A Long Hot Summer

Urs Rihs am Donnerstag, den 31. August 2017 um 14:22 Uhr

Die Kaltfront ist im Anzug. Bald hat sichs ausgebalzt, ausgetrunken, ausgetanzt, auf den städtischen Brachen, Parkanlagen und sonstigen noch nicht komplett privatisierten Plätzen.
Was bleibt hängen nach dieser Aneinanderreihung von Festen, Festivals und Zwischennutzungen? Wo steht uns die Rübe nach so viel Craft Beer gespült mit zellkonservierendem Gurkenwasser?

Nun, eigentlich war der Plan mit Capt’n Snack IPA zu saufen bis es hochkommt und dazu alte Rap Scherben zu hören, um den Sommer auf Deck und der Schütz nochmal so richtig zu zelebrieren. Aber dann schneiten diese Süsswassermatrosen in blauen Hemdchen an der Mole vorbei und drehten uns den Saft ab.

Die Stimmung war im Keller und plötzlich standen da noch diese Zweifel auf der Landungsbrücke.
Was ist von diesem saisonanhaltenden Dauerbespassungszirkus eigentlich zu halten, von all diesen niederschwelligen Veranstaltungen und diesem Haufen an Darbietungen auf selbstgezimmerten Bühnen?
Klingt das schlussendlich nicht trotzdem bloss scheusslich nach dreckiger Aufwertung und seelenvergiftender Eventisierung? Wird der ganze Effort von unzähligen selbstverwalteten Organisationskomitees und unentgeltlich helfenden und auftretenden Menschen nicht schlicht vom herrschenden marktliberalen Zeitgeist – yes it’s the Z word – korrumpiert? In der Arbeitswelt ist schliesslich auch offensichtlich, dass bei Selbständigkeit die Autonomie zum Mittel der Ausbeutung wird. Der Selbstausbeutung. Passiert auf dem Parkett der freien Kulturszene mit ihrem momentanen Mantra der Niederschwelligkeit nicht dasselbe mit dem Dargebotenem? Ist es – so lange die restlichen Lebensumstände nicht niederschwelliger werden – nicht entwertend und geradezu kunstfeindlich, Kultur günstig oder gratis darzubieten?
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Out of Komfortzone: Wuhrplatz

Milena Krstic am Mittwoch, den 30. August 2017 um 5:23 Uhr

In dieser Serie verlässt KSB die Komfortzone und erweitert den eigenen Horizont, indem andere aus der Agglo oder über kulturelle (Un)orte berichten, die uns bis anhin durch die Lappen gegangen sind. In dieser Ausgabe berichtet Valerio Moser vom Wuhrplatz in Langenthal. 

3.15 Uhr: Die Stadt scheint tot. Nur Ewigwache, nicht an reguläre Arbeitszeiten Gebundene und von ihrer Liebe Enttäuschte wuseln noch um die Häuser. Erstere gibt es hier nicht, letztere sehe ich nirgends und das dazwischen, das bin ich. Es ist 3.15 Uhr morgens und ich stehe alleine auf dem Wuhrplatz, dem belebten Dreh- und Angelpunkt Langenthals; dem Wuhrplatz, der mediterranisierten Manifestation kleinstädtischer Stadtplanerträumchen.

Hier trifft man sich, hier plaudert man über dies und das («Heit dr scho ghört? Ir Langete läbt itz e Biber!»), und hier geht man sich aus dem Weg. Geschätzt siebzehn unterschiedliche soziokulturelle Kreise verteilen sich auf mehrere Restaurants. Ich stehe oft in der Mitte, drehe mich dreimal im Kreis, lasse meinen Blick über das frohe Treiben gleiten und erblicke mit grosser Wahrscheinlichkeit binnen kürzester Zeit mindestens drei schildbürgerische Taten, aus denen ich Inspiration für drei neue Texte schöpfen kann. Wenn alle anderen freizeiten, dann arbeite ich noch.

Valerio Moser mal zwei auf dem Wuhrplatz. Foto: Valerio Moser.

