Kind ein korrektes und umfangreiches Englisch vermittelt bekommt, oder genügt Ihnen ein Schweizer-Englisch? Sind Sie rassistisch wenn Sie die native speakers bevorzugen?

  • Judith Scharfenberger sagt:

    Diese Beleidigung können auch die Komplimente in Bezug auf die pädagogischen Fähigkeiten der Betreuerin nicht Wett machen. Welch ein Kontrast zum Ausland, wo man stets für seine sprachlichen Bemühen gelobt wird, egal wie gut oder schlecht sie sind. Ihre Reaktion zeigt wiederum, dass es durchaus einen Grund hat, warum so viele Deutsche sich weigern, schweizerdeutsch zu sprechen. Eine Sprache lernt man nun mal nicht von einem Tag auf den anderen.

    • Hotel Papa sagt:

      Eine Kleinkindererzieherin weigert sich mit gutem Grund, Schweizerdeutsch zu radebrechen. Die Kinder stecken mitten im Spracherwerb. Die brauchen Vorbilder, die in der von ihnen gesprochenen Sprache kompetent sind. Egal ob das Schweizerdeutsch, Hochdeutsch, Französisch oder Swahili ist. Das Auseinanderdividieren, welche Sprache wohnin gehört, lernen die Kinder schnell.

      Und das hat nichts mit Fremdenhass zu tun, sondern damit, dass man den Kindern nachamenswerte Vorbilder bieten will.

    • Pixel sagt:

      Frau Scharfenberger, objektiv gesehen ist Ihre Reaktion eine Überreaktion. Vielleicht haben Sie schlechte Erfahrungen diesbezüglich od mit Schweizern allgemein gemacht. Nachvollziehbar wäre es jedenfalls, denn nicht immer sind CHer den D sehr wohlgesonnen. Aber das hier hat NICHTS damit zu tun.

  • Judith Scharfenberger sagt:

    Ich bin heute Morgen zufällig auf Ihren Artikel gestossen und war schockiert. Statt sich über die gute Beziehung zwischen Ihrem Kind und dessen Betreuerin zu freuen und dieser für ihre gute Arbeit zu danken, machen Sie sich öffentlich über die Sprachbemühungen der Betreuerin (und anderer deutscher Immigranten) lustig und beschuldigen sie, die Sprachkompetenz Ihres Kindes negativ zu beeinflussen. Zwar beteuern Sie, die kompetente Frau nicht „diskreditieren“ zu wollen. Ein paar Zeilen tiefer beschreiben Sie ihre Sprache jedoch als „hässliche deutsch-helvetische Mischform“. Fortsetzung folgt

    • Jeanette Kuster sagt:

      Spannend, dass Sie einfach voraussetzen, die Betreuerin sei Deutsche. Das ist sie nämlich nicht.
      Und ich bezeichne nur das eine Wort als hässliche Mischform, nicht ihre ganze Sprache. Grosser Unterschied.

      • Pixel sagt:

        Frau K ich bin mir fast sicher, dass niemand ansonsten schockiert war oder es irgendwie missbilligend gegenüber der Betreuerin aufgefasst hat. Eher verwundert mich, wie man darauf kommen kann. Es sei denn, man ist irgendwie sensibilisiert auf dieses Thema. Sehr sensibilisiert.

  • Papa Lol sagt:

    Viel mehr als ’störende‘ Einflüsse von anderssprachigen *Kindern*, nervt mich der Einfluss der in oft pseudo-Dialekt (aus dem hochdeutschen synchroniserten?) gehaltenen Radio&TV-Werbung wo Wortschöpfungen scheinbar legitim im Dialekt-Gwändli daher kommen, zB:

    Wiehnachtsmaa, (Früehstücks-)Cerealie, Schmutz (in Waschmittelwerbung), Schoggolade … etc

  • Remo Roth sagt:

    Liebe Jeannette Kuster. Vielleicht hilft das etwas weiter: Meine Frau war Italienerin, ich Schweizerdeutscher. Ich dachte, dass ich nun wunderbar und spontan, ohne Regeln und so, Italienisch lernen kann, indem ich einfach mit unserem Sohn immer Italienisch spreche. Doch oha lätz! Er sagte ganz bestimmt: Mit Mama Italienisch, mit dir Schweizerdeutsch! Höchstens noch Deutsch. So hat er irgendwie die beiden Sprachen unterscheiden gelernt (die eine im linken, die andere im rechten Gehirn?). Er spricht heute perfekt Deutsch und Schweizerdeutsch ohne Secondoslang, aber auch ebenso Italienisch.

  • Blitz Blank sagt:

    Verstehe nicht warum man das Kind zuhause korrigieren muss und ihm befehlen muss, wie „man“ zuhause zu sprechen hat. Man kann ja einfach sagen „OK, die in der Kita sagt so und ich sage dem so.“ Am besten lernen Kinder doch immer noch mittels Vorbilder bzw. nachahmen. Statt zu befehlen sollte man sich also lieber bemühen ein attraktives Vorbild zu sein.

  • ABCD sagt:

    Nur zur Info: «zuerscht» ist kein Hochdeutsch sondern ebenfalls ein allemannischer Dialekt.

  • daniele di marco sagt:

    Sursilvan, Sutsilvan, Surmiran, Puter und Vallader: Fünf Dialekte gesprochen von 60’000 Menschen in der Schweiz. Treffen die Sprecher/innen der einzelnen Dialekte aufeinander, haben sie wegen abweichendem Wortschatz die grösste Mühe, sich gegenseitig zu verständigen und müssen auf schweizerdeutsch wechseln. Sie weigern sich, die Kunstsprache Romantsch Grischun zu sprechen. Konsequent den Wortschatz eines Dialektes im Gespräch mit jemand der einen anderen spricht anzuwenden, würde jede Verständigung verunmöglichen. „Durchnittsmundart hilft bei der Verständigung ist aber auch Kunstsprache.

  • Hotel Papa sagt:

    Ein sprachlich normal begabtes Kind wird aber recht schnell realisieren, dass das eben Worte aus anderen Dialekten (Dialekt im Sinn von Sprachvariante mit anderem Wortschatz) sind und sie dann auch passend anwenden. So wie das zweisprachig aufwachsende Kinder auch lernen, dass das Ding mitten im Esszimmer bei Mamma „tavola“ und bei Papi „Tisch“ heisst.

  • Mamma sagt:

    Tatsache: Wozu diese Aufregung? Wir reden auch nicht mehr wie zu Gotthelfs Zeiten!
    These 1: Auch mein Grosser kommt aus dem Kindergarten mit deutschen Ausdrücken, denen er noch einen Mundartschliff verleiht. Zuhause sprechen wir Mundart, Italienisch und Griechisch. Und bisher war seine Sprachentwicklung überdurchschnittlich gut. These 2: Wäre der Balkan-Slang auf die vielen „Jugos“ zurückzuführen, hätten wir in den 60ern mehr Italo-CH-Mundart-Slang haben sollen. Aber meines Wissens hat bis aufs weitverbreitete „Ciao“ (oder „Tschou“?) dieser Slang nicht durchgesetzt..

  • Amon Scherrer sagt:

    … womit die deutschen Kinder bereits schon im Kindergarten einen Vorteil haben, im Gegensatz zu den „Jugos“.

  • Marco sagt:

    Hihihi…. lustig, wir waren auch so. Meine Frau (aus AG) und ich (aus ZH) haben uns über die vermeintlich richtigen Ausdrücke des Dialekts gezankt. Sie brachte unseren Kindern Wörter bei, die hier nicht gebräuchlich sind. Ab dem Kindergarten wars dann vorbei und ab der Schule sowieso. „Balkan Slang“ war dann zu unserem Entsetzen einfach in. Was will man sich da aufregen? Schliesslich fanden wir damals auch alles „geil“, zum Ärger unserer Eltern. Ich muss mir das immer wieder in Erinnerung rufen, denn dieses (für unsere Kinder) lästige Korrigieren machen meine Frau und ich leider heute noch.

  • Nina sagt:

    Ich finde, man muss auch noch zwischen Sprache und Dialekt unterscheiden, gell? Wir sprechen hier schliesslich Deutsch, grundsätzlich. Mir gefallen ja diese alteingesessenen Dialekte – aber leider werden sie meist zur Ausgrenzung genutzt, und hinter den Sprachverlustängsten verbergen sich Überfremdungsängste. Und mit Zwang lassen sie sich auch nicht aufrecht erhalten – Sprachen und Dialekte ändern sich und sterben aus, und irgendwann vermisst sie niemand mehr (so z.B. im Welschland). Das ist der Lauf der Zivilisation. Zwang und Sprache, das passt nicht zusammen, das läuft immer falsch.

    • Nico Meier sagt:

      Hinter einem Dialekt steckt immer ein Teil Kultur diese wird aufgegeben wenn der Dialekt ausstirbt das wäre doch schade.

      • Pixel sagt:

        Kultur ist eigentlich immer das, was sich ungezwungen aus der aktuellen Aera/Epoche ergibt. Und so hab ich auch NIna verstanden. Traditionen sind wiederum was anderes, die könnte/kann man ggf individuell pflegen. Wenn die Pflege derer jedoch nicht von der breiten Masse fortgeführt wird, werden sie auch nicht zur Kultur werden oder weiterhin Bestandteil derer sein.

    • Stefan Studer sagt:

      Die Benutzung und die Zukunft einer Sprachvariante hat immer mit Zwängen zu tun. Alle europäischen Sprachen, die wir heute als Hochsprachen kennen, erhielten Ihre dominierende Stellung durch Zwang. Der soziale Zwang die hochwertigere Sprache als der Pöbel zu sprechen, der Zwang durch den Staat in der Schule, der nur die korrekte Sprachvariante erlaubte. Der kulturelle Zwang sich mit der Wahl der Sprache einer Identität zu verpflichten. Auch die Sprachvarianten der jugendlichen Subkulturen unterliegen diesem Zwang. Rede ich nicht so wie meine Peers gehöre ich nicht zur Gruppe.

      • Pixel sagt:

        Nina spricht aber explizit vom Unterschied zwischen SPRACHE und DIALEKT. Und der Dialekt gilt als Teil der Kultur und ist mit allergrösster Bestimmtheit FREI von irgendwelchen Zwängen.

      • Stefan Studer sagt:

        Aber genau um diesen Zwang der sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bewertung einer Sprachvariante geht es ja in dieser Diskussion. Niemand kann frei wählen, was als akzeptierte Sprachvariante gilt und was „nur“ als Dialekt oder Slang gilt. Die Unterscheidung zwischen „Sprache“ und “ Dialekt“ ist bereits das Ergebnis dieses Zwanges. Und die Beispiele, dich ich aufgezählt habe, beschreiben doch gerade dieses Verhältnis zwischen „nur“ Dialekt und Hochsprache. Wenn Nina zwischen Dialekt und Hochsprache unterscheiden möchte, hat sich sich bereits diesem Zang unterworfen.

      • Mathias sagt:

        Ich zitiere:„Eine Sprache ist ein Dialekt mit einer Armee und einer Marine“

      • Stefan Studer sagt:

        Mathias, oha, hier hat einer aufgepasst. 😉
        Linguistisch gesehen gibt es bei verschiedenen Dialekten in einer Sprachfamilie keinen Grund eine bestimmte Variante als Hochsprache zu bezeichnen und eine andere „nur“ als Dialekt. Die einzigen Argumente die für die Wahl einer Variante als Hochsprache sprechen, ist deren politische Gewichtung. Ein schönes Beispiel ist das moderne Hebräisch. Bis zur Gründung des Staates Israel existierte es noch gar nicht. Erst mit dem politischen, kulturellen und sozialen Wert, der dieser neu erfundenen Sprache zugeschrieben wird, ist es eine Hochsprache.

      • Pixel sagt:

        @Studer: ich bin mir nicht sicher, ob wir vom selben reden…Sprache ist eine Normierung die daraus entsteht, den Menschen eines Landes die Möglichkeit zu geben, sich untereinander einheitlich zu verständigen. Der Dialekt ist eine Abweichung dessen, die sich zwangsfrei in den jeweiligen Regionen ergibt. Wenn Sie natürlich „Zwang“ mit „Normierung zwecks Vereinheitlichung zwecks besserer Verständigkeit“ gleichsetzen, dann reden wir vomselben. Ansonsten sehe ich den Zwang nicht.

      • Nina sagt:

        Die normierten Sprachen haben sich durchgesetzt, weil sie praktisch sind. Dort, wo wirklich Zwang aufgesetzt wurde (also unter Gewalt), wurden die lokalen Sprachen einfach insgeheim weiter verwendet. Sprache folgt keiner Autorität, weil sie sich nicht aufsetzen lässt – sie entwickelt sich von allein und aus gesellschaftlichen Veränderungen heraus.

      • Katharina sagt:

        „Sprache folgt keiner Autorität, weil sie sich nicht aufsetzen lässt – sie entwickelt sich von allein und aus gesellschaftlichen Veränderungen heraus.“ WORD!

        deshalb gibt es hier das sehr poetische und schöne Spanglish.

      • Katharina sagt:

        „Sprache folgt keiner Autorität, weil sie sich nicht aufsetzen lässt – sie entwickelt sich von allein und aus gesellschaftlichen Veränderungen heraus.“ Word! 🙂

        Deshalb gibt es hier das wunderschöne und so poetische Spanglish.

      • gabi sagt:

        Der Zentralstaat Frankreich, als Beispiel eines direkten Nachbarn, hat Französisch knallhart durchgedrückt. Es ist also durchaus nicht so, dass eine Sprache sich überall immer nur ganz „natürlich“ durchsetzt. Staaten verordnen auch.

      • gabi sagt:

        Nina; ich weiss nicht, wie Sie drauf kommen.

        Es ist keineswegs so, dass dann lokale Sprachen einfach insgeheim weiter verwendet werden.

        Und der Begriff „Zwang“ lässt sich in sehr vielen Schattierungen abstufen. Tatsache ist z.B. auch, dass das Elsässerdeutsche schrumpft und schrumpft. Oder gucken Sie sich mal die Sprachkarten der k.u.k-Monarchie vor dem 1.WK an und vergleichen Sie! Oder was ist mit dem Ostgotisch der Krim geschehen?

        Da wird nicht einfach überall heimlich weiter gesprochen… Irgendwann ist´s weg. Wenn die neuen Sprachen zudem mit Aufstiegschancen locken, geht´s schnell!

    • Hotel Papa sagt:

      Der Dialekt in der Schweiz ist mehr. Er wurde, besonders seit dem zweiten Weltkrieg, immer auch zur Abgrenzung gegen Deutschland verwendet; ist Teil der nationalen Identität.
      Dementsprechend hat er sich in der Schweiz auch nie in die soziale „schämm Di“ ecke stellen lassen. In der Schweiz kann ein Bundesrat mit dem Mann auf der Strasse Dialekt reden, und das ist nicht im geringsten ehrenrührig. So etwas wäre in Deutschland undenkbar.
      Kürzlich wurden doch die Tondokumente der Dialektaufnahmen von der Landi vorgestellt. Es war erstaunlich, darauf zu hören, wie viel näher am Hochdeutsch ./.

