Scheidungskinder erzählen

Wie sagen wirs den Kindern? Szenebild aus dem Film «The Squid and the Whale»

Wie sagen wirs den Kindern? Szenebild aus dem Film «The Squid and the Whale»

Paul, 36:
Ich war vierzehn Jahre alt, als das mit der Trennung losging. Meine Mutter hatte einen Freund, mein Vater wusste zwar bereits davon, aber wir Kinder waren noch nicht in ihre Probleme eingeweiht. Eines Abends suchte ich nach einem leeren Buch für eine Schularbeit und stiess dabei zufällig auf Notizen meiner Mutter, in der sie eine leidenschaftliche Liebesnacht mit ihrem Freund beschreibt. Ich war sehr schockiert und zog mich in den Garten zurück, um zu weinen. Meine Eltern waren an diesem Abend zufälligerweise in einer Paartherapie wegen der ganzen Sache gewesen und als sie mich so im Garten fanden, erzählten sie mir und meiner Schwester, was los war.

Meine Eltern versuchten dann noch zwei, drei Jahre trotzdem weiterzumachen. Vor allem mein Vater wollte die Familie nicht aufgeben, ich glaube, ohne Kinder wäre alles viel einfacher gewesen. Es gab viele Gespräche, die Eltern versuchten uns zu vermitteln, was passiert ist, so dass wir verstehen können. Für uns war es aber der absolute Horror. In dieser Zeit begann bei mir auch das Ausflippen, Saufen, Rebellieren. Das hätte ich zwar vielleicht ohnehin gemacht, aber ich fühlte mich für die ganze Sache verantwortlich. Ich fragte mich immer: Haben wir Kinder etwas falsch gemacht? Hätten wir etwas anders machen können?

Irgendwann zog mein Vater aus, wir Kinder blieben bei der Mutter. Es ging beiden Eltern sehr schlecht. Wir gingen sporadisch zum Vater essen, aber als Kind ist man da immer in so einer Mühle drin. Zu Beginn machte ich meine Mutter für das alles verantwortlich, aber mit der Zeit begriff ich, dass es immer zwei braucht, dass es zu einer Scheidung kommt. Heute habe ich ein relativ liberales Verständnis von Familie. Ich glaube nicht, dass man ums Verrecken an der Familie festhalten sollen, wenn sie nicht tragfähig ist. Dann trennt man sich lieber. Heute habe ich zu Vater und Mutter ein sehr gutes Verhältnis. Die Scheidung ist kein Thema mehr.

Mama versucht den Kleinen zu trösten.

Mama versucht den Kleinen zu trösten.

Jonas, 8
Ich war vier, als meine Eltern sich trennten. Die einzige Erinnerung, die ich an unser Zusammenleben hatte, ist ein Streit. Es gab einen langen Flur, der zur Küche führte und ich weiss noch, wie ich um die Ecke schaute. Sie standen in der Küche und schrien sich an. Ich fand das nicht so toll und habe mich still und leise zurückgezogen. Jetzt habe ich zwei Zuhause. Mein Vater hat eine neue Familie, zwei neue Kinder. Meine Mutter ist alleine. Ich verbringe immer jeweils die halbe Woche beim Vater und die andere Hälfte bei der Mutter. Ich bin an beiden Orten gern, nur der Wechsel ist manchmal schwierig. Also eigentlich nur der Wechsel, wenn ich vorher beim Vater war und dann zur Mutter komme. Bei der Familie meines Vaters ist immer etwas los, das Baby schreit, weil die Schwester es gehauen hat. Oder wir gehen in den Wald und veranstalten Rambazamba. Wenn ich dann zur Mutter komme, dann habe ich nicht die richtigen Manieren und sie wird wütend. Also, eigentlich wird sie nicht wütend, sie macht mich nur darauf aufmerksam und das macht mich dann wütend. Dann schliesse ich mich manchmal im Zimmer ein. Ich hätte es lieber, wenn meine Eltern noch zusammen wären, viel lieber, ausser wenn es Streit gibt. Aber das ist jetzt natürlich schwierig wegen der neuen Frau meines Vaters. Inzwischen kommen meine Eltern eigentlich gut aus, nur manchmal am Telefon werden sie hässig. Aber meistens geht das dann wieder weg.

Wenn Mutter und Vater nur noch streiten.

Wenn Mutter und Vater nur noch streiten.

Larissa, 16
Ich war noch sehr klein, als meine Eltern sich trennten. Ich kann mich nicht mehr an allzu viel erinnern aus dieser Zeit. Ich war damals ihr einziges Kind. Ich kann mich noch an Ausflüge zusammen erinnern, das war schön. Zu Hause gab es immer Streit, es wurde oft geschrien. Sie trennten sich, als ich in den Kindergarten kam. Ich lebte bei meiner Mutter. Ich ging sehr ungern in den Kindsgi, hatte immer Bauchschmerzen, meine Mama massierte mir dann den Bauch, aber in den Kindsgi gehen musste ich trotzdem. Ich hatte dort immerhin eine gute Freundin. Anfangs kam mein Vater in die Wohnung, in der ich mit der Mutter lebte, um mich zu hüten. Später holte er mich ab und wir unternahmen etwas zusammen. Ich mochte diese Ausflüge nicht, weil er sich nicht um meine Bedürfnisse kümmerte, sondern mich einfach mitnahm und sein eigenes Programm verfolgte. Einige Male stand zur Diskussion, mich zu sich zu nehmen, so dass ich bei ihm gewohnt hätte, aber das wollte ich nie. Die Vorstellung, dass meine Eltern immer noch zusammen wären und ich ihr einziges Kind, finde ich schrecklich. Mir gefällt es besser jetzt in meiner Familie mit meinen Halb-Geschwistern. Mein Vater hat auch eine neue Familie. So auf die Distanz kommen wir eigentlich ganz gut aus.

