Wirtschaft will Schule machen

SCHWEIZ ECONOMIESUISSE MINARETT INITIATIVE

Die Klage ist nicht neu, nur die Tonlage dringlicher: Gerold Bührer, Präsident von Economiesuisse. (Bild: Keystone)

Die Schweizer Volksschule erfreut sich seit geraumer Zeit einer erhöhten Aufmerksamkeit, und zwar von ungewohnter Seite. Vor einigen Monaten schon zog die SVP mit ihrem «Volksschulpapier» gegen die angebliche Feminisierung der Volksschule ins Feld und behauptet seither, für einen «bubengerechten Unterricht» kämpfen zu wollen. Und nun will sich auch die Schweizer Wirtschaft entschlossen in die Debatte um die rechte Volksschule einbringen, ihr Dachverband Economiesuisse hat heute an einer Pressekonferenz verkündet, was man sich unter dieser Einmischung vorzustellen hat. Dieser Verein, wir erinnern uns, hat sich in den letzten Monaten vor allem dadurch hervorgetan, dass er bis zuletzt die Besonderheiten und Privilegien des hiesigen Finanzplatzes verteidigte, also vorab die Interessen der Banken. Diese Politik, wir mussten es alle erfahren, hat nicht nur der Schweiz im Ausland sehr schlechte Noten eingebracht, sondern unser Land generell in eine unangenehme Lage gebracht. Trotzdem aber wollen wir hier im Mamablog die bildungspolitischen Tipps unserer Wirtschaftsvertreter vorurteilsfrei wiedergeben und zur Diskussion stellen. Die wichtigsten Kritikpunkte sind:

– Von Economiesuisse befragte Lehrmeister und Personalverantwortliche bemängeln mehrheitlich, die Erstsprache-Kompetenz der Jugendlichen und die mathematischen Fähigkeiten seien ungenügend. Die Ergebnisse seien «beunruhigend». So beunruhigend offenbar, dass bereits in der Grundstufe Gegensteuer gegeben werden müsse.

– Die Volksschule müsse deshalb verstärkt das Interesse der Jugendlichen an technischen und naturwissenschaftlichen Fächern wecken. «Naturwissenschaft und Technik sind für das Innovationsland Schweiz entscheidend», heisst es in dem Papier von Economiesuisse.

– Und die hiesige Volksschule müsse den Fokus vermehrt auf nicht kognitive Kompetenzen wie Motivation und Disziplin legen.

– Zudem fordert Economiesuisse die Einführung einer «Best practice»-Methode, womit gemeint ist: Die Kantone sollen in der Bildungspolitik voneinander lernen und bewährte Unterrichtsmodelle oder Bildungsinstrumente austauschen und adaptieren. Schliesslich soll ein nationales Bildungsmonitoring die Leistungen der kantonalen Schulsysteme vergleichbar machen.

So viel zu den wichtigsten Punkten der Volksschulinitiative unserer Wirtschaft. Wer die Bildungsdebatte der letzten Jahre nur ein bisschen verfolgte, wird bemerkt haben: Die Klage des Wirtschaftsverbandes ist nicht neu, allein die Tonlage ist dringlicher als auch schon. Pikanterweise war es gerade die Wirtschaft, die in der Vergangenheit stets betonte, wie wichtig der frühe Erwerb von Fremdsprachen, wie wichtig insbesondere das Frühenglisch sei. Wenn nun darunter die Kompetenz in der Erstsprache, allenfalls auch die Kenntnisse in Mathematik und den Naturwissenschaften leiden, weist dies nur auf ein grundsätzliches, erbarmungslos ökonomisches Dilemma unserer Schulen hin: auf die begrenzten Ressourcen.

Es fehlen die Lehrer, es fehlt das Geld. Der Kanton Zürich etwa verordnet seiner Volksschule eine Sparkur, und rühmt sich dann ironischerweise besonderer Wirtschaftlichkeit. Derweil reklamieren unsre geschätzen Lehrerinnen und Lehrer mehr Lohn –  unter Berufung auf die Marktkräfte. Selbst wenn die heute vorgetragenen Forderungen der Wirtschaft noch so vernünftig erscheinen, diesen Widerspruch zwischen Ansprüchen und Mitteln kann man nicht durch öffentlich aufgeführte Schulmeisterei lösen; oder indem ein paar Musikstunden abgeschafft, ein paar zusätzliche Mathelektionen eingeführt werden. Man muss nicht unbedingt den Wirtschaftsnobelpreis gewonnen haben, um dies zu begreifen.

Was ist zu tun? Mehr Geld in unsre Volksschule, in unsre Volksschüler investieren? Was meinen Sie?

MICHAEL-MARTI_100Michael Marti, 44, ist Stellvertretender Chefredaktor von Newsnetz und Vater von zwei Töchtern. Er lebt mit seiner Familie in Zürich.

148 Kommentare zu «Wirtschaft will Schule machen»

  • EVA sagt:

    fördern und fordern statt sortieren verbieten und strafen
    SchulePflege – SchulFilz – SchulKatastrophe,
    Seit Jahrzehnten fordert Wirtschaftsverbände ganzehitlich bebildete Junge Menschen Schule ist kein Ausbildungs-Institut
    Volksschule als solides Fundement für lebenslange Lern Lust. Selbstwertaufbau nicht Fächerunterricht ganzheitliche Menschenbildung nach Heinrich J. Pestalozzi nicht umsonst steht er am Anfang der Bahnhofstrasse direkt vor dem Globus.
    Globalisierte rasende Zeit braucht selbstbewusste eigenverantworliche junge Menschen, Kinder als einzig wahres Wachstums-Kapital . Geld reGIERt – Mensch und Natur kollabiert. KlimaKrise – Kapitulation vor dem Kapital. Bonus Mals hohe Boni für Wenige Malus Bildungsgutscheine für arme Kinder der reichen Schweiz, schade oder Schande! Bildungsland einziger Rohstoff Bildung und Kultur leider von beidem immer weniger Spur

  • Rudolf Schwarz Jg. 45 sagt:

    Hallo Rolf, und am alle konstruktiv Beitragenden

    Ich kann Ihre Erfahrung teilen. Als Enfant terrible mit schlechten Noten bis zur 5. Klasse haben mich meine Eltern jedes Diktat und jede Rechnung solange auf Papierr wiederholen lassen, bis die A4-Seite fehlerlos und randvoll war. Radiergummi für Tinte wurde niemals akzeptiert !
    Ich wurde mit Fleiss und Ausdauer ETH-Ingenieur und Linenpilot, später Leiter eines High-Tech Unternehmens – Vater von zwei Akademikern – noch Fragen?
    Viele Eltern sind meiner Meinung nach einfach zu verweichlicht und faul, für ihren Nachwuchs adequat zu sorgen. Kinder machen und haben heisst vielfach ungleich teilen mit dem Arbeitsleben, meistens zu Ungunsten der Familienentwicklung
    Wenn ich zurückschaue, war es manchmal echt hart, nicht mit Kollegen spielenzu dürfen, büffeln zu müssen – ichj weinte oft. Das Leben nach dem Studium hat mich 10’000-fach entlöhnt! Ohne Fleiss – kein Preis – ganz entgegen den verlockenden Werbebotschaften (-Lügen) im total verkommenen Fernsehen – wahrhaftig.

  • Rolf Stalder sagt:

    Problem No. 1 sind die Eltern: Diese sollten die Lehrer unterstützen, statt untergraben. Kleines Bsp:

    Eine Schülerin beklagt sich bei der Mutter, dass die keinen neuen Radiergummi bekommt. Die Mutter stellt sofort den Lehrer als Blödmann dar und kontaktiert schriftlich erbost den Lehrer und schreibt, dass sie Steuern zahle für den Radiergummi.
    Der Lehrer antwortet nicht am gleichen Tag, es gibt ja noch andere Dinge zu tun – und schon setzt die Mutter ihren Ehemann auf den Lehrer an – auch dieser macht mit.

    Was war wirklich los? Die Schüler hatten daran Freude gefunden ihre Radiergummis auf den Pulten sinnlos runter zu radieren – als Gegenmassnahme entschied sich der Lehrer dafür nicht einfach jeden Gummi sofort zu ersetzen, sondern einen Lernprozess auszulösen, welcher limitierte Resources aufzeigt.
    Dies könnte zu einer wichtigen Einsicht führen, nicht nur bezogen auf Radiergummis – sondern ganz generell sparsamen und sinnvollen Einsatz von Resourcen aufzeigen. Das ist was wir u.a. auch brauchen.

    Und die Eltern? Lassen sich einfach von ihrem raffinierten Balg einspannen und ausnutzen – denn der eigene Nachwuchs ist ja der Gipfel der menschlichen Schöpfung und viel vertrauenswürdiger als ein Lehrer. So werden Lehrer noch mehr sinnlos beschäftigt.

    Also: Warum sind noch immer gegen 80 Lehrerstellen offen? Danke Eltern!

    Ps: Ich war nicht der betroffene Lehrer.

    • Eni sagt:

      Wo wohnen Sie? Bei uns müssen die Eltern sämtliches Schreibmaterial inklusiver Farben, Filzstifte, Wasserfarben und natürlich auch Radiergummis selber bezahlen. In den Sommerferien bekommt man jeweils eine Liste, was das Kind am 1. Schultag mitzubringen hat welches je nachdem während dem Schuljahr ergänzt oder ersetzt werden muss. Wenn eine Schachtel ergonomische Farbstifte fast 30 Franken kosten, hält man die Kinder automatisch dazu an, Sorge zu tragen.

      Verstehe nicht, dass bei Ihnen das von der Gemeinde übernommen wird, das fördert doch nur den Schlendrian.

  • B. Schnider sagt:

    Der Inpout/Output in das System Volksschule Schweiz stimmt längst nicht mehr. Als Sekundarlehrer math.-natw. Richtung kurz vor der Pensionierung habe den Wandel erlebt, weg von einer leistungsorientierten, naturwissenschaftlichen Gewichtung zu einer „verzettelten“ Schule mit zu vielen neuen, teilweise auch gesellschaftspolitisch motivierten Inhalten. Beispiele gefällig? Um 1980 war der Anteil an Physik bedeutend höher: Kernphysik, Mechanik und Elektrodynamik fanden problemlos ihren Platz. Grundlagen der Gentechnik (Mit hervorragenden Lehrmitteln des Kts. Zürich !!!) weckten das Interesse der Schüler. Kernphysik und Gentech gekappt anfangs 90er. Vermutlich klammheimlich aus ideologisch motivierten Gründen. Aufnahmeprüfungen ins Gymnasium wurden sprachlastiger, wobei der kognitive Anteil in der Mathematik signifikant gesenkt wurde.
    Parallel zu dieser Entwicklung fand die Anbiederungs- und Kumpelpädagogik in der Volksschule Einzug. Gordon und Co. dominierten die Lehrerweiterbildungskurse. Was wir benötigen? Entpolitisierung und Entpsychologisierung, drastische Senkung des administrativen Ballastes, wieder mehr Kompetenzen den Klassenlehrern. Träumen darf man ja schliesslich noch…

  • Florian sagt:

    Das Problem, welches die Wirtschaft ausmacht, ist nicht, dass die Schüler in den „Kernkompetenzen“ schlechter wären, als früher. Das Problem sind die veränderten Anforderungen der Wirtschaft. Noch in den 70igern waren über 60% der Bevölkerung im ersten oder zweiten Sektor beschäftigt, für die meisten dieser Berufe waren Lesen, Schreiben und Rechnen fakultativ. Und die knapp 40%, welche das konnten, hat man schon noch gefunden. Heutzutage hingegen arbeiten über 70% im dritten Sektor, das heisst, die Wirtschaft verlangt von der Schule, dass sie die Anzahl „Schulversager“ mehr als halbiert. Wer hat eine Lösung?

    • Eremit sagt:

      Die Sichtweise hat was.

      „Heutzutage hingegen arbeiten über 70% im dritten Sektor“
      Das ist sehr bedenklich, da somit keine 30% im zweiten Sektor arbeiten. Ein gesunder Staat sollen darauf bedacht sein eine gesunde Aufteilung der Arbeitskräfte beim ersten, zweiten und dritten Sektor zu haben. Wenn alle im dritten Sektor tätig sind, dann wird man abhänig von den Staaten, die den zweiten Sektor beherrschen. Warum wohl weigert sich China den festen Wechselkurs zu ändern? Und warum ärgert dies die USA?
      M.E. sollte max. 50% der Bevölkerung im dritten Sektor tätig sein.

      Wann fusioniert die Schweiz mit Österreich, Italien oder Frankreich?

  • anonymus sagt:

    Zwei von meinen drei direkten Vorgesetzten haben -nett gesagt- erhebliche Mühe einen Satz fehlerfrei zu schreiben. Und das wohlgemerkt in einem „innovativen High-Tech“ Unternehmen, worauf wir Schweizer ja so stolz sind. Meine vorletzte Qualifikation hat in der abschliessenden, sehr kurzen Bemerkung mind. drei Rechtschreibfehler und das Zwischenzeugnis ist meiner Meinung nach reichlich holprig formuliert.

    Soweit mein kurzer Abriss über die Sprachkompetenz meiner Vorgesetzten. Vermutlich konnte jeder junge Lehrabgänger, der wegen Motivations- und Disziplins-Problemen wieder gehen musste, besser deutsch.

  • Hans sagt:

    Ich bin seit ca. 10 Jahren Ausbildner und Prüfungsexperte in der IT und kann den Umfrageergebnissen nur säuerlich lächelnd beipflichten. Seit einigen Jahren beobachte ich einen signifikanten Rückgang der sprachlichen Fähigkeiten bei Bewerbern, Auszubildenden sowie abschliessenden Lehrlingen. Dabei ist nach meiner Erfahrung nicht nur die Rechtschreibung/Grammatik in hohem Masse betroffen, sondern es fehlt auch eine gewisse Gewandtheit im Umgang mit der gesprochenen Sprache. Da häufig so geschrieben wie gesprochen wird, leidet die Qualität dementsprechend.

    Nicht wenige Bewerbungen sind katastrophal formuliert und gespickt mit Fehlern. Ich könnte in den meisten Fällen die Hand ins Feuer legen, dass sich weder eine Lehrperson noch ein Elternteil den Brief zuvor angesehen hat. Mir tun diese Bewerber leid. Dabei ist der Beruf des Informatikers gleichermassen begehrt wie anspruchsvoll, Zahlen von 70-90 Bewerbungen für eine Stelle sind keine Seltenheit, es bewerben sich demnach eher die stärkeren Schüler. Also bewegen sich die Notendurchschnitte der Bewerber ab 4.8 aufwärts (Sekundarschule). Dies nur als Hintergrundinformation. In den Abschlussarbeiten wie internen Aufgaben sind Plagiate, falsche Zitate oder aus dem Zusammenhang gerissene Argumente an der Tagesordnung. Das Internet lässt grüssen. Um dieses zweckmässig nützen zu können reicht es eben nicht, ein paar Begriffe der Suchmaschine zu übergeben um danach den ersten Treffer zu verwerten, sondern die Ergebnisse müssen interpretiert werden können. Also hapert es nicht nur der Rechtschreibung alleine. Ist dies das Ergebnis der lautstarken Forderungen aus den Neunzigerjahren für vermehrte Förderung von Informationstechnologie an den Schulen? Toll.

