Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Zukünfte: Juni 2017

Miko Hucko am Mittwoch den 25. Februar 2015

Unter der Rubrik Zukünfte spioniert KSB für Sie verschiedene Möglichkeiten von Zukunft der KulturStadtBern aus und berichtet – mal von näher, mal von fern.

Die frisch ins Amt getretene Stadtpräsidentin Nicole Huber – parteilos und bisher unbekannt – hat als erste Amtshandlung gleich am 3. Januar 2017 das Sprayen für legal erklärt. Schockierte und verängstigte Hausbesitzer_innen – allen voran die Burgergemeinde Bern – stellten um ihre UNESCO-Welterbe-Häuser Securitaswachen auf. In den ersten beiden Januarwochen kam es somit immer wieder zu Strassenschlachten, die trotz zahlreichen Verurteilungen auf beiden Seiten (wegen Hinderung an der Ausübung bürgerlicher Rechte genauso wie wegen Hausfriedensbruch) nicht eingedämmt werden konnten.

Im Stadtparlament geht es seither hoch zu und her, und verschiedene Medien schieben verschienen Seiten die Schuld zu. Dazu E.H.: “Man könne doch nicht aus der ganzen Stadt einen Schandfleck machen!”. Die Stadtpräsidentin indes hat lange auf ihrer Position beharrt, ein regelrechtes Machtspiel wurde da abgezogen. Doch auch von Seiten Bern Tourismus wurde der Druck immer grösser, so dass sich jetzt mit Hilfe der SP eine Kompromisslösung gefunden hat: Es wird das ganze Jahr über ein kuratiertes Sprayen geben, das heisst, die Kommission für Kunst im öffentlichen Raum wird die Kunstwerke begutachten und je nachdem stehen lassen oder wegputzen.

Dieses neue Gesetz wird ab dem 1. Juli in Kraft treten. Dazu die Stadtpräsidentin: “Ich finde es schade, dass die Ausübung von Kreativität derart instituionalisiert wird. Aber wenigstens den 2. August konnten wir behalten, den Tag der Reinigung.” Künftig soll jedes Jahr in der Nacht auf den 2. August die ganze Stadt blankgeputzt werden, um Platz für neue Streetart zu schaffen. Das heisst, das am 1. August noch einmal alle so richtig mitdekorieren können, ob gross, ob klein.

der Strand, die Katze und sowieso

Miko Hucko am Mittwoch den 18. Februar 2015

vorletzte Woche habe ich doch von diesem lustigen Schild beim Waisenhausplatz berichtet – und siehe da, es werden derer immer mehr! jemensch überklebt da wahrscheinlich die offziellen Plakate der Stadt. oder es ist ein sehr geschickter Werbefeldzug für eine Veranstaltung VON der Stadt und ich begreife es überhaupt nicht. aber es ist doch schön, mal etwas zum giggele zu haben in der Innenstadt. wer hat noch mehr gesehen?

 

Stoische Mienen

Christian Zellweger am Sonntag den 15. Februar 2015

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Vorne hüpfen diejenigen, die wegen «Afrika» gekommen sind, hinten nicken die anderen, die Konono No. 1 eher der Epigonen westlicher Kunstmusik wegen kennen. Und auf der Dampfere-Bühne – atmosphärisch im Foyer – steht die Band mit einer Miene zwischen stoisch und verärgert. Macht aber nichts, hypnotische Energie lässt sich auch ohne zelebrierte «Lebensfreude» erzeugen.

Weltruhm erlangten Konono dank ihrem eigentümlichen Sound. Selbstgebastelte Tonabnehmer für die schepprigen Kalimbas, verstärkt über alte Trichter, die man vor dem geistigen Auge immer noch auf dem Pick-up durch die Stadt fahren und Wahlpropaganda verbreiten sieht. Mit dem übersteuerten Sound war man offenbar nicht zufrieden, dennoch wurde er verehrtes Alleinstellungsmerkmal.

Ganz so Lo-Fi wie in den Anfängen sind Konono – gemäss Recherchen der KSB-Investigativ-Abteilung – aber nicht mehr unterwegs. Die Trichter seien nur mehr Dekoration, verrät ein Insider. Verstärkt wird mittlerweile über professionelle Gitarren- und Bassverstärker.

kurze Freitage

Miko Hucko am Samstag den 7. Februar 2015

Kim Kurz verspricht uns:

1. Du postest Bild, Text, oder Video an meine Timeline.
2. Du wartest.
3. Ich schreibe eine Kurzgeschichte darüber.
Egal was es ist. Versprochen.

Ich nehme hiermit die Challenge an und poste an ihre Pinnwand (oh, so hiess das früher! dass es auf Facebook schon historische Begriffe gibt…) folgende Text-Video-Kombi – es ist schliesslich 2015:

 

KulturStattBern

 

Jetzt müssen wir nur noch warten!

Meanwhile: Jeden Freitag kommen neue Kurzgeschichten von der Bernerin. Es hat sogar schon einen kleinen Science Fiction (yay!).

Ganz neue Farbtöne

Roland Fischer am Dienstag den 3. Februar 2015

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Julian Sartorius steckt den Kopf nicht in den Sand, sondern in seine ganz eigene Interpretation des White Cube. Und keine Sorge, er wird’s wieder mal ziemlich bunt treiben, auch im museualen Transform-Setting. Heute abend ab 19 Uhr.

