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Kulturbeutel 46/17

Gisela Feuz am Montag den 13. November 2017

Frau Feuz empfiehlt:
Am Donnerstag ist einmal mehr NYC-Legendenalarm angesagt: Die Hardcore-Veteranen Madball kommen auf Besuch ins ISC. Am Freitag und Samstag geht dann in insgesamt sechs Clubs (Dachstock, ISC, Rössli, Bonsoir, Frauenraum,  Turnhalle) eine riesen Kiste über die Bühne die da heisst: Swiss Live Talents Music Marathon. Hinter dem etwas sperrigen Namen verbergen sich insgesamt 40 Live-Konzerte, darunter Perlen wie Brandy Butler, L’Arbre Bizarre, Sons of Morpheus, The Lugubrious oder One Sentence. Supervisor, um nur ein paar wenige zu nennen.

Die Krstic empfiehlt:
Oh, Heiliges Ghetto, see you there, ich komme, weil: Zola Jesus, Gazelle Twin, The Residents und andere tolle. Von Mittwoch bis Samstag in der Dampfzentrale. Auch empfohlen sei Ihnen Die lange Nacht der Bildung, eine Herzensangelegenheit und Alternative zur Langen Nacht der Karriere. Jawoll, ich spiele da selbst auf, aber es gibt genügend andere Gründe, dabei zu sein, weil: «Wir müssen reden. Über Bildung und Karriere, Leistungsdruck und Ausstiegsträume.» Am Donnerstag beim Kirchegmeindehaus Paulus. 

Fischer empfiehlt:
Torpedokäfer, eine szenische Lesung an ungewohntem Ort, nämlich im Lichtspiel. Nächsten Sonntag widmen sich da Iris Boss und Hanna Mittelstädt zusammen mit HF Coltello an der Gitarre der Oktoberrevolution und insbesondere dem deutschen Schriftsteller Franz Jung. Was für ein Leben!

Um nach Russland zu Lenin zu gelangen, kaperte er 1921 zusammen mit einem Genossen ein Schiff. Wegen Schiffsraubs auf hoher See gesucht, wurde er in die Sowjetunion abgeschoben, wo er eine Streichholzfabrik bei Nowgorod aufbaute, so erfolgreich, dass die UdSSR sie an einen schwedischen Konzern verkaufen konnte. Franz Jung war immer ausserhalb der Institutionen und Parteien am Schnittpunkt von Literatur und Politik involviert, darüber hinaus Börsenfachmann und Bohémien, eine bis heute inspirierende und verstörende Figur.

Der Urs empfiehlt:
Wenn bei ZEAL & ARDOR alle Halleluja rufen, weil Gospel mit Metal ja noch nie verquickt, so höret und preiset ALGIERS. Da hallte der Chor schon Jahre früher mit harten Riffs, einfach in der Noise Ecke. Am Freitag schreit sich das ursprünglich aus Atlanta stammende Quartett im Rahmen des bereits erwänten Ghettos die Seele aus dem kollektiven Leib – eine Lieblingsband.
Die sanfte Alternative bietet die Kino Rex Lounge. Rextones mit DJ ZENZI aka Martin Dahanukar, smooth and dancy Jazz Chords from all over.

Mirko Schwab emfpiehlt:
Dreierlei Dolce. Am Donnerstag machen Sie sich auf nach dem Schiffenensee, Bad Bonn x Big Thief, schön traurig schön nordamerikanische Folk-Freuden mit elektrogitarristisch scharfer Kante. Ja, man könnte verarmen, verrückt werden und sein Gehör verlieren ob all der konzertanten Grossartigkeit, die dieser Tage Stadt und Umgebung überfällt. Also bleiben Sie am Sonntag vorerst privat und dekadent – nach folgendem Rezept: zwei bis vier Flaschen Prosecco, den ganzen Tag füdliblutt im Bett liegen, Hasch rauchen und evtl. Liebe machen. Sodann schälen Sie sich in der Abenddämmerung nochmal ausm Nest und spazieren zum Club Soléil in der Dampfzentrale. Herzensbub Sképson (Sohn des Zweifels) nimmt Sie in den Arm.

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