Aufgezeichnet von Michèle Binswanger

Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende? Rund 20’000 Scheidungen werden in der Schweiz pro Jahr ausgesprochen, Mütter Väter und Kinder müssen sich auf ein neues Leben ausrichten. Die Scheidung ist womöglich zum verlustreichsten Feld des Geschlechterkampfes geworden und mit dem Streit um das obligatorische gemeinsame Sorgerecht ist das Thema aktueller denn je. Der Mamablog widmet der Scheidung eine Themen-Woche. Am Montag konnten Sie als Einstieg den Beitrag von Ralph Pöhner «Scheidung gleich Befreiung?» lesen. Am Dienstag lasen Sie Jeanette Kusters Interview mit einem Scheidungsanwalt. Morgen folgt das Gespräch mit dem Paartherapeuten Willy Angst und zum Abschluss berichtet Shawne Fielding den Mamablog-Leserinnen und –Lesern über das Leben nach der Trennung.

90 Kommentare zu «Scheidungskinder erzählen»

  • heidi reiff sagt:

    Nicht verzagen, Guru Bert Hellinger fragen, Familienstellen …………..

  • Katharina sagt:

    Die trennungen sind manchmal unvermeinltich.

    http://www.youtube.com/watch?v=F9y1vGxPVAA

  • Katharina sagt:

    „Die Vorstellung, dass meine Eltern immer noch zusammen wären, finde ich schrecklich.“ – das ist der kernsatz und essenz.

  • Partick Büsali sagt:

    Originalrecherche, MB? Gratuliere, tolles Stück.

  • Franz Oettli sagt:

    Wer das Vertrauen in die eigenen Eltern nur zum Teil, gar nicht gekannt oder gar verloren hat, wird es schwer haben, das Vertrauen auch seinen Kindern später weiter zu vermitteln. So pflanzt sich dann der Schmerz und das Manko weiter fort. Die scheidungswilligen Eltern sollten sich also schon sehr gut überlegen, was sie ihrem Nachwuchs antun wollen! Und das wegen den paar Jahren, die sind ja so schnell vorbei und schon sind die Kinder gross. Selbst die beste Patchwork-Lösung esetzt keine richtige Familie.

  • heidi reiff sagt:

    Ich habe mich lange im Forum von Alice Miller bewegt, ein mutiger Mann hat sich mal geoutet ohne zu verraten, dass er von seiner MUTTER sexuell missbraucht wurde das gibt es auch, keine Ammenmärchen von Gebrüder Grimm.

  • heidi reiff sagt:

    Mir haben die Bücher von Alice Miller einiges weitergeholfen was ENTWICKLUNGSPSYCHOLOGIE betrifft, wir kommen nicht mit vollentwickeltem Gehirn auf die Welt, wir brauchen Zeit um Erwachsen zu werden resp. zum vernünftigen Handeln, als Baby konnte ich meinen Schoppen nicht alleine holen, ich war einfach angewiesen auf eine Amme oder was auch immer, diese blöden Verallgemeinerungen gehen mir auf den Wecker.Schätze Menschen, die mir nichts vormachen, in der Apotheke kann ich kein Brot kaufen, begleiten wir einfach unsere Kids liebevoll, achtung loslassen gehört auch dazu.

  • heidi reiff sagt:

    Es gibt auch Waisenkinder, Findelkinder etc. Kinder die missbraucht werden für perversen Sextourismus, Kindersoldaten etc. Meine wissenden Zeugen haben mir das Leben gerettet, normale Erwachsene Schutzengel ohne HEILIGENSCHEIN, ich schmunzle jetzt über die Photos die mir meine Freunde geschickt haben mit Widmungen – Liebesschwüre – ich werde dich immer lieben – dein Vaterlandsverteitiger gehört einfach doch zum Teenageralter, wir waren doch alle mal Teenager haben gespielt als Kinder z.B.
    blinde Kuh, Versteckis etc. Kinder unter sich können gut umgehen, geht mal wieder auf einen Kinderspielpl

  • Nina sagt:

    ob eine trennung/scheidung langfristige trauma/defizite etc verursacht, ist abhängig von den sich trennenden eltern: wie wird der konflikt ausgetragen, wird schlecht ueber eine person in anwesenheit des kindes geredet, können beide ein zufriedenes leben danach aufbauen, reden sie mit dem kind darueber, darf man als kind trauern etc etc.
    ich bin selber ein mittlerweile glueckliches scheidungskind. weil ich niemals an der liebe zu mir zweifeln musste, ich immer viel kontakt zu beiden hatte, nie zwischen fronten kam und irgendwann sah, dass es beiden eltern so besser geht und damit auch mir.

  • xyxyxy sagt:

    1. Scheidung (und das was dazu führt) tut Kindern Gewalt an – das ist ein Fakt der viel lauter gesagt werden müsste
    2. viele Scheidungen sind auf ein falsches Verständnis von Liebe zurückzuführen: Liebe ist= das was mich glücklich macht, mir meine Träume erfüllt, das Maximum aus meinem Leben rausholt
    diese Art von Liebe taugt nicht für eine Familiengründung – denn Liebe ist Treue zu einer Person, ob die nun perfekt ist oder nicht
    meine Frau gehört, spätestens seit der Geburt unserer Kinder „zur Familie“ und meine Familie liebe ich, selbst wenn es sympathischere und schönere Menschen gibt

  • Robert sagt:

    Hab ich schon verschiedentlich erzählt, dass ich auch ein „Scheidungskind“ war. Vor 40 Jahren. Ich sehe das ziemlich differenziert und pragmatisch und glaube nicht, dass man sowas sagen kann wie dass Scheidungskinder einfach immer unter der Scheidung leiden.

