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Asian Dub Foundation Soundsystem

Gisela Feuz am Samstag den 7. März 2015

«U wo isch d’Bänd?!» Der eine oder die andere, welche/r das «Soundsystem» überlesen hatte, dürfte gestern im Dachstock eine herbe Enttäuschung erlebt haben. Sowohl die Londoner Asian Dub Foundation als auch die Berner Ska-Truppe Open Season traten im Rahmen des alljährlichen Festes von Berns Kulturradio RaBe eben nicht mit Gitarren, Trompeten und Schlagzeugen auf, sondern mit DJs und MCs.

Früher am Abend war die sympathische Asian Dub Foundation-Karavane mit ihren Rollköfferchen aus Versehen ins Reitschule-Restaurant Sous Le Pont gezogen und steuerte dort die Küche an, wo sie den Backstage vermutete. Es ist halt auch schon ein Weilchen her, dass die Herren im Dachstock aufgetreten sind, vor ganzen 18 Jahren haben Asian Dub Foundation gemäss eigenen Aussagen die Reitschule mit ihrem Mix aus elektronischen Beats, Hip Hop, Drum and Bass, Ragga und Bhangra zum letzen Mal beschallt.

Der Ausdruck «Soundsystem» beschreibt ja eigentlich eine mobile Diskothek, die sich in den 1950er-Jahren vor allem in Jamaika entwickelte, als Ska und Rocksteady aufkamen und sich in Dancehall-Reggae und Raggamuffin entwickeln sollten. Diese Einflüsse zeigten sich denn auch gestern bei Asian Dub Foundation deutlich: Während hinten die Mannen an den Laptops wuchtige Dub-Beats lieferten, steuerte MC Ghetto Priest vorne Rastafari-Reggae-Reime bei, wobei seine langen Rastas und ein farbenfroher Voodoo-Knüppel lustig im Takt mitwippten und zwischendurch ein Goldzahn aufblitzte. Der Ghetto Priest propagierte den «sacred energy exchange», weil ja schliesslich alle «one aim, one heart, one destiny» hätten.

ghettopriest

Asian Dub Foundations Ghetto Priest (Bild: FB)

Bei Asian Dub Foundation sind die Rastafari-Messages bezüglich Toleranz und Nächstenliebe nicht nur heisse Luft, sondern die Herren haben sich seit der Bandgründung vor 22 Jahren stets aktiv sozial engagiert, was sich auch an der Tatsache zeigt, dass sich in ihren MC-Reihen ein junger Mann findet, der auf eine Vergangenheit als Strassenkind zurückblickt.

Grosses Tanzkino war das gestern im Dachstock und das Asian Dub Foundation Soundsystem dürfte mit seiner sympathischen Art selbst diejenigen überzeugt haben, die anfänglich ein bisschen enttäuscht waren ob den fehlenden Instrumenten. Und wer weiss, vielleicht kommen sie nicht erst in 18 Jahren dann auch mal wieder als Band auf Besuch. Wäre schön. Ya man.

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3 Kommentare zu “Asian Dub Foundation Soundsystem”

  1. Ama sagt:

    Ah, vor 18 Jahren stand ich ganz vorne links und war erstaunt, der MC-Bengel nach dem Stimmbruch tönte.

  2. Frau Feuz sagt:

    Herr der Ama, hören sie doch endlich mit diesem Indoor-Gras-Rauchen auf und kaufen sie stattdessen für nach dem Komma ein
    wie
    weil
    warum
    dass

  3. Ama sagt:

    Ersteres, tami.