    Über die Gründe kann ich nur mutmassen. Ich mag nicht in dieselbe Bresche schlagen und alle Eltern und Lehrer in denselben Topf werfen, aber irgendwo zwischen dem Alter von 4 und 14 läuft gewaltig was schief. Ist es die zunehmende Präsenz der elektronischen Medien, die Delegation der Erziehungsverantwortung an die Lehrer, oder so blöd es tönt, die fehlende Sorgsamkeit sich selbst, dem Leben und der Umgebung gegenüber von uns allen? Zumindest Egozentrik und Narzissmus sind auf dem Vormarsch wie Gewaltexzesse und der Run auf sogenannt ’soziale‘ Netzwerke belegen.

    Ich selbst fühle mich zusehends machtlos, bin erschüttert über diesen Zustand und frage mich ernsthaft, wie lange ich dies als Ausbildner noch verantworten kann. Korrekturen sind nicht wie früher richtungsweisend, sondern rütteln zusehends an den Grundfesten der Fähigkeiten.

    Was mich an der ganzen Sache am meisten stört, ist, dass ich das Gefühl bekomme, alleine für sämtliche gemachten Fehler verantwortlich zu sein, und dass die Jungen irgendwann im Leben die Rechnung dafür zahlen, obwohl sie selbst nicht einmal daran schuld sind.

    • Hans sagt:

      Im letzten Abschnitt wollte ich natürlich „…alleine für das Ausbessern sämtlich gemachten Fehler verantwortlich zu sein…“ sagen.

  • Thomas sagt:

    Meiner Meinung nach sind das eben Auswirkungen der nie endenden Reformen. Die Stellenprozente der Bildungstheoretiker in den Schulämtern und Hochschulen sollten gekürzt und die freiwerdenden Personen als Lehrer/inen in den Schulalltag eingesetzt werden. Das würde Lohnkosteneinsparungen ergeben, den Lehrermangel entschärfen und hoffentlich auch die Reformitis bremsen.

  • maia sagt:

    Ende der Schulzeit sollten die Kinder einigermassen Lesen, Schreiben und Rechnen können. Das finde ich, ist von der Wirtschaft nicht zuviel verlangt. Ich bin jeweils sprachlos, wenn ich Bewerbungen sehe, in denen in jedem Satz ein Schreibfehler ist und die Bewerberinnen „jetzt auch nicht gerade sagen können, was 10% von 100 ist“. Und das bei Bewerbungen für eine KV-Lehrstellen. – Aber ich bin auch ziemlich schockiert, das es heute gang und gäbe ist, dass einzelne Firmen Unterrichtsmaterialien zu Verfügung stellen – und diese vorallem genutzt werden oder z.B. Wettbewerbe veranstalten, an denen dann die Schulklassen, motiviert durch die LehrerInnen teilnehmen. Das mindeste wäre, dass man dies dann auch kritisch in der Klasse besprechen würde.

    • Patricia sagt:

      Ups, da habe ich doch in Ihrem Text auch gleich mehrere Rechtschreibe- und Stilfehler entdeckt. Vielleicht ist es doch leichter auszurufen statt selber… Wie auch immer: Neue Lehrerinnen sind gesucht! Aber solche, die richtige und gute Texte schreiben können.

  • fidel castro sagt:

    Stell dir vor es ist Schule und die LehrerInnen gehen nicht mehr hin ……..

    Heute muss man als Elternteil froh sein, wenn überhaupt noch ein korrekt ausgebildeter Lehrer vor der Klasse steht.

    Darum sind all diese abgehobenen Diskussionen um die Volksschule nur noch SURREAL…………..

    • Cara Mia sagt:

      Wieso soll sich einer für diesen Lohn mit einer Klasse von über 25 heterogenster Schüler rumschlagen? Dauernd am Anschlag? Kannst Du mir das mal sagen, Fidel? Willst Du das machen?

  • Ruedi Lais sagt:

    Economiesuisse weiss also, wie die Schweizer Schulen funktionieren müssten! Also, Lehrerschaft und Schulbehörden, stillgestanden! Wie kompetent die Schulexperten in den Teppichetagen sind, haben wir Gewöhnlichen ja in den letzten drei Jahren eindrücklich gesehen. Das ist halt modernes Management mit Job Rotation. Nächstens werden die Pädagogen deshalb die CEO-Positionen und deren Boards samt Gehälter und Boni übernehmen.

    • Cara Mia sagt:

      Darum geht es ja nicht. Es sind nicht die Lehrer oder Schulbehörden, denn die können auch nicht zaubern, wenn sie kein Geld haben. Und es geht auch nicht um Teppichböden, das ist billige Polemik.

      Es geht darum, dass die Politik endlich in die Bildung investieren muss, und zwar dringend. Ein Beispiel noch: wir haben zuwenig Ärzte. Gleichzeitig zu wenig Studienplätze, denn die Kantone stellen das Geld nicht zur Verfügung, damit genügend Studienplätze für Mediziner geschaffen werden können. Aber wir hätten genügend Kandidaten, die Medizin studieren wollen und fähig wären.

      Die Folge davon ist, dass man in den Kantonen, die keine Zutrittsprüfungen veranstalten, Leute durchfallen lassen „muss“, die fähig wären. In Neuenburg etwa halten die Professoren etwa die Hälfte der Kandidaten für fähig, sie werden aber dazu gezwungen, drei Viertel durchfallen zu lassen, weil zuwenig Studienplätze vorhanden sind.

      Wir haben also fähige Leute, die die Stellen ausfüllen könnten, aber wir bilden sie nicht aus. Die Folge davon ist, dass wenn Sie oder ich ins Spital gehen, dann müssen wir uns mit Händen und Füssen unterhalten, weil viele Ärzte kaum Deutsch können, und wenn, dann sicher nicht Dialekt. Und unsere fähigen, jungen Leute beschäftigen sich sonstwie.

      Wollen wir das wirklich?

      • Hansli sagt:

        @Mia Ja wir wollen keine Ärzte ausbilden. Wir haben wichtigere Ausgaben wie Geld für Kühe, luxuriös ausgebaute Strassen oder eine überdimensionierte Armee. Zudem sind uns tiefere Steuern für Abzocker wichtig. Politik ist schliesslich Prioritäten setzen.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Es ist billiger, wenn wir die gut ausgebildeten Ärzte und Ärztinnen aus Deutschland abschöpfen, die Deutschen müssen dann halt in Polen rekrutieren, und die Polen……….. den letzten beissen die Hunde. In Ostdeutschland gibt es ganze Landstriche, die keine Hausärzte mehr haben, zu unattraktiv, wobei da auch das deutsche Gesundheitssystem eine grosse Rolle spielt, das noch mehr aus dem Ruder läuft als das unsere. Ja, wir sollten mehr Ärzte ausbilden, dieser Meinung bin ich auch.

      • Laura TI sagt:

        Habt ihr gewusst, dass man Veterinärmedizin in der Schweiz nur als Deutscher Lehrgang besuchen kann, all die fähigen jungen Menschen aus dem Tessin und dem Welschland müssen mühsam das ganze Studium in einer Fremdsprache absolvieren. Für Tessiner gibt es ein Medizinstudium in ihrer Muttersprache auch nur in Italien, oder dann halt wieder in einer Fremdsprache. Interessanterweise hat das Tessin aber die höchste Ärztedichte unseres Landes und deshalb zahlen wir hier horrende KK-Beiträge, ca ein viertel mehr als im Kanton Zürich.

      • Cara Mia sagt:

        Genau das meine ich! Es muss endlich Geld in die Bildung fliessen. Nicht nur in die Unis, auch Pflegepersonal bilden wir zuwenig aus, beispielsweise. Man hat 68 Hopplahopp für die UBS, aber unser wirkliches Kapital, die Jugend, fördern wir nicht.

      • Cara Mia sagt:

        68 Milliarden, sorry.

      • Cara Mia sagt:

        @Laura TI: es liegt aber am Tessin, dass hier keine Ausbildungsmöglichkeit besteht, gell! Das ist die Konsequenz dafür, dass die Bildungshoheit bei den Kantonen liegt.

      • Laura TI sagt:

        @Cara Mia
        ja ich weiss es, aber es ist doch auch eine Folge davon, dass man halt lieber an der Ausbildung spart als am Tourismus, oder an den zum Teil überhöhten Löhnen in Bellinzona. Zudem wird fähigen jungen Leuten einfach die Möglichkeit genommen ein Studium in ihrer Muttersprache zu absolvieren. Die jungen Leute schehren sich eigentlich wenig darum, dass die Bildungspolitik versagt, die wollen eine Ausbildung und wenn es geht, eine Ausbildung zu ihrem Traumberuf und nicht zu einem Beruf, der halt grad „machbar“ ist. Kann doch nicht sein,d ass wir im Tessin lauter Informatiker ausbilden, bloss weil das einer der einzigen Lehrgänge an der Uni in Lugano ist, Ärzte und Tierärzte müssen aber „importiert“ werden.

      • Widerspenstige sagt:

        @Laura TI
        ‚…Zudem wird fähigen jungen Leuten einfach die Möglichkeit genommen ein Studium in ihrer Muttersprache zu absolvieren…‘ Das kann ich nur unterschreiben, denn genauso ergeht es dem Freund meiner Tochter. Er kommt aus dem Tessin und muss mühsam sein Studium in Sozialwissenschaften an der Uni in Zürich absolvieren. Einziges Trostpflaster: seine Mutter ist Deutschschweizerin, aber das hilft ihm wenig, denn gesprochen wird wegen dem Vater Italienisch zu Hause und Schwiizerdütsch sprechen und Deutsch schreiben sind ja zwei Paar Schuhe. Seine Semesterarbeiten u.a. muss er ja in Deutsch schreiben. Da springe ich jeweils ein und mache das ‚Lektorat‘ seiner Arbeiten und lerne dabei noch einiges über Psychologie und wie Studien gemacht werden. ;-

      • Lea sagt:

        Aerzteausbilding in der Schweiz: der FMH (Interessenverband schweizer aerzte ist GEGEN die lockerung des numerus clausus fuer das medizin studium.

        da wird in fuenfjahresplaenen reguliert und das angebot kuenstlich knapp gehalten. witzig dabei ist, dass die vorlaufzeit bis ein neuer doktor promoviert 8 jahre dauert. da haperts ja schon bei arithmetik lektion 1.

      • Jonas sagt:

        Ja ja, wieder jammern…..
        Ist doch schön, wenn man ein Studium bezahlt bekommt und zusätzlich eine Fremdsprache lernen darf! Wer das nicht will solch einfach gehen. Es gibt genügend andere, die den Studienplatz dankend nehmen würden! Aber nein, es wird wieder mal auf Behörden herumgehackt!

        Das Tessin sollte halt weniger in Banken, dafür in Unis investieren!

  • Teacher sagt:

    Ich finde es beunruhigend, dass z.b im Kanton Schwyz in der Primarschule die Kinder in die nächsthöhere Klasse steigen können, mit einem Notenschnitt von 3.5 in den Leistungsfächern!
    Während alle anderen mir bekannten Kantone eine 4 verlangen, ist offenbar eine „ungenügend“ nicht ungenügend genug, um nicht steigen zu können. In der 5. und 6. Klasse werden sie dann notenbefreit, (und ein bisschen heilpädagogisch unterstützt – „bisschen“, weil Fachleute, Räume etc fehlen) so dass möglichst wenig Geld gesprochen werden muss. Dass die Gesellschaft damit nur kurzfristig Geld spart, langfristig aber sich selber ein Kostenloch schaufelt, das bedenkt kaum ein Politiker, der wiedergewählt werden will.

    Früher hat man überaus schwache Schüler in die Kleinklasse gesteckt, heute „integriert“ man sie in die Regelklasse und lässt die Lehrer dies managen, während man weiterhin ständig am Stundenplan herumschraubt und möglichst alle Jahre ein neues, obligatorisches Lehrmittel einführt, in jedem Kanton ein anderes…. Jeder Politiker setzt zudem noch gerne neue Akzente, die die Lehrer dann möglichst „gestern“ schon realisiert haben sollten.

    Die Folge ist, dass diese integrierten Kleinklässler schön Unterrichtszeit bzw Lehrerzeit fressen, und schlussendlich sowieso in der Werkschule landen.

    Integration in der Primarschule bedeutet leider aus meiner Sicht (5. und 6. Klasse) das „Hüten“ von solchen Kindern, die eine Klasse schön bremsen können. (Was ab und zu für den Lehrer auch sehr frustrierend sein kann)

  • Bruno Betschart sagt:

    Vielleicht ist es gar nicht so schlecht,wenn die „Wirtschaft mal Schule“ machen will. Das Malaise der Schule ist so fragrant, dass es nicht schaden kann etwas Fundamentales vorzuschlagen. Wenn an Universitäten die Studenten des ersten Jahres in den naturwissenschaftlichen Fächern bis zu mehr als 60% die Prüfungen nicht mehr bestehen, dann ist dies mehr als alarmierend und das Resultat einer sehr fraglichen Schulpolitik. Wohlgemerkt wurden die Examen über die Jahre nicht verschärft! Also ist es doch wirklich höchste Zeit, dass auch die Wirtschaft ihre Bedenken gegenüber der Schulpolitik einbringt. Es geht hier wirklich um unsere primären Resourcen, welche nach wie vor unsere grauen Hirnzellen sind. Nehmen wir ein Beispiel an aufsteigenden Ländern in denen die jungen Leute topmotiviert und zielstrebig sind! Ich habe noch selten soviel junge und engagierte Menschen gesehen wie z.B. in Bangladesh. Sie geben wörtlich zu Tausenden Alles, um eine gute Schulbildung zu erhaschen. Wo wird dies bei uns gesehen, gefördert und anerkannt ? Wir zerflettern uns in planungspolitischen Endlosreformen ohne klare, gesellschaftlich abgestützte, Zukunftsprioritäten.

  • Felix Haas sagt:

    «Naturwissenschaft und Technik sind für das Innovationsland Schweiz entscheidend». Da gebe ich den Herren der Wirtschaft absolut recht und unterstütze als Sekundarlehrer diese Forderung voll und ganz. Als logische Konsequenz sollten dann auch die Löhne der Ingenieure die Spitzenlöhne der Finanzbranche übertreffen. Dies wäre wohl eine weitaus wirksamere Massnahme als die erstere und ganz bestimmt zum Wohle des Landes.

