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Eine Hammer-Ausstellung

Roland Fischer am Mittwoch den 31. Mai 2017

Also: zuerst mal eine Entschuldigung für den mehr als müden Wortspiel-Titel. Elf Uhr nachts und keine bessere Idee gehabt.

Also: Hammerwerk. Worblaufen. Wird bald abgerissen, das Ensemble an der engen Aare-Kurve, hat man sagen hören. Wäre sehr schade um diesen Zeugen der Industriegeschichte – aber vielleicht darf er auch ein wenig bei der Aufwertung des Areals helfen:

Siebzig Wohnungen sollen Ruhe in den eigenen vier Wänden und in der Auenlandschaft bieten. Das Herz der Anlage bildet die älteste, wasserbetriebene Hammeranlage der Schweiz.

Und nun hätte ich eigentlich gern geschrieben: Sollte man sich also noch einmal anschauen, diesen Zeitzeugen, wo sich doch eine schöne Gelegenheit bietet – die HKB hat in den Räumen nämlich eine kunterbunte Schau eingerichtet, Frucht des diesjährigen spartenübergreifenden Grossprojekts «Material <> Digital».  So bekommt man zeitgenössische Kunst sonst nie zu sehen: Das Hammerwerk ist die perfekte White-Cube-Antithese, da stehen grandiose Hydraulik-Hammer herum (die am Montag auch noch sehr performativ zum Einsatz kamen, als DJ-Prelude), viel Kunst und Krempel, der mit der HKB wohl nichts zu tun hat und in einer hinteren Ecke dann tatsächlich noch diese Hammeranlage samt hölzerner Nockenwelle, alt und feucht und gar nicht museal.

Einziges Problem: Diese HKB-Vermittlungsinititative war offenbar vor allem für den internen Gebrauch gedacht. Wer am Montag nicht da war (und es war über den Kreis der beteiligten Studierenden und Dozenten heraus kaum jemand da), der hat dieses Spektakel verpasst. Ziemlich defensiv, diese Art von Kunstvermittlung. Die Vernissage: ein schöner Erfolg. Und dann am besten gleich wieder abbauen.

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