Und genau deswegen stehe ich um 3.15 Uhr in der früh alleine auf dem Wuhrplatz: Endlich habe auch ich Freizeit. Normalerweise spiele ich zuerst ein, zwei runden Pétanque mit mir selbst, dann sortiere ich leer herumstehende Bierflaschen in alphabetischer Reihenfolge ab oder entsorge meinen Altmüll vor den mir unliebsamen Kneipen; zuletzt zettle ich meist eine Schlägerei zwischen Ruedi, Olaf und Brunhilde an – den drei aggressivsten Bäumen auf dem Platz. Manchmal, wenn ich keck bin, dann installiere ich meine Seifenblasenmaschine, höre kredibilen Strassenrap und tage dazu den ganzen Boden mit Strassenkreide voll.

Es ist 3.15 Uhr und es ist die beste Zeit, um sich auf dem Wuhrplatz in Langenthal noch einmal halbstark zu fühlen.

Valerio Moser ist Slampoet erster Stunde, mit seinen Texten unterwegs in der ganzen deutschsprachigen Welt und Rampensau bei der Zwei-Kerle-Band Moder und Sauerland. Heute Mittwochabend treffen Sie ihn an auf der Solstage der Reitschulner Schütz, wenn er gemeinsam mit Kilian Ziegler The Random Show moderiert. 

Keinzigartiges Lexikon: Folge 35

Gisela Feuz am Dienstag, den 29. August 2017 um 7:10 Uhr

Der Berner Schriftsteller Giuliano Musio spürt für KSB jede Woche einen heimlichen Verwandten eines vermeintlich einzigartigen Begriffs auf. Manuel Kämpfer illustriert ihn.

Heute: Umbringeln
So wie „lächeln“ und „tröpfeln“ Abschwächungen von „lachen“ und „tropfen“ sind, ist das Umbringeln eine niedlichere Form des Umbringens. Es kommt vor allem in Kinderkrimis vor, weil man damit die jungen Leser nicht durch verstörende Morde aufwühlt: Statt vom Erschießen liest man etwa vom Erschießeln, bei dem man jemanden ganz langsam durch tagelanges Erschrecken mit Platzpatronen tötet. Beim Erstecheln krepiert das Opfer nach zahlreichen Nadelstichen. Schädel werden eingeschlägelt, Familien ausgerottelt, und wenn Prostituierte vorkommen, sind sie stets nur geschminkelt. Beim Verprügeln und Hinmetzeln handelt es sich freilich bereits um die abgeschwächten Formen. Das äußerst brutale Verprügen und Hinmetzen wird selbst in Erwachsenenkrimis selten angewendet.


Jemanden zu ertränkeln, ist dem unschuldigen Gemüt zugänglicher, als ihn zu ertränken.

Nächste Woche: Der Glimpf

Kulturbeutel 35/17

Milena Krstic am Montag, den 28. August 2017 um 5:54 Uhr

Die Krstic empfiehlt:
Unaufgeregtes Zurücklehnen im Botanischen Garten am Les Digitales, wenn einige meiner Lieblings mindestens fifty verschiedene Schattierungen dessen präsentieren, was unter elektronischer Musik verstanden werden kann: Das Reum, Jessiquoi, Nkelo und viele mehr. Am Samstag.

Der Urs empfiehlt:
Nach IDM auf Liegestühlen im Boga, rauf in den frischgeputzten Dachstock und eingrooven zu tropischen Rhythmen an der  TROPICAL NIGHT mit MTDF und PHIL POHLODEK. Am Nachmittag schön verstricken lassen und am Abend wohltuende Entwirrung per Hüftschwung.

Frau Feuz empfiehlt:
Gehen Sie am Donnerstag zum KSB-Lieblingswalliser Rolf Hermann in den Kairo-Keller, um Weissen zu saufen à gogo seiner Mundartliteratur zu lauschen. Am Freitag und Samstag zeigt Fabian Chiquet auf der Warmbächlibrache dann eine dokumentarische Videoinstallation, die einer Heldin des 20. Jahrhundert gewidmet ist: Gertrud Woker.