    • Lea sagt:

      Innovation braucht aber auch innovative Kreditgeber. gerade da hapert es mit den schweizer banken und da insbesondere die zwei grossen. man kann solide ausbebildete innovative junge leute heranbilden soviel man will, aber wenn die bank dann mit dem geschaeftskredit kneift, weil statt 99,999 % sicherheut nur eine von 75 – 80 vorgelegt werden kann, kommten am schluss weder innovation noch arbeitsplaetze heraus.

      dabei muss sicher kritisiert werden, dass der zustand der schulen vielleicht so ist, dass die eben keinen vernuenftigen business plan vorlegen koennen. ich wiess konkret von einem unternehemn mit ca 20 mio umsatz pro jahr, das in seinem mark fuehrend ist, aber schwierigkeiten hatte, kredite zu erhalten. meines wissens gibt es im schweizer kapitalmarkt auch keine venture capitalists usw.

      leute wie bill gates, oprah winfrey oder Patricia Gracia usw wuerden in helvetien stempeln gehen.

      • @Lea: Aber in der Schweiz werden zum Glück noch keine Studentendarlehen verbrieft (ARS).

      • Lea sagt:

        stimmt. bei euch sind ja die unis auch wesentlich guenstiger. nicht so die 50’000 pro semester wie bei der ivy league hier. der punkt ginge an die schweiz.

        allerdings sind auction rate securities (ARS) ein anderes thema, wo bei der UBS die scheisse demnaechst in den ventilator fliegen wird. also duckt euch.

        (UBS war in ‚personal union‘ anbieter, broker und spaeter kaeufer von ARS, dazu laufen bei der SEC untersuchngen).

      • Stimmt: Die UBS hat die ARS seinerzeit behalten. Können immer mehr Studenten in den USA etwa ihre Darlehen nicht mehr zurückzahlen?

      • Lea sagt:

        @Marcel: Eine zeitlang hies es, das sei der naechste meltdown, wie die hypotheken krise. in letzter zeit hoert man ncihts oder es wird geschwiegen.

        einiges wurde wohl in die tarps (Toxic Asset Recovery Program) umgewandelt. Da UBS bis zum verschwinden der ARS (da: das sind papiere,die nach dem prinzip dutch auction gehandelt werden) praktisch einziger anbieter und broker war, waren die gezwungen mangels kaufer die papiere wider zurueckzunehmen. das heist wohl, dass aeltere student loans auf der giftmullhaelde landeten.

        neuere sutendtenkredite werden konservativer vergeben also mit pfand auf grundeigentum zb oder co signing der eltern, die die zinsen zahlen koennen- was heist, dass die unteren einkommensschichten bei konventionellen ausbildungskrediten zu kurz kommen.

        es gibt steuerprivilegierte investitionsmoeglichkeiten (aehnlich dritte saeule), wo steuerbefreit eingelegt werden kann. die renditen aus diesen anlagen sind bis abschluss der ausbildung steuerbefreit, solange die anlage nur zu ausbildungszwecken benutzt wird. vor- und zweckentfremdeter bezug (eg. notlagen) bringen strafsteuern.

        das problem: nach abschluss mussnun derkredit zurueckgezahlt werden,d.h. er wird in einen konventionellen equity loan gewandelt. die nun anfallenden steuern (da tx-deferred) kommen dazu.

        sprich: nach uni abschluss stehst du mit bis zu einer halben million schulden da. zins: 8 – 12%

        weiter: deflationaere immobilienpreise bieten zuwenig equity zum plazieren des lpfandes des kredites. du bist gezwungen, immobilien der preisklasse 500 – 700 tsd zu kaufen, nur um den konvertierten ausbildungskredit zu plazieren.

        (ein haus kostet hierlandesweit durchschnittlich etwa 200’000. die bandbreite des avg ist allerdings zwischen 50’000 im rostguertel und teile des midwest bis 2 mio (suedkalifornien). new york ist etwas schwieriger, da manhattan viel hoeher ist, ausserhalb aber schnell auf das niveau von 300 – 500 tsd absinkt)

        da die banken bei hypotheken RELATIV konservativer geworden sind, werden nicht mehr einfach kredite vergeben, wo der zukunfstpreis des hauses in ein-zwei jahren (bei jaehrlichemanstig von 12 – 50%) genommen wird, sondern der in etwa reale ert.

        studienabgaenger haben also eine double whammy situation und finden auch nicht so leicht einen job. somit:
        da kommt noch ne welle von defaults.

      • @Lea: 50’000.– pro Semester? Kein Pappenstiel! Wenn ich richtig informiert bin- sehr schön, es wird wieder politisch- wurde das öffentliche Bildungssystem in den USA zuerst auch halb zu Tode gespart- was natürlich die Enstehung eines privaten Bezahl-Bildungssystems begünstigt hat. Schlussendlich hat der Säulenheilige (der mittlerweile zum Glück gefallene) der amerikanischen Ökonomenriege (Chicagoer Schule), Milton Friedman in seinem wichtigsten Werk „Kapitalismus und Freiheit“ unmissverständlich dargelegt, dass die Bildung seiner Ansicht nach nicht zu den Kernaufgaben des Staates zählt. Und da man in den vergangenen dreissig Jahren in der Neuen Welt buchstäblich alles, was diese Herren aus Chicago vorgebetet haben, sofort in die Tat umgesetzt hat, ist diese Entwicklung hin zu einem privaten Bezahl-Bildungssystem vieleicht sogar beabsichtigt. So wie das klingt, existiert in den USA neben dem öffentlichen- ein privates Pralell-Bildungssystem, das sich nur noch wenige leisten können, speziell dann, wenn wir in die Höhen der Ivy-League-Universitäten vorstossen. Und in Letzteren reproduziert sich der dünne Film der Superreichen- eine Art von Paralell-Gesellschaft- sosagen selber- was wiederum auch beabsictigt sein könnte, halten doch die Verbindungen aus diesen Elite-Universitäten mitunter ein Leben lang, wenn man bei den richtigen Geheimclubs dabei ist, wie das Beispiel George W. Bush beweist! Vieleicht sind wir ja in der Schweiz auf dem Weg in eine solche Gesellschaft, oder nicht?

      • Lea sagt:

        Marcel,

        halb zu Tode gespart ist meiner Meinung nach untertrieben. es ist so, dass bei Geburt eines Kindes die Anträge für die guten Pre-school, Kindergärten usw gemacht werden. so lange sind die Wartelisten.

        was in den öffentlichen schulen geschah, ist wohl was bei euch jetzt ablauft. Social Engineerng statt die wesentlichen Bildungselemente zu vermitteln. wobei da angemerkt werden muss, dass Affirmative Action, also das Bekämpfen der Apartheid, viel am Schulsystem umkrempelte.

        gerade weil eben die öffentlichen schulen dieses Social Engineering (oder Indoktrination) betreiben, kommen eben aussagen wie der Staat soll sich raushalten. oder es sei nicht eine vom Citoyen nachgefragte Dienstleistung des Staatsbetriebes.

        es ist wirklich wichtig, dass zu verstehen. Government wird als Dienstleistung am Bürger betrachtet (zumindest nach rein liberaler lehre).

        ich finde, der Staat sollte es machen wie in anderen Sektoren auch: die Qualitätsstandards definieren. Prozesse definieren, wie diese durchgesetzt werden und auch eingefordert werden können.

        Dann Finanzierungs-Möglichkeiten anbieten (etwa für gemeinden, die sich schulen nicht leisten können).

        Dann Dinge wie es die Schweiz hat: das das Gesetz festschreibt, dass jedes Kind das recht hat, die seinem Talent, Interessen und Leistungsfähigkeit gerechte Ausbildung zu erhalten, unabhängig von Herkunft und finanziellen Möglichkeiten.

        Ich finde eine privatisiertes Bildungswesen hat eben auch immense vorteile, weil flexibler auf die individuelle Situation eines Kindes eingegangen werden kann. Da z.b. Sylvan Learning Centers.

        Aus diesem Recht definiert sich dann auch, dass um das Recht garantieren zu können, der Staat die Finanzierung sicherstellen muss. Das kann über direkte Zahlungen gehen (vouchers zb) oder indirekt durch garantieren von Ausbildungskrediten.

        Ohne solche flankierenden Maßnahmen geschieht genau, was du sagst: die Entwicklung paralleler Gesellschaften. Und ja, die Schweiz ist leider auf dem Weg.

        Zu den nicht so geheimen Geheimklubs. Die Fraternities gibt es ja schon lange. Schaut euch etwa Zofingia in der Schweiz an.

        ich versteh immer noch nicht weshalb in der Schweiz überhaupt Schulreformen kamen. nach dem best practice prinzip hätten die anderen das Schweizer System kopieren müssen. Stattdessen gibt die Schweiz ihre stärkste Ressource auf für ein Chrüsimüsi mit multiple choice.

      • Lea sagt:

        Da ist vielleicht noch anzufügen, dass von der Rechtsform für nicht staatliche Schulen Einschränkungen gemacht werden müssten. in Richtung not for profit. ein genossenschaftliches System vielleicht.

      • Ich möchte die Vorteile privater Schulen nicht kleinreden, Lea, auch mir sind diese mehr als nur bewusst. Genauso bewusst ist mir aber auch, dass sich ein Grossteil der Bevölkerung solche Schulen einfach nicht leisten können- ich meine 50’000 Dollar pro Semester: ein klassischer US-amerikanischer Mittelständer reisst sich ja ein Bein aus, wenn er seinem Nachwuchs eine solche Top-Uni gönnen möchte! „nach uni abschluss stehst du mit bis zu einer halben million schulden da. zins: 8 – 12%“

        Wenn das so ist, dann dürfte es angesicht der düsteren Prognosen für den US-Arbeitsmarkt auch zappenduster um die entsprechenden Verbiefungen stehen, das liegt eigentlich auf der Hand! Und da diese Verbriefungen ja davon leben, x-fach weiterverbrieft worden zu sein, weiss in diesem Bereich am Schluss auch wieder niemand mehr, was er wo in welchem Bündel liegen hat- ergo dasselbe wie mit dem Suprime-Sektor.

        Zurück zum Thema: Ja, ich befürchte, dass wir uns mit unserem Bildungsweg auf einem ebenso abschüssigen Weg befinden, wie die USA.

        Wir sollten das Steuer herumreissen.

  • Stephan sagt:

    „Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, sie ist böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein wie die Jugend vorher, und es wird ihr niemals gelingen, unsere Kultur zu erhalten“ Babylon, ca. 1000 Jahre v. Chr. zitiert nach: P. Watzlawick u. a. (1974, S. 53). Die Klagen über die Zerrüttung der Jugend, und insbesondere jene über den Zerfall der Sprache sind so alt wie die Menschheit, schon Jahrhundert, ja Jahrtausende diskutiert und immer wieder aufs Tapet gezerrt. „ … dass im Gebiet der Muttersprache, die Leute unsere Schulen bis zur obersten Spitze durchlaufen und zu Schlusse nicht imstande sind, sich einigermassen richtig auszusprechen, weil sie das, was man dazu wissen muss, niemals gelernt haben.“ Bundesrat Scheurer, 12. 03. 1929, gem. stenographischem Bulletin der Bundesversammlung.

    Gäbe es diesen Zerfall wirklich, so würden die heutigen Einwohner nur noch stottern, wären nicht in der Lage etwas zu lesen, geschweige denn etwas vernünftiges Kommunizieren. Das Gegenteil ist der Fall. Noch nie in der Menschheit wurde so umfangreich und hochstehend kommuniziert über alle möglichen Kanäle, wie die heutige Gesellschaft es tut und auch braucht. Nur merken unsere lieben Mitbürger das selten, weil ihnen ihr Jammern wichtiger ist als die Wirklichkeit, ja ihr Jammern wird ihnen gerne zur Realität – und, das ist besonders wichtig beim Jammern – sie werden dadurch für sich und Ihresgleichen sehr, sehr wichtig und man erlangt schnell und auf billige Weise Solidarität. Und genau so sehe ich die obigen Statements der Economiesuisse. Die Spitze dieser solidarisierenden Dummheit gipfeln dann in den gemeinplätzigen und populistischen Aussagen der selbsternannten Bildungsexperten gewisser Volksparteien. Deshalb lässt sich mit Fug und Recht – und einem Lächeln auf der Lippe sagen: Dieses Problem lässt sich nicht durch Bildung lösen.

  • Elisabeth sagt:

    Zürich hat „Frühenglisch“ für Zweitklässler eingeführt, die grad knapp lesen gelernt haben. Malen, singen, Gedichte aufsagen – das wird noch von Lehrerinnen und Lehrern mit den Kindern gemacht, die trotz sich überschlagender „Reformen“, überbordender Formulare und Abklärungsmarathons am „runden Tisch“ als Pädagogen die Freude am Beruf und noch nicht verloren haben und sich abkrampfen, um die Ansprüche so aneinander vorbeizubringen, dass es noch um die Kinder gehen kann. Gelobt seien solche Lehrerinnen und Lehrer! Sie sind selten genug! Vor allem aber wissen sie (noch), dass Musik und räumliches Vorstellungsvermögen ineinandergehen, dass Naturwissenschaft etwas mit Natur zu tun hat, dass Malen und Erfassen, Schreiben und Zeichnen, Erzählen und Sprache verwandt sind und dass Verse auswendig lernen ausgesprochen viel mit „Disziplin“ zu tun hat! Herr Bührer hat diese Kompetenz nicht. Er mischt sich in einen Bereich ein, von dem er wirklich keine Ahnung hat. Da ist er nicht der Einzige. Aber vielleicht doch der Unberufenste der Unberufenen. Er soll bei seiner Wirtschaft bleiben. Aber da hat er samt Economiesuisse ja so offensichtlich versagt, dass es sogar die ganze Welt gemerkt hat!

    • sagt:

      Meine Tochter lernt Frühenglisch in der 1. Klasse. Vor allem mit Singen und Sprüchli aufsagen, mit Spielzeug und Körperteile benennen etc. Ich staune oft, wie viel sie schon kann, ohne dass jemals ein einziges Wort Englisch aufgeschrieben worden wäre. Es geht dabei offensichtlich vor allem um die Freude an der Sprache, am Erzählen, an Sprachrhythmen und Sprachspielen.
      Frühenglisch müsste niemanden am Malen, Werken und Forschen hindern, sondern passt da hinein, wenn es kindergerecht vermittelt wird.

      • Hotel Papa sagt:

        Yep. Es kann bei Frühfremdsprache nicht darum gehen, das, was normalerweise in der Mittel- und Oberstufe vermittelt würde, einfach vorzuziehen. Der Ansatz ist, den letzten Rest an frühkindlicher spielerischer Auffassungsgabe für Sprache zu nutzen. Wenn man einem Dreijjährigen zuschaut, wie wenig Exposition zu einem neuen Wort es braucht, um es nahtlos in den eigenen Wortschatz zu integrieren, kann man nur staunen (und als Erwachsener etwas neidisch werden.)

