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Vergnüglicher Musical-Schabernack

Gisela Feuz am Samstag den 24. Juni 2017

Genosse Erdmann vom Mutterschiff hat mit seiner Kritik nicht gänzlich unrecht, wenn er festhält, dass im Musical «Sit so guet, s.v.p» etwas gar offensichtlich mit Klischees operiert werde. Ist aber wurscht (wahlweise auch schüblig, landjäger, cervelat oder merguez) denn beste Unterhaltung bietet «Sit so guet, s.v.p» alleweil, zumal das Musical aus der Feder von Dennis Schwabenland, Raphael Urweider und Matto Kämpf vor absurden Einfällen, Wortwitz und Anspielungen strotzt. Hier 14 Gründe, warum man sich den manchmal bitterbösen, manchmal vergnüglich kindischen Musical-Schabernack in der Dampfzentrale anschauen sollte:

  1. Weil Penis-Witze gemacht werden.
  2.  Weil das neue Maskottchen der S.V.P. Ein Walfisch ist, der bei der Huldigung von St. Christopher stets auf die Nase fällt.
  3. Weil die neue Hauptstadt «Downtown Ballenberg» heisst.
  4. Weil Matto Kämpf die ganze Pause über ein Tannenkostüm tragen muss.
  5. Weil keiner so schön zeitlupe-werbe-kitschig über die Bühne hüpft, wie Cecilia de Buurenworst (Ntando Cele) und Heidi de Cervelat von Schüblin (Anna-Katharina Müller).
  6. Weil Roger de Cervelat (Diego Valsecchi) und Ibrahim al Merguezi (Wael Sami Elkholy) nicht nur richtig gut singen, sondern auch ein unsäglich komisches schwules Diktatoren-Paar abgeben.

    Und beide sind sie scharf auf die Wurst: Ibrahim al Merguezi (Wael Sami Elkholy) und Cecilia de Buurenworst (Ntando Cele) buhlen um Roger de Cevelat (mitte, Diego Valsecchi)

  7. Weil die Anführerin der Linken, die sich im Jura verschanzen («ein von unbeugsamen Linken bevölkertes Dorf hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten»), Grünemine heisst. (Malika Kathir) 
  8. Weil Domink Gysin den gruusigen, misogynen Säufer Fritz Ländjäger dermassen überzeugend spielt, dass einem angst und bange wird.
  9. Weil das Sozialamt mit «Charity Events» verwechselt wird.
  10. Weil keiner so schön hechelt, wie der Bernhardiner-Hümpu im Edewelss-Gewand (Simone Gfeller).
  11. Weil die Schweizer-Hymne in Techno-Version und mit völlig überpitchter Schlumpf-Stimme gesungen wird.
  12. Weil Songkomponist und Musiker Simon Hari am Bühnenrand bei jeder Nummer vollen Körpereinsatz zeigt.
  13. Weil man nicht drauskommt, warum am Schluss dann trotzdem geheiratet wird.
  14. Weil man auf dem Heimweg den gnadenlosen Ohrwurm «from the outside we are brown» summt.

Das Musical «Sit so guet, s.v.p.» Wird noch bis und mit Freitag 30. Juni in der Dampfzentrale aufgeführt.

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