    Ich kann mich an die Zeit vor der Scheidung und vor der Streiterei erinnern, das war aber auch nicht sooo toll, weil meine Mutter immer etwas depressiv war.

    Und ich kann mich daran erinnern, dass ich Angst hatte, mein Vater nimmt beim Ausziehen den Fernseher mit.

    Und jetzt sind die 600 Zeichen vorbei.

    • Robert sagt:

      Nein noch was: Wir waren 4 Geschwister. Wir hatten untereinander wohl ein innigeres Verhältnis als zu beiden Eltern. UND da waren noch ganze Rudel von Kindern „auf der Strasse“, die „meine Welt“ ausgemacht haben. So war mir die Ehe meiner Eltern gar nicht so furchtbar wichtig. Es gehörte gar nicht zu meinem „Aktionsradius“, mich damit zu beschäftigen.

    • Robert sagt:

      Die wirklich schlimmen Aspekte machten immer einen relativ kleinen Teil meines Lebens und meiner Wahrnehmung aus. Dass sich meine Eltern mal in der Küche vor allen Kindern bitterst verprügelt haben. Oder dass ich meinen Vater später in seiner Einsamkeit zu Grunde gehen hab sehen müssen.

  • elena sagt:

    Ich stamme aus einer ‚intakten‘ Familie, hab einige Freundinnen und Freunde aus ’nicht intakten‘ Familien und fand das Umfeld abwechslungsreich, spannend. Sie hatten für mich bessere Möglichkeit auszuweichen und kriegten schon früh mit, dass es oft mehr als eine oder zwei Ansichten der Dinge gibt, da sie mit mehr unterschiedlichen Meinungen konfroniert waren. Ich fand das positiv, macht offener und relativiert vieles. Oft zeichnet die Aussenwelt von Scheidungskindern ein einseitig negatives Bild, konzentriert auf sogenannte Defizite – das könnte mehr Mühe bereiten als die Situation als solche.

    • Eva sagt:

      ich stamme ebenfalls aus einer „intakten“ Familie, was mir zunehmend als Seltenheit vorkommt…. zu deinem Post; was meinst du mit Ausweichen? So wie ich es bei einem Scheidungskind gesehen habe? Dass wenn Probleme auftauchen, umgezogen wird statt diese Probleme gelöst oder daran gearbeitet? Offenheit und Relativierung hin oder her – leider könnte ich es bestätigen, dass JEDES Scheidungskind, dass ich kenne, ein „Defizit“ mit sich herumträgt…

      • gelsomina sagt:

        es ist wohl schwer zu sagen, ob diese defizite von der scheidung oder grundsätzlich von der schwierigen familiensituation her rühren. ob diese menschen tatsächlich keine defizite hätten, wenn ihre eltern eine unglückliche beziehung weiter geführt hätten?
        meine eltern sind auch jetzt noch zusammen, nachdem wir kinder längst erwachsen und selber eltern sind. eine heile welt war diese familie nie, sondern täglicher terror. ich habe mir als kind immer gewünscht, meine mutter würde uns beschützen und meinen vater zum teufel jagen, und ich verstehe heute noch nicht, dass sie es nicht getan hat.

  • Daddy_cool sagt:

    Solche Berichte stimmen mich sehr traurig. Bei Trennungen leiden die Kinder. Immer. Bei Paul 36 macht es den Eindruck, dass die Trennung recht gesitted und mit Respekt über die Bühne ging. Trotzdem hat er darunter gelitten.
    Für meine Kinder würde ein Welt zusammenbrechen, wenn ich weg wäre. Schon jetzt gibt es jeweils viele Tränen, wenn ich ein Wochenende weg bin. Ich wünsche allen Eltern, dass ihre Ehe hält und die Kinder in einer intakten Familie aufwachsen können.

  • StefanB sagt:

    Wir haben einen Erwachsenen, der als Scheidungskind aufgewachsen ist, und zwei Kinder. Eines hat sich mit der Situation arrangiert, das zweite nicht. Bezeichnenderweise lebt das Kind, das sich arrangiert hat, bei der Mutter und deren neuer Familie (aber kein Wort zum Stiefvater). Das Kind, das unglücklich ist, lebt allein mit seiner Mutter. Überträgt sich da die Unzufriedenheit der Mutter aufs Kind?

  • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

    nachtrag:
    also kann man sagen: alles birgt eine chance auf etwas neues und alles besteht nur solange bis wieder etwas anderes geschieht. DAS nenne ich doch mal grundlegende philosophie! 🙂

  • vietnamesische begleiterscheinung sagt:

    nach dem lesen einiger posts und meinen eigenen erfahrungen als scheidungskind kann ich behaupten: man kann nicht sagen, dass scheidung per se gut oder schlecht sind. genausowenig wie man dies über intakte familien sagen kann. zu viel hängt von den jeweiligen konstellationen und personen ab. wie immer bleibe ich bei meinem credo: alles schlechte birgt eine chance auf etwas neues, wobei alles gute bloss ein status quo ist, der anhält, bis wieder was schlechtes passiert. und das ist durch und durch optimistisch gemeint. man ersetze nur die wörter gut und schlecht durch wertneutrale begriffe.