  • Tanja sagt:

    Das grosse Problem der Lehrer sind vor allem die Eltern, die völlig übersteigerte Ansprüche an die Schule und die Lehrpersonen stellen. Als ich zur Schule ging (Anfangs 80er Jahre), hatte der Lehrer mal grundsätzlich recht. Heute hat in den Augen der Eltern immmer nur das Kind recht, egal wie falsch es liegt.

  • v for vietcong sagt:

    ich hab noch einen anderen ansatz:

    wir leben in einer bild-dominierten welt, wo das lesen als kommunikationsmittel zusehends in den hintergrund rückt. es wurde teilweise schon angesprochen: neue medien wie die handies und emails fördern und fordern eine andere art der sprache, um nur ein beispiel zu nennen. lesen am bildschirm ist ermüdend, dennoch machen alle auf e-books – ein widerspruch. das internet lebt von youtube, bewegten bildern und twitter, also kurznachrichten, ohne grossen inhalt, kurzlebig und vor allem: per tastatur und nicht per schnüerlischrift. damit verbringen wir einen grossteil unserer zeit. welcher teenager liest schon n buch, wenn er sich videospiele, kino und tv leisten kann? welcher teenager schreibt schon n liebesbrief, wenn er fünf verschiedenfarbige herzen auf seinem smartphone findet?

    kann es am ende nicht sein, dass die schule da gar nicht soviel dafür kann, wenn die jungen nicht mehr lesen und schreiben können?

    und: ist die jugend nicht unser aller spiegel?

    • Sie sprechen eine weitherum unterschätzte Tatsache an: es ist nicht unproblematisch, Kinder zu Konsumenten erziehen zu wollen und gleichzeitig von ihnen grossen Lerneinsatz zu verlangen. Den meisten Kindern fällt es immer schwerer, zwischen Zerstreuung und Konzenztration zu entscheiden. Da werden in unserer Zivilisation gravierende Zielkonflikte inszeniert.

    • rena sagt:

      @v for vietcong:

      Wie recht Sie haben, ganz meine Gedanken. Ich denke auch, dass diese Faktoren viel mehr dazu beitragen (bzw. eben nicht beitragen, wie auch immer das man jetzt drehen und wenden will…), als falsche Fächer, „schlechte“ Lehrer etc.

    • v for vietcong sagt:

      ich darf hinzufügen, dass ich selber, wenn ich denn mal wieder einen stift in die hand nehmen sollte, schon lange nicht mehr so problemlos schön schreiben kann, wie damals in der schule. ich merke tatsächlich, dass durch das dauernde getippe meine handschrift allmählich flöten geht. ich kann mir erinnern meinen ersten liebesbrief auf speziell ausgewähltem briefpapier mit passendem kuvert handgeschrieben zu haben. heute sende ich vielleicht einen herz-smiley per telefon oder tippe ein romantisches email. ist schon irgendwie tragisch oder?

    • lisa sagt:

      sie werden ja richtig weise, herr vietcong!

    • Ramon Paxus sagt:

      Nur ein kleiner Kritikpunkt: Lesen am Bildschirm mag ermüdend sein, aber e-books werden ja auch höchst selten am Bildschirm gelesen. Die allermeisten e-book reader verwenden genau deswegen e-Ink displays, und keine Bildschirme. Einzige nennenswerte Ausnahme ist das unsägliche iPad von Apple.

      • v for vietcong sagt:

        das ist schon richtig. nur ist das ipad der einzige schöne reader… aber darauf wird man wohl kaum einen dicken schmöker lesen. und für mich geht eh nix über ein gedrucktes buch, mit hardcover und einband und evtl. gewobenem lesezeichen. da bin ich erzkonservativ. ein buch muss ein buch sein. das papier muss man riechen können und es muss staub fangen. e-reader und e-books sind alles nur schrott und schande. leblos und flüchtig. schall und rauch. ohne tintenherz sozusagen.

  • Ich bin kein Bildungsexperte und habe offen gestanden keine Ahnung von der Materie. Dennoch: Wer will den Lehrern und Lehrerinnen eigentlich noch alles ins handwerk pfuschen? Alle haben Erwartungen, Erwartungen und nochmals Erwartungen, die Politik, die Wirtschaftsverbände, die Elternverbände, die Schulvorstände (wohlgemerkt: Keine Experten!) usw. usw. undsofort. Bei all den Elterngesprächen und Elternabenden, die ich bisher mitgemacht habe, fiel mir eines auf: Sobald man die Lehrerschaft über das Bildungswesens ganz allgemein befragte, kam unisono dieselbe Antwort, im allgemeinen lächelnd, händeringend, verschnaufend, Augen rollend, Augen schliessend vorgebracht: Ach, das ist ein nie enden wollender Prozess, alles befindet sich permanent im Fluss, von einem Ende ist nicht abzusehen, man hofft…

    Für was haben wir Fachkräfte in unserem Land? Lehrer sind Fachkräfte, die sollte man einfach einmal in Ruhe ihre Arbeit machen lassen! Ich auf jeden Fall bin regelmässig zurückhaltend, wenn es darum geht, auch in der eigenen Gemeinde, am Lehrerkörper Kritik zu üben.

    Und zwar ganz einfach deshalb, weil ich mich dazu nicht kompetent genug fühle.

    • juditha sagt:

      Danke

    • Noch was vergessen, Juditha: zwar ganz einfach deshalb, weil ich mich dazu nicht kompetent genug fühle- und überdies überzeugt davon bin, dass zumindest die meisten von ihnen ihren Job nach bestem Wissen und Gewissen machen.

    • ngriis sagt:

      Hallo Marcel

      ich bin Teil der Schule an meinem Wohnort – ich wurde in die Schulpflege gewählt. Trotz recht grosser Belastung neben Arbeit und Familie wollte ich dies tun um meinen Teil beitragen zu können und nicht – wie die meisten hier – nur zu meckern. Das Thema ist in der Tat nicht einfach und wieder einmal ist es nicht allzu schwer mit einfachen Schlagwörtern eine echte Diskussion zu umschiffen.

      Was ich bisher gesehen habe lässt mir die Haare zu Berge stehen – wenn ich das was der Kanton und die anderen „Experten“ durchdrücken in meinem Job (Privatwirtschaft) machen würde, dann wäre ich arbeitslos. Eine nicht enden wollende Reformflut welche sich wie ein Fähnchen im Wind an der letzten Idee der Wirtschaft orientiert (siehe Economiesuisse heute) benachteiligt zu guter Letzt meine Kinder in der Schule….

      Zu dem Druck vom Kanton und anderen kommt dann noch die Erwartung vieler Eltern ihre Kinder in der Schule „zur Erziehung“ abgeben zu können. Klar dass die Lehrer scheitern und sich „richtige“ Jobs suchen welche anständig bezahlen und dann auch ein Abschalten ermöglichen. Schade – echt. Ich habe so viele echt gute Personen gehen sehen, dass ich weinen könnte.

      Das Thema ist eine „never ending Story“ und ich denke, dass sich die Erziehungsdirektoren mal für 2 Jahre in Klausur begeben sollten, eine Schweizweites Konzept erabrbeiten und dieses dann 10 Jahre lang leben. Am Ende verlieren nur unsere Kinder weil alles im Fluss ist.

      • Eben: Sparen und reformieren, bis das öffentliche Schulsystem kollabiert.

        Gut für die Privatschulen. Und gut für einkommensstarke Kreis.

        Aber schlecht für den Durchschnittsbürger.

  • Walter Kuhn sagt:

    Ressourcen richtig zuteilen

    Ressourcen werden dafür verschwendet, die Kinder multikulti-tauglich zu machen. Es werden sie alle, auch die fremdesten, Religionen und Kulturen gelehrt. Wenn überhaupt Religion und Kultur, dann sollte unsere eigene schweizerische Kultur, die zur Leitkultur ernannt werden müsste, nahe gebracht werden. Ressourcen werden verschwendet, indem zahlreiche Kinder ohne genügende Deutschkenntnisse den Unterricht hemmen. Migranten sollten zuerst Deutsch lernen, und dann erst zur Schule zugelassen werden. Frühfremdsprachen basieren auf der Theorie, dass die erste Fremdsprache früh lernt, dass der dann auch die zweite leichter erlernt. In der Schweiz ist aber die erste Sprache Schweizerdeutsch, und die zweite Hochdeutsch. Die Integration von Behinderten in die Regelklassen überfordert die Ressourcen der Lehrer. Es kam so weit, dass vor allem Migranten Wörter wie „du Mongo(loider)!“ und „du Behinderete!“ als Schimpfwörter verwenden. Ich sah vor kurzem, wie ein kleiner Bub eine Frau im Rollstuhl ins Gesicht boxte. Wir brauchen nicht noch mehr Multikulti, sondern die gute Schweizer Kultur zurück.

    • Marc Fessler sagt:

      Mit einem Wort: B R A V O !!!!!!!!!

      • Indrani Das sagt:

        Was ist denn bitte die „gute Schweizer Kultur“?
        Und welcher allemannische Dialekt darf sich dann offizielles „Schweizer Deutsch“ nennen?

        Ich bitte um genaue Definition…

      • Walter Kuhn sagt:

        @ Indrani Das:

        Zuerst zu Ihrer Frage nach dem alemannischen Dialekt, der „offizielles“ Schweizer Deutsch sein soll. Das Schweizerdeutsch ist als Sprache vom Hochdeutschen ungefähr soweit entfernt wie das Holländische, es ist also eine eigene Sprache, die allerdings nur selten geschrieben wird. Diese schweizerdeutsche Sprache hat verschiedene Dialekte, die alle gleichberechtigt sind. Auf wenn die Meisten ihren eigenen Dialekt den schönsten und einleuchtendsten finden, so sind doch alle in ihrem Verbreitungsgebiet sozusagen „offiziell“.

        Und nun zu Ihrer Frage nach der „guten Schweizer Kultur“: Die gute Schweizer Kultur lässt sich natürlich nicht in einem kurzen Blogkommentar zusammenfassen, und daher kann ich nur einmal das nennen, was mir im Moment als wichtig einfällt.

        Dazu gehört das politische Erbe, das auch laufend weiter entwickelt wird, wie die Freiheitsrechte, die Gleichheit vor dem Gesetz, die Gemeindeautonomie und der Föderalismus, die Toleranz und das friedliche Zusammenleben zwischen Sprachgruppen und Konfessionen, und die Tradition der internationalen Friedensförderung z.B. durch das Rote Kreuz. Die schweizerische Rechtsstaatlichkeit verbietet im Prinzip z.B., dass Migranten ihre eigenen Parallelgesellschaften mit eigener Rechtssprechung bilden, wie Ehrenmord und Blutrache sowie Frauenunterdrückung durch textile Käfige, was ausnahmslos alles nur zum Schaden der Schwächeren unter den ohnehin schwachen Migranten ist. Es gehört auch das ethische Erbe dazu, das vor allem christlich geprägt ist, mit Nächstenliebe und Hilfe gegenüber den Schwächeren. Unschweizerisch ist der bis vor kurzem ausgerottete aber aus dem Ausland wieder eingeführte Strassenraub, der sogar an Invaliden ausgeübt wird. Schweizerisch ist auch der Unabhängigkeitswille und die Verteidigung gegen allen Totalitarismus, der sich in der Milizarmee ausdrückt. Und schweizerische Kultur ist auch der höfliche Umgang mit eigenen Landsleuten und Fremden, die hierher kommen. Wofür uns viele bewundern und beneiden, sind auch Sauberkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Dienstbereitschaft etc. Alle die erwähnten positiven Dinge sollte die Schule auch nebenbei vermitteln.

      • Eremit sagt:

        „Es gehört auch das ethische Erbe dazu, das vor allem christlich geprägt ist, mit Nächstenliebe und Hilfe gegenüber den Schwächeren.“
        Was ist Nächstenliebe?

        „Was ist denn bitte die “gute Schweizer Kultur”?“
        Früher, 1950, gingen alle jeden Sonntag in die Kriche und hörten, was Nächstenliebe ist und was es nicht ist. Heute? Heute kann man zehn Jahre lang in die Kirche gehen und hört unter Umständen nie das Wort Nächstenliebe. Warum wohl?
        Wenn heute ein Muslem oder ein Jude sagt, wir Schweizerinnen seien nicht christlich, dann kann ich ihnen nicht wiedersprechen.

        „Wofür uns viele bewundern und beneiden, sind auch Sauberkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Dienstbereitschaft etc. Alle die erwähnten positiven Dinge sollte die Schule auch nebenbei vermitteln.“
        Dienstbereitschaft gegenüber wem, etwa der USA?
        Die Aufgabe der Schule ist Wissen und Können zu vermitteln, bzw. an dendie SchülerIn weiter zu geben. Sauberkeit und Pünktlichkeit kann man unter Umständen einbetten, dies darf aber niemals auf Kosten des Lesens und Rechnens gehen.

    • Auguste sagt:

      hmm…, leitkultur bei den erfindern des kantönligeistes? – das könnte etwas schwieriger werden als sie denken oder viel liberaler herauskommen, als ihnen lieb ist, walter kuhn.

      • Walter Kuhn sagt:

        @ Auguste

        Zu unserer Kultur, die hier anstelle von Multikulti-Beliebigkeit die Stellung als Leitkultur erhalten sollte, gehören politische Errungenschaften wie der Föderalsismus, den Sie als „Kantönligeist“ bezeichnen. Durch den Föderalismus, der das Schulwesen bei den Kantonen ansiedelt, hat bei uns hat das Volk Mitgestaltungsmöglichkeiten und Mitspracherechte im Schulsystem (das als Ganzes gar nicht so schlecht ist), von denen alle anderen weltweit (ausser vielleicht in FL) nur träumen können.

        Was ich mit Leitkultur auch meine: Es kann nicht angehen, dass z.B. eine Zürcher Schülerin, die kürzlich von ihrem Vater einem Ehrenmord „unterzogen“ wurde, von den Männern der an dieser Tat schuldigen Sippe allein, unter Ausschluss von Frauen und Freunden, auf dem Boden der Stadt Zürich verscharrt werden darf, und dass da weder das Schulamt noch die Bestattungsbehörde diesem Treiben und der letzten Demütigung durch Machos und Patriarchen einer fremden Kultur keinen Einhalt gebietet. Jedes Mädchen, das in der Schweiz zur Schule geht, ist ist gleichberechtigt zu behandeln, von Geburt an (keine Beschneidung) bis zum Tod (Begräbnis nach schweizerischem Gebrauch, der nicht die Frauen von der Teilnahme ausschliesst). Was geschieht an unseren Schulen stattdessen? Schwache Lehrpersonen in Zürich lassen zu, dass z.B. in Lagern nur die Mädchen abwaschen müssen, weil sich die balkanischen und anatolischen Macho-Buben gegenüber der Lehrerin durchsetzen. Was soll eine solche „Erziehung“? Dafür gibt es ein QUIMS, ein Qualitätsförderungsprogramm in mulitikuliturellen Schulen. – Dass solche Dinge in der Stadt Zürich vorkommen, deren Stadtregierung stolz auf Multikulti ist, ist allerdings eine Schattenseite des Föderalsmus und der Gemeindeautonomie.

