Mythos Sexsucht

MAMABLOG-SEXSUCHT

David Duchovny ist bekennender Sexsüchtiger: Der Schauspieler als Hank Moody in der Serie «Californication».

Der Mamablog startet einen Themenschwerpunkt zur Sexualität. Heute lesen Sie in dem Artikel von Michèle Binswanger, wie der Terminus Sexsucht zu einer Art Modediagnose geworden ist – und was dies über unser Verhältnis zur Lust aussagt. Am Dienstag wird Jeanette Kuster alle Fragen zur Sexualaufklärung beantworten, die Sie immer schon wissen wollten, aber nie zu stellen wagten.

Bis vor kurzem wussten wir gar nicht, dass dieses Leiden existiert. Doch seit zahlreiche Sportler, Politiker und andere Prominente sich in den vergangenen Jahren mit heruntergelassenen Hosen erwischen liessen und und beschämt ihre Sexsucht eingestanden, ist man auch in den hiesigen Breitengraden hellhörig geworden. Besagte Prominente machen auch gleich vor, wie man mit dem Leiden umgeht: Man lässt sich umgehend in die Entzugsklinik seines Vertrauens einliefern, um sich dort von der Sucht heilen zu lassen.

Die Prominenz fungierte in Lifestylefragen schon immer als Avantgarde und mit der propagierten Sexsucht lieferte sie uns Normalsterblichen wieder einmal einen Begriff, an dem man sich gemütlich zusammenkuscheln und sich an der Schadenfreude über die Leiden der Mehrbesseren die Hände wärmen kann. Doch nur kurz, denn bereits beginnen Experten zu warnen, dass die Sache weiter verbreitet ist, als vermutet: «Sexsucht nimmt zu!» titelt etwa das Migrosmagazin, 3-6 Prozent der Bevölkerung soll darunter leiden und «es werden immer mehr». Auch Sexologe Werner Huwiler vom Mannebüro in Zürich warnt gegenüber «20 Minuten»: «Die Zahl der Mitglieder unserer Gruppe für sexsüchtige Männer hat sich innerhalb des letzten Jahres verdoppelt». Da scheint es folgerichtig, dass Sexsucht bald als eigene Krankheit anerkannt und demnächst ins «Diagnostische und statistische Handbuch psychischer Störungen» der American Psychiatric Association (APA) aufgenommen werden wird.

Aber wie kommt es eigentlich, dass die Menscheit zwei Millionen Jahre existieren konnte, ohne dieses schwere Leiden zu entdecken? Erstaunlich, wenn man bedenkt, wie zentral die Sexualität im Leben des Menschen schon immer war. Hat es vielleicht damit zu tun, dass uns dank modernen technischen Aufnahme- und Distributionsmöglichkeiten überhaupt erst vor Augen geführt wird, dass der Mensch sich punkto Sex selten so verhält, wie das moralische Empfinden es gern hätte? Der Verdacht liegt nahe, dass es sich bei der Diagnose Sexsucht um die Pathologisierung eines Verhaltens handelt, das bis vor kurzem noch als Charakterschwäche durchging. Und das hat Folgen: Psychologen spezialisieren sich, es werden Programme und Sprechstunden angeboten, Selbsthilfegruppen werden formiert, vielleicht werden unheilbare Sexsüchtige bald auch eine IV beziehen dürfen.

Vom Dampfschiff aus gesehen handelt es sich hier um einen klassischen moralistischen Fehlschluss, was bedeutet, dass von einem Soll- auf einen Sein-Zustand gedeutet wird. Im Falle der Sexsucht heisst das, dass das moralisch wünschenswerte Verhalten, nämlich sexuelle Treue zum normalen und gesunden Verhalten gedeutet wird und alles, was davon abweicht, als pathologisch verstanden wird. Wenn notorische Fremdgeher wie Golfmillionär Tiger Woods, sich nachdem er erwischt wurde umgehend in eine Suchtklinik einliefern lässt, entspricht das einem öffentlichen Bussritual – ähnlich wie die koksende Kate Moss, die beim koksen erwischt wird und gleich ihre Rehab bucht, um danach geläutert wieder bei den Werbekunden anklopfen zu dürfen. Die Katholiken hatten die Beichte, in unserer säkularen Gesellschaft erlangen wir Absolution durch die Medizin.

Auch in Fachkreisen stösst die Modediagnose auf Skepsis. In seinem Buch «America’s War on Sex» kritisiert der US-Therapeut Marty Klein die Diagnose als moralischen Feldzug gegen den ganz normalen Sextrieb, der das wünschenswerte als normal hinstellt und alles, was abweicht als krankhaft. Dabei seien «gieriges Verlangen nach sexuellem Genuss und dunkle Phantasien Teil einer normalen Sexualität.» Für ihn ist klar, dass hinter der Trenddiagnose Sexsucht Moralapostel stehen, die «aus einem Verhalten, das sich in aller Regel völlig im Rahmen einer normalen Sexualität bewegt, eine Krankheit machen.»

Die Schwierigkeit beginnt schon bei der Definition eines kritischen Quantums. Wie viel Sex ist zu viel Sex? «Selbst unter Therapeuten, die sich auf die Behandlung sexueller Probleme spezialisiert haben, gibt es kaum Übereinstimmung, wie man eine Sexsucht diagnostizieren könnte», sagte etwa Peer Briken, Direktor des Instituts für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf gegenüber dem «Spiegel». Weil sich hier kaum eine allgemeingültige Norm feststellen lässt, verlegt man sich aufs subjektive Empfinden der Betroffenen. Wer sich so viel mit Sex beschäftigt, dass er für anderes kaum noch Zeit findet, wer als Reaktion auf Angstzustände, Missstimmung und Langeweile mit sexuellen Bedürfnissen reagiert und wer unter seinem übersteigerten sexuellen Trieb leidet, gilt als sexsüchtig. Doch wenn empfundener Leidensdruck als diagnostisches Kriterium gelten kann, müssten auch ganz viele andere Verhaltensweisen als pathologisch gelten. Zum Beispiel Mütter, die nur noch an ihre Kinder denken. Doch weil dieses Verhalten gesellschaftlich erwünscht ist, laufen wir nicht Gefahr, dass sich bald haufenweise Mütter wegen ihre Babysucht in Entzugskliniken einliefern lassen.

155 Kommentare zu «Mythos Sexsucht»

  • Altorfer sagt:

    So ein Blödsinn dieser Artikel. Ich kann Frau Binswanger nur wünschen mit einem sexsüchtige Partner zu leben.
    Das Leben wird zur Hölle (für den Partner). Alles dreht sich nur um dieses Thema. Falls Frau keine Lust hat wird sie genötigt und Mann wird sehr agressiv. Am Anfang macht das ja noch Spass, vor allem wenn man weiss, dass viele Männer Erektionsprobleme haben. Sexsucht zeigt sich wie jede andere Sucht auch, dass sich alles um dieses Thema dreht und sobald man konsumiert hat, hält leider die Befriedigung nicht an. Die Lösung wäre wohl, sexsüchtiger Mann mit sexsüchtiger Frau.

  • Matze sagt:

    Es ist ein Teufelskreis… Und ich kann jedem nur raten sich Hilfe zu suchen und betroffenen zu helfen. Alleine rauszukommen ist schwer…

  • Abeille sagt:

    Ich halte unsere Gesellschaft für extrem süchtig in fast allen Bereichen. Der Sex- und Beziehungsbereich gehört dringendst noch mehr beleuchtet. Ist doch offensichtlich dass wir da ein grosses Problemthema haben. Empfehlenswert zu einer Einführung: Anne Wilson Schaef: Die Flucht vor der Nähe. http://de.wikipedia.org/wiki/Spezial:ISBN-Suche/3423350547

  • peter ruch sagt:

    aeh, ich verstehe nicht ganz, was dieses thema auf dem mamablog zu suchen hat? aber ich werde es jetzt mal mit meinem siebenjaehrigen sohn diskutieren. nachdem wir miteinander zwei staffeln «californication» reingezogen haben.

