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Boui-Boui: Liebeserklärung an ein Festival

Milena Krstic am Dienstag den 26. August 2014

… und ein Nachtrag.
Es gibt unendlich viele Gründe dafür, Musikerin zu sein  (und mindestens so viele dagegen, aber dazu ein anderes Mal mehr). So kann es passieren, dass man an zuvor noch unbekannten Orten landet und die Aussicht beim nachmittäglichen Soundcheck diese hier sein kann:

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In Schniggenen im Emmental ist dieses Foto entstanden, auf der Bühne des Boui-Boui, einem dreitägigen Festival, das letztes Wochenende stattgefunden hat. Zu verdanken ist dieser Anlass dem Verein Wakkelbar, einem Bern-basierten Trupp bestehend aus Handwerkenden, Kunst-Produzierenden und Gutmenschen, die ihr Können in vergnügliche Festlichkeiten investieren. Mit minimalem Budget haben sie an einem magisch schönen Ort Magisches entstehen lassen. Nebst der Musik (Samstagnacht trat etwa das Berner Doom-Duo Dirty Purple Turtle auf), konnte man sich an den selbstgezimmerten Bars (wie etwa der «Glug-Glug-Bar») erfreuen,  sich beim «rostigen Haken» mit Krumpir und Würstchen versorgen, sich tätowieren lassen (so richtig) und am Boui-Boui-Beach einen Schwumm im vorbeiziehenden Fluss nehmen.

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Nichts gab es im Überfluss, von Sponsoren unbeackert war das Ganze, und trotzdem war da alles, was das Frischluft-Herz begehrte. Als ich so vor mich hin sinnierte, da müsse man ja Unmengen von Vorlagen erfüllen, um so ein Festival durchführen zu dürfen, korrigierte mich ein junger Brenzikofner: «Äuä. Das längt scho, wed eifach e easy Buur hesch, wo dr sis Fäud zur Verfüegig steut», und da war die Welt noch ein kleines Bisschen mehr in Ordnung.

Falls die guten Wald-Geister und der easy Bauer noch ein Weilchen in Schniggenen verweilen mögen, soll es nächstes Jahr eine zweite Ausgabe geben. Schön wäre das!

Der Begriff Boui-Boui stammt übrigens aus dem Französischen und steht für eine heruntergekommene Kneipe.

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