        Es gäbe noch viel dazu zu schreiben, ich will aber nicht langweilen.

      • Lea sagt:

        Walter Kuhn 23. Juni 2010 um 16:44:

        Sie verwechseln Kultur mit Rechtsstaatlichkeit.

        Rechtsstaatlichkeit, da haben sie recht, wurde entsorgt.
        Mir scheint auch, dass in bern lezte Woche oder so auch Accountability verhoekert wurde.

        Leit- ist wenn es nicht kultur.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Mich langweilen sie gar nicht, Walter Kuhn, ich kann ihre Ausführungen nur unterschreiben.

  • ruth leemann sagt:

    Auzusgerechnet, Ecconomiesuisse, die es selber nötig haben zu lernen, wollen Vorschriften an die kleinsten machen – so ein Hirngespenst.

  • Nathalie sagt:

    Ich muss sagen, ich finde es richtig, dass die Wirtschaft ihren Senf dazu gibt!
    Es scheint mir wichtig, dass sie ihre Bedürfnisse kommuniziert, so dass die Schule nicht haufenweise nicht-einsatzfähige Schulabgänger produziert.
    Schlussendlich ist die Schulausbildung ja auch dazu da, die Jugendlichen arbeitsmarkttauglich zu machen. Was bringt es uns, viele kleine Philosophen auszubilden, die mit 18 zu 30% arbeitlos sind (wie es bei den Franzosen bereits heute der Fall ist)? Dies bedeutet ja nicht, dass alle Schulabgänger danach Investmentbänker werden müssen, mir scheinen Lesekompetenz und etwas grundlegende Mathematik keine besonders überrissene Forderungen zu sein!

    • Michael sagt:

      Nur weil die Wirtschaft Ihren Kommentar dazu gibt, wird aber die Schule nicht besser. Die Aussage: „Es scheint mir wichtig, dass sie ihre Bedürfnisse kommuniziert, so dass die Schule nicht haufenweise nicht-einsatzfähige Schulabgänger produziert.“ ist also ein bisschen fragwürdig. Mir sind keine Lehrpersonen bekannt, die „nicht-einsatzfähige Schulabgänger produzieren“ möchte. Es ist nicht so einfach, wie Ihre Formulierung das erahnen lässt. Bedürfnisse sind kommuniziert – jetzt wird die Schule besser. Ich hoffe, dass andere Formen der Mitarbeit folgen.
      Ich stimme Ihnen aber zu, dass die Schulabgänger eher Studiengänge wählen sollten, welche auch auf dem Arbeitsmarkt gebraucht werden. Aber das bestimmt weniger die Schule, wohl eher die Schüler und Studenten. Ich würde mehr Stunden in den naturwissenschaftlichen auch zustimmen, aber auf Kosten von was? Jedenfalls sicher nicht auf Kosten von Musik oder Bildnerischem Gestalten. Musizieren hat ja bekantlich einen Einfluss auf die kognitive Entwicklung (siehe z.B. Spitzer)…

  • Daniel Henzmann sagt:

    Liebe Leserinnen und Leser

    beim Überfliegen der Kommentare fällt auf, dass viele das Gefühl haben, dass, nur weil sie selber einmal in der Schule waren, sie wüssten, wie Schule heute zu organisiert sein sollte.

    Dann, meine Damen und Herren, behaupte ich, dass, weil ich einmal mit einem Flugzeug mitgeflogen bin, weiss, wie man in Zukunft die Aviatik organisieren soll… Ich rolle schon fast auf dem Boden vor lachen…

    Ich unterrichte seit sechs Jahren begeistert und motiviert auf der Oberstufe (verschiedene Niven), und treffe bei jeder Klasse auf einen Spiegel der heutigen Gesellschaft. Auffällig ist, dass wir erstens Menschen sind, zweitens jeder Mensch unterschiedliche Voraussetzungen mitbringt und drittens, dass diese bei allen limitiert sind. Es ist also weder mit schöneren Klassenzimmern und besserer Infrastruktur getan (obwohl ich dies als Voraussetzung für erfolgreiches Lernen sehe), noch mit dem Fördern bestimmter Fächer.

    Interssanterweise stellte ich fest, dass viele bemängelten, dass SchülerInnen nicht in der Lage seien, selber einen Text zu verfassen, die Grammatik nicht beherrschen, die Rechtschreibung vernachlässigen. Beruflich bedingt befasse ich mich Tag täglich mit diesen Problemen. Gerne würde ich die Skeptiker fragen, wie es bei ihnen um die „Neue Deutsche Rechtschreibung“ bestellt ist.

    Liebe Grüsse

    DH

    • Nathalie sagt:

      Na, um die Neue Deutsche Rechtschreibung ist es bei den Meisten wahrscheinlich schlecht gestellt (wobei ich mich frage, Daniel, ob der Plural von Niveau tatsächlich Niven ist???? ;-))
      Ich bin allerdings nicht sicher, ob das wirklich das Hauptproblem ist. Schlimmer sind Dinge wie Fallfehler, ‚Lese-Inkompetenz‘ und solche Dinge. Ich frage mich allerdings, ob uns das alles nicht schon seit jeher Probleme bereitet, und ob das wirklich ein Problem der ‚heutigen Jugend‘ ist.

    • Thommy sagt:

      Ich gehe doch recht in der Annahme, dass das Curriculum politisch vorgegeben wird?
      Ich sehe in der Diskussion kaum Angriffe auf Lehrer, die in der Mehrzahl ihren Job sehr kompetent und engagiert ausführen. Problematisch ist doch, dass wir als Eltern einen Teil der Erziehung in kompetente Hände delegieren und es sicher unser Recht ist, uns zu den Inhalten, die unsere Kinder lernen sollten, zu äussern. Sicher mit einem grösseren Recht als ein Wirtschaftsverband.

      • Michael sagt:

        Ja das Curriculum wird politisch vorgegeben. Teilweise ist man da als Lehrperson versucht zu sagen: Leider ist das so. Bei der Aussage, dass die Eltern das Recht haben sich dazu zu äussern, kann ich Ihnen nur zustimmen. Ich hoffe sie können das bei den Lehrpersonen von Ihren Kindern.

    • Lea sagt:

      Neue Deutsche Rechtschreibung kommt davon, sich als Leitkultur zu sehen…und dies per Verordnung in den Duden zu bringen.

      das Curriculum wird politisch vorgegeben….

      das ist genau das Problem mit den ‚Neuen‘ Schulen. Nur ist das nicht neu. es gibt zwar das Neu-Deutsche Wort Social Engineering dazu, dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass es sich um INDOKTRINATION handelt.

  • Auguste sagt:

    hmm…, mit blick auf die zukunft wäre es das wichtigste, dass schüler ab stufe sekundarschule über eine gute englisch-kompetenz verfügen. das weitergefasste, zugängliche wissen der menschheit findet sich bereits heute im internet und dort zumeist auf englisch. wer darauf nicht zurückgreifen kann, landet über die zeit gesehen in den unteren ligen. diese fähigkeit ist der schlüssel, um sich in zukunft benötiges wissen/kompetenzen aneignen zu können – auch die naturwissenschaftlichen.

    nur um ein praktisches beispiel zu nennen. früher war die nzz hierzulande die wirtschaftspublikation schlechthin. heute muss man (zwingend) die financial times lesen, um auf dem letzten stand zu sein. wenn finanzfachleute wählen müssten, welches informationsmedium man liest und welches man zum schuhe ausstopfen verwendet – die nzz würde in 9 von 10 fällen zur feuchten kugel werden.

  • Lore sagt:

    Es gibt nach wie vor unterschiedliche Lehrer mit unterschiedlichen Arbeitsweisen. So schreibt meine Drittklässlerin immer wieder mal Aufsätze (und das in einer Mehrstufenklasse) und hat relativ wenig Hausaufgaben. Der zwei Jahre ältere Bruder hatte in der Unterstufe nie Aufsätze dafür jeden Tag (inklusive Wochenenden und Ferien) massiv Hausaufgaben. Ich finde es recht schwierig von dem was ich mit meinen Kindern erlebe auf alle anderen Lehrer zu schliessen…….

  • Hansli sagt:

    Economiesuisse hat ja dafür nicht einmal die bürgerlichen Parteien hinter sich!

    Erstsprache-Kompetenz
    Um die vielen Ausländer zu integrieren, müsste die Schule bereits ab 3 beginnen. Und Hochdeutsch wäre da die einzige Umgangssprache. Je später desto schwieriger. Ich habe erst in der Primar deutsch gelernt. Gerade die frühe Einschulung wird von rechst bekämpft. Kleinere Klassen wären ebenfalls von Vorteil. Aber das wird durch eine Allianz der bürgerlichen Parteien mit unsäglichen Sparübungen verhindert. Dafür wird z.Bsp. beim Strassenbau nie gespart. Teer und Beton wird Kindern vorgezogen.

    Naturwissenschaft und Technik
    KV zahlt mehr als jeder Mechanikerlehre, Ökonomiestudium ist rentabler als jedes Ingenieurstudium etc….. Jeder Bürolist (KV, FH, Jus, Ökonom) verdient mehr als einer aus einem technischen Beruf. Zudem ist da jeder zu 100% verantwortlich. Fällt ein Haus in sich zusammen, kann der verantwortliche Ingenieur einen neuen Job suchen (bei Verletzten oder Todesfall droht Gefängnis) und die Bude muss schliessen. Banker dürfen hingegen alles!

    Motivation und Disziplin
    War das früher besser? Eher war der Druck aus dem Elternhaus grösser.

    «Best practice»-Methode
    Dem kann ich mich nur anschliessen. Das wird durch unseren Kantönligeist verhindert. Die bürgerliche Mehrheit ist dafür direkt verantwortlich.

    Für ihre Ziele müsste Economiesuisse einmal die bürgerlichen Parteien in die Mangel nehmen.

  • someone sagt:

    Mathe- und Naturwissenschaftskompetenzen besser fördern? Nichts dagegen, aber dann sollte man sich zuerst genau anschauen, weshalb in diesen Fächern so viele auf der Strecke bleiben. In Mathe etwa war das Unterrichtstempo für die Hälfte der Klasse (mich eingeschlossen…) deutlich zu schnell. Klar, man soll auch nicht die guten Schüler zugunsten der weniger guten langweilen. Aber was lässt sich wirklich machen, damit die vielen Schüler mit Schwierigkeiten in Mathe besser werden? Getrennte Klassen für die Guten und die weniger Guten? Liegts an den Lehrpersonen? Am Unterrichtsmaterial? Oder ist es einfach unabänderlich, dass die einen die Rechtschreibung, die anderen das Denken in Zahlen und Formeln nie in die Birne kriegen?

  • René sagt:

    „Mehr Geld in unsre Volksschule, in unsre Volksschüler investieren?“ – Nein, nicht mehr, für Bildung geben wir bereits genug aus. Aber (viel) besser nutzen!

    • Cara Mia sagt:

      Nein, das geben wir nicht, lieber René. Sonst könnten wir den Fähigen genug Studienplätze anbieten, beispielsweise, wir könnten kleiner Klassen bilden, Tagesschulen zur Verfügung stellen, die Schüler früher erfassen. Das Geld reicht eben hinten und vorne eben gerade nicht.

      • Raphi sagt:

        Ich glaube wenn man den Administraktionskram etc wieder streichen würde, hätte man evtl schon ein nettes Sümmchen zum wieder ausgeben. Meine Devise: Sparen wos geht, aber trotzdem mehr Geld in Bildung investieren.
        Wieso immer so schwarz/weiss?

      • Ehem. Schulpfleger sagt:

        Cara Mia,
        ich gebe René recht,das Geld für die Volksschule müsste dringend effizienter eingesetzt werden. Kein Geld für teure Schulhausbauten, eifachere Schulbaracken tun es auch, kein Geld für eine aufgeblähte Bildungsdirektion im Kanton Zürich, kein Geld für eine sehr teure Neue Schulaufsicht, kein Geld für sinnlose Schulversuche, kein Geld für Experimente bei der Lehrerbildung!!!
        Das GELD FÜR DIE BILDUNG effizienter einsetzten für höhere Lehrerlöhne, für bessere, stufen- und niveaugerechte Lehrmittel, für kleinere Klassen, für Kleinklassen mit Schüler die Lernschwierigkeiten haben, für die Weiter- und fortbildung der Lehrer, etc.

      • Michael sagt:

        @Ehemalliger Schulpfleger
        Ich hätte Sie gerne als Schulpfleger gehabt:-)

  • juditha sagt:

    Mit Interesse verfolge ich die Beiträge im Mamablog. Nun habe ich mich entschlossen, mich einmal zu beteiligen. Ich bin ausgebildete Lehrerin und Heilpädagogin. Bei den ständigen Diskussionen über die Schule wundert es mich immer wieder von Neuem, wie viele so genannte „Bildungsexperten“ sich überall tummeln. Alltagswissen wird gerne mit Theorie verwechselt. So wird davon ausgegangen, dass das was meine eigenen Kinder in der Schule erleben, überall genau so stattfindet. Dann wird auch immer wieder gerne die eigene Schulzeit zum Vergleich herbeigezogen. Damals war alles besser… Ist das so? Und überhaupt, ist es nicht anmassend, über etwas (z.B. das Unterrichten) zu urteilen, das ich nicht selber gelernt habe? Kommt der Sanitär zu uns nach Hause, masse ich mir jedenfalls nicht an, ihm zu sagen, wie er seine Arbeit verrichten soll. In der Schule und im Fussball scheint es aber so zu funktionieren. Ein jeder ist ein Lehrer, ein Trainer, ein Experte…

    Ich unterrichte an einer Klasse mit 27 Kinder mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen, Fähigkeiten und Problemen. Der Ruf nach Individualisierung verschallt in der Menge. Dass ich nicht allwöchentlich einen Aufsatz schreiben lassen kann, den ich dann in aufwendiger Arbeit minutiös korrigiere, versteht sich von selbst. Denn würde ich dies machen, bliebe kaum Zeit für meine anderen Aufgaben. So ist das halt machmal in der Schule…

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Warum konnten die Lehrer/Innen das früher, jede Woche einen Aufsatz korrigieren? Warum konnten sie sich die Zeit nehmen, die Wandtafel nicht nur zu beschriften, sondern sogar aufwendige Zeichnungen darauf zu machen? Warum können in Steiner Schulen die Lehrer/Innen immer noch Aufsätze korrigieren, obschon gerade dort sehr viele Kinder mit speziellen Bedürfnissen sind?