  • lowlander sagt:

    Was mir einigermassen wunderte als ich dieses Artikel las ist wie negativ die Sexsucht dargestellt wird, im Vergleich zur Magersucht, im ein anders Mamablog-Artikel: „Ich bin nicht dick!“. Ok, ich vermute auch dass für einige Promis Sexsucht als einfache Ausrede verwendet wird, aber anscheinend gibt es auch wirklich pathologische Fälle. Würde gern mal von Frau Binswanger erfahren wieso das eine (Magersucht) als etwas von der Gesellschaft aufgedrängtes gesehen wird und Sexsucht als Pathologisierung in der Ecke gestellt wird.

  • James Dean sagt:

    Zum Glück bin ich sexsüchtig.

  • Patrick Meier sagt:

    So ein Bloedsinn…. und so offensichtlich, wo das „Problem“ liegt, wenn es denn ueberhaupt eines ist: Heute ist Pornographie gratis und frei zugaenglich per Internet erhaeltlich, in unlimitierter Menge direkt ins Schlafzimmer geliefert. Wie bei jeder Droge, die ja alle das Lustzentrum im Gehirn stimulieren, kann uebermaessiger Konsum auch hier zu Abhaengigkeit fuehren. Abgesehen davon ist Sex heute salonfaehig, was zu einer Verminderung der Hemmungen fuehrt, zu seinem „Trieb“ zu stehen.

    • Patrick Meier sagt:

      Wo sind also die interessanten Fragen in diesem Bereich? Ich sehe keine, ausser dem Umstand, dass sich Sex halt gut verkaufen laesst.

  • Andi Koch sagt:

    Ich vermisse Fakten zur Molekulargenetik.

  • Peter27 sagt:

    Da ich meine Kommentare nicht kopiert habe und sie von Ihnen auch nicht veröffentlicht wurden, würden Sie sie mir bitte an meine E-Mail-Adresse senden, basierend auf dem Copyright-Schutz. Besten Dank. biolife@gmx.ch

  • Patrick Widmer sagt:

    Sexsucht existiert nicht, da bin ich ganz der Meinung des Artikels. Sex war schon immer ein mächtiges Vergnügen für die Menschheit, und daher existiert sie immer noch und ist nicht ausgestorben. Die heutigen technischen Möglichkeiten, Film, Internet, Computer etc. bringen nur die wahre Natur des Menschen an den Tag. Uebermässiger Sex, inkl. alle „Perversionen“, waren schon immer da, nur wollten es z.B. die Kirchen nicht wahrhaben. Dafür hat sich der Sexualtrieb, diese unbezwingbare, übermächtige Naturgewalt, an den Klerikern gerächt…..sind sie doch alle heimlich neurotische Onanisten.

  • Katharina sagt:

    „Da scheint es folgerichtig, dass Sexsucht () demnächst ins «Diagnostische und statistische Handbuch psychischer Störungen» der American Psychiatric Association (APA) aufgenommen werden wird.“

    Das stimmt nicht:

    • Katharina sagt:

      Das stimmt nicht:

      „Sexualwissenschaftler haben keine Einigkeit darüber, ob sexuelle Sucht existiert oder, wenn ja, wie das Phänomen zu beschreiben ist. Einige Experten glauben, dass sexuelle Sucht buchstäblich eine Sucht, direkt analog zu Substanzabhängigkeiten ist. Andere Experten glauben, dass Sexsucht tatsächlich eine Form der Zwangsstörung ist und bezeichnen es als sexuelle Zwanghaftigkeit. Wieder andere Experten glauben, dass Sexsucht ein Mythos, ein Nebenprodukt kultureller und anderer Einflüsse ist.

      Übersetzt aus dem englischen Wiki zum Thema.

    • Katharina sagt:

      DSM

      Die American Psychiatric Association veröffentlicht und aktualisiert regelmäßig die Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM), eine weithin anerkannte Kompendium der anerkannten psychischen Störungen und deren diagnostische Kriterien.

    • Katharina sagt:

      Die Version in 1987 (DSM-III-R) veröffentlicht, nannte „Not über ein Muster von wiederholten sexuellen Eroberungen oder andere Formen der nicht-paraphile Sexsucht, mit einer Reihe von Menschen, die nur als Dinge verwendet werden.“ Der Verweis auf sexuelle Sucht wurde anschließend entfernt. Die aktuelle Version, im Jahr 2000 (DSM-IV-TR) veröffentlicht, erwähnt Sexsucht als psychische Störung nicht mehr. Die DSM-IV-TR enthält aber noch eine Diagnose genannt sexuelle Störungen ohne anderweitige Diagnose (not otherwise specified), zu denen jetzt auch gehört: „Bedrängnis über ein Muster von

    • Katharina sagt:

      wiederholten sexuellen Beziehungen mit einer Reihe von Liebhabern, die nur als Dinge verwendet werden“. Weitere Beispiele sind:. Zwanghafte Fixierung auf einen unerreichbaren Partner, zwanghafte Masturbation, zwanghaftes Liebesbeziehungen, und zwanghafte Sexualität in einer Beziehung.

      Hypersexualität selber ist ein Symptom der Hypomanie und Manie bei bipolaren Störungen und schizoaffektiven Störung, wie in DSM-IV-R definiert.

    • Katharina sagt:

      Einige Autoren drücken weiterhin aus, dass sexuelle Sucht im DSM-System wieder eingeführt werden sollte. Sexsucht wurde für die Aufnahme in DSM-5 abgelehnt, welches für 2013 erwartet wird.

      • E.H.Roth sagt:

        hm, Sexsucht sowie zB.der Alkoholismus eine Sucht ist, gibt es nicht. Das ist eine Erfindung von einigen unterbeschäftigten und arbeitsscheuen Psychologen mit einer unterentwickelte Libido. Ich frage mich höchstens, wie diese Nasen dazu bewegt über etwas zu sprechen und Namen verteilen wie DSM-5 das sie weder verstehen noch je erlebt haben. Das ist wie wenn eine halbe Portion über das Militär spricht, war aber nie dort.

      • Erika B. sagt:

        Nach Katharina ist es also nicht eine Sucht nach Sex, sondern eine zwanghafte Fixierung auf Sex. Das ist etwas anderes und macht Sinn, finde ich. Sexsucht ist ein Mythos, wie der Titel schön sagt. Zwanghafte Fixierung ist vermutlich die Realität. …ist als Begriff aber nicht so Aufsehen erregend.

      • E.H.Roth sagt:

        zwanghafte Fixierung, Das gefällt mir. Also bei bei Sex sprechen wir vom zwanghafter Fixierung. Wie verhält es sich bei den Menschen die ihre Energie auf die ihre Tätigkeit also tägliche Arbeit richten? Ebenfalls zwanghafte Fixierung?
        Ich denke der Mensch ist mit einer fixierten Persönlichkeit geboren. Vielleicht braucht er das um zu überleben.

  • Beat Nik sagt:

    Zitat: „Aber wie kommt es eigentlich, dass die Menscheit zwei Millionen Jahre existieren konnte, ohne dieses schwere Leiden zu entdecken?“

    Ich denke nicht, dass die ausschweifende Selbstdarstellung der Sexualität, wie Sie ja heute jeden Sommer in der Stadt, oder im Film, den Musikvideos oder der Werbung, damals schon existierte. Vielfach ist das Leben heutztage doch von Sex nur so umgeben, ohne dass man es bewusst merkt. Babysucht gibt es übrigens auch, genau wie die Sucht seine Meinung in Blogs wie diesen der breiten Masse zu präsentieren, aber das ist ein anderes Thema!

    • Hedon Zweifel sagt:

      In welchem damals? Im prüden 19. Jahrhundert als bereits ein entlösstes Tischbein als anstössig galt? Oder in Versailles, wo das Verhältnis die Königen eine Staatsaffäre und Amtspflicht des königs war, seine Maitresse fürs Herz und das vergnügen da war? Oder meinst Du die Antike als mann nicht chic war, wenn mann nicht bisexualität auslebte und dies für die nachwelt auf Vasen aufgezeichnet wurde und in den Hausschreinen Statuen mit überdimensionierten Geschlechtsteilen rumstanden?