    • Hotel Papa sagt:

      2) die städtischen Dialekte (mir ist das an Berndeutsch und Baseldeutsch aufgefallen) damals waren. Die Emanzipation des Schweizer Dialekts scheint also eine relativ neue Tendenz zu sein.

  • Refe sagt:

    Die Sprache hat doch die primäre Funktion, zu Kommunizieren, möglichst so, dass die Person gegenüber dies auch versteht. Das ist bei Hochdeutsch nunmal eher der Fall als beim Dialekt.. Und in einer durchmischten Gesellschaft macht das auch Sinn. Schliesslich gilt auch bei der Evolution der Sprache nunmal: Der stärkere überlebt!

  • Vanessa Wa sagt:

    ich verstehe die aufregung nicht. vor allem dann nicht, wenn man bei «zuerscht» an hochdeutsch denkt. das hat mit hochdeutsch so gar nichts zu tun.

    • Hotel Papa sagt:

      Es ist aber ein Beispiel für die Stilblüten, die herauskommen, wenn Deutsche versuchen Schweizerdeutsch zu reden. Ausser bei Ausnahmebegabungen kommen da ganz hässliche Dinge heraus. Gerade in der Kleinkinderziehung bleiben sie besser bei ihrer eigenen Sprache; das ist zumindest authentisch. Und Kinder lernen schnell die verschiedenen Sprachen einzuordnen.

  • plop sagt:

    Soll man ca 3-jährige Kinder überhaupt in Grammatik etc korrigieren? Und: solange Sie ihren Dialekt pflegen, wird das das Kind schon auch übernehmen, oder? Meins hat letztens gesagt: Ich hätte schampar gern ein güetzi…

    • Ruedi sagt:

      Ja, wenn man selber ein Mischmasch spricht wird das übernommen. Aber wenn man seinen Dialekt und vielleicht noch eine andere Sprache pflegt dann übernimmt man das als Kind mit Leichtigkeit. Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass zu Hause immer auch die Sprache meiner Mutter (Ital.) gesprochen wurde. Obschon ich das als Kind nicht so sah und zu meiner Schulzeit das Ital. vergessen wollte weil man mich „Tschigg“ schimpfte (obschon 100% CH), habe ich im Leben von meiner Zweisprachigkeit nur profitieren können. Das Erlernen anderer lateinischer Sprachen war später sehr viel einfacher.

  • bitta sagt:

    meine Güte. Die Mutter muss doch ihre geliebten Schweizerdeutschen Ausdrücke nicht aufgeben, nur weil die Tochter jetzt lieber Puppe als Bäbi sagt. Hier stur zu korrigieren, bringt dem Kind nichts. Es wird früh genug merken, dass die Mama eben ein anderes Wort benutzt. Mein Sohn meint auch dauernd „XY isch miin Freund“, na und, ich korrigier ihn da nicht. Wiederhole es höchstens, das schweizerdeutsche Wort gebrauchend – und that’s it. Ach ja, spanisch, rumänsisch etc streut er auch ein. Wen störts?

    • xyxyxy sagt:

      ich finde das SD Wort „Kolleg“ ganz schlecht. Kollegen sind doch nicht Freunde, sondern eben Arbeitskollegen, bzw. Leute derselben Berufsgilde.
      Hier wäre es wünschenswert, eine sprachliche Korrektur vorzunehmen und von Freunden zu reden, wenn sie tatsächlich mehr sind als nur Kollegen.

      • Tom Dubach sagt:

        „Kolleg“ war und ist, zumindest in der Zürcher Agglo, das gängige Wort für einen Freund. Hat überhaupts nichts mit Arbeitskollegen zu tun. Soviel zu Schweizerdeutsch!

      • Hotel Papa sagt:

        Ist aber eine Entwicklung der ca. letzten 30 Jahre. Als ich das mitbekommen habe, habe ich ganz deutlich ein hopophobes motiv dahinter gespürt. „Fründ“ wurde beschränkt auf Verbindungen, die auch sexuell motiviert sind.

      • Nico Meier sagt:

        Die „Kollegin“ kann eben im CH-Deutsch eine Arbeitskollegin sein zu der man eine platonische Beziehung hat oder auch ein“friend with benefit“ darstellen.

      • Halischa sagt:

        Nei, nei. Das isch dänn scho en Underschiid. En Koleeg isch zum Bischpiil e Persoon, mit dem mer zämeschafft, oder im gliiche Verein isch. En Fründ isch aber e Persoon wo mer e anders Verhältnis hät. Mit dem mer au vertraulichi Sache cha bespräche, und sicher isch, dass sie au vertraulich bliibed.

      • xyxyxy sagt:

        Dom Tubach – …. der deutschen Sprache nicht mächtig?
        Das habe ich ja eben gesagt: es wird für Freund verwendet im SD – und das halte ich für schlecht. Ein Freund sollte man Freund nennen und nicht Kolleg. Das wollte ich sagen. Ich schlug eine Änderung im Sprachgebrauch vor.

      • xyxyxy sagt:

        Halischa – es wäre ja schön, wenn es so wäre.
        So ist es in der Deutschen Sprache. Man kann Feinheiten unterscheiden. Aber viele Schweizer haben nur Kollegen und keine Freunde. Es gibt keinen sprachlich feststellbaren Unterschied.

      • gabi sagt:

        Ich möchte da ausdrücklich beipflichten:

        Eine sehr seltsame Entwicklung – die ich im Übrigen auch immer als leicht homophob empfand – seine Freunde nicht mehr Freunde zu nennen.

        „So viel zu Schweizerdeutsch!“ ist in meinen Ohren dazu eher peinlich.

        Ja, schon… Wenn man keine Ahnung hat, wie´s noch vor Kurzem eigentlich normal gewesen wäre.

  • Samuel Ammon sagt:

    Das ist ja eben genau die Katastrophe ! Ich möchte gerne in Erinnerung rufen, dass wir immer noch in der Schweiz sind und die Schriftsprache Schriftsprache bleiben sollte. Es steht ausser Frage, dass Deutschunterricht ab einem gewissen Alter in der Schriftsprache geführt werden muss. Ich sehe aber absolut nicht ein, dass dies bereits im Kindergarten zu geschehen hat.
    Das ist nichts anderes als ein elendigliches „Gschtürm“ von gewissen Kreisen und führt absolut zu nichts. Lassen wir die Kinder doch bitte im Kindergarten-Alter und bis ca. in die 3. Klasse Kinder sein und lasst sie Dialekt spr.

    • Nina sagt:

      Da stellen wir nur unsere Deutschen Arbeitskräfte vor ein Problem. Die an der Anzahl wachsen, übrigens. Sowie diejenigen, die einen anderen Dialekt als den lokalen sprechen. Sollten wir ein neues Dialekt-Obligatorium für Kindergartenlehrer und Kleinkindbetreuer einführen? Tja, wenn die theoretischen Ideen mit der praktischen Situation nicht mehr übereinstimmen, nützt es auch nichts, sich dagegen zu wehren.

    • Andreas R. Schulthess sagt:

      Bravo Frau Kuster + Samuel Ammon! Frau Kuster liegt absolut richtig, wenn sie ihre Tochter immer wieder auf den Dialekt hinweist und sich darin nicht beirren lässt. Ich bin in den Augen vieler KommentatorInnen dies Blogs vielleicht ein Dorftrottel + „Bünzli-Schwizer“, der seine Mundart pflegt – aber auch ganz leidlich Hochdeutsch, Französisch, Englisch spricht, sogar noch etwas Italienisch und Spanisch versteht und auch einige Jahre im Ausland gelebt hat – als einer der mich belehrenden, besserwissenden Blogger in ihrem Mainstram-Denken. „When in Rome, do as the Romans do“ sagt der Engländer.

    • Nico Meier sagt:

      Natürlich sollen die Deutschen Dialekt sprechen so wie alle anderen Ausländer auch unsere Sprache lernen warum auch nicht?
      Wenn wir in Deutschland arbeiten so müssen wir auch Hochdeutsch sprechen, ist eine selbstverständlichkeit warum sollte das ein Problem sein?

      • daniele di marco sagt:

        Ganz naive Gegenfrage: Müsste ich dann in Frankfurt hessisch babble, in Stuttgart schwäbisch schwätze etc, und alles mit dem spezifischen Wortschatz dieser Dialekte?

      • Pixel sagt:

        Nico, da haben Sie einige Posts weiter vorne noch angemerkt, dass wenn Sie in D unterwegs sind, Sie eigentlich durchweg recht gut verstanden werden mit Ihrem SD. Mit dem Zusatz, dass, je weiter nördlich und entfernter von der CH, desto mehr Anstrengung braucht es, dass man Sie versteht. Ist es nun falsch, wenn ich feststelle, dass Sie widersprüchlich sind an dieser Stelle? Für mich würde es nämlich bedeuten, ableitend aus Ihrer obigen Aussage, dass Sie umgekehrt in D eben Hochdeutsch sprechen sollten. Und nicht davon ausgehen, dass Sie hoffentlich mit Ihrem SD verstanden werden.

      • Pixel sagt:

        Daniele, das ist ein guter Punkt den Sie hier ansprechen. Für mich ist die CH nämlich ein Ausnahmefall: es gibt keine einheitliche Sprache. Man bezeichnet es allg zwar als „Schweizer Dialekt“, de facto jedoch gibt es keinen „den“ Schweizer Dialekt. Als „gemeinsamer Nenner“ wird das Hochdeutsch verwendet und eben sowohl in den Hauptmedien zur Hauptzeit gesprochen, wie auch in der Schule gelernt. Ableitend daraus ist eigentlich Nicos Aussage obsolet.

      • Pixel sagt:

        Ich verstehe zwar wohl den Ansatz, den er verfolgt. Auch ich möchte gerne erwarten wollen, dass jeder beliebige _Fremd_sprachler zumindest der deutschen Sprache mächtig ist.

      • gabi sagt:

        Der Vergleich Dialekt CH und Dialekt D (oder A) wird immer hinken.

        Erstens beherrschen die Schweizer Hochdeutsch bloss eher recht als schlecht. Richtig gutes Deutsch kennt man in Helvetien nun einmal nur vom deutschen Fernsehen. Von Deutschlehrern werden meistens nur die grammatikalischen und orthografischen Musts vermittelt, korrekte Aussprache ist meist nicht so ihr Rechaud. Und selbst den Nationalhelden (übrigens ein Terrorist!) verdankt man nur einem deutschen Nationaldichter!

        Keine leichten Vorrausetzungen fürs akzentfreie, flüssige Sprechen… Insbesondere wenn das Präteritum nicht

      • gabi sagt:

        einmal existiert!

        Zweitens können sich die Schweizer aber in ihrem Dialekt – innerhalb der Schweiz – vollkommen sicher und selbstbewusst aufgehoben wissen… Selbst wenn der Zürcher Bänker u.U. einen noch so vulgären „Huärä“-durchsetzten Wortschatz pflegt (der, wird er, die sprachliche Etikette verkennend, 1:1 ins Deutsch übertragen extrem komisch aufgenommen werden kann), wird er in der Deutschschweiz kaum auf viele hochgezogene Augenbrauen stossen.

        Und er wird – drittens? – auch nicht innerhalb einer „elitären“ Schicht auf Erstaunen stossen, sondern ganz vertraut klingen: Im Gegensatz zu

      • gabi sagt:

        Österreich zum Beispiel (oder England erst recht!) werden sich unterschiedliche soziale Schichten nicht dermassen klar an ihrer Sprache identifizieren lassen.

        Ganz anders in Deutschland, wo das Hochdeutsche nicht nur die Amtsumgangssprache ist, sondern eben durchs Band als Normalsprache gilt. Im vertreibungsdurchgeschüttelten Nachkriegsdeutschland erst recht! Hier fällt auf, wer Lokaldialekt spricht und ihm wird automatisch ein eher schlichterer Ehrgeiz in Bezug auf den sozialen Aufstieg unterstellt.

        In Österreich ist die soziale Komponente noch klarer:

      • gabi sagt:

        Wienerisch ist nicht einfach nur Wienerisch, sondern wird ganz klar abgestuft gesprochen und – noch wichtiger! – verstanden!

        Natürlich geht´s hier nicht mehr um Hochdeutsch… Denn auch das näselnd-arrogante Schönbrunner Wienerische ist selbstvertständlich kein eigentliches Hochdeutsch mehr. Aber die Funktion der sozialen Abgrenzung ist glasklar.

        Im Gegensatz dazu sind in der Schweiz ehrgeizige Eltern, die ihren Kindern den zu breiten Herkunftsslang mittels Sprechbildungslektionen austreiben wollen, undenkbar.

        Also: Schlicht nicht zu vergleichen.

      • Sportpapi sagt:

        Bist du sicher, Gabi? Immerhin gab es auch in der Schweiz eine Zeit, in der die Eliten hochdeutsch gsprochen hatten. Zum Beispiel auch unter den Schweizer Offizieren. Ob wirklich alles weg ist?

      • gabi sagt:

        Ist das nicht klar mit dem Krieg weggefegt worden?

        Natürlich kann man nicht ausschliessen, dass in neuen Zeiten wieder andere Orientierungen folgen… Aber im Moment mach ich da wirklich nichts aus. (okay: auch wenn ich etwas vom Schuss entfernt sitze).

        Für mich ist das jedenfalls Geschichte. In Neuenburg wird sich auch kaum mehr jemand als preussisch empfinden.

      • pixel sagt:

        Gabi, für mich ist es relativ einfach auf den Punkt zu bringen: in D und A spricht man Deutsch. In der CH spricht man Schweizerdeutsch, kein Deutsch. Das ist das allgemeine Verständnis: Eine andere Sprache.

      • Muttis Liebling sagt:

        Schweizerdeutsch wäre eine eigene Sprache, wenn in dieser auch Gesetzestexte und Verträge geschrieben werden. Das ist aber nicht der Fall. Was auf der Strasse, und nur dort gesprochen wird, ist im besten Fall Dialekt und so etwas spricht man nicht. Ich berlinere ja auch nicht, wenn ich in Berlin bin. Bei einer Sprache wäre das etwas anderes. Selbstverständlich spreche ich auf dem Balkan Serbokroatisch und in Russland Russisch.