      Ich weiss, dass es in der heutigen Schule nicht einfach ist, meine beste Freundin ist auch Heilpädagogin und voll engagiert in ihrem Beruf. Sicher ist es auch eine Frage der Finanzen, aber meiner Meinung nach eben auch der Bereitschaft der Lehrer/Innen. Zu viele von ihnen schieben am liebsten eine ruhige Kugel.

      • Raphi sagt:

        Bist du dir bewusst wie verletzend dein Beitrag sein könnte?
        Ich habe Respekt vor allen Lehrern und Lehrerinnen (oder neudeutsch; das Lehr) die diese anspruchsvolle Arbeit tun!

      • gargamel sagt:

        yep, eine ruhige kugel schieben die lehrer am allerliebsten. und weil der job ja sooo gemütlich ist, fehlen im kanton zh ja auch 270 stück.

      • adlerauge sagt:

        sorry, pippi, hier zeigst du grad, wie wenig ahnung du vom volksschullerhrer/innen-alltag hast. wenn du deine kinder in die steiner-schule schickst ist das seine sache (die ist ja beileibe auch nicht grad über alle zweifel erhaben), allerdings wirst du wohl nicht genügend einblick in die volksschule haben, um solche unqualifizierten aussagen zu machen.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Adlerauge, mein Sohn war nur kurz in der Steiner Schule, ansonsten haben meine beiden Söhne ganz normal die öffentlichen Schulen durchlaufen, ich weiss sehr wohl, wovon ich spreche. Warum soll man Lehrer/Innen nicht kritisieren dürfen, andere wie Anwälte, Ärzte, Bänker, Spengler und Schreiner müssen sich das auch gefallen lassen. Nicht so empfindlich bitte, es gibt in jedem Beruf gute und schlechte, in der pädagogischen Landschaft ist man halt mehr auf dem Präsentierteller.

      • Marika sagt:

        Mein Mann ist auch Lehrer. Arbeitet bei einem 70% Pensum deutlich über 50h pro Woche und mehr als 3 Wochen Ferien pro Jahr liegen auch nicht drin. Grund dafür ist, dass er eben immer wieder den Schülern Priorität gibt (neben den von Politik und Schulleitung verordneten Leerläufen…). Neuste Zusatzbelastung: Einmal pro Woche in einer Zwischenstunde Fragestunde zum aktuellen Stoff, weil einige Schüler einfach die Grundlagen fehlen und sie unmöglich den Stoff bewältigen können. In der Gesamtklasse (Klassen sind heute meistens grösser als zu meiner Zeit) fehlen einfach Zeit und Ruhe, um es diesen schwachen Schülern immer wieder gut erklären zu können. Wenn es nach mir ginge, würde er statt den Schülern auch mal seinen Kindern Priorität geben. Aber ich weiss, wieviel es ihm bedeutet, ein guter Lehrer zu sein und hoffe, dass auch unsere Kinder mal das Glück haben, von solchen Idealisten unterrichtet zu werden. Meiner Einschätzung nach muss man nämlich wirklich Idealist sein, um in diesem Beruf zu bleiben, vor allem wenn man bei all diesen unbezahlten Überstunden von der Gesellschaft noch als fauler Ferienkünstler betitelt wird.

    • Cara Mia sagt:

      Es ist absoluter Unsinn, dass Sie derart viele Schüler in einer Klasse haben. Früher war das vielleicht zu machen, weil alle Kinder etwa den gleichen kulturellen Hintergrund hatten. Heute ist anspruchsvoller Unterricht mit einer derart grossen Klasse ein Ding der Unmöglichkeit.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Vielleicht nicht unbedingt, ich bin eher der Meinung, dass ganz grundsätzlich in jeder Klasse 2 Personen unterrichten sollten, zusammen. Es wäre sicher nicht schlecht, wenn nach der Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule ein Jahr Praktikum folgen würde, obligatorisch, das wären dann die zweiten Personen in den Klassen, damit wäre allen gedient. In andern anspruchsvollen Berufen gehören Praktika auch dazu, z.B. bei den Anwälten. Wer heute mit dem MLaw aus der Uni kommt, ist auch noch kein Anwalt. Der Lehrerberuf ist genauso verantwortungsvoll wie der des Anwalts, also sind Praktika unabdingbar.

    • juditha sagt:

      Hallo Pipi

      Ich lade dich gerne einmal ein, eine Woche an unserer Schule zu unterrichten (Anteil fremdsprachiger Kinder: bis 90 %). Gerne ist vom „eine-ruhige-Kugel-schiebenden Lehrer“ die Rede. Die gibt es, klar. Wie überall, oder? Die meisten die ich kenne, sind aber sehr engagiert. Für mich geht es beispielsweise bei der Korrektur von Aufsätzen auch um Wertschätzung. Natürlich könnte ich die Texte rasch überfliegen und dann eine Note darunter schreiben. Aber ist das noch erwünscht? Kaum. So funktioniert es nicht mehr. Kriterienraster, Zielformulierungen, Qualitätssicherung, und und und … hat in den Schulzimmern Einzug gehalten.

      Zwei Lehrpersonen pro Klasse klingt echt super. Aber wer soll das bezahlen? Eben.
      Empfindlich bin ich nicht. Es ärgert mich nur, wenn ich immer wieder die gleiche Leier höre: „…faule Lehrer, ruhige Kugel, Ferientechniker, ….“. Ich schlage dann jeweils immer vor, dass die päd. Hochschulen sicherlich noch freie Plätze haben und sich über eine Anmeldung mehr freuen würden…

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Hallo Juditha, da komme ich gern, während der Semesterferien könnte ich das einrichten. Da ich nicht weiss, wo du unterrichtest, müsste ich vielleicht ein Logis haben. Würde mich echt freuen!

      • StefanB sagt:

        Ganz richtig: Man sollte den Lehrpersonen wieder die Zeit geben, das zu tun, wofür sie eigentlich da sind: nämlich die Kinder zu unterrichten. Für den administrativen Kram ist die Schuladministration zuständig, nicht der Lehrer/die Lehrerin.

        Wenn man nämlich den ganzen Verwaltungskram wieder durch die Schulsekretariate erledigen würde, statt alles auf die Lehrer abzuwälzen, hätten wieder viel mehr Freude am Beruf. Man wird ja Lehrer/in, um den Kindern etwas beizubringen, und nicht, um stundenlang in Büros Formulare auszufüllen, die irgendwelche Bildungsbürokraten irgendwo ausgeheckt haben, welche beim Schulende mit Freude auf die Schwelle der Schule gespuckt haben und sagten, über diese Schwelle würden sie nie mehr einen Fuss setzen!

    • adlerauge sagt:

      pippi, ist mir klar, dass lehrkräfte sich auf dem präsentierteller befinden. deine äussererung bzgl. ruhige kugel schieben ist jedoch sehr weit von der realität der meisten lehrer/innen entfernt. faule früchte gibt es überall, aber über die diskutieren wir hier grad nicht. meine partnerin unterrichtet etwas mehr als 60% und sie verbringt nicht weniger zeit bei der arbeit als ich mit meinen 90%. nur dass ich meine 90% voll ausbezahlt kriege und überzeit kompensieren darf. wenn ich dann noch sehe, wieviel von den berühmt berüchtigten 13 wochen ferien im jahr überigbleiben (das neue schuljahr bereitet sich nicht magisch von selbst vor) dann kann ich nur zum schluss kommen, dass ich in meinem bürogummijob geradezu privilegiert bin.

  • Cornelia sagt:

    Wer behauptet, die Schweizer Ü30 beherrschen die Deutsche Sprache noch, soll sich mal die Kommentare hier sehr genau durchlesen. Wir konnten noch nie richtiges Deutsch, wir können es nicht und wir werden es nie können.

    Sprachschatz? Eben.

    • Nathalie sagt:

      Danke, Cornelia. Meine Rede! Es ist halt so viel einfacher, über die ‚dumme Jugend‘ zu schimpfen, als selbst zu wissen, wann der Dativ angebracht ist… Abgesehen davon, gab es schon immer dümmere Kinder und intelligentere Kinder…

      Eventuell sind auch einfach die Anforderungen gewachsen? Es gibt immer weniger Beschäftigungen, für die man weder Potenzrechnen noch Ableiten beherrschen muss 😉

  • Konsequent zu Ende gedacht, bedeuten die Forderungen von economiesuisse, dass an unseren Universitäten am Schluss nur noch Betriebs- und Volkswirtschaft, Mathematik, Physik und noch einige andere wirtschaftskompatible Fächer studiert werden können. Alles andere rendiert ja nicht mehr. Muss das Bildungswesen überhaupt eine Rendite abwerfen? Muss alles rendieren? Ich denke nein.

    • StefanB sagt:

      Das sehe ich nicht so. Aber: Da die Schweiz ja ein äusserst rohstoffarmes Land ist (warum sonst ist uns GWB nicht sofort beigesprungen und hat MG gleich mal mit ein paar B52 gedroht, damit unser Max Göldi freikommt??), ist unser einziger Rohstoff die Bildung. Da ist in den letzten zwanzig Jahren durch Ausbau von immer mehr „Gschpürsch-mi“-Fächern auf Kosten von „harter“ Intelligenz-Bildung, bei gleichzeitig knapper gemachten Bildungsbudgets einiges nachzuholen.

      Ich denke, die beste „Rendite“, die die Schule abwerfen kann, sind intelligente, selbst denkende, vielseitig interessierte, motivierte und in der Wirtschaft überlebensfähige junge Menschen.

    • Richtig. Unser Land lebt von Intelligenzprodukten, mehr denn je: Die Schwerindustrie ist ja nur noch fragmentarisch vorhanden. Der ganze wirtschaftliche Wandel, der in den letzten 40 Jahren stattgefunden hat, hat natürlich auch das Bildungswesen umgekrempelt. Wer das nicht glaubt, soll doch einmal in Winterthur schauen gehen, was aus dem ehemaligen Gewerbeschulhaus von Sulzer geworden ist. Und das Traditionsunternehmen Sulzer beschäftigt am Standort Winterthur mit heute noch knapp 850 Mitarbeitern nur noch halb soviele Menschen, wie es in seiner Blütezeit während der Fünfziger- und Sechzigerjahre in einem einzigen Jahr an Lehrlingen ausgebildet hat! Kein Wunder, ist die Bedeutung der MINT-Fächer im gleichen zeitraum zurückgegangen, das ist fast schon eine natürliche Entwicklung.

  • v for vietcong sagt:

    das ist doch mal ein gutes blogthema! geht doch.

    ich darf meine bescheidene meinung abgeben:

    überforderte lehrer, zu grosse klassen, zu wenig geld in der bildung. das sind meines erachtens die hauptprobleme.

    antifeminismus und bubengerechter unterricht sind worthülsen ohne inhalt. wenn die erstsprachekompetenz abnimmt und gleichzeitig frühenglisch gefordert wird, ist das paradox, da stimme ich überein.

    der kapitalismus fordert halt immer mehr von immer weniger. dass das nicht gut geht, ist jedem halbschlauen bewusst und trotzdem wills keiner wahrhaben. und so macht die wirtschaft nicht vor den kindern halt, weil sie sie später möglichst gewinnbringend ausbeuten will. nur stösst sie dort schnell an grenzen. überforderte kinder werden nie gute lehrlinge und somit auch keine guten arbeiter und dementsprechend schlechte konsumenten. so beerdigt sich die wirtschaft selber. also: mehr geld in die bildung!

    zuckerbrot und peitsche – äh – motiviation und disziplin sind selbstverständlich entscheidend. da diese zwei begriffe sich gegenseitig kratzen, muss die waage gehalten werden.

    bildungsmonitoring ist nichts. dann werden wieder äpfel mit birnen verglichen und zwar von leuten die beide nicht kennen. voneinander lernen ist gut, aber das geschieht ja schon seit menschengedenken.

    wenn ich mir die argumente so ansehe, dann sehe ich eigentlich nichts, was geändert werden müsste. ich kann jedenfalls kein argument finden, das etwas verändern würde. da sich trotz den stimmen aus der wirtschaft nie etwas geändert hat, wirds wohl so bleiben.

    die wirtschaftsverbände täten nicht schlecht daran vor ihrer eigenen haustür zu kehren, bevor sie andere für ihre schwächen verantwortlich machen. solange kriminelle in verwaltungsräten hocken, von der politik gedeckt und mit steuergeldern freigekauft werden, solange die wirtschaft die jugendarbeitslosigkeit nicht in den griff kriegt, solange der schweizer-bünzli-geist jede innovation hemmt, tja, muss man da das übel in der volksschule suchen?

    • D. Signer sagt:

      @v for vietcong: Herrschte zu Ihrer Schulzeit auch extremer Geldmangel oder ist nur Ihre Tastatur defekt? Abgesehen davon, dass Sie nur ideologische Worthülsen zum besten geben, widersprechen Sie sich auch noch selbst. Einmal behaupten Sie es liege am fehlenden Geld und ein anderes Mal sind die Wirtschaft und die Politik die den Lehrern Vorgaben machen schuld. Wenn Sie mal mit sich selbst einig sind, die Ideologie mal aussen vor lassen und vielleicht gütigerweise den Augen zuliebe die Grossschreibung wieder einführen könnten, wäre eine konstruktive Diskussion mit Ihnen möglich.
      Von den realen Problemen, die sich teils auch noch von Schule zu Schule stark unterscheiden, scheinen Sie herzlich wenig mitzubekommen. Oder gehören Sie zu den tollen Alt 68’ern die einerseits die antiautoritäre Erziehung fordern (mit den bekannten Folgen an respektlosen Chaoten und Tagedieben) und andererseits die totale Gleichmacherei durchsetzen wollen (vor allem von deutsch sprechenden Kindern gegenüber Immigrantenkindern mit marginalen Deutschkenntnissen). Für diese Beobachtungen kann ich zahllose Beispiele anführen die einfach nur noch schockieren, also versuchen Sie gar nicht erst diese verleugnen zu wollen!