  • dres sagt:

    …bzw. das Thema Sesucht mit den letzten Sätzen Ihres Blogs… 😉

  • dres sagt:

    Frau Binswanger. vielleicht hat der letzte etwas mit dem zweitletzten Satz zu tun… Vereinfacht, latürnich… 😉

  • rolf neff sagt:

    Der Artikel ist auf das Schoenste gelungen.
    Alle Ingredienzen eines interessanten Lesestoffes sind vorhanden.Dankeschoen.Gut geschrieben und konzis nachgedacht.
    Sexsucht ist eine wunderbare Ausrede fuer notorische Fremdgeher.Dann der gelungene Mechanismus des Bussetuns.
    Entweder durch teure Programme des freundlichen Hauspsychologen oder durch moderne Suchtentziehungsanstalten.
    Sex wird daemonisiert oder banalisiert.Normal ist fast schon krank oder verdaechtig.Wir gehen unfreundlichen Zeiten entgegen.

  • StefanB sagt:

    Abgesehen davon, dass ich das erste Mal gelacht habe, als ich bei einem Prominenten von „Sexsucht“ gelesen habe (Gibt es auch eine Luftsucht?), denke ich, dass ein Problem, dass es wirklich geben kann, das aber als Deckmantel und Entschuldigungsgrund für ertappte Fremdgeher gerade recht kommt: Sorry, aber ich kann nix für, bin halt krank! Das ist natürlich desaströs für diejenigen, die wirklich darunter leiden.
    Ach ja: Warum übrigens hört man das Argument „Sexsucht“ eigentlich nur bei Männern? Was ist mit sexsüchtigen Frauen?

  • Erich Baltisser sagt:

    Endlich wieder einmal ein kluger Artikel. Es ist tatsächlich augenfällig, dass sich eine sehr einäugige Moral über ‚Experten‘ und ‚Therapeuten‘ zurückmogelt in unsere Zeit und die Funktion der Religion übernimmt: das eine Verhalten verdammen und die Wunschvorstellung als gesunde Normalität darstellen. In einer Schuld- und Sühne-Gesellschaft wie den USA ist es nur folgerichtig, wenn die Betroffenen reumütig eine Sucht eingestehen und sich so Vergebung erhoffen. Aber nur wir selber sind die Experten über unser eigenes Leben. Heisser Sex eckt wohl häufig an Ansprüchen- ist aber keinesfalls krank.

  • Patrick sagt:

    IV für Sexsüchtige finde ich ne schicke Idee… mit täglichem Puff-Besuch. Bin durchaus der Ansicht, dass sich gewisse Triebe ins Krankhafte steigern können, dennoch ist klar, dass es sich bei der aufkommenden Welle von Sexsüchtigen um billige aber dringend benötigte Ausreden von Seitenspringern handelt. Wenn Tiger Woods nicht mehr Golfen kann, weil er sich ständig an den Schläger haut, dann wäre er sexsüchtig. Vorher übt er sich lediglich auf dem Green.

  • Patrick sagt:

    Die Autorin hat ganz offensichtlich von Psychiatrie keine Ahnung, sonst würde sie sich nicht. Marty Klein ist ein Therapeut, der für kontroverse Ansichten bekannt und überhaupt nicht repräsentativ ist für die US-Branche. Wer über Sexsucht schreibt und dabei weder den Pionier Patrick Carnes noch Rob Weiss erwähnt und sich nicht mal die Mühe macht, auf den längst erkannten Zusammenhang zwischen Zwangsstörung (engl. OCD) und dem Modewort „Sexual Addiction“ hinzuweisen, der lässt durchschimmern, wie oberflächlich er sich mit der Materie befasst hat (20 min.?). Wie wärs mit einem Fachbuch?

  • Christoph sagt:

    Ich glaub schon auch, dass es Sexsucht in diesem Sinne gibt. Das sind diejenigen, die auch einen Arbeitstag nicht hinter sich bringen können, ohne ein paar Mal Pornosites zu besuchen. Eher eine ungestillte Sehnsucht nach Sex als eine höhere Promiskuität. Also eine Diskrepanz zwischen Wunsch und Wirklichkeit der Persönlichkeit, was dann eher eine entsprechende Störung wäre. Da steckt ein Leiden dahinter, bei Tiger Woods denke ich eher, war’s das Vergnügen und es sei ihm gegönnt. Bei ihm war’s sicher eine Neiddebatte.

    • Michael Jackson sagt:

      Seit Tiger Woods auf sein Golf-spezifisches Training verzichtete, waren auch seine sportlichen Leistungen nicht mehr dieselben, nda. Meine erste Erfahrungen mit Sex machte ich mit Jackson 5 (Jackson 5 und ich =?). Davon bin ich dann kaum mehr losgekommen bis ich ein Solo ausprobierte (hee-hee).

  • Jean Lenaux sagt:

    Sexsucht ist ein psychisch gestörtes Verlangen nach etwas Ungestilltem, wie das auch bei Fresssucht und andern Süchten der Fall ist. Es hat darin Projektionen und seelisch unbefriedigte Bedürfnisse, die teilweise gar nihts mit Sex zu tun haben. Starkes sexuelles Verlangen allein ist keine Sucht. Die visuell omnipräsente Sexualität macht es schwierig, ein klare Grenze zu ziehen. Was soll in einem Mann ausgelöst werden, wenn vor ihm eine Frau mit geilem Hinteren in weissen optisch teilweise durchsichtigen Hosen schwebt?!?

    • Robert sagt:

      Schwebt? Das würd mich etwas irritieren 🙂

      Nicht böse sein, ich weiss schon, was Sie meinen.

      • Erika B. sagt:

        Das finde ich eine hervorragende Kurzdefinition. Vielen Dank 🙂 Jean Lenaux. Als Frau ist es schwierig bis unmöglich, einen solchen Mann zu lieben.

      • Mehr Schein sagt:

        Einen solchen Mann? Hm. Ich denke, praktisch jeder Mann reagiert auf visuelle Reize, und das hier ist so einer. Das heisst aber noch gar nichts. Der reagierende Mann kann denken, das sei doch ein netter Anblick und dann wieder über den anstehenden Einkauf nachdenken. Er kann denken, das irritiere ihn jetzt nachhaltig, oder er kann denken, diese Frau würde er gerne vernaschen. Die allermeisten Männer würden es dann lassen.

        Einen solchen Mann KANN man lieben.

        Andere Männer gibt es nicht, Dir bleibt also wenig Auswahl…

    • Erich Baltisser sagt:

      Erika B., deshalb erzähjlt man das als Mann ja der Frau auch nicht. Umgekehrt ist es übrigens dasselbe; auch den Mann plagt die Besitzsucht und wird es schwer haben, de ihn betrügende Frau zu lieben. Da sind wir aber bei einem anderen Problem.

      • Erika B. sagt:

        Hej ihr beiden, Danke für die Antworten. Ich habe mich wohl nicht klar ausgedrückt: Es ist schwierig bis unmöglich, einen Sexsüchtigen zu lieben; einen Mann, der nur auf Sex aus ist, einen Getriebenen, so wie ihn Jean Lenaux beschreibt im ersten Teil seines Textes. Das könnt ihr euch wohl gar nicht vorstellen. Was ihr beschreibt, ist sexuelles (männliches) Verlangen, damit habe ich keine Mühe.
        @ Mehr Schein: Ich mag es sogar, mich begehrt zu fühlen, und sei es nur für einen kurzen Moment mit einem flüchtigen Blick.

      • Erika B. sagt:

        @Mehr Schein & @ Erich Baltisser: Ich glaube, ich habe mich nicht klar ausgedrückt: Mein Kommentar bezieht sich auf den ersten Teil von Jean Lenaux‘ Text, auf die Sexsucht als gestörtes Verlangen. Einen Mann mit einem solchen Zwangsverhalten kann frau nicht lieben, das ist schwierig bis unmöglich. Die Geschichte mit den visuellen Reizen ist eine andere; gegen die kleinen Flirts des Alltags habe ich nichts 🙂 .

  • cla sagt:

    sexsucht, wann bin ich süchtig nach sex?
    wenn ich bie anderen frauen zärtlichketi und nähe suche, wei meine frau „das nicht braucht“?
    oder weil ich mehrmals in der woche gerne sex möchte (liebendgerne mit meiner frau)?

    • Erika B. sagt:

      Nein, ich glaube nicht, dass das Sexsucht ist, was Sie beschreiben. Klingt eher nach gesunder, grosser Lust (die offenbar nicht befriedigt wird). Ich glaube, ein sexsüchtiger Mann klammert die Person (der Frau) aus, es geht ihm um Sex und sonst um nichts. Das kann eine Partnerin auf die Dauer nicht mitmachen, weil die Gesprächsebene fehlt. Aber das ist nur ein Beispiel, es gibt sicher andere.