  • Patricia S. sagt:

    Ich wünschte auch meine Eltern hätten sich scheiden lassen. So hätten beide wenigstens die Chance gehabt wieder glücklich zu werden und wir Kinder hätten womöglich eine fröhlichere Jugend gehabt.

    So sind meine Eltern heute beide kanpp 60 Jahre alt und blicken auf ein kaputtes Familienleben zurück und sind frustriert.

    Mich hat es gelehrt Beziehungen zu pflegen und kaputte Beziehungen klar zu beenden.

    • StefanB sagt:

      Sie könnten auch heute noch sich scheiden lassen, dann hätten sie wenigsten ein ruhiges Alter.

    • tom matter sagt:

      Mit diesen klaren und tiefgreifenden Worten haben Sie wohl den besten und reflektiertesten Beitrag hier geschrieben. Und er ist authentisch. „Leider“ für Sie. Wünsche Ihnen aber viel Sonnenschein!

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Das hätte ich mir für meine Eltern auch gewünscht, wir wären alle glücklicher gewesen dabei.

  • Andrea Müller sagt:

    Da ich mich nicht an eine Zeit erinnern kann wo beide Elternteile da waren, meine Eltern liessen sich scheiden als ich ca. 2 1/2 war, kann ich es nicht sagen wie es gewesen wäre wenn, oder habe auch keinen Streit mitbekommen, nicht wie mein älterer Bruder. Aber je mehr ich erfahre wie es damals war und die Erfahrungen die ich gemacht habe, finde ich es einen Hohn, dass die Gerichte nur der Mutter zuhören, und ihr die kinder zusprechen! Auch wenn sie die Person ist/war welche die Kinder missbraucht hat, regelmässig etc.!!!

    • Gene Amdahl sagt:

      So läuft es in fast allen Gerichten ab. Die boshaften Drahtzieher sind eben auch die Jugendämter, Beiständinnen, welche die Eskalationen erst recht anheizen u.a. mit Falschaussagen/Gefälligkeitsgutachten. Passiert tagtäglich in diesem Filz. kinderohnerechte.ch ist ein perfekter Ort für weitere Infos.

  • gs kein Scheidungskind sagt:

    Ich bin für lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Meine Kindheit ist geprägt von Gewalt, Tyrannei und Psychoterror durch meinen Vater. Und das hat bis heute seine Auswirkungen. Ich hätte mir gewünscht, dass meine Mutter mich und meine Geschwister nimmt und geht. Leider hat sie das nicht getan und als ich es ihr als erwachsene Frau einmal gesagt habe, wurde sie nur wütend. Es hätte Möglichkeiten gegeben und wir wären vielleicht als Kinder zur Ruhe gekommen und hätten nicht immer Angst haben müssen. Lieber eine Scheidung als dass der Schrecken nicht aufhört!

    • bronf sagt:

      lieber ein ende mit schrecken als ein schrecken ohne ende.

      das scheint mir der entscheidende punkt.

      • Thomas sagt:

        Und was wenn der Schrecken erst nach der Scheidung in der „neuen Familie “ anfängt? Wenn die Kinder einfach nur noch lässtiger Müll sind den man durchfüttern muss?

      • StefanB sagt:

        Thomas, da frage ich mich aber, warum dann um das Sorgerecht gekämpft wurde… Einfach nur, damits der andere nicht bekommt?

  • Meret sagt:

    Ich sehe meine Eltern viel lieber glücklich getrennt als unglücklich zusammen. Ich habe zu beiden einen guten Kontakt und trage keine „Scheidungsnarben“ mit mir herum. Allerdings darf ich anmerken, dass meine Eltern immer (auch jetzt noch) sehr fair und respektvoll miteinander umgegangen sind.

    • Partick Büsali sagt:

      Die Scheidung selbst war etwas Unfaires, mir als Kind gegenüber, da hätte ein „fairer“ Umgang nichts geholfen.

  • Fahri (Scheidungskind) sagt:

    Als Kind oder Jugendliche ist es fast der grösste Schock den man erleben kann. „Meine“ Welt zerbricht, ohne dass ich darauf einwirken oder es verhindern könnte. Ich finde die Trennung aber mittleweile gut, meine Mutter hat sich „befreien“ können und ist viel glücklicher als vorher (mein Vater dafür nicht), vorher war 20 Jahre lang umgekehrt. Bei einer Trennung merkt man auch wer wirklich an einem hängt (weiterhin Kontakt, Schuldvorwürfe, Kind als Druckmittel, usw.), auch bei den ganzen Verwandten und Freunden.

  • heidi reiff sagt:

    Die Symbiose ist leider nach 7 oder 9 Monaten einfach vorbei, gehört zum normalen Naturgeschehen. Erwachsene Menschen haben das Recht, sich zu entscheiden, will ich eine Familie gründen oder nicht. Vergleiche mit andern Ländern sind schwierig. Geld und Macht regiert die Welt, wie gehe ich damit um ist für mich die Frage, ich bleibe mir selbst treu.

  • heidi reiff sagt:

    Ich bin nach wie vor auf der Seite der Kinder ob Bub oder Mädchen, Kinder sind für mich eine Bereicherung, Kinder sind spontan, KINDER UND NARREN SAGEN DIE WAHRHEIT.

  • heidi reiff sagt:

    Ich mach jetzt einen Schritt zurück zum Thema von gestern, lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, die Verlogenheit aus Religionen, ewige Treue bis dass der Tod euch scheidet, die Realität sieht anders aus. Das Muster hat sich wiederholt wie D. Zollinger sagt, bei mir hat es andere Hintergründe, ich hatte einen guten Draht zu meiner Schwiegermutter fatal sind einfach diese Verallgemeinerungen, Clichées.