      • v for vietcong sagt:

        @ D. Signer

        und wieder einer der nicht lesen kann… wo kommt ihr eigentlich her? vladivostok?

        dass das problem vielschichtig ist, sollte beim lesen meines textes eigentlich noch knapp verständlich sein. natürlich liegt es zum teil an fehlenden mitteln und zum anderen teil an falschen vorgaben. natürlich gibt es noch mehr problemfelder, zb. die art des unterrichts, die grösse der klassen, die durchmischung von kulturen oder von schwachen und starken schülern, die ausbildung der lehrkräfte usw.

        ich habe jetzt einfach mal zwei der grössten beeinflusser herausgepickt und das sind wohl oder überl die knete und die gesetzlichen vorgaben. da ich selber mehrere lehrer kenne, kann man davon ausgehen, dass ich nicht aus ganz hohlem bauch heraus argumentiere. belehren lasse ich mich gerne. dann aber bitte argumentativ. wenns bei dir schon an fehlenden grossbuchstaben happert, lies einfach nicht weiter. das internet hat genügend andere orte, wo grossbuchstaben vorkommen.

        doch muss man trotz alledem eingestehen, dass die schule funktioniert. probleme hin oder her. und lösungsansätze für tatsächliche probleme kann ich im blog-titel-thema beim besten willen nicht finden. mit ideologie hat das überhaupt nichts zu tun, sondern mit der fähigkeit zu denken.

        du darfst mich gerne in deine schubladen stecken, aber dann musst du später nicht heulen kommen, bub.

  • Till Eulenspiegel sagt:

    Die fehlenden Lehrkräfte unterrichten an privaten Schulen und Fachhoch- bzw. Hochschulen. Bildung und Weiterbildung sind seit einigen Jahren in privater, von Economysuisse und Bund geförderter Hand. Nebst immer neuen Bildungsangeboten, werden nebst den Kursgeldern der Kunden auch noch die Subventionen von Kantonen und Bund eingenommen.
    Bildung wurde zu einem extrem lukrativen Geschäft, verfehlt aber zunehmend den Bedarf der Wirtschaft. Angebote werden etabliert des Geschäftes wegen und nicht im Sinne des Bedarfs. Daher finden sich zunehmend sehr gut Ausgebildete in einfachen Jobs, da es dafür eigentlich keine Stellen gibt.
    In Bezug auf die Volksschule versucht man zunehmend Wirtschaftskompetenzen und Leistungskomponente zu vermitteln. Die Folgen sind Ritalin abhängige Jugendliche, welche schon vor Beginn der Berufslehre psychologisch unterstützt werden müssen. Bore- oder Burnout sind die Folgen. Dazu kommt, dass Jugendliche, entgegen der weitläufigen Meinung von Führungskräften, Experten und Politiker, durchaus über das so begehrte vernetzte Wissen verfügen. Das ist Teil ihrer Kultur. Damit sind sie in vielen Bereichen ihren Lehrern und zukünftigen Kadern eigentlich überlegen. Genau dies führt zu einem Generationenkonflikt, der sich jetzt bereits abzeichnet, von Politik und Wirtschaft aber nicht wahrgenommen werden will. Es wird Zeit, dass die über 40 Jährigen ihre Macht abgeben und die Zukunftsgestaltung von Wirtschaft, Bildung, Forschung, Umwelt, Politik etc. an die Generationen übergeben, welche seit der späten 80er Jahren die Bedeutung der Informatik für unsere zukünftige Gesellschaft in ihrer Ausbildung integrieren mussten. Die einfache und isolierte Betrachtung auf nur einen Teil der Schule / Ausbildung wird den heutigen Ansprüchen nicht gerecht, schafft eine Insellösung und steht paradoxerweise für die Inkompetenz der Parteien und Wirtschaft wenn es um vernetztes Denken geht.

    • Widerspenstige sagt:

      Gute überlegte Denkanstösse und Darlegung der Probleme, danke! Hätte ich einem ‚Till Eulenspiegel‘ eigentlich so nicht zugetraut und werde das inzwischen wohl verstaubte Buch wieder mal aus meiner Hausbibliothek rausholen…;-)

  • olga baumgartner sagt:

    Verschone uns , – oh Herr. – Wir wollen ja nicht noch mehr “ Bänker “ – Es ist zu schätzen, dass die Jugend andere Werte bevorzugt, als Geld und Wirtschaft !

    Ich weiss, dass das Geld ein “ Muss “ ist, ohne dies wäre es schwierig, den Alltag zu meistern, – aber das sollte nicht der Lebensinhalt sein.-

    • StefanB sagt:

      Wer spricht denn da von Bankern. Aber wer kaum noch selbst denken kann, und alles auf dem Serviertablett präsentiert braucht, muss sich nicht wundern, wenn er/sie im Leben scheitert.

      und übrigens: Die meisten, die laut von „anderen Werten“ reden, reden ziemlich leise über die Werte, die in ihren Konti und Depots stehen 🙁

      Geld ist kein Muss, es ist schlicht das universelle Mittel zum Zweck!

    • Cara Mia sagt:

      Es geht doch gar nicht ums Geld. Wir brauchen fähige Leute in der Wirtschaft und der Politik!

  • Gianin May sagt:

    Wahrscheinlich würde es reichen, wenn die jungen ab und an mal ein Buch lesen würden. Das ist auch nicht sooo teuer wie die anderen Vorschläge.

    • Cara Mia sagt:

      Das reicht nur für den passiven Wortschatz. Um selber formulieren zu können, muss man schreiben, schreiben, schreiben. Aber einen Aufsatz zu korrigieren ist halt viel schwieriger, als zu kontrollieren, ob das Kreuzlein beim richtigen Satz im Multiple-Choice-Test angebracht wordne ist…

      • StefanB sagt:

        Stimmt; und Aufsätze sind angeblich ach so völlig unobjektiv! Aber ob ein Verb korrekt konjugiert, ein Substantiv richtig dekliniert und dieses Wort an dieser Stelle sinnvoll ist, oder ob das verwendete Stilmittel völlig fehl am Platz ist, ist nun ja so subjektiv! 😉

        Klar, auch ich habe Lehrer gehabt, die Noten nach den vertretenen Ansichten gaben -aber dagegen kann man sich wehren, oder weiss es ja als Schüler, dass man bei Lehrer XY für gute Noten entweder die „woz“ oder die „Weltwoche“ abschreiben muss! 🙂 Da lernt man auch gleich noch fürs Leben, dass eine richtige Portion Pragma- bzw. Opportunismus mehr bringt als sture Rechthaberei >)

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Meine Rede……

  • StefanB sagt:

    Nun, das Gejammer der Wirtschaft ist nicht neu; andererseits ist es doch die Wirtschaft im Verein mit der ach soo patriotischen SVP, die dem Staat immer mehr den Lebenssaft (die nötigen Finanzen) entzieht – Stichwort Steuerwettbewerb! Eine Sparübung jagt die andere, und wenn eine unserer staatlichen Institutionen einmal schwarze Zahlen schreibt, schreien Wirtschaft und SVP nach steuerlicher Entlastung für Industrie, Gewerbe und Gutverdienende!

    Aber andererseits haben die Wirtschaftspolitiker recht: Unsere Jugend kann immer weniger einen Text verständlich verfassen – egal, in welcher Sprache! Auch dies muss trainiert werden: durch das Lesen anspruchsvoller Literatur sowie das Verfassen eigener Texte. Es reicht eben nicht, einmal pro Woche einen Text aus irgendeinem Wochenblatt herauszureissen, und dann alle drei, vier Monate vielleicht mal einen Aufsatz schreiben zu lassen.

    Dass unsere Jugendlichen auch nicht mehr rechnen können – wen verwunderts, wenn unsere Wirtschaftsbosse selbst dies nicht beherrschen. Denn könnten die UBS-banker rechnen, hätten sie sich nicht gewaltig ver-rechnet…

    Allgemeinbildung ist schön und gut, aber dazu müsste man Lehrpersonen haben, die selbst Allgemeinbildung haben; gegenwärtig fördert unsere Lehrerausbildung aber sehr das Spezialistentum; von vernetztem Denken ist da kaum eine Spur zu finden!

    Was das „Zugestehen von genügend Freizeit“ betrifft: Da sind die Eltern gefordert, zunächst mal dem Kind die Freiheit zuzugestehen, nicht ins Ballett, die Tennisstunden, FC, und was weiss ich, welche Freizeitaktivitäten (organisiert von Erwachsenen) es noch gibt, zu müssen – dann braucht es IMHO auch keinen zusätzlichen Stützunterricht, weil das liebe Kleine dann genügend Zeit hat, das Gelehrte auch zu verdauen!

    • Gianin May sagt:

      Wieso braucht es in einer Spezialisten-Wirtschaft vernetztes Denken? es ist doch nicht gewollt, dass die 0815 Angestellten merken, dass die Chefen nichts taugen?

      • StefanB sagt:

        Weil es in einer Spezialisten-Wirtschaft nötig ist, dass diese Spezialisten über den Zaun schauen können müssen, um nicht aneinander vorbei zu arbeiten. Auch ein Orthopäde muss wissen, dass wer Schmerzen in den Gelenken hat, an Gicht leiden kann, und ihn darum zum Endokrinologen schicken.

        und btw: um zu merken, dass die Chefs nichts taugen, muss man nur denken können. 😉

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Forderungen der Wirtschaft in der Schule – das macht mich auch sauer, unsere Kinder sind nicht Verbrauchsmaterial für die Wirtschaft. Ausserdem hätte die Wirtschaft genügend Möglichkeiten, helfend einzugreifen, etwa indem sie Patenschaften für Schule übernimmt und hilft bei teuren Anschaffungen.

    Andererseits sind die Aussagen über fehlende Kernkompetenzen richtig. Als ich Mitte sechziger bis siebziger Jahre zur Schule ging, gehörte z.B. das regelmässige Aufsatzschreiben schon ab der 2. Klasse dazu. Mein jüngerer Sohn musste auch in der 4. Klasse keine Aufsätze schreiben, auch das Abschreiben ab Tafel ist aus der Mode gekommen, heute werden Lückentexte verteilt, die ausgefüllt werden müssen. Das geht für die Lehrer schneller, für die Kinder machen solche Satzfragmente keinen Sinn, sie lernen nichts, was dazu führt, dass viele auch am Ende der Schule noch keine längeren Texte verfassen können. Ich denke, es ist nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch eine Frage der Motivation der Lehrer. Ich kann nicht verstehen, dass ein Lehrer einen Schüler aus der Schule entlassen kann, wenn er genau weiss, dass derjenige nicht fähig ist, einen Text zu lesen und zu verstehen, geschweige denn zu schreiben. Leider gibt es das immer mehr, funktionale Analphabeten. Wo bleibt der Berufsstolz der Lehrer?

    Auch die Forderungen nach mehr Gewichtung der Naturwissenschaften und der Technik sind sicher richtig, auch hier tut sich ein weites Feld auf, wie die Wirtschaft sich konstruktiv einbringen könnte, Räume und Ausrüstung für Chemie- und Physikexperimente finanzieren, z.B. Weil, nicht wahr, Disziplin kann man einfordern, aber bei der Motivation klappt das eben nicht, da braucht es mehr. Tolle Räumlichkeiten wären sicher ein guter Anfang.

    • Cara Mia sagt:

      Meine Worte, Pippi. Zur Wirtschaft und Hilfe (wir sind ja nur ein kleines Büdeli, Du meinst sicher die Grossen): das wurde schon gemacht, und dann heisst es, das sei Schleichwerbung, die wollten die Kids einwickeln und dergleichen! Meine eine Tochter war mit dem Chemielehrer in der Novartis, das gab bei gewissen Eltern ein Heidentheater. Ist also nicht ganz einfach mit dieser Unterstützung.

      • Widerspenstige sagt:

        Pippi und Cara Mia, bin ebenfalls gleicher Meinung und setze noch einen drauf: die Wirtschaft darf Krippenplätze zur Verfügung stellen und sich als ‚Sponsor‘ für grosszügige Räumlichkeiten engagieren! So kann sie – ganz im Sinne des ökonomischen und marktstrategischen Denkens – zwei Klappen auf einen Schlag für das Bildungs- UND Erziehungswesens in der Schweiz beitragen. Hat der Staat seine Hausaufgaben mit dem Budgetieren und Verteilen der öffentlichen Gelder nicht gemacht, dann darf die Wirtschaft einspringen – aber gezielt und allen Gesellschaftsschichten dienend notabene! Ob sie den Fedehandschuh auffängt, den ich ihr da zuwerfe? ;-

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Cara Mia & Widerspenstige

        Es freut mich, dass uns noch mehr verbindet als nur die Vorliebe für Shalimar 😉
        Nein, im Ernst, ich verstehe wirklich nicht, warum die Wirtschaft, da meine ich schon die Multis, aber eben auch die Kleinen, die könnten sich ja zusammentun, eine Stiftung gründen z.B., was sich erst noch steuerlich positiv auswirken würde, dann könnten sie ihr Geld gezielt einbringen. Auch die Krippenidee ist äusserst ausbaufähig, ich verstehe nicht, warum da so wenig kreative Ideen kommen.

      • Cara Mia sagt:

        Man hat einfach genug zu kämpfen, es ist nicht leicht, wirtschaftlich zu überleben. Zudem ist die Schule wirklich Sache des Staates und nicht von privaten Institutionen. Nur dann ist gewährleistet, dass alle profitieren und eine gewisse Gerechtigkeit herrscht. Wir müssen hier Geld in die Hand nehmen und die Ausbildung unserer Jugend auf ganz andere Beine stellen, in der ganzen Schweiz. Es kann ja nicht sein, dass man 68 Milliarden für die UBS hat, und Studienplätze für Mediziner fehlen. Und die Angestellten der UBS haben dann tolle Krippenplätze, und diejenigen von einfachen Handwerksbetrieben schauen in die Röhre.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Sehe gerade, dass mein Satz unvollständig ist – kommt davon, wenn man Texte nicht nachliesst: Also, es sollte heissen, ich verstehe nicht, warum die Wirtschaft sich nicht schon lange konstruktiv einbringt.

    • StefanB sagt:

      Ja, Räumlichkeiten sind ein Anfang. Andererseits ist das Schubladendenken viel zu stark verbreitet: Als ich in den 1970er Jahren in die Schule ging, gabs noch „Sätzlirechnungen“ – auch in Prüfungen. Da musste dann nicht nur richtig gerechnet, sondern auch das Resultat in einem Satz präsentiert werden. Auch der Satz selbst wurde benotet, wer also einen Schreibfehler hatte, hatte trotz richtiger Rechnung einen Fehler! Gibts das heute noch?

      Aber heute zählt ja nicht mehr Leistung, sondern Auffallen um jeden Preis: Missen, die das Matterhorn nicht kennen, aber dafür ein Fünf- von einem viereinhalb-Sternehotel und Gucci von YSL unterscheiden können; oberflächlich intergrierte Secondos, die die Umgangssprache radebrechen („wos je hets gits“ oder so) und gerade deshalb zum Star (wenn auch nur für wenige Wochen) avancieren….

      Wundert man sich da, dass Anstrengung verpönt ist, da ja scheinbar Leistung nicht mehr zählt – vielleicht abgesehen von sportlichen Leistungen auf Fussball- oder Tennisplätzen.