Fischer empfiehlt:
Am Mittwoch in der Kunsthalle ganz ungeniert Klatsch und Tratsch zu frönen (leider vor allem auf Basel bezogenem), an einer Performance von Ramaya Tegegne. Oder man begibt sich gleichentags eher Raus aus dem digitalen Unbehagen und geht an die Eröffnung der neuen Ausstellung im Kunsthaus Langenthal, die mit einer Reihe klingender Namen der Medienkunst aufwartet.

 

#BernNotBrooklyn

Urs Rihs am Sonntag, den 27. August 2017 um 1:32 Uhr

Bern ist zwar nicht Brooklyn, aber hey, auch in der Hauptstadt ist zumal was los, zum Beispiel wenn im Kulturkomplex der Schlosserei an der Murtenstrasse zum Fest geladen wird.

Eigentlich stand abendliches Rumstreunen im Bremer auf dem Programm, paar Bäume fällen, hie und da eine Scheiterbeige umkicken – was man halt so macht, wenn mit den Zugezogenen aus dem Osten auf Piste. Langeweile bekämpfen haben die da schliesslich gelernt.
Doch aus Angst vor der Balkanisierung Berns und weiteren schrecklichen Schlagzeilen liess man den Bremer aussen vor wie er ist und schwenkte auf die bespielte Schlosserei an der Murtenstrasse um. Karl Müller hatte zum Tanz geladen.

Dort herrschte Gewächshausstimmung: Heiss, farbig und irgendwie steril. Klang und roch – auch weil rauchfrei – auf Anhieb nicht gerade nach Bleiben. Aber dieser BEA Flavour erzeugte zusammen mit den artifiziell brennenden Tonnen im Raum und dem Bühnengebotenem eine bizarre Sogwirkung. Knallte das Schiessen von Lotusblüten, müsste der Rausch wohl in etwa diesem Vibe entsprechen – als perlte alles ab, dafür hart intensiv. Oder wars das Lean Bier?

Spätestens mit dem Kopf im Cloud Rap der stadteigenen Neo-Slacker YANGBOY$  – Napoleon Dynamite meets G-Side wurde jedenfalls klar, dass es weder St. Galler noch einen Wald braucht, um der Langeweile Herr zu werden. Die wird nämlich in der trüben Wolke der BOY$ schlicht zum Strickgarn frischer romantischer Stränge aufgesplissen. Bitter nötig hingegen.

Erlebten Sie eine wilde Nacht in Bern und haben per Zufall ein passendes Föteli dazu? Dann posten Sie es auf einer digitalen Plattform unter dem Hashtag #BernNotBrooklyn. KSB wählt unter den Fotos das leckerste aus und veröffentlicht es pünktlich zum Katerfrühstück.

got some wrung lean from Karl Müller…

Nur damit du weisst

Mirko Schwab am Samstag, den 26. August 2017 um 8:02 Uhr

Seit zwei Tagen nur noch Trettmann. (Ein ganzer LKW voll mit bulgarischen Melonen, Schüblig.)

Mit automatischer Tonhöhenkorrektur und einer strikten Entsättigungspolitik in der Bildsprache hat sich das Kreuzberger Label Kitschkrieg einen guten Ruf erspielt. Prädikat Zeitgeist. Darüber thront, als unangefochtener König: Ronny Trettmann. Seit sich der in Karl-Marx-Stadt geborene Seelensänger vor zwei Jahren seines Vornamens entledigt und das karibianische Timbre merklich abgedunkelt hat, wird ihm weit über die Dancehall-Szene hinaus Respekt gezollt. Mit Recht: Keiner versteht es wie er, den Kitsch mit dem Krieg zu verheiraten, Plastik und Soul unter 1 white cap zusammenzuführen. Weiter darf man schwärmen, dass ihm auch textlich – mit der Nonchallance eines alten Hasen und unter Einbezug alter Dancehall-Gimmicks – die Dinge gut gelingen. Zuletzt: «Grauer Beton».