      • Mehr Schein sagt:

        Ein Sexsüchtiger ist getrieben. Seine Gedanken kreisen während eines Grossteils des Tages nur um Sex, sei es nun virtuellen oder realen. Ein Höhepunkt gibt ihm keine Befriedigung, jedenfalls nicht länger als ein paar Minuten.

        Das ist schon eine Qual. Nein, was cla beschreibt ist keine Sexsucht, nur eine „Libidoinkongruenz“. Kommt oft vor, und zwar in beiden Kombinationen.

  • Bert Hermann sagt:

    Das Sex-Problem der Männer ist so alt wie die Menschheit. Der Fortpflanzungstrieb: möglichst viele
    „Weibchen“ begatten und viele Nachkommen zu zeugen, ist schon bei unseren Ur-Vorfahren in der
    Steinzeit bekannt gewesen. Im frühen MA wurde Dschingis Khan nachgesagt, manchmal mit bis zu
    7 Frauen in einer Nacht in seinem Zelt Sex gehabt zu haben. Eine Frau würde man als Hure bezeichnen,
    bei einem Mann wird es als Stärke gesehen.

  • Eron sagt:

    Wenn etwas nicht gesellschaftsfähig oder moralisch verwerflich ist, dann macht man darauf eine Krankheit die therapiert werden kann. Dann können all die Herren, Damen aus den mittleren und oberen Teppichetagen wieder geheilt an ihre Tische in Wirtschaft und Politik zurückkehren und so tun als ob der Druck der Arbeit und die Angestellten daran schuld sind. Aber wehe, ein Angestellter ist sexsüchtig, nimmt Medikamente, Drogen, trinkt am Weihnachtsfest ein Glas zu viel … solche muss man rauswerfen!

  • E.H.Roth sagt:

    also der Film Californication ist einfach nur blöd und der kleine David mit seinem kleinem Mann Syndrom nur peinlich. Dass er in Hollywood als Schauspieler so easy junge Mädchen abräumen kann ist das alte Lied alter Sack trifft junges Mädchen welches sich leicht beeindrucken und flachlegen lässt mit der Hoffnung etwas vom Glanz einer Scheinwelt zu erhaschen. Das kann Mann auch in Zürich haben. Es braucht etwas Kleingeld eine coole Junggesellen Bude und los geht’s. Diese Weise zu leben ist für einen Mann übrigens billiger als zu Heiraten. Entweder Frau/Mann vögelt gern od nicht. Nix Sucht da.

  • marxel sagt:

    dies ist ein gutes beispiel, wie gewisse wahrheiten mit unwahrheiten vermischt werden, wenn viele unqualifizierte menschen (auch vermeintliche fachpersonen) über ein thema reden. „sexsucht“ an beispielen wie tiger woods oder anderen männern zu definieren, welche lediglich häufig fremd gehen, ist sicherlich nicht als psychische krankheit zu bezeichnen, sondern spiegelt die moralvorstellungen gewisser länder wider. es ist aber unumstritten, dass es eine form von zwangserkrankung gibt, welche den bereich der sexualität betrifft. und da ist dann auch ein immenser leidensdruck vorhanden.

  • Erika B. sagt:

    Aso ich finds super, dass dieses Thema hier diskutiert wird. Ich frage mich allerdings schon, was daran krank sein soll. Ich denke eher, dass die ständige Sucht nach Sex ein Ausdruck von irgendeinem Ungleichgewicht ist. Genauso wie andere Süchte (z.B. Shoppingsucht) irgendein Symptom sind. Nach meiner Erfahrung ist ein sexsüchtiger Mann vor dem Sex nicht ansprechbar, ein schlechter Zuhörer, eher dominant, und nachher ein Kuschelbär. Aber wo sind hier im Blog die Männer, die von ihrer Sexsucht erzählen? Outings erwünscht!!!

    • Robert sagt:

      Das ist es ja eben: Die Sucht ist die Ursache! Der Mensch neigt nun mal zu Süchten, es liegt in seinem „Charakter“ – und ich find’s super, dass DAS angesprochen wird.

      Es ist eben nicht damit getan, „ein bisschen Disziplin“ aufzubringen oder auf die Suche nach tieferliegenden Ursachen zu gehen.

      Man verbietet den Verkauf von Alkohol oder Zigaretten an unter 16-Jährige ja auch nicht deshalb, weil die alle so Unausgeglichen sind.

  • heidi reiff sagt:

    Ab und zu begegne ich jungen Frauen, die im Sommer barfuss laufen, das hat sicher nichts mit Sexsucht zu tun, heisst für mich Boden spüren, es gibt ja noch Wasser um die dreckigen Füsse wieder zu waschen, Kinder laufen am liebsten barfuss. Auf einer Blumenwiese ist es etwas gefährlich wegen der Bienenstiche.

  • Berthold Grötsch sagt:

    Phantastisch! Endlich mal eine Krankheit, die ich lustig finde

  • Kraft sagt:

    Die beste verfügbare Studie dazu: ‚Sexual Healing‘. Zu finden auf Southpark.de, Staffel 14.

    • Urban Zuercher sagt:

      Genau!
      Wobei Sexsucht vorallem bei Promis und Reichen vorkommt. Und warum? Zitat: „Because they can!“ 🙂

  • T.Frey sagt:

    Ja was sollen die armen Männer denn tun, wenn es nicht geht Sextheater vorspielen. Denn Kinder können sie keine kriegen, der Maxli ist nur kurz in Betrieb. Also da kann ich nur lachen. Es sind Männer eben Männer.

    • Fabio sagt:

      Und Frauen tun es auch Lieber T. Frey! 🙂

      • Robert sagt:

        Man spricht dann (auch?) von Nymphomaninnen. Wobei das nicht so besonders als Krankheit angesehen wird – zu Unrecht. Aber es gibt in der Tat doch auch weibliche Exponentinnen der Selbstbekennenden Zunft?

  • Robert sagt:

    Meiner Meinung nach werden hier drei Dinge vermischt, die nicht zwingend miteinander verknüpft sind: Süchte, Sex und Moral.

    Ich finde es sehr erfreulich, wenn das Bewusstsein für sog. schwache Süchte in der Öffentlichkeit zunimmt. Süchte also, die nicht primär auf einer „körperlichen“ Abhängigkeit basieren, sondern rein auf dem persönlichen Verhalten. Immer geht es darum, dass Menschen Dinge tun, die sie „eigentlich gar nicht wollen“, also eine schwache Form der Persönlichkeitsspaltung. Sie „wollen es nicht“, weil es ihnen schadet. Dazu gehört, z.B. auch Esssucht, Spielsucht etc.

    • Robert sagt:

      Dass Sex mit seinem Lustpotential auch dazu gehört, ist ja naheliegent. Und dass Sexsucht dann für moralische Bewertungen verwendet wird auch.

      Ich habe erst heute eine Abhandlung gelesen, wonach es offenbar so ist, dass Tadeln und Bestrafen im Hirn auch gewisse Glkückshormone ausschüttet. Hat also wohl auch Suchtpotential.

      • Auguste sagt:

        hmm…, stand das im quartalsbericht der lederverarbeitenden industrie unter dem titel:

        youtube: boston – more than a feeling

      • Robert sagt:

        Tadeln und Bestrafen im weiteren Sinne. Wie eben das schweiztypische Meckern und Nörgeln. Aber wohl auch die Variante in Leder.

      • Issey Schnyder sagt:

        Wo stand das? Würde mich brennend interessieren.

      • Robert sagt:

        @Schnyder: Woher ich’s hab? Sagt Ihnen Malik etwas? Das ging unter dem Thema Group Thinking. Man soll das nutzen, um Fehlbeurteilungen durch Gruppen zu vermeiden.

  • Michael Chylewski sagt:

    Sehr guter Artikel! Bravo! Geht es bei „Sexsucht“ nicht auch vielleicht um narzisstische Liebe, also jene verdrehte Form von „Liebe“, bei der ich mangelnde positive Gefühle mir selbst gegenüber beim Anderen einfordere? Wenn wir etwas pathologisieren, dann vielleicht diese Verdrehtheit, die ich in unserer Gesellschaft wahrnehme. Ein „Sexssüchtiger“ beschrieb mir mal, dass es für ihn eine Herausforderung sei, die jeweils attraktivste Frau zu bekommen. Hatte er sie geknackt, verlor er das Interesse und suchte sich eine neue. Es ging darum, sich selbst zu bestätigen, attraktiv zu sein.

