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Where the hell ….

Urs Rihs am Sonntag den 3. Juni 2018

Is BAD BONN – die Kilbi 2018 ist durch und der KSB zurück in bella Berna.
Noch ein zwei Gedanken zum gestrig letzten Weihnachtstag 2018 in Düdingen.

Es bewegten vor allem zarte Momentchen und Dinge –

Der Soundcheck zu AHMED NEW JAZZ IMAGINATION, noch quasi niemand auf Platz, dafür ein Flügel auf der Bühne.
Dieser wird mitunter wie ein Bongo traktiert, mit ganzen Handflächen drischt Pianist Pat Thomas auf die Klaviatur und meint dazu schmunzelnd zum Tontechniker: «Is the tune right?» [sic]

Die Stimme von NADAH EL SHAHZLY und als während ihrem Konzert der Hausmeister Deux höchstpersönlich zweien dionysierten Labertaschen per Jedi-Handbewegung das Gschnorr abstellte.
Das Wichtigste an der Kilbi: zuhören.

Die Stimmung am See bei MELISSA KASSAB – Wes Anderson hätte seine Freude gehabt, das Licht so warm, der Wasserspiegel so glitzrig, dass einem die Kitschtränen kamen.

Das Ad hoc Interview mit den HORSE LORDS aus Baltimore, weil der vorgesehene Interviewer wohl lieber eine Bildstrecke für nau knipste (?)
Angesprochen auf den Country-Twang ihres Gitarrenspiels – selten bei avant-garde Rockbands, die sonst soundästhetisch meist den Grunge Spazierenführen, so gehört – verweist Saitenmann Owen Gardner auf die oftmals ignorierten afroamerikanischen Wurzeln des Genres.
Country sei nicht so weiss wie der Hauptstrom meine. Man denke an DeFord Bailey beispielsweise, einem Begründer der Sparte und einer seiner Lieblingsmusiker.
Dieses Bewusstsein und die Zärtlichkeit mit welcher die Buben über ihre Musik reden, konterkariert ihre Ratlosigkeit, sprechen sie auch über die sozialen Verhältnisse ihrer Heimatstadt.

Baltimore hat so viel Morde wie das Jahr Tage und ist noch immer hochgradig segregiert – 2018 …
HORSE LORDS, die Band welche vor ihrem Konzert nichts vom Bonn und der Kilbi wusste und sich dafür auf den ersten Blick verliebte, hat mir versprochen, etwas von diesem Gefühl über den grossen Teich zu retten, nach Hause.

Und dann noch das Gewitter der beiden Bristol-Tech-Punk-Frickler GIANT SWAN. War zwar alles andere als zart, aber was rundete eine Kilbi versöhnlicher ab, als sich von einstürzenden Soundwänden und brechenden Synthzunamis eindecken zu lassen? Hart am Leben!

GIANT SWAN – B wie: brachial, Bristol & BOOM!

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