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«Wie ist das jetzt mit diesem Programm?»

Gisela Feuz am Freitag den 17. November 2017

Nach Zürich und Basel hat nun auch Bern eine: eine School of Sound, also ein Schule für elektronisch versierte Musiker und Musikerinnen. Gestern Abend wurde im Progr zur Eröffnung geladen, das Interesse war gross, der Raum drohte aus allen Nähten zu platzen. Zum Auftakt gabs eine Podiumsdiskussion mit Biru (Round Table Kights, Bonsoir), Jessiquoi, DJ Link (Chlyklass, TukkeiMusic) und Poto Wegener (Swissperform), Gegenstand der Diskussion: Elektronische Musik in Bern.

Biru, Jessiquoi, Emanul Frey (SOS), Gesprächsleiter Björn Schäffner , DJ Link, Poto Wegener (v.l.n.r.)

Offenbar stehen die Zeiten gut für elektronisches Schaffen in der Hauptstadt, so der Tenor auf dem Podium. Wichtig sei einfach, dass man Spass am Handwerk habe und die Freue am Basteln und am Austausch im Vordergrund stehe, sagte Biru. Wer mit der alleinigen Absicht, einen Hit produzieren zu wollen, zu Werke gehe, werde wahrscheinlich scheitern. Ins gleiche Horn stiess Musikerin, Produzentin und Tänzerin Jessiquoi. Bern habe durchaus eine vielfältige elektronische Szene. Man müsse als Performerin halt einfach Präsenz markieren und sich die Sporen im kleinen oder kleinsten Rahmen abverdienen. Dann würden sich einem auch irgendeinmal die Türen der grösseren Clubs auftun.

In Bezug auf die Haltung von Musikkonsumenten habe in den letzten Jahren ein frappanter Wandel stattgefunden, erklärte Biru. Es sei ihm als DJ durchaus schon passiert, dass Leute mit einem Ipod angetanzt seien mit der Bitte, er solle doch davon etwas abspielen. «Früher war die Suche nach einem guten Track wie eine Schatzjagd, heute ist alles jederzeit in Sekundenschnelle verfügbar.» Den Kids sei somit der Wert von Musik auch nicht mehr bekannt, ergänzte Poto Wegener. «Für Fr. 9.90 bekommst du heute 20 Millionen Tracks zu hören, logisch findet da eine Entwertung statt.»

In der Folge wurde ausgiebig über Spotify-Algorhythmen disktuiert und über die verheerenden Folgen, welche eine Annahme der No Billag-Initiative für die schweizerische Musiklandschaft hätte. Wie das denn jetzt sei mit diesem einen Programm, wie sich darin Tracks exportieren liessen, wollte in der anschliessenden Fragerunde ein Besucher wissen. Es tut sich offenbar ordentlich was in diversen nicht ganz so stillen Berner Kämmerchen. Schön!

School of Sound bietet ab sofort im Progr Kurse unterschiedlicher Natur an, welche sich in irgendeiner Form mit der Produktion elektronischer Musik beschäftigen. Dazu gehören auch Kurse, welche exklusiv weiblichen Produzentinnen vorbehalten sind.

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