    • marie sagt:

      dafür braucht man(n) doch keine erklärung in richtung pathologie. in der literatur nennt man das: don juan.
      bei vielen männern ist solches verhalten alltag. ist es deshalb gleich pathologisch? wollen sie mit einer solchen begründung den ganzen mediterranen raum (der zieht sich m.e. sogar über die ganze welt) pathologisieren?

    • Robert sagt:

      Ich glaube, es geht um den „Genuss“, der im Sinne von Sucht immer wieder ge“sucht“ wird – koste es, was es wolle.

      Für einen besteht der Genuss eben im „Herumkriegen der Schönsten“ (Eitelkeit?). Für den anderen im Sex selbst.

  • markus roth sagt:

    ich glaube schon, dass es sexsucht gibt, wie auch geldsucht, etc., doch ob die motive nur sex sind, oder viel eher etwas ausgelebt wird, wie macht, unterwerfung, manpiulation, scheint mir fraglich. Es gibt auch pornosucht und diese ist glaube ich ziehmlich verbreitet, besonders seit den internetzeiten.

    • Robert sagt:

      Genau! Schon all die verschiedenen Ausprägungen, die Sexsucht letztlich hat, lässt Zweifel an einer eigentlichen Krankheit aufkommen. Der eine geht zu Prostituierten, bis er pleite ist. Der andere kuckt sich Pornos an bis am Morgen und kann kaum mehr arbeiten wegen Müdigkeit. Der dritte schickt Nacktbilder an BürokollegInnen, bis er die Stelle verliert.

  • Heidi Merz sagt:

    Und die Mär, dass Männer eine stärkere Libido hätten als Frauen, mag ich langsam nicht mehr lesen.

    • Fabio sagt:

      Haben wir nicht, nur weiss jede Frau gleich oder bald mal was Sache ist beim Mann. Das eine Frau offen zeigt was sie vor hat mit dem Mann trifft man sehr sehr selten an! Kein Wunder gibt es so „Klischees“ Liebe Heidi Merz! 🙂

  • Heidi Merz sagt:

    Das einzige, was m. E. relevant ist, ist das Leiden des/der Betroffenen. Wenn er/sie sich einem Trieb ausgeliefert fühlt, soll er/sie sich behandeln lassen. Alles andere ist völlig irrelevant. Wenn T. Woods seine Frau betrügt, egal, warum, ist das ihr Problem und allenfalls seins, wenn sie ihm die Hölle heiss macht deswegen. Mich interessiert’s nicht und ich sehe auch nicht ein, wieso man Untreue einen Krankheitsstatus verpassen sollte. Untreue ist Untreue, manche können damit leben, andere nicht.

  • Pippa Blaustrumpf sagt:

    Therapeuten müssen auch leben, zum Glück gibt es immer wieder neue Krankheiten! 😉

    Wenn alle Männer täglich X Möglichkeiten hätten, bei den schönsten Frauen zu landen, so wie die Stars aus Film, Musik und Sport, würden sehr viele von ihnen diese Gelegenheiten auch nützen. Dass sich verheiratete Profis in Therapie begeben und sich als süchtig erklären lassen, sobald sie auffliegen, ist reines Kalkül, um die weiblichen Fans nicht zu verschrecken. Und vielleicht auch, um einen teuren Scheidungskampf zu verhindern. Es ist eine Doppelmoral, von allen Seiten.

    • Auguste sagt:

      hmm…, pippi, wollen wir die latte nicht ein stück runter nehmen und einfach sagen: „…bei einer frau zu landen…“?

      • Pippa Blaustrumpf sagt:

        Du meinst, was bei 3 nicht auf den Bäumen ist? Lass‘ den Frauen doch die Illusion, dass es um sie und nur um sie ging, das ist Teil des Spiels. 😛

    • Pippa Blaustrumpf sagt:

      ehm, ich wollte schreiben „Promis, verheiratete Promis“ nicht Profis……

  • Böhler, Cornelia sagt:

    Guter Mamablog, danke! gesellschaftlich ÄCHTUNG anstatt Achtung für diesen Mythos, Phänomen wird vorüber gehen wie zahlreiche andere. Vorbilder sind zurzeit alle anderen Männer die Obama ähneln.

  • Drei Aussagen treffen den Nagel auf den Kopf:

    „… dass der Mensch sich punkto Sex selten so verhält, wie das moralische Empfinden es gern hätte“

    „Aber wie kommt es eigentlich, dass die Menscheit zwei Millionen Jahre existieren konnte, ohne dieses schwere Leiden zu entdecken?“

    „Der Verdacht liegt nahe, dass es sich bei der Diagnose Sexsucht um die Pathologisierung eines Verhaltens handelt, das bis vor kurzem noch als Charakterschwäche durchging.“

    Nur so viel: Ein Produkt sucht sich seinen Markt- und das sind in diesem Falle die Therapeuten und Spezialisten.

  • Kihasi sagt:

    Frau Binswanger Ich bin ein wenig entaeuscht. Ich lese diesen Blog normalerweise gerne, finde es interessant zu lesen was sie oder andere uebers Kinder haben, Eltern sein denken. Aber einen Themenschwepunkt Sexualitaet Mythos Sexsucht? Im Mamablog? Das riecht ein bischen nach Leser anziehen. Ist das noetig?

  • Thys Flueler sagt:

    Danke für diesen hervorragenden Artikel. Tatsächlich ist die Pathologisierung sexueller Appetenz bloss ein weiterer Aspekt der zunehmenden konservativen Reaktion auf den sachlicheren Umgang mit der Sexualität in der Folge der 60er Jahre. Andere Aspekte diese konservativen Reaktion sind die zunehmende Thematisierung „sexueller Belästigungen“, die wachsenden Phobien im Umgang mit der Sexualität der Kindern, und vorallem die wieder mehr und mehr um sich greifende Homophobie.

  • blackball sagt:

    Oversexed and underfucked …

    Frei nach Kinsey: A Satyriac/Nymphomaniac is a person, who has more sex than you do.

  • Bob Martin sagt:

    Sexsucht ist evtl. ein harter Begriff, aber es hat nur bedingt was mit zuwenig Sex zu tun. Sobald es einem im Alltag belastet, und es übergreift in sein Umfeld wird es zerstörerisch und bringt viel Leiden. Dieses Verhalten hat viele Facetten und es ist nicht so harmlos wie die meisten es gerne sehen. Durch mein Verhalten habe ich meine eigene Familie verloren. Für mich war es Ausdruck um auszubrechen aus meinem Alltag (Internetpornographie, Voyerismus, sexchat) weil ich mich eingesperrt fühlte und zwar nicht unbedingt sexuell. Bei anderen bricht es aus mit Drogen oder anderen Süchten!

  • Martin A. sagt:

    Es gibt zwei wichtige Elemente, beide wurden angesprochen. Es gehört zum amerikanischen Ritual nach „moralischen Fehlleistungen“: Ich bekenne, ich arbeite an meiner Schwäche, ich kehre geläutert zurück. Da liegen Therapien auf der Hand. Fachleute kümmern sich um Defizite. Wir werden noch manch andere Therapien kennenlernen. Und natürlich, dass Sex für viele nur mit Fortpflanzung zu tun hat und alles darüber hinaus zu bekämpfen ist. Mal überspitzt gesagt. Es lässt sich kaum sagen, welcher Faktor wichtiger ist.

  • Martin Ritzmann sagt:

    „Doch wenn empfundener Leidensdruck als diagnostisches Kriterium gelten kann“
    Subjektiver Leidensdruck ist tatsächlich ein wichtiges diagnostisches Kriterium in der Psychopathologie, liebe Frau Binswanger.

