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Lieber Trauffer, wegen deinem Geissepeter ….

Gisela Feuz am Mittwoch den 6. Dezember 2017

Zuallererst an alle:
Mein Nachname ist Feuz. Schweizerischer geht wohl nicht. Würde man mich in meinen «Heimatstaat» ausschaffen, würde ich in Lauterbrunnen landen.
Ich esse Fleisch. Am liebsten mag ich Cervelat vom Feuer mit angekokelten Rändern.
Ich besitze zwar keines, fahre aber sehr gerne Auto.
Ich gehe gerne Wandern und war als Kind im Jodlerclub.
Ich spiele in einer Garagenrockband (keine gute, dafür eine laute), mag aber auch Popmusik und habe eine heimliche Schwäche für Schlager.
Ja, ich wähle meistens links der Mitte.
Ja, ich arbeite als Journalistin und Lehrerin.
Nein, ich bin weder lesbisch noch eine Hardcore-Emanze noch eine Männer-Hasserin.
Und ja, ich habe in meinem Luxusleben keine dringlicheren Probleme. Darum schreibe ich offene Briefe.
Das wäre also geklärt und entsprechend können sich allfällig kritisch Kommentierende somit auf die Sache und nicht auf meine Person beziehen, gellet.

Lieber Trauffer,
ich bin zufälligerweise letztes Wochenende auf dein neues Video «Geissepeter» gestossen. Ich finde es, nun ja, suboptimal. Wie ich dann herausgefunden habe, hat sich auch Teleclub-Moderatorin Gülsha Adilji darüber geärgert und dies lautstark kund getan. Dass sie daraufhin in den Kommentarspalten übelst rassistisch und sexistisch beleidigt wurde, ist nicht okay. Das siehst du bestimmt auch so. Und dass ein bekannter SVP-Politiker sich dahingehend äusserte, dass die Meinung dieser «veganen nicht autofahrenden linken Journalistin» ja wohl keinen interessiere, ist schlichtweg grotesk, weil komplett zusammenhangslos. Aber item, dafür kannst du ja nichts.

Ich habe dich bis anhin immer in Schutz genommen, wenn irgendwo der Vorwurf laut wurde, der Trauffer sei erzkonservativ und reaktionär und seine Musik des Teufels. Ersteres kann ich nicht beurteilen, weil ich mich nie detailliert mit deinen Songtexten auseinandergesetzt habe und wir uns nie lange genug unterhalten hätten, um diesen Sachverhalt zu klären. Letzteres ist Geschmackssache. Fakt ist: Du bist ein beliebter Musiker, der er versteht, eingängige Popnummern zu schreiben, die einen grossen Teil der Schweizer Bevölkerung toll finden. Das mag ich dir von Herzen gönnen.

Deine Musik wird am Radio gespielt und wird im Familienauto gehört. Die Kinder auf der Rückbank sind ganz bestimmt äusserst angetan von deiner Geissepeter-Nummer. Vergnüglich flott und lüpfig ist das Ganze und die Geschichte um Heidi und Peter vermag ja heute noch viele junge und junggebliebene Kinderherzen zu erfreuen. Während das wackere Heidi in der Vorlage von Johanna Spyri ein mutiges und starkes Mädchen ist, wird sie in deinem Song zu einer sexy jungen Frau (so weit kein Problem), die vom Geissepeter unter aller sau behandelt wird. Damit hab ich dann schon ein Problem. Lass mich erklären.
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