  • heidi reiff sagt:

    Kinder sind immer die Leidtragenden, wenn sich die Eltern in der Ehe streiten, wenn Kinder manchmal unbequem sind oder den einfachen Wunsch äussern noch draussen spielen zu dürfen Mami sagt nein Papi sagt ja. Eine Ehe aufrechtzuerhalten nur um gesellschaftlich besser dazustehen ist Selbstbetrug, meine Mutter hat sich vehement gegen eine Scheidung gewehrt nach 19 Ehejahren, der Preis war, dass das Haus verkauft wurde in dem wir wohnten, das mein Vater für uns Kinder bauen liess. Deal war du willigst ein in Scheidung oder ich verkaufe das Haus, meine Mutter blieb stur, schachmatt für uns Kinder

  • Partick Büsali sagt:

    Unter dem Strich sehe ich Scheidung (und Trennung) sehr sehr kritisch. Aus persönlicher Sicht, aus Sicht des Kindes, ist ein Zusammenleben mit beiden Eltern, auch unter Spannungen und mit oft stattfindendem Streit, viel besser als die Trennung. Natürlich kann eine Trennung optimiert werden, etwa, indem die Eltern nicht weit auseinander wohnen und das Kind danach de facto zwei Wohnsitze hat und so weiter, aber dies sind nur Behelfe. Denn kaum ein Kind will wirklich getrennte Eltern. Und ein Trauma ist beim Kind, nach meinen Erfahrungen, persönlich und bei Freunden, nicht zu vermeiden.

    • rahel sagt:

      oh nein, der ewige streit war für mich das schlimmste. da war die trennung meiner eltern eine richtige erlösung. endlich ruhe im haus…

      • heidi reiff sagt:

        Ich kann das gut nachvollziehen was rahel hier rüberbringt, ich habe sehr gelitten unter dem Streit meiner Eltern, die haben sich gegenseitig bekämpft, mein Vater hat meine Mutter oft beschumpfen wenn er zornig war sie hat immer geschrien, ich
        hol die Polizei, das Thema war meist Geld oder blöde Vorhaltungen, dein Bruder etc. Kinder sind die Opfer solcher Streitereien, ein 4 jähriges Kind kennt ja die Hintergründe nicht in diesem Alter, wir kommen nicht schon als perfekte Psychologen zur Welt, normale Entwicklung braucht Zeit und Raum jedes Kind ist da individuell veranlagt.

    • Thiemo sagt:

      Recht hast Du, kein Kind wird wohl getrennte Eltern wollen, genauso wenig wie sich ständig streitende. Es gibt keine Pauschallösung. Eskann nicht einmal gesagt werden, ob die jeweilige Lösung die bessere war. Man kann mit der anderen ja überhaupt nicht vergleichen. Insofern erübrigt sich jegliche Diskussion.

      • Partick Büsali sagt:

        Nein, sie erübrigt sich natürlich keineswegs. Sie hat einfach keine eindeutige Antwort.

  • Daniel Zollinger sagt:

    … und nicht zu vergessen, das der grösste Teil von Scheidungskindern die später einmal Heiraten auch eine Scheidung vornehmen werden.

    • Partick Büsali sagt:

      Naja, weisst Du das wirklich so genau? Hast Du eine Statistik zur Hand, die aufzeigt, welcher Anteil von Eltern, die Scheidungskinder waren, sich trennen, und welcher Anteil es bei den Kindern aus „intakten“ Familien sind? Und wie sieht es aus bei Familien wo nur ein Elternteil aus einer getrennten Ehe stammt vs. den Familien, wo beider Eltern getrennt wurden?

      Ich behaupte, dass die persönliche Erfahrung hier ganz viel ausmacht. Eltern mit persönlicher Trennungshistorie wollen das den Kindern weniger zumuten, viel weniger. Ich sage dies nur aus persönlicher Anschauung.

      • the man sagt:

        Bin mir auch nicht sicher, ob man das so pauschal sagen kann. Ich selber habe die Erfahrung gemacht, dass auch bei gütlichen Scheidungen bei den Kindern etwas hängen bleibt das sie dann später in eine Partnerschaft einbringen. Für jemanden aus einer „intakten“ Familie ist das sehr schwierig zu verstehen. Es ist z. B. nicht einfach mit einer Partnerin klar zu kommen, die sich für den verlassenen/alleinstehenden Elternteil verantwortlich fühlt…

      • Daniel Zollinger sagt:

        Nein, aber der grösste Teil die ich kenne die Geschieden sind, bei denen waren die Eltern auch geschieden.

    • Peter Moser sagt:

      …oder gar nicht erst heiraten!

      • Thiemo sagt:

        Es geht nicht ums heiraten. Partnerschaft mit Kindern. Heirat ist bloss Tinte auf Papier. Die geht den Kindern am Allerwertesten vorbei. Die Trennung zwischen Papi und Mami hat einen weg.

  • Scheidungsvater sagt:

    Ich habe 5 Jahre zugeschaut, wie meine damalige Frau eine andere Beziehung hatte, weil ich meinen Kindern eine intakte Familie geben wollte. Meine EX hat es schamlos ausgenützt und ihre Beziehung immer freizügiger gelebt, im Wissen, dass ich ich ja sowieso bleibe. Nach 5 Jahren schaffte ich es nicht mehr und es kam doch zur Scheidung. Im Nachhinein denke ich, es wäre besser gewesen, gleich die Konsequenzen zu ziehen. lLeber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Aber für die Kids ist es hart.