  • uma sagt:

    sexsucht ist gem. meiner einschätzung ein reales phänomen. der damit verbundene leidensdruck ist für die diagnose dabei ausschlaggebend. ich habe einen freund, der leidet darunter. sein sexleben hat dabei eine exzessive form angenommen und dabei handelt es sich nicht bloss um rollenspiele. damit versucht er, seine eigene haltlosigkeit zu überwinden und sich selbst zu spüren. oftmals fühlt er sich danach aber noch schlechter. funktion der sexsucht ist, wie oftmals auch bei anderen süchten, also die selbstmedikation. ebenfalls eine folge der sexualisierten und individualisierten welt.

  • marie sagt:

    hier wird mal wieder ein markt erschlossen (es wird verantwortung abgegeben und dafür noch bezahlt), indem hedonismus pathlogisiert wird (wie vieles andere)… what’s next? ups meine gene sind schuld?
    finde übrigens hedonismus menschlich, solange es niemandem schadet.

  • Blitz Blank sagt:

    Menschen, schaut doch bei Wiki nach!

    Der Begriff „Sucht“ ist veraltet. Besser: Impulskontrollstörung, Zwangsstörung.

    „Nur ein außer Kontrolle geratenes Verhalten, das einhergeht mit den klassischen Anzeichen für Sucht – Besessenheit, Machtlosigkeit und die Benutzung von Sex als Schmerzmittel – weisen auf sexuelle Sucht hin.“

    „Exzessives hypersexuelles Verhalten ohne persönliche Not kann nicht als krankhaft bezeichnet werden“. Entscheidend sei der mit dem übersteigerten sexuellen Verlangen verbundene Leidensdruck.“

    Erst 9.08 Uhr und schon was dazugelernt.

  • Bruno Manser sagt:

    Also ich denke es ist eine Frage des Menschenbilds, ist der Mensch Vernunftgesteuert oder Penis oder Vaginagesteuert. Wie sieht es mit der Kontrolle aus. Wie sieht es mit Kontrollverlust aus. Siegt der Hedonismus, alles ist erlaubt was Spass macht. Ist Sex nur Selbstbefriedigung zu zweit. Ist Sex, dann gut wenn er verboten ist? Schliessen Sex und Nähe sich aus? Wie ist die Definition einer Sucht? Auch ein Heroinsüchtiger findet bis zu einem gewissen Grad seine Sucht toll, aber sie entmenschlicht ihn. Was ist der Standart der Entmenschlichung? Ist der Mensch nur Trieb oder auch Geist.

    • Maja sagt:

      Warum fragen sie sich das? Sexualität gehört zu jeder Spezies die sich so vermehrt. Leider haben in früheren Zeiten einige Spinner sich diesem Thema angenommen und es zu einem Macht über andere Thema gemacht.

      • Bruno Manser sagt:

        Ja, ganz recht, Sexualität gehört zu jeder Spezies die sich so vermehrt. Was tragen die Homos zur Vermehrung bei? Darum sind die Homos ja widernatürliche, da sie nichts zu Arterhaltung beitragen.

      • Auguste sagt:

        hmm…, total überholter engstirnigkeit mit einer gehörigen portion sarkasmus zu begegnen, ist ein feiner zug von ihnen, bruno manser.

  • Seppetoni sagt:

    Ich war gerade auf der Suche nach einer Selbsthilfegruppe für Sexsüchtige als mich Google hierher verschlagen hat.
    Obwohl die Suchbegriffe hier vorkommen finde ich keine nützlichen Links oder echte Tipps wie ich mit meiner Sucht umgehen kann.
    Hilfe!
    Kann man mit der Sexsucht leben oder muss ich diese aus meinem Leben verbannen?

    • Erika B. sagt:

      Also jetzt outen Sie sich mal: Wie läuft denn Ihre Sexsucht genau ab? Oder machen Sie sich einfach über das Thema lustig…? (Auch nicht schlecht).

  • Rudolf Mühlemann sagt:

    Ich bleibe bei meiner Basismeinung: Wir haben jedes Mass verloren. Krankheitsbilder werden konstruiert. Sex ist Sex, Punkt. Was soll das? Die Erhaltung der Art war schon immer von der geschlechtlichen Vereinigung von Männlein und Weiblein abhängig. Damit dies geschehen kann, hat Gott, oder wer auch immer, die Libido „erfunden“. Man kann mit der Sublimierung der Lebenswahrheiten übertreiben. Nach dem Sex kommrt sofort das Geld. Oder umgekehrt? Dieses Faktum erklärt auch, weshalb die Forensiker, die Pathologen, die Psychologen und die universellen Lebensberater, sofort zur Stelle sind.

  • Michael Jackson sagt:

    Ich kann Sie alle beruhigen. Es darf heute als gesichert betrachtet werden, dass es sich bei der sogenannten „Sexsucht“ tatsächlich um einen Mythos handelt. Das ganze hatte seinen Ursprung in der Schweiz, ja, Sie haben richtig gehört. Es verhielt sich so, dass sprachunkundige Anthropologen das Verhalten der Schweizer Urbevölkerung studierten und dabei ihre Konnotationen aufschrieben. Dabei sammelten sie Ausdrücke wie: „Är het gsait,är seg süchtig.“, „Äch ha ghört äs seg gsund.“ „Gosch au as segsi Lüte?“, „Är seg si Kusin,“ „das seg sie nickname“.

    • Michael Jackson sagt:

      Die Anthropolgen liess dies natürlich aufhorchen. Wieso sprechen diese Helveten die ganze Zeit über nur von Sex? Sind das ihre Hormone, sind die vielleicht etwas überdosiert? Langsam bildete sich so dann diese Theorie der sogenannten „Sexsucht“. Bis heute wurde diese Theorie noch nicht sauber widerlegt, noch ihre Ursprünge sauber aufgedeckt. Da diese aber nie wirklich umgestossen, nda, worden ist, hält sie sich bis heute hartnäckig fest.

      • Auguste sagt:

        hmm…, auch der rütlischwur war davon nicht gefeit: „mich mached jetzt dä bund – seg’s wie’s well!“

        …und dann ruderten sie gemeinsam gen brunnen zurück und stiessen im lido-café mit ein eichhof darauf an, dass die sache unter dach und fach war, und sie nicht von einer horde svp-chaoten bei der gründung der eidgenossenschaft auf „där chueweid dert änne“ gestört worden waren. nur dass sabine dahinden nicht rechtzeitig mit dem sf-kamerateam vor ort war, trübte die kleine feier ein wenig. sie soll nicht aus dem bett gekommen sein – berichtet die chronik.

    • Issey Schnyder sagt:

      Huäreguät

  • Daniel Küttel sagt:

    Der Tag fängt wirklich gut an. Ich mach mir über solche Dinge kein Gedanken, ich geniesse es einfach. Sucht oder nicht? Who cares? Man versucht heute etwas zu erklären was es schon seit Menschengedenken gibt. Findet euch damit ab. Einige reden nur gerne darüber, andere würden es gerne tun, anderen tun es. Die Menschheit ist um einiges einfacher Gestrickt als hier viele erkennen wollen. So trivial wie es wirkt ist es in der Tat. Tiger Woods und David Duchovny und all den anderen „Süchtigen“ kann ich nur eines Anraten: Nicht heiraten, niemanden zwingend und einfach geniessen.

  • Moe sagt:

    Ein interessanter Blog. Und typischerweise sind fast alle Kommentare dazu eher dämlich. Kaum einer, der sich wirklich mit dem Thema auseinandersetzt. Eigentlich typisch, denn ernsthaft über Sex reden könne die meisten nicht. Und genau dort liegt doch das Problem. Viele Männer und Frauen haben ein übersteigertes Sexverlangen. Übersteigert allerdings nur nach den heutigen Moralvorstellungen. Fremdgehen darf man ja nicht! Aber man tut es, resp. sehr viele tun es. Nur darüber reden tun wir dann nicht. Und dadurch gilt dieses an sich völlig normale Verhalten schnell mal als pathologisch.

    • „übersteigertes Sexverlange“? Was ist den die Norm?

      • Mehr Schein sagt:

        In Italien werden Kondome im 7-er-Pack verkauft:
        Montag-Sonntag.

        In Frankreich im 8-er-Pack:
        Montag bis Sonntagmorgen plus Sonntagabend.

        In der Schweiz sogar im 12-er-Pack:
        Januar-Dezember.

    • Beno sagt:

      Gratuliere zu deinem Kommentar. Ich kann mich da nur anschliessen: Das Hauptproblem ist auch hier die Kommunikation. Auch hier ist es doch einfacher sich hinter der Moral zu verstecken als das „Problem“ anzusprechen.