Eine Ballade zwischen Plattenbauten, von der Spätjugend in der Wendezeit. Das durch die Hip-Hop-Schulen tradierte Bild des Blocks – in den schlechtesten Varianten als Betteln um Realness – wird hier in sorgfältigen Schattierungen gemalt.

«Und ab und zu hielt gleich dort wo wir wohn’n
Ein ganzer LKW voll mit bulgarischen Melon’n»

Und obwohl doch unterschiedliches Terrain, der Westen von Bern und der Osten Deutschlands, klingt aus der Ferne dies Piano an:

«Es het Schüblig ggäh.»

Trettmann spielt am 03. November im Dachstock.

Naturschütz

Roland Fischer am Freitag, den 25. August 2017 um 12:34 Uhr

Donnerstag abend. Poesienacht im Boga, in der vielleicht am wenigsten pittoresken Orangerie der Welt. Und das ist jetzt nicht unbedingt kritisch gemeint, der Raum hat durchaus etwas für sich. Und wenn er so voll ist wie gestern (und auch schon am Mittwoch, dem Vernehmen nach), dann ist auch die Akustik einigermassen ok. Gefüllt wurde dieser Raum gestern mit allerlei lyrischem Wagemut, von jungen Autorinnen und Autoren. Und alle bemühten sich – mehr oder weniger bemüht – um einen Bezug zum Boga, zu Flora und Fauna. Würde gut auch ohne gehen, dachte man.

Dann noch weiter rüber zur Schütz, da spriesst ja auch so einiges an Kulturkraut. Und toll dass es da offenbar keinen Chef-Gärtner gibt, dass hier jede Ecke selber etwas anpflanzt und schaut, wie es gedeiht. Zuerst war da also ziemlich dunkel grundierter Jazz, auf der grossen Bühne, eine gute Ladung Sommerend-Melancholie. Und dann noch ein mächtiges Soulorgan drüben beim Roxy, wie zum Trotz. Und es zeigt sich wieder mal: Magerwiesen haben den grössten Artenreichtum.

KSB-Heimatkunst, 3013 Bern

Gisela Feuz am Donnerstag, den 24. August 2017 um 8:17 Uhr

«KSB-Heimatkunst» ist eine lose Serie des hausinternen KSB-Architekturbüros. Ältere Beiträge gibts hier.

«…. Bauaufgabe dieser Grössenordnung …. Komplexität …. Ansprüche ….. qualifiziert», so liess sich der Präsident der Berner Sektion des schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins, Christopher Berger, kürzlich im Mutterschiff zitieren. Sie merkens, werte Leserschaft, odr? Herr Berger hat KSB gemeint. Weil wenn wir etwas können, dann ja wohl komplex, kompetent und qualitativ hochwertig. Ästhetisch? Unser zweite Vorname, aber Hallo! Deswegen hat sich das hausinterne KSB-Architekturbüro in mehrwöchige Klausur begeben und wird  bei einer allfälligen Ausschreibung den unten abgebildeten Vorschlag für die neue Klimaanlage im Kunstmuseum einreichen. Wir rechnen fest mit dem Zuschlag.

Wer das hier doof findet (und ergo keine Ahnung von Architektur hat) und lieber unter dem Deckmantel Kunst nackige Damen guckt, der ist bei der aktuellen Ausstellung «Van Gogh bis Cézanne, Bonnard bis Matisse» im Berner Kunstmuseum bestens aufgehoben.

Bitte lenken!

Roland Fischer am Mittwoch, den 23. August 2017 um 10:40 Uhr

Welche Museen wollen wir? Beziehungsweise: will der Bund? Es ist derzeit nicht mehr so einfach zu sagen – die Förderstellen üben sich in einer Kulturpolitik des Ungefähren. Wollen wir ein Alpines Museum? Aber ja! sagt das BAK, es ist selbstverständlich eines der auch mit Bundesgeldern geförderten Schweizer Museen. Aber nein! sagt es gleichzeitig – denn die Höhe des Beitrags stellt den Weiterbetrieb in Frage. Die Mittel werden in einer Weise verteilt, die an kafkaeske Behördenapparaturen denken lassen. Unpersönlich, opak, für den Behördengänger auf ewig fremd. Aber mit einer unerbittlichen Logik versehen.