    • Partick Büsali sagt:

      Hart.

    • Tomas sagt:

      Natürlich ist für dich ein schnelles Ende das Beste, ohne Zweifel. Anstatt sich mühsam um eine Beziehung zu abzukämpfen, im Wissen dass es dafür eigentlich zwei braucht aber nur du dafür bereit bist, ist ein schnelles Ende eine Wohltat. Dennoch, egal wie schlimm es für die Eltern ist, die Kinder empfinden es anders. Das weiss ich aus beiden Perspektiven nur zu gut.
      Ich würde an deiner stelle versuchen mich gleich zu organisieren wie es deine Frau tat – im wissen, dass es in allen Konsequenzen einfacher tönt als gemacht wird.

  • Claudia sagt:

    Als (Kampf-) Scheidungskind war für mich nicht die Scheidung per se das Schlimmste, sondern der Missbrauch der Mutter als Druckmittel, Spielball und Blitzableiter. DAS hinterlässt sehr grosse seelische Wunden. Ich denke, wenn die Scheidung „relativ gut“ abläuft und die Kinder weiterhin beide Eltern sehen und lieben dürfen, ist der Schmerz viel geringer…

    • Gene Amdahl sagt:

      Leider ist es so, dass die Kinder als Waffe gegen den Vater eingesetzt werden. Die Behörden goutieren fast ausschliesslich dies immer wohlwollend. Das Wohl der Mutter kommt bekanntlich fast immer vor dem Kindswohl.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Hör doch mal auf mit diesen Pauschalbehauptungen, sie werden nicht wahrer, wenn du sie dauernd wiederholst. Du hast eine Scheidung hinter dir, wie viele hier, trag das mit Fassung und sein nicht so eine Memme!

      • Tomas sagt:

        @Pippi: Dafür, dass es nur „Pauschalbehauptungen „sein sollten kommen diese Situationen in der Realität die uns umgibt zu häufig vor. Genauer gesagt, Scheidungsgeschichten kenne ich mittlerweile unendlich viele, aber nur eine einzige Frau, die sich dabei nicht zumindest ansatzweise wie eine Hyäne dabei verhalten hat. Wahrscheinlich ist die Verlockung einfach zu gross, um zu wiederstehen, wenn es einer so einfach gemacht wird.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Sprich doch mal mit einer dieser Hyänen, Tomas, dann merkst du wahrscheinlich schnell, dass die Geschichten immer zwei Seiten haben.

  • papipooh sagt:

    rührende geschichten…! es könnte doch so schön sein für alle beteiligten!

  • Leonidas sagt:

    ein ganz trauriges thema und meiner ansicht nach auch folge unserer selbstverwirklichungs- & hedonismus-gesellschaft, welche die (langfristige) beziehungsfähigkeit verunmöglicht bzw. behindert. die leidenden sind die kinder, für welche sich liebende oder zumindest sich respektierende eltern immer das ideal sind. aber diese müssen natürlich zuerst die reife besitzen miteinander auszukommen, im besten fall sich & die beziehung so zu pflegen, dass die liebe erhalten bleibt.

    • Jürgen sagt:

      Sie haben schon recht… Aber: Ich glaube nicht, dass das so einfach ist mit der „Selbstverwirklichungs- und Hedonismusgesellschaft“. Eigentlich müssten Sie die Schuld schon bei der Romantik suchen, bei der Konstruktion der ‚romantischen Liebe‘ oder der Bürgerlichkeit mit ihrem Familienideal. Und wer will schon eine Rückkehr zur rein funktionalen Familie, in der die Eltern einfach Teile einer Großfamilie waren, Kinder kleine Erwachsene und der (bäuerliche) Haushalt vor allem funktionieren musste – von Liebe keine Spur. Erinnert auch etwas an arrangierte Heiraten heutzutage…

      • Leonidas sagt:

        aus sicht des kindes, ist die grossfamilie mit sicherheit wünschenswerter, als getrennt lebende eltern, die dafür sich gänzlich selbstverwirklicht haben, ohne einschränkungen „sich selber sein“ können und alle zwei jahre wieder über beide ohren in irgendjemanden verknallt sind (etwas überzeichnet). von der romantischen liebe, immerwährenden schmetterlingen im bauch, war keine rede. aber du hast recht, viele hegen diese illusion und sind dann immer wieder enttäuscht. wie uns richard david precht gelehrt hat. etwas mehr pragmatismus, demut & (ja es klingt kitschig) nächstenliebe sind gefragt.

  • Dass unter diesem Post nicht die üblichen Kommentatoren-Schlachten stattfinden, belegt eindrücklich die publizistische Grosstat dieses Mama-blog-Beitrags. Angesichts dieser Stellungnahme wird die Selbstverwirklichungsrhetorik und die frivolen Absolutionsbemühungen der 68er-Intelligenz (Remo Largo: „Glückliche Scheidungskinder“) buchstäblich „Un-ver-antwortbar“.

    • Michèle Binswanger sagt:

      @Girardet: Interessant. Sie lesen also heraus, dass Scheidungen in jedem Fall seelische Wunden hinterlassen? Ist es nicht eher die Unfähigkeit der Eltern eine liebende Beziehung aufrecht zu erhalten, als die Scheidung selbst, die diese Wunden erzeugt? Die Scheidung wäre dann die wohltuende Erlösung? Ich weiss es ehrlich nicht.

