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Ein grosses Kino

Roland Fischer am Dienstag den 13. März 2018

Als irgendwann nach einer Viertelstunde Townes Van Zandt seinen «Buckskin Stallion Blues» anstimmt, weiss man schon: Das kommt gut mit diesem Film. Da ist man längst mittendrin in der Geschichte – tatsächlich fackelt der Regisseur Martin McDonagh nicht lang, erste Szene, erste Einstellung: Ein Auto fährt an drei heruntergekommenen Plakattafeln irgendwo im Nirgendwo vorbei. Ein verhärmtes aber sehr waches Frauengesicht schaut sich die Tafeln lange an. Hinter der in Falten gezogenen Stirn passiert etwas.

«It was always going to be an American story and an American piece of cinema», hat McDonagh zu seinem Film gesagt. Das hat man zuweilen auch gedacht beim Schauen, das ist sehr amerikanisch, diese Drastik, dieses nicht grad unbedingt subtile Erzählen, dieses Ausweichen in den Witz, wenn die Dinge kaum mehr zu ertragen sind. Aber wenn ein Regisseur die Fäden so sicher in der Hand hält und seinen Figuren dabei doch so grosse Freiheiten lässt – dann kommt dabei eben kein Kitsch, sondern grosses grosses Kino heraus.

Also nicht mehr viele Worte verloren, weil lang läuft Three Billboards wohl nicht mehr, den auch an einem perfekt verregneten Kino-Montagabend arg gelichteten Reihen im Bubenberg nach zu schliessen (und man fragt sich ein wenig: wie lang geht’s da noch bis zum Sendeschluss?). Deshalb gleich in doppelter Hinsicht: Hingehen, Movie friends and lovers! Diese wilde, herzzerreissende, herzerwärmende Story ist viel zu gross für einen kleinen Laptopbildschirm.

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