  • Issey Schnyder sagt:

    Der Tag fängt ja gut an. Nach dem lesen dieses Textes muss ich mir nun überlegen, ob ich eventuell eine Sucht habe von der ich vorher nichts wusste und gestern fühlte ich mich noch innerhalb der gesellschaftlichen Normen in diesem Punkt und heute eventuell im Abseits. Und das alles nach einem Rollenspiel-Wochenende.

  • Sigi sagt:

    „Für viele Männer ist Auto fahren wie Sex: Die
    Frau sitzt teilnahmslos daneben und ruft immer, nicht so schnell, nicht so schnell.“
    Harald Scmidt

  • Max sagt:

    Die subjektive Komponente in einer Diagnose ist nicht neu sondern altbewährt: Eine psychiatrische Diagnose wird dann gestellt, wenn der betroffene leidet oder für Mitmenschen Leiden verursacht. Das Leiden des betroffenen kann emotionaler, kognitiver oder physischer Natur sein und ist nicht selten bedingt durch die Reaktion der Umwelt auf ein Verhalten. Ein Patient mit Sucht leidet oft darunter, dass er sich nur mit dem Gegenstand der der Sucht beschäftigen kann. Gegenstaende der Sucht sind kulturabhängig und soziale Normen beeinflussen den Grad des Leidens.

    • Hermann sagt:

      Die neurologische Komponente ist im Buch: „The Compass of Pleasure: How Our Brains Make Fatty Foods, Orgasm, Exercise, Marijuana, Generosity, Vodka, Learning, and Gambling Feel So Good, by David J. Linden“ sehr gut beschrieben.

  • Monsieur de Hummel sagt:

    Sehr guter Text. Ich denke schon, dass es eine Sexsucht mit echtem Krankheitswert gibt. Wie dies praktisch immer möglich ist, wenn ein normalers Bedürfnis völlig ausufert (z.B. Zwang sich immer die Hände waschen zu müssen).
    Wo aber die Grenze ist, das wollte ich auch nicht festlegen müssen.

  • Wiger Toods sagt:

    Ein ernstzunehmendes Problem. Wann kommt die kontrollierte Abgabe?

  • heidi reiff sagt:

    Seltsam, dass viele Leute immer wissen, was andere denken Mann/Frau. Ich bin keine Hellseherin. Mir ist es heute schnurz egal, was andere über mich denken. Sex ist Privatsache. Das Sexleben anderer Menschen interessiert mich nicht. Was ich verurteile ist sexueller Missbrauch, das gibt es ja weltweit. Ich hab mir noch nie einen Pornofilm angesehen, ich lebe noch ……

    Ich mache nicht jeden Saich mit nur um gesellschaftlich dazuzugehören.

  • Fabio Rechsteiner sagt:

    Teil 2
    Die Medien und die entsprechende Gilde der Psychologen und Psychiater stürzen sich mit Lust auf das „neue“ Thema, kreiren dabei einen Hype auf dem dann später auch nicht-Promis = Otto und Erna Normalverbraucher noch so gerne aufspringen um sich sozusagen eine von höchster Stelle (Promi-Schicksal) ausgesprochenen Absolution von jedwelcher Selbstverantwortung zu verabschieden (ich konnte nicht anders wie auch der T.Woods).
    Ein weiteres Armutszeugnis und Resultat der noch existierenden Spassgesellschaft in der das Motto „anything goes“ Name und Programm zugleich ist

  • Fabio Rechsteiner sagt:

    Teil 1
    Ich widerspreche der des US-Therapeuten wonach diese ominöse Sexsucht eine Erfindung sogenannter Moralapostel sei. Die Sachlage sieht m.E. nach so aus: Ein weiterer Versuch, sich von der Selbstverantwortung zu drücken – nicht mehr und nicht weniger. Frei nach dem System „de Ernschli is scho rächt nume d’Umwält isch schlächt“.
    Da wurde ein Promi (T.Woods) diverser Seitensprünge „überführt“ und anstelle einer m.E. offensichtlichen Charakterschwäche zu erkennen wird schwupp-di-wupp eine Krankheit oder meinetwegen Sucht aus dem Zylinder gezaubert.

    • Robert sagt:

      Die Frage ist wohl, was „Charakter“ überhaupt ist. Es gibt einen Unterschied zwischen Wollen und Können – auf den kommt es wohl an, oder?

  • hansueli sagt:

    Warum nur werde ich das Gefühl nicht los, dass ich diesen Text schonmal in ähnlicher Form gelesen habe…..

  • anonym confessions sagt:

    Was ist eigentlich der pathologisierende Begriff für das Innenleben der Leute, die sehr oft sexuelle Phantasien haben, aber gar keinen Sex haben und auch keinen Sex wollen?

  • alex soram sagt:

    Wie immer, soweit ich von ihr bisher gelesen, schreibt frau binswanger auch hier wohl überlegt. zur inflation: seit gemäss ICD 10 die kriterien verringert wurden, sind die ADHD diagnosen & diesbezgl. ritalin umsätze enorm gestiegen. sexsucht aber ist kein mythos. so ziemlich jedes objekt eines bedürfnisses, einer begierde, kann zum suchtobjekt werden. ich meine, es ist überstürzt über die sozio-ökonomischen konsequenzen zu spekulieren, bevor man das phänomen eigentlich erfasst hat. siehe dazu gabor maté: in the realm of hungry ghosts.

  • bitta sagt:

    dass sich Mütter um ihre Kinder sorgen, kann wohl kaum mit (echter!) Sexsucht verglichen werden. Klar, alle Männer denken meist an Sex und hätten auch gern immer welchen, aber echte Sexsüchtige können sich ihre Partner nicht auswählen, der Trieb MUSS einfach ausgelebt werden, sie sind laufend online und sehen sich Pornos an, ohne dabei echte Befriedigung zu finden. Der Grossteil der Männer ist wohl nicht so, sondern hat Freude am Sex, und eine sexlose Phase ist kein Weltuntergang. Tiger Woods zb hatte für einen Sexsüchtige eine merkwürdige Konstante an blonden, hübschen Frauen..

    • Amber Visser sagt:

      Der grossteil der Männer, hätte gerne immer sex, hast du schon einmal von einem gehört, der ein angebot zu einer übernachtungsparty abgelehnt hat???

  • Alexander sagt:

    Prüderie und Moralisiererei haben seit der Hippie-Zeit wieder zugenommen. Inzwischen laufen in Europa Leute mit Burka umher. Insofern ist es denkbar, dass alles was von religiösen Moralvorstellunge abweicht als krankhaft empfunden wird. Dabei ist ein Mann mit einem regen Sexualleben gesund. Dass gesunde Männer in der Regel eine stärkere Libido haben als Frauen ist auch klar. Krank ist doch der, der gerne Sex hätte, jedoch Viagra braucht, damit er kann.

    • Michael Jackson sagt:

      Also dass der der gerne Sex hätte und nicht kann, eine kleine Schwäche hat, ich denke das können Sie den Arztbüchern entnehmen, gibt es ein Geheimnis dabei? Das Männer eine stärkere Libido habenals Frauen, also wer das noch nicht weiss…(?). Dass die Burkaträgerinnen keine richtigen Hippies sind, das haben Sie meiner Ansicht nach treffend beschrieben.

    • bitta sagt:

      eine starke Libido hat mit Sexsucht nichts zu tun. Eine starke Libido geniesst Sex, kann aber auch ohne – ein Sexsüchtiger geniesst es nicht mehr, er hat Entzugserscheinungen wie ein Drogensüchtiger, bekommt er nicht, was er will, wird er unausstehlich. Sein Denken dreht sich um nix anderes, und zwar nicht als erotische Träume, sondern zwanghafter Trieb. Einer mit starker Libido wird sich seine Partnerinnen trotz allem dem Aussehen nach aussuchen, ein Sexsüchtiger nimmt, was gerade willig ist.. kann also nicht verglichen werden.

      • Michael Jackson sagt:

        nda. (-) ?

      • alpha pfeiffer sagt:

        ist dann die frau die willig ist, nicht auch sexsüchtig. oder evt karrieregeil oder braucht sie was beim coiffeur zum erzählen. also vorallem die frauen, die sich um jeden preis einen promi schnappen wollen.
        oder sind frauen, die sich ausserhalb jeder beziehung und ohne fortpflanzungswillen hingeben, einfach nur schlampen?

