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Alles ziemlich Dada

Roland Fischer am Freitag den 26. Februar 2016

Eine kleine Bildergeschichte aus der Stadtgalerie gestern:

Karoline Schreiber

Karoline Schreiber

Karoline Schreiber

Ich bin doch kein Automat! hat Karoline Schreiber ihre Ausstellung betitelt. Und füllte dann am Vernissagenabend gewissermassen um diese dunkle Mitte kreisend eine weisse Wand der Galerie – blind für das was sie gerade schuf, ohne Bewusstsein und Kunstsinn also und deshalb dann doch ein wenig wie eine Maschine? Oder ganz im Gegenteil vollkommen der Intuition verpflichtet und so weit weg von einem Automat wie nur irgend möglich?

Automatisch: Da klingt allerdings einiges an, im Dada-Jubeljahr. Die Ecriture automatique wird gemeinhin den Surrealisten zugeschrieben, aber erste Versuche des irgendwie unkontrollierten und am geschulten Auge vorbeigeschmuggelten Kunstwerkens gab es eben schon bei den Dadaisten, vor ziemlich genau hundert Jahren in Zürich. Was in der Sprache den Anfang nahm wurde bald auch in der bildenden Kunst zur experimentellen Methode. Wikipedia hat eine schöne Klarstellung dazu:

Surrealist automatism is different from mediumistic automatism, from which the term was inspired. Ghosts, spirits or the like are not purported to be the source of surrealist automatic messages.

Wenn man aber mal alle Kultur und sonstigen Medien beiseite lässt: Was sind wir anderes als nahrungsverwertende und energie- und exkrementproduzierende Maschinen? Das wäre dann ein Automatismus ganz anderer Art. Auch zu dem Thema präsentiert Schreiber eine – nun ja, mehr oder weniger – dezente Werkreihe.

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