      • Tomas sagt:

        Die Scheidung, bzw. die Trennung der Eltern zerstört unwiederbringlich eine heile Welt, egal wie oft zuhause gestritten wird. Fast alle Kinder von getrennten Eltern wünschen sich noch Jahre nach der Trennung, dass es nie dazu gekommen wäre, erst im Erwachsenenleben ändert die Sicht.
        Dass es zu Scheidungen kommt, ist eine unvermeidbare Tatsache, dass aber Herr Largo alles verharmlost ist ein Verbrechen.
        Denn so wird all den „naja, eigentlich habe ich was besseres verdient“ Frauen vorgegaukelt, dass sie da den Kindern eine „Wohltat“ antun, anstatt sich in die Beziehung zu investieren.

      • Partick Büsali sagt:

        Ja, Frau M.B. vom Mamablog, in meiner Erinnerung als Kind war die Scheidung, obwohl sie ohne Brutalität über die Bühne gegangen ist, weder körperlich noch finanziell, eine Sache, die viel lieber vermieden worden wäre. Scheidungen hinterlassen wohl nicht zwangsläufig Wunden, und auch eine Atmosphäre, die von Herumgestreite geprägt ist, tut das nicht zwangsläufig. Man kann aber sicher nicht allgemein sagen, was besser ist, der Arm- oder der Beinbruch. Ein Bruch ist beides.

        Nein ehrlich, ich hätte es vorgezogen, bei einer vereinten Familie aufzuwachsen.

      • tom matter sagt:

        @Tomas: R.Largo verharmlost nicht die Scheidung, vielmehr versucht er aufzuzeigen, wie die Eltern bei einer Trennung mit den Kindern trotzdem noch ein möglichst gutes und sinnvolles Miteinander leben und pflegen könnten. Ob die „heile“ Familie, wie sie uns allen seit dem 2.Weltkrieg vor allem durch das romantisierende Hollywood nahegebracht wurde, je existiert hat, mag doch bezweifelt werden. Die Kulturgeschichte zeigt da anderes auf. Trotzdem, eine Scheidung ist eine Zäsur im Leben eines/einer Jeden, und die schmerzt manchmal lebenslang; ich denke, es kommt darauf an, wie wir uns dem stellen.

      • @Binswanger. Richtig, die Unfähigkeit der Eltern eine liebende Beziehung aufrecht zu erhalten, erzeugt bestimmt auch Wunden. Aber schon in dieser Argumentation scheint die „romantische Liebe“ als Fundament der Familie auf. Auch dies möglicherweise ein ephemeres Trugbild. Unsere Enkel werden sich damit abfinden müssen inmitten von Kulturen zu leben, die weder die „romantische Liebe“, noch die „Selbstverwirklichung“ als Werte anerkennen: die indische „arrangierte Ehe“ scheint derzeit ein sehr erfolgreiches Modell zu sein, demografisch.

      • Illusion-los sagt:

        @tomas @matter: obwohl ich die Linie von R. Largo eher populistisch als weise einschätze, haben Sie beide irgendwo recht. Dennoch: wenn ein Elternteil sein(e) Kind(er) liebt, unternimmt es alles, um die Scheidung zu verhindern. Ist es dann doch soweit, dann ging ein „Familientraum“ flöten und das verarbeitet man – abgesehen von den Finanzen, Besuchsrecht etc. – nicht so schnell. Ich bin zwar froh, nicht mehr mit meiner Ex ein Dach teilen zu müssen, zugleich plagt mich das Gewissen, mit ihr Kinder gezeugt zu haben. In der vielfach belegten Machtlosigkeit bleibt nur noch die Schadensbegrenzung.

    • mira sagt:

      Unverantwortbar sind nicht Scheidungen, sondern der Streit, der dazu führt. Das Unvermögen der Eltern, eine Einheit zu sein. Eine Familie, in der nur noch gestritten wird, ist unglaublich belastend für die Kinder, eine Scheidung kann da tatsächlich eine Erlösung sein, im Sinne von „das kleinere von zwei Übeln“. Als Scheidungskind, welches später in einer „normalen“ Familie gross geworden ist, weiss ich wovon ich rede.

    • Astrid sagt:

      @ Girardet: Erst loben Sie die Tatsache, dass die ‚üblichen Kommentatoren-Schlachten‘ nicht stattfinden, aber dann fangen Sie mit einer Ihrer üblichen Beton-Thesen selber damit an?

      • @Astrid. Auf Beton kann man bauen. Ich mache mir hier einen Jux daraus als Protestant die katholische Ehemoral (die sich nur unwesentliche von der reformierten unterscheidet) zu verteidigen. Ich denke wir sollten die Grundrisse unserer Institutionen wieder klar ins Auge fassen. Das schulden wir 40+-Jährige den nachwachsenden Generationen, die in den 80er („anything goes“) und 90er Jahre („Liberalisierung, Globalisierung“) aufgewachsen sind. Sonst werden uns unsere Enkel hassen. Susanne Schwager hat mit den Lebensbeschreibungen ihrer Grosseltern Erfolg, die Jugend ist konservativer geworden.

    • marie sagt:

      ich wäre froh gewesen, wenn es in meiner familie eine scheidung meiner eltern gegeben hätte. die grausamkeiten, brutalitäten und demütigungen waren im doppelpack einfach zu viel. also herr girardet, was nun? am ende geht es lediglich darum, eine realistische, rationale aber sehr liebevolle sichtweise eines jeden einzelnen in der familie zu haben. und ganz viel respekt, arbeit und natürlich ganz viel humor und toleranz!