  • Dreaen sagt:

    Ein gemeinsamen Nenner zum Thema Interesse, welches jede Kultur, jede soziale Schicht und zu ziemlich jedes alter intressiert? Sex! Deshalb wird schon seit Zeiten darüber diskutiert, was angemessen und geduldet wird. Man legt eine klischehafte Vorstellung zurecht und alle sich nicht erwünscht verhalten, gelten als krank. Als lesbe möchte ich jetzt nicht speziell darauf eingehen, dass es vor gar nicht so langer zeit als moralisch fragwürdig galt einen gleichgeschlächtlichen Partner zu lieben oder der Kirche, die Homosexuallität bis vor wenigen jahrzenten immer noch als krankheit andete.

    • Robert sagt:

      Nicht darauf eingehen, dass… okay. Aber wenn Leute sich selbst als sexsüchtig bezeichnen, dann würde das ja heissen, dass sie selbst sich wünschen, dass sie einem (anderen?) Klischee entsprächen?

    • Katharina sagt:

      und sie da, unter einem anderen namen der selbe Post. alles klar.

  • Amber Visser sagt:

    Ein gemeinsamen Nenner zum Thema Interesse, welches jede Kultur, jede soziale Schicht und zu ziemlich jedes alter intressiert? Sex! Deshalb wird schon seit Zeiten darüber diskutiert, was angemessen und geduldet wird. Man legt eine klischehafte Vorstellung zurecht und alle sich nicht erwünscht verhalten, gelten als krank. Als lesbe möchte ich jetzt nicht speziell darauf eingehen, dass es vor gar nicht so langer zeit als moralisch fragwürdig galt einen gleichgeschlächtlichen Partner zu lieben oder der Kirche, die Homosexuallität bis vor wenigen jahrzenten immer noch als krankheit andete.

  • Cara Mia sagt:

    Sex sells. Auch im Mama Blog. Schade. Gähn und ciao zämme.

    • Amber Visser sagt:

      you know your right.
      warum glaubst du wird sonst über so eine lächerliche Theorie diskutiert?
      Aber es ist bestimmt interessanter als sich über das leichverhalten des sibierischen $törs zu unterhalten.
      Solange unsere Rasse am fortbestehen ihresgleichen inetressiert ist, biologisch odder moralisch getrieben, wird sex immer das Thema sein. Jeder interessiert sich dafür, bewusst oder unbewusst.
      sex sells

      • manoel sagt:

        Ich würde gerne mal was über den sibirischen Stör lesen. Mit schönen Bildern. Am besten gleich mit Video. Ein Stör-Vlog sozusagen.

    • Mehr Schein sagt:

      Blöd, dass de MB gratis isch…

      • Amber Visser sagt:

        Man sagt ja auch sich verkaufen, also anpreisen oder für etwas oder jemanden attraktiv machen. Also nicht im eingentlichen Sinne verkaufen.

        …aber natürlich und MB ist kein Bestandteil von Tagesanzeiger, welcher sein Cash unteranderem mit Werbung macht.

  • xyxyxy sagt:

    Fragliche Argumente:
    – Die IV wird dafür aufkommen müssen. – keine Sorge: die baut ab, Schleudertraumas werden nicht mehr bezahlt.
    – Wie konnte die Menschheit 2Mio Jahre existieren ohne etwas erkannt zu haben.
    Dieses Argument, könnte man auch bei Erziehungsfragen anwenden und jeglichen psychologischen Erkenntnissen der Moderne. Die wir alle heute als richtig ansehen. Die Menschheit lebt seit Jahrtausenden mit erheblichen Defekten. Bis vor kurzem war sie BESTÄNDIG ein Hort von Krieg, Mord, Unterdrückung etc. Zudem werden „Laster“ auch kulturell gefördert Bsp. Alkoholismus in England im 17Jhd

    • Mehr Schein sagt:

      Hm, bislang hat die Sexsucht halt zur Fortpflanzung der Menschheit beigetragen, darum war sie kein Krankheitsbefund. Heute ist Sexualität und Fortpflanzung weitgehend getrennt.

      • Amber Visser sagt:

        also ist es krankhaft sich übermässig für das bestehen der Menschheit einzusetzten?
        Ja, wenn man die Menschheit als Krankheit bezeichnet, sonst ….. eher nicht.

    • Frank Baum sagt:

      @xy: Es ist ein Unterschied, ob man etwas heute als richtig betrachtet und frueher als falsch, bzw. ob man ein Verhalten als krankhaft abtut. Das ist ja genau der Punkt des Artikels. Es gibt jede Menge von verhaltensweisen, die ueber 2 MIO Jahre gang und gaebe war und von denen wir heute absehen. Das sind dann aber kulturelle errungenschaften. wenn sich jemand nicht daran haelt, ist er deshalb nicht gleich krank. In Bezug auf Sexsucht: das Verhalten ist zwar nicht akzeptiert, aber nicht krankhaft.

  • Mehr Schein sagt:

    Ich bin Mamablogsüchtig. Gibt es da schon eine Impfung?

    • Michael Jackson sagt:

      Ja, mein Arzt könnte Ihnen da etwas verabreichen, nda. Ich glaube es heisst „closedownmamobrem“, nda. Vielleicht hilft auch ein Entspannungsbad, nda! Versuchen Sie es doch einmal mit Schimpfwörtern aufzuschreiben, heehee! Dann fliegen Sie nämlich raus und sind von Ihrer Sucht befreit, nda. Whoo-whoo!

    • Kringel sagt:

      Ich hab gar nicht gewusst, dass es auch schriftliche Ticstörungen gibt. (gehört wahrscheinlich zur Kategorie ICD-10 F95.9)

  • xyxyxy sagt:

    einen fast gleichen Artikel zum Thema habe ich erst kürzlich gelesen. Ich stimme mit dem Grundtenor nicht überein, weil er zu einer Dafür/Dagegen Polarisierung drängt. Das wird dem Thema nicht gerecht. Natürlich kann es genau so sein, wie Frau Binswanger schreibt: Trendkrankheit, Ausrede etc. – Gleichzeitig gibt es sicher krankhaft süchtige. Wie es eben auch Alkohol-, Kauf- und Magersüchtige oder pathologische Mütter gibt. Aber der einfache Mensch möchte polarisieren, entweder scharz oder weiss, damit er die Sache abschliessend beantworten (und die „richtige Meinung“ vertreten) kann.

    • Frank Baum sagt:

      @xy: Man sollte da zwischen Alkohol- sowei Magersucht auf der einen und Kauf-, Spiel- oder eben auch Sexsucht auf der anderen Seite unterscheiden. Erstere sind eindeutig gesundheitlich schaedigend. Letztere sind gesellschaftlich inakzeptabel bzw. sie bringen Probleme mit sich. Allerdings sind die Beispiele gut: Wenn man gegen Spielsucht behandelt, dann kann man auch gegen Sexsucht behandeln. Letztlich geht es ja darum, ein ungewuenschtes Verhalten zu korrigieren. Es ist aber etwas anderes als eine Krankheit im biologischen Sinne.

  • A.Tschannen sagt:

    So eine Diagnose verringert das Verantwortungbewusstsein einer Person. „Ich kann ja nichts dafür, ich bin krank.“ Eine faule Ausrede…

  • Eni sagt:

    Vielleicht ist Sexsucht darauf zurück zu führen, dass immer mehr in Partnerschaft lebende Personen Sex als Machtmittel missbrauchen und ihre Partner/innen in den Ochsenstall verbannen. Wenn jemand monate- oder jahrelang keinen Sex zu Hause bekommt, dann steigert dieser sich vielleicht in dieses Verlangen rein, bis er/sie an nichts mehr anderes denken kann.

    Fremd gehen ist ja auch nicht unbedingt ein Zeichen von Sexsucht. Vielmehr geht man halt auswärts essen wenn die Küche Zuhause kalt bleibt.

    • Julia sagt:

      „…dass immer mehr in Partnerschaft lebende Personen Sex als Machtmittel missbrauchen und ihre Partner/innen in den Ochsenstall verbannen.“ Selber schuld wer das mit sich machen lässt.

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