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Zottelmonster und Zugverpasser

Roland Fischer am Donnerstag den 29. Januar 2015

Es ist wieder mal Zeit für ein wenig Imagekorrektur in Sachen Ballett. Kann ja eigentlich nie schaden, mit den alten Klischees von der sklavischen Tanzmaschine aufzuräumen. Zumal Bern eine Balletttruppe mit einigen wirklich besonderen Charakteren hat. Die werden neu in kurzen, vom Ensemblemitglied Marion Zurbach gedrehten Youtube-Clips vorgestellt.

Zum Beispiel Maria Demandt, die offenbar lieber den trommelnden Waldschrat als den sterbenden Schwan gibt:

Oder Franklyn Lee, der seine Gelenkigkeit gut auch im Bahnhofsgewühl einsetzen kann – den Zug aber trotzdem verpasst:

Vier weitere Filme gibt’s auf dem Youtube-Kanal von Konzert Theater Bern zu sehen.

musikalische Wundertüte

Miko Hucko am Mittwoch den 28. Januar 2015

Der Chop mistet aus, so scheint’s: Für CHF 1.- stehen da lauter CD’s draussen rum, von denen ich noch nie gehört habe. Wer also grad Zeit hat und Lust auf ein musikalisches Abenteuer, das ist ja quasi eine Einladung! – vielleicht zum selber Rumziehen und Musikhören?

 

Hier bitte nicht!

Miko Hucko am Dienstag den 27. Januar 2015

Zwischen Bären- und Bundesplatz, gleich neben dem Altherrenriesenschachspiel, an einem Ort, wo es ganz bestimmt keinen Lift hat also, habe ich heute Mittag dieses Schild entdeckt:

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Auf der Rückseite steht etwas von Hunde an die Leine – die Urheberin / der Urheber dieses Plakats bleibt im dunklen bzw. im Weissen, denn Hinweis habe ich keinen gefunden…

Schön sagt mal jemensch was über unsere Verbotskultur, gäu.

Zwei Frauen (und ein Mann)

Christian Zellweger am Dienstag den 20. Januar 2015

Es ist schon einiges los im noch jungen Musikjahr. Dazu tragen auch zwei Frauen bei, die zum Inventar der internationalen Stars gehören.

björk
Zum einen wäre da die Isländerin Björk. Für sie ist folgende Neuigkeit wohl eher eine schlechte, für Sie jedoch eventuell eine gute: Björks neues Album ist zwar noch nicht veröffentlicht, aber dennoch bereits im Internet erhältlich (das können Sie bei Bedarf aber sicher selbst auftreiben, können Sie nicht?). Produziert hat unter anderen der britische Dunkelmacher Haxan Cloak und Antony Hegarty soll auch singen auf dem Werk mit dem Titel Vulnicura.

pjharvey
Etwas breitwilliger der Öffentlichkeit stellt sich eine Frau, die ebenfalls von einer Insel kommt, aber einer anderen: PJ Harvey aus England. Die hat sich für die Aufnahmen zu ihrem neuen Album zurückgezogen – in eine Box mit einseitig verspiegeltem Glas. Und zwar auf ihrer Seite. So können die Zuschauer die Aufnahmen live verfolgen, PJ Harvey und ihre Mitstreiter werden gemäss Konzept zu einer multi-dimensional sound sculpture. Allerdings muss man Handy, Aufnahmegeräte und Ähnliches am Eingang deponieren. Im Gegenzug willigt man ein, als Teil der Installation selbst gefilmt und fotografiert zu werden.

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Und hier der Mann. Allerdings ist die Szene ab 4:40 Minuten nur lustig, wenn Sie den nicht nominierten Film Turist von Ruben Östlund auch tatsächlich gesehen haben (der sich durchaus empfehlen lässt.) Sonst denken Sie wohl einfach das, was dem Theatermann René Pollesch dabei durch den Kopf ging (wobei man den ja, gerade auch auf Twitter, ebenfalls nicht ganz so ernst nehmen darf):

Jahresrückblick: Bern ist Bern ist Bern

Miko Hucko am Freitag den 2. Januar 2015

2014 war ein happiges Jahr, ein hartes. Ich persönlich verbinde es mit Leid und Schweiss und Arbeit. Auch die Berner Theaterszene hatte es nicht leicht. Einerseits dieser anstrengende Knatsch Schaller-Schlachthaus-Dampfzentrale, klar, aber andererseits hat gerade in diesem Knatsch ein kämpferisches, kritisches Energiebündel gefehlt: Mit dem Tod von Beatrix Bühler, Trix, im Juni, verlor Bern einen wichtigen und geliebten Kopf.

Womit wir direkt beim AUAWIRLEBEN wären, das neben meinem Lieblingsstück (Garry Davis von Marjolijn van Heemstra) für zwei Wochen einen kulturellen Lichtblick, einen Nabel Berns, in der WifAG zum Leben erweckte. So etwas wie dieses Festivalzentrum wünsche ich mir eigentlich das ganze Jahr über. Wo man sich trifft, rumblödelt, wo aus dem Nichts Ideen geboren werden und Zusammenarbeiten entstehen können. Aber äbä.

Einige (kulturelle) Highlights: Da, wo das Rössli eine Woche am Stück offen hatte und ich Tag und Nacht vergass. Das Co-Labor am Platanenweg, immer mal wieder. Die Idealisten von Schauplatz International. Roger F. und Karaokesingen im Hinterzimmer. Jeans 4 Jesus und Ja,Panik!, beides grosse Alben, beides tolle Konzerte in der Dampfzentrale. Symphony of a Missing Room an der Biennale. Die Schlacht um The Bianca Story. Und schliesslich die Silvestersause im Schlachthaus.

Highlights, eben, die zu Bern passen. Viel Solides, viel ziemlich Gutes. Unaufgeregt.