      • Carolina sagt:

        ‚…Sowas spricht man nicht…..‘ Doch, ML, ob Sie wollen oder nicht, ‚man‘ spricht und zwar nicht nur in der Schweiz. Gabi hat es oben gut dargelegt – Die ‚Unterkategorien‘ einer Amtssprache haben verschiedenste Funktionen, nicht die geringste ist Zugehörigkeitsgefühl. Es gibt auch dt Bundesländer, in denen der Dialekt keinesfalls einen geringeren Stellenwert hat als die Amtssprache (Teile Bayerns, Baden-Württ.), wo die soziale Zusammengehörigkeit insgesamt höher gewichtet wird als eine soziale Hierarchie. Wenn Sie also in Berlin nicht berlinern und in, sagen wir, Bern nicht bärnern (oder es

      • Carolina sagt:

        /2 zumindest versuchen), treffen Sie eine bewusste Entscheidung, die Ihnen als Arroganz oder Nicht-Eingliederungswillen ausgelegt werden kann – so wichtig sind Dialekte, dass dies in Betracht gezogen werden muss.

      • Muttis Liebling sagt:

        Für das Wort ‚Zugehörigkeitsgefühl‘ gehen alle Punkte an Sie, Carolina. Das verstehe sogar ich arroganter, nichteingliederungswilliger Preusse. Zugehörigkeitsgefühl wäre der Anfang einer Nationenbildung auch in der Schweiz, aber dann darf das nicht auf Dorfebene laufen. Für mich ist das klar, ich gehöre nicht zu dem Dorf, in welchem ich geboren bin. Auch nicht zu Deutschland, seitdem es Einheit gibt, sonst wäre ich nicht hier. Ich gehöre zu der märkiischen Kultur Fontanes, zu der geistigen Kultur Kants und Hegels, zur deutschen Romantik und zum deutschen Idealismus.Bayern gehört da nicht dazu.

      • Carolina sagt:

        ML, für Ihre staubtrockene preussische Ironie gibt es einen Grinsesmiley von mir…..
        Wir hatten hier schon einmal eine ganz ähnliche Diskussion – als es um Ihr Diktum ging, die CH sei keine Nation. Das möchte ich nicht wieder aufwärmen, aber ich denke auch hier wieder genau umgekehrt: der Staat ist (nur) dazu da, die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass all die kleinen Dörfer, in denen Menschen ihre eigenen Dialekte/Sprachen sprechen, dieses weiter tun können. Der Schutz und die Freiheit, die die Bürger eines Staates geniessen, gehen immer von unten nach oben – der Staat hat für den

      • Carolina sagt:

        /2 Bürger da zu sein, nicht umgekehrt. Nur dann ist erfolgreiche Nationenbildung möglich – und das ist in der Schweiz der Fall. Die Dorfebene ist sozusagen im kleinen das, was der Staat zu schützen hat.
        Heimatgefühl ist nichts statisches und es ist für jeden Menschen ein wenig anders: Ihr kulturelles Heimatgefühl ist genauso schützenswert und zu respektieren wie möglicherweise das regional bzw national ausgerichtete Heimatgefühl eines anderen.

  • Peter sagt:

    Schöner Artikel, danke. Puppe kommt ja vom französischen „poupée“ und sollte schon ok sein ?

  • Christoph Schnyder sagt:

    Auch ich bin für die Erhaltung unserer Dialekte. Aber diese nationalistisch-gefärbte Auslegung, wo immer Hochdeutsch, Englisch, Albanisch oder sonst irgendwelche Fremdsprachen an unserem Sprachzerfall schuld sein sollen (ausser französisch und italienisch, von dort darf man scheinbar beliebig importieren), finde ich extrem gesucht. Die grösste Gefahr für die Dialekte ist die Vermischung untereinander. In der Kita höre ich heute so viele Ausdrücke, die man bis anhin vielleicht in Zürich, im Aargau oder sonst wo verwendet hat, aber sicher nicht hier in Bern. Darüber schreibt notabene niemand.

    • xyxyxy sagt:

      Schnyder – Dialekt sind durch Isolation entstanden. In einer Zeit, wo jeder aus dem nächsten Dorf noch en Frömde Fötzel gsi isch.
      Da diese Zeit Gott sei Danke überwunden ist, ist es unumgänglich, dass sich die einzelnen Dialekte miteinander vermischen.
      Das ist überlebensnotwendig, denn irgendwan müssen sich auch die Dörfer mit fremdem Genpool neu aufmischen, sonst kommt es zu Missbildungen.

      • Mark sagt:

        Richtig. Nur noch einarmige oder kopflose.

      • Olivier sagt:

        Der Dialekt ist ein wichtiger Teil unserer Kultur. Wohin die Vermischung führt, sieht man im langweiligen Einheitsbrei in unseren Nachbarländern. Das ganze hat nichts mit Genpool zu tun. Generell bin ich der Meinung, der Dialekt sollte in der Schule gefördert werden, in dem es vielleicht 1-2 Lektionen pro Woche in der Schule gibt, die sich ausschliesslich dem Dialekt widmen.

      • Stefan Studer sagt:

        Olivier, ich finde das eine ausgezeichnete Idee. Die grösste Gefahr für die Dialekte in der Schweiz ist tatsächlich, dass der bisherige Sozialstatus einer von allen Sozialgruppen und in jeder Lebenssituation akzeptierten Sprachvariante zu etwas Minderwertigem geändert wird. Dialekt würde dann wie in Deutschland zur Sprache des Pöbels und der wirtschaftlichen Verlierer erklärt werden. Nicht weil die Dialekte als Sprachvariante schlechter wären, sondern weil die Bildungs- und Wirtschaftselite und alle die zu den Besseren gehören wollen ein Mittel benötigen um sich sprachlich abzugrenzen.

      • Nina sagt:

        Ach Quatsch. Du weisst schon, Olivier, dass im Welschland früher auch Dialekt gesprochen wurde? Weit entfernt von dem (übrigens helvetischen!) Standard-Französisch von heute. Und der ist komplett ausgestorben. Und das Welschland ist deswegen nicht untergegangen, und vermissen tut ihn heute auch niemand mehr, den Dialekt… Was lernen wir daraus? Alles halb so wild!

      • xyxyxy sagt:

        Dialekt in der Schule – welchen denn? Der Lehrer spricht ja schon einen anderen Dialekt als den unseres Ortes. (Unsere Kinder kommen manchmal mit Worten – die weiter weg sind von unserem Dialekt als die Schriftsprache). Wie soll denn das funktionieren. Dürfen dann Lehrer nur noch in ihrer Heimatgemeinde unterrichten. Oder müssen sie zuerst den hiesigen Kantons- ach was Vorder- Unter – Hinterland – oder Stadt oder Dorfdialekt erlernen?
        Das ist doch alles Schwachsinn.

    • Nico Meier sagt:

      Ich erinnere mich an die Diskussion über Dialekt im Kindergarten.
      Ja ich halte es für wichtig, dass in Kitas und Kindergärten nur CH-Deutsch gesprochen wird.
      Dies ist praktisch nur möglich wenn keine Deutschen mehr auf solchen Posten beschäftigt werden, da viele Deutschen sich leider schwer tun damit den Dialekt zu lernen obwohl ich sie nicht für weniger bildungsfähig halte als Spanier, Italiener oder Portuigiesen.

      • Martin Studer sagt:

        Hängt wohl eher damit zusammen, dass den Deutschen im Gegensatz zu allen anderen Ausländergruppen regelmässig wie selbstverständlich unterstellt wird, sie würden sich durch das CH-Deutsch sprechen bei den Schweizern anbiedern wollen.

      • Nico Meier sagt:

        Ich bin immer wieder geschäftlich in eutschland unterwegs im Süden werde ich mit CH Dialekt gut verstanden und der Dialekt klingt sehr ändlich wie Schwäbisch bringt in Verhandlung gelegetnlich Pluspunkte sobald ich aber weiter im Norden oder Osten unterwegs bin muss ich auf Hochdeutsch wechseln, da da CH-Deutsch schlicht nicht verstanden wird.
        Ich bin klar der Meinung Deutsch sollen Dialekt sprechen ich ermuntere daher due DE in meinem Umfeld dies zu tun. Ich höre dan immer viele in ihrem Umfeld fänden das sehr Toll ihre Bemühungen den Dialekt zu sprechen.

      • pixel sagt:

        Oje, Nico, zu schnell in die Smartphone Tastatur geschlagen? Im Kontext zu Ihren Ansichten und diesem Blogthema kommt das irgendwie ganz besonders lustig.

  • daniele di marco sagt:

    Go „SCHLITTSCHUEFAHRE“. Freud hat Freude. SCHITTSCHUE bringt man aus dem Wald heim.

  • daniele di marco sagt:

    Uebrigens: „schlifschuenle“ gefällt mir als Wort auch ganz ausgezeichet. Einfach nur vom Klang her. Basler Kinder gehen halt einfach “ go schittschuefahre“. Und das schon seit langem. Aber nichts über „oh, wie buuchet mir der glutz“ (Franz Hohler, Totemögerli.)
    Wer mir ein deutsches Wort nennen kann, das alles ausdrücken kann, was in einem Musikstück an „Swing“ steckt, schreibe es mir. (Schwung greift eindeutig zu kurz). P.S. Mit Verlaub, nicht mir Verlaub (t und r liegen auf der Tastatur nahe beeinander)

  • xyxyxy sagt:

    Obwohl dem evolutionären Gedanken verpflichtet -stört mich doch eine Veränderung sehr:

    nämlich dass die Leute nicht mehr PommFrit sagen sondern Pommes
    liegt das jetzt an den Deutschen oder liegt hier eine Mcdonaldisierung der Sprache vor?

    • Carolina sagt:

      Und was sind dann PommChips? Auch ein Sprachwirrwarr, oder? Aber ich gebe zu, gewisse Dinge nerven auch mich, vor allem das Balkanesisch, dass auf mich auch immer aggressiv wirkt – dagegen ist ein Deutscher, der Pommes Rot-Weiss bestellt, ein Witz…..

    • Columbo sagt:

      PommFritt sagt man nicht, die isst man 😉

      • xyxyxy sagt:

        Carolina – es geht doch nicht um einen Deutschen der Pommes bestellt. In D bestelle ich selbstverständlich auch Pommes. Sondern alle Schweizer sagen offenbar nur noch Pommes.
        Aber wie gesagt, ich bin ja eigentlich ganz offen für Evolution. Nur in dieser einen Sache nervts (mich).
        Ob Pommes oder Frittes – sind eh beides Fremdworte.

      • Carolina sagt:

        Tja, xy, dann haben wir hier wieder ein Beispiel für missglückte Kommunikation – ich habe nur versucht, ironisch zu sein….. tant pis.
        PS: Bei uns sagt man wirklich immer noch PommChips, aber mittlerweile durchgehend Schnipo.

      • Mark sagt:

        Pomme Chips ist etwas anderes. Frittes sind die Stäbli, länglich. Zu schwierig?

  • Lotti sagt:

    Leider muss man beobachten das der Umgang mit der Sprache generell sehr unsorgfältig und nachlässig geworden ist. In den Medione hört man oft Dinge die einem die Zehennägel kräuseln lassen. die Aussprache vieler Wörter ist so dermassen schludrig und ungenau. Ob jetzt Dialekt, Hochdeutsch oder eine andere Sprache gesprochen wird, man sollte einfach auf Sorgfalt achten. Mancheinem täte es gut wieder einmal ein Buch zu lesen.

  • Francesca sagt:

    Ich verstehe Frau Kuster, mir ist Dialekt auch wichtig (aber auch, dass die Kinder richtig Hochdeutsch reden, und nicht den grausigen Mischmasch der Lehrpersonen…). Meine Kinder sind zwischenzeitlich fast erwachsen, und sie passen sich heute an. Einen gestelzten Dialekt im Kollegenkreis zu reden, ist halt peinlich, also lassen sie das. Bei den Grosseltern tun sie das aber einigermassen, erstaunlicherweise. Ein Kind hatte einmal Freunde aus SVP-Kreisen und sprach plötzlich fürchterlich blasiert Dialekt, mit Ausdrücken, die nicht einmal ich mehr brauche. Aber auch das hat sich erledigt.

  • simiane sagt:

    „Richtiges“ Schweizerdeutsch? Das fängt ja schon beim „poschte“ an:
    Dort, wo ich herkomme (oberer Zürichsee), sagt man „in Migros“.
    Da, wo ich jetzt wohne (Zürcher Oberland), sagt man „i d’Migros“.
    Und meine Freundin (aus Olten) sagt: „i s’Migros“.
    Wer sagt es jetzt richtig? Und wer falsch?

    • Ruedi sagt:

      Migros ist klar weiblich, sie nennt sich selber „die Migros“. Umgangssprachlich sagt man oft „mer gönd in Migros“. Auch ich bin Zürcher (oberer Zürichsee) aber ich sage „i d‘ Migros“. Andere Dialekte sagen „i s‘ Migros“. Gehen wir doch in den Coop, dort gibts keine Zweifel. :-)). Bei der Butter ist es ähnlich. Umgangssprachlich „de“ korrekt hochdeutsch aber „die“.

      • Thomas sagt:

        …de Butter giz uf Zuerituetsch noed. Das heisst „de Anke“.

      • Hansueli sagt:

        @Thomas: Notürli giz de Butter (@Ruedi: es git en mit beedne Artikel, mfall) im Kanton und ide Schtatt Züri, Anke isch nu z’Wintrtuur dihäi (gsii, ämel hättem ide sibezger-jaar mini Grossmueter fo Brütte -Gott-heb-si-seelig- no so gsäit, abr nachhär hanis fo niemerem mee so ghört) oder mee im Weschte fo de Schwiiz. Und übrhaupt: fo oi la-ni-mier scho gar nöd forschriibe, wieni rede söll.

        Das gilt auch für meine Kinder, mfall, die es gar nicht ausstehen können, wenn ich sie nachahme. Falls sie einst Affinität zur sprachliche Ausdrucksvielfalt entwickeln, werden sie selbst auf Qualität achten.

      • Mark sagt:

        Es heisst is Konsum.

      • Ruedi sagt:

        Das mit dem „Anke“ habe ich schon gesagt. Als Kind kam „Anke“ auf den Tisch; Butter hat sich aber umgangssprachlich durchgesetzt. Anke war nicht nur in Winti zu Hause…..Die Berner sagen heute noch „Anke“.

    • daniele di marco sagt:

      @ruedi: Bei „Anke“ schreit der Basler auf und besteht auf „Angge“. Für den Berner stimmt Anke wieder. Würde ich in Gelsenkirchen wohnen, so ginge ich am Wochenende „Auf Schalke“. Ja, die Sprache hat viele Gesichter……….

  • ColonelFLW sagt:

    Es gibt also 25 (!) „alemannische Dialekte im Deutschsprachigen Gebiet der Schweiz.