    • v for vietcong sagt:

      @ pippi

      *Wo bleibt der Berufsstolz der Lehrer?*

      ähm pippi, du weisst schon, dass die lehrer nicht selber entscheiden, wie sie unterrichten, sondern das problem haben, dass ihnen die politik und somit auch die wirtschaft immer mehr diktieren, für das sie einfach keine zeit mehr haben? dieselbe politik und wirtschaft die dann jammert, dass die schüler nicht mehr mitkommen notabene. ich schätze ein lehrer würde seinem berufsethos mit freuden nachkommen – wenn er nur könnte!

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Zeit hat man nicht, die nimmt man sich, Prioritäten!!

      • v for vietcong sagt:

        @ pippi

        ha, lol! mein gott, welche ignoranz. ich seh schon, du gehörst eben scheinbar zu denen, die nie gelernt haben, richtig zu lesen. ein opfer des bildungssystems. pippi, ich sagte: die lehrer haben keine zeit! man gibt sie ihnen nicht! man kürzt geld und erhöht die leistungsanforderung! das sind gesetze an die man sich als lehrer zu halten hat! und du kommst mir mit prioritäten setzten…

      • Lea sagt:

        Hier ist die Zeitbank. Sie haben ihre Kreditlimite ueberzogen. somit sind sie zeitlos.

      • v for vietcong sagt:

        zeitlos schön?

      • *sigh* sagt:

        Pfff… Bitte erst mal mit einer (ehemals) engagierten Lehrperson sprechen bevor sowas auf die Blogosphäre losgelassen wird! Heute weiss es jeder besser, bloss der Lehrer hat von Pädagogik keine Ahnung… OMG!

      • v for vietcong sagt:

        @ *sigh*

        ich weiss nicht wen du ansprichst – falls mich: ich kenne mehrere aktive lehrer verschiedener generationen und die erzählen so in etwa alle das gleiche. dass ihnen die hände gebunden sind und dennoch fordern alle seiten etwas anderes von ihnen. ob die jetzt repräsentativ sind weiss ich nicht.

    • Tim sagt:

      Die Wirtschaft finanziert bereits gänzlich unsere Schulen
      Das Geld, das der Staat ausgibt, wächst nicht auf den Bäumen.
      Die Wirtschaft soll aber nicht den Lehrplan machen. Sie soll auch nicht bestimmen, welches Material gekauft werden soll, noch welche Schule Gelder bekommt und welche nicht.

      Dass „tolle“ Räumlichkeiten für mehr Motivation sorgen würden, bezweifle ich doch sehr, aber ich bin auch kein Pädagoge.

      • adlerauge sagt:

        …sonst können wir gleich den 5-jahresplan übernehmen, der am XXXIVten verbandstag der economiesuisse beschlossen wurde…

      • Thommy sagt:

        @Tim: Vollkommen einverstanden.
        Der Lehrauftrag der Schule wird von der Gesellschaft bestimmt, nicht von der Wirtschaft (die zugegeben wichtiger Teil der Gesellschaft ist).
        Ich wehre mich sicher nicht gegen den Förderungsgedanken, doch sehe ich als wichtigstes Bildungsziel die allgemeine Befähigung zu vermitteln, am gesellschaftlichen Leben aktiv teilzunehmen. Die beantstandeten Mängel wie fehlende Sprachkompetenz und so weiter haben eine Ursache und ich vermute sie in der Überfrachtung der Schule. Es wird vieles gelehrt, aber nicht viel mehr richtig. Und auf diesen mangelhaften Grundlagen nützt auch eine Stärkung der Naturwissenschaften nichts, da nun mal die Grundlagen fehlen.
        Da bin ich mit Economie Suisse einer Meinung.
        Stein meines Anstosses war, dass aus der Wirtschaft heraus das, was ich als Überfrachtung der Lehrinhalte empfinde, gefordert wurde und sie nun die Konsequenzen einer nach den Bedürfnissen der Wirtschaft orientierten Bildungspolitik bejammern und genau das Gegenteil fordern.

  • international sagt:

    wieso bedeutet schule = keine kindheit mehr? ich empfinde die primarschule als bereicherung der kindheit und als ergänzung des reinen spiels. ausserdem ist zumindest die erste klasse mit wenig lektionen und werken auch verspielt.

  • Thommy sagt:

    Mich machen die Forderungen aus der Wirtschaft sauer. In aller Regel sind sie auf kurzfristigen Nutzen ausgelegt und schneller überholt als die Politik sie umsetzen kann.
    Eine vernünftige Ausbildung sollte sich eher an den Kindern orientieren und wichtige kulturelle und kognitive fördernde Inhalte vermitteln. Lesen, Schreiben, Rechnen, Musik, Allgemeinbildung.
    Letzten Endes sind nicht nur die Resourcen an Lehrern begrenzt sondern auch Kinder nur begrenzt aufnahmefähig. Und ausserdem finde ich, man sollte ihnen auch ausreichend Freizeit zugestehen, um Kind sein zu dürfen.

    • J_Randi sagt:

      Ich verstehe nicht, warum Sie die Forderungen dann sauer machen? Sie wollen ja genau das gleiche: dass die Kinder lesen, schreiben, rechnen können. Leider können das viele Schulabgänger nicht mehr.
      Kind sein muss nicht in der Schule stattfinden, sondern ausserhalb der Schule. Die Schulpflicht kann auf 5-6 Jahre reduziert werden und die wichtigsten Inhalte vermittelt werden. Dann haben die Kinder mehr Zeit, Kind zu sein (was auch ich sehr wichtig finde).

      • Cara Mia sagt:

        Wenn man Arbeitgeber ist, und muss Ausländer anstellen, weil die Schweizer einfach elementarste Dinge nicht können wie etwa fehlerfreie Briefe schreiben, dann wird man auch sauer! Und wenn man Kinder hat, wie ich, und zusehen muss, wie die nur „beschäftigt“ anstatt gefordert werden, weil sie zu schnell kapieren, dann wird man noch sehr viel saurer! Natürlich sollen Kinder Kinder sein dürfen, aber man darf sie auch fordern, muss sie fördern, anstatt sie zu langweilen.

      • Pumuckl sagt:

        Ich denke, dass man auch bei diesen Aussagen von Ihnen, das Ganze ein wenig differenzierter anschauen sollte.
        1. Sie sagen es ganz richtig: Kinder sollten auch Kinder sein dürfen. Was gehört da denn alles dazu? Nein. Ich werde an dieser Stelle keine Diskussion über Medien und Computergames anreissen. Aber Kinder brauchen ganz sicher mal Eltern, die nicht nur zwischen z’nacht und z’morge Zeit für sie haben. Leider verweigern viele Arbeitgeber dies den Kids ihrer Angestellten. Weiter brauchen Kinder eine Umgebung in der sie spielen und sich austoben können. Leider verweigert die Gesellschaft den Kindern diesen Raum. Entweder ist er zugebaut, zu gefährlich oder das Spiel zu lärmig. Kinder brauchen auch Erwachsene an denen sie sich „reiben“ können und die ihnen Grenzen aufzeigen. Dazu sind heute weder Eltern noch die Gesellschaft bereit. Vor allem die Eltern (speziell Mütter) verweigern ganz klar ihre Rolle, da sie viel lieber „die beste Freundin“ des Kindes sein wollen.
        2. Gehen Sie doch bitte mal in eine durchschnittliche Schule und sprechen Sie mit den Müttern. Sie werden feststellen, dass fast alle ein überdurchschnittlich hochbegabtes Kind – sprich Genie – haben. Leider sind nur die Lehrer nicht in der Lage, das Genie iim Kind herauszulocken. In einer späteren Phase sind es dann nciht mehr nur die Lehrer, sondern alternativ auch somatische Probleme wie ADHS …. …. ….. Als nur durchschnittlich intelligenter Mensch der ich selber bin, kann ich trotzdem mit ABSOLUTER Sicherheit sagen, dass Genies genauso wie Kretins in einer normalen Gesellschaft nur sehr selten vorkommen. Das normale Mittelmass dagegen überwiegt (Gauss’sche Verteilung!). Da dies aber für die meisten Eltern eine absolut nicht zu akzeptierende Tatsache ist, kommt es dann zu so Aussagen wie der Ihrigen „….. weil die Kinder zu schnell kapieren …“. Schuld ist natürlich wieder mal der Lehrer, alternativ die Gesellschaft oder die Ausländer. Wie vermessen zu glauben, dass der Lehrer sehr wohl in der Lage wäre, alle vermeintlichen Genies in der Klasse sehr individuell zu fördern, wenn die Wirtschaft ihm nicht, dank Steuersenkungen und Steuergeschenken für die Arbeitgeber, ständig die Mittel und Möglichkeiten dafür kürzen würde. Dabei ist der Aspekt, dass ein „schnell kapierendes und überdurchschnittlich intelligentes Kind“ wie das Ihrige, durchaus in der Lage sein sollte, sich selber „mit Futter“ zu versorgen. Ist es das nicht, ist es mit dem schnellen Kapieren wahrscheinich nicht ganz so weit her und es wäre wohl eher angezeigt noch eine weitere ungeliebte Übungssequenz anzuhängen. Dies nicht nur um den Stoff zu vertiefen, sondern auch um die Kinder in ausdauerndem Arbeiten zu trainieren. Das können sie nämlcih auch nicht und wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum sie heute weder Rechtschreibung …. können, noch in der Lage sind, ein Thema differenziert und umfassend zu durchdenken. Aber auch hier gehen den Kindern leider langsam die Vorbilder von zu Hause aus.

        Ich erspare es mir und Ihnen, hier noch weitere Gründe aufzuzeigen um Ihre Polemiken zu widerlegen. Dies v.a. auch deswegen, weil Sie „Cara Mia“ dies als vielbeschäftigte Arbeitgeberin wahrscheinlich sowieso nicht lesen. Sie haben sich Ihre Meinung gemacht und diese mitgeteilt, der Rest ist uninteressant.
        Tatsache ist, dass die Wirtschaft hier (äusserst profitable) Lösungen für Probleme anbieten möchte, die sie selber zu verantworten hat. Dies nicht aus Sorge um die Bildung oder die seelische Gesundheit der Kinder, sondern um knallharten Profit daraus schlagen zu können. Dummerweise ist ein grossteil der CH Bevölkerung dabei, den „Schalmeienklängen“ dieser Rattenfänger aufzusitzen.

        So verehrte Cara Mia. Nun dürfen sie gerne den Rechtschreibfehler in meinem Text suchen (es hat einen) sowie die beiden Kommafehler.

        Gruss vom (eigentlich wirtschaftsfreundlichen) Pumuckl

  • Cara Mia sagt:

    Dem ist nichts hinzuzufügen. Wir beschäftigen regelmässig Studierende in unserem Betrieb, und die können ebenso regelmässig keinen fehlerfreien Brief auf Deutsch verfassen, geschweige denn auf Englisch oder gar Französisch. Das Niveau ist höchst bedenklich, und dies bei der angehenden Elite unseres Landes.

    Schuld dürfte der Kantönligeist sein. Die Kantone müssen die Schulen und die Universitäten bezahlen, und haben kein Geld. Also wird zuwenig ausgebildet. Etwa Mediziner. Viele fähige junge Leute springen über die Klinge, weil zu wenig Studienplätze da sind, und dann muss man Mediziner aus dem Ausland einstellen. Wir haben Pflegenotstand, aber bilden nicht genug Pflegepersonal aus.

    In der Schule herrscht Gleichmacherei. Vor lauter Integrationsfimmel müssen Schweizerkinder den gleichen Deutschunterricht besuchen, wie Fremdsprachenkinder, geistig Behinderte mit Hochbegabten. Also pauken sie immer gleiche Abläufe, bis diese beim jedem sitzen, etwa Verbformen, anstatt eigene Texte verfassen zu lernen. Resultat siehe oben. Der Sprachschatz ist lausig. Die Beherrschung der deutschen Sprache fehlt in grossem Masse, was auch daraus ersichtlich ist, dass man sich Emails und SMS auf phonetisch geschriebenem Dialekt zuschickt. Die Jugendlichen fühlen sich unsicher in der deutschen Sprache, formulieren nicht gerne.

    Hier ist dringender Handlungsbedarf gegeben. Es braucht Kapital. In die Bildung investieren, heisst in unsere Jugend und unsere Zukunft investieren. Sonst muss man sich nicht wundern, wenn in absehbarer Zeit die Einheimischen die Strassen putzen und die Migranten die Schlüsselstellen in der Wirtschaft besetzen. Wir sind auf dem besten Weg.

    • Michael sagt:

      Das Austrittsniveau von gewissen Schülern ist bedenklich, da besteht definitiv Handlungsbedarf. Auch stimme ich ihnen zu, dass in die Zukunft investiert werden muss.
      Aber was sie bezüglich Gleichmacherei schreiben, stimmt schlicht nicht! Jedenfalls nicht in dieser absoluten Form. Ja, in meiner Klasse sitzen Schüler mit einem sehr unterschiedlichen Niveau (ich habe auch eine Integration von einer Schülerin mit Lernbehinderung am Laufen), dass das die von Ihnen beschriebenen Konsequenzen nach sich zieht ist falsch. Wir Lehrpersonen sind ja sogar zur Differenzierung verpflichtet.
      Das sieht praktisch zum Beispiel so aus: Die einen arbeiten an den Präteritumsformen, weil sie diese noch nicht wirklich beherrschen. Diejenigen, welche das bereits können, schreiben eine Lesespur oder arbeiten an schwierigen Verbformen.
      Auch das Schreiben der Emails und SMS in Dialekt hat definitiv nichts mit der mangelnden Deutschkompetenz zu tun. Dazu gibt es andere Gründe.

    • Pumuckl sagt:

      Ich bin mir bewusst, dass dies hier jetzt ziemlich lausig ist. V.a. unter dem Gesichtspunkt, dass wir schlussendlich wohl sehr ähnliche Interessen vertreten. Aber trotzdem „Cara Mia“; wer sich so weit aus dem Fenster lehnt wie Sie, sollte von Rechtschreibung, Zeichensetzung, Grammatik, Satzbau … …. … schon ein bisschen mehr verstehen. Sie beweisen hier nur, dass Sie in der Lage sind, Fehler der anderen zu erkennen, ihre eigenen aber „irgendwie“ auf einer anderen Stufe zu sein scheinen.

      • L. Jucker sagt:

        Da muss ich mich der Ansicht von Pumuckl anschliessen. Wer hier ein Hohelied auf Grammatik, Satzbau, Stil usw. verfasst, der sollte dann nicht im gleichen Beitrag „man sich Emails und SMS auf Dialekt zuschickt“ (man schreibt nicht „auf“ Dialekt, sondern „in“ Dialekt), „zuwenig“ (das schreibt man bekanntlich getrennt) oder „bis diese beim jedem sitzen“ usw. schreiben.

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