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Kilbi zum dritten und für dieses Jahr letzten.

Milena Krstic am Sonntag den 31. Mai 2015

Die 25. Bad Bonn Kilbi lebt fortan in unseren Erinnerungen. Ein paar Worte zu sexy Beats, netten Bands und ukrainischer Trance-Musik.

Kilbi 2015 Zähnezeigen

Der Boden ist mit Holzspänen ausgelegt. Die werden warm an der Sonne, die am Samstagnachmittag auf Düdingen scheint und dann riecht alles so schön nach Schreinerei. Zigarettenrauch von überall her und Lord Kesseli hat im Clubhaus vier Räucherstäbchen angezündet – Duftrichtung Opium wahrscheinlich. Ein schöner Start mit diesem in beige und weiss gekleideten bärtigen Mann, der aussieht wie ein Sektenführer und Musik macht, die psychedelisch launig von unmöglichen Liebschaften berichtet.

Dann spielten die belgischen, blutjungen Jungs von Robbing Millions ihre tiptop produzierten, smart aufgebauten Poplieder, aber die Faszination war von kurzer Dauer, weil: Alles zu nett hier. Sowieso waren die Bands am spannendsten, die entweder bedrohlich wirkten – ein Hoch auf die charmanten Shabazz Palaces (sexy Deep-Beats, hippes Daumenpiano) – oder die, welche tanzbare Musik spielten, so wie die ukrainischen DakhaBrakha, die mit ihrem Ethno-Techno, handglismet mit Trommeln, wilden Gesängen und Cello Schweisstropfen generierten. Remi, ein australischer Rapper, hat anscheinende das Clubhaus gerockt; ich habe das leider verpasst, aber von allen Seiten kamen Lobpreisungen – da muss wohl was dran sein.

Mein Notizheft, das ich im Geiste geführt habe, spuckt ausserdem aus:

The Slow Show: Spielen da The National? Ah, nein. Klingen aber so. Und heissen auch wie ein Lied von The National.

Viet Cong: I don’t understand. Da war dieser Hype. Anscheinden ein überragendes Debüt. Rockgitarren, okay, aber leider nicht packend, jedenfalls für mich, die sich das Debüt noch nicht angehört hat.

The Thurston Moore Band: Team Kim! Man nehme ein gutes Gitarrenriff und reize es dann aus, bis es allen langweilig wird. Aber Thurston war voll nett («It’s nice to be back at the most wonderful festival on earth!»).

Für Zebra Katz reichte meine Energie nicht mehr aus. Kurz stand ich noch hinter einem der Typen von Shabazz Palaces, eher in der Beobachter-Pose, aber dann rief meine Fahrgelegenheit. Drei Tage Kilbi, das wars. Bis zum nächsten Mal. Yeah.

kilbi toteschädu

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2 Kommentare zu “Kilbi zum dritten und für dieses Jahr letzten.”

  1. Herr G. sagt:

    Jaja, die Ukrainer, die waren gewaltig. Und einen solchen Schlussapplaus wie bei denen habe ich an der Kilbi noch nie erlebt.

  2. Die Krstic sagt:

    Tatsächlich. Am Anfang waren wir skeptisch, aber am Ende haben alle (auch die Indie-Heads) getanzt.