    Welcher Dialekt soll nun das Kind nun lernen? Und ausserdem, wer sagt denn das die Elternteile sattelfest sind im jeweiligen Dialekt? Und was ist mit Innerschweizer Multikulti, aldo, sagen wir, er Walliser und Sir Bündnerin. Welchen Dialekt hättet’s denn gern? Sollte jetzt eine allgemein gültiger Dialekt entwickelt werden, a là Rumantsch Gruschun? Und welcher Dialekt müsste den am Meisten berücksichtigt werden? Das Zürcher Dialekt, weil Zürich der wirtschaftliche Mittelpunkt ist, oder Bern???

  • daniele di marco sagt:

    Mir Verlaub: Puzzle ist „neudeutsch“ und für das Wort „Zämesetzli“ danke ich Frau Kuster: Ich kannte es bsher als Bewohner des alemannischen Dreiländerecks nicht und hätte auch nachfragen müssen, was das heisst. Aber das Wort gefàllt mir gut. In Oesterreich werden Anglizismen einfach kreativ in die Alltagssprache eingebaut und niemand stört sich dran. Trotzdem können Wörter wie „leiwand“ und „Trafik“ (Kiosk), das bei uns auch keiner versteht, überleben. Und franzoisch tönt „c’est vachement cool“ immer noch französich (zugegeben nicht sehr vornehm, aber Umgangssprache).

  • Christoph sagt:

    Danke, Jeanette Kuster! Leider ist so viel Sprachbewusstsein selten. In den letzten paar Jahrzehnten hat sich ein Sprachwandel eingestellt, gegen dessen Radikalität die Änderungen früherer Zeiten geradezu banal waren… Schweizerdeutsch ist zumindest im Norden und Osten nicht mehr zu retten, fast alles nur noch eine schweizerdeutsche Aussprache des Hochdeutschen 🙁

    • Carolina sagt:

      Gähn. Sie reihen sich wirklich nahtlos in eine jahrtausende alte Kette von Beschwerdeführern ein, die für mich ungefähr soviel Bedeutung hat wie die, die früher alles besser fanden bzw die heutige Jugend ganz schrecklich finden.
      Ich persönlich habe Spass daran, die unglaubliche Vielfalt unserer Dialekte immer wieder neu zu entdecken – das beinhaltet aber Veränderungen, neue Erfahrungen, die nur diese Generation macht. Die Lebensumstände jeder Generation fliessen in die Sprache, in den Dialekt ein, das ist völlig normal.

      • Christoph sagt:

        So gähn auch wieder nicht, Carolina. Nehmen sie den Sprachatlas der deutschen Schweiz zur Hand, aufgenommen zwischen 1930 und 1960. Er zeigt eine Sprachlandschaft, die im Spätmittelalter und in der Frühneuzeit entstanden ist und seither vergleichsweise (natürlich nicht durchgängig) stabil geblieben ist. Setzen Sie nun Ihre Mundart-Daten in die Karten ein – Sie werden staunen, wie viel sich in diesen letzten Jahrzehnten geändert hat. Plappern Sie nicht nur nach, was andere sagen, sondern forschen Sie!

  • „… die hässliche, deutsch-helvetische Mischform…“!!!

    Ich bitte Sie aber, Jeanette Kuster!

  • Tomas sagt:

    Ihr Problem ist eigentlich keines, Frau Kuster.
    Die Kinder lernen das, was für sie Muttersprache ist – womit also zuhause gesprochen wird – von alleine perfekt selber. Sie müssen sie nur sprechen, mehr braucht es dazu nicht. Ich würde es an ihre Stelle eher als Sechser im Lotto einstufen, dass sie parallell dazu ein Gefühl für Hochdeutsch bekommt. Das heisst nicht umsonst hier die „Schriftsprache“, und wer sie nicht mächtig ist, hat später eben mit einigen Problemen zu kämpfen.
    Auch wenn sie dies wollten: zu verhindern dass ihr Kind Dialekt spricht schaffen sie nicht.

    • Tomas sagt:

      Meine Kinder sprachen eine Zeit lang Sätze in denen Deutsch und Französisch zusammen vorkamen 🙂
      Irgendwann kam das Dialekt dazu, dass sie von den Spielkameraden aufgeschnappt haben. Heute sprechen sie alle drei Sprachen einwandfrei.
      Und das ist auch gut so 🙂

  • Cybot sagt:

    Wir alle sprechen längst eine schweizerisch-deutsche Mischsprache.
    Ich hab mir vor ein paar Jahren das Zürichdeutsche Wörterbuch gekauft. Die Hälfte der Wörter da drin kennt man gar nicht mehr, man findet aber auf jeder Seite auch ein paar Beispiele von Begriffen, welche man noch von den Grosseltern kennt, aber heute nicht mehr benutzt.
    Sprache verändert sich halt, das war schon immer so. Wer sich darüber aufregt, stört sich wahrscheinlich auch an den Wellen auf dem Meer.

  • Miro Hofer sagt:

    Schon komisch mit welchen „Problemen“ Sie sich rumschlagen. Wir wohnen seit ein paar Jahren in Finnland und unsere Kinder wachsen 3-sprachig auf (Englisch, Finnisch, Deutsch). So weit haben sie es geschafft sämtliche 3 Sprachen zu lernen, ohne diese zu sehr zu vermischen. Braucht halt etwas Arbeit von den Kindern und Unterstützung von den Eltern. Ich denke, Mundart und Hochdeutsch parallel zu lernen sollte machbar sein…

  • xyxyxy sagt:

    ach das ist doch alles ganz easy
    natürlich kann man den kindern sagen, was nun sd und was nun d ist. ohne aber zu sagen, das ist „falsch“ oder es zu verbieten.
    meine kinder haben jede menge deutsche wörter – auch aus ihren Hörbüchern und Lieblingsfilmen. Auch die Bücher lese ich ihnen auf D vor.

  • Rebecca sagt:

    Ich habe hier den Eindruck, dass mit dem Korrigieren von einem falschen Verständnis des Spracherwerbs ausgegangen wird. Wenn Kinder sprachlich eine neue Regel erlernen, wird diese dann sehr konsequent angewendet, bis sie sitzt – also immer phasenweise. Mit Korrigieren hilft man dem Kind nicht weiter, weil ein Kind sich gar nicht bewusst ist, dass es eine Sprache lernt. Besser einfach auf das Kind reagieren und in den eigenen Sätzen die Wörter entsprechend richtig verwenden. Kind: Ich han hüt mit de Puppe gspielt. Mutter: Würkli, häsch du mitm Bäbi gspielt?

  • Thomas sagt:

    Liebe Frau Kuster, sie haben uneingeschränkt Recht – das sage ich, der ich die meisten Blogeinträge hier im besten Falle unnütz finde -, wenn Sie Ihrem Mädchen ein sehr gutes Sprachverständnis beibringen. Dazu gehört auch, dass es die Unterschiede erkennt zwischen Mundart und Standard-/Schrift-/Hochdeutsch. Bestehen Sie darauf, dass es beide Sprachen unvermischt anwendet, mindestens zuhause, und dass es bald erkennt, wo welche passend ist. Und lassen Sie sich nicht beirren von den „alles-geht“-Schwätzern. Ihr Mädchen wird s Ihnen dereinst danken.

  • Hans Trütsch sagt:

    Korrigiert das Hoch-/Schweizerdeutsch ihrer Tochter und schreibt selber „Kita“! Ich lach mich tot…aber armes Kind!

  • Diana sagt:

    Hauptsache, der Wortschatz ist reich! Mein Mann bündnert und aargauert, ich zürchere. Meine 4 Kinder sprachen erst auch Züritüütsch, jetzt aargauern sie. Bei meiner Jüngsten (6 Jahre) kann ich das Gemisch aus Standardsprache und Schweizerdeutsch auch beobachten. Habe sie hin und wieder korrigiert, jetzt lass ich das. Mein Ältester (15 Jahre) spricht nach einigen Jahren Balkanslang ein akzentfreies Schweizerdeutsch und wechselt bei Bedarf in ein ein astreines Standarddeutsch ohne «Schweizzer-Ackzennt»… Wichtig ist doch einfach, dass wir über einen grossen Wortschatz verfügen.

  • Tschapatalp sagt:

    …wieder typisch schweizerische Ängste!!
    Ich wuchs als geborener St.Galler im romanischen Engadin auf (2 Sprachen), erlernte durch mein engl.sprachiges Gspänli eine 3. Sprache. Später in der Schule kam noch Französisch dazu. Umgangssprachlich war das italienisch sehr wichtig, denn ein Grossteil der Schulkameraden war italienisch stämmig. Und so wurde ich ohne grosses Büffeln und einfach im natürlichen Umgang und dank Unvoreingenommenheit meiner Eltern schon im jugendlichen Alter 5 sprachig.
    Meine Kinder wachsen nun von Anfang an 4 sprachig auf (CH, D, E, SP) und lernen nun noch französisch.

    • Reto B. sagt:

      Jo, ich bin in Österreich und dem Wallis aufgewachsen, meine Eltern beide Zürcher. Ich spreche also zwei Schweizer Dialekte annähernd perfekt, ein akzeptables Hochdeutsch mit leicht österreichischem Einschlag, nebst Englisch, Französisch und einigen Brocken Italienisch, Spanisch sowie Latein.

      Ich mag die Sprachvielfalt. Meine Freundin redet Aargauerdeutsch mit einigen Emmentaler Einschüben vom Mami. Ich muss manchmal nachfragen, was zum Geier das jetzt schon wieder heisst. Dabei sind Pfanntatze und Chuechetrööli noch die einfacheren Wörter. Ärfele und gänggele sind schon schwieriger…

  • michèle meyer sagt:

    wir lachen uns manchmal scheckig, wenn unsere töchter „uufe gönge“ und ich automatisch nachfrage ob sie evt. meinen „uffe z’go“. die jüngere bringt zudem deutsche wörter nachhause, erklärt das „ditti“ zur puppe, während die ältere eine freundin imitiert und „sänkt gälleret“. mir sträubt sich das nackenhaar, mein mann nimmt es gelassen. zu dritt „sääge“ sie mir, dass ich in der minderheit sei und ich „sag“ mir, hauptsache wir verstehen gegenseitig was gemeint ist. solange ich nicht „butter bretzeli“ zum „angge-silserli“ sagen muss, überlebe ich die sprachenvielfalt in der familie und anderswo.

  • Pesche sagt:

    Als ich in den 80ern aufgewachsen bin, haben wir in unser Bärndütsch auch schon voller Stolz (vermeintlich) hochdeutsche Ausdrücke eingebaut. Meine Güte, sollen die Kinder für die sprachlichen Minderwertigkeitskomplexe ihrer Eltern büssen müssen? Ist doch schön, wenn sie einen lockeren Umgang mit Dialekt UND Standardspreche haben. Ich würde das als „billingue“-Erziehung betrachten und nicht als drohenden Kulturverlust. Töif düreschnuufe, lächle, haub so wiud.

  • blackball sagt:

    Schweizerdeutsch ist keine Sprache …

    • Kurt Schwob sagt:

      Was Sie als Feststellung äussern, ist eigentlich eine unbeantwortbare Frage: Was ist ein Dialekt, was eine Sprache? Katalanisch war unter Franco ein (schlechter, gar verbotener) Dialekt, jetzt ist es eine Sprache – in Frankreich ist es noch immer ein „patois“. Auch das Bretonische gilt als „Patois“ – es hat mit Französisch nichts zu tun. Das Letzebuergische ist in Luxemburg eine der drei Staatssprachen, gleich daneben in Deutschland ist es ein Bauerndialekt. Das geht so rund um die Welt. – Der Unterschied lässt sich linguistisch gar nicht fassen, es geht immer um Bewertungen und Macht.

      • Kurt Schwob sagt:

        Michi B: Ich bin nicht sicher, ob ich Ihren Hinweis verstanden habe. Immerhin: Frau B. schreibt dort den Titel: „Urkunft der lokalen Dialekten“; und sie meint, es gebe in Frankreich gar keine Dialekte und habe sie nie gegeben. Um 1800 beschwerten sich aber die Revolutionsbehörden, dass über 90 % der Franzosen Dialekt sprachen. Vielleicht ist Frau W. keine ganz zuverlässige Quelle.

    • Michael Hegner sagt:

      Klar, blackball, Norwegisch ist auch keine Sprache. Und Holländisch eigentlich auch nicht. Gut haben Sie das geklärt und dann auch gleich noch so eloquent. Man sieht schon, dass Sie viel gebildeter sind als die Ewiggestrigen, die immer noch die Keinesprache Schweizerdeutsch reden. Die haben eben noch gar nicht gemerkt, dass man eine Sprache braucht um miteinander kommunizieren zu können.

      • xyxyxy sagt:

        Hegner – zum Glück ist SD keine Sprache wie Holländisch oder Norwegisch eine geworden ist.
        So können wir alle deutschen Schriftsteller die Unseren nennen und konnten selbst grosse Schriftsteller der Deutschen Sprache hervorbringen, die von mehr Menschen verstanden werden, als nur von einer handvoll Berglern. Der kulturelle Fundus ist so viel grösser, als wenn wir vor Jahrhunderten entschieden hätten unser eigenes separatischtisches kleines Sprachsüppchen zu kochen.

      • Stefan Studer sagt:

        Lieber xyxyxy, diese Argumentation ist doch sehr dürftig.Wenn Sie sehen, dass die Frage Sprache/Dialekt eben zu Ihren Ungunsten beantwortet werden muss,dann wird von der Minderwertigkeit des Schweizerdeutschen gewarnt.
        Wenn es um diese Frage geht,dann schreibe ich doch freiwillig lieber Englisch als Hochdeutsch, denn im Englischen Kulturraum finde ich eine kulturelle Austrahlungskraft, neben der Deutschland gänzlich unbedeutend ist. Also wieso sich mit Hochdeutsch, dieser unbedeutenden Randgruppensprache zufriedengeben, das Englische ist so viel besser und wertvoller gemäss Ihrer Argumentation

      • xyxyxy sagt:

        wenn ich gut geng Englisch könnte…. aber Deutsch ist halt meine Muttersprache und sie gefällt mir sehr gut.
        Ein Buch auf Dialekt zu lesen fänd ich …. schrecklich und höchstwahrscheinlich unverständlich, wenn es nicht gerade in meinem Pippifurz Dialekt geschrieben wäre und selbst dann, wenn dann noch Muäsler das Gefühl hätte er müsste Dach mit T schreiben….
        ich verstehe wirklcih nicht, was sie wollen – Reden wir so, wie uns der Schnabel gewachsen ist und lernen wir Deutsch.
        Wenn auch noch Englisch und andere Sprachen um so besser. Damit steigt das Sprachverständnis.

      • Marie-Anne sagt:

        Es gibt sehr lesenswerte Bücher, die in Dialekt geschrieben sind, vor allem im Berndeutschen. Nach den ersten zwei Seiten liest man das so flüssig wie hochdeutsch, falls man wirklich lesen kann, was halt viele nicht können. Die Rate funktionaler Analphabeten bei Schulende beträgt in der CH über 10 %, nicht nur Migrantenkinder. Das sind die eigentlichen Probleme, nicht die verschiedenen Dialekte.