      • Thomas1 sagt:

        Wer behauptet, Remo Largo verharmlose Scheidungen, hat ausser dem Buchtitel nichts gelesen oder nichts von dem kapiert, was drin steht oder nur einzelne Stellen aus dem Zusammenhang herausgerissen. Da Scheidungen nicht abnehmen, indem man sie verteufelt (wie früher), hilft Remo Largo den Eltern, die Scheidung so anzugehen, dass sie -wenn sie unumgänglich ist- möglichst positiv über die Bühne gehen kann.

    • Kieser sagt:

      @Michèle Binswanger: Führte der Sturz vom Fahrrad zum Beinbruch oder das Aufprallen auf dem Boden? Oder das Fahrradfahren? Oder die Härte des Betons?

      • Aileme sagt:

        @Kieser:
        Heisst das jetzt, es besteht die Möglichkeit, bei einem Sturz nie am Boden aufzuprallen? Hier hinkt etwas….

      • StefanB sagt:

        naja, Aileme, wenn man vielleicht Arthur Dent heisst…

      • zysi sagt:

        @alieme

        ja sie hinken; oder gehen sie auf ein fahrrad um zu stürzen?

      • Robert sagt:

        Alles. Wenn eines fehlt, gibt’s keinen Beinbruch.

      • Aileme sagt:

        @zysi:
        Nein, ich fahre nicht Velo, um zu stürzen. Ich würde aber auch auf keinen Fall heiraten, um mich scheiden zu lassen. Wenn ich aber stürze, werde ich in der Folge auf dem Boden aufkommen. Wenn ich als Verheirateter mit meinem Partner streite, kann ich mich scheiden lassen, muss aber nicht. Ich kann mich aber sogar scheiden lassen, ohne je gestritten zu haben…

    • Thiemo sagt:

      Ehrlich gesagt, schreiben Sie so kompliziert und geschwollen daher, dass ich nach kurzem Aufgegeben habe, verstehen zu wollen, was Sie sagen wollen. Es kommt mir vor, als würden Sie sich selbst gerne reden hören, stehen auf verbalen Durchfall oder sind bloss ein Troll.

    • Katharina sagt:

      vielleicht ist es repekt vor den Schilderungen, GG. und dass daraus ersichtilich ist, wie unterschiedlich es anfing und herauskam.

      die zusammenfassung der schilderungen finde ich sicher nicht eine Grosstat. Auch nicht, dass bei ihnen alles und jedes ein misstand sein soll, der was mit 68ern zu tun haben soll, oder der abschaffung der familie bilbischen zuschnitts.

  • Jürgen sagt:

    By the way… The Squid and the Whale ist ein toller Film!

  • Jürgen sagt:

    Gute und bedrückende Aufzeichnungen…
    Natürlich hat jede/r das Recht, sich trotz Kinder scheiden zu lassen. Für mich persönlich ist es aber so ziemlich die größte Horrorvorstellung, meinen beiden Kinder erklären zu müssen, dass Papa ab jetzt nicht mehr (so oft) da ist. Ich kann mittlerweile Ehepartner besser verstehen, die jahrelang nur ‚wegen der Kinder‘ zusammen leben, ohne gegenseitig noch Interesse und Achtung voreinander zu haben.

    Ich bin kein ‚Scheidungskind‘ gewesen – vielleicht li

    • Thiemo sagt:

      Hallo Jürgen,

      für mich ist es der grössere Horror (für Kind und Eltern), wenn das Kind den ständigen Streiterein ausgesetzt ist. Ich bin Scheidungskind und bin gerade in Scheidung. Ehrlicht gesagt, verstehe ich die Eltern nicht, die ohne Interesse aneinander und Achtung vor einander wegen der Kinder zusammen bleiben. Falls sie die beiden Dinge heucheln, glauben sie dann, dass den Kindern das entgeht? Und wenn nicht, wollen sie dies als Familienmodell an ihre Kinder weiter geben?

  • Scheidungskind sagt:

    was ist wohl besser – gar nie eine Errinnerung an das Bauchgefühl „glückliche Familie gemeinsam“ zu haben, oder dies zu haben und zu wissen, es seinen eigenen Kindern eines Tages wirklich geben zu wollen?? Ich habe die Errinnerung, meine Halbgeschwister werden diese Errinnerung nie haben….die antwort kenn ich nicht…beides tut weh…ich hoffe ich kann es für meine Kinder anders/besser machen…

    • Hans sagt:

      Sie können es besser machen. Die grosse Liebe wird nicht ewig halten, dann kommt das Vertrauen, die gemeinsamen Erinnerungen, der Moment wo man sich die Eheringe übergestreift hat, das Glücksgefühl der Geburt des gemeinsamen Kindes, der Abschied von einem geliebten Menschen, das Bewusstsein sich auf seinen Partner verlassen zu können, Grosskinder zu haben mit denen man spielt, spaziert und feiert u.s.w. Ich wünsche Ihnen viel Glück und dass Sie an meine Worte denken.

      • Thiemo sagt:

        Vertrauen, Achtung. Wenn diese Fehlen sehe ich keinen Grund, sich nicht zu Trennen. Alles andere scheint mir, geht noch viel mehr zu Lasten der Kinder.

    • Thiemo sagt:

      Ich bin davon überzeugt, es ist besser, die glückliche Familie erlebt zu haben, als mit dem Bild aufzuwachsen, dass Familie sch** ist. Es tut weh, das Glück zu verlieren. Aber man weiss, dass es anders geht und kann die Hoffnung haben, es wieder zu finden und weiter zu geben.

  • J_Randi sagt:

    Vielen Dank für die Aufzeichnungen, Frau Binswanger! Das ist die Perspektive, die in den letzten Tagen gefehlt hat.

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