Soweit die bekannte Geschichte aus Berner Sicht. Aber schauen wir mal über den Tellerrand. So tönt es in Basel:

Das HeK, Haus der elektronischen Künste Basel, gehört auch ab 2018 zu den Empfängern von Subventionen durch das Bundesamt für Kultur (BAK) und darf sich damit darüber freuen, als Institution mit nationaler Bedeutung ausgezeichnet worden zu sein. Leider geht dieser Entscheid einher mit einer grossen Enttäuschung, da das HeK eine Kürzung der Subventionsgelder um 40% verkraften muss.


Und das Architekturmuseum steht nach dem BAK-Entscheid ebenfalls vor der Schliessung. Gut hat die WOZ mal ein wenig genauer hingeschaut und beim BAK nachgefragt, wie da entschieden wird – mit anderen Worten, welche Strategie hinter dem neuen System steckt. Und man muss sagen: offenbar gar keine.

Kritik von Hächler [Chef Alpines Museum]: Ihm fehle eine inhaltliche Auseinandersetzung bei der Auswahl: «Die Frage nach der gesellschaftlichen Relevanz der in den Museen verhandelten Themen wurde bei der Mittelvergabe offensichtlich nicht gestellt.» Natürlich nicht, kontert Menna [Mediensprecher BAK]: «Thematische Lenkung zu machen, ist nicht die Funktion des Bundes.»

Natürlich nicht? Man sagt es am besten mit Watzlawik: Liebe Kulturfunktionäre, man kann nicht nicht lenken! Wenn man sich also entscheidet, keine thematische Lenkung zu machen, dann wüsste man immerhin gern, welche andere Lenkung da gewählt wird. Nochmal die WOZ:

«Das Modell einer Kulturförderung per Rechenschieber ist besorgniserregend», schreibt der Verein der Museen im Kanton Bern, der gemeinsam mit anderen regionalen Verbänden eine Stellungnahme verfasst hat. «Inhalte, Ansätze, Vernetzung, Bedeutung und Ausstrahlung passen in kein Rechenmodell. Sie zu gewichten, gehört zu den Aufgaben einer verantwortungsvollen Kulturpolitik.»

Keinzigartiges Lexikon: Folge 34

Gisela Feuz am Dienstag, den 22. August 2017 um 7:08 Uhr

Der Berner Schriftsteller Giuliano Musio spürt für KSB jede Woche einen heimlichen Verwandten eines vermeintlich einzigartigen Begriffs auf. Manuel Kämpfer illustriert ihn.

Heute: Die Kleinmutter
Eine Kleinmutter ist im Unterschied zu einer Großmutter nicht nur die Mutter ihres Kindes, sondern auch dessen Tochter. Bei abgelegenen Naturvölkern, bei denen Inzest unvermeidlich ist, etwa bei den Bündnern, gibt es viele Kleinmütter. Oft sind sie sich dessen aber nicht bewusst, da die Komplexität der Verwandtschaft die Intelligenz des Volks, etwa jene der Bündner, übersteigt. Aber auch in modernen Familienmodellen gibt es Kleinmütter: Heiratet eine Frau ihren Stiefgroßvater, ist sie gleichzeitig Tochter und Stiefmutter ihrer Mutter, womit die Enkeltochter zur Enkelmutter wird. Anders ist es, wenn eine Frau eine Leihmutterschaft für ihre Großmutter übernimmt. Das Kind ist dann zugleich Tochter und Großtante der Frau und damit deren Kleintante.


Die Stiefschwiegerkleinmutter ist die Schwippschwägertante zweiten Grades des Urenkelvaters in spe.

Nächste Woche: Umbringeln