      • xyxyxy sagt:

        als nicht Berner, der nicht einmal Ansatzweise mit diesem Dialekt verwandt ist, fände ich das eine absolute Zumutung mir so etwas antun zu müssen. Das mag ganz Lustig sein mit Asterix, aber ein Buch, Literatur…. danke, ohne mich. Vielleicht würde es mir als Berner gefallen.
        Wie gesagt: wären wir alle in unserem Ur-Dialekt geblieben und hätten unser Dialektlein zur Sprache erhoben. So wären wir in unserer Kommunikation extrem beschränkt.

      • blackball sagt:

        Werter Michael Hegner. Selbstverständlich helfe ich den geistig Minderbemittelten, also Ihnen, gerne weiter. Schweizerdeutsch ist ein Sammelbegriff für die in der deutschsprachigen Schweiz gesprochenen alemannischen Dialekte. Gerne geschehen.

  • Ali Ferkous sagt:

    glückliches Bern! In der Stadt Zürich kann schon lange kaum ein Goof mehr Züritüütsch – kein Wunder, denn das „Vorbild“ sind all die Radiosprecher, und die -innen wollen wir auch nicht vergessen, die weder Züritüütsch noch ein gepflegtes Standarddeutsch sprechen, sondern – wie auch bei 10 vor 10 üblich – ein infantiles Mischmasch sprechen.

    • Regula sagt:

      Und wenn Sie jetzt mit Züritüütsch Mundart meinen, kriege ich die Krätze. 🙂

    • xyxyxy sagt:

      ihre Probleme möcht ich mal haben
      ich find das mischmasch ganz in Ordnung. Es zeugt von kreativer, evolutionärer Intelligenz.
      Wären die Menschen so puristisch konservativ, wie die Ur-Dialektler würden wir uns immer noch mit Grunzlauten verständigen.

      • Ruedi sagt:

        Sorry, aber wenn man hochdeutsche Texte versucht, 1:1 in Mundart zu übertragen kommt ein verhochdeutschtes Dialekt heraus. Da sind vor allem die Privatsender Sündenböcke. Hochdetusch korrekt in einen Dialekt zu übersetzen ist Knochenarbeit und kann nicht ab Telepromter erloedigt werden. Das Mischmach ist weder Fisch noch Vogel und die jungen Leute plappern den Unfug noch nach. Natürlich verändert sich die Sprache aber bitte nicht zu einm Kauderwelsch. Berndeutsch ist sehr viel weniger germanisiert wie „Züritüttsch“.

      • xyxyxy sagt:

        ok Ruedi – ich gebs zu, ich höre nicht die lokalen Sender, sondern eigentlich nur DRS 3
        ich spreche seit meiner Kindheit einen Dialekt, der relativ nahe am Deutschen ist
        Und ganz in ihrem Sinn – paraphrasiere ich nicht Deutsche Bücher ins SD wenn ich meinen Kindern vorlese, aus eben diesem Problem das sie ansprechen.
        Ich sage mir. Besser ich REDE SD und LESE D.

      • radagast sagt:

        hochdeutsche bücher in dialekt vorlesen: reine übungssache (ok, kommt auch noch ein wenig auf die komplexität des vorzulesenden textes an). der trick ist, dem „audiosignal“ etwa einen halben satz voraus zu sein, damit zeit zum umstellen von sätzen bleibt.

      • alien sagt:

        Stimmt, das hält den Sprachmecano geschmeidig.

    • Lotti sagt:

      Genau das beobachte/höre ich immer wieder! Es herrscht ein unsorgfältiger Umgang mit der Sprache ganz generell – in allen Medien. Ich finde es sehr peinlich wenn ein Sprecher von einem Frack spricht, aber ein Wrack meint, solche Beispiele finden sich zu Hauf.
      Ob nun ein Kind im der Krippe oder auch im Chindsgi schon ein lupenreines Vocabulair beherrschen muss, bezweiflle ich, aber als erwachsene, noch dazu erziehungstätige Person sollte ich das schon können. egal ob das Dialekt,Hochdeutsch oder eine andere Sprache ist

  • Ruedi sagt:

    Also „Deutsch“ schreibt man im Dialekt „Tüütsch“, demzufolge „Schwiizertüütsch“, so wird es ausgesprochen. „Schwiizertüütsch“ gibts aber bekanntlich nicht, es gibt nebst „Züritüütsch“ noch X weitere Dialekte. Diese sollten wir pflegen aber es ist so: unsere Dialekte werden durch die Hochsprache „verhochdeutscht“. Schade. Was hat z.B. „eh“ bei uns zu suchen? Das ist die Abkz. für „ohnehin“ und kommt aus Oesterreich. In Zürich heisst das „einewäg“, aber wer sagt das heute schon so. Auch die Butter hat sich gegenüber dem „Anke“ längst durchgesetzt.

    • Regula sagt:

      Also bei uns heissts „de Butter“.

      • Markus sagt:

        In Ihrem Dialekt vielleicht. In meinem heisst es Dütsch. Und so wird es auch ausgesprochen: Schwizerdütsch…;-) DEN Dialekt gibt es nicht.

      • xyxyxy sagt:

        genau, diese Dialektler gehen mir auf den Geist – Seit ich denken kann sagen wir nicht Anke, sondern Dä Butter.
        und so gibt es noch tausend sachen, was sie meinen es sei SD, dabei ist es einfach regional.
        Und Dütsch mit T schreiben geht gar nicht. Denn tütsche, ist etwas ganz anderes: Eiertütsche, Zämmätütschbahn.
        Aber das ist typisch, dass es den Dialektlern an diesem sprachlichen Feingefühl fehlt.

        In D gibts übrigens auch X Dialekte, welche sich fast ebenso stark von der Schriftsprache unterscheiden, wie die unseren.

      • Ruedi sagt:

        Das „D“ wird im Dialekt sehr oft zum „T“. Der Deutsche sagt „Dütsch“. Der Titel da oben ist klar „Züritüütsch“, Tüütsch und tüütlich, und nicht „dütlich“. Auch das Dach wird zum „Tach“. Butter ist hochdeutsch geschrieben „die“, Dialekt dann maskulin. Als Kind habe ich noch „de Anke“ gesagt. E-Mail ist bei uns auch ein Neutrum, die Medien sagne aber neuerding swie die Deutschen „die E-Mail, das Fax“ und wir „der Fax“. Auch SMS ist bei uns ein Neutrum und die Medien belehren uns mit „die SMS“. Im Dialekt sagt man eben „es SMS, es E-Mail“ weil das andere unaussprechbar resp. holprig ist.

      • Mark sagt:

        Bei mir heisst es nicht de, sondern dr. Dialekte sind von Dorf zu Dorf, von Gegend zu Gegend unterschiedlich.

      • alien sagt:

        Ich sag auf Schweizerdeutsch seit je „die E-Mail“ und „die SMS“. Und „seit je“ ist seit 1990 bei der Mail und 1995 bei der SMS.

    • xyxyxy sagt:

      Ruedi – wir müssen die Schriftsprache beherrschen. Wenn wir das nicht mehr tun, werden wir am Ende eben auch den Sinn für den Dialekt verlieren, weil wir keine Ahnung mehr haben was rihtig und falsch ist.
      Dialekt ist eben Mundart und nciht Schriftsprache, deshalb wird Dach eben nicht mit T geschrieben genauso wenig wie Dütsch.
      Im Dialekt sprechen wir das D einfach oftmals härter aus. Wir Mundart nun phonetisch geschrieben, entgleiten den Wörtern Logik und Herkunft. Zurück bleibt ein spracharmes Volk, das keine Ahnung von Grammatik hat.

    • alien sagt:

      Ich brauch „eh“ ganz normal. Das ist kein Problem, finde ich. Die Karriere, die das Wort „scho“ gemacht hat in den letzten Jahren, ist zudem wirklich bemerkenswert. Ich finde, das Schweizerdeutsche gewinnt durch solche Neuanschaffungen viel.

  • Tom sagt:

    Weil mein eigenes Dialektgemisch meinem Nachwuchs nicht zugemutet werden kann, spreche ich stets Standarddeutsch. In der Krippe kann Zürichdeutsch 124 mal besser vermittelt werden als ich es könnte. Mir ist es zudem wichtig, dass der Nachwuchs sich mit mindestens einer Standardsprache auseinandersetzt, die später auch geschrieben werden kann. Bei der ohnehin späten Einschulung in der CH ‚Deutsch‘ als Fremdsprache aufzufassen, dünkt mich idiotisch.

    • Stefan Studer sagt:

      Ich denke, dass Eltern, die wie Sie mit ihren Kindern Hochdeutsch sprechen oder sogar Englisch, in erster Linie ein ideologische Statement abgeben wollen. Hand auf’s Herz, Sie sagen Sie reden daheim Hochdeutsch, weil Sie selbst keinen reinen Dialekt beherrschen. Ich unterstelle Ihnen dagegen ganz frech,dass Sie nicht Schweizerdeutsch reden wollen, weil Sie der Meinung sind, dass es eine minderwertige Sprache ist und diejenigen, die es sprechen in Ihren Augen zur Bildungsunterschicht gehören,also zu den Dummen.Hier in den Kommentaren finden sich zuhauf solche Aussagen von Hochdeutsch-Verehrern.

      • alien sagt:

        Ich finde es nicht ästhetisch, wenn solche Deutsche Schweizerdeutsch reden, die es nicht wirklich beherrschen. ‚Ästhetisch‘ sage ich. Am Schluss soll jeder so reden, wie er will.

        Wer es anderen Leuten überlassen will, dem Nachwuchs Schweizerdeutsch beizubringen, der hat sicher Gründe dafür und soll das tun.

  • Clemens sagt:

    „Wunderschöne“ Beispiele gibts auch zuhauf in der Werbung, die offenbar 1:1 vom Hochdeutschen übersetzt wurde. Putzmittelwerbung: „Damit de Schmutz nöd hafte bliibt.“ Ja klar…

    Lieber Hersteller dieses Putzmittels: „Füür doch de Texter“ 😉

    • Auguste sagt:

      hmm…, als putzmittel-hersteller muss man eine güterabwägung treffen: das korrekte mundartwort „dräck“ machte aus der hausfrau/mann eine „dräcksau“ – der schmutz nur einen „schmutzfink“. das könnte manche/r, trotz warnung auf der packung, in den falschen hals kriegen.

      womöglich war aber auch nur die werbebotschaft zielgruppentechnisch auf die männlichen haushaltshygieneverantwortlichen ausgerichtet, denen man nicht unnötig zu nahe treten wollte, weil die, gemäss einem prominenten, hiesigen „rockstar“, eher mehr als weniger davon haben wollen.

      das texterleben hat eben so seine tücken.

    • Ella Müller sagt:

      „… machä cha …“ (statt „cha machä“) gibt’s auch in der Werbung, schrecklich!

    • alien sagt:

      Das ist wirklich schmutziges Schweizerdeutsch, ganz schmutziges.

  • Anna sagt:

    Letztens im Tram zwei etwa 10 jährige Mädchen, das eine steigt aus und sagt beim verabschieden: „ich rüef dich dänn hüt am abig no a“
    Aaaaaaaaaaautsch hat das weh getan! Ich habe nichts dagegen, wenn sich die Sprache ändert, aber muss es so hässlich sein?!!! Und wieso müssen sich die Schweizer plötzlich all den Deutschen anpassen?! Wir sind immer noch in der Schweiz! Es sollte umgekehrt sein!

    • Annett sagt:

      Ist doch auch andersherum: Ich bin Deutsche, der Vater Berner. Mein Mädchen wird irgendwann Baseldeutsch aus der Krippe mit nach Hause bringen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es irgendeinen Sinn macht, sich dagegen zu wehren. Ich sehe allerdings auch keinen Grund dafür. Mein Brandenburger Dialekt mit schweizerdeutschen Vokabeln ist genauso wenig ein lupenreines Hochdeutsch wie das Berndeutsch der Autorin über jeden äusseren Einfluss erhaben ist.

      • Anna sagt:

        Das hat doch damit nichts zu tun. Wenn ihr Mädchen in Basel zur Schule geht, dann lernt es Baseldeutschund, Zuhause lernt es von ihnen Brandenburger Dialekt und vom Vater Berndeutsch. Kinder können verschiedene „Sprachen gut unterscheiden. Das ist überhaupt kein Problem. Aber es macht absolut keinen Sinn, die Sprachen in einer unlogischen Weise zu mixen. Ist genauso blöd wie all die Englisch angehauchte Werbung, die wenn man richtig Englisch spricht meist absolut keinen Sinn macht. Und viele ältere Leute die Werbung gar nicht verstehen, da sie keine Ahnung haben was diese Anglizismen bedeuten.

  • Pasquale sagt:

    Ich bin zweisprachig aufgewachsen. Italienisch und Schweizerdeutsch zu vermischen war und ist für mich und meine Gspändli das natürlichste der Welt. Die Sprache wiederspiegelt beispielhaft das kulturelle Umfeld, in dem wir uns bewegen. Dagegen anzukämpfen ist darum meines Erachtens verlogen und hinterlässt beim Kind doch das ungute Gefühl, etwas „falsch“ zu machen. Mein Italienisch z. B. wird in der Heimat schnell mal als ungewöhnlich entlarvt, macht mir jedoch nichts aus, weil es meiner Identität entspricht.

  • Alex sagt:

    Wer seine Sprache erhalten will, muss auswandern, denn Sprachen verändern sich durch Gebrauch. So, wie wir heute Anglizismen (und sagt man bei „Rendez-vous“ eingentlich „Franzismen“?) verwenden, werden sich langsam aber sicher Hochdeutsche Wörter einschleichen.

    • rené eckhart sagt:

      ‚rendez-vous‘ und ‚apéro‘ nennt man gallizismen . . .
      Franzismen!!! Sauve qui peut!
      Und an alle pseudo Sprachpuristen: eine solche ideologisch-dogmatische Einstellung, wie sie der Artikel wiedergibt, ist bedenklich und verblendet.

      • alien sagt:

        Leute, die „Gallizismen“ „Franzismen“ nennen, die machen aber einen grausamen Fehler jawoll und gehören gevierteilt, dann geteert und gefedert und am Schluss lehrt man sie richtiges Deutsch!

    • Franz Oettli sagt:

      Französische Ausdrücke haben sich halt auch im Deutschen (speziell im Habsburgerland) eingebürgert, als Versailles noch eine gesellschaftliche Ausstrahlung hatte. Gerade in Oesterreich haben sich einige dieser Ausdrücke erhalten.

