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Die Raum-Transformer sind jetzt Quartier-Transformer

Christian Zellweger am Freitag den 29. Januar 2016

Auch dieses Jahr bei uns zu Gast: Das «interdisziplinäre, konsequent experimentelle Kunstprojekt» transform. Den Auftakt macht Lukas Manuel Gerber mit einer Erklärung, was die fünfte Versuchsanordnung will. In den nächsten sechs Wochen erscheint jeweils donnerstags an dieser Stelle das wöchentliche Zwischenfazit der Transformer.

Wie aus den Gesprächen mit einem Vorplatzpunk, einer Familie aus Niederwangen und SBB Mitarbeitenden ein Konzept entsteht: transform in Bern-Holligen.

transform5Nach der Versuchsanordnung ist vor der Versuchsanordnung. Eindrücke, Beobachtungen und Rückmeldungen zum vergangenen Projekt fliessen in die Konzeption der neuen Ausgabe von transform ein.

Ein Aspekt der letztjährigen Versuchsanordnung am Bollwerk 12 in Bahnhofsnähe interessierte uns besonders: Durch die Teebar vor der langen Schaufensterfront kamen wir in Kontakt mit PassantInnen, haben Tee und Informationen zu transform an Vorplatzpunks und LandbewohnerInnen mit Auto auf der Schützenmatte verteilt und standen damit als Vermittelnde eines Kunstprojekts einem für uns neuen Publikum gegenüber.

Wir folgerten: Die Versuchsanordnung 5 soll nicht mehr als Gefäss experimenteller Kunstprozesse in einem geschlossenen Raum stattfinden, sondern der Raum des Experiments soll viel stärker der Lebensraum von Menschen sein. Die Kunstproduktion in einem Quartier anzusiedeln, sahen wir als mögliche Realisierungsform dieses Gedankens an.

Und warum nicht gleich das Quartier wählen, in dem einige von uns seit Jahren leben? Während die künstlerischen Interventionen am Bollwerk von den Passanten grösstenteils begrüsst wurden, da dieser Ort als Unort galt (und gilt), war uns bewusst, dass ein künstlerischer Eingriff im Quartier nicht unbedingt willkommen sein würde.

Schnell könnte das Projekt als unerwünschte Invasion in den Alltag verstanden werden, als «Seht her, hier kommt der gute Geschmack»-Botschaft in einem noch nicht sogenannt «aufgewerteten» Quartier. Daher suchten wir den Dialog. Und fanden offene Ansprechpartner. 13 Orte im Quartier – unsere Aktionsorte – gewähren nun während 6 Wochen über 30 Kunstschaffenden Gastrecht. KünstlerInnen und GastgeberInnen handeln in dieser Zeit gemeinsam aus, wie und wo Kunstprozesse stattfinden können.

Wir sind gespannt, welche Eindrücke die Versuchsanordnung 5 hinterlassen wird. Am Freitag startet um 18:00 Uhr die Versuchsanordnung 5 von transform mit einem Fest auf dem Europaplatz. Alle Informationen: www.transform.bz

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