      Meine Grossmutter, übrigens, sprach statt vom „Nastuch“ nur vom “ Fazeneetli“, was wohl auch eher lateinischen Ursprungs ist.

  • max sagt:

    Am Schluss können sie keine der Sprachen richtig und sind in der Schule, aber auch in ihrem späteren Familienleben benachteiligt. Die Kinder lernen ihr Schrottdeutsch oft vom Fernsehen. Die erste Massnahme bei einer modernen Kindererziehung ist, die Volksverdummungsröhre zum Fenster hinaus zu werfen, mit lautem Grampol.

  • Tom Mühlemann sagt:

    Am besten Sie prügeln mit dem Duden auf Ihre Tochter ein. Wie sagt man so schön: wer nicht hören will muss fühlen 🙂

  • Katharina sagt:

    Sprache ist lebendig und ändert sich über die Generationen. Niemand macht hier ein Aufheben darüber, dass im Amerikanischen Wörter wie Chutzpa, Mazel Tov, Zeitgeist, Chicano, Autobahn, Shlong, Pizza, Spinmeister usw und sofort im allgemeinen Sprachgebrauch Einzug gehalten haben.

    In dem Sinn finde ich „zu Hause werden wir die deutschen Begriffe weiterhin korrigieren – beziehungsweise sie darauf hinweisen, dass es in Mundart anders heisst.“ bemühend. ganz abgesehen davon, dass es DIE Schweizer Mundart nicht gibt, sondern in etwa 25 Alemannische Dialekte nur schon im deutschsprachigen Gebiet.

    • Katharina sagt:

      Es gehört eben zum eigenen Kulturverständnis, den Einzug neuer Wörter und Ausdrücke nicht als Kontamination zu verstehen, sondern als Bereicherung des Lebensraumes Sprache. Dass die Zeit eben fortschreitet und neue Leute auch sprachlich an der lokalen Alltagskultur in ihrer Weise mittragen, anzunehmen, ist ein Zeichen von Souveränität. Das anzumäklen und auf so etwas wie Leitkultur zu pochen, ist ein Zeichen mangelnder Souveränität der eigenen Kultur gegenüber.

      • Klicki sagt:

        Die Erweiterung des Wortschatzes durch Lehnwörter und Neuschöpfungen ist oft eine kulturelle Bereicherung. Der Ersatz eines vielfältigen dialektalen Wortschatzes durch hochdeutsche Einheitswörter ist eine kulturelle Verarmung. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

      • Katharina sagt:

        Es ist nicht mein Problem, wenn sich die Schweizer durch einige deutsche Einwanderer kolonisieren lassen. Siehe weiter oben, Leute, die finden es sei notwendig, so zu reden, dass die deutschen Immigranten einen verstehen. Sie sind Immigranten und in dem Sinn als Neuzuzüger und Gäste angehalten, die lokale Sprache verstehen zu lernen.

        Umgekehrt finde ich das übrigens sehr deutsche Konzept einer Leitkultur und -Sprache ein Gräuel.

        Ihre Haltung, Klicki, ist sehr gut darin symbolisiert, dass Date ein Unwort sei, Rendez-Vous dann aber nicht. it is called cultural bias.

      • gabi sagt:

        Kontamination ist´s, wenn die Sprache sich selbst ihrer Vielfalt und Verfeinerungsmöglichkeiten beraubt.

        Wenn es also zu einer sprachlichen Verarmung führt. Nicht weil sie, egal was, durch etwas Gleichwertiges ersetzt, sondern weil sie sich Worten beraubt, mit denen sich präzisieren liesse; präziser sprechen und präziser denken.
        In diesem Sinne war mir persönlich der Balkanslang ein echtes Greuel.
        Den deutschen Einfluss finde ich zwar schade, aber so ist das halt mit lebendiger Sprache.
        Besser, wie wenn einem ne kleine Gruppe vorgibt, wie etwas „richtig“ in Rechtsprech-Femideutsch heisse!

      • Auguste sagt:

        hmm…, mit der sprache wird das bei ihnen wohl nie mehr was, gabi. das berauben von vielfalt oder verfeinerung wäre technisch gesehen doch eher kastration, denn „kontamination“. wer hier laufend „sauberes“ denken anmahnt, der sollte vorteilhafterweise bei sich selbst anfangen. und er stünde möglicherweise auch nicht so oft wie ein volldepp da.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Präzis denken – als Schwachkopf??? 🙄 🙄 🙄

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        😛 :v 8) :3 -_- kannst dir einen aussuchen, Schwachkopf

      • gabi sagt:

        Immer wieder lehrreich: Ihre Lektionen in Umgangsformen.

        Aber diese pösen, pösen Anderen immer, hä?!

        😉

      • gabi sagt:

        Sagen Sie mal…. So kurz angebunden heute?

        Keinen weiteren Emma-Verweis um vom Eigenvermögen (dem mangelndern) abzulenken?

      • gabi sagt:

        Bisschen schimpfen. Bisschen keiffen.

        Hm? Mehr kommt da nicht, Pippi?!

        – Wo Sie doch angeblich immer die besseren Argumente haben, spannen Sie uns – immerhin nach zig Monaten – schon es bitzeli auf die Folter… Was werden das nur für Hammerargumente sein, wenn sie denn endlich kommen!

        🙂

        Guschti?!

        Was geben Sie sich denn immer noch mit mir ab?

        – Ich hatte eigentlich grad den Eindruck gekriegt, mit Fistik hätten Sie endlich mal was zur Trolljagd vor die Flinte bekommen, dass Ihrem waidmännischen Niveau entspricht?!

        😀

      • Mark sagt:

        Durchfall?

      • Franz Oettli sagt:

        Derzeit tendiert hier die Sprache doch weniger zur Verfeinerung als vielmehr zur Vereinfachung. Lese- und Sprechkompetenz nimmt messbar ab. Und das ist nicht wünschenswert. Ich möchte nicht, dass wir uns beispielsweise nur noch in der Verb-Grundform unterhalten wie in Amerika in vielen verlorenen Quartieren. Auf diese Kontamination können wir verzichten, ich glaube, darin sind wir uns doch einig.

      • gabi sagt:

        ??? Ist das tatsächlich schon so???

        „nur noch in der Verb-Grundform unterhalten wie in Amerika in vielen verlorenen Quartieren.“

      • Fistik sagt:

        hey Gabi.. mothefucka MS-13 …rememba ???

      • Fistik sagt:

        pippi

        Pippi Langstrumpf sagt:
        15. Oktober 2012 um 17:53

        = mathematisch..der Abstand zwischen Hintern und deinem Hirn ?

      • gabi sagt:

        Wo Guschti hier nur bleibt?

        Ist doch wie geschaffen für ihn!

        – Wahrscheinlich Ladehemmungen…

        (manche Menschen muss man zur Jagd tragen)

    • alien sagt:

      Der Schlong ist im allgemeinen Sprachgebrauch? Ist ja lustig.

  • Klicki sagt:

    Die Ironie des Artikels ist, dass die Autorin „Kita“ nennt, was bei uns „Tagi“ heisst.

  • Klaus Bindschädler sagt:

    Ist die die Idee der Multikulti-Gesellschaft nicht auch ein Relikt aus den 90er Jahren?

  • Mathias sagt:

    Letzte Woche im Tram aufgeschnappt: „ich gebe mim Meersäuli jede Tag e Karotte.“ E KAROTTE!

    • Ella Müller sagt:

      @Mathias:
      Es fehlte nur noch das Meerschweinli!

    • Jost Stebler sagt:

      Hieße auf Hochdeutsch aber MÖHRE….

    • Kurt Schwob sagt:

      Nahezu täglich von Erwachsenen aufgeschnappt: Nimmsch no säli Gurke? GURKE – war das nicht GUGUMMERE? Und, Hand aufs Herz, haben Sie nicht beim ZMORGE schon mal gesagt: Du, in däm Hotel koschtet s’Zimmer mit FRÜESTÜGG zäh Frangge weniger? Und warum soll e SCHDÄÄGE, wenn sie sich bewegt, plötzlich RollTRÄPPE heissen? Und wissen Sie, was ein HÜÜREBAISS ist – oder essen Sie zwölf Monate im Jahr Erdbeeren? – Sprache verändert sich ständig. Und ebenso ständig wehren sich Menschen gegen Veränderungen. Sie haben recht, und sie haben unrecht – beides zugleich. Es gibt ja auch kein Sprachgericht.

    • Stefan Studer sagt:

      Ich habe auch noch ein amüsantes Beispiel… Gleicher Ort, also im Tram, aber diesmal zwei Jugendliche, dem Akzent nach Migranten. Der eine zum anderen; „Hey, woni das gseh ha, Mann, hani voll müese weine“ Hier könnte man darüber fachsimpeln, ob der Gebrauch des „Mann“ nicht genauso vom Englischen beeinflusst ist, wie es auch hochdeutsches Wort ist, aber das „weinen“ schmerzt wirklich sehr.

      • xyxyxy sagt:

        das alles hat aber damit zu tun, dass die Kinder KEIN DEUTSCH können. Und das haben wir gerade den Dialektlern zu verdanken.

      • alien sagt:

        Also Migranten, die zugeben, manchmal zu weinen, sind derart erfreulich, dass sie das in der Sprache sagen können, die ihnen beliebt.

      • alien sagt:

        Also Migranten, die zugeben, manchmal zu weinen, sind derart erfreulich, dass sie das in der Sprache sagen können, die ihnen beliebt.

    • Klicki sagt:

      Heute im Coop gehört: „Jetz hätt i grad mega Luscht uf e NACHTISCH!“

  • Susanna sagt:

    Ist der Artikel nun einfach nur bünzlig oder sogar fremdenfeindlich? Frau Kuster, verschonen Sie doch Ihre Kinder mit Ihren Sprachkorrekturen. Wie sollen sie sich sonst noch natürlich und ungezwungen ausdrücken können? Ich hoffe ein bisschen, der Artikel sei nur ironisch gemeint.

    • Papi sagt:

      In was für eine verschrobene von politischen Korrektheit schräg anmutende Welt leben wir eigentlich, wenn es schon als fremdenfeindlich angesehen wird wenn man seine eigene Kinder seine eigene Muttersprache lernen will. Ich geben Frau Kuster völlig recht. Die auflösung der eigene Kultur fängt mit der auflösung der Muttersprache an. Mit ist es ein graus dass man je länger je mehr nur noch hochdeutsch in den Kitas hört.

      • radagast sagt:

        „Mit ist es ein graus dass man je länger je mehr nur noch hochdeutsch in den Kitas hört.“ – wenn in den „kitas“ hauchdoitsch gesprochen wird, so ist das nur normal, da es hierzulande ebensolchige gar nicht gibt, die heissen nämlich „chinderchrippe“.

    • Peter W sagt:

      @Susanna. Ich bin mir sicher, dass der Artikel nicht ironisch gemeint ist. Glücklicherweise! Völlig absurd ist es hingegen, Jeanette Kuster Bünzligkeit oder gar Fremdenfeindlichkeit (die beliebteste Keule, um Diskussionen abzuwürgen!) zu unterstellen. Wer sich – im vollen Bewusstsein, dass Sprachen sich verändern – für den korrekten Gebrauch unsere höchst differenzierten Dialekte engagiert, verdient im Gegenteil grosses Lob. Der Einfluss von nördlich der Grenze auf die Mundart ist schon heute zum Teil unerträglich. Guetzli? Denkste: Kekse!

    • Michael Hegner sagt:

      Dann müssen Sie mir einfach noch erklären, wieso in der Schule den Kindern Hochdeutsch beigebracht wird indem Wörter, die nicht als Hochdeutsch gelten, als Fehler angeprangert werden. Stellen Sie sich vor, die dürfen dann keine Schweizerdeutschen Worte verwenden, wenn Sie sich mündlich melden. So total bünzlig und fremdenfeindlich… Oder vielleicht ist die Schule auch ironisch gemeint?

      • ng sagt:

        @Michael Hegner: Helvetismen welche in den Duden aufgenommen wurden, werden NICHT als falsch angeprangert. Da sind Sie offensichtlich nicht auf dem neuesten Stand. Falsch sind nur die „verhauchdeutschten Wörter“ die die Kinder und Jugendlichen selbst erfinden.

    • Schwedin sagt:

      Genau auch mein Gedanke..
      Meine Kleine (3-jährig) spricht auch eine Mischung aus Schweizerdeutsch und Hochdeutsch (Deutsche Erzieherin in der Krippe). Aber das ist ja überhaupt kein Problem. Mit Leuten aus Deutschland spricht sie Hochdeutsch als die natürlichste Sache der Welt. Ist doch jammerschade diese natürliche Freude an anderen Sprachen durch Korrekturen zu zerstören.
      Mit mir und meinen Eltern spricht sie auch Schwedisch, obwohl manchmal mit Schweizerdeutsch gemischt. Für mich ist die Hauptsache, dass sie mit den Leuten so kommunizieren kann, dass sie verstanden wird.

      • Jeanette Kuster sagt:

        Ich zerstöre ihre Freude an anderen Sprachen nicht, ganz im Gegenteil: Meine Tochter findet es z.Bsp. extrem spannend, auf Englisch, Italienisch, Griechisch, Deutsch etc auf 3 zu zählen, bzw zu hören, wie das klingt. Also sage ich ihr die Zahlen vor und sie versucht, sie nachzusprechen. Der Punkt ist: In dem Fall ist ihr klar, dass es sich um fremde Sprachen handelt. Wenn sie hingegen im Spiel mit ihren Freundinnen Germanismen aufschnappt, dann hat sie das Gefühl, das seien Worte aus unserer Mundart. Doch das sind sie nun mal nicht. Also warum soll ich ihr das nicht erklären?

      • Schwedin sagt:

        Gut,zu erklären dass es ein Unterschied zwischen Deutsch und Schweizerdeutsch gibt finde ich ok.
        Konsequent zu korrigieren finde ich aber etwas übertrieben.
        Die Kinder merken ja durchs Hören, dass man z.B. auf Schweizerdeutsch nicht „guck mal“ sagt.
        Meine Kleine sagt immer wieder „Xxx spricht Deutsch, Yyy auch “ (wir haben viele Deutsche Freunde).
        Sie ist sich bewusst, dass das nicht Schweizerdeutsch ist. Vielleicht deshalb, weil sie schon von Anfang an zweisprachig erzogen wurde?

  • Elissa sagt:

    Schön, wenn man keine anderen Probleme hat…

  • Urs Holzapfel sagt:

    Warum „hässliche“ deutsch-helvetische Mischform? Ich finde es ein Zeichen von Sturheit,auf lupenreinen Helvetismen zu beharren.Nebenbei:Noch nennt sich dieser Teil der Schweiz,über den wir reden bzw. schreiben,“deutschsprachig“.Oder hat sich da inzwischen etwas verändert,das ich übersehen habe?Schauen Sie doch nach Deutschland oder,wenn Sie das nicht mögen,meinetwegen auch nach Österreich.Dort wird seit vielen Jahren von einem immer grösser werdenden Teil der Bevölkerung eine Mischform zwischen Hochsprache und Dialekt gesprochen.Und ich finde es schön!

    • Adrian Berg sagt:

      In diesem Kontext sind es eben keine Helvetismen. Denn das sind schweizerische Eigenheiten im Schweizer Schriftdeutsch. Hier geht es aber um das gesprochene Schweizerdeutsch und da sind hochdeutsche Ausdrücke einfach nur falsch. Mir scheint, gerade diejenigen, die hier der Meinung sind, dass Hochdeutsche Ausdrücke anstelle von schweizerischen nicht schlimm sind, sind dafür umso empörter wenn Schweizer Hochdeutsch reden und dabei nicht ganz genau das Deutsch aus Deutschland imitieren mitsamt Aussprache und Betonung. Ich hoffe Sie sind da anders, ich will Ihnen hier nichts unterstellen.

      • Richard Mannstein sagt:

        Es ist nicht unsere Aufgabe, Fr. Kuster in den Spracherwerb ihrer Kinder hineinzureden. Ich finde es unnötig, dass man ein Kleinkind korrigiert, weil man für „seinen Dialektwortschatz“ „kämpfen“ möchte und diesen nicht „widerstandslos“ aufzugeben bereit ist. Ihre Begründung wirkt martialisch und zudem inhaltlich widersprüchlich („Mir ist bewusst, dass die Sprache einem steten Wandel unterliegt“). Wir sollten vielmehr unseren Kindern helfen, zu verantwortungsvollen Mitgliedern der Gesellschaft zu werden. Das ist wichtig. Das Abgrenzen von Dialekt / Standarddeutsch ist zum Scheitern verurteilt.

    • Barbara sagt:

      Meine Tochter ist über 19 Jahre alt. Ihr Vater ist Holländer, meine Mutter Italienerin, mein neuer Partner Deutscher. Wir leben Multi-Kulti. Mich hat es genervt, dass mein Kind aus einem Aargauer Klein-Dorf mit einer Aargauer Mutter, Aargauer Tagesmutter das Züri-Dütsch ihrer Freundin annahm. Und dies durch’s Band weg. Ich denke, wir haben als Eltern die Aufgabe die Traditionen und kulturellen Werte weiter zu geben. Und ich wehre mich gegen den dialektischen Einheitsbrei oder das Misch-Masch mit Germanismen und Helvetismen. Ich klebe nicht an Traditionen, gebe sie aber nicht einfach her.

  • peter sagt:

    übrigens: die „kita“ hiess bis voreinigen jahren in der schweiz noch „krippe“

  • Nina sagt:

    Der Link war für Herrn Niederer…

  • Rebecca sagt:

    Ist das nicht die Vielfalt in der Schweiz? Mein Mann ist Romand, ich aus d, unser fünfjähriger Sohn spricht schriftdeutsch, Französisch, Schweizerdeutsch und passt sich seinem gegenüber an.und jetzt auch noch ein paar Brocken englisch, weil das im Kindergarten gelehrt wird. Ihre Tochter bekommt es auch noch hin……ich finde diese Vielfalt toll

    • Hanspeter Niederer sagt:

      Wenn man an das unbeschränkte Potenzial des Menschen glaubt, mag das toll sein. Wenn man nicht daran glaubt wie ich, kann man sich Sorgen machen darüber, welche anderen Bereiche unter dieser sprachlichen (Über-) Forderung leiden werden. Ihrem Sohn jedenfalls droht schon mal das Schicksal, sich als „Europäer“ zu fühlen.

      • Nina sagt:

        Aha. Wie definieren Sie denn genau „lokal“, Herr Niederer? Ich vermute mal, innerhalb von Ihrem Gartenhag? Und alles, was draussen ist, ist überfordernd? Ich behaupte, dass vielmehr die sozialen Beziehungen identitätsstiftend sind als irgendwelche geographischen Regionen.

    • Nina sagt:

      Lesen Sie mal ein bisschen auf Wikipedia nach, dann werden Sie sehen, dass Ihre Ängste unbegründet sind, da sie auf einem falschen Identitätsverständnis fussen: http://de.wikipedia.org/wiki/Identität

  • karin sagt:

    herrlich dieser artikel! hoffentlich wird im kindergarten nie hochdeutsch eingeführt. wäre jammerschade, wenn das „elfliglöggli nümme lüütet tuet“.

  • Daniela sagt:

    Meine Tochter, 16 Jahre, spricht von Müll anstatt Abfall, Pferd anstelle von Ross, Arbeit anstelle von schaffe… Wenn ich sie korrigiere ( immer noch) sagt sie mir, das komme davon wenn man in der Schule fast nur noch Schriftdeutsch sprechen müsse.

    • alien sagt:

      Eh ja, und? Willst Du damit ein Pläduaieh gegen den Gebrauch des Hochdeutschen abliefern? Nicht, gell? Die Schule ist seit vielen, vielen Jahrzehnten hierzulande der Hauptmultiplikator des Standarddeutschen.

  • Sportpapi sagt:

    Dass Leute, die zum Teil ähnlich viel oder mehr Zeit mit den Kindern verbringen wie die Eltern, (mit-) prägend sind, nicht nur was die sprache betrift, ist doch eigentlich logisch. Schlimm? Nicht unbedingt, oder?

    • Nina sagt:

      Richtig – nur das „ähnlich viel oder mehr Zeit“ stimmt nicht. Meine Kinder verbringen die allermeiste Zeit mit mir und gehen auch noch nicht zur Schule, mein Mann spricht nicht Schweizerdeutsch, aber die Kids sprechen den lokalen Dialekt und nicht wie ich. Faszinierend, nicht? Die saugen wohl ihre Umgebung (und eben nicht nur Mami) voll in sich auf…

  • Kurt Schwob sagt:

    Eine kleine Geschichte, irgendwo gehört: die 20-jährige Tochter kommt nach Hause und sagt: Mama, ich geh gleich wieder, ich habe ein Date. Mama, entsetzt: Aber Moni, warum müsst ihr denn immer diese furchtbaren ausländischen Wörter brauchen – warum könnt ihr nicht einfach wie wir sagen: ich hab ein Rendez-vous? – Die Klagen über Sprachverluderung und Sprachvermischung und überhaupt den Weltuntergang sind mindestens 6000 Jahre alt – so alt sind die ältesten erhaltenen schriftlichen Dokumente der Welt, und sie beklagen genau das. Es gibt auch keinen Grund, damit aufzuhören.

    • Hanspeter Niederer sagt:

      „Es gibt auch keinen Grund, damit aufzuhören.“ Aber die Zeit drängt 🙂

    • Katharina sagt:

      „Aber Moni, warum müsst ihr denn immer diese furchtbaren ausländischen Wörter brauchen – warum könnt ihr nicht einfach wie wir sagen: ich hab ein Rendez-vous?“ Date, weil angelsächsisch, ist ein „furchtbares ausländisches Wort“ und „Rendez-vous“ als französischer Ausdruck dann nicht.

      ‚fascinating logic‘.

      • Stefan Müller sagt:

        @Katharina: Lassen Sie mich raten… Ironie ist nicht Ihre Stärke, oder?

      • Ella Müller sagt:

        „Rendez-vous“ ist kein „furchtbares ausländisches Wort“, sondern ein französisches. Französisch ist bekanntlich eine unserer 4 Landessprachen… Weitere Beispiele: Trottoir, Toilette, merci, Portemonnaie, Pommes frites, Sauce, Sauce bolonaise,…

      • alien sagt:

        In der Schweiz ist übrigens auch „appuntamento“ sehr gängig… „Date“ benutze ich manchmal, wenn ich eins habe, weil es irgendwie cooler tönt als Rendezvous. Tutto qua.

  • Hugo Moser sagt:

    Und da wär noch eine andere Frage: Warum in aller Welt muss eine 3-jährige in die KiTa?
    Die gehört nach Hause zur Mutter und zum Vater. Die können ja dann die Muttersprache richtig mitgeben…

    Warum mokiert sich eine Mutter also, wenn ein Kind eine Sprache lernt, das es nicht soll, nur weil Mutter nicht selber die Erziehung übernehmen kann?

    • Graber Sabine sagt:

      da Stimme ich dir 100% zu! Man kann das Kind nicht in die Aussenwelt entlassen und dabei erwarten, dass es dabei nichts aufnimmt!!! Das ist ganz normal und lässt sich nicht verhindern. Wenn man das nicht wünscht, lässt man das Kind bis zur Einschulung mit 5-6 Jahren zuhause. Ganz einfach.

      • alien sagt:

        KiTa? Welch garstig Wort! Auf gut schweizerdeutsch heisst das Krippe, jawoll mfall.

        Im Ernst: Bitte nicht gleich wieder die ideologie hervor holen. Krippen sind gut für die einen, für die anderen nicht. Leben und leben lassen.

  • Nina sagt:

    Zum Glück stellen sich bei uns diese Probleme nicht. Ich selber spreche keinen bestimmten CH-Dialekt, da in verschiedenen Kantonen aufgewachsen; habe mir sozusagen meinen eigenen Universal-Dialekt kreiert. Und verstehe mehr lokale Dialektwörter aus diversen Regionen als der Durchschnittsschweizer. Mein Vater sprach Hochdeutsch mit Akzent, das Deutsch hab ich bestens übernommen, den Akzent nicht. Mein Mann spricht Französisch. Ich spreche mehrere Fremdsprachen und davon die Hälfte fliessend. Und meine kleinen Kinder verstehen Deutsch, Französisch und CH-Deutsch und sprechen den lokalen Dialekt

    • Nina sagt:

      sowie Französisch. Wo liegt nun genau das Problem?

      • Hanspeter Niederer sagt:

        Im Bedürfnis nach lokal verwurzelter Identität ! Der Mensch ist sehr erfinderisch im künstlichen Konstruieren von Identität, aber gegen Ende der Lebensspanne besinnen sich die meisten Menschen auf ihre primären Wurzeln zurück. Dabei ist die ursprüngliche Sprache eine der Stärksten. Ihre Kinder werden herausfinden, in welcher Sprache Ihre Identität gründet !

      • Nina sagt:

        Na eben. Dann sind die primären Wurzeln hier halt einfach vielfältig. Meine Geschwister haben sich z.B. als Teenies einfach einen neuen Dialekt angeeignet und beibehalten. Den keiner meiner Eltern spricht, übrigens.

    • Klicki sagt:

      Haben Sie Ihr Hochdeutsch und Französisch auch selber kreiert? Es ist auch eine Frage der Bildung, dass man einen Dialekt (oder von mir aus auch mehrere) beherrscht und nicht ein Mischmasch à la Bahnhofbuffet Olten gebraucht.

      • Katharina sagt:

        „Es ist auch eine Frage der Bildung, dass man einen Dialekt (oder von mir aus auch mehrere) beherrscht“ dass ist bull. Wenn ich in der Schweiz bin, rede ich meinen Dialekt aus der Kindheit. das Luzernische. Die Berner verstehen mich, die Basler und manchmal sogar die Zürcher. (oder Züricher … pun intended). Deutsche, die in der Schweiz leben, fragen halt manchmal nach, wenn sie etwas nicht verstehen, genauso wie ich das tue, wenn ich Verwandte in der Umgebung Berlins besuche und deren Dialekt nicht verstehe. Aber seinen Mutterdialekt zu verleugnen, nur im etwas baslerischer zu tönen,

      • Katharina sagt:

        hat nichts mit Bildung zu tun.

      • Klicki sagt:

        Sich einen Dialekt selber erfinden ist genauso ein Zeichen fehlender Sprachkompetenz wie der Gebrauch von Sätzen wie „dass ist bull“.
        Auf Bildung und Sprachkompetenz legt halt nicht jeder Wert, vielen reicht es, verstanden zu werden. So gesehen braucht man auch keine Fremdsprachen korrekt zu lernen.

      • Katharina sagt:

        ‚das ist bull‘ ist halt meine Sprache…. namely diejenige einer bilingue amerikanisch-deutsch Sprechenden, die sich schon vor längerer Zeit von Helvetistan verabschiedet hat. Und wenn ich hier nachlese, dass Leute dort ein Problem daraus machen, dass jemand Meerschweinchen statt Meersäuli sagt, frage ich mich echt, wo denn das kulturelle Selbstverständnis der Helvetistaner geblieben sein mag.

        wobei ich denke, das Phänomen beschränkt sich auf die Zuericher.

        In dem Sinn denke ich auch, dass Sie Bildung etwas missverstehen, Klicki, in einer etwas typisch engen Art.

      • Katharina sagt:

        Wenn Sie etwa sagen „Auf Bildung und Sprachkompetenz legt halt nicht jeder Wert, vielen reicht es, verstanden zu werden“ dann implizieren Sie ja eine Ungebildetheit meinerseits. Auf das verstanden werden lege ich übrigens nicht so sehr wert, denn ich bin mir der dahingehenden Unzulänglichkeiten in ihrer Geolokation sehr bewusst, zeigte sich in meiner Berufserfahrung allzu oft 😉

        Sie versuchen nur, sich selber abzugrenzen und anhand eines nicht gouttierten Sprachgebrauchs einen Status von Klasse zu etablieren. Es ist leider so, dass Sie halt nicht ein Uptown Girl sind.

      • Katharina sagt:

        Das zeigt sich damit, dass Sie von „Mischmasch à la Bahnhofbuffet Olten“ reden. einem Ort, in dem sich Girls of Class sicher nie aufhalten würden. it is a trainline interchange. Now who has a drink in a subway station for example?

        🙄

      • Klicki sagt:

        Wer zwei Sprachen andauernd vermischt, ist nicht bilingue, sondern bestenfalls anderthalb-lingue. Echte Bilingues beherrschen beide Sprachen fehlerfrei und können sie auseinanderhalten. Das Gleiche gilt für die mediale Diglossie Hochdeutsch/Alemannisch.

        Wenn man’s nicht richtig kann, ist es sicher nicht der Weltuntergang, sowenig, wie wenn man die deutsche Grammatik oder Rechtsprechung nicht beherrscht.

      • Carolina sagt:

        Mich beelenden die Sprachfundamentalisten genauso wie die in anderen Bereichen. Sprache lebt. Immer. Gott sei Dank. Wir sprechen nicht mehr die Mundart unserer Eltern, diese nicht die ihrer eigenen Eltern. Sprache ist zuallererst Kommunikation – gelingt sie, also werde ich verstanden bzw verstehe ich, ist sie gelungen. Sprache ist sodann Heimat, Erinnerung, Herkunft, auch in allen möglichen Mischformen. Für mich ist die Neugier, die vor allem Kinder und junge Menschen auf Sprachen und Dialekte aller Art haben, auf die gerade gebräuchlichen Modewörter, die Vermischungen mit Fremdsprachen,

      • Carolina sagt:

        /2 keinesfalls etwas Bedauerliches, sondern das Gegenteil davon. Es zeigt, welche Einflüsse auf die jeweilige Generation wirken, es macht neugierig auf das Gegenüber – die Tatsache, dass kleine Kinder ganz spielerisch mehrere Sprachen bzw Dialekte aufnehmen können, beweist für meine Begriffe, dass Sprache etwas lebendiges und fliessendes ist, das sich verändern muss, genauso wie unsere Leben, unsere Lebensumstände und die Welt, in der wir leben.

  • Hugo Moser sagt:

    Warum ist dieser Artikel eigentlich nicht in Mundart geschrieben (Schwiizerdüütsch)?
    Und warum vergewaltigt man mich, meine Reaktion auch in Standard-Deutsch zu schreiben?
    Und warum ist Standard-Deutsch nicht der Standard, den ich kenne und seit 45 Jahren spreche?
    Das sind Fragen, die man mal diskutieren könnte… oder?

  • Seemäitli sagt:

    Tschech nüüt schlimmers! Natürli chamer de Chind säge, wies bi öis häisst, aber s’Wichtigscht ischo doch, äifach sälber immer die gliiche Wörter z’säge. Öb s’Chind dihäi Züritüütsch und Änglisch oder Hochtüütsch ret – mit de Ziit, am ehndschte öppe im Chindergarte merkts, dass es verschideni Schpraache git und s’bliibt i de gliiche Schpraach ine. Abgsee devo: mir reded ja ä nöd eso wie öisi Müetere oder Grosvättere gredt händ – oder säit öper vo öi no Buwéérli, Guggummere oder Faazenettli? Oder wäiss immer, öb’s grad zwei, zwo oder zwee häisst? S’Schöön am Dialäkt isch doch, das er läbt.

    • Bitte Deutsch schreiben. Ihr Geschreibsel macht ja in den Augen weh.

      • ng sagt:

        @It must be said: Bitte anständig schreiben, Ihre Überheblichkeit macht ja in meinem Kopf weh.

        (Im Ernst, es geht um Dialekt, warum nicht mal ausnahmsweise schweizerdeutsche Kommentare tolerieren?)

      • alien sagt:

        Weil sie nicht gut lesbar sind, ganz einfach. In der Schweiz schreiben wir deutsch, Dialekt wird gesprochen und nur selten geschrieben, und zwar eigentlich nur dann, wenn man davon ausgehen kann, dass die Leser Schweizerdeutsch lesen wollen.

        Ich überspringe schweizerdeutsche Kommentare, wenn ich sie nicht aus irgend einem Grund wirklich lesen will. (Ich bin ein eingeborener Schweizer, damit das klar ist…)

  • Hellmut sagt:

    Das ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie mit einer forcierten Korrektur auch noch eine negative Grundeinstellung zur Deutschen Sprache- gesprochenes „Hoch“deutsch- Deutsche kolportiert wird. S’Isch grad e chli destructive!

  • Ella Müller sagt:

    Vor 15 Jahren erlebt:Eines meiner damaligen Tageskinder (zu Hause eine andere Sprache sprechend,neu „bärndütsch“ lernend,kam eines Tages mit einem Verslein aus dem Kindergarten nach Hause: „Blüemli güüssä, Blüemli güüssä…“.Ach so,ja,die Kindergarten-Lehrkraft kam ja aus einem anderen Kanton, nicht aus Bern. Ich habe meinem Tageskind erklärt, dass es berndeutsch „giässä“ heisst.Noch ein paar Jahre früher mit meinem Kind in der Spielgruppe: Es wurde „es schneielet, es beielet, …“ gesungen.Eine Mutter kam auch aus einem anderen Kanton und sang zuerst:“Es schnäielet, es bäielet, es goht en ..“

  • Beatrix sagt:

    Viele Kinder (auch) in der Schweiz wachsen zwei- oder sogar dreisprachig auf und das funktioniert wunderbar und eigentlich auch automatisch, solange jede Bezugsperson mit dem Kind konsequent die eigene Muttersprache spricht. Korrigieren ist aber nicht notwendig und man muss das Kind auch nicht immer wieder darauf hinweisen, welche Sprache jetzt gesprochen werden sollte. Irgendwann, wie auch Mira es schreibt, können sie differenzieren und je nach Umfeld und Person die entsprechende Sprache verwenden. Die deutsche Erzieherin sollte aber in der Kita „reines“ Hochdeutsch sprechen.

  • Marie-Anne sagt:

    Im Kindergartenalter war der beste Freund meiner Tochter ein deutscher Bub, sie sprach mit ihm akzentfreies Hochdeutsch, dass sie auch nie verlor und heute noch beherrscht, trotzdem konnte sie immer zwischen Mundart und Hochdeutsch unterscheiden. Die Verwirrung kommt wohl daher, dass viele Einwanderer ihre schöne Sprache anpassen wollen und dann so ein Chrüsimüsi rauskommt, das niemandem gefällt und auch nicht hilfreich ist. Deutsche, bleibt bei Eurer Sprache! Sie klingt in meinen Ohren gut, im Gegensatz zu der Qual, die ich empfinde, wenn ihr alles mischt.

    • Ella Müller sagt:

      @Marie-Anne: Sie schreiben u.a.:“Deutsche, bleibt bei Eurer Sprache!“ Ich meine, das sollte auch für Schweizer gelten, „damit nicht so ein Chrüsimüsi HErauskommt … , wenn ihr alles mischt.“

      • Valeria sagt:

        Es gibt aber viele Deutsche, die ein Problem hätten, wenn wir einfach so weiterreden würden, „wie üs d’Schnorre gwachsä isch“. Ich selber habe ja sogar manchmal Mühe, z.B. Walliserdeutsch zu verstehen.

      • Katharina sagt:

        „Es gibt aber viele Deutsche, die ein Problem hätten, wenn wir einfach so weiterreden würden, “wie üs d’Schnorre gwachsä isch”.“ ist aber deren Problem, nicht das der Einheimischen, denn in der Schweiz wird nun mal ein je nach Region sehr unterschiedlicher Alemannischer Dialekt gesprochen.

      • Ralph sagt:

        Naja. Nicht nur in der Schweiz werden Alemannische Dialekte gesprochen. Bzgl Dialekt allgemein schaue man sich mal adie Vielfalt über Bayern, Baden Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, … an. Die Bandbreite ist schon beachtlich insofern muss ich etwas schmunzeln wenn in CH gerne Deutsch = Hochdeutsch gesetzt. Für meine „richtig schwäbischen“ Klassenkameraden war/ist Hochdeutsch auch nicht die Muttersprache und einige dieser Eltern beschweren sich ziemlich ähnlich wie Mama über den Verlust des Dialekts, egal ob in BW oder Bayern.

      • Sama sagt:

        @valeria: Ich bin gebürtige Deutsche und dagegen, das man mit Deutschen, die länger als 3 Monate in der Schweiz leben hochdeutsch spricht – wer sich von Anfang an bemüht, kann nach dieser Zeit eine normale Konversation über allgemeine Themen im lokalen Dialekt verstehen. Die anderen Dialekte brauchen länger, aber nach einem Jahr sollten alle gängigen Dialekte verstanden werden und es gibt zwar noch lange einzelne Wörter,d ie man nachfragen muss, aber das gibt sich mit der Zeit. Sprecht mit Deutschen, die hier leben schweizerdeutsch – wer den Dialekt nicht verstehen will, lebt im falschen Land

      • Valeria sagt:

        @ Sama:
        Aber nicht jeder Deutsche, der die Deutsch-Schweizer Grenze überquert, möchte gleich die Zelte hier aufschlagen. Wer dann nach dem Weg fragt oder das Hotel sucht, ist ganz froh, wenn ihm (was für Schweizer ja kein Problem sein sollte) in einigermassen sauberem Deutsch geantwortet wird.

        @ Katharina:
        Wenn ich in Frankreich bin, bin ich auch froh, wenn mir in Standard-Französisch geantwortet wird, weil ich alles andere einfach nicht verstehen würde. Analoges gilt für Italien. Dieses Entgegenkommen gegenüber Fremden hat etwas mit Gastfreundschaft zu tun.

    • Sama sagt:

      Liebe Marie-Anne, man nimmt immer die Sprache der Umgebung an. Nach 25 Jahren Schweiz spreche ich leider nach wie vor kein Schweizerdeutsch, aber wenn die Umgebung baseldeutsch redet nimmt man unweigerlich Wörter und Betonung an – es geht nicht anderst und ist auch nicht schlimm, sondern normal und ein klares Zeichen, das man dort, wo man lebt gerne lebt.

    • Jack Stoffel sagt:

      @ Marie-Anne: Vergessen Sie das mit dem „akzentfreien Hochdeutsch“. Eine gesprochene Sprache ist nie akzentfrei.

  • Monsieur de Hummel sagt:

    Ich finde das einen guten Ansatz von Frau Kuster. Ich finde es auch etwas seltsam, wenn Kinder „Wolke“ und „weil“ sagen. Tun sie aber, wenn man sie nicht daran hindert. 😉

  • In Zürich sagte man früher nie füüf (=5), sondern immmer foif. Und Faischter, niemals Fänschter….! Nur weil die BündnerInnen so symphathisch sind…!

  • Nicole sagt:

    Ich bin CH-D-Doppelbürgerin (in der CH aufgewachsen und CH-deutsch sprechend), und mein Mann kommt aus D. Er spricht schwäbisch zu den Kids und mir, ich spreche mit allen CH-Deutsch. Die Kids sprechen CH-Deutsch, weil sie das einfach viel mehr hören, aber sie brauchen auch deutsche Ausdrücke, vor allem, wenn sie mit Oma und Opa am Telefon sind. Und sie haben ein Mischmasch an CH-Deutsch. Ja nu….

    • pixel sagt:

      Nicole, wir haben eine sehr ähnliche Situation. Ich sprach nebst dem schweizer Dialekt eigentlich ein wienerisches Hochdeutsch; an der Seite meines Partners ist das nun ein Misch-Masch mit dem NRW-Deutsch geworden. Unser Kleiner plappert und lernt grade die ersten Wörter und um ein möglichst gutes Verständnis herzustellen spricht sein Papa plötzlich Sätze wie:“bring mir bitte das Beeebi“ anstelle von „bringst mir mal bitte die Puppe“. Und beide sind sich einig, dass „Abe-tete“ wesentlich einfacher ist als „abegheit“. Kurz: Man passt sich an. Alle ein bischen, dann kommt das schon gut.

      • Carolina sagt:

        Es kommt wirklich gut, Nicole und Pixel, kann ich Ihnen versprechen. Unsere Kinder (und davor schon meine Geschwister und ich) haben auf diese völlig spielerische Art mehrere Sprachen (und Dialekte) ‚gelernt‘. Das gab ganz am Anfang immer mal einen Mischmasch, aber hat sich jeweils wunderbar geklärt. Natürlich wird sich irgendwann die mündliche und schriftliche Sprachbeherrschung konzentrieren, aber das ist ja völlig ok. Eines unserer Kinder hat sich bei Schuleintritt geweigert, weiter ihre erste Muttersprache Englisch zu sprechen – jahrelang (nur mit ihren Grosseltern hat sie eine Ausnahme

      • Carolina sagt:

        /2 gemacht) – irgendwann war diese Phase vorbei und sie spricht und schreibt perfekt Englisch. Nur Geduld und Gelassenheit.

  • max felske sagt:

    Ich bin Deutscher, seit 1974 in der Schweiz. Meine Kinder ( 11 + 16) sprechen zu Hause Hochdeutsch. Kommen aber Freunde, dann spricht man Dialekt. Die Freunde wiederum MÜHEN sich mit mir „Schriftdüütsch“ zu sprechen.

  • Franz Oettli sagt:

    Bei einem kleineren Kind mag das noch hingehen, wenn gewisse Wörter anders gebraucht werden, vielleicht renkt sich das mit der Zeit ein, zu hoffen wäre es. Denn die Sprache ist auch zum Teil Identität. Schade ist es dann aber definitiv, wenn auch ältere mit diesen schlimmen Englischwörtern um sich werfen, obwohl es ein deutsches Wort dafür gäbe. Haben wir so wenig Selbstbewusstsein, dass diese angelsächsischen Ausdrücke uns so imponieren?

  • Fritz sagt:

    Sprache lebt und verändert sich. So ist das. Was soll schlecht daran sein? Wertungen von anderen Sprachen/Aussprachen („hässlich“) sind rassistisch und deshalb völlig daneben.

  • mira sagt:

    Wir sind Schweizer und leben in Deutschland. Ich habe von Anfang an mit meiner Tochter Schwitzertütsch gesprochen, „draussen“ hört sie Deutsch oder die lokale Mundart. Lange hat sie beides vermischt, aber seit ihrem 3. Geburtstag fängt sie an zu differenzieren und trennt die beiden Sprachen. Ganz ohne mein Zutun und ohne Korrekturen. Warum sollte sowas nicht auch in der Schweiz möglich sein? Ich finde es etwas heftig, ein 3 jähriges Mädchen zu korrigieren. Brauchen Sie einfach konsequent ihre eigenen Ausdrücke, dann lernt ihr Kind diese automatisch auch!

    • Sama sagt:

      Das sehe ich auch so – die Tochter steckt noch in der Sprachfindungsphase – wie jedes Kind, das in einem mehrsprachigen Umfeld aufwächst (das können auch zwei verschiedene schweizer Dialekte sein). Die Kleine wird ziemlich schnell lernen, das Puppe in der Krippe gesagt wird und Bäbi daheim, da muss man nicht al zu gross korrigieren. Man muss nur absolut konsequent sein und am besten auch die Grosseltern etc. darum bitten.,auch konsequent zu sein.

      • Felix sagt:

        Ha … meine Kinder wachsen im ländlichen Thurgau auf uns flechten geschickt Züri-Dütsch (auch im Alter von 10 Jahren) in ihre Sätze ein. Warum? Dä Globi machts möglich. By the way wird dann auch noch hie und da ein hochdeutsches Wort in den Satz eingebaut. Aber hey … die Grenzen sind fliessend und die Sprache hat sich schon immer weiter entwickelt.

    • emporda sagt:

      Jeder sollte darüber nachdenken wie so etwas enden kann

      Meine demente Schwiegermutter lebt mit 91 in einem spanischen Altenheim, kaum jemand versteht sie. Sie spricht eine Misch-Sprache aus Deutsch-Holländisch-Englisch, die nur verstehen kann wer die 3 Sprachen einigermaßen beherrscht.

      Lediglich elementare Grundbedürfnisse kann sie verständlich machen (Essen, Trinken, Schlafen, Toilette)

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